Einzelbild herunterladen

Möglichkeit der Initiative für die Gesetzgebung. Auch ist er nicht imstande, irgendeine Kontrolle über die Regierungstätigkeit zu üben. Weder er und noch weniger natürlich die vier beratenden Körper­schaften sind in der Lage, die Regierung abzuberu­fen. Das steht ausschließlich dem Bundespräsidenten zu, der auch die Regierung ernennt. Der Bundes­präsident kann sogar Teile der Verfassung abänüern, ohne an die Mitwirkung der gesetzgebenden Körper­schaft gebunden zu sein. Nach einer Aeußerung des Bundeskanzlers scheint sogar noch nicht einmal ge­klärt zu sein, ob der Bundespräsident gewählt wer­den wird, da Dollfuß erklärt hat, in der neuen Ver­fassung werde es allgemeine Wahlen weder im Bund, noch in den Ländern geben.

Zusammenschluß der Organisationen der freien Wohlfahrtspflege.

Berlin, 24. März. (DNB.) Die vier von der Reichsregierung anerkannten Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, die schon bisher in der Reichsgemeinschaft zusammengeschlos­sen waren NS.-Volkswohlfahrt, Zentralausschuß für die innere Mission der deutschen evangelischen Kirche, Deutscher Caritasverband, Deutsches Rotes Kreuz haben sich unter Führung des Am­tes für Volkswohlfahrt bei der Obersten Leitung der PO. zu einer festgefügten Arbeits­gemeinschaft zusammengeschlossen. Der Führer dieser Arbeitsgemeinschaft der freien Wohl­fahrtspflege ich der Amtsleiter des Amtes für Volks­wohlfahrt bei der Obersten Leitung der PO. der NSDAP., Pg. Hilgenfeldt.

Die Arbeitsgemeinschaft hat die Aufgabe, die Lei­stungen und die Erfahrungen der ganzen freien Wohlfahrtspflege zusammenzufassen und ihre einheitliche und planwirt sch aft- liche Gestaltung im Sinn des nationalsozia­listischen Staates sicherzustellen. In derselben Weise sollen auch in den Gauen Arbeitsgemeinschaften unter Führung des zuständigen Amtsleiters für Volkswohlfahrt gebildet werden, um fo eine plan­mäßige Zusammenarbeit aller Organisationen der freien Wohlfahrtspflege herbeizuführen.

Oie Förderung der deutschen Filmwirtschast.

Berlin, 25. März (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels hielt eine Besprechung mit Herren der Filmwirtschaft ab, bei der er betonte, daß alle Maßnahmen ergriffen werden müßten, um die Qualität des deutschen Filmes weiter zu verbessern und die stoffliche und künstlerische Gestaltung mit dem Geiste des neuen jungen Deutschland noch mehr als bisher in Einklang zu bringen. Dies soll selbstverständlich nicht heißen, daß in Deutschland das Hauptgewicht auf politische oder kulturpolitische Tendenzfilme zu legen fei; im Gegenteil soll die Filmindustrie den Spielfilm und den Groß­film besonders pfleaen, doch müßten diese Filme fid) von allem Kitsch und allem unechten Filmzauver" fernhalten, dafür aber echtes deut­sches Leben in wahrhaft künstlerischer Dar­stellung zum Ausdruck bringen. Es wurde fest­gestellt, daß die in Aussicht gestellte Beseitigung der L u st b a r k e i t s st e u e r als die wirkungs­vollste Hilfe zur Behebung der Schwierigkeiten in der Filmwirtschaft anzusehen sei, und es wurde mit allem Nachdruck gebeten, daß diese Maßnahme alsbald in Kraft gesetzt werde. Die im Gang be­findliche deutsche Filmproduktion wird eine aus­reichende Zahl von Filmen fertigstellen, die den Bedarf der deutschen Lichtspieltheater be­friedigen wird. Es liegt deshalb für die Verleiher keine Veranlassung vor, sich für die Deckung ihres Bedarfes nach ausländischen Filmen um­zusehen.

Oer Fremdenverkehr dient der polnischen Aufklärungsarbeit.

Eröffnung der Ausstellung und WerbezenlraleDeutschland".

Berlin, 24. März. (DNB.) Im Columbushaus am Potsdamer Platz fand die feierliche Eröffnung der Auskunfts- und Werbezentrale Deutschland" statt, in der sich die 24 Landes- verkehrsoerbände, sowie die Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr zusammengeschlossen ha­ben. Der Bundespräsident, Staatsminister Esser, eröffnete die Veranstaltung. Die Ausgaben des Fremdenverkehrs seien nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch politischer Natur. In innerpolitischer Beziehung ergebe sich die Verpflichtung, daß das deutsche Volk sich gegenseitig kennen­lerne, damit die Einheit der Nation für alle Zei­ten fest untermauert werde. Die außenpolitischen Aufgaben bestehen m der Notwendigkeit der g a ft - freundlichen Aufnahme der Auslän­der, um Sympathien für Deutschland zu sammeln und damit den Lebenskampf der Nation zu erleich­tern. Es müsse festgestellt werden, daß sich der Fremdenverkehr im letzten Jahr bereits erheblich gebessert habe. Die zentrale Werbestelle solle die Ar­beit nunmehr von einer einheitlichen Stätte aus ermöglichen.

Reichsminisler Dr. Goebbels übergab dann das neugeschaffene Werk dem Bun­despräsidenten zu treuen Händen. Als im Januar 1933 die Nationalsozialisten die Macht in Deutsch­land übernahmen, sei dieser Vorgang für die Welt außerordentlich überraschend, wenn nicht gar verblüffend gewesen, da die oorangegangenen deut­schen Regierungen den Nationalsozialismus vor der Welt zu bagatellisieren und zu diskriminieren versucht hätten. Die Welt habe sich gar nicht die Mühe gegeben, den National­sozialismus geistig und politisch zu verstehen. Der Minister betonte, daß niemals das geschriebene oder das gesprochene Wort so stark wirken könne, wie der praktische Augenschein. Die Reichsregierung habe daher die Bestrebungen der Derkehrsverbände, Reisen von Ausländern nach Deutsch­land zu organisieren, stets begrüßt. Seit Hunderte und Tausende von einflußreichen Ausländern Ge­legenheit gehabt hätten, sich durch eigenen Augen­schein von der tatsächlichen Lage im Reich zu überzeugen, werde Deutschland in der Welt viel besser ver st anden. Daraus könne man erkennen, von einer wie eminent wich­tigen Bedeutung der Fremdenverkehr nicht nur für die deutsche Wirtschaft, sondern auch für das Deutschtum an sich sei. Hauptgrundsatz bleibe es im Fremdenverkehr nicht durch Worte, sondern durch L e i st u n g e n für Deutschland zu werden.

Sie Finanzierung des Arbeilsbeschaffungsprogramms.

Münster i. W., 25. Mgrz. (DNB.) Reichsfinanz- minister Graf Schwerin von Krosigk hielt auf Ein­ladung der wirtschaftswissenschaftlichen Gesellschaft einen Dortrag überOeffentliche Finanzen und Wirtschaft" Der Minister erklärte u. a., die Irr­sinnszeit vor 10 Jahren habe unser friedliches, sparsames und ehrliches Volk an die Grenze des Ehaos und des Verbrechens geführt. Wenn es ge­lungen fei, des Wirrwarrs Herr zu werden durch das, was man das Wunder der Renten­mark nenne, so wolle er offen lassen, wem das Verdienst dafür zukomme, ob H e l f f e r i ch , ob Luther ober Schacht. Wenn die Rentenmark Erfolg gehabt habe, so sei das nicht so sehr der Grundlage ihrer Sicherheiten zu verdanken, sondern vielmehr der Tatsache, daß das deutsche Volk an diese Rentenmark geglaubt habe. Die Folge sei dann die Entwicklung einer sog. Hochkonjunk - t u r gewesen, bei der es sich aber nur um eine Scheinkonjunktur gehandelt habe, weil die Grundlage nicht gesund gewesen sei; denn diese Grundlage habe aus geborgten Auslands- gelöern kurzfristiger Art bestanden. Es klingt wie ein Märchen, daß man damals nicht wußte, was man mit den dauernden Ueberschüssen anfangen sollte. Es wäre damals notwendig ge­wesen, eine wirkliche Haushaltskonjunk­turpolitik zu treiben, in den Zeiten der Fülle für die Zeiten der Not zu sammeln. Nur ein ein­ziger meiner Vorgänger, Reichsfinanzminister von S ch l i e b e n, hat den Versuch gemacht, eine der­artige Politik durchzuführen. Graf Schwerin gab dann einen Ueberblick über die Finanzpolitik nach der Lausanner Konferenz, durch deren Er­gebnis die Reparationen praktisch beseitigt wurden. Aber eine Besserung konnte entscheidend erst ein* treten, nachdem Hitler die Regierung übernom­men und damit das Vertrauen in die politische Sta­bilität die Grundlage gebildet hat für eine wirtschaft­liche Entwicklung nach oben.

Was 1933 geschaffen worden ist, waren Glie­der eines einheitlichen Planes. Die Belebung der Wirtschaft kann nur dadurch er­folgen, daß Lasten, die wir als überhöht erkannt haben, gesenkt werden. Das ist ge­schehen, aber nickst in der Form, daß wir eine einheitliche große Senkung gemacht hätten; denn dazu waren wir zunächst nicht imstande, son­dern dadurch, daß wir eine Senkung hatten ein­treten lassen, die alsbald ein wirt­schaftliches Ergebnis brachte. Der 2Tli- nister erwähnte in diesem Zusammenhang den Fortfall der Kraftfahrzeug st euer und die Darlehen zur Förderung der Eheschließungen. Nicht unmittelbar wirk­sam sind die Maßnahmen, die für die Land­wirtschaft auf dem Gebiete der Umsatz­steuer ergriffen wurden. Denn man jetzt auf landwirtschaftlicher Seite zugibt, daß es lang­sam besser wird, dann ist das nicht nur eine Folge der Maßnahmen auf dem Gebiete der Preisgestaltung, sondern auch eine Folge der Maßnahmen, die zur Entlastung ergriffen wurden.

Die Sanierung der Gemeinden, die Gemeindeumschuldung und die Uebernahme des Krisenfünftels von den Gemeinden auf das Reich, die Begrenzung der Wohlfahrtslasten der Gemein­den, sie sind nicht geschaffen worden im Interesse der Gemeinden, sondern als ein Mittel im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Es ist damit natürlich nicht gelungen, die Gemeinden zu sanieren. Aber das Gros der Gemeinden kann zum ersten Male wieder einen ausgeglichenen und gesunden Haus­halt aufstellen. Solange aus einer erstarkten Wirt­schaft die private Jnittative nicht volle Ergebnisse bringt, solange die normale Auftragserteilung nicht wieder das übliche Maß erreicht, solange muß eine zusätzliche Arbeitsbeschaffung vom Reich eingreifen. Diese öffentliche Arbeitsbeschaf­fung war absolut notwendig, soll aber nur eine Uebergangszeit überbrücken. Es ist falsch, von einer künstlichen Arbeitsbeschaffung zu sprechen, denn sie ist nicht künstlich, sondern sie ist in diesem Augenblick und in dieser Lage not­wendig und gerechtfertigt.

Nun endlich die ost an mich gestellte Getviffensfrage: Wer bezahlt denn nun eigentlich alles?

Ich drücke mich gar nicht vor dieser Frage, son­dern will sie absolut klar beantworten, und mit Ihnen besprechen, ob man das nach den Grund­sätzen, die ich vorhin nannte, rechtfertigen kann oder nicht: Das Geld zur Bezahlung aller Arbeits­beschaffungsprogramme wird gepumpt. Ich kann es aus dem laufenden Haushalt nicht geben. Wenn ich es aus den Steuern zahlen könnte, dann brauchten wir ein zusätzliches Arbeitsbeschaffungs­programm nicht. Diesen Pump nehme ich durchaus nicht leicht, sondern erkenne durchaus an, welch schwere Vorbelastung für künstigeJahre darin liegt. Ebenso wie die Steuergutscheine sind auch die kurzfristigen Kredite zur Unterstützung des Arbeitsbeschaffungsprogrammes im Laufe von fünf Jahren abzudecken und da wir schon im Arbeitsbeschaffungsprogramm an Steuer- gutfd) ein en eine Vorbelastung von rund vier Milliarden haben, ist das eine nicht unerhebliche Vorbelastung kommender Jahre, zumal wenn man bedenkt, daß wir aus vergangenen Zeiten auch noch einen Haushaltssehlbetrag im Reich in Höhe von zwei Milliarden mitschleppen.

kann man nun mit einer solchen Vorbelastung von 6 Milliarden ruhig schlafen? Wenn man nichts getan hätte, dann hätten wir genau wie in den vergangenen Jahren einen Rle­se n f e h l b e t r a g gehabt, den wir im haus­halt durch kurzfristige Kredite hätten vor­übergehend abdecken können, was aber ebenfalls eine Vorbelastung für die Zu­kunft gewesen wäre, nur mit dem einen Er­folg, daß nicht die Quellen erschlossen worden waren, aus denen diese Vorbelastung wieder abgezahlt werden kann. Da liegt der Unterschied. Es handelt sich hier um die einzig mögliche Politik, diese Vorbelastung zu über­nehmen. Weil wir keine Reserven aus guten Zeiten haben, müssen wir die Re­serven aus der Zukunft vorübergehend nehmen. Ist es vielleicht eine allzu optimistische Hoffnung, daß wir, ein Sechstel wenigstens, wieder aufholen? Und holen wir es

wieder auf, dann ist damit die Finanzierung dieser Vorbelastung durchaus gesichert. Wenn also jemand glaubt, daß in dieser Vorbelastung der Zukunft eine Gefahr für die Wahrung liegt, dann versteht er entweder nichts von der Sache oder will nichts davon verstehen.

Wie sieht nun der plan für 1934 aus?

Aus den Arbeitsbefchaffungsprogrammen des vorigen Jahres haben wir noch einen nicht un­erheblichen Rest für 1934. Für dieses Jahr tritt gleichzeitig zum ersten Male die Durchführung des Autobahnenprogramms mit den ersten Summen in Erscheinung. Infolgedessen haben wir allein aus diesen Mitteln dasselbe Volumen wie im Jahre 1933. Die mittelbare Wirkung der Arbeits­beschaffungsprogramme von 1933 fängt erst im Jahre 1934 an sich voll auszuwirken. Aber eines war tatsächlich stark zurückgeblieben: Die Arbeits­programme hatten sich nur auf einen Teil der Industrie ausgewirkt. Hier muß nachgeholt werden. In diesem Zusammenhang wies der Reichs­finanzminister auf das vom Kabinett verabschiedete Gesetz zur Verstärkung der Kaufkraft hin. Es ist unmöglich für den Finanzminister, so fuhr Graf Schwerin dann fort, Steuerpolitik zu

treiben, wenn gleichzeitig d i e zahlreichen neuen Gesellschaften des öffentlichen Rech­tes ohne Rücksicht auf den Finanzminister Bei­träge usw. erheben können. In diesem Jahre steht die Steuerreform auf dem Programm der Regierung. Ich bin der Ueberzeugung, daß wir mit der wichtigsten Steuer, der (Einfommenfteuer, wesentlich herabgehen können. Es ist eine alte Erfahrung, daß zu hohe Einkommensteuersätze sich stumpfkaufen. Ich glaube deshalb, daß wir eine Reform eintreten lassen können, weil ich auf einen Mehrertag der Einkommensteuer infolge steigender Steuerehrlichkeit rechne. Der Minister streifte dann die Frage unserer Beziehungen zum Ausland und den Rückgang unserer Jndustrieausfuhr sowie die Frage der R o h st o f f b e f d) a f fu n g. Amerika wird einsehen müssen, daß es auf die Dauer einen Kuchen nicht doppelt essen kann, und zwar nicht gleichzeitig als Gläubiger und als Exporteur. Auf eines muß man verzichten. Der starke Staat, den wir jetzt haben, so schloß der Reichsfinanzminister, ist berufen, zu einer aktiven Wirtschaftspolitik, aber die Initiative und Verantwortlichkeit des einzelnen Wirtschaftlers und Arbeiters muß unange­tastet bleiben.

Das neue Gesetzeswerk zur Minderung der Arbeitslosigkeit.

Erläuterungen des Staatssekretärs Reinhardt.

Berlin, 24. März. (DNB.) Der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Reinhardt sprach vor der Presse über die Maßnahmen zur weiteren Beschränkung der Arbeitslosigkeit.

Das Gesetz zur Erhaltung und He­bung der Kaufkraft bestimmt, daß die Er­hebung von Spenden nunmehr der Geneh­migung des Stellvertreters des Führers im Einver­nehmen mit dem Reichsfinanzminister bedürfe. Ausgenommen feien Spenden im Sinne der Wohl­fahrtspflege und Kollekten der Kirche. Die frei­willige Spende zur Förderung der na­tionalen Arbeit höre am 31. März auf. Aus ihr konnten rund 130 Millionen in den Kampf um die Verminderung der Arbeitslosigkeit oingesetzt werden.

Die Abgabe zur Arbeitslosenhilfe habe im laufenden Jahre 530 Millionen er* bracht. Durch das neue Gesetz werde die Abgabe heblich gesenkt. Die Entlastung betrage 300 Millionen, davon entfielen 115 Millionen auf die kleinen Lohnempfänger bis zu 100 Mark monat­lich, 125 Millionen auf die Einkommensempfänger bis zu 500 Mark mit einem oder zwei Kindern, 45 Millionen auf die Einkommensempfänger mit drei und mehr Kindern, 15 Millionen auf die Le­digen oder kinderlos Verheirateten mit nicht mehr als 150 Mark Einkommen. Die Verteilung der Mindereinnahmen fei also so, daß sie dem Konsum zugeführt wird.

Zum Reichsschiachsteuergesetz führte der Staatssekretär aus, daß es heute kein Land mehr gebe, in dem nicht eine Schlachtsteuer nach vollkommen verschiedenen Merkmalen erhoben wird. Diesem Steuerwirrwarr und der damit ver­bundenen Ungerechtigkeiten werde ein Ende berei­

tet. Das Schlachtsteuergesetz regele die Erhebung einer Schlachtsteuer einheitlich. Die Schlachtsteuer werde sicherlich eine der ersten sein, die völlig beseitigt werde; sie erbringe aber 200 Millio­nen, auf die die Länder zunächst nicht verzichten könnten, denen die Steuer nach Abzug von 4 v. H. Verwaltungskosten restlos zufließe.

Die Arbeitslosenziffer werde Ende März nicht mehr höher als drei Mil­lionen fein und mit Zuversicht dürfe man erwar­ten, >daß sie Ende Juli bis Anfang August nur noch Zwei Millionen betrage. Im Laufe des Jahres würden sich noch die Arbeitsprogramme des Vor­jahres, aus denen noch ein Arbeitsvorrat von etwas mehr als einer Milliarde bestünde, auswir­ken. Das Gesetz für Steuerbefreiung bei Arbeitsbeschaffung bestehe noch. Wer keine Einkommensteuer bezahlen wolle, brauche nur ent­sprechende Beträge für Ersatzbeschaffung oder für Zwecke des zivilen Luftschutzes und des Sanitäts­wesens im Industrie- und Werkbetriebe aufzuwen­den, den er völlig in Abzug bringen könne.

Wenn ein Unternehmer nachweise, daß er 10000 bis 2 0 0 0 0 Mark für Ersatzbeschaf­fung verwendet habe und die Vorauszahlungen für 1934 ermäßigt haben wolle, werde er bei den Finanzämtern gewiß großzügiges Entgegenkom­men finden. Die im Vorjahr ausgegebenen 300 Millionen Steuergutscheine seien jetzt durch das Reich in Zahlung zu nehmen. Etwa 150 Millionen seien davon noch im Besitz der Steuerpflichtigen, die übrigen werden durch die Banken zur Bezahlung von Steuern benutzt, die dadurch mehr Kredite an Industrie, Landwirtschaft und Gewerbe gewähren können.

Zum Abschluß des Mntechilfswerks.

Ein imposantes Ergebnis wahrer Volksgemeinschaft. - Die NS.-Volkswohl­fahrt bereitet das neue Hilfswerk »Mutter und Stinte vor.

Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1933/34 nähert sich seinem Ende. Es war ein harter Kampf gegen Hunger und Kälte. Der Wunsch des Führers ist in Erfüllung gegangen: In diesem Winter hat niemand in Deutschland gehungert und gefroren. Während in anderen Ländern Straßenkämpfe und Tumulte an der Tagesordnung waren, während Klassenhaß und Parteienstreit die armen, von der Not gepeinigten Menschen aufeinander hetzten und zu Hungermärschen vereinigten, hat Deutschlands Führer Adolf Hitler ein einigendes Band der Liebe um alle geschlungen.

Dem Rufe des Führers ist das ganze deutsche Volk mit wundervoller Einmütigkeit gefolgt Nicht weniger als IV- Millionen ehrenamt­licher Helfer haben sich in den Dienst des Winterhilfswerkes gestellt, das unter Führung der NS. Volkswohlfahrt in Gemeinschaft mit allen Ver­bänden der freien Wohlfahrtspflege aufgebaut wor­den ist. Aber diese IVs Millionen Menschen waren es nicht allein, die Opfer an Arbeitskraft, an Zeit und an Geld gebracht haben fast jeder deutsche Volksgenosse hat sich in irgendeiner Form am Winterhilfswerk beteiligt.

Man hat berechnet, daß die gesamten Leistungen des Winterhilfswerkes etwa einem Wert von 300 Millionen Mark entsprechen. Von den einwandfrei feststellbaren Einzelleistungen verdienen aber die folgenden ganz besonders hervorgehoben zu werden:

Kohlen: rund 2,6 Millionen Tonnen im Ge­samtwert von 50 Millionen Mark (das sind fast 14 v. H. des gesamten Hausbrandverbrauches im vorhergegangenen Winter.)

Kartoffeln: 12,5 Millionen Zentner. (Davon sind 6 Mill. Zentner zum Preis von 8,2 Millionen Mark angekauft worden; das entspricht etwa 41/2 0. H des halbjährlichen Gesamtverbauches von Spsisekartoffeln im Jahre 1932.)

Getreide und Mehl: 1,1 Millionen Zent­ner, weitere 70 000 Zentner wurden zum Preise von 1 Million Mark angekauft. *

Brot: 60 000 Zentner.

Konservendosen: 300000 Stück.

Milch: 1 Million Liter.

Schuhe: 180000 Paare.

Stoffe: 250000 Meter.

V ngsgegen stände: 1,1 Millio­nen Stuck, darunter 430 000 Stück Wäsche

Holz: 300 000 Zentner.

Gutscheine aus Lebensmittel und der­gleichen: fast 400 000 Mark.

Geldspenden: bis 1. März rund 75 Mil- honen Mark davon rund 19,5 Millionen Mark aus dem Eintopfgericht.

Stus Steuermittetn hat das Htlf-w-r, bisher nicht einen Pfennig beansprucht

Ohne eindringliche Werbung wäre ein solches Werl nicht denkbar und nicht durchführbar gemefen

Die Propaganda für das Winterhilfswerk war keine eigennützige Werbung für den nationalsozia- listtschen Staat, die Leistung des Winterhilfswerkes kann keine Beeinflussung des Volkes gewesen sein, dazu sind die Leistungen zu groß und tatsächlich vorhanden. Der Sozialismus der Tat ist das wahre Gesicht des Nationalsozialismus. Die Kunde von dem großartigen Winterhilfswerk unseres Volkes ist weit über die Grenzen des Deutschen Reiches hinaus gedrungen. Mit Bewunderung und Achtung blickt die ganze Wett auf das bisher so verkannte nationalsozialistische Deutschland. Immer häufiger kommt es vor, daß Politiker und Zeitungen an- derer Lander ihrem eigenen Volke das deutsche Vorbild vorhatten. Immer wieder stehen die Aus­länder, die aus einer anderen Wett kommen, mit fassungslosem Staunen vor der Tatsache, daß un­zählige deutsche Männer und Frauen, Knaben und u a ZI ^ge und Stunden ehrenamtlich für ot gearbeitet Huben, ohne sich einen anderen mtr-!Ldlk wünschen als das Bewußtsein erfüllter k ?ur$ .^esen Grundsatz der ehrenamtlichen Arbeit sind die Unkosten auf einem erstaunlich niedrigen Satz gehalten worden, der nur etwa 1 pro Mille der Gesamtleistungen beträgt.

(Es ist die durchaus lebendige, den tatsächlichen Bedürfnissen angepaßte Eigenart dieses Hilfswerkes, die es so schwer macht, einen abschließenden Bericht ZU liefern. Ebenso wenig, wie man, nach dem be­kannten Schulbeispiel, Aepfel und Birnen zusammen- zahlen kann, ebenso wenig kann man die Opfer der Kinder und der alten armen Rentnerinnen, die unentgeltiche Sonntaasarbeit der Handwerker und der Chauffeure, die Liebesgabenpakete der Städter und der Bauern ausreichend würdigen, wenn man nur ein paar tote Zahlen nennt.

Das Winterhilfswerk hat es fertiggebracht, die (Entmutigten, die Erwerbslosen und die Klein­rentner aus ihrer Gleichgültigkeit aufzurütteln und zu wirklich produktiver Arbeit heranzuziehen. Sie haben zwar vom Winterhilfswerk keine feste An­stellung bekommen, aber sie haben doch wieder ein­mal arbeiten und etwas leisten können. Besonders bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang die Nähstuben, die von der NS.-Volkswohlfahrt, von den Frauenschaften und ähnlichen Stellen eingerich­tet worden sind. An manchen Orten wurden durch das Winterhilfswerk richtige kleine Wäfchefabriken eingerichtet, in denen erwerbslose Frauen und Mäd­chen die gespendeten Stoffe verarbeiteten und dafür Lebensrnittel oder Schuhe als Lohn erhielten.

Jedem Volksgenossen, der durch das Winterhilfs­werk für den Gedanken des Opfers und der gegen­seitigen Hilfe begeistert worden ist, bringt die Zukunft neue Arbeitsmöglichkeiien. D i e NS.» Volkswohlfahrt, der Träger des Winter- hilfswerkes, beginnt jetzt mit ihren eigentlichen Ausgaben und sucht dafür noch zahlreiche Helfer.