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daß die Schätzungen der Reichsbank weniger günstig für Deutschland seien, als dies durch eine unpartei- ßche Prüfung der Tatsachen gerechtfertigt sein würde.

Chamberlain sagte dann, am Schluß der eng­lischen Rote sei der deutschen Regierung klargemacht worden, daß die Tür für weitere Ver­handlungen immer noch offen stehe. Die deutsche Reaierung wurde einaeladen, Vertreter für weitere Besprechungen nach London zu senden in der Hoffnung, daß die Möglichkeit bestehen werde, die Anwendung der in dem Gesetz vorgesehenen Vollmachten zu vermeiden.

Ich kann mit Befriedigung mitteilen, daß dieses Angebot angenommen wurde. (Beifall.) Ich hoffe ernstlich, daß es immer noch möglich fein wird, irgend eine Abmachung mit den deutschen Behörden vor dem 1. Juli zustande zu bringen, die eine gerechte Behandlung für die britischen Bondsbesiher und die britischen Kaufleute sicherstellt.

Gleichzeitig können wir jedoch die Forderung an das Unterhaus, die nötigen Vollmachten zu gewähren, nicht aufschieben in der Hoffnung aus eine Lösung, die vielleicht letzten Endes doch nicht erzielt werden kann. Die Regierung hofft daher, daß das Clearinggesetz noch am Montag sämtliche Abstimmungsabschnitte durchläuft, damit es sofort in Kraft gesetzt werden kann, falls sich dies als nötig erweisen sollte.

Der Schatzkanzler besprach dann im einzelnen die Klauseln des Clearinggesetzes. Zur Klausel 2, die dem englischen Handelsamt Vollmachten zur Einschränkung gewisser ausländischer Einfuhren gibt, sagte er:Diese Klausel bedeutet, daß Eng­land Kontingente einführen darf, wenn ausländische Staaten Kontingente auf eng­lische Waren einführen.

Ich möchte es ganz klar machen, daß sich diese Klausel nicht gegen Deutschland richtet.

Sie richtet sich auch nicht gegen irgend ein anderes Land. Die Klausel ist nach vielen Vorstellungen englischer Kaufleute dem Gesetz beigefügt worden. Die englische Regierung habe gegenwärtig nicht die Absicht, Kontingente aufzuerlegen, und hoffe ernst­lich, daß es niemals notwendig sein wird, die zweite Klausel des Gesetzes anzuwenden.

Chamberlain ging dann auf die erste Gesetzes­klausel ein, die die Einrichtung eines Schulden- Clearings vorsieht. Das Maß, in dem diese Klausel in Wirksamkeit gesetzt werden könne, hänge vollkommen von dem Laufe der Verhand­lungen ab, die demnächst eingeleitet würden. Es gebe jedoch zwei Punkte, die wesentlich für jede befriedigende Regelung erschienen. Der erste sei, daß volle Zahlung der Dienste der Dawes- und Pounganleihen erfolge, die rechtlichen Vorrang hätten. Der zweite sei, daß mit Bezug auf andere Fragen England nicht ungünstiger behandelt werde als andere Länder.

Das Clearinggeseh im Unterhaus in zweiter Lesung angenommen.

London, 25.Juni. (DNB.) Das Unterhaus nahm am Montagabend dasGesetz zur Einsetzung von Schulden-Clearingämtern und für Vergeltungsmaßnahmen für Einfuhrbeschränkungen" in zweiter Lesung ohne Abstimmung a n.

Oie deutsch-französischen

. Wirtschaftsbeziehungen.

Die Handelsabkommen bis 31. Juli verlängert.

Berlin, 25. Juni. (DRB.) Die vor einiger Zeit in Aussicht genommenen Verhandlungen über eine Neuregelung der deutsch-franzö­sischen Wirtschaftsbeziehungen nach Ablauf des Handelsabkommens vom 17. August 1927 haben am 23. Juni in Berlin begonnen. Um das Eintreten des vertragslosen Zustandes am 30. Juni zu vermeiden und um die Verhandlungen von dem in diesem Termin liegenden Zeitdruck zu befreien, haben die deutsche und die französische Regierung heute durch Notenwechsel vereinbart, die Geltungsdauer des Handelsabkom­mens noch einmal um einen Monat, also b i s zum 31. Juli 19 3 4, z u verlängern. So­weit der Warenverkehr zwischen den beiden Län­dern durch Kontingente geregelt ist, werden diese für den Monat Juli in Höhe von einem Drittel der Vierteljahreskontingente festgesetzt werden.

Vom 21. bis 23. Juni tagte in Wiesbaden eine deutsch-französische Eisenbahnkon- f er en 3. Sämtliche französischen Bahnen sowie die Deutsche Reichsbahn und das Saargebiet hatten Vertreter entsandt; außerdem waren die Durch­gangsländer Schweiz, Belgien und Luxemburg be­teiligt. Die Verhandlungen, die in freundschaftlich­stem Geist und von beiden Seiten mit dem Ziel geführt wurden, die Handelsbeziehungen zwischen den Ländern durch gemeinsame Güter­tarife zu fördern, hatten das Ergebnis, daß hin­sichtlich der Grundlage für durchgehende Tarife eine völlige Einigung erzielt werden konnte, und daß bereits für bestimmte, besonders wichtige Güter die Berechnungsgrundsätze festgelegt wurden. Die Verhandlungen, die noch umfangreiche Vor­arbeiten erfordern, werden im Herbst fortgesetzt. Man nimmt an, daß die ersten Tarife am Schluß des Jahres in Kraft treten.

Oer Führer besichtigt die deutsche Alpenstraße.

Berlin, 25. Juni. (DNB.) Reichskanzler Adolf Hitler besichtigte am Montag in Begleitung des Generalinspekteurs für die Reichsautobahnen Dr. Todt im Berchtesgadener Land die Arbeiten der im Bau befindlichen deutschen Alpen st raße, die bekanntlich von Lindau bis Berchtesgaden führen wird, zwischen der Schwarbachwacht, dem Saalschtal und Jnnzell-Siegsdorf. Der Führer konnte sich, wie die NSK. meldet, davon überzeugen, daß die Bau­arbeiten, die hier inmitten eines überwältigenden Gebirgspanoramas mit größter Beschleunigung durchgeführt werden, bereits so fortgeschritten sind, daß voraussichtlich schon im Monat Juli dieser öst­liche Teil der deutschen Alpenstraße fertiggestellt sein wird.

Um dieser 9 Meter breiten Alpenstraße den Weg durch den wildromantischen Gebirgsstock zu bahnen, sind große Erdbewegungen und Felssprengungen er­forderlich. Der Führer hatte bei seiner Besichtigung Gelegenheit, einigen besonders schwierigen Spren- flungen beizuwohnen. Er sprach der dort tätigen Ar­beiterschaft seine Anerkennung aus.

Der Stellvertreter des Führers gegen die Miesmacherei.

Große Rede im 2Runi)funf an das deutsche Volk

Köln, 25. Juni. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers Rud. Heß leitere seine große program­matische Rede, die er am Montagabend über alle deutsche Sender hielt, mit der Betonung ein, daß er nicht als Reichsminister, sondern als Natio­nalsozialist zu Parteigenossen und Volksgenos­sen spräche. Er erinnerte zunächst an die Anfangs­zeit der Bewegung, an die er heute eine unerhört schöne Erinnerung in sich trüge, so schwer diese Zeit auch gewesen sei.Ich habe vor dem Führer ge­standen, unter dem ersten Dutzend SA.-Männer der Bewegung. Ich bin in der ersten Saalschlacht der SA. blutüberströmt vor meinem Führer zusammen­gebrochen. Ich schwor als einer der ersten SA.-Füh- rer Adolf Hitler die Treue ... ich nahm teil an sei­nem Leid und nahm teil an seinem Hoffen und Glauben und Siegen." Aus dieser Erinnerung und aus der Betonung, daß ihm seine Parteigenossen danach glauben werden, daß er den Führer und seine letzten Gedanken kenne wie wohl kaum ein anderer, folgerte Rudolf Heß, daß er büeb, was er war: N a t i 0 n a l so z i a l i st in seiner ursprünglichen Bedeutung. Rudolf Heß sprach dann vom Kampf der nationalsozialistischen Bewegung, der an Rhein und Ruhr, im Arbeits­herzen Deutschlands, gemäß der Dichte der Men­schen und der Schwere ihrer Arbeit mit am schwer­sten war im ganzen Reich. Heute aber stände der deutsche Arbeiter auch im Industriegebiet treu zum Nationalsozialismus und bilde dessen wesentlichstes Fundament.

Der Führer ist Euer bester Kamerad! Sein Streben gilt Euch!" rief er den nationalsozia­listischen Arbeitern zu.

Wenn gerade unter den Arbeitern die treuesten Anhänger Adolf Hitlers stehen, so ist dies ein Be­weis, daß es dem Führer gelang, das Wort wahr 3U machen, das sagt, daß Deutschland am reichsten sein wird, wenn Deutschlands ärmster Sohn auch dessen treuester Sohn ist. Diese Tatsache bildet das Fundament zum Aufbau des neuen Reiches, so wie der arbeitende Mensch das Fundament des Nationalsozialismus ist. Wenn trotz der Härte des Daseinskampfes und obwohl der Na­tionalsozialismus dem Arbeiter materiell noch we­nig geben konnte, dieser innerlich beim National­sozialismus steht, so beweist dies feinen gefunden Blick für die Wirklichkeit: für das, was möglich ist beim Aufbau des Reiches und feiner an der Grenze des Zusammenbruchs gewesenen Wirtschaft. Es be­weist, daß er verstanden hat, daß eine Gesundung nicht innerhalb einers Jahres und weniger Monate sich für den einzelnen erheblich auswirken kann, daß wir vielmehr glücklich sein müssen, wenn in so kurzer Zeit bereits Millionen von Volksgenossen wieder zu Arbeit und Brot gekommen sind, wäh­rend der Führer 4 Jahre Zeit sich ausbedungen hat, die Arbeitslosigkeit ganz zu beheben.

Nach einer Darstellung der Zustände des Deutschlands von gestern ging Rudolf Heß auf die bisher durch den Nationalsozialismus erreichten Erfolge ein und betonte vor allem, daß der Führer dem Leben der Deut­schen wieder einen Sinn gegeben habe. Wenn nur das Problem der Arbeitslosigkeit feit der Machtübernahme des Nationalsozialismus in Angriff genommen wäre, so hätte der National­sozialismus bewiesen, daß er zur Macht berufen sei. Wäre nur die einzige innere politische Kampffront der SA. und PO., der SS. und des Arbeitsdienstes entstanden, so hätte allein darin der Nationalsozialismus seine Sendung dokumen­tiert. Hätte die Bewegung Adolf Hitlers nur der Jugend einen neuen Glauben an ihr Volk in die Herzen gelegt, fo wäre allein daraus 3u erkennen, wie zielrichtig der Weg gewesen ist. Aber viel mehr ist noch erreicht: Das deutsche Volk baut neue große Autobahnen, es ringt in Notjahren der Erde und dem Meere neuen frucht­baren Boden ab, in Technik, Wissenschaft und Kunst bemüht es sich, führend in der Welt zu bleiben, der Erhaltung der Familie und rassischen Sauberkeit gilt sein Streben.

In all seinem planen und Talen dokumentiert sich die Verwurzelung des Volkes, das das rein materialistische Denken überwunden hat.

Wie herrlich hebt sich all diesem gegenüber der Nörgler abI Er sieht etwas Großes, das er nicht begreift, und für dessen Ausmaß er nicht aufnahmefähig ist. Eine vergangene Zeit hat ihm die innere Größe genommen., die Voraussetzung ist für das Begreifen des Ge­schehens in unseren Tagen." Mit diesen Kritikern, mit den böswilligen Kritikastern von außen her, für die alle das wesentliche Motiv ihrer Kritik der Aerger über das nationalsozialisti- s ch e Können ist, lehnt Rudolf Heß für den Na­tionalsozialismus eine Debatte ab.Andererseits sind wir jeder Art sachlicher Kritik, die dem Wesen national soziali st ischen Den­kens entspricht, zugänglich, sofern sie auf geeigne­tem Wege vorgebracht wird. Der Weg führt über d i e Nerven st ränge der Partei, dem lebendigen Bindeglied zwischen dem Führer und Volk. Niemals aber darf diese Kritik auf Straßen und Märkten allen Unberufenen in b i e Ohren geschrieen werden, zur Freude aller Feinde des neuen Deutschlands." Umsomehr aber müssen wirkliche nationalsozialistische Führer dafür Sorge tragen, daß berechtigte Kritik durchdringt. Demgegenüber betonte der Stell­vertreter des Führers:

Ich erwarte von den Führern des Jlalional- fozialismus, daß sie mit offenen Augen und offenen Ohren durch den ihnen anverlraulen Befehlsbereich gehen und alles, was der Kritik wert ist und durch Kritik geändert werden kann, nach oben melden, wobei sie auch der nüchter­nen Selbstkritik nicht vergeffen mögen. Umso­mehr wird derjenige, der lange in der Be­wegung des Führers zu stehen die Ehre hat, großzügig fein gegenüber menschlichen Eigen­arten und Schwächen bei Führern des Natio­nalsozialismus, wenn sie Hand in Hand gehen mit großen Leistungen. Und er wird das unterscheidet ihn ja gerade vom Kritikaster mH den großen Leistungen die Heinen Schwa­che» verzeihen, statt umgekehrt die Heinen Schwachen herauszustellen, um die Leistungen

Z» schmälern.

Die Nationalsozialisten seien eine g r 0 fj e deutsche Familie, die auch ungeratene Kinder haben könne; er fei weit entfernt von einem Dollkommenheits standpunkt für

alle Nationalsozialisten.Eine Millionenorganisation mit nur vollkommenen Führer ist undenkbar auf dieser Welt. Daraus ergibt sich natürlich auch, daß an den Maßnahmen mancher Unterführer Kritik nicht nur berechtigt, sondern auch notwendig sein kann. Es darf keiner, der berechtigte Kritik an zu­ständiger Stelle vorbringt, im übrigen aber zur Be­wegung gehört und seine Arbeit für die Be­wegung geleistet hat, deswegen in irgendeiner Form benachteiligt werden. Ich bin mir bewußt: Bei jeder großen Massenbewegung stellt sich hin und wieder heraus, daß ein Unterführer an einen falschen Platz geraten ist. Selbstverständlich wird von uns bann eingegriffen. Demjenigen Parteigenossen aber, ber eben wirklich an irgenbeinem Ort in Deutschlanb unter solch einem Unterführer leidet, rufe ich zu: Vergiß nie, was aus Deutschland geworden ist durch den Nationalsozialismus." Aber was bedeutet die Last, die hier und da ein Unterführer am falschen Ort den Parteigenossen aufbürdet gegenüber der Last, die für alle das Deutschland der Un­ehre und des Niedergangs bedeute?

Mit Stolz sehen wir: Einer bleibt von aller Kritik stets ausgeschlossen das ist der Führer. Das kommt daher, daß jeder fühlt und weih: Er hatte immer recht und er wird immer recht haben. In der kritiklosen Treue, in der Hingabe an den Führer, die nach dem warum im Einzelfalle nicht fragt, in der still­schweigenden Ausführung seiner Befehle liegt unser aller Nationalsozialismus verankert, wir glauben daran, daß der Führer einer höheren Berufung zur Gestaltung deutschen Schicksals folgt! An diesem Glauben gibt es keine Kritik.

Wir wollen bei jedem Volksgenossen fürs erste immer voraussetzen, baß er nur das Beste für Volk und Vaterland will. Gleichgültig, ob er Partei­genosse ist ober nicht. Jeber, ber ehrlich mit­helfen will am Wiederaufbau ist uns willkommen.

Es kommt heute nicht auf die Kritik, sondern auf die Mitarbeit an. Wenn die nationalsozialisti­sche Bewegung sich demgemäß gegen b i e Kr i- t i k um ber Kritik willen roenbet, unb wenn sie ben Felbzug gegen bie Nörgler unter bem MottoW enn b u schlägst, bann schlage har t!" ausgenommen hat, so tut sie es aus ihrer grunbfätzlichen Einstellung heraus, ein jeweiliges Ziel mit allen Karnpfrnethoben zu verfolgen. In 14jähriger Kampfzeit hat sich biefer Grunbfatz taufenbfach bewährt Besonders das Ausland möge sich diese grundsätzliche Einstellung der NSDAP, vor Augen führen, wenn es den der­zeitigen Kampf beurteilt. Denn die Haltung des deutschen Volkes ist dieselbe geblie­ben wie im November 19 3 3. Möge auch das Ausland sich nicht täuschen, daß den un­denkbaren Fall gesetzt nach einem Abtreten des Nationalsozialismus von der politischen Bühne in Deutschland nur ein b 0 l sch e w i st i sch e s Chaos folgen würbe, beffen Radikalismus nicht nur für das eigene Land, sondern besonders für die benachbarten Industriestaaten furcht­bar wäre.

Zu besonderer Vorsicht mahnte Rudolf Heß jene idealistischen Leichtgläubigen unter seinen Partei­

genossen, die manchmal in der Erinnerung an den Heroismus unb an die herrliche Kameradschaft in ben Kampfzeiten der Bewegung dazu neigten, sich Provokateuren zuzuwenden, welche Volksgenossen gegeneinander zu hetzen versuchten und dieses ver­brecherische Spiel mit bem Ehrennamen einer zweiten Revolution" bemänteln. Verant­wortungsvolle, wirkliche Nationalsozia- 1 i st e n müßten verhinbern, daß unser Volk samt den wahren Revolutionären durch solche Ge» banfengänge s ch w e r st e n Schaden litte. Denn es müßte Schaden leiden, wenn Phantasten mit Scheuklappen sich in Revolutionsspielerei ergingen: Revolutionen in Staaten mit komplizierten moder­nen Wirtschaften, an denen das Leben der Völker hängt, können nicht nach Vorbildern aus dem 18. Jahrhundert oder nach dem Muster ber alljährlichen Revolutiönchen kleiner exotischer Republiken ge- macht werben.

Nur der Führer kann Tempo und Richtung einer Revolution angeben: Nur er allein kann vollenden, was er begonnen, nur er allein kann uns geben, was wir alle ersehnen. Vielleicht hält Adolf Hitler es für nötig, eines Tages die Entwicklung wieder mit revolutionären Mit­teln weiterzutreiben, wir stehen seines Befehles gewärtig, ihm vertrauend, daß er seine alten Revolutionäre ruft, wenn es nötig ist, und daß er weih, wenn es nötig ich. Der Befehl des Führers, dem wir Treue schwören, so rief Rudolf heh seinen Partei- und Volksgenossen zu, allein hat Geltung, wehe dem, der die Treue bricht im Glauben, durch eine Revolte der Re­volution dienen zu können. Adolf Hitler ist Revolutionär größten Stiles und bleibt innerlich Revolutionär größten Stiles. Er braucht keine Krücken.

Die nationalsozialistische Revolution war nicht um ihrer selbst willen nötig, sie war nötig, um ber Taten willen, bie aus i h r geboren wurden unb in Zukunft aeboren werben. Wie es in ber Vergangenheit war, so wird es auch in Zukunft bleiben: Es kann ber Natio­nalsozialismus seine Ausgabe nur I ö s e n, feine Taten nur vollbringen, wenn der d e u t» s ch e Arbeiter geschlossen und treu zur nationalsoziali st ischenFührung steht. Es wird sich bie nationalsozialistische Revolution vollenben burch bie Treue bes Führers zum beut- schon Arbeiter unb in ber Treue bes beutschen Ar­beiters zu Abolf Hitler. Für euch, mit euch unb durch euch wird ber Führer seinen Sieg beenbigen.

An ber Front ist der Nationalsozialismus ent­stauben, aus bem Fr onterlebnis wuchs unsere weltanschauliche Jbee, bie heute Deutschlanb be­herrscht. Das Blut ber für sie gefallenen Karne» raben hat bie Bewegung bes Frontsolbaten Abolf Hitler geabelt, ber Glaube an i h n ist ber Glaube an euren Sieg, beutsche Ar- beiter!

Ich fordere euch auf, mit mir den Führer zu grü­ßen: Dem Führer ber Frontgeneration, dem ersten Soldaten ber deutschen Revolution, dem ersten Ar­beiter der deutschen Revolution, dem Betreuer des Reiches, dem Führer Adolf Hitler, Sieg-Heil! Sieg- Heil! Sieg-Heil!

Schwere polUche Wal in Pommern.

k 01berg, 25. Juni. (DNB.) Anläßlich einer Sonnenwendfeier, die am 23. Juni 1934 in Quet- z i n bei henkenhagen, Kreis Kolberg, stattfand, verübte der NSDFB.-Mann Erich kummerow eine schwere Bluttat an einem SA.- Füh - rer. Sturmführer M 01hahn wurde bei seiner Feuerrede von kummerow durch Provokatio­nen gegen die SA. gestört. Als Slurmführer Molhahn nach der Feier ihn zur Rede stellte, setzte kummerow seine Beschimpfungen gegen die SA. fort und griff Molhahn mit einem Eichenstock tätlich an. Obwohl mit seinem Dolch versehen, machte der Sturmführer seinerseits keinen Gebrauch von ihm, sondern versuchte lediglich, dem kummerow den Stock zu entwinden. Da riß kum­merow den S A. - D 0 l ch des Sturmführers Molt- zahn aus der Scheide und stieß ihn seinem Träger in den Unterleib. Molhahn liegt schwerverletzt im kolberger Krankenhaus. Gleichzeitig mit kummerow wurde in diesem Zusammenhang ein gewisser koegelin ver- haftet. Sturmführer M 0 l h a h n ist einer der ältesten SA.-Führer pommerns und seit 10 Jah­ren Nationalsozialist. Infolge der in der Bevölke­rung entstandenen bedrohlichen Erregung ist die zuständige Ortsgruppe des NSDFB. auf- gelöst und dem NSDFB. jede politische Tätigkeit untersagt worden. Weitere Maß­nahmen sind zu erwarten.

Kundgebung des politischen Amtes der OberflenSA-Fühmng

Berlin, 26. Juni. (DNB.) DerVölkische Be­obachter" berichtet: Zu ber unerhörten in Quetzin in Pommern verübten Bluttat bes Stahlhelm­mannes Kummerow an bem SA.-Sturmführer M 0 ltzahn teilt bas Politische A m t ber Ober ft en SA. -Führung in Ansehung ihrer ent-scheibenben Schwere folgenbes mit:

Der NSDFB., Stahlhelm, gegründet unter Billi­gung bes Herrn Reichspräsibenten unb bes obersten SA.-Führers Reichskanzler Abolf Hitler unb unter Zustimmung bes Stabschefs ber SA. Ernst Röhm unb bes Bunbesführers Reichsminister Franz Selbte, sollte ben ehemaligen älteren Stahlhelmern in benjenigen Ehren zu stehen bie Möglichkeit geben, bie ihnen bie Allgemeinheit auf Grunb ihrer Lei st ungen im Kriege schulbet. Die Aus­legung ber ©rünbungsbeftimmungen wurde mit ber benfbar größten Weitherzigkeit ge- hanbhabt. Die dienstlichen Beanspruchungen ber Mitglieder waren denkbar gering bemessen. Es war im Grunde an nichts anderes als an die ehren­volle Ruhe gedacht, bie den um das Vaterland Verdienten zusteht.

Die Schwere des politischen Kampfes in der Gegenwart und für die Zukunft liegt dagegen weiter und allein auf den Schultern derjenigen,

die nicht nur zu kämpfen bereit, sondern auch dazu in der Lage sind. Da sich unter den letzte­ren zu hunderttausenden Kriegsteilnehmer be­finden, nahmen sie ganz naturgemäß auch die großen Heberlieferungen ihrer Tat mit an die neue Front in einem neuen Reich.

So unmöglich eine Teilung des Front­erbes also war, und in bem Maße, wie dieses Erbe Bestandteil der braunen Armee des Führers wurde und nur von dieser ver­waltet werden konnte, so abwegig war und ist der Glaube einer nur dem Gestern verhafte- t e n Führung dieser alten Soldaten, es wäre ein Anspruch auf eine Art von doppelter Buchführung bei dieser Erbfolge verfechtbar ober gar ein Eingreifen in bas Wirken ber braunen Front ber Gegenwart erlaubt.

Trotzbem hätte wohl niemanb etwas gegen ein solches Wirken ber Führung bes NSDFB. gehabt, wenn sich basselbe so im gleichen Schritt unb Tritt mit ben Marschierern bes Führers abgespielt hätte, wie es gehörig unb möglich war. Ebensowenig hätte eine voll­kommene Zurückhaltung irgenbwelchen Wiberspruch gefunben. Daß aber bie Führung des NSDFB. es unternehmen würde, nur mit der SA. zu gehen, nicht um neutral zu sein, sondern sich von Monat zu Monat sichtbarer gegen s i e und damit gegen ben Führer selbst zu stellen, das konnte weder der Mann im Braunhemd, noch der im Feldgrau erwarten.

Kaum ein Tag verging, der nicht Reibereien, Zusammenstöße und Spannungen in Dort und Tat brachte, wobei es nichts als Wahrheit sagen heißt, wenn ausgesprochen wird, daß die Ur­heber fast immer in den Reihen des NSDFB. zu finden waren.

Mit einer Langmut, bie nur ber jahrelang er­probten Manneszucht bes braunen Sturmsolbaten verständlich ist, sahen SA.-Führer unb -Männer biefem Treiben zu. Immer wieder hielt man sich zurück, zumal diese Vorkommnisse scheinbar nur örtlichen Charakter trugen. Bald aber ließ ihre dauernde Wiederkehr eine Planmäßigkeit er­kennen, die ganz von selbst nicht mehr auf ben ein­zelnen, fonbern auf eine Führung als verant­wortlich hinwies. Noch heute, angesichts bes Blutes, bas in Quetzin floß, hieße es, bie Tat verkennen, wollte man ihre Ursache nur im Täter unb nicht auch in seinen Hintermännern suchen.

Insbesondere gilt dies für Pommern, wo nach allen Meldungen das Auftreten bes NSDFB. i» bem Maße an Uebermut zunahm, wie es ben eben noch wegen ftaatsfeinblid)er Umtriebe verhafteten, aber wieder freigelassenen Führern des Bundes er­möglicht ward, erneut zu wirken.

Noch heute wird und muh sich eine Möglichkeit finden, den ehrlichen und unbelasteten Män­nern dieses Bundes den Weg in die Volksge­meinschaft freizumachen. Lin Deiterbesteheu der

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