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wir wollen daher auch in dieser Lrinnerungs- stunde unserer Bewegung das Bekenntnis und das Gelöbnis ablegen: In unserem ganzen Der- hallen, in unserem ganzen Wirken, in unserer ganzen Auffassung und Aufführung nicht abzu­weichen von dem, was wir viele Jahre als nationalsozialistisches Ideal gepredigt haben. Wir wollen auch in der Zukunft nichts anderes als Beauftragte des Volkes fein und unser Le­ben auch in der Zukunft so gestalten, daß wir vor den Augen eines jeden Deutschen anständig und in Ehren bestehen können. Es ist notwen­dig, dah die Bewegung immer wieder, Jahr für Jahr, sich dieses Bekenntnis vor Augen hält, denn nur so wird die Verbindung der Führung mit dem ganzen deutschen Volk für immer garantiert sein. In dieser Verbindung aber liegt die festeste Garantie für die Zukunft.

Wir sind daher auch der Ueberzeugung, daß wir immer wieder vor dieses Volk hintreten müssen. Wir erleben es jetzt in einem anderen Staate, wo­hin es führt, wenn man nicht mehr den Mut hat, vor die Nation hinzutreten und sie um ihr Be­kenntnis zu bitten. (Stürmischer Beifall.) Niemals darf es bei uns so weit kommen, daß wir aus Anast, eine Ablehnung zu erfahren, vielleicht zur Gewalt greifen müssen! Stets wollen wir dessen eingedenk sein, daß die Kräfte des deutschen Volkes nicht im Innern vergeudet werden dürfen. Wir wollen daher auch in der Zukunft wenigstens einmal in jedem Tag dem Volk die Möglichkeit geben, sein Urteil über uns zu fällen. So wie wir früher in 10 000, in 100 000 einzelnen Kundgebungen vor das Volk getreten sind, um immer wieder sein Votum zu erbitten, so müssen wir auch in Zukunft diesen Kampf fort­führen in 10 000 und 100 000 Kundgebungen und Versammlungen, um jedes Jahr wenig st ens einmal einen Appell an die gesamte Nation zu richten. Geht der Appell schlecht aus, dann soll keiner sagen: das Volk ist schuld, sondern er soll wissen: Die Bewegung ist träge geworden, die Bewegung kämpft nicht mehr richtig, die Bewegung hat die Fühlung mit dem Volke verloren. Und dann wird man daraus er­neut lernen können, wieder in das Volk hineinzugehen. Darin liegt unsere Kraft. Kein Politiker kann der Welt gegenüber mit mehr auftreten, als er hinter sich hat.

wenn uns das Schicksal die Kanonen genom­men Hal, die Maschinengewehre, die Flugzeuge und die Tanks, dann sind wir um so mehr ver­pflichtet, wenigstens das Volk in seiner Ge­samtheit um uns zu scharen. (Stürmischer Bei­fall.) Das ist zugleich auch die größte Friedens­politik, die denkbar ist. Wer ein ganzes Volk vertritt, der wird sich reichlich die Folgen über­legen, die ein leichtsinnig vom Zaun gebrochener Streit nach sich ziehen kann! Der nur einen kleinen Klüngel sein eigen nennt und fürchten muß, vom Volke beseitigt zu werden, der mag der Versuchung verfallen, durch äußere Erfolge die mangelnden inneren auszugleichen. Wir brauchen keine außenpolitischen Erfolge, um das Volk zu gewinnen, denn das Volk ge­hört uns. (Stürmischer Beifall und langan­haltende Heilrufe.) Wer ein ganzes Volk in feiner Gesamtheit hinter sich fühlt, der wird besorgt sein, daß er dieses Blut nicht leicht­sinnig vergeudet, und er wird unent­wegt daran denken, die Interessen des Volkes wahrzunehmen mit den Mitteln des Friedens, der Arbeit und der Kultur, die der Geist dem

Menschen gegeben hat.

Er wird nur im äußersten Notfälle appellieren an die nationale Kraft? Wer aber sein Volk so hinter sich weiß und hinter sich hat, der kann dann auch schweren Zeiten ruhig entgegensehen. (Lebhafter Beifall.) Wenn wir eintreten für einen wahrhaften Völkerfrieden, so können wir aber auch verlangen, daß dem deutschen Volke das nicht verweigert wird, was jedes anständige Volk zu fordern berechtigt ist. Darum sind wir ebenso fanatische Verfechter des Friedens wie wir Verfechter der Rechte und damit der Gleichberechtigung und damit der Lebens- rechte der deutschen Nation sind.

Wir wollen in dieser Stunde, in der wir uns gemein­sam als erste Repräsentanten der nationalsoziali­stischen Bewegung fühlen, auch derer geden­ken, die aus unseren Reihen den heutigen Tag nicht mehr erleben können. (Die Ver­sammlung erhebt sich.) Die Saat, die sie mit ihrem Opfer persönlich dem deutschen Volke geschenkt haben, ist als Ernte aufgegangen. Ihre Not und ihr Leid ist zum Unterpfand der deutschen Zukunft geworden. Ihre Opfer müssen uns aber lehren, daß keiner auch nur eine Sekunde zögert, wenn das Schicksal von uns dasselbe Opfer fordern sollte E i n deutsches Volk, e i n deutsches Reich, eine einmütige deutsche Nation, stark, frei, geachtet, lebensfroh, weil ihr das Leben wieder möglich geworden ist. So wollen wir in dieser Stunde un­seren alten Kampfruf erheben:Unserer National­sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, unserem deutschen Volk und unserem Deutschen Reich Sieg-Heil?"

Heute wird Gdeu von Mussolini empfangen.

Rom, 25. Febr. (DNB.) Großsiegelbewahrer Eden, der in Rom eingetroffen ist, hat mit ita­lienischen politischen Kreisen noch keine Füh­lung genommen, sondern sich bisher lediglich von dem englischen Botschafter über die römische Auf­fassungen unterrichten lassen und sich dem Studium des aus London vorliegenden Materials gewidmet. Sein Empfang durch Mussolini ist auf Montag, 17 Uhr, festgesetzt. Vorher wird er jedoch wahr­scheinlich eine Besprechung mit Staatssekretär Suvich haben. In römischen politischen Kreisen vertraut man darauf, daß die Besprechungen nut Eden einen günstigen Verlauf nehmen werden. Man legt freilich Wert darauf, daß das ita­lienische Memorandum die Grund­lage der Besprechungen abgeben solle. Auch Berlin, so erklärt man, ziehe das italie­nische Memorandum als Besprechungsgrundlage vor.

Suvichinkognito in Wien".

W i e n, 24. Febr. (DNB.) Das unerwartete Ein­treffen des italienischen Staatssekretärs Suvich in Wien wird in diplomatischen Kreisen als ein neues Anzeichen für den jetzt mit großem Nachdruck be­triebenen diplomatischen Versuch Italiens zur Siche­rung seines Einflusses in Oesterreich und Ungarn

angesehen. Zu dem Besuch wird amtlich verlaut­bart, daß Suvichincognito für einige Stunden" in Wien eingetroffen sei. Suvich empfing in den Nachmittagsstunden den Bundes­kanzler Dollfuß mit einigen leitenden Beamten des Auswärtigen Amtes in der italienischen Ge­sandtschaft zu einer längeren Unterredung. In den Abendstunden verließ Suvich Wien im K raftwagen und bestieg sodann unterwegs den Schnellzug nach Rom, um eine offizielle Ver­abschiedung auf dem Bahnhof zu vermeiden Eine amtliche Mitteilung über die Unterredung wird nicht veröffentlicht. Man betont auf italienischer Seite, daß der rein private Charakter dieses Besuches in jeder Richtung hin gewahrt worden ist. Unterredungen mit dem Vizekanzler Fey und dem Heimwehrführer Starhemberg, haben nicht stattgefunden.

Mehr Polizisten als Demonstranten.

Ruhiger Verlauf des Londoner Hunger­marsches.

London, 25. Febr. (DNB.) Die Kundgebung der kommunistischen Hungermärschler am Sonntag­nachmittag im Hyde-Park verlief vollkommen ruhig und ohne irgendeinen Zwischenfall. Es wur­den nur zwei Kommuni st en verhaftet. Das Interesse der Oeffentlichkeik an der Kundgebung war sehr gering, wozu auch das schlechte Wetter mit beitragen mochte. In der Gegend des Hyde- Parks sah man mehr Polizisten als De­monstranten. Die Zahl der demonstrierenden Kommunisten aus allen Teilen Englands betrug nicht einmal 2000, während insgesamt 20 000 Schutzleute zu Fuß und zu Pferde aufgeboten wor­den waren. In Viererreihen geordnet und von Hun­derten von Polizisten geleitet, marschierten die Kom­munisten von der Peripherie Londons nach dem Hyde-Park. Sie nahmen am Schluß der Kund­gebung eine Entschließung an, in der u. a. die so­fortige Zurückziehung der neuen Arbeitslosengesetze und die Einführung der 40-Stunden- W o ch e gefordert wurde. Die Hungermärschler wer­den einige Zeit in London bleiben, in der sie Ab­ordnungen in das Unterhaus und zum Minister­präsidenten senden wollen.

Meine politische Nachrichten.

Zur Führerin der NS.-Frauenschaft und zur Führerin des deutschen Frauenwerkes ist Frau S ch o l tz - K l i n k ernannt worden. Gleich­zeitig wurde Frau Scholtz-Klink mit der Stellver­tretung des Amtsleiters imAmt für Frauenfchast

Berlin, 25. Febr. (DNB.) Aus Anlaß des Heldengedenktages hatten am Sonntag alle Dienst­gebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden und sonstiger Körperschaften sowie die Kirchen und die Privathäuser die Fahnen auf Halbmast gesetzt. In den Kirchen wurde in den Gottesdiensten der toten Helden besonders gedacht. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der feierliche Staats­akt in der Staatsoper Unter den Lin­den, der am Mittag stattfand. Punkt 12 Uhr erschien in der Staatsloge der Reichspräsi­dent Generalfeldmarschall von Hindenburg, gefolgt von Reichskanzler Adolf Hitler, der am frühen Morgen aus München wieder in der Reichshauptstadt eingetroffen war. Alle Anwesen­den erhoben sich von den Plätzen und grüßten mit erhobenem Arm. Der Reichspräsident nahm in der Mitte der ersten Logenreihe Platz. Rechts von ihm Reichskanzler Adolf Hitler, Vizekanzler von Popen, Reichsminister Dr. Goebbels, zu seiner Linken Reichswehrminister von Blom­berg, Reichsminister Ministerpräsident (Bärin g, Reichsminister Seldte. In der zweiten Reihe sah man die Reichsminister Freiherr von Neu­rath, Graf Schwerin von Krosigk, Dr. Gürtner und Freiherrn von Eltz- R ü b e n a ch , den Chef der Heeresleitung General FreiherrnvonFritsch, den Chef der Marine­leitung Admiral Dr. h. c. Raeder und zahlreiche hohe Offiziere sowie SA.- und SS.-Führer. Im Ersten Rang und in den Logen hatten die Staats­sekretäre des Reiches und Preußens, der Berliner Polizeipräsident, die Polizeigenerale, viele hohe Offiziere des alten Heeres und der Reichswehr so­wie die hohe evangelische Geistlichkeit, die Führer des Kyffhäuser und der Parteiorganisationen ihre Plätze.

Als der Reichspräsident und der Reichskanzler Platz genommen hatten, ertönten die ernsten Klänge von Beethovens Coriolan-Ouvertüre. Der Vorhang zur Bühne öffnete sich, und man sah im Hintergrund auf schwarzem Samt drei große silberne Kränze. Der mittlere von ihnen war auf schwarzweißrotem Tuch, das das Eiserne Kreuz zeigte und von Hakenkreuzflaggen flankiert wurde, angebracht. Vorn auf der Bühne stand die Fah­nenabordnung der Reichswehr mit den Fahnen der alten Garderegimenter.

Die Gedenkrede hielt dann der Reichswehr­minister.

Generaloberst von Blomberg

Herr Generalfeldmarschall, Herr Kanzler, Kame­raden, deutsche Männer und Frauen! In dieser Weihestunde des deutschen Heldengedenktages, die der Erinnerung an die Toten des Weltkrieges gilt, vereinigt sich das ganze deutsche Volk in stolzer Trauer.

Als im August des Jahres 1014 die Kriegsfurie entfesselt wurde, da hatte das deutsche Volk vom Ersten bis zum Letzten seiner Glieder keine Schuld daran. Daran ändert ein aufgezwunge­nes Schuldbekenntnis nichts. Als damals eine unendliche Flamme der Einigkeit, der Hingabe, der Bereitschaft zum Tode auf dem Schlachtfeld uns alle umgab, erwärmte, erleuchtete, da waren uns die Gefühle, die später dem Geschla­genen als Schuld auf die sinkende Waagschale ge­packt wurden, wahrlich fremd. Wir zogen aus, Mann und Jüngling, der Starke und der Schwache, weil es galt, den deutschen Boden, der uns heilig ist, zu schützen. An jedes Herz drang der Ruf: Das Vaterland ist in Gefahr und alle, alle kamen.

Vor uns steht das Bild der dahinsturmenden Krieger der ersten Weltkriegsmonate, der sieges­bewußten deutschen Soldaten der folgenden schwe­ren Jahre und der trotzigen Kämpfer der Letzten

bei der Obersten Leitung der PO." beauftragt. Die Leitung des deutschen Frauenarbeitsdbenstes behält Frau Scholtz-Klink wie bisher.

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Der Oberpräsident in Münster hat die Zeitung T r e m o n i a" auf die Dauer von vier Tagen verboten auf Grund eines ArtikelsSeelsorger und Arzt" in der Ausgabe vorn 18. Februar.

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Durch Erlaß des Landesbischofs ist der rheinische Generalsuperintendent D. Stoltenhoff zum 1. April 1934 in den Ruhestand versetzt wor­den. Mit Stoltenhoff scheidet eine der bemerkens­wertesten Persönlichkeiten aus der rheinischen Lan­deskirche. 1928 erfolgte seine Ernennung zum rhei­nischen Generalsuperintenden. Nach Abgang des Präsidenten des evangelischen Oberkirchenrats D. Kappler hat Generalsuperintendent D. Sto-lten- hoff vorübergehend die Präsidentenstelle verwaltet.

Die Ratifizierungsurkunden der deutsch-pol­nischen Erklärung vom 26. Januar d. I. wurden Samstag vormittag in Warschau durch den polnischen Minister des Aeußern Beck und den deutschen Gesandten von Moltke ausgetauscht. Damit ist die Erklärung in Kraft getreten. Außen­minister Beck erklärte, er begrüße mit ehrlicher Befriedigung diesen letzten formellen Akt. Sowohl die Form des Abkommens, als auch die Art, in der die darin enthaltenen Fragen berührt und er­ledigt worden feien, unterstrichen die Klarheit dieses politischen Entschlusses der beiden Regierungen und erhöhten seine Bedeutung.Ich bin überzeugt", sagte der Minister,daß wir nunmehr eine neue bessere E p och e in den Beziehungen zu Deutsch­land beginnen.

Im Konservativen Klub der Oxforder Uni­versität kam es zu einem Wortgefecht zwischen Winston Churchill und einem jungen deutschen Studenten. Churchill hatte gestattet, daß jeder Student Fragen stellen könne. Der deutsche Student fragte:Glauben Sie, daß das deutsche Volk für den Krieg verantwortlich war?" Nach einigem Zögern sagte Churchill:I a !" Der deutsche Student erhob sich sofort und verließ unter großem Beifalk der Studenten den Versammlungs­raum.

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Der derzeitige britische Botschafter in Brüssel Str John Clerk ist zum Nachfolger des in Kürze in den Ruhestand tretenden Pariser Botschafters Lord Tyrrell bestimmt worden. Tyrrell war von 1907 bis 1915 Privatsekretär des Staatssekretärs des Aeußern Sir Edward Grey. 1925 wurde er ständi­ger Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt und 1928 übernahm er den Pariser Botschafterposten.

Monate dieses Ringens. An unserem Blick zieht vorbei der endlose Strom unserer sieg­haften Toten, deren Ruhm die Geschlechter künden werden, solange die deutsche Zunge klingt. Wir schauen zurück auf die befreiten deutschen Lande, auf die hart umkämpften Gräben im We­sten, die blutgetränkten weiten Fluren des Ostens, auf Bergesgipfel und Wüstensand, auf alle Fron­ten dieses gewaltigen Ringens, die deutsches Sie­gen und deutsches Sterben sahen. Wir trauern mit der ganzen Kraft unserer Herzen. Wohl jeder unter uns hat seine Toten zu beklagen. Verwandte, Freunde, Kameraden, und alle Toten umfangen wir als unsere Brüder einer gleichen Heimat.

Aber klagende Trauer ist nicht Sol­dat e n a r t und schlechter Totendienst wäre es, die alten vernarbten Wunden des herzens im­mer wieder aufbrechen zu lassen nur in Schmerz und Gram. Sie starben nur für die, die für sie leben. Wir sollen unseren Toten heimrecht geben, wie es einer der Besten unter ihnen selbst gefordert hat. Nicht kalter Stein, nicht totes holz ist letzte Ehrung dieser Helden. Ihr Ehrenmal soll weiter, größer sein. In unse- r e m h e r z e n soll ein Opferfeuer brennen, das nie erlöscht. In unserem Blute soll ein Talenfeuer brennen, das unser Wollen nie er­lahmen läßt. Nicht Worte dienen solchem Dank, nur Taten können Dankesschuld begleichen.

Das deutsche Volk weiß wieder, was es seinen toten Helden schuldig ist. Der heldische Ge­danke, der die deutsche Front im Kampfe gegen eine Welt bestehen ließ, ist wieder wach. Er hat das ganze Volk ergriffen und eine Jugend wächst heran, die wieder leben darf in Ehrfurcht vor dem großen Opfer, das diese zwei Millionen ihrem Deutschland brachten. Heldentum prahlt nicht mit Worten; es wird gelebt und mit dem Tode besiegelt. So war j es an der Front, wo Glaube an den Sieg, ! Liebe zu Volk und Vaterland und der feste Wille, die Heimat zu schützen zur hingebenden Pflichterfül­lung trieb. Wir beugen uns aber auch vor dem stillen Heldentum der Heimat, wo Müt­ter und Witwen das Schwere trugen und doch ihren Kindern und ihrem sonstigen Menschenkreise ein zu­versichtliches Herz und einen stolzen Sinn zeigten, wo Entsagung geübt und in Haltung getrauert wurde. Dann aber denken wir noch derer, die das härteste Los traf, der Kameraden, die unver­schuldet in Gefangenschaft fielen. Mehr als 150 000 Krieger starben auf fremdem Boden, hinter Stacheldraht, in Sehnsucht nach dem elemen­tarischen Bedürfnis jedes Menschen der Freiheit. Wir denken ihrer mit besonderer Anteilnahme und Verbundenheit.

Von Heldentum sprechen heißt z u m Nach- eifern mahnen, heißt zu neuen Opfern rufen, ohne die Großes nicht ersteht und nicht erhalten werden kann. Denn auf der Bereit­schaft zum Opfer und auf den der Verteidigung des Vaterlandes geweihten Waffen ruht der Staat. Dieser Opfergeist soll in den Reihen unserer Wehrmacht, die das heilige Erbe unse­rer gefallenen Brüder zu wahren berufen ist, aber darüber hinaus in allen Bünden und Ge­meinschaften der deutschen Männer und uer deutschen Iugend niemals verlöschen. Denn nur im solchen Opfergeist wird sich das ganze Volk wieder sammeln, wenn die Not des Vaterlan­des einmal zur Verteidigung seiner Grenzen rüst. So soll uns würdigstes Heldengedenken an diesem Tag sein, dah wir uns über alle Trauer hinweg erheben an dem Beispiel unsterblichen

Deutschland dankt seinen gefallenen Men

Oie $eier des Heldengedenktages in der Berliner Staatsoper in Anwesenheit des Reichspräsidenten und des Führers.

Opfersinns, das uns und unseren Nachkommen die Toten dieses größten Krieges gaben.

Ein neues Reich ist auferftanben, erstellten von jungen Kämpfern. Auch in diesem Kampfe war hoher Sinn, volle Hingabe und die Bereitschaft zu jedem Opfer gefordert. Auch in diesem Streite haben viele unscheinbare Helden ge­kämpft und geopfert. Ihre Todesopfer schließen wir in unser heutiges Gedenken ein. E i n neues Deutschland ist geschaffen unter der Schirmherrschaft unseres ehrwürdigen General­feldmarschalls, der im Weltkriege unser und der toten Helden Führer war; ein neues Vater­land ist uns gegeben durch den Führer, der in den grauen Reihen selbst um den Siegeslorbeer stritt. Wenn wir heute im Geist vor die heiligen Gräber des Krieges treten, dann sind wir stolz und glücklich bei allem Schmerz, weil wir bekennen können: Das Deutschland, für das ihr euer Höchstes gabt, ist wieder neu erstanden; das Volk, das einst nur dumpfe Trauer kannte, hat sich zu­rückgefunden zu den männlichen Idealen, für die feine besten Söhne draußen blieben.

Noch drücken die Fesseln eines unseligen Diktats, noch darf ein großes Volk die Waffen nicht tragen, die unsere Helden nur im Todeskampfe fallen lie­ßen. Aber wie aus dem Sterben der Natur immer wieder neues junges Leben sprießt im ewigen Wech­sel der göttlichen Bestimmung, wie eben das Le­ben den Tod immer wieder überwindet nach dem allmächtigen Willen Gottes, so wird auch im Le­ben der Völker ein neuer junger Geist immer wieder die starr gewordenenen Formen überwinden. Danken wir Mitlebenden inbrünstig, daß wir teilhaben dürfen an der Wiedergeburt unseres Volkes.

Ein Land, um dessen Grenzen Millionen von kreuzen an krieg erinnern, ein Volk, das fast eine Generation seiner Besten hingab, das die Schrecken des Krieges und einer endlos langen Nachkriegszeit in hunger und Not bis in die fernste Hütte spürte, wünscht keinen Krieg. Ein solches Volt will nur den Frieden, den es braucht, um die Wunden zu heilen und aus den Trümmern wieder aufzubauen. Aber ein Volk, das so viel Heldensinn geboren hat, kann nicht verzichten auf das freie Recht der Völker, den Schutz der Heimat. Aus allen Hel­dengräbern raunt der Ruf zur Waffenpflichl, wenn wieder einmal Deutschlands Grenzen in Gefahr sind. Den Ruf wird niemand über­hören. Und keine Macht kann uns den Glauben aus dem Herzen reißen, mit dem die Besten unseres Volkes fielen: den Glauben an ein freies deutsches Vaterland. So wollen wir uns nun erheben und die Fahnen senken. Dir grüßen unsere toten Helden in Ehr­furcht und in Dankbarkeit, mit Stolz und mit dem heiligen Eide: Wir wollen im Le­ben ihres Todes würdig sein!

Bei den letzten Worten des Ministers senkten sich die Fahnen und die Versammlung erhob sich von den Plätzen. Das Lied vom guten Kame­raden und Wagners Trauermarsch aus der Götterdämmerung, gespielt von der Staatskapelle Berlin, ertönten. Sodann nahm

der Führer

von der Loge aus das Wort: Soldaten, Männer und Frauen! Unser ewig deutsches Volk, sein Führer im großen Kriege, der Präsident des Deutschen Reiches, Generalfeldmar­schall von Hindenburg hoch, hoch, hoch! Be­geistert stimmte die Menge in den Hochruf ein. Mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel- Lied schloß die Feier.

Anschließend begaben sich der Reichspräsident und der Reichskanzler, gefolgt von den Reichsministern und den Ehrengästen, jum Ehrenmal, wo der Reichspräsident einen Kranz niederlegte und einige Augenblicke schweigend verharrte. Darauf nahmen sie, umgeben von den Ministern und der Generalität, die Parade der Fahnenkompanie, drei weiterer Reichswehrkompanien, sowie der drei Hundertschaften der preußischen Landespolizei und der PolizeigruppeGeneral Göring" ab. Bei der Abfahrt wurden der Reichspräsident, der Reichs­kanzler, die Reichsminister und die Generale, ebenso wie bei ihrer Anfahrt, von den gewaltigen Men­schenmengen, die von langen Absperrungsketten nur mühsam zurückgehalten werden konnten, stür­misch begrüßt.

Am Ehrenmal wurden während des ganzen Sonntags von Abordnungen der verschiedensten Organisationen und von Privatpersonen Kränze und Blumen niedergelegt. Das Ehrenmal trug als schlichten Schmuck an der Vorderfront zwei riesige grüne Kränze.

Zahlreiche Flugzeugunfälle in USA. 14 Tote.

Wie Reuter aus Neuyork meldet, sind während der letzten Tage zahlreiche Flugzeugunfälle zu verzeichnen, und zwar handelt es sich um Mili­tärflieger, die neuerdings den Postdienst in den Ver­einigten Staaten versehen. In den verschiedenen Teilen des Landes haben sechs Piloten ihr Leben eingebüßt. Ein mit acht Personen besetztes Verkehrsflugzeug, das in einen Schnee sturm geraten war, ist am Rande einer tiefen und engen Schlucht zerstört aufgefunden worden. Die Jn- faffen sind bei dem Unglück ums Leben gekommen.

Wettervoraussage.

Nachdem die Ausläufer des sich heute über Skan­dinavien bewegenden Störungssystems auch bei uns Niederschlagstätigkeit veranlaßt haben, baut sich im Nordwesten wieder hoher Druck auf. Aus ihm stießen recht kalte Luftmassen südwärts, die beim Vordringen auf das Festland den Witterungscha­rakter unbeständig gestalten und Temperaturrück­gang zur Folge haben. Stellenweise tritt in der Nacht leichter Frost ein. Auch kommt es infolge der Kaltluft zu schauerartigen Niederschlägen, die teils, besonders in den Bergen, als Schnee fallen werden.

Aussichten für Dienstag: Wechselnd- wolkig mit vorübergehendem Aufklaren, im gan­zen kalter, stellenweise nachts leichter Frost, einzelne Schauer, teils als Schnee.

Aussichten für Mittwoch: Weiterhin unbeständiges und naßkaltes Wetter.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theoder Kümmel. DA. 1.34: 11 700. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.