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Reichsminifier Goebbels spricht in Düffelbors.

Düsseldorf, 25. April. (DNB.) Die Orts­gruppe Derendorf-Nord der NSDAP, veranstattete im Rheinstadion eine Kundgebung, an der auch Reichsminister Dr. Goebbels teilnahm. Dr. Goeb­bels führte in feiner Rede u. a. aus: Wir haben 20 Millionen arbeitender Menschen zu gleichberech­tigten Gliedern des Volkes gemacht. Die Regierung duldet keine Mäkler zwischen sich und dem Volk, denn diese Regierung ist selbst Volk. Sie ist die Vollstreckerin des souveränen Willens des Volkes. Zum ersten Male können wir wieder von einem Volk sprechen, das sein Schicksal in die Hand eines Führers gelegt hat. Die Regierung wird nie mehr eine Inflation in Deutschland dulden, sie wird die Währung stabil halten und würde eher das Volk zum gemeinsamen Kampf für die Sicherheit der Währung aufrufen, als die Währung zum Spielball internationaler Börsen- manöoer werden zu lassen. Die Regierung lehnt es ab, Schulden zu machen und duldet es nicht, daß das Volk mehr verzehrt, als es verdient. Aber wenn der Arbeiter Opfer bringt, fo hat auch der Unter­nehmer die Pflicht, Opfer zu bringen. Ein großer deutscher Volkskrieg gegen die Not ist entbrannt, und auch dieser Krieg hat seine eigenen Gesetze. Im Kriege gegen die Not darf nicht jeder tun und lassen, was er will, und w i r werden nicht z u l a s s e n , daß, tpie im Weltkriege, eine neue Kategorie von Kriegsgewinnlern her­angezüchtet wird.

Wenn heute wieder das Zentrum den neuen Staat zu sabotieren versucht, so sollen die hohen Herren doch nicht glauben, daß sie unserem Scharf­sinn entgegen, wenn sie sich heute die trügerische Maske einer heuchlerischen Frömmigkeit umbinden; sie sind erkannt. Das Volk hat ferner für d i e Kämpfe innerhalb der prote st anti­sch e n K i r ch e in dieser ernsten Notzeit kein Verständnis. Das Volk würde viel eher ver­stehen, wenn die Kirche sich mit dem wahren Christentum beschäftigt und wenn die Kirche von tiefer Dankbarkeit dafür erfüllt wäre, daß der Nationalsozialismus sie vor dem Ansturm der Gott­losen und des Bolschewismus bewahrt hat. Der Nationalsozialismus steht auf dem Boden positiven Christentums; aber er duldet keinen Gesinnungszwang, sondern er handelt nach alten preußischen Traditionen, daß jeder nach seiner Fasson selig werden soll. Das Volk ist des Streites müde, es will sich christlich betätigen, aber nicht gegen den Staat, sondern für den Staat. Eine Regierung, die 320 Millionen Mark in einem Winter für die Aermsten des Volkes ausgegeben hat, hat es nicht nötig, ihre christliche Gesinnung unter Beweis zu stellen. Diese Regie­rung darf es nicht zulassen, nachdem der Klassen­kampf überwunden, daß das deutsche Volk in einen Konfessionskrieg geführt wird. Wir lassen die Kirche in Ruhe, aber die Kirche soll uns auch in Ruhe lassen.

Das politische Ergebnis von Varchons Polenreise

Die französische Presse ist geteilter Meinung. Das Hauptziel anscheinend nicht erreicht.

Paris, 26. April. (DNB. Funkspruch.) Die französische Presse vertritt, auf den Besuch in War­schau zurückblickend, den Standpunkt, daß sich ledig­lich die Atmosphäre zwischen Frank­reich und Polen wieder erwärmt und die Voraussetzungen für eine Bereinigung der verschiedenen Fragen geschaffen worden seien. In einiger Zeit, schreibtOeuvre", werden sich pol­nische Politiker und Militärs nach Paris begeben und in Warschau Wirtschaftler zusammenkommen, um die französisch-polnischen Fragenkomplexe zu regeln, insbesondere die Frage der Fortfüh­rung der Eisenbahnstrecke Oberschle­sien Gdingen. Außerdem würden in Paris und Warschau Propagandaabkommen unterzeichnet werden, damit die für eine französisch- polnische Annäherung günstige Meinung erhalten bleibe. Als wesentlich wird das zwischen Barthou und Beck angeblich getroffene Übereinkommen an­gesehen, wonach künftig in allen beide Länder be­treffenden außenpolitischen Fragen, auch in der Abrüstungsfrage, vorher eine V e r ft ä n d i g u n g stattfinden soll.

Echo de paris ist in feinem Urteil über die Ergebnisse dec Reise zurückhaltender. Es fragt mit einem Anflug des Zweifels, ob die französische und die polnische Politik sich in allen Fragen würden in Einklang brin­gen lassen. Das Blatt glaubt, als besonders wichtig den Mißerfolg der franzöfifch- r uff ifdjen Politik unterstreichen zu sollen. Es fei Barthou nicht gelungen, po­lens Widerstand gegen den Eintritt $ oiü jetrufolanbs in den Völker­bund zu beseitigen. Damit wäre das gegen­wärtige Hauptziel der französischen Politik, Deutschland von Rußland zu iso­lieren und dessen Mitwirkung in Genf zu gewinnen, durchkreuzt. Die vorhandenen französisch - polnischen Meinungsverschiedenhei­ten würden nur sehr langsam und mit großer Geduld beseitigt werden können.

In den Vorbesprechungen der französischen Presse zu dem Besuch Barthous in Prag wird geflissentlich auf die Rolle Beneschs als Bericht-

erst alter der Abrüstungskonferenz hingewiesen. So schreibt dasJournal":Barthou wird mit Benesch die Maßnahmen vorbe­reiten können, die in Genf zur Verwirklichung eines in Paris lediglich angedeuteten Programmes erfolgen follen. Es handelt sich darum, wie man beim Zusammentritt des Hauptausschusses der Ab­rüstungskonferenz operieren soll, um die Frage der deutschen Aufrüstung vor den Völkerbund zu bringen. Das wird der Augen­blick für Benesch sein, zu zeigen, daß er nicht nur die Verschlagenheit eines Fuchses besitzt."

polen hält sich die Arme frei.

L o n d on , 26. April. (DNB. Funkspruch.) Zu den Warschauer Besprechungen sagtDaily Tele­graph": Das Ergebnis ist durch die amtliche und halbamtliche Propaganda sehr verdunkelt worden. Es läßt sich folgendermaßen bezeichnen: Sollte es künftig einmal dem Völkerbundsrat nicht gelingen, in einem Streitfall zwischen Deutschland und Frankreich ober einem seiner Verbündeten eine Entscheidung zu erreichen, dann würde das fran- zösisch-polische Bündnis nicht mehr entsprechend dem Wunsche Frankreichs automatisch in Kraft treten. Polen würde sick in solchem Falle das Recht vorbehalten. Die Sachlage nach eigenem Ermessen zu beurteilen und würde verlangen, in jedem Stadium in jedem Falle von Frankreich um seine Meinung befragt zu werden. Auch würde die polnische Heeresleitung nicht bereit fein, f i ch ohne Vorbehalt der französischen Heeresleitung unterzuordnen.

Die Polen halten ihre Stellung für sehr stark. Sie haben mit Deutschland uno mit Soro - jetrußland Nichtangriffspakte geschlos­sen. Sollten sie daher von einem der Staaten an­gegriffen werden, so würden sie sich, wenn nicht gerade auf Unterstützung, so doch mindestens auf die wohlwollende Neutralität des an­deren verlassen können. Andererseits würde Polen sich nicht zu einem tatsächlichen Bündnis mit Sowjetrußland bereitfinden, falls Frankreich' einen solchen Pakt mit Moskau erstreben sollte, wie dies Herriot und andere befürworten. Polen ist nicht sonderlich darauf bedacht, Sowjetrußland im Völkerbunde zu sehen, solange sich Deutsch­land auch nicht darin befindet.

Warenautomat und Einzelhandel.

Es gibt wohl kaum noch einen zweiten Berufs­zweig, der so wie der Einzelhandel mit schwer zu lösenden Problemen überlastet ist. Man braucht nur daran zu denken, wie schwierig es ist, selbst nach den neuen Wettbewerbsgesetzen, in der wirtschaftlichen Praxis einen wirklichen Ausgleich der widerstrebenden Interessen herbeizuführen. Auch die endgültige Lösung der Warenhausfrage und der zuzulasfenden Formen des Einzelhandels, die künf­tig die Warenverteilung vornehmen sollen, bringt gewisse Schwierigkeiten, die noch zu überwinden sind. Dazu kommt jetzt die sogenannteAuto­matenfrage", die für den Einzelhandel befon- ders bedeutsam ist. Die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels und der Deutsche Jnbustrie- und Handelstag haben gemeinsam mit der Deut- scheu Anaestelltenschaft Vorschläge für ein neues Gewerberecht gemacht und habet auch eine Lösung der Automatenfrage vorgeschlagen, in­dem für die Neuerrichtung von Warenautomaten eine Sperre verlangt wird. Solche Forderun­gen find in den letzten Jahren vor der national­sozialistischen Revolution ohne jeden Erfolg wieder­holt gestellt worden, so daß es sich verlohnt, die Bedeutung des Automaten als Warenverteiler ein­mal unter die Lupe zu nehmen

Alle, die heute im Wirtschaftsleben stehen und über wirtschaftliche Dinge entscheiden wollen, haben die DUicht, dem Willen des Führers gemäß zu allerer st andieArbeitsbefchaffung zu denken Die Frage des Warenautomaten ist deshalb so sehr umstritten, weil er auf der einen Seite durch die vermehrte Herstellung von Automaten zweifels­ohne Arbeitsmöglichkeiten m der In­dustrie erschließt, aber auf der anderen Sette be­deutende menschliche A r b e i t s f r a f t e frei­setzt, die bisher im regulären Einzelhandel ihrem Erwerb nachgegangen sind. Man kann also zu einer Lösung des Problems nur dann gelangen, wenn man die Bedeutung der Arbeitsbeschaffung auf der einen Seite mit der Vermehrung der Arbeitslosig­keit auf der anderen Seite vergleicht und dann die Möglichkeit untersucht, die für eine weitere Ar­beitsbeschaffung im Einzelhandel selbst bestehen. Da ist zunächst auf die Vorgänge in gewissen außer deutschen Staaten zu verweisen, wo stärker als bei uns der Warenautomat zur Einfüh­rung gelangt ist. Das ist besonders in E n g I and und den nordischen Staaten der Fall.

Der Automat hat z. B. in Dänemark ein Drit - t e V der gesamten Warenverteilung an sich gerissen. Auch in England liegen die Verhältnisse nicht viel anders, so daß der englische Einzechandel und Mit­telstand schon seit Jahren einen verzweifelten Kampf gegen den Warenautomaten führt. Im englischen Mittelstand wird die Lösung dieser Frage vielfach für die allerwichtig st e der gesamten Mittel- ftanbspolitif, soweit der Handel in Frage kommt, angesehen. Man kann aus diesen kurzen Angaben bereits die Wichtigkeit der Automatenfrage für die zukünftige deutsche Entwicklung ermessen.

Nach einer Auslassung der NS.-Hago über diese Frage werden in der Automaten-Jndu- ft r i e heute etwa 20 000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt, von denen nur ein Teil bei der Her­stellung von Warenautomaten tätig ist. Es wird Darauf hingewiesen, daß dagegen im Einzel- handel rund l3// Millionen Volksgenossen Ar­beit finden und daraus geschlossen, daß der Arbeits­beschaffung im Einzelhandel der Vorzug zu geben ist. Man kann auch an einem Beispiel erkennen, wie sehr der Automat auf die Arbeitsbeschaffung im Einzelhandel einwirkt. Während im gesamten Einzelhandel b i e Mehreinstellungen im Durchschnitt in den letzten sechs Monaten runb sechs Prozent ausmachten, hat ber Tabakwareneinzel- hanbel seine Beschäftigungszahl nur um runb 0,5 Prozent vergrößern können. Diese Erscheinung erklärt sich aus ber gefährlichen Konkurrenz ber Automaten, bie auf biefem Gebiet ebenso wie im Schokolabenhanbel im fteigenben Maße, be» sonders in den Gaststätten, an verkehrsreichen Plätzen, auf Bahnhöfen usw. Verwendung finden. Im übrigen muß darauf hingewiesen werden, daß im Einzelhandel in den letzten Monaten 35 000 An­gestellte untergebracht wurden und baß nach Mög­lichkeit bis zum 1. Juli eine ebenso große Zahl noch eingestellt werben soll. Eine allzu starke Vermeh­rung bes Automatenhanbels würbe zweifelsohne bie birefte Arbeitsbeschaffung im Einzelhanbel er­schweren.

Die NS.-Hago charakterisiert ben regulären Einzelhanbel unb ben Verkaufsautomaten in folgen- ber Weise:Dem Einzelhänbler ist es jeberzeit möglich, sein Warenangebot ben wechselnben Wünschen ber Verbraucher anzupas - (en; er kann ber verschobenen Kaufkraft feiner Kunben in feinen Preisen ober in ber Qualität

seiner Waren Rechnung tragen. Für den Waren­automaten bestehen solche Möglichkeiten nicht; er beliefert den Kunden stets mit den gleichen Quali­täten, in ber gleichen Menge unb zu benfelben Preisen. Aenberungen läßt bie technische Einrich­tung bes Apparates kaum zu. Der Automat kann keine Qualitätsgarantie übernehmen; bem Wechsel von Winb unb Wetter ausgesetzt, eignet er sich schon gar nicht für bie Aufbewahrung qualitativ guter Waren. Der Verkauf in verschlosse­nen Packungen verhinbert eine Kontrolle unb ein Aussortieren verbotener Waren. Auch m ber 21 r t ber Bebienung ist ein Nachteil bes Automaten festzustellen. Er bietet nur eine geringe Auswahl unb ber Kunbe muß nehmen, was ber Automat enthält. Die volkswirtschaftliche Unzweck­mäßigkeit bes Warenautomaten zeigt sich aber vor allen Dingen baran, baß ber Automat m e i ft teurer verkauft als bas Einzelhanbelsgeschäft; man hat berechnet, baß bie Preise beim Automaten nach verschobenen Feststellungen burchschnittlich bis zu 50 v. H. höher finb als beim Einzelhanbel."

Das ProblemWarenautomat ober nicht?" bringt also roieber bie schwerwiegenbe Frage: M aschinenarbeit ober Hanbarbeit?" Es barf beshalb in biefem Zusammenhang an bas Gesetz über bie Verminberung von Maschinen bei ber Zigarrenherstellung erinnert werben. Auch hier würbe im allgemeinen Jnterege ber Zigarren­arbeiter unb Zigarrenhersteller unb unter Berück­sichtigung ber ganz befonbers gearteten Lage bieses Gewerbes bie maschinelle Herstellung gesetzlich eingeschränkt. Es soll hier keineswegs ein Vernichtungsfelbzug gegen bie Maschine an sich ge- prebigt werben, aber es scheint hoch so, baß bie heutige Lage bes Arbeitsmarktes für bie Ange­stelltenschaft unb der Aufbauwille im Mittelstand einschränkende Bestimmungen für das Automatenwesen verlangen. Die Beispiele, die uns bie nvrbischen Staaten auf biefem Gebiete gegeben haben, ermutigen befonbers im Interesse ber Ar­beitsbeschaffung nicht, bie Warenverteilung noch mehr als bisher vom regulären Einzelhanbel auf ben Warenautomaten überzuleiten.

Beamtenpolitische Bedeutung des Reichsneubaus.

Ueber die beamtenpolitischen Auswirkungen des Gesetzes zum Neuaufbau bes Reichs äußert sich Professor Dr. Z s ch u ck e im Beamtennachrichten- bienst. Ausgehend von der Uebertragung der Aus­übung der Hoheitsreche durch bas Reich auf bie bisherigen Länder betont er, daß danach vonLän­dern" im bisherigen Sinne nicht mehr gesprochen werben könne. Die Eigenstaatlichkeit der ßänber sei endgültig beseitigt. Es gebe nur noch einen Staa t" , das Reich. Damit sei eine beamten­rechtlich sehr bebeutsame Aenberung eingetreten. Denn bie Beamten ber ßänber seien damit z u Reichsbeamten geworden, wenn auch nicht zu unmittelbaren, sonbern zu mittelbaren Reichsbeamten. Grundsätzlich sei also bas Recht der Ernennung unb Entlassung ber unmittelbaren ßan« besbeamten ein auf bas Reich übergegangsnes Ho­heitsrecht, zu dessen Ausübung bas Reich lebiglich aus verwaltungstechnischen Grünben ben Reichs­kanzler, bie Reichsstatthalter unb die Landesregie­rungen ermächtigt hat, jeboch immer unter dem Vorbehalt bes § 1 der Ersten Verorbnung über ben Neuaufbau des Reiches, das heißt, soweit das Rei chnicht selbstaUgemein ober im Einzelfalle von diesen Rechten Gebrauch macht." Die bedeut­same Stellung der ehemaligen ßänberbeamten er­gebe sich aus den übrigen gesetzlichen Anorbnungen über den Neuaufbau des Reiches, wonach z. B. je­her Reichsminister jede Beamtenernennung, Verset­zung ober Entlassung im Rahmen seiner fachlichen Zuständigkeit befehlen ober oerhinbern kann. Außer­dem könne jeher Landesbeamte jeberzeit in den Reichsdienst unb jeher Reichsbeamte in den Can» deshienft versetzt werben. Die Beamtenschaft be­grüße diese Aenberungen freubig.

Der Reicksbundder deutsche Beamten e. V. Hatte Dem FüHrer als Ausbruck ber freu» bigen Teilnahme an feinem Geburtstage ben be­trag von 50 000 Mark für bie ßinbe» run'g be r allgemeinen N v t zur Verfügung gestellt. Die Uebergabe biefes Betrages erfolgte burch ben Stellvertreter Hermann Neefs, Stabsleiter Jofef R e u f ch, in ber Reichskanzlei an ben Führer per­sönlich. Der Führer gab seiner Freube über ben Willen ber im Reichsbunb ber beutschen Beamten zusammengeschlvssenen Beamtenschaft, nach besten Kräften an ben sozialen Aufgaben bes Staates tätig mitzuarbeiten, lebhaften Ausbruck.

Deutschland hält ein besondere«! Garantieabkommen für die baltischen

Staaten nicht notwendig.

Riga, 25. April. (DNB.) Die beutfche Regierung hat ber lettischen Regierung zur Kenntnis gebracht, baß bie Regierung her Sowjetunion, um eine Besserung ber Beziehungen zwischen Deutschlanb unb ber Sowjetunion zu manifestieren, Deutschlanb ben Vorschlag gemacht hat, ein Pro­to k o l l zu unterzeichnen, bas bie Unabhängig­keit unb Unantastbarkeit ber balti­schen Staaten garantieren würbe. Die beutsche Regierung finbe, baß bie Unabhängigkeit unb Unantastbarkeit her baltischen Staaten nicht b e b r o t) t sei unb baß ein solches Protokoll bie Be­ziehungen zwischen Deutschlanb unb ber Sowjet-' Union nicht bessern könnte. Deshalb hat sie bie Anregung ber Sowjetregierung abgelehnt. Auch bie Sowjetregierung hat ihrerseits bie lettische Regierung über ihren Vorschlag unb bie Ablehnung Deutschlanbs informiert. So viel bekannt, haben auch Estlanb unb Finnlanb.ebensolche Mit­teilungen erhalten.

ScharfeAewachungdespanamakanals bis zur Rückkehr der Flotte.

N e u y o r k, 26. April. (DNB. Funkspr.) Die Ma- rinebehökben in Colon (Panamakanal) gaben be­kannt, baß bie Kanalschleusen minbestens bis zur Rückkehr ber Flotte aus bem Atlantik in ben Pazifik im November bauernb scharf bewacht wer­ben würben, währenb sie bisher Tag unb Nacht frei zugänglich waren. Die Maßnahme wirb als Folge von Gerüchten über einen geplanten Anschlag auf bie Schleusen betrachtet. Die Durchschleusung ber amerikanischen Kriegsflotte ist im übrigen ohne Zwischenfall vor sich gegangen. Nur an einer Stelle würben zwei ßaternenpfeiler beschäbigt. Die amerikanische Presse gibt in großer Aufmachung bie japanischen Blätterstimmen roieber, bie bie Kanalburchfahrt ber amerikanischen Flotte als einen Fehlschlag bezeichnen, ha sie län­ger als einen Tag gebauert habe. Präsibent Roosevelt beabsichtigt, vom Kongreß Voll­

machten für ben Ausbau ber amerika­nischen Flotte bis zu ber burch bie Verträge festgelegten Grenze zu verlangen. Roosevelt wirb vom Kongreß bie Bewilligung von Zusatzkrebiten in Höhe von etwa 1500 Millionen für Kriegsschiff- neubauten forbern. Den Zeitpunkt für ben Beginn ber Neubauten behält sich Roosevelt vor.

Meine politische Nachrichten.

Der Stellvertreter bes Führers, Reichsminister Rubolf Heß, vvllenbet am heutigen Donnerstag bas 40. Lebensjahr.

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Der Reichsbischof unb ber Rechtsvertreter ber Evangelischen Kirche Ministerialbirektvr Jäger statteten bem Reichsstatthalter unb Gauleiter Sprenger in Frankfurt a. M. einen Besuch ab. Die schwebenben kirchlichen Fragen würben im vollen Einvernehmen behanbelt.

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Ministerialrat Dr. Haupt ist zum Inspekteur der ßanbesoerroaltung ber nationalpolitischen Er­ziehungsanstalten Preußens ernannt worben. Er behält fein weltanschauliches Referat im Kultus­ministerium bei. Die kommissarische Leitung ber Hochschulabteilung bes preußischen Kultus­ministeriums hat Staatsminister Ruft Professor Dr. Bahlen übertragen. Der ßeiter ber & u n {tob­te i l u n g des preußischen Kultusministeriums von Staa würbe zum Ministerialdirigenten ernannt.

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DieDeutsche Tageszeitung" wirb am 30. April b. I. ihr Erscheinen einstellen. Gemäß einer freunbschaftlichen Vereinbarung wirb ben Beziehern berDeutschen Tageszeitung" statt biefer bieB e r- liner Börsenzeitung" vom 1.Mai ab auf einen Monat zugestellt werben. DieDeutsche Ta­geszeitung" war- 1893 als Organ bes bamaligen Bundes ber Landwirte" gegründet und blieb auch nach bem Kriege das Blatt lanbroirtschaftlicher Kreise, namentlich des Reichslandbundes.

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Matin" behauptet, Leo Trotzki habe feine Villa in Barbitzon bei Paris am Dienstag ver­lassen. Er holte sich gegenwärtig bei Freunden auf unb warte auf ben Bescheib ber Regierungen, an bie er sich wegen Gewährung eines Asyls geroanht habe.

Kunst und Wissenschaft.

Etappe Pforzheim im Kampf um die Schach- weltmeisterschaft.

Der Wettkampfabschnitt in Pforzheim wurde am Mittwoch mit ber neunten Partie vor sehr zahlreichem Publikum eröffnet. Der beutfche Meister als Anziehenber bekam von Dr. Aljechin roieberum eine unregelmäßige Eröffnung vorgesetzt burch ben ungewöhnlichen Vorstoß c 7 c5 bes Weltmeisters auf d 2 d 4. Der Zug bes Weltmeisters galt all­gemein als schlecht; niemanb weiß jeboch warum. Zur Wiberlegung ber ungewöhnlichen Partieanlagen benötigte Bogoljubow sehr viel Zeit, so baß nach 18 Zugen ber beutsche Meister zwei Stunben und 10 Minuten, Aljechin bagegen nur 35 Minuten verbraucht hatten. Demnach mußte Bogoljubow seine restlichen 22 Züge in e t ro a 2 0 Minuten machen. Er brachte trotz der Zeitnot ein Bauernopfer. Sein passives Spiel hatte aber schon zu bedenkliche Schwächen gezeitigt, so daß tajim Rettung möglich war. Aljechin forciert seiner­seits berechnend durch rasches Ziehen ben Gang der Geschehnisse. Es kam zu einem für Bogoljubow aussichtslosen Turmendspiel, das er i m 4 7. Z u g e a u f g e b e n mußte. Die psychologische Ueberlegen- heit bes Weltmeisters errang einen weiteren Sieg. Stanb bes Kampfes 3:0 bei sechs Remis zugunsten Dr. Aljechins. Die 10. Partie wirb am kommenben Samstag in Pforzheim gespielt werben.

Die Pläne der Himalaja-Expeditionen.

In Bombay finb 20 europäische Bergsteiger ein­getroffen. Einige bilbeten bie zweite Abteilung der Expedition des Herrn M e r k l. nach bem Rango Porbat. Die anberen finb Mitglieber ber internatio­nalen Himalaja-Expedition unter Führung bes beut­schen Professors Dyhrenfurth. Dr. Welzen- doch von ber Merkl-Expebition jagte, bas Haupt­lager werbe am Fuß bes Rakiot-Metschers errichtet werben, ben man im Mai zu erreichen hoffe. Der Angriff auf ben Nonga Porbat werbe etwa zwei Monate in Anspruch nehmen, unb bie Expedition werde etwa Ende August Indien wieder verlassen. Frau Dyhrenfurth, die Gattin des Profes­sors, erklärte, daß bie internationale Himalaja-Ex­pebition, bie im Jahre 1930 einen erfolglosen An­griff auf ben Kangzenchönga unternahm, in diesem Jahre nach Srinagar unb von hort noch bem Bai­toro-Gletscher gehen werbe, wo wissenschaftliche Be­obachtungen angestellt unb Filmaufnahmen gemacht werben follen. Es soll nicht versucht werben, ben sogenanntenK 2" zu ersteigen, bock werbe man andere Bergspitzen in ber Nachbarschaft erklettern.

Aus aller Welt.

Das Ungeheuer vom Loch-Reß ein Schwert-Wal.

ImBerliner Lakaianzeiger" beschäftigt sich Ge­heimrat Professor Dr. Ludwig Heck, früher Di­rektor bes Berliner Zoologischen Gartens, mit dem Ungeheuer von Loch-Neß. Er habe, so sagte er, auf einer Photographie desUngeheuers" sofort ge­sehen, daß es sich um einen Mörber - ober Schwert-Wal hanbele, möglicherweise auch mehrere, die sich in Loch-Neß verirrt hätten. Das Bild habe unzweideutig bewiesen, baß es kein an­deres Tier sein könne. Der angeblicheK o p s" bes Ungeheuers" sei bie Rückenflosse bes Mor- berroals, die biefer Wal immer umgeklappt aus dem Wasserspiegel herausragen lasse, währenb er selbst unter Wasser bleibe. Der Mörder- ober Schwert- Wal sei, wie es schon inBrehms Tierleben" ge- schildert, nicht nur der größte, sonbern auch ber raubsüchtigste unb gefräßigste aller Delphine.

Um 18 Mark die Großmutter ermordet.

Ein grauenhaftes Gegenstück zu dem Fall Weihe, ber am Dienstag bas Berliner Schwurgericht be­schäftigte unb wegen breifachen Morbes zum brei- fachen Tobesurteil führte, bilbet ber Morbprozeß gegen ben 20jährigen arbeitslosen Kurt Vogel- mann vor bem Berliner Schwurgericht. Ihm liegt ein Raubmorb zugrunbe, ben ber Ange» klagte am 10. Dezember 1933 an seiner ©roß-

Geschmack.

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