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Amtsverkündigungsblatt

für die provinzial-irektto« Oberheffen und für das Kreisamt Gießen

)!r. 49 Erscheint Dienstag und Freitag. 25. September Nur durch die Post zu beziehen. 4934

Inhaltsübersicht: Beginn der Fasanenjagd. Straßensperre. Das Einhalten der Tauben während der Saatzeit. Förderung der Deutschen Jugendbühne durch die Schulen. Dienstnachrichten.

Bekanntmachung, betreffend Beginn der Fasanenjagd. Vom 19. September 1934.

Auf Grund des § 3 der Verordnung, die Ausführung des Jagd­strafgesetzes, insbesondere Anordnungen wegen der Hegezeit betref­fend, vom 2. April 1930 (Reg.-Bl. S. 41) wird der Beginn der Schuß­zeit auf Fasanen für das ganze Land Hessen auf Montag, 1. Oktober, 1934, festgesetzt.

Darmstadt, den 19. September 1934.

Der Hessische Staatsminister: Jung.

Bekanntmachung.

Betr.: Straßensperre.

Wegen Ausführung von Walzarbeiten wird die Provinzialstraße SchottenLaubach (Gemarkung Schotten) vom 26. September 1934 ab für jeglichen Verkehr gesperrt.

Umleitung erfolgt über EinartshausenRainrodEichelsachsen.

Die aufgestellten Warnungstafeln sind zu beachten.

Gießen, den 21. September 1934.

Hess. Provinzialdirektion Oberhessen.

Betr. Das Einhalten der Tauben während der Saatzeit.

An die Bürgermeistereien des Kreises.

Wir verweisen Sie auf die Bestimmungen des Artikels 39 Absatz 1 Ziffer 2 des Feldstrafgesetzes vom 13. Juli 1904 (Regierungsblatt 1904, S. 282) und empfehlen Ihnen dringend, im Interesse einer guten Feld­bestellung . im Einvernehmen mit dem Rat eine ausreichende Sperrzeit für Tauben anzuordnen.

Gießen, den 19. September 1934.

Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Krüger.

Betr.: Förderung der Deutschen Jugendbühne durch die Schulen.

An die

Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.

Die abschriftliche nachstehende Verfügung des Hess. Staatsministeriums, Mmisterialabteilung Ha, vom 17. September 1934, Rr. V. 35 505, teilen wir Ihnen zur Kenntnis und Bekanntgabe an sämtliche Lehrkräfte mit.

Gießen, den 20. September 1934.

Kreisschulamt Gießen. I. V.: R e b e l i n g.

Das Bestreben der unter der Schirmherrschaft des Reichsjugendführers Baldur von Schirach stehenden Jugendgruppen der RS.-Kulturgemeinde Deutsche Bühne nach wahrer Kunst und deutscher Theatergestaltung be­darf weitgehendster Förderung durch die Schulen.

Wir machen es daher allen Lehrkräften zur Pflicht, die Bestrebungen der Deutschen Jugendbühne zu fördern und mit den Obleuten der Deutschen Jugendbühne in geeigneter Weise zusammenzuarbeiten und deren Tätigkeit zu unterstützen.

Dienstnachrichten des Kreisamts.

Bürgermeister Pih, Heinrich Schmidt IV., Karl Reih IV., Heinrich Keil und Heinrich Traum wurden als Feldgeschworene für die Ge­meinde Lauter bestellt und verpflichtet.

Die Ministerialabteilung I b des Hessischen Staatsministeriums hat ge­nehmigt: 1. dem Kuratorium der Marie-Seebach-Stiftung in Weimar 6000 Lose zu 0,50 RM. der 7. Marie-Seebach-Lotterie in der Zeit vom 10. September 1934 bis 26. Januar 1935 im Volksstaat Hessen zu ver­treiben; 2. dem Reichsverband deutscher Gebirgs- und Wandervereine Darmstadt, in der Säule XI des Reichsbundes für Leibesübungen die Ge­nehmigung erteilt, unter der Bezeichnung I. Geldlotterie des Reichsver­bandes deutscher Gebirgs- und Wandervereine, 500 000 Lose zu je 0,50 RM. in der Zeit vom 1. September bis 14. Dezember 1934 im Volksstaat Hessen zu vertreiben.

littwoch, 26. September 193§

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Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /, Uhr des Vormittags

Grundpreise für 1 mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text­anzeigen von 70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr

Grmähigte Grundpreise:

Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­seitige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Tchulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8

: deutschen Alpen.

cke größte Sorgfalt auf die Ableitung Innauenbäche gelegt, diese zusammen- und damit der Hochwasserspiegel gesenkt , führt doch nach reiflicher Ueberlegung die hn dort nicht über, sondern unter den estehenden Verkehrswegen der Eisenbahn und aatsstraße hindurch.

) die Reichsautobahn München Landes­werden aber auch neue bis jetzt dem Frem- ehr wenig zugängliche Gebiete, die noch nbunden blieben, erschlossen. In fünfzig t e n kann nach ihrer Fertigstellung von jen aus der Chiemsee erreicht .Der Schliersee und der T e g e r n s e e iertel Stunden, Bad Reichenhall und rrchtesgadener Land mit dem König­eineinhalb Stunden. Für den Verkehr «ringerstraßen ist eine Reihe von A n sch l u ß- n vorgesehen. Von den 65 Millionen Mark Voranschlag sind bisher 30 Millionen Mark trägen vergeben. Sie bringen Beschäftigung 3 Tiefbauunternehmungen, 16 Brückenbau- n und 18 Lieferfirmen.

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von Lindau bis Berchtesgaden gebaut eckenführung 105 Brücken, 15 Tunnels uf rund 135 Millionen Mark berechnet illionen Schichten Arbeit geben.

rin Glück.

Druck der Drübl'schen Tlniversitäts. Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Die Schweiz fordert Ersah

eltkrieg erlittene Schäden

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Erregte Auseinandersetzung zwischen Motta und Barthou im Dölkerbundsrat

Verbindung Bild vom

mittelbar miterleben, ja sich selbst als Fluggast füh­len. Ein Fallschirmpilot wird während eines Ab­sprunges mit Hilfe eines kleinen für diesen Zweck besonders konstruierten Kurzwellensenders zu den Hörern sprechen. Im Rahmen der Sendung sollen auch die Stimmen unserer toten Flieger, die auf Schallplatten festgehalten sind, ertönen.

Funksendung aus dem Flugzeug.

Der Deutschlandsender bereitet für Samstag, 6. Oktober, 20.10 Uhr, eine in ihrer Form völlig neuartige Sendung vor. Die Sendung geht von einem Flugzeug aus, das zu Beginn der Sen­dung in Köln startet und am Schluß im Flughafen Tempelhof landet. Der Funkberichter, der sich in der Maschine befindet und mit dem Kopfhörer aus dem Funkhaus neben feinem eigenen Bericht auch den Sprecher im Sendesaal hört, so daß die Möglich­keit eines Gegensprechens besteht, tritt während des Fluges durch eine Kurzwellenstation mit vier Punk­ten auf der Flugstrecke und mit dem Funkhaus in

g. Der Hörer wird also ein lebendiges Verlauf des Fluges erhalten, diesen un-

Genf, 25. Sept. (DNB.) Bundesrat Motta behandelte vor dem Völkerbundsrat den Anspruch der Schweiz auf Entschädigung für die im Weltkrieg erlittenen Verluste. Es handele sich erstens um Schäden, die schwei­zerische Bürger unmittelbar im Zusam­menhang mit militärischen Operatio­nen erlitten hätten, zweitens um Schäden, die durch Requisitionen in besetzten Ge- bieten entstanden seien, und drittens um Schä­den durch Beschlagnahmen innerhalb der kriegführenden Staaten. Die Ent­schädigungsansprüche richteten sich gegen Groß­britannien, Frankreich, Italien und das Deutsche Reich. Im ganzen habe die Schweiz einen Verlust von rund 50 Millionen Goldfranken erlitten. Motta schlug vor, ein Gutachten des Haager Ge-

iwiu[|uiuu (ju uei (lunuiycii, |u |ta e» [ui yiuinteiu) doch unmöglich, dieser italienischen Forderung stattzugeben. Barthou könne unmöglich noch einmal in den Fehler Paul-Boncours und de Jouvenels verfallen, die durch den Abschluß des Vierer- paktes den Verlust der Zusammenar­beit mit Polen herbeigesührt hätten. Das Blatt ist in Uebereinstimmung mit allen großen Blättern der Ansicht, daß sich der französische Außenminister in Ermangelung eines besseren wahrscheinlich dar­auf beschränken werde, von Italien und England eine Wiederholung der bereits am 17. Februar ab­gegebenen Erklärung zugunsten der öster- reichischen Unabhängigkeit zu fordern. Der Kleinen Entente soll anheimgestellt wer­den, sich dieser Erklärung anzuschließen. Erst in Rom würde Barthou dann versuchen, die italienische Regierung zu einer Aenderung ihrer bisherigen Haltung zu bewegen. DasOeuvre" wirft Italien vor, eine Hegemonie in Oesterreich zum Scha-

r i ch t s h o f e s Über die Forderungen der Schweiz einzuholen und gleichzeitig einen B e r i ch t e r st a t - ter zu ernennen, der sich mit den Fragen befasse und sie später zur Entscheidung vor den Rat bringe.

Eden bestritt, daß die Schweiz Anspruch auf die von ihr geltend gemachten Entschädigungen habe. Die Frage gehöre nicht vor den Völkerbund.

OerfranzösischeAußenministerBarthou lehnte dann in ausgesprochen erregter Stimmung jede Anerkennung des schweizerischen Anspruches ab. Dabei gebrauchte er Schärfen gegen Motta, die im Zuschauerraum Bewegung auslösten. Barthou wurde schließlich so erregt, daß er mehrmals m i t der Hand auf den Tisch schlug. Er bestritt der Schweiz jedes Recht, diese Forderung auch nur

floaten zu tun? Wo bleibt England, dessen Ver­treter in Genf soeben erst erklärte, daß die Frage der Behandlung der verschiedenen Volksteile ein Barometer für den zivilisatorischen Stand des be­treffenden Staates fei, und das doch sonst so gern für Gerechtigkeit schwärmt? Wo bleibt Frank­reich, das wenn es auch innerhalb seiner eigenen Staatsgrenzen die Existenz fremder Volks­gruppen leugnen möchte sich selbst oft als Hüter der Volkstumsrechte" bezeichnet hat und immer wieder betont, daß Verträge heilig find? Der Notruf der Memelländer zeigte nicht nur an, wie unhaltbar die Lage im Memelgebiet ist, sie nimmt auch den Signatarstaaten jede Berechtigung und jeden Vorwand, die bisherige Methode des Sich- tot-stellens weiter fortzusetzen es fei denn, sie selbst bezweckten, unter Beweis zu stellen, daß sie ihrerseits Verträge, für deren strikte Innehal­tung sie sich höchst persönlich verbürgten, für nicht mehr halten als einen Fetzen Papier, es fei denn, sie billigten ihrerseits das litauische Verfahren des nackten Vertragsbruches.

»yvt». UU| V.V../UHVV.I VHIHI VIV lUebergriffe der litauischen Machthaber und die prak- ische Vernichtung von Recht und Gesetz auf allen Hebieten zusammengestellt. Im einzelnen wie ins- I gesamt stellt sie eine ungeheuerliche A n - jlage gegen den litauischen Staat und diejenigen dar, die dies alles zuließen. Und *mmer wieder zeigt sich in den von den litauischen Machthabern durchgeführten Aktionen, welcheGro- rrsken die Jagd auf angeblicheStaatsfeinde" zei- igte. Da wurden bei hochnotpeinlichen Haussuchun­gen in den memelländischen Schulen alte Landkarten über dieGedanken und Erinnerungen" Bismarcks beschlagnahmt. Sogar dasBraune Buch" von ! Hermann Löns, dem friedlichen Heidedichter, verfiel !-em Häscher; denn der Name dieses Buches verrät !'u0ch schon, daß es sich um ein nationalsozialisti- iches Propagandawerk handelt. Da werden nicht r:ur Studentenrapiere und sonstige Erinnerungs- ü ücfc bei friedlichen Bürgern als gefährliche, der litauischen Staat bedrohende Waffen beschlagnahmt, hnbern auch Jagdgewehre, deren Inhaber sich am besitze rechtsgültiger, vom litauischen Kriegskom- rianbanten genehmigter Jagdscheine befinden. Und hlcheBeweisstücke" dienen eben dazu, die Inhaber m die litauischen Gefängnisse zu verschleppen.

Was gedenken die Unterzeichner st aaten: iias Britische Reich, Frankreich, Italien und Japan ! t"u tun, um die Bestimmungen, über die sie mit | Litauenübereingekommen" sind, wieder in Kraft fetzen? Was gedenken sie zu tun, um beut- sch e s Volkstum das sinnlos genug vom knitschen Mutterlande abgetrennt wurde, um dem ^roergftaat Litauen den Hasen Memel zu über» antworten vor weiterem Terror zu schützen? Was gedenken sie zu tun, um einen Vertrag, der abgeschlossen wurde und von dem Unterzeichner Litauen täglich gebrochen wird, zu sichern? Die memelländische Beschwerde stellt an | ihrem Schluß, unter Berufung auf die Autonomie- biftimmungen, in klarer Form fest, was zu geschehen hit, um den Rechtszustand im Memelgebiet wieder tnzuführen. Es sind höchst bescheidene Forderungen, b» die Memelländer aufgestellt haben, und sie be- 9mnen damit, daß die beiden wichtigsten Organe bT Autonomie (Direktorium und Landtag) i n ü re verfassungsmäßigen Rechte ein­

rreich auf dem toten punkt, iens und der Schweiz.

er anderen benachbarten Staaten errichten ien.

Matin" wird die Haltung der Schweiz Frage der Rekrutierung einer Saarpolizei rurteilt. Das Blatt erklärt, daß die Schweiz te Mal, da man sich im Interesse des Frie- i sie wende, auf ihre Neutralität poche und ;r moralischen Pflicht zu entziehen versuche, etit Parisien" fügt hinzu, diese übertriebene beweise eine Jnteressenlosigkeit, die schlecht Pflicht einer freundschaftlichen Zusammen- zugunsten des Friedens vereinbar sei, die uci louiferbunb jedem seiner Mitglieder auflege.

Zu der Ungehaltenheit der französischen Presse gegenüber der Schweiz kommt noch die Mißstim­mung, die die Antwort des italienischen Vertreters auf die französische Saar­denkschrift ausgelöst hat. Die Ablehnung Aloisis, sofort Beschlüsse über d i e zu­künftige Regelung gewisser Fragen zu fassen, wird vomEcho de Paris" als eine be­wußte Antwort auf die französischen Forderungen in der österreichischen Frage ausgelegt. Es scheine, so schreibt das Blatt, als ob Aloifi noch unter dem Eindruck der Auseinandersetzungen über die öster­reichische Unabhängikeit gestanden habe. Barthou habe dies dem italienischen Vertreter in einer pri­vaten Aussprache auch zu verstehen gegeben und ihn gefragt, ob der Umstand, daß in der öster­reichischen Frage gewisse Meinungsverschiedenheiten beständen, genüge, sich auch noch in der Saarfrage zu streiten.