Lunge deutsche Nation
Augen die Titel von Nachdem ihm vom 11 i'thor hip
anläuft. Ich hatte diese Hordenkeile gar nicht angeordnet. Das ging eben so seinen Gang. Dann machte die Trommel nur noch ganz kurz und kläglich — peng — peng!
pen 'war.--
Dann kam die Hauptsache für mich: die erste Nacht im Stroh. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen und habe mich bloß gewundert, wie die anderen das konnten. Phantasiert hat einer, und kalt war es auch etwas. Es dämmerte schon, als ich am nächsten Tag nach Hause kam. Ich hatte keinen Hausschlüssel, so mußte ich über Zaune und Planken in den Hof und von da aus tn unsere Wohnung klettern.
Die vielen Fragen meiner Mutter habe ich gar nicht beantworten können, weil ich nur so ins -Bett gesunken und vorläufig nicht wieder aufgcwacht bin.
Stump.
und spielen."
Richtig, da sind sie! Eine Schar Iungmädel tollt umher und stürzt jetzt herbei,- um uns zu begrüßen. Nun wird auf der Spielwiese weiter getanzt und gesungen. Nicht eine ist unzufrieden oder mißmutig, allen sieht man an, wie wohl sie sich hier suhlen.
Am ausgelassensten -ist Lotte, die jüngste, ganze sieben Jahre alt. Sie ist der Liebling des ganzen Lagers.
„Wer ist denn nun deine Beste hier?" wird sie gefragt.
Nachdenken.
„Keine!"
Kleine Pause.
„Alle!"
Und dann fast empört und mit der ganzen Wichtigkeit ihrer sieben Jahre:
„Ich bin doch Nationalsozialist!"
*
Stundenlang fahren wir nun weiter durch das Oderbruch in Richtung Seelow. Ein Landhaus lugt zwischen alten Bäumen hervor, Kletterrosen ranken um Parkmauern. Einst gehörte dieses Besitztum einem Juden; heute flattert die HJ.-Fahne darüber, und unsere Jungmädel aus den Städten finden hier
Augenblicke.
Ion Karl Heinz Holzhausen.
Fahrt im Regen.
In den vielen Löchern der Landstraße steht das Wasser. Manchmal tritt einer rein. Dann spritzt es dem Nebenmann an die Knie. Sie triefen alle von dem Gewitterregen, der eben plötzlich über sie kam. Das Wasser strömt im Bach neben der Straße. Als vorhin die Sonne noch stach, waren sie zum Reden zu müde gewesen, und jetzt hat ihnen die Nässe die Lust zum Reden genommen. Wohl denkt der eine oder der andere an die Nacht heute. Der Boden ist Zeucht — die Sachen sind feucht —. Das müßten aber schon Feiglinge se-in, die sich fragen, warum sie eigentlich die Fahrt mitmachen.
Gleichmäßig heben und senken sich die Stiefel...
*
Mann über Bord.
Meine erste Fahrt.
Meine erste Fahrt, das war so eine besondere Geschichte. Ich hatte viel zu spät zu Hause um die Erlaubnis gefragt. Als ich nun Freitagabend stotternd meine große Bitte vorbrachte, da gabs erst mal ein langes „Balaver". Tausend Fragen wurden an mich gestellt. Vater wollte alles wissen, bis ins kleinste. Ich konnte natürlich nicht auf alles antworten, weil ich selbst nicht viel von einer Fahrt wußte. Endlich wurde beschlossen, daß ich mitdürfte, aber Vater wollte erst noch mal den Führer sprechen.
Nacht auf dem Meer.
Es ist ein Sommernachmiltag an d-er Nordsee. Unser Zelt steht weiß und leuchtend gegen den durchsichtig blauen Himmel. Die Hitze liegt drückend über Sand und Dünen. Der Strandhafer wiegt sich in den Atemzügen des Windes; ab und zu rieselt Sand zwischen den Gräsern. In der Ferne dröhnt die See in langgezogenem Grollen. Weit am Horizont zieht eine Wolke wie ein SckM dahin, wird länger und zerfließt langsam. Manchmal springt der Wind lebhafter auf, legt sich aber sogleich wieder, als habe er noch üicht Lust, sich jetzt auszutoben. Die-Sonne sinkt schon tiefer und zeichnet einen breiten, flammenden Streifen auf das Meer. Bald ist sie verschwunden, nur noch eine einzelne Wolke glüht auf. Plötzlich, wie adgoschnitten, ist der Tag zu Ende. Graue Schatten kriechen über die Erde. Mit jedem Augenblick wird es dunkler, die Schatten werden schwarz, und wie ein dichtes Gewebe liegt die Nacht über uns. Das Meer rauscht leiser; die schläfrige Stille des Tages ist der feierlichen der Nacht gewichen.
Ein, wenn auch nur geringer, Trost bereitete ihm die Tatsache, daß bisher noch keiner seiner Mitschüler einen tadellos beschriebenen Bogen auf dav Katheder hatte legen können. Noch einmal wechselte er die Maschine, um sein Gluck zu versuchen. Als er den Bogen einspannte, war er sich klar darüber daß er nicht eher von dieser Maschine aufstehen würde, bis er die viermal vier Satze einwandfrei zu Papier gebracht hatte. „Ich muß es eben schaffen", sagte er sich und wurde bei diesem festen Vorsatz seltsam ruhig. Langsam aber sicher reihte er Buchstaben an Buchstaben. Dem ersten Satze folgten die anderen, und ehe er sich versah, füllten die verlangten 16 Sätze den Bogen. Auch bei sorgfältigster Nachprüfung konnte Gunther Ue= benau keinen Fehler entdecken. Er hatte es endlich geschafft. Mit stiller Genugtuung reichte er dem Lehrer als erster die fertige Arbeit
Eine kleine Schnitte wäre setzt nicht zu.verachten, meinte er und begann sich nach seiner Aktentasche umzusehen. Ja, wo war sie denn nur? Natürlich, jetzt fiel es ihm ein, sie mußte doch links an dem Schreibmaschinentisch lehnen, an den er sich zuerst
Alarm!
Alarm war durch den Jungzugführer angesagt. Um 4 Uhr bekamen die Jungenschaftsfuhrer die Meldung: „5 Uhr. im Heim, Uebung". Ich war unterdessen mit Uli im Heim und wartete auf die Meldefahrer. — Es klopft: „Herein! sagt Uli. Es ist Schwarze, Ulis Meldefahrer. Er empfangt die Befehle. Zu jedem Jungen der Jungenschast „Zork muß er fahren und ihn zum Alarm rufen. Der nächste Meldefahrer bekommt seine Befehle von Kaks, der inzwischen auch gekommen ist, schwarz auf weiß, und rast mit seiner Karre los Kaks Uli, Kurt und ich überlegen uns, wie der Angriff gemacht werden soll. Endlich ist der. Plan fertig. Die Losung war: „Ruhig und ungesehen den Feind um- zingeln." Um 4.45 Uhr kamen die ersten Fungens. Natürlich ganz rot im Gesicht. Emer hatte noch sein Brot in der Hand. — Punkt 5 Uhr war der Jungzug mit 45 Mann zur Stelle. Alle m Kluft.
Finster war der Himmel. Regenwetter — kalt. Ein Pfiff- Die Jungenschaftsführer treten zusammen, erhalten Befehle, und Jungenschaft nach Jungenschast verläßt leise das Heim. — Der Wind pfeift und heult. Endlich haben wir unfern Lager- platz erreicht. Langsam gehen wir dem nahen Wald zu Unsere Vorhut muß sehr aufpassen. Kemer spricht ein Wort, ein Ruf ertönt. Die Vorhut kommt — der Feind ist da. Alles ist in Ordnung, der Trompeter bläst, wir schwärmen aus — und sind Sieger« p 1 Werner Malbeck.
Im Nu ist die Schüssel leer. Wir singen gemeinsam ein Lied, und dann heißt es für die Jungmadel: Hinauf in die Zimmer zur Mittagsruhe!
*
Weiter geht es! Bald sind mir in Küstrin. Im Nordosten der Stadt, mitten im märkischen Kiefernwald, liegt das flache, helle Waldheim. Wir kommen gerade zur Besuchszeit. Jeden Sonntagnachmittag dürfen nämlich die Eltern aus Küstrin kommen und sich überzeugen, daß es ihren Kindern wirklich vor
züglich geht.
Punkt fünfzehn Uhr öffnet Else, die gestrenge Hausmutter, das Gartentor, und Väter, Mutter und Geschwister strömen herein. Zwei Stunden lang geht es nun sehr lebhaft zu. Küche, Tagesraum, Schlafsaal, Liegehalle und Spielplatz werden eim gehend besichtigt: und zu erzählen gibt es natürlich unendlich viel.
Ein Lied wird gesungen, Die Jungmädel zeigen was sie in der letzten Woche gelernt haben, und dann werden die Eltern höflich, aber bestimmt „hm- ausgeworfen". Die Hausordnung wird unter allen Umständen eingehalten; denn Ordnung und Ruhe sind wichtige Vorbedingungen, wenn der Aufenthalt im Waldheim für die Kinder körperlich und seelisch
Großstadtkinder in Feld und Wald
Besuch in den Ierien-Kinderheimen des BOM.
Getränke.
Eben sind wir in der Jugendherberge eingetrof- fen Axel, unser Koch, hat bereits das erste flufeiae Herbergsgetränk fertig gebraut. Ernst und Ghandi sitzen mit übergeschlagenen Beinen und schlurfen das kostbare, aber undefinierbare Naß.
„Teufel! Schmeckt der Kaffee heut bitter" „Du bist wohl nicht recht bei Trost! Das ist doch Tee.
Es ist Kaffee!" „Tee!" „Dein Geschmack ist wohl aus Urlaub?" „Das ist doch ausgesprochener Kaf ee- dunst'" Ach nee, dann hat wohl der Tee im Kaffeesack gelegen!" „Mensch, ich bin doch nicht mit Limonade aufgepäppelt worden/ „Und ich nicht mit Bier." „Also ist es Kaffee!" „Nein, es ist Ceylon- Tee!" „Wetten?" „Ja." „Ich wette ein Stuck Jagdwurst."' „Und ich ein Messer."
Da schreit aus der Ferne der Küchenbonze: „Wer will hier noch K a k a o ?" n'
„So ein verdammter Ast —!"
Ganz oben.in der Tanne wiegt und wippt Steffen. Höher kann er nicht. Schade! Die schlanke Krone der Tanne neigt sich hin, neigt sich her — immer weiter wird der Bogen. Ob Steffen nicht bald seekrank ist? Unten steht Werner und halt die Hände als Sprachrohr hinauf zu der luftigen Hohe: „Gehst du mit zum Dachsbau? Du!?" Weiter wippt Steffen hin — her — hin. „Ja ich komme aleich!" Dabei hält sich der Kerl nur mit einer Hand fest und steht da oben wie ein Matrose auf einem Segelschiff. „Los, ckornrn doch!" wird Werner ungeduldig. Gerade will er den Steffen holen, als der runterkommt. Es geht verflucht schnell wie Steffen da runterklettert. Werner macht kehrt und will zum Lagerkommandanten, um sich aus dem Lager zu melden. Da gibt es einen Krach hinter ihm. Ein Rauschen und Bersten unten in der Tanne. Plumps — liegt Steffen unten und rührt sich erst mal nicht. Werner — hin zu Steffen. E? fragt:
Was machst du denn auch!" Steffen reibt sich hinten die Sitzfläche. Da hat er sich genau drauf- qesetzt. Also nicht so schlimm. „So ein verdammter Äst wollte nicht..." *
Peng — Peng-
Kurze Rast beim Marsch. Hein, der neue Trommelbube hat sich, sage und schreibe, auf die Trommel gesetzt. So was sah ich noch nie. Eben setzte ich an, um ihn anzufahren. Da gibt ihm Per neu Schlenker, und Hein fliegt um - Trommel fliegt um — Hein auf Trommel. Krach — sagt es! Das konnte die Breitseite der Trommel nicht aushalten Nun hat sie einen Schandfleck — ein Loch. Erst gibt es mal Hordenkeile, daß Hein rot und roter
Gechszehn Sätze einwandfrei.
Bon Heinz Breiienborn.
Heute wollen wir vom Gau Neumark unsere ersten vier Ferien-Kinderheime besuchen. Zuerst geht es in das Stemberger Land. Von weitem schon grüßen seine dunklen Waldhöhen. Hell leuchten die Felder mit reifem Getreide heraus. Hinter Zielenzig liegt das Dorf Räuden, und dort, zwischen Wald und See, das saubere, rote Häuschen mit grünen Fensterläden und schönen Blumen .. - Hoch darüber die flatternde HJ.-Fahne ...
Das'Nest scheint leer zu sein. Doch halt auf dem Hof, in der Laube zwischen den grünen Birken regt sich etwas Drei von den kleinen Fe?iengasten sind eifrig beim Kartoffelschälen. „Wir haben Küchendienst!" erklären sie stolz, „die anderen sind drüben
Um 16 Uhr am Samstag sollten wir uns treffen. Um 13 Uhr ist der Führer bei uns und redet lange mit Vater und Mutter. Er scheidet mit dem Versprechen, mich abholen zu kommen. Dann geht die Packerei los. Ich soll eine ganze Ausrüstung mit- nehmen. Alle Versuche, ihnen klarzumachen, daß man für eine Zwei-Tage-Fahrt nicht soviel braucht, scheitern. Als Koteletts, Eier, Brote, Schlafsack, Schuhbürste, Waschzeug u. a. m. in dem Affen verstaut sind, kommt der Führer. Ich schnall den Affen auf und los gehts. Doch Dgter kommt uns nachqelaufen und fragt, ob ich Geld brauchte. Alfa 50 Pf. für den Notfall! Mutter ruft oben vom Balkon noch einmal: „Haft du auch ein Taschentuch?" — Dann schieben wir endlich ab.
Zehn Mann sind wir im ganzen. Einer trägt einen Wimpel. Ich komme mir merkwürdig vor, mit dem Affen auf dem Rücken durch die Gegend zu marschieren. Dann singen sie. Ich kenne feind ihrer Lieder. So geht es ein paar Stunden, bis wir Haltmachen und was essen wollen. Ich packe mein Brot seelenruhig aus und fange an zu essen. Einer sieht es und kommt auf mich los. Im Nu ist die schönste Rollerei im Gange. Ich bin damals auch das erste Mal richtig verrollt worden ... Ich konnte ja nicht wissen, daß der „Fraß verteilt wird. Aber ich ärgerte mich doch. Dann ging das Kriegsspiel los. Ich habe stundenlang lautlos am Rande des Waldes Wache gelegen, den Feind habe ich nicht gesehen, wohl aber der Feind mich. Nämlich meinen Haarschopf. Aber gemein wars, als das nachher erzählt wurde und alle lachten.
Ich wurde endlich abgelöst und kam als Patrouille gegen den Feind. Wir haben dann das feindliche Lager überfallen und dem schreienden Koch Den Pott mit Grießbrei vom Feuer weggeklaut unD finD Damit, verfolgt von einem Haufen von Fem- ben Durch Den WalD getobt. In unserem Lager mußten wir erst eine Dicke Schicht von Blattern unD Zweigen abheben, bevor wir feststellen Eonn- 1 ten, Daß es ein versalzener, ungenießbarer Klum-
Berufe gefaßt.
Es ist nicht weiter verwunDerlich, Daß er eines AbenDs in feiner Berufsschule etnfanD, um an einem Schreibmaschinen-Kursus teilzunehmen. Da -s Frühling war, stand nur knapp °>n Dutzend, Jünglinge in dem praßen Schulzimmer zwischen den vielen Schreibmaschinen. Der Lehrer entpuppte. f d) als ein junger srischer Mann, der sich "°ch herzlichen Worten der Begrüßung alle Herzen uns Sturm eroberte. Die erste Ausgab' , fHct>er[icb Jungens stellte war — ehrlich gejagt ,rfu[)ren Alle Kursusteilnehmer grienten, als sie ersteh , daß sie nichts als vier mal 1°.
den sollten, die der Lehrer mit steiler Schr.st be Dächtig an Die Tafel malte.
RalchelnD rourDen Die weißen Bogen hinter Die Walzen geklemmt und langsam begannenbter ■ unb dort die Tasten, von ungeübter Hand geschlagen.
De, wenn rauh ein ^unoollenoele g * Maschine gezerrt unD Has ig^^ GrEenntnj5 um steckt wurDe. Langsam 9 p-^bp in sich hätten, sich zu greisen daß » 'X^nen
BescheiDen unD ungefährlich 9 d Tafel herunter W°".e °-a °.l° Bannte °°n
aber um sie sehlers u>Wille *ötig Hatte man roar mehr als jLfdirieben, so genügte em un- um die°begonnene Ar-
‘VÄ Lenaus Freude haperte es bei QJunigei die Papierkorbe Der anDe-
i^m nicht allem. $ ,u Men. Eine halbe cT bh Kar bol $ verstrichen unb noch kein einziger StunDe warb I . ‘Jj Sätzen aufwarten. Unser ?Dnnte ™ |aft immer an der glei-
«Nime Seine Maschine kannte kein großes X U stand aus der einen Taste -in kleines 1 -A S man aber diese bei gleichzeitigem Nie- : t,u v -J» nmlchalters, so erschien auf Dem
' DerDrutfen M fonDern Das eigenartig §-
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von Wert fein soll. *
Wir lassen uns auch mit hinauswerfen, fahren weiter nach Dem Dorf RaDuhn, Das im Kreise Königsberg, in Der Nähe Der StaDt SchweDt liegt. In einem ehemaligen Forsthaus finD hier über vierzig MäDel einquartiert. Die Einrichtung machte zunächst Schwierigkeiten, Denn man überließ uns nur Das leere Haus. Doch hilfreiche Menschen sorgten Dafür, daß wir ein freundliches unD gemütliches Heim schaffen konnten.
Auf halber Höhe Des Berges liegt Das Haus. Unten fließt Die DDer, in Der alle Tage gebaDet roirD. Drüben Dehnt sich weit Das linke DDerufer, unD man kann qeraDe in Die untergehenDe Sonne schauen. Im Park Des JagDschlosfes Darf man nach Herzenslust spielen. —
Wir müssen nun an Die Heimfahrt Denken. In Der Tür, auf Der Vortreppe, an allen Fenstern hocken Die MäDel unD winken unD fingen: „Muß i Denn, muß i Denn ..."
Es ist ein wunderhübsches Bild, dieses Haus voll lachendem jungen Leben.
Wir werden es immer vor Augen haben, wenn wir wieder in unseren Arbeitsräumen im Gau sitzen. Für jene Mädel da draußen, für eine gesunde, frohe und gemeinschaftliebende Jugend wollen wir Weiterarbeiten. Gerda Klug.
gefetzt hätte. Er hatte sie dort stehen lassen, als er au die Jagd nach einer besseren Maschine gegangen war. Nanu? Da lehnte ja seine alte schon etwas abgewetzte Mappe an seinem jetzigen Schreibmaschinentisch Da war er also ganz unbewußt auf einer Wanderung bei der ersten Maschine gelandet und hatte auf ihr die Aufgabe fehlerfrei geloft
Günther ßiebenau war ehrlich genug, sich selber einzuqestehen, daß es also nicht an Den Schreibmaschinen gelegen haben mag, wenn es mit Dem Schreiben nicht klappte. Daß sich aber mit dieser Erkenntnis eine Lebenserfahrung in fein noch sun- aes Hirn senkte, wurde ihm gar nicht recht be- I raufet, als er mit gesundem Appetit m seine Schnitte bife.
Man muß sagen: Der Anfang Kiner Lehrzeit wurde Günther ßiebenau sehr schwer. Mit frischem Mut und vielen guten Vorsätzen hatte er die Schulbank mit einer ßehrstelle bei der alteingesessenen Rückert-Buchhandlung vertauscht.
Staunend stand er am ersten Tage vor den prächtig gefüllten, bis fast an die Decke reichenden Regalen und las mit liebevollen Augen die Titel von den gewölbten Buchrücken. Nachdem -H77 ersten Gehilfen ein flüchtiger Ueberbluf über die Gliederung des reichhaltigen Buchlagers gegeben war, mußte er zu feinem größten ßetbroefen die Hinteren Räume der Buchhandlung auffuchen, um dort unter Der Anleitung eines freunDIidjen Packers Den untersten Teil Der sogenannten Pike, von Der auf man geDient haben muß, näher kennenzulernen. In Der Rückert-BuchhanDlung bestanD Die „Pike zum größten Teil in Dem Aus- unD Einpacken Der Bücher sowie Dem säuberlichen Einschreiben Des Preises. Seltsamerweise machte ihm, Der im Turnen am Reck ohne weiteres Drei Riesenwellen hm- tereinanDer schlug, Das Oeffnen Der großen Kisten ungeahnte Schwierigkeiten. Obwohl Günther ßiebenau spielenD Gleichungen mit mehreren Unbekannten in Der MathematikstunDe lösen konnte, mußte er es sich hier erst vom Packer zeigen lassen, wie man anhand Der mitgesanDten Fakturen am schnellsten unD sichersten Den gewährten Nachlaß errechnet.
Wollte er anfangs schier verzweifeln, wenn er sich roieDer einmal lächerlich ungeschickt angeftellt hatte so bekam er Doch im ßaufe Der Zeit jene Sicherheit, Die man nur im praktischen ßeben erringen kann. Kein Ballen Bücher war Dann mehr so groß, Daß er ihn nicht kunstgerecht packen konnte. Den klebrigsten ßeim quirlte er balD mit Selbstoer- stänblichkeit zusammen. Mußte er vorn im ßaDen während des Hochbetriebs der Abendstunden aushelfen, fo trug er zur stillen Freude seines Lehr- h-rrn mit großer Sachkenntnis eine reiche Auswahl paßender Bücher zusammen um im hr°r Fülle den Kunden zusrieden zu stellen. Kurz ge
Auf Dem See flutschst eine Jolle hin. Zack — einen Bogen — zack — Die Kurve rechts — Daß Der Großbaum nur so rumwutscht — unD Das Segel zusammensackt. Doch schon hat es der Wind wieder. Weiter zischt Die Fahrt Durch leichtgestürzte Wellen. Ein Junge lehnt im ßuo über BorD. Ein anDerer hat Das Segel — hat Die ßeine unD jetzt — hat ihn Der Teufel? — Der Kerl läßt Die ßeine schießen. Der WinD Drückt Segel unD Großbaurn im Schlagraum, unD Der auf Dem BorDranD muß — klatsch — ins Wasser. Da schwimmt er nun prustenD.
Das Boot ist schon Davon — vor Dem WmDe fliegt es wie eine Möwe. EnDlich hat Der Kerl in Der Jolle Die flatternDen Segel roieDer in Der Gewalt unD bringt Das Boot an Den WinD. Dann kreuzt er nach Dem Mann über BorD.
,;Du Düffel — Du!" sagte Der bloß, als er roieDer klatschnaß in Die Jolle enterte.
Wir gehen langsam am Strand entlang. Auf Der I linken Seite rauscht das Meer, unD rechts singt Der WinD in Den Dünen. Der feuchte SanD knirscht unter unseren Schritten; Die Wellen fluten in kurzen AbftänDen bis an unsere nackten Füße, ßints sehen wir nun die schwarze Fläche des Meeres, auf der in immerwährender Abwechslung die weißen Striche Der Schaumkämme aufleuchten und wieder verschwinden. Vor uns liegt ein großer, schwarzer Fischerkahn. Wir steigen ein. Keiner spricht ein Wort. Ich lege mich auf Den Boden des Kahnes unD verschränke die Hände unter Dem Kopf. So sehe ich Den dunklen, geheimnisvollen Himmel unD höre leise das Wasser vorbeirauschen. Der Mast steht spitz in Den Himmel und sieht aus wie ein Wegweiser. Die Gedanken folgen ihm, und die Weite ersaßt* uns und läßt uns mitschwingen im unendlichen Rhythmus. Und das Meer verlangt plötzlich etwas von uns. Es verlangt Wahrheit und Klarheit und Reinheit. Wir fühlen: diese Forderung wird nun immer bei uns sein, immer wird uns Das Meer mit feiner Weite anschauen. Dann können wir nicht anders und müssen wahr und rein sein.
Lange fahren wir noch, und werden uns der Zeit erst bewußt, als die Nacht verblaßt und der graue Morgen schon Die Sterne erblassen läßt. Da ruDern wir das Boot an den Strand und kriechen ins Zelt.
A. Holzapfel.
Unfer Land.
Die Nacht ist grau.
Der Nebel fällt.
Uns hielt es nicht in eurer Welt!
Wir laufen weiter, fest und stumm — Warum?
Der Weg ist hart.
Das Dunkel droht.
Wir fürchten nicht den Kampf, Den ToD, Denn hinter grauer NebelroanD Liegt unser ßanD!
Helmut Pleß.
Erholung.
GeraDe roirD zum Essen gerufen. In Dem hellen Taqesraum, von Dem man weit in Das ODerbruch hinaussehen kann, finDen wir uns alle zusammen. Ein ßieD roirD gesungen, unD Dann geh es an Das einfache, aber kräftige Esten. Zum Nachtisch gibt es eine Riesenschüssel voll Stachelbeeren.
Selbstqepflückt!" roirD uns stolz verkünDet. — Einen Teil De- täglichen DbftbeDarfes ernten Die MäDel sechst in Dem großen Garten Der zum Heim gehört Das ist für unsere GrofestaDtkinDer, Die oft nus Den ärmlichsten Verhältnissen kommen, eine ganz neue, sehr begehrte Tätigkeit.___________
SS SS
Da hatte Gunther ßiebenau festen Fuß I fuchte sich Die schmuckste aus unD begann Drauflos lieh’3u tippen. MerkroürDigerroeise war es h/er Das 1 1 „k" Das sich feinen Bemühungen widersetzte. Diese Taste hakte irgendwo, so daß der Buchstabe nur 'XenD ! ganz schwach sichtbar wurde. Schlug er das „k Suöenö । 9^ö m traf er entweder einen anderen Buchstaben, oder fein Finger schlug auf die Daneben- I liegende „l"-Tafte. Der Erfolg war in beiden Fallen der gleiche: der Bogen wanderte in den Papier- ! korb. Hier war also auch nichts 5" sollen. — Die dritte Maschine entpuppte sich als der reinste Mar- terfaften. Wohl waren alle Tasten einwandsrei und gut geölt, dafür liefe aber die Seüeneintetlung zu wünschen übrig. Bei der vierten Maschine liefe leider die Randeinstellung kein sauberes Schreiben zu. Glaubte Günther alle Sätze genau und ordentlich untereinander zu haben, so mußte er beim J)er- ausnehmen des sonst einwandfrei beschriebenen Bogens erschüttert feststellen, daß der achte Satz ■ um einen Buchstaben hervortrat und damit die , Harmonie der gleichmäßigen Satzordnung empfmD-


