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Montag, 26. Mrz 19^
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)
fr. 72 Dritter Blatt
Das neue Wunder der Lust
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Buntes Allerlei
Name und Charakter.
ganzen Individualität geschaffen. Der Einwirkung deutel der Namen auf Geist und Seele der Menschen geht dieser Karl Bergmann in einem Aufsatz der „Zeit-1 Heft.
... ____________ ..... , > ein Fahrzeug der Marianen
sieht sich wie ein Bild aus althomerischer Zeit an. Obwohl die Karolinerinnen außer ihrem aus Grasfasern gefertigten Lendenschürzlein nicht viel anderes anhaben, sind diese braunen Töchter der Südsee dennoch jedem Schmuck sehr zugetan, tragen Schildpattringe um die feinen Gelenke, Muschelketten um den Hals, zieren sich das schwarze Haar
Wie wichtig der Name für die Bezeichnung eines Charakters ist, haben besonders die Dichter bei der Gestaltung ihrer Figuren erkannt, und gerade die besten Menschendarsteller der neueren Zeit, wie Gottfried 5fr eller, Wilhelm Raabe, Theodor Fontane, haben häufig schon in dem Namen ihrer Personen ein unvergeßliches Merkmal der
Anlaß der feierlichen Üebergabe des neuen Studentenrechtes an die Studentenschaft sowie der Text : neuen Verfassung beschließen das interessants
mit Blumen und Laubkränzen.
Rasch sinkt die Sonne. Schon irrt nur noch ihr Widerschein- mit blassem, aber doch noch hellem Lichte durchs Ufergrün. Oben am Firmament ziehen sanftrote Windwolken. Da und dort klingt eine Mandoline oder ein anderes Musikinstrument, klingt auch ein Lied an. Ist es dann nacht geworden, singen die Chamorro in den Hütten die ihnen gelehrten altspanischen Kirchenmelodien, besonders wenn eine Rovena ist, das heißt die Zeit der letzten neun Tage vor einem größeren Feste. Aus der Ferne gehört, klingt der Gesang sogar hübsch, trägt eine eigenartige Note und Stimmung rn die tropische Landschaft hinein.
Aber bald schreitet die Nacht weiter voran, wird es still. Still stehen die schlanken, hohen Stämme, still ruhen die breiten Kronen der Palmen. Nachtschwarz und still — kaum zu sehen — schlafen die Hütten im weichen Ufersand. Still ist auch die See und dunkel, bloß ein schmaler Streifen erglänzt matt im fahlgrünen, von Wolkenschleiern halbverdeckten Mondlicht. Hell schimmern die Sterne
Aus den ehemals deutschen Marianen.
Von Walter von Hummel.
ein weibliches Wisentkalb und das berühmte kleine männliche Flußpferd bildeten einen sehr wertvollen Zuwachs. Zum zweiten Male glückte die Zucht von zwei Elchen; interessant waren die Kreuzungen zwischen Wisent und Bison, und neu geboren wurden eine Notbüffelkuh, zwei Kaffernbüffel, ein Barasingahirsch, zwei Elenantilopen, zwei Alpensteinböcke, ein Weißschwanzgnu, 29 verschiedene Groh- und Raubkatzen, ein Urwildpferd, 45 ver- chiedene Hirsche, 36 verschiedene Rinder und schließlich 20 Affen. Das war immer eine Aufregung für die treuen Pfleger der Tiere, wenn ihre Schützlinge einem freudigen Ereignis entgegensahen, und bei diesen Zahlen kam das fast täglich vor. Im Aquarium hat sich nicht viel verändert. Hier war der Tod einer Riesenschlange zu beklagen, die aber mittlerweise ersetzt werden konnte.
Hunderttausend Autos.
Zeitschriften.
— Der deutsche Student. Verlag Wilh, Gottl. Korn, Breslau. Einzelheft 60 Pf. — Dag Märzheft bringt eine interessante Uebersicht über die Jugend in Europa. Der erste Aussatz berichtet kurz über Hochschule und HI., die durch die Führer- gestalt Adolf Hitlers, durch Zucht und Tradition ihres politischen lind weltanschaulichen Kampfes ein festmnrissenes Gesicht besitzt, das der Jugend ande, rcr Länder fehlt. Die Berichte über die „faschistischen" Jugendgruppen Englands, Frankreichs, der östlichen und südöstlichen Staaten geben einen interessanten Ueberblick über die geistesgeschichtlicha Situation dieser Länder. Bemerkenswert ist der Aufsatz über die italienische „Balilla". Eiil Auszug aus den Reden Hitlers, Fricks und Stäbels aiia
Flaubert und die Droschkenkutscher von Paris.
F l a u b e r t s Romane, Meisterwerke der sran- zösischen Sprachkunst, sind das Ergebnis einer außerordentlichen künstlerischen Selbstzucht und Selbstkritik; stundenlang konnte Flaubert an einem Satz feilen, ehe er seinen Ansprüchen genügte, und an einer Seite seiner „Madame Bovary" arbeitete er länger als andere Schriftsteller an einem ganzen Buch. Zu seiner Stilkontrolle gehörte es auch, daß er sich jeden Satz laut vorsagte, und auf Klang und Wohllaut prüfte. Eines Abends, als Flaubert noch in der Rue de Monceau wohnte, steckte er den großen Lüster und noch eine Reihe Kerzen an — er wollte in einem recht hellen Raum arbeiten — und nachdem er sein Manuskript auf den Schreibtisch gelegt hatte, begann er mit seiner Löwenstimme die Sätze laut zu deklamieren. Die Fenster waren offen, die Nacht still und ruhig, Paris schlief. Nur die Stimme des Dichters, die weithin
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Die Arbeiten an dem neuen Luftriesen „L Z129", der dem Rauminhalt nach Änemhalbmal so groß ist wie der „Graf Zeppelin", schreiten in Friedrichshafen mit gutem ü°ra’? Das Gerippe ist fast sertiggestellt, und man hofft, daß der neue Zeppelin irn Fruhherbst startbereit sein wird. Es ist das erste Luftschiff, in dem Rauchkabinen eingebaut sind, außerdem wird es mit einem Promenadendeck ausgestattet werden und wird eine Stundengeschwlndigkelt von 135 Kilometer erreichen können.
Das ist der Frühling in Berlin
Unpolitischer Brief aus der Reichshauptstadt.
v. Berlin!
Der Zoo macht Bilanz.
Wenn im Berliner Tiergarten die ersten Kcitz- I tieri aufgebrochen sind und oie bunten Krokusse die | Diesen zu beleben beginnen, wird in den großen : trauen Häusern des Zoo die alljährliche Bilanz gerecht. Bilanz ist ein Wort, hinter dem sich lange Ziahlenkolonnen und trockene Statistik zu verbergen Zeinen. Wenn aber der Zoo Bilanz macht, beutet das unendlich viel Leben und Lebendigkeit. Mögen da in dickleibige« Büchern vielstellige Za-Hlen ! sichen, die von den Einnahmen und Ausgaben melden — das interessiert den Berliner nicht sehr, iu.enn er an „seinen" Zoo denkt. Aber wenn er zu Illen bekommt, daß insgesamt 4067 Tiere D>n 1270 verschiedenen Arten im Zoo leben, dann nirb er wärmer. Denn irgendwo hat dort jeder । jiinen besonderen „Freund^ und seine besondere fi-eube. 1316 Säugetiere unb 2751 Vögel beleben tie Käfige unb Gatter unb Freigehege bes Zoo- l.gischen'Gartens. Rach bem Bericht entspricht der liesundheitszustand ber Tiere allen Wünschen unb Öffnungen, unb wenn bann noch zu lesen ist, baß H Gorilla „Bobby" bei seinem Alter von un- I o-fähr zehn Jahren jetzt 190 Pfunb wiegt, baß er iie einzigartigste unb wertvollste Schaustück ist, so olbt bas für manchen Berliner Fanulientisch reichlichen Gesprächsstoff. Im vergangenen Jahr hat ich überhaupt viel in ber Tierwelt bes Berliner ?roo zugetragen. Zum erstenmal würbe ein kalifor- r scher Seelöwe geboren unb glücklich ausgezogen,
durchs bichte Blattwerk ber Palmen. Und nun beginnt auch auf der See ein großer Stern aufzuleuchten, und bann noch einer unb noch einer, bis es wohl an hundert find. Und lautlos wie hundert Irrlichter gleiten die hundert Sterne da- und dorthin über die bald im Mondlicttt erschimmernde, bald wieder nachtschwarze See: Karoliner sind es, die in ihren Kanus bei Fackellicht fischen. Aber man sieht nicht die Fahrzeuge, sieht und hört nicht die Menschen. Nur die Lichter ziehen, wie die Sterne über den Himmel, lautlos, zitternd über bas Meer.
In ben Ausstellungshallen am Kaiserbarnrn in Berlin brängtcn sich seit Tagen bie Menschen zu Tausenden, um bie Internationale Auto- rnobilausstellung zu besichtigen. Groß war bie Zahl ber Frernben, bie zur Ausstellung gekommen waren, groß aber auch bie Teilnahme, bie bie Berliner selbst an ber Ausstellung ber neuesten Erzeugnisse unserer beutschen Automobilinbustrie nahmen. In biesem Zusammenhang geben ein paar Zahlen wesentlichen Aufschluß über bie „Motor- reubigkeit" ber Berliner. Im Kraftfahrzeugverkehr ber Reichshauptstabt ist auch im letzten Monat Februar ein erfreulicher weiterer Zugang festzustellen. 98 421 Kraftfahrzeuge finb bei bem Kraftverkehrsamt angemelbet, f a st 100 000 Autos unb Motorräder fahren heute in Berlin. Den Hauptanteil an biesen Zahlen haben natürlich bie Personenwagen. Dann folgen bie Lastwagen, bie Motorräder und die Zugmaschinen. Die Kleinkrafträder bilden eine Klasse für sich, zahlenmäßig würden sie an zweiter Stelle rangieren. Rund 6000 Kraftdroschken verkehren in Berlin und etwa 650 Autobusse. In entsprechenden Ausmaßen halten sich auch die polizeilichen Strafmandate und Verwarnungen, aber immerhin weisen sie einen Rückgang um 408 gegen den Vormonat auf. Die Berliner Kraftfahrer bessern sich also ...
Die Berlinerin in der Statistik.
Oft hat das „schwache Geschlech t" trotz alle- d e m die Führung, unb bas auch in ber Statistik ber Stabt Berlin. Schon „massenmäßig" tritt hier bie Frau mit 2,24 Millionen gegenüber 1,98 Millionen Männern entsprechend auf. In ben besten Wohnvierteln Berlins überwiegen babei bie Frauen. Aber gerabe in biesen Bezirken werben bie wenigsten Ehen geschlossen. Einen großen Anteil-forbert ber Verkehr von ben Frauen unter seinen täglichen Opfern mit 30 v. H. aller Verletzten unb Getöteten bei ben Verkehrsunfällen. Einen großen Drang nach Bilbung zeigt bie Berlinerin, bie 21 v. H. aller Stubierenben auf ben Universitäten stellt unb mehr als 60 v. H. aller Hörer. In ben Kunstschulen ist bas weibliche Kontingent sehr beträchtlich unb übersteigt ein Drittel. Diese Zahlen nehmen im Sport weiter zu, erreichen hier in ber Hochschule für Leibesübungen 40 v. H. unb in bem Institut zur Aus- bilbung von Fachturnlehrern 85 v. H. Wie im Leben, sö stellen bie Berlinerinnen auch bei ben Toten ben größten Anteil. Von ben im letzten Jahre Verstorbenen ber Stabt waren 26 044 Berlinerinnen unb 24 003 Berliner. Diesem Abgang steht aber ein stark oerminberter geburtsmäßiger weiblicher Zugang gegenüber, so baß ber Statistiker bereits wieder ausrechnen kann, wann die „Vorherrschaft" der Berlinerin beendet fein wird.
schrist für Deutsch künde" nach und behandelt bubet besonders die Rolle der Vornamen. Unsere persön- licye Erfahrung kann bestimmten Namen einen guten ober schlimmen Beiklang verleihen. Wilhelm von Humboldt, der als genialer Sprachforscher ein außerordentliches Feingefühl für Lautverb in» düngen besaß, hat einmal eine ganze Liste von Namen ausgestellt, die ihm persönlich widerwärtig waren. In Sigrid U n d s e t s Roman „Jenny" sagt eine Gestalt zu einem Mädchen dieses Namens: „Als ich ein Knabe war, hatten wir ein Kindermädchen, das Jenny hieß; die mochte ich nicht aus- lohen. Seitdem meinte ich immer, es sei ein häßlicher unb gewöhnlicher Name und ich fand es so unglaublich, daß Sie Jenny heißen. Jetzt dagegen finde ich den Namen wunderhübsch, gleichsam so blond!" Ein neues Erlebnis kann also das Namensgefühl völlig umändern. In Paul Kellers „Hubertus" schwärmt ein Liebender: „Ach — Biankck ist schön — dieser Vokalreichtum — ganz köstlich!" T>er Senne Daniel sagt in Hamsuns Roman „Das letzte Kapitel" von seiner städtischen Braute „Julie, ich kann es gar nicht vergessen, es ist fast wie Samt, wenn man es sagt!" Der Klangzaubev des Vornamens wirkt vielfach in der Beurteilung eines Menschen mit. So hat man nach Fontans bei Klothilde den Eindruck von etwas „Festein, Solidem, Zuverlässigem." Der Name kann auch als Farbe empfunden werden: Mö rite erzählt von ber Entstehung seines berühmten Gedichtes „Schön Rohtraut": „Ich stieß einmal zufällig in einem Buch auf den mir bis dahin unbekannten Frauennamen. Er leuchtete mich an als wie in einer Rosen- glut, und schon war auch die Königstochter da .. /*
über die Straße hallte, störte den Frieden. Ein Droschkenkutscher fährt vorüber. Er sieht die hell^ erleuchteten Fenster, hört den Lärm und schließt auf eine große Gesellschaft. Vor dem Hause hält er an, um beim Schluß der Soiree eine gute Fuhro nicht zu versäumen. Nach einer Weile kommt ein Kamerad, dann ein dritter und schließlich sammelt sich vor Flauberts Haus eine lange Reihe von Droschken, die des Augenblicks harren, da die vornehmen Gäste die angeregte Gesellschaft verlassen werden. Die Aermsten aber werden schwer enttäuscht. Nach drei Uhr endlich legt sich der Lärm, die Fenster werden geschlossen und die Lichter erlöschen. Flaubert geht schlafen. Drunten aber warten die enttäuschten Rosselenker und schließlich fahren sie brummend und wütend von dannen..» Wie kommt die Zitrone zum Begräbnis?
Bei der Beerdigung eines Herbergsvaters der Zimmergesellen in Bremen waren an den Spitzen der Zunstfahnen Zitronen befestigt und am Sarg
9er erste April stehl vor der Tür!
In ber Zeit um den ersten April wird Berlin ji wandern beginnen. 2 0 0 0 0 Umzüge werden irroartet, 2500 Möbelwagen werden durch Die k traben Berlins rollen. Viele tausend Mieter haben ihren Hauswirten gekündigt. Die Berliner^ Spedi- trure stehen vor schweren Problemen. Sie entwickeln schon jetzt ihre strategischen Plane, sie halten Anstrengende Konferenzen ab, und das Telephon leibt keinen Augenblick still. In den riesigen (aragen Berlins warten die Fünfmeterwagen, die ! c Einrichtung einer Zweizimmerwohnung mir r chts dir nichts verschlucken können, in endlosen Kolonnen. Berlin zieht um! Bald werden sich die Mrnrnerschläge mit den Witzen unb Flüchen der berliner Ziehleute zu einem ohrenbetäubenden Sanzert vereinigen.
Alle Straßen, Geschäfte und Auslagenfenster zs^hen schon im Zeichen des nahenden Osterfestes, fei ben „süßen Geschäften" türmen sich die Oster- fer zu gewaltigen Bergen. Schon im Januar hben die' Schokoladenfabrikanten mit den Vor- I reitungen zu dem größten Geschäft des Jahres t gönnen. Tausende von Arbeitskräften sind rocit her das allgemeine Arbeitsbeschaffungsprogramm hmus für Wochen aushilfsweise eingestellt wor- t n. Der Berliner ist trotz seiner Sachlichkeit ein In gestierter Liebhaber von Süßigkeiten. Die uralte schokoladen- oder Marzipanfigur, die mit dem begriff Ostern unzertrennbar verbunden ist, der fgenbe Hase, wird auch in diesem Jahr die Haupt- c traftion bilden. Das gut gefüllte, halb flüssige kreme ei gehört ebenfalls zu den Standardartikeln, de in den Schokoladenfabriken in einer nach Mil- jbnen zählenden Produktion hergestellt werden. 8l(e die Auslagen im Berliner Westen, die um tuhrscheinlich großen glitzernden Scheiben, die zahl- i|en Läden in der Berliner Innenstadt, sind schon > ute österlich dekoriert. Es ist eine Lust, durch die ttraßeu zu gehen. Ueberall herrscht Frühlings- etrieb, die Kisten krachen, die Packer schwitzen, >e Spaten klirren, die Mädchen kochen, die Möbel- :lagen rollen, Schwäne schimmern und Krokus und Teilchen blühen im Tiergarten. Es wird Frühling
jenem des Lido nichts nachgibt. Das ist auf das I runden Steinplatten bestehen. Das Zugtier geht um Aktivkonto Saipans zu setzen. Denn auf so man-1 ter dem Joche, und so eiM hor m^rranon
chen anderen Inseln Mikronesiens verläuft die See in einen grauen Mangrovensumpf, auf anderen wieder fällt sie gleich kirchturmhoch zur Tiefe ab; plantscht man dort vergnüglich im Azurblauen herum, ist man vor Haien und sonstigen unliebsamen Ueberraschungen durchaus nicht gefeit. Aber in Saipan ist mir beim Baden nie ewas Böses zugestoßen, ein einziges Mal kam ich einer Herde pi'tzschnabliger Delphine, bie sich in bas Riff ver- rrt hatten, ziemlich nahe. Aber das sind, so viel Böses ihnen die Menschen auch antun, immer und immer gutmütige Gesellen. Schwimmt man etwas weiter hinaus, so kann man gelegentlich seines Morgenbades die zwischen Riff und Ufer dem Fischfang obliegenden Chamorro und Karoliner beobachten. Meist sind sie mäuschenstill, nur wenn sie ein großes Fischungetüm aufgestöbert haben, geht es laut wie auf einem Jahrmarktfest zu.
Wieder im Trockenen, zieht man sich unter den Uferpalmen an. Hier ganz unmittelbar am Wasser liegen die Hütten des immer vergnügten Karoliner- völkleins, es wimmelt hier immer von Menschen, bie ungestraft unter Palmen wandeln, alle splitternackt, wimmelt auch von allem möglichen Haus- getier, etwelchen Kühen und Schweinen sowie vielen Hühnern. Etwas weiter landeinwärts liegen die Holzhäuser der Chamorro, an die sich Tarofelder und Bananenpflanzungen anschließen. Ueberall ist hier des morgens Leben und Bewegung. Aber höher und höher steigt die unerbittlich fern genbe Sonne. So heiß brennt sie oft nieder, daß die Eingeborenen in ohnmächtigem Zorn nach ihr mit Steinen werfen. Ringsum verebbt^das Leben, und ist das Tagesgestirn in seinem Scheitelpunkt angelangt, so liegt Mensch und Getier, liegen die Palmen und das Meer, liegt die ganze Insel tm bleischweren Mittagsschlaf da.
Erst abends steht der Karoliner auf und tritt aus dem tiefen Schatten feiner Kokospalmen wieder heraus, kriechen die einem behaglichen Nichtstuerleben huldigenden Chamorro aus ihren palmstrohgedeckten Pfahlbauhäusern hervor die Männer paradieren in mehr ober minder sauberen weißen Leinenanzügen, die Frauen ebenfalls weiß gekleidet, geben sich besonders an Fest- und Fewr- । tagen sehr prächtig, tragen kostbare Spitzentucher i aus Manila, rote Strümpfe und wieder weiße ab- ! satzhohe Atlasschuhe. Bei den Chamorrokindern ist = die Kleiderpracht geringer, zumeist genügt em roeb t tes Hemd. Von den Feldern kommen hübsche i braune nackte Karolinerjungen in raschem flotten Trabe auf ihren Arbeitsochsen geritten. Langsamer r. <____ .....,S CErniinn in ihren yl inderkar-
Die Zeitungsnachrichten, wonach die Japaner , de ihnen als Völkerbundsmandat zugefallenen Marianen als Lufstchststtützpunkt ausbauen unb euch sonst wirtschaftlich heben wollen, haben das Interesse an dieser gänzlich von den großen Li- inen des Weltverkehrs abgelegenen Inselgruppe r ieder wachgerufen. Der und jener möchte wissen, rie es eigentlich dort aussieht, wer dort lebt und y.ohnt, was man dort tut und treibt. Es sind aber rüd)t viele da, die davon erzählen können. Zur Zeit, ols ich einige Jahre vor bem Weltkrieg auf die Snfelaruppe kam, waren dort nur je em deutscher Händler und je ein deutscher Pflanzer tätig unb eingesessen. Alle Vergnügungsreisenden aber schlu- ,Pn entsetzt ein Kreuz, wenn man ihnen von den Marianen sprach. Viel, viel zu weit lagen sie von üblichen Reiseroute ab.
Wollte man nun die fünfzehn Inseln der Mana- Kn einigermaßen erschöpfend behandeln, wurde das eine kleine Monographie ergeben. So beschranke ich mich hier aus eine einzige Insel, aus Saipan, as chaupieilond der früher deut chen martanen; tee allergrößte Insel, Guam, ist amenkamscher 'lieiik Unb auch von Saipan greife ich aus gut (Äck nur den Morgen und den Wend heraus dann der kühle Morgen und noch mehr der Abend «ch Sonnenuntergang sind jene Zeitpunkte wo sch an allen Iropenpläßen em regeres und lebhas- kUühlchbN °°rd°e- Tag in Dors Garapan der Äauvtsiedlunq der Insel -Saipan, viel früher als «"Ken Weinfein. Dort jahraus der Morgen um 6 Uhr. Aber un
ftlstarnen Geräusche^dern mächtigen und SS Ä&J5
Karolinermänner hat, ,° er nur etw°s au sich tält einen oder mehrere Kampfhahne, D Sonn- und Feiertagen in di- Arena abordnet An ' irgendwelchen Morgenschlaf ist also bei dem^Teu iolslörm nie zu denken schn "Eg »ad durchwarn sft die Luft auch bereits in der Frühe, unö man kennt sich daher leicht von seinem I Sjncn Mädchen unb Frauen in ihren Rinderkar-
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