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Nr.97 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)_________Donnerstag, 26. April

5. Anordnung für den 1. Mai in Gießen.

Genau beachten! Ausschneiden! Aufheben!

Gruppe 3: Behörden (mit Universität).

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3. Aufmarsch

2. Aufstellung

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und das geschah genau an der Stelle dieser geseg­neten Gegend, wo der Dreck am dicksten ist.

Habe ich recht, wenn ich mich am Eingang dieser wahren Geschichte mit einer höflichen Bitte an den Teufel wandte?

Organisation des Festzuges.

Die Leitung des Aufmarsches am 1. Mai hat der tellvertr. Kreisleiter Pg. H o p f e n m ü l l e r , sein Vertreter ist Ortsgruppenleiter Pg. Horst.

Die einzelnen Gruppen des Festzuges unterstehen:

1. Gruppe Betriebe: Kreisbetriebszellenobmann Pg. Wagner.

2. Gruppe Hago: Kreisamtsleiter Pg. Schim­mel.

3. Gruppe Behörden: Kreisamtsleiter Pg. Heß.

4. Gruppe Freie Berufe und Angestellte: Orts- Gruppenleiter Pg. Schwarz.

M wird, 'es Luft, damerika en über e s aus.

Sie hätten sich ja die Sache vorher ansehn kön­nen," sagte er.

Nachher nahm er mich an die Hand und führte mich eine halbe Wegstunde von meinem Landgut weg.

Sehen Sie sich diese Parzelle an," forderte er mich auf, als wir bis an die Waden im Morast standen. Die hätte ich Ihnen auch geben können. Es ist das gemeinste Stückchen Erde, was existiert. Wenn Sie Ihren Besitz damit vergleichen, dann müssen Sie zu der Erkenntnis kommen, daß Sie einen Garten Eden bewohnen."

Ich verabschiedete mich von ihm, nachdem ich ihn, scheinbar unabsichtlich, vor das Schienbein getreten

Unterwegs begegnete mir der Bauer Kersten. Er sah unwirsch aus, und er trieb seine beiden Kühe vor sich her.

Wie ist das mit meiner Egge? fragte er. Ihre Egge soll Ihnen durch den Schlund fahren!

^Unb^is er schon ein Stück weg war, fügte ich hinzu: , r .

Zehnmal rauf und ebenso oft runter! .

In dieser Nacht schlief ich, zum ersten Mal wah- rend meiner Wochenendtage, gut. Ich hatte einen wunderschönen Traum. Mir war so, als ob ich in einem Boot säße, das sanft über die Wellen schau­kelte. Ganz langsam glitt es dahin, und leise mur­melnd zog das Wasser an den Bordwandungen vorüber.

Dann gab es einen Ruck, und dann stand das Boot still. Ich schlug die Augen auf. An meiner Seite saß meine Frau aufrecht im Bett.

Was ist passiert?" fragte sie.

Ich weiß es nicht, Kind, aber ich will nach- sehen."

Die pure Galle tritt mir zwischen die Zahne, wenn ich an meine Eindrücke in der nächsten Mi­nute denke. Mein Gewand möchte ich zerreißen aus meinem Schlips möchte ich herumtrampeln. Aber ich will mich fassen und mit ganz dürftigen Worten berichten.

Als ich in den grauenden Morgen hinaustrat, da stand mein Wochenendhaus auf der Parzelle, die nach der Versicherung des Agenten die abscheulichste auf dem Erdenrund war. In einiger Entfernung trieb Kersten seine Kühe weg. Hinter sich her zerr- ten die Biester einen großen, eisernen Rahmen mit Zinken. Nachts hatte Kersten das Rindvieh vor seine Egge gespannt; dann hatten die Ungetüme das Ding mit allem, was darauf stand, so lange gezogen, bis es von dem Hausfundament freikam,

c) Gießen: Oberer Hardthof, Unterer Hardthof, Hennecken und alle weiteren landwirtschaft­lichen Betriebe;

d) Annerod;

e) Rödgen marschiert sofort zum Festplatz auf dem Trieb;

Ueberleitung: Stahlhelmkapelle.

Gruppe 6: Vereine

(nur Zahnengruppen zu je 3 Mann).

Es nehmen teil: sämtliche Kriegeroereine, dann Schützenoereine, Schwimmoerein, Turnerschaft, Rad» klub Germania, Spielvereinigung 1900, Gesang­verein Eintracht, Verein für Bewegungsspiele, Gut­templer, Philologenverein, Jugendherbergsverband, Sängerkranz, Kolonialverein, Rudergesellschaft, Rudersport, Theatervereinigung, Bavaria, Ruder­klub Hassia, Schützengesellschaft, Gesangverein Kon­kordia, Kraftsportklub, Schützenklub, Gesangverein Frohsinn, Touristenvereinigung, Wandervogel Hö­henflug, Reit- und Fahrklub, Gießener Radfahr­verein 1885, Gießener Sängervereinigung mit allen ihr angegliederten Vereinen sowie alle nicht ge­nannten Vereine, die in diesen Rahmen gehören.

Abschluß Fahnengruppe der Politischen Orga­nisation: SS.

Die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz verteilt sich über den ganzen Zug zur Hilfeleistung bei Un- glücksfällen.

dort ein, wo er berufsmäßig hinge- hört. Dies gilt sowohl für Einzelpersonen, wie für Vereine u. a.

Bei Aufstellung des Zuges in den festgelegten Straßen haben die Kolonnen scharf die rechte Straßenseite einzuhalten.

Den Anweisen der als Ordner tätigen politischen Leiter ist unbedingt Folge zu leisten.

Marschiert wird in Sechser-Reihen.

Die Teilnahme am Festzug darf in keiner Weise zur Reklame ausgewertet wer­den. Verstöße bedingen Ausschluß von der Teil­nahme.

Die Gruppe umfaßt Innungen, Berufsvereine und Berufsverbände und Betriebe (d. h. Geschäfte.)

Es nehmen teil: Gastwirte, Konditoren, Dachdecker, Kellner, Schuhmacherzwangsinnung, Buchdruckerver­ein, Fleischerinnung, Schreinermeistervereinigung, Bäckerzwangsinnung, Freie Innung des Kraftfahr­zeuggewerbes, Freie Schneiderinnung, Kohlen­händler, Friseurzwangsinnung, Kutscherverein, Schlosserinnung, Fuhrwerksbesitzer, Verband der Elektroinstallationsfirmen, Freie Innung der Uhr­macher und Goldschmiede, Gartenbaubetriebe, Ma­ler- und Weißbindervereinigung, Kraftdroschken­besitzer, Drogisten, Einzelhandelsverband und alle ~ r !-------i, Sattler- und Tape-

ische ßrateo igst tilge' J.3612-

Gruppe 4: Freie Berufe und AnqesteNte.

Aufstellung 12.45 Uhr Bleichstraße, Spitze Lony- straße. Anmarsch zum Oswaldsgarten über Hin- denburgwall, Gartenstraße, Neuen Bäue, Neuenweg Kaplansgasse, Bahnhofstraße in die Neustadt. Die Spitze steht am Geschäft I. B. Häuser. Eintreffen dort spätestens 1.30 Uhr.

Gruppe 5: Landstand.

Aufstellung Rodheimer Straße, Spitze am Bieber­talbahnhof. Eintreffen spätestens 1.30 Uhr.

Klein-Linden: marschiert über die Brücke in die Hammstraße ein und rückt nach Abmarsch der Gruppe 1 bis zum Biebertalbahnhof vor.

W i e s e ck : marschiert in die Steinstraße ein, und rückt mit Trohe nach Abmarsch der Gruppe 3 bis zur Turnhalle vor.

Annerod: marschiert über Kaiserallee, Mvltke- straße, Hitlerwall in den Wernerwall ein und rückt nach Abmarsch der Gruppe 2 bis zur Turnhalle vor.

Die Ortschaften müssen bis spätestens 1.45 Uhr an ihren Plätzen stehen.

Gruppe 6: Vereine.

Aufstellung Kirchstraße, Spitze am Geschäft I. B. Häuser. Anmarsch über Marktplatz, Kirchenplatz in die Kirchstraße. Eintreffen spätestens 1.45 Uhr.

4. Marsch des Zestzugs.

Der Festzug nimmt folgenden Weg: Horst-Wessel- Wall, Seltersweg, Neuenweg, Neuen Bäue, Garten­straße, Ludwigsplatz, Kaiserallee zum Trieb.

Der Anmarsch auf den Trieb ist so geregelt, daß Idie dort eintreffenden Marschkolonnen von Ord-

Endgültige Anordnungen über Aufstellung und Aufmarsch des Fefizugs.

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Gruppe 4:

Freie Berufe und Angestellte.

a) Aerzte, Zahnärzte, Dentisten, Rechtsanwälte, 'Architekten, Musiklehrer und alle sonstigen;

b) Angestellte, soweit sie nicht durch die Betriebe erfaßt sind. Führung von 4b hat die Deutsche Arbeitsfront, Angestelltenschaft;

c) Hausangestellte.

Ueberleitung: SZ. des Jungvolks, Ehren­kompanie des Jungvolks, Fahnenabteilungen von Jungvolk und BDM.

Gruppe 5: Landstand.

a) Wioseck mit Trohe (ohne Rücksicht auf Beruf); b) Klein-Linden;

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5. Landstand: Kreispressewart Pg. Michel.

6. Vereine: OG. - Propagandaleiter Pg. D i tt- m a r.

Sprechstunden der Aufmarschleitung: täglich 4 bis 5 Uhr auf der Kreisleitung, Löberstrahe 9, Tel. 4032.

Es wird jedoch ersucht, persönliche Nachfragen weitestgehend zu beschränken, da alle Anordnungen durch die Presse in verständlicher Form bekannt­gegeben werden.

Im Folgenden gibt die Aufmarschleitung die ein­gehenden und endgültigen Anordnungen für den Festzug bekannt.

gez. Schmelz, Kreispropagandaleiter.

Mein kleines Wochenendhaus.

Don Georg Mühlen-Schulte.

Ich möchte mir erlauben, dies Haus mit allem, »as darin und darum ist, zum Teufel zu wünschen. D»er Mann, der es mir verkaufte, hatte gesagt, an ter Stelle, wo es stand, hätte sich früher das Para- iiies befunden; ich könnte vom Bett aus mit einem s an den See und mit dem anderen in den Wald cslangen. Die Luft wäre schwer vom Dufte der Lilumen; leuchtende Falter würden vor meinen Fenstern ihr Spiel treiben, muntere Vögel würden mir mein Morgen- und mein Abendlied singen.

Dieser Mann möge von dem Sumpffieber be- sillen werden, das mich in meinem Wochenendhaus ringt und wenn er dicht vor der Genesung steht, bann soll ihn eine Fichte vom Umfang derer, die mir beim letzten Gewitter das Dach eingerissen hat erschlagen. , _, £.

Dieser Mann ist ein verlogener Schuft.

Ich kann mit keinem Fuß an den See gelangen, tenn es ist kein See da. Wir haben in einiger Ent­fernung vom Haus einen Sumpf, in den wir immer untere Gäste schicken, wenn sie uns lange genug z«r Last gefallen sind. Auf der anderen Seite vom -aus stehen zehn Bäume oder jetzt, nach dem Ge- vitter nur noch neun. Man wird begreifen, rote venia ich von dem sittlichen Wert des Agenten halte der uns in diese Gegend gelockt hat. Ich kann voni Bett aus weder an irgendeinen See, noch m emen Wald gelangen, aber als ich Mich am ersten Noraen erhob, da geriet ich mit dem linken Fuß in emen großen Tümpel Grundwasser. Ich zog den

Zurück und stieg auf der anderen Seite des Bettes hinaus; dort lagen Kienäpfel, und ich habe nachdem ich einmal mit der nackten Sohle auf einen divon getreten bin, stundenlang keinen Stiefel am ^Kienäpfe^und Grundwasser, das^sind^die Rattn> fleuden, die ich mit einem Sprung vorn Bett aus erreiche. Wenn Kienäpfel und Grundwasser gleich b-deutend mit Wald und See waren dann hatte inan eine gewisse Bestätigung für da, . ,.

Wnt versprochen hat. Man konnte dann vaymge (engen, ihn nur für einen Halunken ju m rührend er sonst mindestens zwei repräsentier..

Unsere Luft ist keineswegs schwer vom Duft der $ tarnen Im Gegenteil, es riecht nach Moder. Auch Affe ich die leuchtenden Falter, die Dor meinem ?ienfter ihr Spiel treiben sollen. Niemand treibt dort sein Spiel außer zwei Kühen, die dem Bauer ^Ärsten^war"der frühere Besitzer des Grundstücks.

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Der Abmarsch des Festzuges erfolgt pünktlich u m 2 U h r. Es sind daher die angegebenen Zeiten unbedingt einzuhalten. Nur die absolute Diszi­plin aller Zugteilnehmer kann eine reibungslose Abwicklung gewährleisten. Es ist selbstverständlich, daß sich jeder Volksgenosse, der als Leiter irgend einer Gruppe in Betracht kommt, diesen Aufmarsch­plan mit sich führt.

3m Einzelnen:

Ehrenkompagnien der Reichswehr, der SS., der SA., der HI., des Jungvolks, sämtliche Fahnengrup­pen der politischen Organisationen und alle Spielmannszüge treten auf dem Oswaldsgar­ten an. Eintreffen spätestens um 1.30 Uhr; An­marsch durch die Neu st ad t.

Gruppe 1: Betriebe.

Aufstellung Hammstraße, Spitze am Biebertal­bahnhof. Anmarsch nur durch Frankfurter Straße, Wetzlarer Weg, Brücke in der Hammstraße. Die Be­triebe müssen spätestens um 1 Uhr eingetroffen sein.

Gruppe 2: Hago.

Aufstellung Wernerwall (früher Nordanlage), Spitze an der Turnhalle. Anmarsch durch Walltor- straße in den Wernerwall. Eintreffen spätestens 1.15 Uhr.

Gruppe 3: Behörden.

Aufstellung Steinstraße, Spitze an der Turnhalle. Anmarsch über Landgraf-Philipps-Platz, Hitlerwall, (früher Ostanlage), Marburger Straße in die Stein­straße. Eintreffen spätestens 1.15 Uhr.

Die Universität stellt sich auf in der Goethestraße, Spitze Universitätsgebäude und rückt über Ludwig- straße, Gartenstraße, Hitlerwall, Marburger Straße zur Steinstraße. Eintreffen dort 1.30 Uhr.

Oberhessische Tageszeitung, Dresdener Bank, Gail- sches Tonwerk, Tabak- und Zigarrenfabriken, Volks- bad, Schlachthof, technische Nothilfe und alle weite­ren, nicht namentlich aufgeführten Betriebe.

Daran schließt sich an die AbteilungArbeiter". Hierhin gehören die Angehörigen kleiner Betriebe, die nicht geschlossen auftreten, sowie die Arbeits­losen.

In der Mitte der Gruppe 1 marschiert die Ka­pelle der SA.-Standarte 116 mit SZ. und Ehren­kompanie der SA. und Fahnengruppe.

Ueberleitung: Kapelle des SA. - Reserve- sturmbannes 1/116.

Gruppe 2:

Handel, Handwerk und Gewerbe.

1. Allgemeines.

Eine reibungslose Abwicklung des Aufmarsches Irrfordert, daß sich jeder einzelne Teilneh­mer mitverantwortlich fühlt am Gelin­gen. Er trägt sein Teil dazu bei, indem er die ge­gebenen Anweisungen bis ins kleinste, und, soweit s sich um festgelegte Zeitpunkte handelt, auf die Minute pünktlich erfüllt.

Bei der großen Vielgestaltigkeit teilnehmender Gruppen, Vereine ufro. ist eine restlose Aufzählung ,icht möglich. Wer in dem folgenden Aufmarsch- a(an nicht ausdrücklich genannt ist, reiht sich

Hochschulnachncbten.

An die Universität Frankfurt wurden be- rufen: Auf den Lehrstuhl für Hygiene Professor Dr. Ernst Küfper, auf den Lehrstuhl für Bo­tanik Professor Dr. Friedrich Laibach, auf den Lehrstuhl für Geologie und Paläontologie Professor Dr. Rudolf Richter. Gleichzeitig wur- den angeboten: der Lehrstuhl für Pharmako­logie dem derzeitigen Rektor der Universität Marburg, Professor Max Baur, der Lehrstuhl für englische Philologie dem ordentlichen Professor an der Universität Gießen Dr. Walther Fischer. Professor Dr. Karl Asmus von der Hochschule für Lehrerbildung geht, nachdem die sei- nerzeit ausgesprochene Versetzung in den Ruhestand wieder aufgehoben worden ist, mit Beginn des Sommersemesters an die Hochschule für Lehrer- bildung in Dortmund.

Der Festzug marschiert in 6 großen Grup­pen, die durch Ehrenkompanien, Fahnenabord- lungen und Musikkapellen untereinander verbunden and. Die 6 Gruppen sind: 1. Betriebe und Arbeiter, i. Handel, Handwerk und Gewerbe, 3. Behörden mit Universität), 4. Freie Berufe und Angestellte, >. Landstand. 6. Vereine (aber nur Fahnengrup- sen),

Festwagen fahren bei dem Betrieb bzw. der Druppe, zu der er gehört. Eine Verteilung der Wa- jen über den Zug findet nicht statt.

(Eine bestimmte Reihenfolge der einzelnen Be­triebe, Vereine, Verbände ufro. innerhalb der 6 Marschgruppen ist nicht sestgelegt, sondern die Teilnehmer marschieren ohne weiteres in die Ausmarschstrahen ein, so daß sich die Reihen­folge nach dem zeitlichen Eintreffen bestimmt.

Die Leiter der 6 Gruppen sind berechtigt, von ich aus Umstellungen vorzunehmen.

Im Einzelnen:

Spitze: SS., Reichswehrkapelle mit Spiel- nannszug, Ehrenkompagnie der Reichswehr.

Gruppe 1: Betriebe und Arbeiter.

Er ist ein braver Mensch; er verfügt über die Gaben des ruhelosen Fleißes, und der zähen Be­harrlichkeit. Ich könnte ihn lieben, wenn nicht die Sache mit der Egge wäre. Die Egge steht zwischen Kersten und mir. Den ganzen Tag liegt mir Ker­sten wegen seiner Egge in den Ohren. Seme Egge soll auf dem Platz vergraben sein, auf dem sich das Haus erhebt. Sie steckte mit den Zinken in der Erde, behauptet Kersten; die Bauhandwerker hätten meine Holzbude einfach auf den Rahmen der Egge gestellt. Das sei unstatthaft. Eine Masse Gesetzes­paragraphen ständen ihm zur Seite, und wenn ich seine Egge nicht gutwillig herausgäbe, dann würde er Gewalt anwenden.

Kersten wird mir langsam verhaßt, und seine Egge kommt mir zum Halse heraus. Manchmal ertappe ich mich bei dem Wunsch, Kersten möge sich zur Hölle scheren, und feine beiden Kühe sollen ihn begleiten. Meine Frau hatte sich ein bißchen Salat gezogen, den haben die Kühe aufgefressen, und dafür haben sie eine Bezahlung hinterlassen, die den gan­zen Garten unwegsam macht. Kerstens Eggen- Schmerzen sind durch unseren Salat-Aerger kompen­siert, das will ich auch alle Instanzen hindurch ver­treten.

Es muß noch ein Wort über die munteren Vögel gesagt werden, die mir mein Morgen- und mein Abendlied fingen. Diese Vögel haben sechs Füße und einen Säugrüssel. Der Volksmund nennt sie Mücken. Sie treten in Rudeln auf, und sie haben mich in einer einzigen Nacht so zugerichtet, daß ich wie ein Himbeerpudding aussah.

Alles in allem genommen, sind das keine Zu­stände, die meine Entwicklung zu einem Menschen mit pazifistischen Anschauungen begünstigen. Ich habe mir den Agenten kommen lassen.

Herr Neunauge ..." habe ich begonnen.

Pardon, mein Name ist Achtauge!" hat er mich unterbrochen.

Natürlich, Achtauge! Ich konnte mir denken, daß Ihnen ein Auge fehlt. Sie sind kurzsichtig, -Herr Achtauge. Kurzsichtig wie ein toter Falke. (Erinnern Sie sich, daß Sie mir gesagt haben, dies sei die Stelle, wo früher das Paradies gestanden hat/

Ja."

Nun also, wenn dies die Stelle ist, dann muß ich erklären, daß der Himmel in [einem Zorn zu weit gegangen ist. Er hat das Paradies 3*yfd)Iagen; nichts ist davon übriggeblieben als ein Misthaufen, und in diesen Misthaufen werde ich Sie mit dem Kopf voran stecken, wenn Sie unfern Vertrag nicht annullieren."

Er zuckte die Achseln.

Zeitschriften.

DieSüddeutschen Monatshefte" behandeln im Aprilheft eine Reihe grundsätzlicher Fragen des deutschen Theaters von heute, seiner geistesgeschichtlichen Grundlagen und seines Entwick­lungsstrebens. Walter Stang eröffnet das Heft mit einer EinführungNationalsozialismus und Thea­ter".Die Grundlagen des Deutschen National- theaters, Wesen und Mächte seiner Schöpfung" heißt ein Aufsatz von Erich von Hartz (Darmstadt). Unter dem TitelStaat und Drama" gibt Gustav (Stein- bömer eine neue Orientierung der dramatischen Grundbegriffe, die er zumal an Shakespearischen und Schillerschen Stücken durchführt. Den BegriffZeit­theater" entwickelt Josef Magnus Wehner in einer Darstellung der seelischen Sehnsüchte des heutigen deutschen Menschen. Hans Brandenburg und Wolf­gang Nufer führen in Entwicklungsrichtungen des Theaters ein, die schon vor dem Aufbruch der Nation ansetzten, nun aber zu Problemen von unmittel­barer Aktualität geworden sind. Walther Eckart schließt sich diesen Gedankengängen mit seinem Auf­satzDas Laienspiel im neuen Reich" an. Eine NovelleDie goldene Hochzeit" von Friedrich Forster,Unbekannte Briefe Richard Wagners an Kabinettskassier Lorenz Düfflipp" von Sebastian Röckl runden den reichen Inhalt des Heftes ab.

Es nehmen teil: Polizei, Arbeitsamt, Amts- aericht, Landgericht, Reichsbahn, Biebertalbahn, Finanzamt, Kreisamt, Provinzialverwaltung, Zoll­amt, Reichsbank, Dersorgungsamt, sonstige Landes­behörden (Forst, Vermessung und andere), Postamt, Krankenkasse, Schulbehörden, geiftlid)e Behörden, Stadtverwaltung, alle bisher nicht genannten klei­neren Behörden, Feuerwehr. Dann Universität, Fahnengruppen, Lehrkörper, Studentenschaft (aus­genommen Kliniken Gruppe 1 und Versuchs­güter Gruppe 5).

Ueberleitung : Kapelle der HI. mit Ehrenkompanie der HI. und Fahnengruppe.

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Es nehmen teil: Nattmann, Bänninger, Gas­werk, Elektrizitätswerk, Eisenbahn, Sparkasse, Joppe, Schafsstaedt, Bataillonsverwaltung, Heil­and Pflegeanstalt, Handels-und Gewerbebank, Den- uv,.y~, nnaboff Gießener Anzeiger, Kliniken, Stempel- übrigen BerufsoerelNigungen, freutet, DpeL Hvchbauamt, Tiefbauamt Grieb, Izierer-Jnnung. Sämtliche Einzelbetriebe (Geschäftes

14,5 Grad morgens mum 6,4 liefe am ril: mor- nden.

Lange.

Wilhelm , für den igenleiter: t der An- >50. Drv/ uch- M ©iefoen.