Hatte des Hippodroms. Don der Decke und den Emporen grüßten die wehenden Fahnen des Dritten Reiches. Unter der Rednertribüne waren reicher Blattschmuck und Pflanzengrün aufgestellt. 9.37 Uhr trat Gauleiter Sprenger mit seinem Stab vom Festhallengelände her kommend, ein. Auf das Kommando „Stillgestanden" macht Kreisleiter Dr. Krebs ihm dann di« Meldung: „5475 Politische Leiter und Amtswalter im Hippodrom und Saxo
phon-Saal zur Vereidigung angetreten!" 9.48 Uhr begann der Gebietsführer der Hitler-Jugend, Pg. Kramer, feine Ansprache an die aufgestellten Jugendführer. Ruhig und gemessen spricht er von der Bedeutung dieser Stunde. Seine Worte sind ein mitreißender Appell an die Herzen der jungen Kämpfer, Gut und Blut einzusetzen im Dienste der Bewegung und dem Führer restlos die Treue zu bewahren. Dann spricht
Gauleiter Sprenger:
„Ganz Deutschland Ist setzt zur Stunde zur Vereidigung angetreten, um a u f A d o l f Hitler zu schwören. Sorgen wir dafür, daß jeder einzelne versucht, den Nationalsozialismus restlos Tat werden zu lassen. Aus dem deutschen Volke soll nun ein Führerkorps hervoryehen, bestimmt, uns eine Zukunft zu erhalten, rote sie uns der Führer gestaltet.
Rur wenn der einzelne seine Ehre hochhäll, wird auch die Ehre des ganzen Volkes erhalten bleiben. Der Deutfchemußgewillt sein, seine Ehre über alles zu sehen. Diese Ehre ist nicht mehr die Ehre eines einzelnen, nicht mehr die Ehre eines Standes, sondern die Ehre des ganzen Volkes geworden. So ist unser Braunhemd zum Ehrenkleid geworden und wehe dem, der diese Uniform angreift. Der greift nicht nur an die Ehre des Mannes, die Ehre der Partei, sondern die Ehre Deutschlands. Diese Ehre wird gewährleistet durch die Treue, die nicht nur für Tage gilt, sondern für Zeit und Ewigkeit.
Das ist die Grundlage, auf der vom heutigen Tage ab dieses neue Führerkorps steht. Und wenn wir uns hierüber alle restlos klar sind, dann allein vermag Adolf Hitler unserem Volk eine Politik zu geben, die durch diesen Führerorden im Volke selb st verankert liegt. Dann wird Deutschlands Zukunst gesichert sein für heute und alle Zeit."
Dann begann
die Reichssendung aus München.
Wohl noch niemals ist der Technik eine derart große und gewaltige Aufgabe gestellt worden, wie in dieser Stunde. Im Norden rote im Süden, im Westen wie im Osten wissen wir Deutschlands beste und fähigste Menschen aller AUersklassen und bei
der Geschlechter, von einem Denken beseelt und verbunden durch das unsichtbare Band einer unverbrüchlichen Treue zusammenstehen.
Alle diese hunderttaufende beseelt in diesem Augenblick e i n Geist, und diesen Geist verdanken wir dem einen Manne, der mit unwiderstehlicher Gewalt die Herzen von Millionen gerade und auf ein Ziel ausrichtet: Die Rettung des deutschen Vaterlandes aus Zeiten tiefsten Elends, bitterster Rot und sicherem Untergang.
Dann sprach der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, die Eidesformel, und in heiligem Ernste sprachen die in ganz Deutschland angetretenen politischen Führer die Worte nach:
„3d) schwöre Adolf Hitler unverbrüchliche Treue, ihm und den mir von ihm bestimmten Führern unbedingten Gehorsam."
Was nun hier angetreten steht und in allen deutschen Gauen, es ist Deutschland verschworener Führerorden, eingeschworen auf die höchsten und heiligsten Mannestugenden, auf Treue, Hingabe und Selbstaufopferung bis zum letzten Blutstropfen. So wollen wir fein
das willigste Werkzeug des Führers, feinem Gebote harrend und bereit, alles und jedes Opfer zu bringen, das die Stunde von uns fordert.
In diesem Geiste treten wir ein in eine neue Zukunft, ein neues Blatt ist aufgeschlagen im Buche der deutschen Geschichte. Dieser Tag sott fortleben als ein Markstein in der Gestaltung der deutschen Zukunft, und es ist unser fester Wille, daß es dermaleinst heißen soll:
„Deutschland rettete sich selbst durch die Treue, die der Führer dem Volk und das Volk seinem Führer hielt."
Aus der proviuzialhaupistadi.
Vogelschutz.
Die milde Witterung darf uns nicht veranlassen, die Winterfütterung einzustellen. Ein plötzlicher, harter Nachtwinter bringt noch so manchem Vogel den Tod. In große Not geraten häufig die schon zeitig zurückkehrenden Zugvögel, wie die Feldlerchen, die meist fern von den Ortschaften wandern und sich auch an den Üblichen Fütterungsgeräten nicht zurecht finden. Für diese Vögel errichte man auf dem Felde, möglichst an windgeschützten Stellen, Notfutterplätze. Das Futter streut man auf den von Schnee gesäuberten Erdboden, und zum Schutz gegen Schneeverwehungen schirmt man den Futter- platz mit Fichtenästen oder Stroh ab. Zur Fütterung verwende man die üblichen Futterstoffe, der Landwirt streut, was er gerade zur Hand hat, Dreschabfälle, Scheunenkehricht und bergt
Wo Hecken und Buschwerk noch nicht beschnitten sind, ist es höchste Zeit, diese Maßnahme durchzuführen.
Vor großer Wichtigkeit ist das jährliche Reinigen der Nisthöhlen. Sind in einer kleinen Nisthöhle zwei oder sogar drei Nester übereinander gebaut, so ist der Snnenraum meist völlig ausgefüllt und die weitere Unterbringung eines Nestes wird unmöglich. Auch zur Entfernung des Ungeziefers ist eine Reinigung notwendig. Mäuse, die die Höhlen gern als Schlupfwinkel benutzen, vertreibe- man, dagegen sind Fledermäuse unbedingt zu schonen. Die Fledermäuse sind ebenso nützlich, wie die Vögel.
Zum Reinigen versuche man möglichst die Nistkästen zu öffnen. Sollten aber die Schrauben eingerostet sein, so müssen die Niststoffe mit einem nicht zu starken Draht, dessen Ende zu einem kleinen Haken umgebogen ist, herausgezogen werden. Bei der Anschaffung von Nisthöhlen achte man deshalb darauf, daß diese leicht zu öffnen sind.
Wer für Höhlenbrüter noch Nistgelegenheiten anbringen will, der kann noch in diesem Jahre mit der Annahme durch die Vögel rechnen, wenn die Kasten bis spätestens Ende Februar aufgehängt find.
Kirchenmusikalische Passionsandacht in der Stadikirche.
Für gestern abend hatte die Markusgemeinde in die Stadtkirche zu einer musikalischen Passionsandacht eingeladen, die zugleich eine Gedächtnisfeier zu Ehren unserer Gefallenen war. Der Heldengedenktag fand damit einen würdigen Ausklang.
Wir dürfen dem Volksbund „Deutsche Kriegsgräberfürsorge" dankbar sein, daß er in 14jähriger treuer Arbeit unser Volk immer wieder an seine Dankespflicht gegenüber seinen im Weltkrieg gefallenen Brüder gemahnt hat. Und wir freuen uns, daß nun der Sonntag Reminiszere unter besonderen Schutz gestellt ist als der Tag, an dem das lebende Geschlecht in stiller Einkehr hören soll auf die Botschaft des Millionenheeres von Toten, die für Volk und Heimat ihr Leben gaben. Dabei gedenken wir auch dankbar der vielen, die in der Nachkriegszeit im Glauben und Streben nach Deutschlands besserer Zukunft als Opfer im deutschen Freiheitskampf starben. Wir glauben, daß all die vielen Opfer draußen und daheim nicht umsonst sind, sondern eine heilige Saat, die zur Ernte reifen wird. Heute, nachdem unser Volk wieder erwacht und seiner gottgegebenen Art aufs neue sich bewußt geworden ist, fällt uns solcher Glaube nicht mehr so schwer roie in den vergangenen Jahren, sondern er wird Uns zur frohen Gewißheit. Wir sehen dieses unser
Volksleid eingegliedert in die große Gottesordnung aller Geschichte, daß neues Leben nur gewonnen wird durch heiliges Opfer. Darum hat das Gedenken an die Opfer für Volk und Vaterland auch feinen rechten Platz in der Passionszeit, wo das Kreuz auf Golgatha als das heiligste Opferzeichen für alle Zeiten in feiner großen Verheißuna und (einer verpflichtenden Forderung vor uns steht.
Damit hätten wir schon den Wesensinhalt der gestrigen Feierstunde gekennzeichnet. Unter dem Lutherwahlspruch: „Des Christen Herz auf Rosen geht, roenn's mitten unterm Kreuze steht", gliederten sich die Darbietungen in drei Teile mit besonderem Obergedanken: Christus erlöst, Christus fordert Nachfolge, Christus gibt die Kraft zu opferwilliger Bruderliebe. Beste kirchliche Musik von I. S. Bach, I. W. Franck, A. Becker und M. Reger gab diese Botschaft in Vertonung und im Wort wieder. Violine und Orgel, Sologesang und Chorlieder, Schriftlesung und Gemeindegejang führten so in ihrem feinen Zusammenwirken hin zu dem Heiligtum von Jesu Sterben, das Kraft und Trost und Hoffnung ist in allem Menschensterben. Das Opfer der Brüder wird geheiligt von dem Christus- opfer, und der Passionsweg hier wie dort wird der Weg zu neuem Leben.
Es wäre schwer, einzelnes aus den Darbietungen herauszugreifen. Es sollte kein Konzert fein, es war eine Erbauungsstunde und aus christlichem Glauben heraus ein inniger Dankesgruß an unsere draußen und daheim gefallenen Brüder, die den Christusweg der Treue bis zum Tod für uns gegangen sind.
Die Zusammenstellung des feinen Programms erfolgte durch unfern Stadtkirchenorganisten Heinz Simon, der auch die Leitung hatte und die Orgel spielte, die Sololieder wurden gesungen von Fräulein Christlene Partenheimer (Sopran) und Lehrer Dietrich (Tenor), die Violine spielte stuck. Rabenau, und die Choralvereinigung der Stadtkirche wirkte als Frauenchor mit. Allen Mitwirkenden gebührt herzlicher Dank für die Feierstunde, die uns bereitet wurde und die im Sinne des Wortes von Walter Fex im Herzen der Hörer weiter wirken möge: ,Die Besten unseres Volkes sind nicht gestorben, damit die Lebenden tot seien, sondern die Toten lebendig würden!"
Bornotizen.
— Tage skalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Konjunkturritter". — Vortrags-Vereinigung, 20 Uhr, Neue Aula, Licht- bilder-Vortrag über Sie deutsche Himalaja-Expedition 1929/31 ,^Jm Kampf um die höchsten Gipfel der Erde". — Tierschutzverein Gießen, 20.15 Uhr, Kaufmännisches Dereinshaus, Hauptversammlung. — Theaterverein, 18 Uhr, Brand platz Nr. 4, Mitgliederversammlung. — Ortsgruppe Gießen-Nord, Zelle 1, 2 und 3, 20 Uhr, „Frankfurter Hof", Zellenabend; Zelle 4, 20 Uhr, Kausm. Vereinshaus, Zellenabend; Zelle 5, 6 unS 7, 20 Uhr, Caf6 Ebel, Zellenabend. — NS.-Frauenschaft Gießen-Mitte, -Süd und -Ost, 20.15 Uhr, Turnhalle des Gymnasiums, Turnstunde.
— Aus dem Stadttheaterbüro. Morgen Dienstagabend das Trauerspiel „Julius Cäsar" von Shakespeare unter Spielleitung des Intendanten. (Siehe heutige Anzeige.)
— Die Oberhessische Gesellschaft für Natur - und Heilkunde veranstaltet eine ge
meinsame Sitzung mit der Gießener Chemischen Gesellschaft am morgigen Dienstagabend im Chemischen Institut. Näheres in der heutigen Anzeige.
— Die Dortragsvereinigung (Goethe- bunb, Kaufmännischer Verein, Gewerbeverein) lädt im heutigen Anzeigenteil noch einmal zu dem heute abend ftattfinbenben Vortrag über bie deutsche Himalaja-Expedition 1929/31 „Im Kampf um bie höchsten Gipfel ber Erbe" ein. (Siehe Anzeige.)
— Der Tiers chutzverein Gießen hält am heutigen Montagabend, wie vor einigen Tagen im Anzeigenteil bekanntgegeben, feine Hauptversammlung ab.
*♦ Ein Sechziajähriyer. Man berichtet uns: Heute begeht Der Jnstttutsaehilfe an ber mebizinischen Veterinärklinik, Herr Karl Grüger, seinen 60. Geburtstag. Weit über bie Grenzen unterer Stadt hinaus ist Herr Grüger in den Kreisen ber Tierzüchter unb -besitzer als großer Tierfreund und hervorragender Tierpfleger bekannt. Mit besonderer Liebe und einem Geschick, das nur wenigen eigen ist, betreut er im April dieses Jahres 30 Jahre lang feine stummen Patienten. Wir wünschen ihm mit allen Tierbesitzern, die ihn kennen, noch recht lange die geistige und körperliche Frische, deren er sich heute erfreut, unb hoffen, baß ihm noch lange Gelegenheit zur Pflege feiner Patienten gegönnt fein möge.
Gesallenen-Gedenkseier in der Heuen Aula
In ber Neuen Aula ber Universität fanb gestern, Sonntag, um 12 Uhr, bie vom Volksbunb Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Lan- desverband Hessen, Bezirksgruppe Gießen, veranstaltete Gedenkfeier zu Ehren unserer im Kriege unb in ber Freiheitsbewegung Gefallenen statt. Die Aula war stark besetzt, bas Rednerpult mit ernstem Grün geschmückt. Die Feier würbe eingeleitet burch einen Chorvortrag bes Bauerschen Gesangvereins, der unter ber Leitung seines Dirigenten, Universitäts-Musikbirektors Professor Dr. Stefan Temesvary, bie dunkle und feierliche Weise des Gebetes von Friedrich Silcher eindrucksvoll zu Gehör brachte. Anschließend spielte ein Streichquartett bas „Ave verum" von Mozart; als besten zarte unb weihevolle Melobie verklungen war, nahmen bie Vertreter bes Gießener Bataillons, der Bezirksgruppe Gießen bes Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge unb ber Arbeitsgemeinschaft ber Gießener Krieger- und Regimentsvereine mit ihren Kränzen vor Dem Rednerpult Aufstellung, während
Uniöerfifäteprofeffor Dr. Oufen das Podium zu einer Gedenkanfprache betrat, in ber er u. a. etwa Folgenbes ausführte:
Das Gebenken bes ganzen deutschen Volkes ist am heutigen Tage bei unseren unzähligen Gräbern. Dor unserem Geiste sehen wir heute bie ungeheuren felbgrauen Kolonnen, bie unzähligen braunen Reihen marschieren. Sie finb uns heute nah unb werben es immer bleiben. Westlicher Intellektualismus hat bas Wort vom „unbekannten" Solbaten geprägt. Echte Dankbarkeit unb unauslöschliche Liebe aber läßt über jebem der zahllosen Gräber die Worte stehen: Mein bist du, mein bleibst du! Noch immer marschieren die Kolonnen; wir hören den ewigen Gleichschritt, der nie verklingt. Heiß ist unser Sieben in dieser Stunde, und wir vernehmen bas Gebot unb bas Vermächtnis ber Toten an uns, bie Sebenben: Du lebst nur aus ber Schöpfergnade deines Volkes, gedenke immer der Heimat, die liebe nb dich umfangt. Lauter als je ertönt heute die Mahnung an uns alle, die wir in tiefer Schuld stehen bei unserem Volk und unseren Gefallenen. Es ist, als werde heute jeder von uns an das letzte Lager feiner Mutter geführt. Nichts von dem gewaltigen Ringen jener Jahre darf je vergessen werden. Wortlos unb treu, voller Mut unb Opferbereitschaft zogen bie grauen unb bie braunen Kolonnen in ben Tob. Unb überall bas gleiche Bild —: übermenschlich ber Mut, unbänbig die Kraft, grenzenlos die Opferbereitschaft. Der Reiter, der im Feuer hielt, um seinem leidenden Pferde den letzten Liebesdienst zu erweisen — ber Kriegs- schifsskommanbant, ber mit zerschmetterten Beinen
auf ber Brücke feines Schiffes blieb —, sie sind Zeugen jenes unzählige Male bewährten Helben- geistes, ber bie Front wie bie Heimat beseelte. Denn auch ber Mütter gebenken wir heute, bie ihre Sohne schweigenb für Deutschland zum Opfer brachten. Mut und Kraft aber war nicht die einzige Große jener Zeit; am Beispiel eines einfachen Menschen aus dem deutschen Volke, eines Bergarbeiters, mögen wir begreifen, daß die Kämpfer damals alles, was sie taten, aus jener Liebe vollbrachten, die ohne Anspruch auf Ruhm und Lohn handelt. Nie dürfen wir bas Bekenntnis jenes Arbeiters aus ben Kriegsjahren vergessen, bas mit ben Worten beginnt: „Immer schon haben wir eine Liebe zu bir gekannt", und mit der Offenbarung endet: „Daß dein ärmster Sohn auch dein getreuester war — Deutschland!" Heute nun ist ein reinigendes Gewitter über unser Land und unser Volk hingegangen; wir gedenken heute auch des einen, ber uns alle aufrief und alle einigte und zusammenschloß.
Während nun die in weihevolle Worte des Gedenkens unb ber Dankbarkeit ausflingenbe Ansprache mit ben leisen Klängen bes alten Solbaten- iiebes vom guten Kameraben sich vereinigte unb bie Versammlung sich von ben Sitzen erhob, schritten bie Kranzträaer langsam zur feierlichen Nieber- leguna ber Kränze an ber Gebenktafel für die Gefallenen im Vorraum zur Neuen Aula. Dies geschah jeweils mit einigen kurzen Worten durch Lanbgerichtsrat Trümpert im Namen der Ortsund Bezirksgruppe Gießen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, durch Major von Wachter im Namen der Reichswehr und ber Gießener Garnison, unb für bie Arbeitsgemeinschaft ber Gießener Regiments- unb Kriegervereine burch beren Vorfitzenben Müller. — Mit einem stillen Gebenken wurde die ernste und würdig verlaufene Gedenkfeier beschlossen.
Kranzniederlegungen.
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Ortsgruppe Gießen, ehrte anläßlich des gestrigen Heldengedenktages, neben der Veranstaltung der Feier in ber Aula, bie Gefallenen bes Weltkrieges auch durch Kranzniederlegungen. Für unsere gefallenen deutschen Brüder wurden am 116er-Denkmal auf dem Landgraf Philipp-Platz in der Gefallenen- Gedenkhalle vor der Universitätsaula und auf dem Ehrenfriedhof bes Neuen Friebhofes Kränze mit ber Wibmung „Unseren gefallenen Hel - b e n" niedergelegt. Ferner wurde mit einem Kranze dessen Schleife den Ausdruck „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge" trägt, der auf dem hiesigen Friedhof der gefangenen beigesetzten russischen Krieger gedacht.
Oberheffen.
Sin Ferienlandheim für oberhessische Schulen.
LPD. Büdingen, 25. Febr. Der Kreisleiter von Büdingen, Pg. Dr. Heiland, bat die Anregung gegeben, für eine größere Anzahl von oberhessischen Schulen ein Ferienlandheim zu errichten, in dem auch Kurse in Volkssport, Turnen usw. abgehalten werden können. Die hessische Regierung hat reges Interesse an einer solchen Einrichtung. Für die Schaffung dieses Landheims wird das etwa eine halbe Stunde von Büdingen gelegene, der fürstlichen Verwaltung gehörige Jagdschloß „Tiergarten" vorgeschlagen. Das Schloß ist von herrlichen Waldungen umgeben und liegt an einem kleinen See, der günstige Badegelegenheit bietet. Die Stadt Büdingen will bereitwilligerweise die Einrichtung beschaffen. Die fürstliche Verwaltung hat einen Mietpreis vor- qeschlagen, der von einer Reihe von Schulen mit Leichtigkeit getragen werden könnte. Wenn sich eine Anzahl Schulen beteiligt, würde für die Schule eine monatliche Ausgabe von 5 Mark für diesen Zweck entstehen. In dem Schloß können bequem 200 Jungens untergebracht werden. Durch diese Einrichtung konnten die Schulen eine Erholungsstätte für ihre Schüler schaffen, aber auch in ben Schülern neben der volkssportlichen Ausbildung das Zusammengehörigkeitsgefühl und den Gemeinschaftssinn wecken und fördern. Die begrüßenswerte Anregung bes Bübinger Kreisleiters ist ben Schulleitungen unb Gemeinbeverwaltungen zur Stellungnahme unb Zustimmung unterbreitet worben.
LanVtrciH f;en
00 Klein-Linben, 22. Febr. Am Mittwoch- abenb fanb im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" eine aus allen Kreisen der Einwohnerschaft stark besuchte Versammlung ber NSDAP, statt. Nach ber Eröffnung burch den Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann sang der SA.-Sturm 46 sein Sturmlieb unb SA.-Mann Rudolf Germer trug ein Gedicht vor. Sodann sprach Kreispropagandaleiter Schmelz in längeren Ausführungen über die Erfolge ber nationalsozialistischen Regierung im verflossenen Jahr. Ausgehenb von der Bedeutung des 30. Januar 1933 behandelte ber Redner bie Wirkung des Ermächtigungsgesetzes, sprach über die Lösung der Jubenfrage vom rassifchen Stanb- punkt aus, behandelte ferner bie Reichsreform, (childerte im besonderen bie Lösung ber sozialen Frage unb streifte „bie Kaiserfrage". Er führte aus,
daß sich das deutsche Volk am 12. November 1933 geschlossen hinter die Regierung gestellt, womit es den Beweis der Zusammengehörigkeit erbracht habe. Alle Volks-genossen müßten jetzt helfen, die Einigkeit zu erhalten und die Reichsregierung in ihren Bemühungen, Arbeit zu schaffen, unterstützen, damit wir einer besseren Zukunft entgegengehen könnten. Für die nationalsozialistische Weltanschauung müßte auch in Zukunft noch weiter gekämpft werden. Wie einst von dem Sonnenrad ber Germanen das Licht in bie Täler unseres schönen deutschen Vaterlandes geleuchtet habe, so müßte auch von unserer Haken- rreuzsahne bas Licht in unser deutsches Volk hinein- strahlen. Starker Beifall dankte dem Redner für feine Ausführungen. Für den Reichsbund Volkstum und Heimat warb in warmen Worten SA.-Mann Rudolf Germer. Teile des SA.-Sturms forderten mit einem Sprechchor „Was hast bu getan, um die Not zu lindem?" zur Unterstützung des Winterhilfswerks auf. Der Ortsgruppenleiter dankte bem Haupt- rebner bes Abends für seine Ansprache. Er ermahnt« noch, ben Führer in seiner Arbeit zu unterstützen unb brachte bas „Sieg-Heil!" auf unfern Führer unb Volkskanzler Aböls Hitler aus. Mit bem gemeinsam gelungenen Horst-Wessel-Lieb klang der Abend aus. Die beiden Männergesangverein« „Nationale Sängervereinigung" und „Arion" hatten mit schönen Chören den Abend umrahmt.
* Leihgestern, 26. Febr. Heute begeht in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit der Landwirt Johannes Faber IV. seinen 90. G e - b u r t s t a g. Der alte Herr war viele Jahre lang Kirchenvorsteher und nimmt heute noch an allem Geschehen regen Anteil. Seit 27 Jahren ist er verwitwet. Täglich liest er die Zeitung und kann sich rühmen, noch ein scharfes Auge zu haben. Gerne erzählt er aus feinen Kindheitstagen, aus denen er sich auf alles mit großer Genauigkeit entsinnen kann. Freudig hat er den nationalen Wiederaufstieg unseres Volkes ausgenommen. Trotz seines hohen Alters verrichtet er noch manche landwirtschaftliche Arbeiten. In seinem langen Leben ist er nicht einen Tag krank ober bettlägerig gewesen. Möge ihm ein gesegneter Lebensabend beschieden sein.
(D Grüningen, 25. Febr. Dieser Tage fanb in der Gastwirtschaft Bender eine Versammlung der NS. - Hago, Ortsgruppe Grüningen, statt. Der Ortsgruppenleiter eröffnete bie Versammlung. Pg. Haid- Gießen gab sodann einen ausführlichen Bericht über Zweck und Ziel der NS.-Hago. Er streifte hierbei verschiedene Fragen, die für die
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Sie brauchen alle Ihre Zähne Alle Ihre Zähne brauchen:
Ch lorodont


