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Nachdruck verboten!

2. Fortsetzung.

Opekta

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(Deutsche Himalaja- Expedition 1929/31)

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{Rosemarie, (Rosemarie...

Roman von Käthe Metzner.

vom Diktat kam, empfing sie oft ein wahrer Ge­witterguß von spitzen Bemerkungen.

Was war? Was geschah hinter ihrem Rücken? Oder was war schon geschehen?

Immer kreiste Ania Lobes Denken um diese Fragen. Auch heute morgen, als sie wieder so un- gewöhnlich früh die Büroräume betrat, um wenig­stens zehn Minuten lang in der Korrespondenz, abteilung allein sein zu können.

Und sie hatte Glück.

Ihren spähenden Augen entging es nicht, daß auf dem frisch geölten Boden sich die Abdrücke von Herrenschuhen abhoben, die bis zu Rosemaries Platz führten und dann wieder zur Tür hinaus wiesen.

Mit zitternden Händen hob sie den Deckel von Rosemaries Schreibmaschine. Wenn etwas zu ent­decken war, dann nur jetzt. Aber enttäuscht sah sie, daß unter der Maschine nur der Gummi lag und daneben ein kleiner Kalenderzettel. Es war also nichts.

Trotzdem nahm sie den Kalenderzettel in ihre spitzen Finger und drehte ihn und wendete ihn, als ob er das Geheimnis lüften könnte. Was für ein Spruch konnte es wohl sein, den Rosemarie so sorgfältig aufgehoben hatte? Ha, er trug ja das Datum des heutigen Tages und ganz unten stand mit Bleistift gekritzelt ein winzigesDein Wolf"...

Wenn sich die Wimpern senken zur nächtlich stillen Ruh', bist du mein erstes Denken, mein erster Herzschlag du. Und wenn sie froh sich heben zum Tageslicht zurück, bist du mein erstes Leben, bist du mein erstes Glück.

Anna Lobes Gesicht wurde aschgrau. So, sie hatte doch recht geahnt. Also hier lag des Rätsels Lösung. Es stimmte: die unverschämte, scheinheilige Neuß und Wangenheim.

Im selben Moment war es Anna Lobe klar, daß sie alles tun würde, um das liebliche Verhältnis, das sich da angebahnt hatte, zu zerstören.

Arme Rosemarie, wenn du geahnt hättest! Sie hatte bis heute schon nichts zu lachen gehabt, aber von nun an war sie den rachsüchtigen Plänen der Abteilungsvorsteherin rettungslos preisgegeben.

Die Lobe saß lange schon an ihrer Schreib­maschine und tippte eifrig, als Rosemarie zwei Mi­nuten vor acht Uhr erschien. Auf ihr freundliches Guten Morgen!" fagte die andere nur boshaft:

Ja, ja, die jungen Frauenzimmer! Anstatt sich pünktlich in den Dienst zu scheren, drücken sie sich nachts auf dfn Promenadenbänken herum und sind dann natürlich am anderen Morgen müde und kön­nen nichts leisten. Wenn das mit Ihnen so weiter­geht, werde ich bei Herrn Bachstedt Ihre Entlassung beantragen! Merken Sie sich das!"

(Fortsetzung folgt.)

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4.Verschiedenes. Der Vorstand.

Paul Kartte staatl. Oberrentmeister Elisabeth Kartte, geb. Weydemeyer

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Für Wangenhelm exlstierte an diesem Abend nur Rosemarie. Der verwöhnte Frauenkenner hatte sofort mit sicherem Blick erkannt, daß eine solche Blume nicht jeden Tay blühte. Seine sprühende, interessante Art zu erzählen, blieb auf Rosemarie, die selbst festlich gestimmt war, nicht ohne Ein­druck, und sie fühlte sich seltsam erregt, als Wan­genheim in vorgeschrittener Stunde weiche Zärt­lichkeit in seine Worte legte und sie einmal sekun­denlang beim Tanz fest an sich drückte ...

Doch auch das schöne Fest erreicht sein Ende. Gegen drei Uhr schickten sich schon viele zum Gehen an, und auch Bater Ringlein mahnte energisch, un­gerührt durch die flehenden Blicke der Mädels und ihre Bitten, noch zu bleiben, da doch morgen Sonntag sei und man ausschlafen könnte.

Der letzte Tanz kam.

Wir wollen jetzt gehen", sagte Rosemarie zu Wangenheim, und sah mit aufsteigender Freude, daß er ein sehr betroffenes Gesicht maä)te. Doch dann geschah etwas gänzlich Unerwartetes:

Dann werde ich mir erlauben, Ihre Bekannten zu fragen, ob ich Sie nach Hause begleiten darf?" sagte er lächelnd.

Rosemarie wehrte entsetzt ab.

Aber gewiß wenn Sie es selbst nicht wün­schen, Gnädigste!" sagte er langsam und schwer. Da wurde Rosemarie unschlüssig.

Ich selbst, ich würde mich allerdings freuen..." Ein seltsames Fluidum ging von Wangenheim aus, dem auch Rosemarie sich nicht entziehen konnte. Dieser Mensch mit seinen tadellosen Manie­ren, seiner gepflegten Eleganz und der selbstbewuß­ten Art, sich zu geben, weckte in Rosemarie Emp­findungen, die sie noch nicht gekannt hatte.

Ringleins gestatteten die Begleitung. Was sollten sie dagegen haben?! Rosemarie war ja auch nicht ihr Kind.

Eine elektrische Bahn fuhr nicht mehr. So ging man den ziemlich langen Weg zu Fuß. Doktor Wangenheim hatte Rosemarie stützend den Arm geboten; doch nicht lange waren sie geschritten, da suchte Wangenheims Hand kosend die ihre und dann gingen sie in der schützenden Dunkelheit... Nichtssagende Worte wurden gewechselt, so daß Familie Ringlein ganz ohne Argwohn war. Aber ungesehen spielten ihre Hände das Spiel aller Liebenden. Sie lösten sich und schlossen sich fest wieder zusammen. Und schließlich lag Rosemaries feine, schmale Hand bebend wie ein hilfloser Bogel in der starken Hand des Mannes, dem dieses Spiel der Liebe zwar reizvoll, aber nicht neu war.

An Ringleins Hause verabschiedete man sich. Ohne Bedenken ließen Ringleins Rosemarie von ihrem Begleiter die wenigen Häuser weiterbringen.

Erst als sich die Tür hinter Ringleins geschlossen hatte, fühlte Rosemarie das Ungeheuerliche. Un­durchdringliches Dunkel der Nacht und dicht an ihrer Seite ein junger, begehrenswerter Mann, der mit langsam fallenden Worten um ihre Jugend und Schönheit warb ...

Rosemarie konnte den Gedanken nicht zu Ende denken.

Ein hochgewachsener, sehr eleganter Herr hatte sie erspäht und stand plötzlich mit tiefer Verbeu­gung vor ihr. Sie war reizend in ihrer Hilflosig­keit. Einen Augenblick schien sie zu zögern. Sollte sie ablehnen? Aber da war sie schon aufgestanden und bot ihrem Tänzer den Arm.

Rosemarie hatte noch keinen Blick auf den Herrn geworfen, als sie mit einem Male eine Stimme hörte, die ihr bekannt schien.

Nun, Fräulein Neuß, daß wir in Ihnen eine kleine Schönheitskönigin bei Bachstedt haben, habe ich schon immer gesehen, daß Sie aber so berückend schön aussehen können, sehe ich erst heute abend."

Da erst hob Rosemarie den Kopf und sah in die Augen ihres stellvertretenden Direktors Doktor Wangenheim.

Herr Doktor!" Es war ein gedämpfter Schrei maßloser Ueberraschung. Wangenheim, der von den Kolleginnen so vergötterte, verehrte Wangen­heim! Er, um dessentwillen sie von der Anna Lobe jebtn Tag die häßlichsten Schikanen über sich er« gehen lassen mußte, nur, weil er einmal jenen kleinen dummen Scherz gemacht hatte.

Wangenheim, der durch einen befreundeten Di­plom-Ingenieur heute abend hier eingeladen war, hatte Rosemarie sofort entdeckt. Sein Herz klopfte. Dieses kleine Tippfräulein, dessen auffallende Er­scheinung er im Büro schon so oft heimlich bewun­dert hatte, sah ja bildschön aus.

Rosemarie stand schweigend da, bis die Musik das Zeichen zum Beginn gab. Langsam setzten sich die ersten Paare in Bewegung. Rosemaries Un­sicherheit wich. Es schien nicht so schwer zu sein. Man brauchte nur nachzumachen, was die anderen oortanzten. Wunderhübsch war Ja so eine Polo­naise. Die vielen Figuren! Wie sich der Reigen löste und wieder schloß. Rosemaries Füße, die noch nie das glatte Parkett eines Tanzsaales betreten hatten, schwebten graziös darüber hin, als sei das gar nichts Ungewöhnliches.

Ein Walzer schloß die Polonaise ab. Rosemarie flog, von Wangenheim sicher geführt, durch den Saal. Immer schlug sie verwirrt die Augen nieder, wenn seine heißen dunklen Augen die ihren suchten.

Ringleins waren in bester Laune. Rosemarie und Ilse tanzten jede Tour. Ilses Neid auf Rosemarie schwand, als diese ihr erklärte, daß der elegante junge Herr, der sie so häufig aufforderte, ein Vor­gesetzter von Bachstedt sei. ________________

Rosemarie öffnete schon ihr Täschchen und klap­perte mit den Schlüsseln. Aber Wangenheim biß sich auf die Lippen. Sollte er sich um den Abend betrogen sehen?

Ganz nahe beugte er fein Gesicht über das ihre, aber Rosemarie zuckte zurück. Da sagte er in die mädchenhafte Angst ihrer schreckhaft geweiteten Augen hinein mit unsagbarer Weichheit:

Hab doch keine Angst vor mir! Schlaf schön!" Aber während Rosemarie eine Sekunde lang be­sinnend die Augen schloß, riß er sie plötzlich in seine Arme und bedeckte ihren Mund, der ihm entgegen­blühte, mit Küssen.

Die Stunde verrann. Dom Kirchturm schlug es fünf Uhr.

Da löste sich Rosemarie gewaltsam aus Wangen­heims Armen, aber auf ihrem schönen Gesicht lag so viel Seligkeit und Hingabe, daß es ihn zwang, ihr ehrerbietig die Hand zu küssen.

Wie Rosemarie die Treppen hinaufgekommen war, wußte sie nicht. Sie lag noch lange mit glän­zenden Augen da, hörte die rauschende Musik des Festes, hörte Wangenheims bewundernde, werbende Worte und fühlte feine Lippen auf ihrem Munde, den kein Mann vor ihm geküßt hatte.

2. Kapitel.

Die elektrische Uhr zeigte auf ein Viertel vor acht Uhr, als Anna Lobe als Erste die Büroräume von Bachstedt & Co. betrat. Sie war sich über die treibende Kraft ihres Handelns selbst nicht klar, aber mit dem sicheren Gefühl der Intrigantin wit­terte sie, daß mit der Neuß und Doktor Wangen­heimiryend etwas nicht stimmte". So lauerte sie und schnüffelte schon seit Wochen herum, ohne je­doch etwas anderes zu entdecken, als daß Rosemarie seit einiger Zeit wie verändert war. Selbst ihre gehässigsten Worte schienen an dem Mädchen abzu- aleiten. Immer antwortete sie auf den härtesten Tadel mit gleichmäßig liebevoller Demut. Es war etwas so großartig Verzeihendes in all ihren Wor­ten und Bewegungen, daß manche es fühlten und in einer plötzlichen Aufwallung vergessener Emp­findungen ihr mit derselben Herzlichkeit entgegen­kamen.

Ja, manchmal wußte die Lobe ganz genau, daß sie mit ihren dauernden Versuchen, Rosemarie bei den Kollegen zu verkleinern, kaum Gehör mehr fand. Aber am härtesten traf es sie stets, wenn Wangenheim durch die Büroräume schritt und in seiner lässig-vornehmen Art nicht mehr wie früher sie, sondern fast ständig Rosemarie zum Diktat bat. Dann glaubte sie zu sehen, wie der glückliche Schein, der schon seit Wochen aus Rosemaries Augen strahlte, sich noch vertiefte, wie die Glut ihrer zarten Wangen noch purpurner wurde. Und Wangenheim lächelte immer so liebenswürdig, ja, manchmal war fast eine scheue Befangenheit dieser Gans gegenüber in feiner wohllautenden Stimme.

Anna Lobe tobte bann innerlich, und wenn Rose­marie mit gesenkten Augen aus dem Chefzimmer

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Die nächste unentgeltliche Beratungsstunde für Nerven- und Seelenkranke findet am Dienstag, dem 27. Februar 1934, nachmittags 2 Uhr, im Unter« fuchungszimmer des neuen Kreishauses statt.

Kreiswohlfahrtsamt. 1205C

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