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leben konnten, daß unsere Bewegung es ge­wesen ist, die den Staat nicht nur erobert hat, sondern ihm ein Fundament gibt, auf dem er jahrtausendelang leben soll. Diese Großtat verlangt aber, daß die Träger des Staates ihre Pflicht weiter in hingebender Treue und ide­alem Kampfesmut unerschrocken Ende führen. Dazu muß jeder Träger des Staates die innere Revolution des Nationalsozialismus Hundertprozen- tig an sich erlebt haben.

Jeder, der Träger des neuen Staates sein will, muß restlos mit der Vergangenheit brechen, muh alles frühere restlos aus seinem Herzen verbannen, nur die 25 Punkte der national­sozialistischen Bewegung in sich aufnehmen und danach handeln.

Jeder Amtswalter muß in seinem Kreise der wachsame Hüter der Gesetze sein, die von unserer Regierung herausgegeben werden. Die schönsten Gesetze wären zwecklos, wenn nicht jeder einzelne deutsche Volksgenosse bestrebt ist, sie einzuhalten. Die Pflicht jedes Amtsleiters ist es dafür zu sorgen, daß in seinem Kreise die Gesetze restlos von jedem deutschen Volksgenossen eingehalten werden. Deshalb haben wir das große Recht, Träger des Staates zu ein. Wir haben eine ungeheure Scheu gegen die rühere Art von Behörden. Nachdem wir aber nun elbft Behörde und Träger des Staates sind, haben wir die Macht der Behörde unter die Autorität des nationalsozialistischen Amtsleiters gestellt.

Nationalsozialistischer Amlsleiter sein ist Aulo- rllät für die Behörden, d. h. wir sind zugleich

Träger des Staates.

Wenn irgendwelche Beamte der alten Zeit sich dem nicht fügen wollen, dann ist es die Aufgabe der Amtsleiter, jenen Beamten den Begriff des neuen Staates beizubringen. Der nationalso­zialistische Amtsleiter muß sich aber auch immer bemühen, das Vertrauen und die Achtung der Volksgenossen zu erringen.

Unsere Aufgabe als nationalsozialistische Amts­leiter, Träger und Verwalter des neuen Staates zu sein, ist eine heilige Pflicht. Deshalb müssen wir auch so leben, dah wir immer beispielgebend und vorbildlich sind, damit jeder deutsche Volks­genosse sich an uns ein Beispiel nehmen kann und muh.

In dieser Verpflichtung enthält der heutige Tag eine besondere Weihe und Heiligkeit für uns.

heute ist auch der Gefallenen-Gedenk- tag. Gerade weil unsere Vereidigung mit diesem Gedenktag zusammenfällt, sollen unsere Vorkämpfer von 1914 bis 1918 draußen im Kriege bei der Abwehr der Feinde und unsere Vor­kämpfer in den 14 Jahren des Freiheitskampfes unserer Bewegung mahnend vor uns stehen, sollen sie uns Vorbild im Opfer für unsere Handlungen sein. Wem sein materieller Vorteil und seine persönliche Bequemlichkeit lieber sind als die Arbeit für die Volksgemeinschaft, wer sich nicht dazu bekennt, daß als Amtsleiter sein Leben ganz dem Vaterland gehört und er für sich nichts hat, der mag den Eid nicht leisten.

Wahrer und echter nationalsozialistischer Amts- teiter sein, heißt allem entsagen und nur Dienst an votk und Staat leisten.

Unter diesem Gedanken ist der Tag der Vereidigung mit dem Gefallenen-Gedenktag verschmolzen worden. Wenn wir auch bisher gekämpft, unsere Gesundheit drangegeben, ja, im Gefängnis gesessen haben und noch sonst allerlei durchmachten, aber noch das Leben und die Kraft in uns snüren, dann reicht unser Opfer noch immer nicht heran an das gewaltig große Opfer jener Brüder, die ihr Leben für uns gelassen haben. Deshalb wollen wir heute auch die Toten ehren, die ihr Leben für Deutschland gaben.

Getreu dem Wort unserer Führers:Nichts für mich, alles für das Vaterland" wollen wir den heiligen Akt des Lides begehen. Wenn wir den Eid geleistet haben, gehören wir ganz der Be­wegung, ganz dem Staate, ganz dem deutschen

Volke.

Unter diesem Wort wollen wir ehrenwerte Mit­glieder der Bewegung sein, auf deren Schultern Deutschland und Deutschlands Zu­kunft ruht. Das soll für uns der schönste Beweis des Vertrauens fein. Schwören wir in Gedanken mit, daß wir das Vertrauen, das der Füh­rer in uns fetzt, niemals brechen wollen, dann können wir getrost den neuen Aufgaben des Staates entgegengehen! (Stürmischer Beifall.)

Bannführer Häuser

wandte sich mit seiner kurzen Ansprache an die Ju­gend. Er sagte u. a.: Hitler-Jugend! Deutsche Ju­gend ! Du schwör st dem größten Sohne Deutschlands treue Gefolgschaft!

Deutsche Jugend, auf deinen Schultern liegt die Verpflichtung, das Werk des Führers für alle Ewigkeit zu erhallen.

Die Führerschaft der deutschen Jugend hat nicht nur die Pflicht, schließlich zum Sterben für Deutschland bereit zu sein, sie muß auch für Deutschland leben können. Was wir von dem einfachen Hitler-Jungen verlangen, müs­sen wir Führer besser können. Wir sind in der Hitler-Jugend alle eine Einheit. Wir Führer stehen immer vor der Mannschaft, nie über ihr. Dieser Geist, im Weltkrieg geboren, hat unsere Be­wegung zum Siege geführt. Dieser Geist ist es auch, der diese Bewegung immer im Siege erhalten wird. Dieser Geist ist es, unter dem Deutschland ewig leben wird.

Die Hitler-Jugend wird diesen Geist ewig in sich tragen und damit ihren weg marschieren, damit Deutschland lebt. Wer auf die Fahne Adolf Hitlers schwört, gehört nur noch dem Vaterland, ihm selbst gehört nichts mehr.

Deutsch sein! Für uns ist es leicht, diesen Weg au gehen! Unsere Gefallenen im Kriege und im deutschen Freiheitskriege lebten und starben uns vor. Diesem Weg werden wir in Treue fol­gen! UndUnsere Fahne flattert uns voran!" (Starker Beifall.)

Oie Vereidigung.

hierauf wurde in andachtsvoller Stimmung die Münchener Uebertragung der Dereidigungsfeier ge­hört. Beim Beginn der Feier, als der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes erklang, erhob sich die ge-

wattige Versammlung und fang, lm deutschen Gruß verharrend, den deutschen Trutz- und Freiheits- fang mit. Voll Hingabe wurden die packenden Re­den in München, über die an anderer Stelle des heutigen Blattes berichtet wird, angehört, insbe­sondere übte die Rede des Stellvertreters des Füh­rers, Pg. Rudolf Heß, mit ihrem ernst mahnen­den Schluß eine tiefe Wirkung aus. Stillgestanden wurde dann feierlich gemeinsam der Eid gesprochen, den Rudolf Heß auf den Führer abnahm. Ein ergreifender Augenblick, der alle in seinen Bann schlug! Nach dem Abschluß dieser Feier folgte eine kurze Pause, die zu der

Gefallenen-Gedenkfeier

überleitete, hierbei hörte man die Uebertragung der Heldenehrung in Berlin, die von der Reichs­regierung in Gegenwart des Herrn Reichspräsi­denten und des Führers und Volkskanzlers veran­staltet wurde. Auch dieser Feier gab sich die Ver­sammlung mit ganzem Herzen hin.

Oer Abschluß.

Nach dem Ende der Berliner Feier wurden die Fahnen feierlich aus dem Saale gebracht. Sodann schloß

Kreisleiter Or. Harth

die Tgung mit folgenden Worten der Mahnung und des Gelöbnisses:

Amlsleiter! Unsere Ehre ist Adolf Hitlers Ehre! Adolf Hitlers Ehre ist unsere Ehre! Geht hin­aus und macht Adolf Hitler weiter Ehre wie bisher!

Begeisterten Widerhall fanden diese Worte in den vorn Kreisleiter Dr. Harth anschließend ausge­brachten dreimaligen Sieg-Heil-Rufen auf den Füh­rer und Volkskanzler Adolf Hitler. Damit fand die Tagung ihren Abschluß.

Oie Feier in der Turnhalle

verlief in der gleichen würdigen und eindrucks­vollen Art, wie im Caf6 Leib. Auch die Besucher der Turnhalle waren erfüllt von dem Bewußtsein der treuesten Verbundenheit mit dem Führer. Die überfüllte Versammlung wurde von dem NS.- hago-Führer Pg. Schimmel geleitet, der in einer Ansprache die Bedeutung Des Tages ein­drucksvoll würdigte.

Der Gaulag heiliger Verpflichtung.

Frankfurt a. M., 25. Febr. (GPA.) Noch dröhnt in dem Augenblick, in dem diese Zeilen niedergeschrieben werden, der Marschtritt von Deutschlands nun durch heiligen Eid seinem Führer zugeschworenem politischen Führerkorps durch die Straßen im ganzen Reich. Feierlicher Ernst liegt auf den Gesichtern der Männer, wie auch der heran- reisenden Jugend im braunen Ehrenkleid. Sie alle spüren die große Verantwortung, die nun doppelt schwer auf ihren Schultern liegt. Freudig aber leuch­ten dennoch die Augen und stolzer trägt heute jeder fern Braunhemd. Auch die Volksgenossen, welche in dichten Scharen die Straßen säumen, finden sich in diesem Geiste mit den Männern der braunen Ko­lonnen. Es ist nicht der laute Jubel von sonst, der uns immer begleitet und von jung und alt ent­gegentönt. Denn auch das Volk begreift die tiefe Bedeutung der feierlichen Handlung der Eidesable­gung. Das Genie unseres Führers hat es fertig­gebracht, all das unerhört Umstürzende und Neue dem eigenen Denken des Volkes so nahe zu bringen, daß von einem jeden die Notwendigkeit und der tiefe Sinn des Geschehens begriffen wird.

So gestaltete sich auch schon der Vortag, der im Zeichen der

alten Garde

stand, zur würdigen Vorbereitung auf diesen Augen- blick der feierlichen Eidesleistung. Was da beim Antreten am Börsenplatz am Samstagmittag sich an den ältesten Kämpfern des Gaues zufammen- fand, das war nicht ein zufällig zusammengekomme- ner Menschenhaufen. Zum überwiegenden Teil waren es harte, scharf geprägte Gesichter. Männer, erprobt in schwersten Jahren des Kampfes, erprobt in sturmfester Treue, als es wahrlich noch nicht so

leicht war, das Braunhemd zu tragen, wie heute.

Die Stadt Frankfurt a. M. darf es sich zur Ehre anrechnen, daß gerade sie ikuu ausersehen war, die alten Kämpfer in ihren Mauern aufzunehmen. Denn jene wunderbaren Worte des Führers in der großen Nürnberger Rede, hier wurden sie zum lebendigen Erlebnis, als er, über die Entstehung dieser gewaltigen Bewegung sprechend, sagte:

Man fordere aber Opfer und Mut, Tapfer­keit, Treue, Glaube und Heroismus, und mel­den wird sich der Teil des Volkes, der diese Tugenden fein eigen nennt. Dies aber war für alle Zeiten jener Faktor, der Geschichte machte."

hier standen nun jene Männer beisammen, die in unserem Abschnitt Hessen-Nassau im buchstäb­lichsten Sinne des Wortes zum gestaltenden Faktor unserer Geschichte geworden sind.

Es ist der Stoßtrupp 19251928, der zum steinernen Fundament der Treue und Hingabe an die große und umfassende Idee geworden ist.

Frankfurt hatte aus Anlaß dieser denkwürdigen Tage reichen Flaggenschmuck angelegt. Die Vorstel­lung am Nachmittag für die alten Kämpfer im Sck-auspielhaus von Bethges packendem Frontsolda­tenstückReim s" paßte sich dem gestellten Rah­men würdig an, so daß zwischen Bühne und Zu­schauerraum rasch eine feste Brücke geschlagen war. Denn was sich dort abfpielte, das ganze Wesen der packenden Handlung, es war ja den meisten gut vertraute Wirklichkeit von ehedem und zugleich die Grundlage des handelns auch von heute.

Als nach der Vorstellung sich der lange Zug vom Schauspielhaus durch die Straßen der Stadt nach dem in den Kampfjahren bereits viel benutzten

Schützenhof" in der Vergerstraße bewegte, nähmet? die den Straßenrand dicht säumenden Volksmassen den regsten Anteil.

Besonders Gauleiter Sprenger, der es sich nicht nehmen lieh, den Marsch feiner ältesten Mitkämpfer persönlich anzuführen, wurde immer wieder Gegenstand herzlicher Kund­gebungen.

Im Saale erwartete die Gäste eine von der Kreisleitung Frankfurt a. M. gegebene einfache Bewirtung. Es verdient hier festgehalten zu wer­den, daß ein erheblicher Teil der entstehenden Un­kosten von der hiesigen Bevölkerung gespendet war, die es sich nicht hatte nehmen lassen, auf diese Weise einen kleinen Teil ihrer Dankesschuld diesen verdientesten Kämpfern gegenüber abzustatten.

Begeisterten Widerhall fand die Ansprache, welche der Kreisleiter, Pg. Dr. Krebs, selber einer der alten Garde, an seine Gäste richtete:Wir find Kämpfer bis zur Selbstaufopferung gewesen und werden es sein nun und immerdar, unlösbar verbunden mit unserem Führer, nicht aus Gehorsam nur, sondern auch aus der frei- willigen Erkenntnis unserer gemeinsamen schicksal­haften Verbundenheit."

Gauleiter Sprenger

auf das stürmischste begrüßt, richtete dann packende und mitreißende Worte an seine Kampfgefährten:

Am Anfang der Bewegung stand nichts als der Führer und fein heiligstes Wollen. Das, was er dann als Saat im deutschen Volk aus­streute. es ist zuerst aufgegangen im Herzen des unverdorbenen deutschen Menschen. Auf , diesem Fundament baut sich nun die Treue auf, die keine Stunde kennt und keine Verhinde­rung. die immer, allgegenwärtig dasteht. Und dieses Unterpfand der Treue, es soll uns bleiben und unvergänglich sein ..."

Während der Rede des Gauleiters kam die Mel­dung, daß trotz ursprünglicher Verhinderung der Führer soeben im Rundfunk spreche. Sofort wurde auf den Lautsprecher umgeschaltet, und zum unvergeßlichen Höhepunkt dieses denkwürdigen und erlebnisreichen Tages wurde es für alle, als diS Stimme des Mannes, auf den sich heute die Ge­danken des ganzen Volkes noch mehr richten als bisher, mit klarer Deutlichkeit und ungeheurer Lebendigkeit des Ausdrucks zu hören war. Wie leuchteten die Augen aller, als

der Führer

an feine damaligen Worte erinnerterEs wird eine Zeit kommen, da werden die alten Kämpfer ftol/j darauf fein, schon damals in Treue zu ihrem Führer gestanden zu haben. Aus dem Volk heraus sind wir gekommen und zum Volk wollen wir heute und auch in aller Zukunft immer wieder gehen."

Anschließend an die Rede des Führers bereiteten der N S. - C h o r der Kreisleitung Groß-Frankfurt unter Leitung von Kapellmeister Pg. Kreisch- mar und Künstler der hiesigen städtischen Bühnen in flotter Folge ein paar luftige »Kraft-durch- Freude"-Stunden. Bis in die Mitternachtsstunden waren die alten Kämpfer in harmonischer Stim­mung vereint und rückten dann in die für die Auswärtigen bereitgestellten Quartiere.

Schon früh am nächsten Morgen hallte in den Straßen wider der Marschtritt der braunen Ko­lonnen. Der Gautag heiliger Verpflich­tung war gekommen, und am Börsenplatz sam­melten sich nach einem genauestens im voraus auf- gestellten Drganifationsptan die gesamten Politi­schen Leiter und Amtswalter der Untergliederun­gen der Bewegung. Alles klappte auf die Sekunde genau. Punkt 8 Uhr nahm Kreisleiter Pg. Dr. Krebs aus den Händen des stellvertretenden Kreisleiters Pg. Görner die Stärkemeldung ent­gegen. Dann setzte sich ein fast endloser Zug durch die Straßen der Stadt nach dem Hippodrom zu in Bewegung. Am Roßmarkt nahm Gauleiter Sprenger, im Wagen stehend, den Vorbei­marsch ab.

Fm Hippodrom.

Reibungslos und pünktlich auf die vorgesehene Minute vollzog sich der Einmarsch in die große

Römischer Brief.

Don unserem römischen E.-Korrespondenten.

Rom, Ende Februar.

Ein uralter Krieger steigt ans Licht.

Dort, wo Aeneas ans Land stieg, wo Volsker und Latiner zusammenprallten, dort hat sich wieder ein­mal das unerschöpfliche Gräberfeld der alten Kul­turen geöffnet und ein Geheimnis preisgegeben: Weinbauern stießen beim Brunnengraben auf einen Steinsarg, einen jener Sarkophage aus grau grün­lichem Peperin, wie sie um Rom schon zu Tausen­den und aber Tausenden gefunden wurden. Nichts Besonderes also, so dachten sie, und auch nichts Wert­volles, denn alle diese Grüfte pflegen leer zu fein, ausgeraubt von Gott weiß wem. Denn was zog nicht alles plündernd über dieses Land hin, ange­fangen von denBarbaren" bis zu den ersten Ar- d)äo-u>gen, die im Verkaufen und Verschleppen von Altertümern ihre Aufgabe erblickten.

Immerhin riefen die Bauern den Kanonikus Don Galiati, der Fundort liegt dicht bei der Ortschaft Lanuoio, auf dem Ausläufer der albanischen Berge südlich vom Nemisee, und mit vereinten Kräften hob man den schwören Sargdeckel. Beinahe hätten sie ihn vor Ueberraschung wieder fallen lassen denn in dem Sarkophag lag ein Krieger in voller Rüstung! Jahrtausendelang war kein Strahl der Sonne mehr in seine stille Klause ge­drungen, die Kriege marschierten an ihm vorbei, und kein Heerführer rief ihn. Dort unten zu Füßen des Hügels dehnten sich die pontinischen Sümpfe, von dem blinden Zensor Appius angefangen, nach dem dieKönigin der Straßen" benannt ist, über Eäsaren und Päpste, über Theoderich hinweg bis zu Mussolini mühten sich die Menschen um ihre Trockenlegung, Lanuoio wurde mit Lavinia ver­wechselt, Flugzeuge kreisten um den Asturia-Turm, wo die Hohenstaufenherrlichkeit elendiglich durch Verrat zu Ende ging der Krieger hörte nichts. Er schlief in Waffen und Wehr, oh, er schlief schon lange vor Cäsar und Christus so, lange bevor die ewige Roma im Feuerschein der Vulkane geboren wurde, als noch ein starkes Geschlecht hier herrschte, dstten Sprache wir noch nicht kennen, dessen Schrift entziffern konnten: bas G-.

gefct aber in triefe., F^^.g,onne über

ben Btun{nb.n Sumpft- 'DOn St4'n, tritt der DOr-lj??1S ^ hne9 LiO und zerfällt im gleichen Augenblick zu >* Wmier Idifaaen b%s Kreuz, der Kan°nikW4L Mnz«rwA«n

nach Harnisch und Schwert, er weiß, daß es das erstemal ist, daß die römische Erde die unberührten Reste eines vorrömrschen Mannes freigibt. Nun können wir wieder ein bißchen lesen in der Ge­schichte des fünften Jahrhunderts vor Christus ...

Der Harnisch ist ein Meisterwerk der Wafsen- -schmiedekunst, dem Leibe weit genauer angepaßt als unsere modernen Stoffkleider. Brustmuskeln und Rippen sind herausgearbeitet, als habe sich der Mann soeben mit Luft oollgesaugt, um zu einer sportlichen Kraftleistung auszuholen, eine anato­mische Kunstauffassung, wie wir sie vom Parthenon­fries her kennen. Und in der Tat, dieser Krieger muß auch ein Sporthelü gewesen fein, denn zwischen Schwert und Schild liegt ein Diskus, liegt ein Bronzeschaber, wie ihn die Athleten zum Abschaben der Oel- und Sandschicht nach den Hebungen be­nützten. Seltsam lang und leicht gebogen wie eine Adlerfeder ist das Schwert, wundervoll der Helm aus teilweise vergoldeter Bronze, mit reicher Schmuckauflage und den beiden Augen aus Emaille und Gold über der Stirne. Der Mann war Reiter, eine Kandare mit Zügelhaltern beweist es. Was fehlt ihm eigentlich zum homerischen Helden? Die Helmform weist über das Etruskische hinaus, ist ganz archaisch, urlatinifch. So kam er nicht aus Hellas, nicht aus Troja? Er war unter denen, die sich Aeneas in den Weg stellten, war der erste Ver­teidiger römischen Bodens? Vielleicht fiel er im Kampf.

Aeneas aber, Sohn der Aphrodite, faßte Fuß im Reiche des Königs Latinus, er nahm dessen Tochter zur Gemahlin, sie hieß Lavinia. Und ihre Nach­kommen gründeten Albalonga, die Mutterstadt Roms. Dorthin brachte man nun Waffen und Wehr des Kriegers.

Wer entziffert das Etruskische?

Dor einigen Tagen ging die Meldung durch die Presse, einem italienischen Gelehrten, Pironti, lei es nach unendlicher Mühe gelungen, das Geheim- nis der etruskischen Schrift zu enthüllen, er habe heraus/eg Wörterbuch der etruskischen Sprache dieneren Journalisten in Rom, an solche h«.n!rwrUn>Pen gewohnt wie an die Auffindung »Horaz, die alle drei Jahre endgültig fest gestellt wird, gewöhnt wie an die Entdeckung der Bucher des Titus Livius und die Funde an Stradi- varius-geigen, hüteten sich freilich, bei der Verbrei- tung Der ^01)6^ Botschaft mitzuwirken, und ihre Skepsis scheint denn auch wieder einmal aerecht- V?fröen- Richtig ist, daß Pironti ein Buch -Die Entzifferung der etruskischen Sprache" her­

ausgebracht hat und daß sich die Zeitungen f palten- lang damit beschäftigten; richtig ist aber auch, daß der Kultusminister alsumsichtiger und eifersüchti­ger Hüter des guten Namens der italienischen Kul­tur" unverzüglich einen SachverstäMgenrat ein» berufen und ihm das sensationelle Buch zur lieber« Prüfung anvertraut hat. Schon über Nacht erwach- ten dann die Zweifel, die Kritiker fanden, daß die vermeintliche Entzifferung eigentlich nichts als eine willkürliche Auslegung fei, und in derNuova An- tologia" verwirft M. Pa11otino das ganze Sy­stem Pironti. Also ein völliger Fehlschlag?

Pironti fußt auf der vergleichenden Sprachwissen­schaft, doch seine Gegner werfen ihm vor, Unver­gleichbares zu dieser Methode herangezogen zu haben. Es sei nun zur Genüge bekannt, daß der indoeuropäische Sprachstamm so wenig mit dem Etruskischen gemein habe wie das Griechische oder irgendein uritalienisches Idiom. Nicht einmal ferne Aehnlichkeiten seien vorhanden, und damit stürze die Grundsäule Pirontis, die Annahme einer Wur- zeloerwandtschaft mit dem Griechischen. Alles, was an Heberlegungen und Berechnungen von einer sol­chen ausgehe, somit die ganze Pirontische Konstruk­tion, sei phantastisch.

Der Gelehrtenstreit kann also weitergehen wie seit Jahrhunderten. Wir haben die Keilschrift ent­rätselt und die Hieroglyphen, aber die Sprache derer, die vor den Römern in Mittelitalien wohnten, bleibt uns verschlossen. Wir wissen und somit wird bas erklärlich nichts von diesem merkwür­digen Kulturvolk, wir glauben nur bestimmt zu wissen, daß es nicht autochthon ist, nicht italien­gebürtig, sondern vom Osten her einwanderte, viel­leicht über Griechenland kam, wie Aeneas, der Held von Troja. Schade, daß man mit dem erwähnten Wörterbuch Pirontis nicht wenigstens die vorhande­nen Inschriften auf ihre Glaubwürdigkeit hin exa­miniert hat, bevor das Verdikt über fein System gefällt wurde.

An Inschriften von Etruskerhand fehlt es nämlich nicht, doch dürften sie, sagen die Archäologen, reich­licher fein und sich nicht in der Hauptsache auf die Totenstädte rings um Rom beschränken. Ja, da liegt der Haken: die Etrusker scheinen eine Kultur bevorzugt zu haben, die weniger auf der Zunge, als in ihren Fingern lag: das heißt, sie haben uns im Gegensatz zu den schreibfreudigen Griechen und Romern fast lauter unbeschristete Kunstwerke hinter­lassen. Ihre Prunkschalen in Tarquinia befindet sich eine von 54 Zentimeter Durchmesser! waren aus Gold, jedoch stumm; ihre Helme waren aus Gold oder vergoldeter Bronze, doch sagen sie nichts aus; ihre Denkmäler wo sind sie? In ihrer

Schweigsamkeit erinnert diese versunkene Kultur etwas an die germanische. Am mitteilsamsten sind noch die Grabsteine. So kann man im Museum zu Perugia einen Cippus sehen, auf dem 151 Worte ein gegraben sind. Das ist aber auch bereits eines unserer bedeutendsten etruskischen Schriftdenkmäler, in seiner Kargheit nicht' entfernt zu vergleichen mit den über und über mit Hieroglyphen bedeckten Wandflächen in Aegypten.

Seltsamer Zufall: soeben trat ein Krieger aus etruskischer Zeit in Rom ans Licht, feine Rüstung ist von erhabener Schönheit, aber nur der Diskus, her bei ifjin lag, trägt eine noch unentzifferte Inschrift. Das erste unversehrte vorrömische Grab, und es schweigt!

^Ourch diese hohle Gaffe .. .*

Wilhelm Teil mußte nach Schiller geraume Zeit Darauf warten, bis Geßler endlich durch die hohle Gaffe kam. In den Jahrhunderten hat sich vieles er­heblich geändert. Die Lokalbehörden am Vierwald­stätter See erheben Klagen über die Zunahme des Verkehrs gerade in derHohlen Gasse", insbeson­dere erfuhr der Autoverkehr eine so große Zunahme daß eigentlich ein Polizist die Aufsicht übernehmen mußte. Spötter aus Zürich und Bern sind sogar der Meinung, daß man eine Verkehrsampel anbrin- ?eP müfjte. Inzwischen ist man jedoch zu der Ein­sicht gekommen, daß dieHohle Gasse" für das schweizerische Volk seine besondere Bedeutung habe. Es ist durchaus nicht nötig, daß alle Kraftwagen diese Schlucht passieren, vielmehr läßt sich der Ver­kehr bei einigen Aenderungen in der Linienführung der Zufahrtstraßen auch recht gut umleiten. Auf piefe Weise wird dieHohle Gasse" wieder jene ein» fame Felsgegend werden, die sie in der Zeit des schweizerischen Sefreiungstampfes war.

Zeitschriften.

Die Illustrierte Zeitung (I. I. We­ber, Leipzig) hat es in ihrer neuesten Nummer un­ternommen, das Bild jener Zeit zu entwerfen, die einen Wallenstein gebar. Dr. Walter Freier entrollt bas Ceben Wallensteins von feinem glänzenden Aufstieg bis zum tragischen Ende, und die zahlreich eingestreuten Bilder zeigen Freunde und Feinde des großen Feldherrn, halten die bedeutsamen Mo- mente und Wendepunkte seines wechselreichen Lebens r k orl Dlanck zeigt Wallenstein im Spie- $;a)tang 00N den zeitgenössischen Werken über Schillers großes Drama bis zu den Wallen­stein-Romanen und -Studien der modernen ßiteratiM»