merung im Germanentum und Judentum .
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Selbsthilfe ist die Parole!
Nachdruck verboten!
14 Fortsetzung
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Seele lebte.
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Das Deutsche Reich darf bekanntlich keine Jagd-, Aufklärungs- und Bombenflugzeuge unterhalten. Cs darf auch nirgends ein Flugabwehrgeschütz ausgestellt oder eingebaut werden. Aber das deutsche Volk kann sich gegen etwaige Luftangriffe selbst schützen. Unsere ehemaligen Kriegsgegner haben es uns im Jahre 1926 gestattet. Parteihader und innere Zerrissenheit haben in der Vergangenheit jeöe Maßnahme zum Schutze von Leben und Eigentum unmöglich gemacht. Ueber die ersten zaghaften Versuche kam man nicht hinaus.
Erst als vor mehr als einem Jahre Reichs- minisler Goring den Anstoß zur Gründung des Reichsluftschuhbundes gab. gelang es in zähester Arbeit, von TNonat zu Monat immer größere Massen des Volkes von der Notwendigkeit des Luftschutzes zu überzeugen.
Unentwegt geht die Werbung weiter. An alle Kreise des Volkes wird appelliert, in den Städten, auf den Dörfern wird die Werbetrommel gerührt — immer stärker wird das Bewußtsein der großen Gefahr, in der arbeitsame, friedliche deutsche Menschen schweben, und immer leidenschaftlicher der
Rascheln von Papier... Was hatte Liewen vor? Am vergangenen Tage hatte sie keine Möglichkeit mehr gehabt, ein Wort mit ihm zu sprechen. Er hatte sie nur ab und zu so drohend angesehen, daß ihr das Blut in den Adern erstarrt war. Run aber hörte sie die Zofe mit dem Frühstück kommen, -astig chlüpste sie ins Bett zurück.
Auf dem silbernen Frühstückstablett lag neben dem hauchfeinen Porzellanservice ein Schreib- maschinenbrief. Es war die Schrift von Siemens Maschine. Sie erkannte sie sofort. Denn er war so vorsichtig, daß er ihr niemals eine Nachricht handschriftlich zukommen ließ.
Hastig öffnete sie den Brief:
„Ich habe ein paar Tage in England zu tun. Du wirst inzwischen nach den Weisungen von Burton arbeiten. Den Marquis hast Du unbedingt in diesen Tagen so weit zu bringen, daß er höher spielt. Nimm Dich zusammen, das kann ich Dir nur raten. Brief sofort vernichten."
Lou zitterte. Sie hatte das Gefühl, als balanciere sie auf einem schmalen Seil über einen tiefen Abgrund. Als würden sie bald die Kräfte verlassen. Sie würde herunterstürzen, um zerschmettert liegen»
ie ansah? Sie drehte den Karton herum. Wight, Crab-Cottage, stand da, und das Datum dieses Monats. Ratlos sah sie auf das Bild des schönen, kindlichen Mädchens. Sie verstand das alles nicht. Aber daß es in einem Zusammenhänge mit Liewens Reise stand, das war ihr sofort klar.
malvenfarbige Brief Madame de Lormes, den er vor wenigen Stunden noch mit so wildem En^ zücken geöffnet und gelesen hatte. Hatte er doch nicht anders geglaubt, als daß Madame de Lormes ihn mit diesen Zeilen endlich zu einem geheimen Rendezvous aufgefordert hätte.
Er nahm das Blatt in die Hand. Der schwache Duft von Lou de Lormes Parfüm stieg süß und lockend aus den Zeilen zu ihm empor — da warf er mit einem wilden Laut der Verzweiflung den Brief von sich. Mit irren Augen öffnete er die Schublade des Schreibtisches. Metall klirrte hart auf Holz... Da wurde die Tür aufgerissen. Er fuhr herum. Mit einem Aufschrei stürzte Sofia herein — und riß Alexander die Waffe aus der Hand
Du!" stammelte er und brach in dem wetzet
wiederfinden. Es trieb sie von hier fort, fort aus dem blühenden Lande, unter dessen Schönheit sich so viel Wurmstichigkeit der Menschen verbarg.
Aber ehe sie abreiste, schickte sie noch an Lou de Lormes einen Riesenkorb herrlichster Edelrosen mit ein paar Zeilen:
„Sofia Demidoff denkt Ihrer in Dankbarkeit und mit innigsten Wünschen."
Diese Blumen erhielt Lou de Lormes, als sie nach einer schlaflosen Nacht sich endlich aufraffte. Sie tauchte ihr Gesicht in die duftende, glühende Rosenpracht, und eine heiße Träne glänzte wie Tau
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Die Pressestelle der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung teilt mit:
Es ist immer noch zu wenig bekannt, daß nach dem Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes vom 15 Mai 1934 und der dazu ergangenen Anordnung für die Stadtgemeinde Berlin vom 17. Mal 1934 (abgedruckt im Reichsanzeiger Nr. 114 vom 18. Mai 1934) die Arbeitsaufnahme für Personen, die am 18. Mai in der Stadtgemeinde Berlin und den umliegenden Gemeinden keinen Wohnort hatten, nur mit Zustimmung der zuständigen Arbeitsämter erfolgen kann.
Arbeitsuchende werden daher dringend davor gewarnt, ohne Zustimmung eines Berliner Arbeits- amtes zur Arbeitsaufnahme nach Berlin zuzuziehen.
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* Gießen, 26. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,40 Mark, Landbutter 1,30 bis 1,35, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier Klasse S 101/», Klasse A 10, Klasse B 91/», Klasse C 9, Klasse O 8, ungestempelte Th, Wirsing, das Pfund 15 Weißkraut 15, Gelbe Rüben, Bund 10, Rote Ruben 10, Spinat, das Pfund 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 25, (gelb) 30 bis 40, Spargel oO bis 40, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 30 bis 35, Zwiebeln 15, Rhabarber 8, Kartoffeln (alte) das Pfund 5 Pf., der Zentner 5 Mark, neue, das Pfund 10 bis 15, Himbeeren 50, Kirschen 20 bis 25, Heidelbeeren 25 bis 30, Stachelbeeren 15 bis 20, Johannisbeeren 15 bis 20, Erdbeeren 50 bis 70, Tauben, das Stück 50 bis 70, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurken 30 bis 35, Oberkohlrabi 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 25, Radieschen, Bund 8 : bis 10 Pf.
Daten für Dienstag, 26. Juni.
1583: der schwedische Staatsmann Axel Oxenstierna auf Fanö geboren (gestorben 1654); — 1841: der Architekt Paul Wallot in Oppenheim a. Rh. ge- : hören (gestorben 1912); — 1918: der österreichische Dichter Peter Rosegger in Krieglach gestorben (ge=
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Was mein einst war...
Vornan von Klothilde von Stegmann Urheberrechtsschutz-. Fünf-Türme-Verlag Halle ,(S.)
** Ernennungen. Rach einer Mitteilung des Personalamtes wurde am 19. Ium 1934 der Krels- schulrat Gottfried Kremer zu Bensheim mit der ommisiarischen Wahrnehmung der Dienstgeschafte des Kreisschulrats bei dem Kreisschulamt Büdingen beauftragt. - Der Meß- und Kanzleigehilfe bei dem Vermessungsamt Nidda, ®eor9 Weber- Nidda, wurde unter Berufung m bas Beamtenoer» hältnis mit Wirkung vom 1. Marz 1934 zum Konz
erne Körperschaft öffentlichen Rechts. Ein Ehren- aericht das bei der Handwerkskammer gebildet wird, kann in schweren Vergehen gsgen Beruf, Standesbewußtsein und Standesehre schwere Strafen bis zu 1000 Mark verhängen. Dadurch wird eine Klärung und Bereinigung des Handwerks vorgenommen werden können.
Auch dem Obermeister sind Machtbefugnisse verliehen, mittels der er Strafen bis zu 100 Mark verhängen kann. Schließlich geht das Aufsichtsrecht auf die Handwerkskammer über.
Kreisamtsleiter Pg. Schimmel aab m großen Zügen eine gedrängte Uebersicht über die innere und äußere Lage. Er wies auf die hoffnungslosen Verhältnisse bei der Uebernahme der Macht hm und rief alle Kräfte zum Aufbau am neuen Werk aus. Dabei verwies er auch auf einige seltsame Äußerungen merkwürdiger Zeitgenossen in Gießen die die neue Zeit noch immer nicht begriffen haben.
Ortsgruppenleiter Stühler sprach dann über die Neuordnung ab 1. Oktober, zu welchem Zeitpunkt die neuen Mitglieder der Arbeitsfront ausgenommen werden müssen. Um diese besser an den Nationalsozialismus heranzuführen, erfolgt die Neueinteilung in vier Ortsgruppen nach dem Vorbild der politischen Organisation, und zwar m Gießen-Mitte, mit Kreiskassenwart Waag als Ortsgruppen-Amtsleiter, Gießen-Nord (Pg. Z u t t), Gießen-Oft (Pg. Stühler) und Gießen-Sud mit Po. Karpf als kommissarischen Amtsleiter. Die Block- und Zellenwarte werden in den nächsten Sitzungen der neuen Ortsgruppen, die entgegen früherer Beschlüsse im Juli ftattfinben, bestimmt werden. Im Schlußwort streifte Kreisamtsleiter Schimmel noch einmal die Warenhaus- und Konfumvereinsfrage.
Warnung vor Zuzug nach Berlin!
Mitgliederversammlung der NG-Hago Gießen Nord.
Die NS.-Hogo Gießen-Nord, Ortsbetriebsgemein- fchaft für Handel und Handwerk, hielt gestern unter dem Vorsitz von Ortsgruppenleiter Pg. St uh l er die letzte Mitgliederversammlung vor der Neugliederung ab. Der Abend diente in erster Linie der Bekanntgabe der neuen Verordnung über den Nus- bau des Handwerks, für den in 99 Paragraphen die längst erwünschten Richtlinien gegeben werden Darinnen werden zum ersten Male Meister, Geselle und Lehrling als gemeinsame Gliederung der Innung bestimmt. In Zukunft gehören zum Verrat des Obermeisters auch der Altgeselle, dem wiederum ein Gosellenbeirat zur Seite steht. Wahrend der Altgeselle zu allen Beratungen in Jnnungsange- legenheiten hinzugezogen wird, muß der Gesellenbeirat in allen Arbeitnehmer- und Lehrlingsfragen angehört werden. Damit hat der Reichshandwerker- meister aus der traditionsreichen Zunftordnung des Mittelalters das, was er für gut hielt, gebührend berücksichtigt. Dadurch soll aber auch der letzte Nest des Marxismus aus dem Handwerk beseitigt werden: denn erst in ihrer Geschlossenheit bilden Meister, Geselle und Lehrling die Innung, deren Gesamtfragen alle in gleicher Weise betreffen
Der Redner gab dann einige der wichtigsten Paragraphen, die die Allgemeinbestimmung den Au bau und die Gliederung der Innungen betreffen, bekannt und unterstrich besonders benjenigen Paragraphen, ber bestimmt, baß alle, die einen Handwerksberuf ausüben, pflichtmäßig einer Innung angehören müssen. Die Innungen werden
Dem Dertrauensrat wird ein Mittzlied der HI. bzw. bei den weiblichen Jugendlichen ein Mädel des BdM. als „Sprecher der Jugend" beigegeben.
Der Sprecher der Jugend vertritt seine Kameraden innerhalb des Vertrauensrates, insbesondere bei dem Betriebsführer und nimmt sich aller Angelegenheiten an, die den Betriebsnachwuchs betreffen.
Er bekommt feine Anweisungen vom Vertrauens- rat und ist außerdem dem Referenten (Referentin) im sozialen Amt der HI. (BdM.) verantwortlich. Da die Jugendleiter der DAF. bzw. deren Verbände als Referenten der HI. zu gelten haben, find die Sprecher der Jugend diesen verantwortlich. Die Verbindung der Sprecher der Jugend mit den Referenten der HI. und damit dem Sozialamt der HI. soll der Pflege der Kameradschaft im Betriebe und der Heranbildung der Jugend zu einem neuen Berufsethos dienen.
Die Betriebsgruppenjugendleiter und deren Referentinnen werden in allen Betrieben mit mindestens 5 Jugendlichen aus ber Zahl berfelben einen Jungen bzw. ein Mäbel auswählen unb im Em- verstänbnis mit bem Dertrauensrat bes Betriebs als „Sprecher ber Jugenb" einfetzen. Der Spre- cher ber Jugenb muß Mitglieb ber HI.
e i n unb bas Vertrauen feiner Kameraben beiden. Sämtliche Betriebsgruppenjugenbleiter unb )eren Referentinnen müssen mir bis zum 1. 3 u 11 19 3 4 bas Einsetzen ber „Sprecher ber Jugenb m allen ihren Betrieben mit genauer Personalangabe gemelbet haben. Es ist weiterhin eine Selbstver- stänblichkeit, baß alle Kreis- unb Betnebsaruppen- jugenbleiter barauf sehen, baß alle jugenblichen Mlt- glieber ber DAF. auch Mitglieber ber HI. sind. Die Betriebsgruppenjugenbleiter haben mir bis zum obengenannten Termin ihre genaue Anschrift einzusenben, weiterhin haben sie mir sämtliche jugenblichen Mitglieber ber DAF. in ihren Betrieben zu melben, (Mitglieber ber Betriebsgruppen finb auch Mitglieber ber DAF.). Die Betneds- gruppen jugenbleiter melben ebenfalls bis zum 1 Juli 1 934, wo noch Heimabenbe ber Ve- triebsgruppen ftattfinben.
Der Kreisjugenbleiter ber DAF. unb Referent für zusätzliche Berufsschulung im Bann 116: gez.: Walter Fritzges, Scharführer.
(Meine Anschrift: Gießen, Schanzenstraße 18.)
zusammen.
Sofia atmete tief auf:
„Ja, ich bin es!" wieberholte sie, sich gewaltsam zur Ruhe zwingenb. „Ich bin es, unb ich habe dir nur eins zu sagen, Alexanber — überlege, bitte, was mutiger ist: weiterzuleben unb mit dieser Verirrung deines Herzens fertigzuwerden, oder daoon- zugehen und zwei Frauen als Opfer zurückzulassen — jene mutige Frau, die sich nicht scheute, sich selbst eines schweren Unrechts zu bezichtigen, um dich vor dir selber zu retten — und", ihre Stimme wurde heiser, unhörbar fast — ,,mich selbst zu opfern, die trotz dieser Wochen des Leides und des Verrats nicht aufgehört hat, dich zu lieben."
Der Mann sah mit einem erschütternden Blick auf das weiße, reine Gesicht Sofias:
„Sofia! Du haft recht! Es wäre feige von mir, sehr feige! Ich will versuchen, zu überwinden, Sofia. Aber du mußt Geduld mit mir haben, viel Geduld."
Da nahm sie statt einer Antwort feinen Kopf in die Hände. Er lehnte sich an ihre Brust, wie ein Kind, das sich verirrt unb heimgefunben hat.
Eine sichtliche Befreiung gina über Liewens Züge „Nun, bas wirb er halten. Ich verstehe mich auf bie sogenannten Gentlemen ber Gesellschaft. Also bu kommst bann nach. Mache bich so schön wie möglich, vielleicht beißt ber Marquis b'Estrelle enb- lich an, bamit bu die Scharte auswetzen kannst, lieber das andere sprechen wir noch!" fügte er drohend hinzu.
Er ging hinaus, ohne ein weiteres Wort zu sagen.
Lou blieb am Boden liegen, wohin der brutale Griff Liewens sie geworfen hatte. Sie konnte nicht mehr meinen; alles in ihr war tot und ausgebrannt. Hätte sie sich doch frei machen können, frei von diesem furchtbaren Menschen. Aber sie wußte, sie würde es diesmal ebensowenig können wie vor Jahren, als sie seine Frau wurde. Sie war ihm verfallen, und sie würde an ihm zugrunde gehen.
Mit schmerzenden Knien erhob sie sich endlich unb wankte ins Ankleibezimmer, um sich fertig zu machen. Sie lehnte bie Hilfe ber Zofe, bie aus bem Dienerschaftszimmer herauskam, ab. Sie wollte bem Mäbchen mit ben neugierigen, roiffenben Augen ihre Verstörtheit nicht zeigen.
Si?b erhochzeit. Seinen 50. Geburtstag unb bas Fest ber silbernen Hochzeit kann am Donnerstag, 28. Juni, ber Kellner Wilhelm Rau unb Frau Elisabeth, Bubbestraße 4 feiern. Der Jubilar wohnt schon 24 Jahre in seiner jetzigen Wohnung unb ist schon 25 Jahre lang Bezieher bes Gießener Anzeigers. , ~
** Ein sozialer Arbeitgeber. Der Dachbeckermeister Karl L a p p von hier nahm dieser Tage Gelegenheit, seinen Betriebsangehörigen eine besondere Freude zu bereiten. Er fuhr an einem Arbeitstage mit seinem ganzen Personal durch das schöne Lahntal über Weilburg, Limburg und durch das Wiesental nach Caub. Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde die Schiefergrube „Erbstollen in Caub besichtigt. Die dortigen Betriebssichrer zeigten sich sehr entgegenkommend und so war den besonders interessierten Teilnehmern der Fahrt Gelegenheit gegeben, in die Grube einzufahren und jenes Material an Ort und Stelle seines Ursprungs zu sehen, mit dem sie täglich umgehen. Die Besucher fanden das Werk in vollem Betrieb und konnten auch die Verarbeitung der Schieferblöcke in Sage- und Schneidemaschinen bis zu den fertigen Dachschindeln verfolgen. Von Caub aus fuhr die Reis^ gefellschaft nach Rüdesheim und verbrachte auch dort einige unterhaltsame Stunden. In den fpaten Nachmittagsstunden wurde bie Fahrt nach Wies- baben weiter fortgesetzt. Auf einem Spaziergang mürbe bie Weltkurstabt eingehenb besichtigt. Die Fahrt würbe für alle Beteiligten baburch zu einer befonberen Freube, ba ber Chef nicht nur alle Unkosten trug, sonbern auch ben Lohn für ben vollen Tag ausbezahlte. .
** Schweres Gewitter über Gießen. Gestern gegen 13 Uhr entlub sich über unserer Stabt unb ber näheren Umgebung ein schweres (Bernitter. Das Unwetter zog sehr rasch herauf. Blitz auf Blitz burchzuckte bie schweren Wolkenmassen und fast unaufhörlich rollte der Donner. Gleichzeitig
Zwölftes Kapitel.
Miß Crab war sehr erstaunt, als sie von London aus angerufen wurde und Liewen ihr mitteUte, daß er am Abend auf der Insel sein und zu ihr heraufkommen würde. Er hätte Wichtiges mit ihr zu besprechen; er bäte aber darum, daß Edele auf keinen Fall mit ihm zusammenträfe.
Miß Crab schickte dementsprechend die Zoglmye etzt zeitiger als sonst ins Schlafzimmer, was em leises Murmeln der Empörung auslöste, aber durch die drohenden Blicke Miß Crabs alsbald unter« drückt wurde.
Edele allein war mit diesem Befehl einverstanden. Sie sehnte jeden Morgen den Abend herbei, ber bem oben Einerlei bes Tages ein Enbe machte. Sie war auf bieser Insel wie lebenbiy begraben, von der sie wohl nie wegkommen würbe, solange sie nicht münbig war. Unb wenn sie münbig war — was mürbe* bann sein? Da sie, wie Miß Crab ihr oft genug versicherte, ohne alle Mittel unb ganz auf die Gnade ihres unbekannten Gönners angeroiefen mar, mürbe ihr Leben auch bann nicht rosiger sein. In trüben Gebanken fleibete sich Ebele aus, in« dessen aus dem großen Schlaffaal nebenan noch lautes Schmatzen und Lachen tönte. Wie hatte sie sich früher gesehnt, mitzutun in diesem fröhlicken Kreise! Nun mar ihr schon alles gleichgültig. Ihr mar, als lägen nicht Jahre, sondern Jahrzehnte zmischen ihrer Kindheit in Smanebloe unb bem jetzigen Dasein. Des Vaters Bilb versank immer mehr, besgleichen Smanebloe. Nur an Malte bachti sie immer mieber, obmohl sie sich sagte, baß er fit vergessen hätte.
Ebele trat ans Fenster, um bie Vorhänge zuzu« ziehen. In zauberhaftes Monblicht gebabet lag bie Insel ba. Fast taghell mar es. Hinten schimmerte in bleichem Glanze bas meite Meer. Heiße Sehnsucht erfaßte Ebele. Dort jenseits bes Meeres lag bas Leben, lag bie Welt. In roilbem Lebensdurst streckte sie bie schlanken Arme aus.
Da hörte sie bie harten Schritte einer Lehrerin ben Gang entlang erklingen. Schnell löschte sie bas Licht unb schlüpfte ins Bett; aber lange konnte sie boch nicht einschlasen, hörte Stunbe um Stunde die Turmuhr der kleinen Kirche im Ort schlagen, und in die elf Schläge mischte fick ein Motorrattern, ’ ein Geräusch, wie von einem Auto, das spät noch den Weg zu Crab-Cottage hinauffuhr.
(Fortsetzung folgt.)
zubleiben. ,
Als die Zofe heraus war, zerriß sie den Brief in viele kleine Teilchen, die sie in Brand steckte, bis nichts mehr übriggeblieben war als ein Häufchen mißfarbene Asche.
Eine Stunde darauf hörte sie Liewens Stimme im Korridor, fah durch einen Spalt der geöffneten iür Hoteldiener einen Schrankkoffer tragen und Liewen selbst im Mantel und Hut hinter den Trägern die Treppe hinuntergehen. Sie schlug im Kursbuch nach. Er nahm sicherlich den' Zug, der in etwa einer halben Stunde vom Hauptbahnhof aus abging.
Eine eigentümliche Unruhe erfaßte Lou. Was hatte Liewen so plötzlich in England zu tun, daß er sogar hier die aussichtsreichen Spielgewinne im Stich liefe? Waren aus England nicht schon immer Briese gekommen, dicke Briefe mit verschiedenen Einlagen, die Liewen hastig weggesteckt hatte?
Ahnung eines Unheils überkam die unglückliche Frau. Kaum war sie angezogen, da schlich sie durch die Oefsnung bes Wanbschrankes in Liewens Zimmer. Es war abgeschlossen. Er hatte sicherlich ben Schlüssel beim Portier unten abgegeben ober mitgenommen. Er war nur mit kleinem Gepäck gereift; bie Hauptzahl feiner ©egenftänbe war yiergeblieben.
Sie versuchte, bie Schreibtischschublaben aufzu- ziehen, aber sie waren verschlossen. Da — in einem Spalt — vermutlich beim hastigen Zumachen eingeklemmt, sah etwas Weißes hervor. Es war bas zlmnieurbuib eixuts tun gen Mäbchens, nicht sehr gut,
Wille, im Wege ber Selbsthilfe möglichen Gefahren vorzubeugen. „
Das Reich unb bie Behörben können nicht alles machen Man barf nicht immer auf ben Befehl warten. Man muß im Rahmen ber Anweisungen unb Ratschläge bes Reicksluftschutzbunbes f e l b ft ans Werk gehen. Die Arbeit ist ungeheuer umfangreich, sie erforbert ben vollen Einsatz ber Menschen, sie verlangt Ernst, Ausbauer, Zähigkeit unb heiße Liebe zu Heimat unb Herb.
Jeder Deutsche wirb aufgerufen, an bem Schuhe unb ber Erhaltung seines Heimes, feiner Werkstatt, feines Betriebes mitzuarbeiten. Jeder muß wissen, baß er im Interesse ber Volksgemeinschaft hanbett, wenn er für einen geringen Beitrag IHitglieb bes Reichsluftschuh- bunbes wirb.
Jebe Ortsgruppe bes Bunbes gibt bereitwilligst Auskunft. Gibt es an einem Ort noch keine Gruppe, roenbe man sich an die ßanbesgruppe bes Reichs- luftschutzbunbes in Frankfurt a. M., Schumann- straße 52a.
So faß sie benn baIb allein vor bem breiteiligen Spiegel. Sie wollte schön fein, schöner noch als sonst bamit ber Mann, dem sie mit Leib und Seele gehörte, und der sie für seine Zwecke ausnützte, mit ihr zufrieden mar...
Als eine Stunde später eine traumhaft schone Frau in einem glitzernden, weißen, langschleppenden Perlengewande die Stufen $u ber großen Halle herunterhuschte, unb, einaehullt in einen blonben Zobelpelz, in ihr Auto stieg, ahnte keiner ber de- rounbernben Zuschauer, was hinter blesem lächeln- ben, rosigen Gesicht für eine bange, verzweifelte
boren 1843).
^ornoll.;en
— Tagestalenber für Dienstag Lichtspielhaus, Bahnhosstraße: „Der Meisterboxcr
Am nächsten Morgen reiften Alexanber Demibof I unb Sofia in ihre Heimat ab. Alexanber wollte ar l* seine Arbeit. Er wußte, nur so konnte er sich selbst
Alexanber Demiboff war nach ber nieberschmet- , ternben Eröffnung, bie ihm Lou gemacht, rote ein , Wahnsinniger aus bem Hotel gestürzt. ®r rannte ] durch die Strafeen Roms, Stunden um Stunden. | Wie ein Peitschenhieb war ihm bie Erkenntnis ge- wesen, was für ein Spiel man mit ihm fletrieberu Brennenbc Scham war es, unter ber sich sein Stolz unb feine Leidenschaft aufbäumte. Er raffe gegen sich selbst, gegen Lou, gegen bie ganze Welt! Der Schlag, ben Lou ihm versetzt - er konnte ihn nicht überleben...
Wie lange er so in ben Straßen Roms herum-
22.« «SÄ.-8Ä »ÄrÄ»SSs
ZJ.nn in, Germanentum unb Judentum . hören k°nn"n wu?de L unserer Stadt
keinerlei Schaben angerichtet.
** Die Insel ber Dämone n". Gestern, 3U später Abenbstunbe wurde im ^Lichtspielhaus Bahnhofstraße ein Kulturfilm außerordentlichen Gepräges gezeigt. Der Film führte auf die Jnfel Bali in das kleine Dorf Bedulu und schilderte m straff zusammengefaßter Form das Leben ber Dortigen Bevölkerung und insbesondere den Damo- nenglauben, in dem der Balinese mit ^er^ uiu) Sinnen befangen ist. Der Bildstreifen m Regie und Manuskript von Dr. Dalsheim, unter der Expeditionsleitung von Baron P l e s s e n m Mel- jähriger sorgfältiger künstlerischer und wissenschaftlicher (ethnographischer) Arbeit hergestellt, führte in herrlichen Bildern mitten hinein in den Ablauf der Tage der Menschen in diesen gesegneten Gefilden und gab einen vollkommenen Ueberblick über die Arbeit, über bas Denken unb Fühlen, über Freude und Schmerz jener Menschen, deren Wesen uns Europäern vielleicht immer mehr ober weniger rremb bleiben wirb. Mit gesteigertem Interesse folgt man ben klaren Bilbern, bie bie kultischen Ge- bräuche, bie religiösen Hanblungen, bie Opferhand- lunqen für bie Dämonen, roiebergeben. Ganz außer- orbentlich einbrucksooll waren bie Bilber, bie bie kinblichen Traumtänzerinnen zeigten, die durch ihren Tanz die Dämonen versöhnen sollten, ge- spannt folgte man dem Weg des jungen Wajan, der auf gefährlicher Reife durch den Urwald heiliges Wasser holt, damit das Dorf wieder gereinigt werde, nachdem die bösen Geister den Dorfbewohnern durch die Pest ein Teil der Kinder genommen hatten. Der Film, der in einer sorgfältig ausge- roogenen Handlung und in völlig ungezwungenem Ablauf jenes auf der einen Seite glückhaften und dann wieder leidenschaftlich verzerrten und oer- irrten Lebens wiedergab, hat sicherlich auf ben größten Teil ber zahlreichen Besucher feinen Gm- bruck nicht verfehlt. Die ausgezeichnete Photo- graphie, bie biefem Film eine künstlerische Note gibt, brachte eine Fülle prächtiger Aufnahmen ber Menschen von Bali unb eine Anzahl Bilber von hochinteressanten Bauten, bie ob ihrer großartigen Architektur auf eine hohe Kultur früherer Epochen schließen ließen. Der Besuch bieser Spat- abenbvorstellüng bebeutete 1V2 Stunben einer reinen Freube unb vermittelte aufeerbem viel Wissen, das : I hier in glücklichster Form den Zuschauern nahegebracht wurde.
II


