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M. 250 Erstes Blatt

184. Jahrgang

Donnerstag, 25. ©Woher 1934

Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild DieScholle Monats Bezugspreis:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte 1.80 Zustellgebühr .. - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Gleichberechtigung zur Gee oder Wettrüsten.

Japans Ultimatum an die grogen Seemächte fordert Abschaffung der Angriffswaffen oder gleiche Gesamttonnagen mit Amerika und England.

Die Amerikaner werden vielleicht morgen mit den Engländern verhandeln. Die japanischen Vorschläge wurden heute an Präsident Roo­sevelt gekabelt. Die amerikanische Abordnung leugnet nicht, daß einer der stärksten Punkte in Japans Forderungen sein Verlangen nach Gleich­heit der Verteidigungsrechte sei.

Die Gefahr eines Luftangriffs für England.

Hailsham fordert Verstärkung der Territorialarmee.

London, 25. Okt. (DRV. Funkspruch.) Kriegs­minister Lord Hailsham benutzte in einer Rede den Rekordflug EnglandAustralien zu einem Hin­weis auf die Gefahren, die England von einem Luftangriff drohen würden. Er be­dauerte, daß die Zahl der Territorial-

Italiens Riesen-Kriegsschiffe.

Rom, 24. Okt. Die beiden neuen Riesenschlacht­kreuzer sollen am 28. Oktober auf Kiel gelegt wer­den. Während des Sommers sind die Konstruktions­arbeiten derart vorgeschritten, daß gleichzeitig mit dem Legen der Kiele 250 Tonnen Stahlplatten mit jedem Kiel vernietet werden können. Damit erhält man einen Begriff von der Energie, mit welcher an' diese gewaltige Verstärkung der italienischen Streitkräfte zur See herangegangen wird. Der Bau der beiden 35 000-Tonnen-Kreuzer bedeutet eine Abkehr von' Mussolinis bisher beim Flottenbau be­folgten Prinzipien. Es scheint, daß die jetzige Ent­scheidung in Verbindung mit der Stellungnahme Italiens gegenüber der schwebenden Revision des Vertrages von Washington steht. Eines der beiden Riesenschiffe wird in Triest, das andere auf der Werft von S e st r o bei Genua gebaut werden. Sie werden, abgesehen von dem \ britischen SchlachtkreuzerHood" (42 000 Tonnen), ! die beiden größten Kriegsschiffe der W e l t und jedenfalls die größten sein, die Italien i unter dem Vertrage von Washington bauen darf. Nur zwei Kriegsschiffe anderer Flotten können zum Vergleich mit ihnen herangezogen werden, nämlich die britischen SchlachtschiffeNe l s o n" undR o d - n e y", die mit je 33 500 To. nur um 1500 Tonnen kleiner sind, als Italiens neue Riesenkreuzer.

Berlin, 25. Okt. (DNB.-Funkspruch.) Der in Oestergötland lebende greise schwedige Nationaldich- ! ter und Nobelpreisträger Verner von Heide n- st a m, von dem gewisse Kreise behauptet hatten, er hätte seine Einstellung zu Deutschland geändert, er­klärte im Berliner Lokalanzeiger:Kein Land steht uns Schweden auf allen Gebieten n ä - her als Deutschland. Unsere romantische Epoche im 19. Jahrhundert war deutsch beeinflußt, unsere Philosophie ist deutscher Herkunft und ebenso unsere Staatskirche, die auf dem Werk Martin Luthers aufbaute. Der Name Gustav Adolf und die ganze Entwicklung des Dreißigjährigen Krieges beweisen am besten unsere Schicksalsver­bundenheit. Ganz besonders muß unsere nordische Literatur Deutschland dankbar sein. Sie ist gerade jetzt das verwöhnte Kind der deutschen Leserschaft; niemand in Skandinavien kann sich hierüber be­schweren.

Ich halte unbedingt daran, daß an unserer Deutsch-Orientierung nicht gerüttelt

truppen in den letzten 12 Monaten um 2000 Mann zurückgegangen sei und betonte, daß diese Tatsache zum Teil auf einetörichte Art von Pseudo-Pazifismus" zurückzuführen fei, durch den gewisse Politiker die Friedensliebe des Volkes aus­beuten wollten. Es sei richtig, daß der Aermel- kanal nicht mehr die Verteidigungs» grenze bilde. Baldwin habe gesagt, die englische Grenze sei jetzt der Rhein. Hiermit habe Bald­win zweifellos gemeint, daß die Gefahr von An­griffen feindlicher Flugzeuge in dem Maße ver­mindert werde, je ferner der Feind ge­halten werde. Auch werde dadurch Zeit ge­wonnen, in der die britischen Flugzeuge gewarnt werden und sich bereit machen könnten. Die Nation verlasse sich jetzt mehr und mehr darauf, daß die Territorialtruppen als Reserve des stehenden Heeres die Aufgabe der Landesverteidigung übernehmen.

tim die NoiienparM im Mtelmeer.

Deutsch-schwedische Gchicksalsverbundenheit.

Frankreich auf der M

Paris, 25. Okt. (DNB.) Kriegsmarineminister P i e t r i wurde von einem Mitarbeiter desFi­garo" über die Londoner Flottenoerhandlungen und über feine Ansicht über den Bau der beiden italienischen Großkampfschiffe befragt. Der Minister erklärte, Italien sei vertraglich durchaus berechtigt, Panzerkreuzer von der höchstzulässigen Tonnenzahl zu bauen, ob­wohl die meisten seefahrenden Nationen, insbeson­dere England, den Wunsch geäußert hätten, man solle sich möglichst auf einer niedrigeren Ton­nage halten. Das italienische Vorgehen müsse selbst­verständlich bei diesen Nationen R ü ck w i r k u n « gen ausüben, die sich zweifellos bald zeigen wür­den. W,ie England, die Vereinigten Staaten und Japan würde auch Frankreich bald dahin kom­men, die drei Großkampffchiffe, um deren Bau es habe herumkommen sollen, auf Kiel zu legen.

Die Londoner Flottenverhandlungen würden auf­merksam verfolgt. Frankreichs Stellung sei den Vertragspartnern bekannt. Die Washingtoner Flo- tenkonferenz habe vor zehn Jahren ähnlich begon­nen und eines schönen Tages seien Vertreter Frank- reichs von den in ihrer Anwesenheit gefaßten Beschlüssen in Kenntnis gesetzt worden. Ein solches Manöver werde dies­mal mißlingen.

werden darf. Als besonders schmählich wurde ich es ansehen, mich jetzt von Deutschland loszusagen, zu einer Zeit, wo überall in der Welt so sehr gegen Deutschland gearbeitet und gehetzt wird. Nein, gerade jetzt halte ich an dem fest, was ich immer gesagt und geglaubt habe. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß sehr vieles von dem, was in den ausländischen Zeitungen geschrieben wird, tendenziös ist. Ich weiß natürlich, daß eine so große Umwälzung und geistige Umstellung, wie sie jetzt in Deutschland vor sich geht, nicht reibungslos und glatt verlaufen kann. Meine Ansicht ist nach wie vor, daß das neue Deutschland durch seine Arbeit gegen den Bolschewismus die kommunistische Welle in Deutschland zum Stehen ge­bracht hat und damit die europäische Stel­lung rettete. Deshalb müssen wir Deutschland von ganzem Herzen dankbar sein und hoffen, daß es Über alle Schwierigkeiten glücklich hinweg­kommt."

Amerika wählt!

Es gab Zeiten, und sie liegen nicht weit zurück, werden vielleicht auch wieder kommen, in denen man Wahlen in den Vereinigten Staaten wie ein großes politisches europäisches Ereignis betrachten mußte. Der amerikanische Präsident hat nach der Verfassung eine fast unabhängige Stellung. Er ernennt seine Minister-Mitarbeiter selbst, und diese sind nur ihm und nicht den parla­mentarischen Vertretungen, dem Repräsentanten­haus und dem Senat verantwortlich. Aber in dem Lande, das bis in das Bewußtsein des , letzten amerikanischen Bürgers demokratisch organisiert ist, ist der Präsident genötigt, seine Hand ständig am Pulsschlag der öffentlichen Mei­nung zu halten, wenn er nicht bei der nächsten entscheidenden Wahl von der Volksstimmung be­seitigt werden will. Dies gilt natürlich vor allem von den Präsidentschaftswahlen, aber auch von denen zu den parlamentarischen Vertretungen, die ja das sicherste Barometer abgeben.

Dies hat dazu geführt, daß große prinzi­pielle Entschlüsse, insbesondere solche, die das Verhältnis zum Ausland, vor allem die Stel­lung der Union zu den großen europäischen Fragen enthalten, ungefähr ein Jahr vor einer großen Wahlentscheidung gewöhnlich nicht gefaßt wer­den konnten, weil sie eine zu unsichere und gefähr­liche Plattform für die Wahlagitation bildeten. Man erinnert sich daran, wie im Kriege die lange schwe­bende Frage einer amerikanischen Intervention zu­gunsten des Friedens und der schließliche Entschluß, aktiv in den Krieg einzugreifen, von den Wahl­aussichten des damaligen Präsidenten Wil - s o n abhängig waren und wie sich auch die Politik der europäischen Kriegskabinette nach diesem Ge­sichtspunkt zu orientieren hatte. Auch an den Jah­ren nach dem Kriege ist dies in den Fragen, wie Amerika sich zur europäischen Reparationspolitik und überhaupt zur aktiven Beteiligung an euro­päischen Fragen stellen werde, stets von ausschlag­gebender Bedeutung gewesen, mehr als einmal war Sie Stagnation in der Entwicklung prinzipieller europäischer Fragen darauf zurückzufuhren,, daß man genötigt war, auf noch lange nicht fällige Wahlen inAmerika zu warten.

Diese Erscheinung ist neben dem vielfachen Ver­sagen der parlamentarischen Demokratie in den europäischen Kernländern dieses Systems eine der Ursachen und Begründungen dafür, daß die Ueber­zeugung, aktionsfähigere Einrichtungen durch mit größeren Machtvollkommenheiten ausgerüstete auto­ritäre Regierungen zu schaffen, immer mehr an Boden gewonnen hat. Die Vereinigten Staaten selbst haben, schon bevor in Deutsch­land das parlamentarische System beseitigt, und ohne daß in der Welt viel Aufheben? davon gemacht wurde, diesen Weg resolut beschritten und die Voll­machten des Präsidenten, namentlich auf wirtschaft­lichem Gebiet, so erweitert, daß man sehr wohl von einer Präsidentschaftsdiktatur sprechen kann. Präsi­dent Roosevelt hat von seiner Stellung einen denkbar umfassenden Gebrauch gemacht. Er war seinerzeit gegen seinen Mitbewerber und die Präsi­dentschaft, Hoover, dem man allzu große Passi­vität gegenüber den großen sozialen und wirtschaft­lichen Aufgaben der Depressionsperiode vorwarf, gewählt worden, weil man von seiner energischen und zupackenden Persönlichkeit erwartete, daß er das Land wieder langsam zu jenerProsperity" zurückführen werde, das für jeden Amerikaner das ausschlaggebende politische Zauberwort ist.

Roosevelt hat diese Erwartungen auch gerechtfer­tigt. Durch große, für das Land, in dem bisher die Privatinitiative alles, die Staatshilfe nicht bedeutete, ganz neue Maßnahmen auf sozialem und wirtschaft­lichem Gebiet wir nennen nur die Schaffung eines großzügigen Arbeitsprogramms zur Ankurbe­lung und Regelung der wirtschaftlichen Produktion und den Entwurf einer, in Amerika bisher gänz­lich unbekannten fokalen und industriellen Versiche­rung, hat Roosevelt den Versuch gemacht, die Gefahren einzudämmen, die in einer Fortdauer der bisherigen Zustände zweifellos für das Staatsgefüge gegeben wären. Die großen Streiks die Unruhen der Arbeitslosen, der Rückgang der öffentlichen Moral und viele andere Symptome lassen dar­auf schließen, daß auch für dieses Land, in dem bisher die europäischen Begriffe Sozialismus, Ge­werkschaftspolitik ober gar bolschewistische Gefahr so gut wie nichts bedeuteten, andere Zeite gekommen sind. Trotz des Fehlens einer zuverlä - figen Statistik kann man die Zahl der Arbeitslosen auf rund zehn Millionen schätzen; sechzehn. Mil­lionen Menschen leben von der öffentlichen Wohl­tätigkeit, die bisher in Amerika im wesentlichen die sozialen Verpflichtungen des Staates getragen hatte, aber bei fortdauernder Depression natürlich immer weniger genügt.

Präsident Roosevelt hat nach seiner Rückkehr aus den Ferien in einer Reihe von öffentlichen Kund­gebungen die energische Fortführung feines Reformwerkes angekündigt, das im einzelnen viel umstritten ist, das in der Öffentlichkeit jedoch insofern Anklang gefunden hat, als das Motto des deutschen Nationalsozialismus, es sei besser, etwas, wenn auch manchmal Fehlerhaftes zu tun, als gar nichts z u tun, auch vom ame­rikanischen Volke als richtig empfunden wird. Die im November bevorstehenden Wahlen stehen un­ter diesen Umständen ausschließlich unter den wirt­schaftlichen und sozialpolitischen Gesichtspunkten des Roofeveltschen Programms. Es handelt sich um die (Erneuerung sämtlicher Sitze des Repräsentan­tenhauses und eines Drittels der Mandate i m Senat. Gleichzeitig werden in den einzelnen Staaten neue Gouverneure und neue Staatsparlamente gewählt. Nach den Be­richten über die Stimmung des amerikanischen Vol­kes scheint es nicht zweifelhaft zu fein, daß die

Washington, 24. Okt. (DRV.) Von maß-; geblicher japanischer Seite wurde heute Japans Stellungnahme zur Erneuerung des Flottenpaktes unzweideutig formuliert. Japan fei entschlossen, bei olgenden Gesichtspunkten zu beharren:

1. Es kann keinerlei Kompromiß geben über die Frage der R ü ft u n g s g l e i ch h e i t, die Japan unter allenUm ständen verlangt und durch Kündigung der Floltenverträge von Washing­ton und London aus eigene F a ust durch- e h e n werde, falls England und die Vereinigten Staaten die Erfüllung dieser Forderung Japan nicht zugestehen.

2. Das grundsätzliche Recht auf Gleichheit der Flottenstärke anstatt des bisherigen Verhältnisses 5:5:3 wird von Japan benötigt, weil die gegen­wärtige Inferiorität Japans zur See das A n - ehen Japans in Oftafien untergräbt und eines Tages Lhina zum Angriff auf Japan veranlassen könnte.

3. Die Gleichheit ist ferner deshalb erforderlich, weil das japanische Volk die st ä n d i g e An­wesenheit der überlegenen amerika­nischen Flotte im Stillen Ozean als gegen Japan gerichtet ansieht und deshalb sich stän­dig dieser Angriffsdrohung ausgesetzt fühlt.

4. Wenn die Vereinigten Staaten nicht die Ab- icht haben, Japan anzugreifen, dann brauchen sie auch keine überlegene Flotte im Stillen Ozean.

5. Japan schlägt vor die Abschaffung der Linienschiffe, der Flugzeugmutter- ch i f f e sowie möglichst auch die der großen Panzerkreuzer evtl, schließlich auch die der Unterseeboote.

6. Falls England und die Vereinigten Staaten hierauf nicht eingehen sollten, schlägt Japan vor, daß allen drei Seemächten die gleiche P a u - dialtonnage zugebilligt wird, wobei es jedem Land überlassen bleiben soll, für welche Kriegsschiffskypen diese Tonnage benutzt werden soll.

7. Sollten die Vereinigten Staaten und England diese Gleichheit nicht bewilligen, so wird Ja­pan die Verträge kündigen. Es ist durch­aus bereit, sich auf ein Wettrüsten einzulassen.

8. Das japanische Volk verfügt über hinreichende Geldmittel, um ein solches Rennen durchzuhalten. Die amerikanische Flotte auf der Fahrt

'n den Pazifik

Cristobal (Panama), 24. Ott. (DJtB.) Ganz unerwartet erschien am Mittwoch die amerika­nische Flotte in der Limon-Vai. Kur; darauf be­gann die Durchfahrt von 88 Kriegs­schiffen durch den Panamakanal in Richtung zum Stillen Ozean. Wan erwartet, daß die Durchfahrt durch den Kanal innerhalb 40 Stunden durchgeführt fein wird. Inzwischen ist jeder Handelsver­kehr auf dem Panamakanal eingekeilt.

Amenkanisch-japamfÄe Besprechungen

London, 24. Okt. (DNB.) Heute begannen die amerikanisch-japanischen Flottenbespre­chungen. Nachdem die Japaner ihre Haltung all­gemein begründet hatten, baten die Amerikaner um nähere Aufklärung. Der amerikanische Sonderbe­auftragte Davis erklärte, die Besprechungen hät­ten keine politischen und wirtschaftlichen Einzel­heiten berührt. Die Haltung der Japaner habe keine Ueberraschung geboten. Die Amerika­ner und die Japaner werden eine weitere Zusam­menkunft nach der neuen englisch-japanischen Be­sprechung am nächsten Freitag haben, in der die Japaner ihre Pläne genauer entwickeln werden.

demokratischen Kandidaten die republikanische Oppo­sition noch weiter zurückdrängen werden. Wenigstens haben die Wahlen im Bundesstaate Maine, die nach den Bestimmungen nicht im November, son­dern schon zwei Monate vorher stattfanden, einen vollen Sieg der Demokraten, also der Roofeveltschen Richtung, gebracht.

Die Wahlen in den Vereinigten Staaten haben eine Beoeutung für Deutschland und Europa in dem oben geschilderten aufschiebenden oder entscheiden­den Sinne nicht. Amerika hat sich, seitdem es durch die Folgen der Wirtschaftskrise mit der Ordnung und Sicherung seines eigenen Hauses vollauf be­schäftigt ist, immer mehr von den europäischen Er­eignissen distanziert. Dagegen ist der Ideengehalt, des amerikanischen Wahlkampfes für Deutschland inso­fern von Wichtigkeit, als vieles in dem wirtschaft­lichen und sozialen Programm Roosevelts verwandt ist mit den Lösungen, die das nationalsozialistische Deutschland für die großen drängenden Zeitfragen der Arbeitslosigkeit und des Eintretens der Volks­gesamtheit für die aus dem Wirtschaftsprozeß her- ausgefchleuderten Einzelnen gefunden Hot. In dem Votum des amerikanischen Volkes für Roosevelt liegt deswegen, wenn auch vielen Amerikanern noch un­bewußt, eine Anerkennung und Billigung des deut­schen Weges.

Roosevelt fordert großzügigere KreditpoM.

Washington, 25. Okt. (DNB.-Funkspruch.) Auf dem 60. Jahreskongreß der amerikanischen Bankiers erklärte Präsident Roosevelt, daß er d i e Führung in allen nationalen Dingen habe und über die Finanzpolitik besser entscheiden könne als die Bankiers. Die Bankiers stellten nur eine Gruppe des amerikanischen Volkes dar und seien noch dazu unter s i ch selbst un­einig, während die Regierung das ganze Volk vertrete und zum Besten des Gemeinwohls handele. 1933 habe er die Banken vor dem Zu- ammenbrud) gerettet und das Volk aufgefordert, wieder Vertrauen zu den Banken zu haben. Nun verlange er von den Bankiers Vertrauen zu Volk und Regierung. Er fordere, daß die Banken ohne ängstliche Rücksicht auf Geldflufstgkeit großzügig und auf lange Sicht Geld verleihen, um Unternehmer wie Arbeiter wirtschaftlich wieder hoch zu bringen. Wenn die Privatbanken dieft snflicht nicht erfüllten, müsse die Regierung durch ihre zahlreichen Kreditstellen s e l b st die Wirtschaft finanzieren. Es liege also im eigenen Interesse der Banken, an der Herstellung gesunder Linkommens-

verhältnisse mitzuarbeiten, und zwar verstehe er unter Einkommen nicht nur die Bankzinsen, son­dern den Gewinn, den jeder einzelne Bürger als Frucht harter Arbeit von Stirn oder Faust beanspruchen könne. Die Regierung betrachte die baldige Stabilisierung von Preisen und Werten als ihr Ziel, er begrüße es, daß auch im Auslande dieses Ziel immer mehr als wün­schenswert anerkannt werde.

Festnahme

zweier mazedonischer Terroristen.

Sofia, 24.Okt. (DNB.) In der Nähe der thra- zischen Ortschaft Kurtalak sind zwei mazedo­nische Terroristen fest genommen wor­den, als sie versuchten, über die türkische Grenze zu entkommen. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um Drangoff und N a st e f f, die erst am Dienstag zusammen mit anderen Terroristen für vogelfrei erklärt worden waren. Beide waren führende Mitglieder der a u f g e I ö ft e n IMRO. (Innere Mazedonische Revolu­tionäre Organisation.) Drangoff war im Zusam­menhang mit dem Marseiller Mord als V e r b i n dungsmann zwischen den kroatischen und maze­donischen Terroristenorganisationen bezeichnet wor­den.