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Lustschuh als Erziehung zum Gemeinschafisgedanken.

Nassau ist der bisherige Geschäftsführer der Provin- zialdienststelle Dr. G öb (Frankfurt«. M.).

Der Vorsitzende, Bürgermeister Linder, wurde bereits vor einem Jahre bei der Reorganisation der kommunalen Spitzenverbände in den vorläufigen Vorstand des neuen Einheitsverbandes Deutscher Gemeindetag berufen und gleichzeitig mit dem Vor­sitz des Hessen-Nassauischen Gemeindetages betraut. Die Zusammenfassung der in der Provinz Hessen- Nassau bestehenden kommunalen Spitzenverbände zum Hessen-Nassauischen Gemeindetag hat er in kür­zester Zeit durchgeführt.

Bei der Bildung des endgültigen Vorstandes des Deutschen Gemeindetages wurde er ebenfalls zum Mitglied berufen. Außerdem gehört Bürgermeister Linder den beim Deutschen Gemeindetag beste- benden Ausschüssen für Angestellten- und Arbeiter­fragen, sowie für gemeindliche Derkehrswirtschaft an. Ein hessisches Gesetz zur Bekämpfung von Bienenseuchen.

Schon seit Jahren ist es der Wunsch führender Jmkerkreise, daß den ansteckenden Krankheiten, die sich unter den Bienenvölkern immer mehr ausbreiten, durch ein Sondergesetz wirksam entgegengearbeitet werden solle. Dieser Forderung ist jetzt in Hessen mit Genehmigung des Herrn Reichsministers des Innern und des Herrn Reichsftatthalters stattgegeben worden, nachdem andere deutsche Länder bereits früher Bekämpfungsmaßnahmen erlassen haben. Das hessische Gesetz vom 12. Juni 1934 ist veröffentlicht im Regierungsblatt Nr. 16; es erstreckt sich nicht aus alle ansteckenden Krankheiten der Bienen, sondern nur auf die zur Zeit meist verbreiteten und wirt­schaftlich schädlichsten Bienenseuchen, die Faulbrut (ein massenhaftes Absterben der Brut in den Waben) und die Nosemaseuche (eine ruhrartige Erkrankung der Flugbienen). Um die Durchführung der Vor­schriften zu gewährleisten, sind diese beiden Bienen- seuchen den anzeigepflichtigen Tierseuchen im Sinne des Reichsviehseuchengesetzes eingegliedert, d. h. der Besitzer von Bienenvölkern oder sein Beauftragter ist verpflichtet, der Ortspolizeibehörde und dem be­amteten Tierarzt sofort, spätestens innerhalb 24 Stunden, Anzeige zu erstatten, sobald sich in seinem Bienenbestande Krankheitserscheinungen zeigen, die den Ausbruch einer Seuche befürchten lassen. Auf der anderen Seite wird eine Entschädigung gewährt, wenn die Abtötung eines verseuchten Volkes oder von Teilen eines solchen sich als erforderlich erweisen sollte und wenn die Vorschriften des Gesetzes von dem Besitzer befolgt worden sind. Dem mit der Bekämp­fung der Tierseuchen beauftragten beamteten Tier­arzt wird in den einzelnen Amtsbezirken ein beson­ders ausgebildeter und erfahrener Bienenseuchen­sachverständiger beigegeben, damit eine fachmännische Behandlung sichergestellt ist. Das Gesetz trat mit der Verkündung in Kraft.

Nachträgliche Aufwertung von Sparguthaben.

Die Aufwertungsgesetzgebung schreibt vor, daß in der Inflation abgehobene Sparguthaben nicht auf­gewertet werden. Es ist aber wenig bekannt, daß zur Vermeidung von Härten unter gewissen Be­dingungen eine solche Aufwertung trotzdem möglich ist. DieDeutsche Steuerzeitung" teilt mit, daß der letzte Zeitpunkt für die Beantragung'einer Auf­wertung eines Sparguthabens, das an einer preu­ßischen Sparkasse in der Inflationszeit abgehoben wurde, unwiderruflich der 30. September 1934 ist.

Aussichten für eine Berücksichtigung haben in erster Linie, aber nicht ausschließlich, Anträge von Personen, die in schwierigen wirtschaft­lichen Verhältnissen leben und die nach­weisen können, daß ihre Spargeldabhebung zu einem Zeitpunkt stattfand, an welchem der zurück­gezahlte Betrag in gar keinem Verhältnis zu dem eingezahlten Betrag gestanden hatte. Es kommen demnach vor allem Abhebungen aus der Zeit von Ende 19 22 b i s November 19 2 3 in Frage, unter Umständen aber auch vor dieser Zeit getätigte Abhebungen. Der Antrag des früheren Sparers oder seines Erben kann schriftlich oder mündlich zu Protokoll der Sparkasse gestellt werden. Zur Auffindung des alten Kontos sind Unterlagen beizubringen, das Sparkassenbuch oder sonstige zweckdienliche Angaben, wie Datum und Höhe der Anlage usw. Es empfiehlt sich, schon im Antrag sich zu jeder weiteren Auskunftserteilung bereitzuerklären.

Die Höhe der Aufwertung richtet sich nach den Mitteln der Sparkasse, mit denen sie den soge­nannten Härtefonds versorgen kann, und nach der Zahl der Anträge. Der Aufwertungssatz darf aber nicht über den für die einzelnen Provinzen Preu­ßens zugelassenen gesetzlichen Aufwertungssatz hin­ausgehen.

Gebietsaufmarsch der HI. in Frankfurt.

Das Gaupresseamt teilt mit: Der Tag des ersten großen Gebietsaufmarsches der Hitlerjugend des Gebietes 13 Hessen-Nassau rückt immer näher. Immer größer und größer werden die Vorberei­tungsarbeiten, die geleistet werden müssen, um die­sen Tag der 100 000 zu einem Erlebnis seltenster und schönster Art zu gestalten. Jeder hat sein Bestes und Möglichstes zu tun, damit alles zum Klappen kommt.

In 70 Sonderzügen werden die 100 000 Hitler- jungen und Jungvolkpimpfe in Frankfurt eintref­fen, um an dem großen Tag der HI. mitmarschie­ren zu können. Von dem reichhaltigen Programm wollen wir zunächst nur auf die große Ausstellung Kampf und Sieg der HI.", die am 19. August, 11 Uhr vormittags, auf dem Frankfurter Messe­gelände eröffnet wird, sowie die beiden Riesenzelt­lager, die größten, die man bei der HI. bisher ge­sehen hat, das Massensportfest im Stadion, die Rede des Reichsjugendführers Baldur v. Schirach mit anschließender Weibe von 1000 Fahnen und großem Zapfenstreich der 1000 Spielleute, den Nie- senfackelzug der 50 000 zum Zeltlager und schließ­lich den am Sonntag erfolgenden Vorbeimarsch und die abends stattfindende Kulturveranstaltung auf dem Römerberg erwähnen.

Große Tage werden es fein, die das 100 000- Mann-Heer zusammenführen und Kunde von dem Wollen, Wirken und Werden der HI. geben und jedem, der dabei sein durfte, ein tiefes und unver­geßliches Erlebnis vermitteln. Für jeden Volksge­nossen heißt schon jetzt die Parole für den 25. und 26. August: Auf zum Tag der 100 000 nach Frank­furt.

Achtung, Rürnbergfahrer!

Der Wochenendzug nach Nürnberg zu den Deut­schen Kampfspielen fährt Donnerstagabend um 22.50 Uhr in Kassel ab. Er hält auf folgenden Stationen: Guntershausen 23.09 Uhr, Melsungen 23.23 Uhr, Malsfeld 23.31 Uhr, Bebra 0.02 Uhr, Hersfeld 0.12 Uhr, Fulda 1.03 Uhr, Gemünden 2.32 Uhr, Wurzburg, Fürth. Die Teilnehmer, so­weit sie nicht in Kassel wohnen, müssen an ihrem Heimatort bis zu den angegebenen Haltestationen

Die Vorbereitungen für einen Schutz der Heimat gegen eventuelle Luftangriffe sind heute eine der wichtigsten Ausgaben der Gegenwart. Diese Arbei­ten, die der vom Reichsminister gegründete Reichs- luftfchutzbund zu erfüllen hat, find im höchsten MaßeDienst am Volke". Neben der praktischen Arbeit, wie

Schulung der Hausmarke und Vlockwarte, Ent­rümpelung der Böden und Bau von Schuh­räumen,

sieht der Reichsluftschutzbund eine weitere große Aufgabe in der Erziehung zum Gemeinschafts­gedanken.'

Nicht an dich selbst und an dein eigenes Wohl und Wehe sollst du denken, wenn du deinen kleinen Beitrag zum RLB. bezahlst. Der Mindestbeitrag ist nur klein, aber groß die Mittel, die notwendig sind, um alle Aufgaben erfüllen zu können.

Gemeinschaftsgeist soll dich leiten, wenn du deinen Boden entrümpelst, denn es kommt deinen Mitbewohnern zugute, wenn bei Bom-

ihre Fahrt selbst bezahlen und erhalten auf Grund der Fahrkarte nach Fürth eine 60prozentige Fahr­preisermäßigung für Hin- und Rückfahrt. Fahr­karte und Quartierzettel werden den Teilnehmern rechtzeitig durch die Post zugeschickt. Der geplante Anschluß-Sond>erzug von Marburg über Gießen, Friedberg, Hanau, Frankfurt, Würz­burg muß wegen zu geringer Teilnahme ausfal - l e n. Die in Marburg einsteigen wollten, müssen nach Guntershausen, die in Gießen nach Fulda, die in Friedberg, Hanau und Frankfurt einfteigen wollten, müssen nach Gemünden fahren. Sollten die Kosten von einigen Teilnehmern noch nicht ge­zahlt sein, müssen sie sofort per Postanweisung an das Amt für» Reisen, Wandern und Urlaub der NSG.Kraft durch Freude", Kassel, Weigelstraße 4, eingezahlt werden.

Freilichtaufführung des Stadttheaters

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrie­ben: Der Gedanke der Freilichtaufführung scheint bei den Theaterfreunden großen Beifall und reges Interesse zu finden. Man darf mit Freude feststellen, daß die Einladung zum Besuch der heutigen ersten Freilichtaufführung großen Widerhall gefunden hat. Es ist selbstverständlich, daß der Gedanke des Frei­lichttheaters auch einen Sonderspielplan verlangt. Dieser Forderung wird seitens «der Intendanz durch die Inszenierung des Shakespeare-LustspielsWas ihr wollt" Rechnung getragen. Spielleitung dieser humorvollen Szenenfolge hat Intendant Hanns König; musikalische Leitung der von Albert Krämer zusammengestellten Musik hat Konzert­meister F. Kerzisnik. Die günstige Lage des Stadthaus-Gartens macht die Aufführung dieses Werkes besonders reizvoll. Eingang nur von der Bergstraße aus. (Siehe heutige Anzeige.)

^oviton^cn.

Tageskalen de r für Mittwoch. 20.30 Uhr im Cafe Leib, Walltorftraße 38: Versammlung für alle Mitglieder und Amtswalter der NS.-Volks- wohlfahrt. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Rei­fende Jugend". Stadttheater Gießen: 20 bis 22.15 Uhr im Garten des Stadthauses, Bergstraße: Frei­lichtaufführungWas ihr wollt".

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** Polizei- und Gendarmerie-Per­sonalien. Der Reichsstatthalter in Hessen hat die am 28. Juni 1933 gemäß § 4 des BVG. ausge­sprochene Dienstentlassung des Polizeihauptwacht­meisters August Bock in Gießen aufgehoben. Das Personalamt des Hessischen Staatsministeriums gibt bekannt: Der Polizeihauptwachtmeister Heinrich Ludwig in Gießen wurde mit Wirkung vom 1. August 1934 zum Polizeiverwaltungsassistenten ernannt. Der Gendarmeriehauptwachtmeister a. Pr. Wilhelm Straube in Schotten wurde zum Gen­darmeriehauptwachtmeister ernannt.

** DieSprech stunden des Hessischen Staatsmini st ers fallen aus. Das Staats­presseamt teilt mit: Die Sprechstunden des Herrn Staatsministers fallen am Samstag, 2 8. Juli, aus.

** Warnung. Das Staatspresseamt teilt mit: DerHauptdirektor" derModern School of Lan- guage undNya Privata Sprakläroanstalten in Helsingfors (Finnland), ein Reichsangehöriger namens Weichert, fordert durch Anzeigen in deutschen Zeitungen Personen mit Sprachkenntnissen und Kapital auf zur Beteiligung an diesem Unter­nehmen, dessen Geschäftsmoral jedoch keine gute Be­urteilung erfährt, so daß der Firma mit Vorsicht zu begegnen ist.

** S e m e st e r - Schlußgottesdienst. Heute, Mittwoch, 20 Uhr, findet in der Kapelle auf dem Alten Friedhof der Semester-Schlußgottesdienst für evangelische Studenten statt. Die Predigt hält Studentenpfarrer S u ck e r.

** Kinder reifen an d i e Ostsee. Heute nacht treten 26 Gießener Kinder unter der Beglei­tung von zwei Herren des Kreisjugendamts Gießen mit dem Zuge D 75, Gießen ab 22.11 Uhr, die Reise nach Bad St. Peter-Ording an der Ostsee an, um dort mehrere Wochen zur Kur zu verbringen.

** Landhelfer kommen nach Ober­hessen. Am morgigen Donnerstag treffen von Dortmund her in Gießen etwa 90 Landhelfer ein, von denen eine Anzahl die Fahrt in die Gegenden von Friedberg und Alsfeld und ein Teil in die preußischen Gebiete von Gladenbach und Treysa fortsetzen wird.

** Rundfunkkonzert des Stad tth ea° ter-Orchesters. Das Orchester des Stadtthea­ters gibt heute abend aus dem Stadttheater unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister Fritz C u j 6 ein Nachtkonzert, das vom Reichssender Frankfurt übertragen wird. Aus diesem Grunde und wegen der Mitwirkung des Orchesters bei der Frei­lichtaufführung fällt heute abend das Promenaden­konzert aus. Vortragsfolge des Rundfunkkonzertes: Ouvertüre zuDer Wildschütz" von A. Lortzing; Ouvertüre zuDie luftigen Weiber von Windsor" von O. Nicolai; Marsch ausGasparone" von Mil- löcker; Ouvertüre zuDie schöne Galathee" von Franz von Suppe;Seid umschlungen, Millionen", Walzer von Strauß; Ouvertüre zuPrinz Methu­salem" von I. Strauß; Florentiner-Marsch von Fucik.

** Straßensperre. Wegen Ausführung von Kleinpflasterherstellungen ist die Ortsdurchfahrt Lollar der Provinzialstraße Gießen Mar­burg seit Montag für jeglichen Verkehr gesperrt.

den- und Brandgefahr das leicht brennbare Gerümpel weggeschafft ist und die Feuerwehr freie Bahn für ihre Löscharbeit findet.

Gemeinschaftsgeist ist es auch, wenn du als Brand- roart auf dem Boden stehst und mit Schippe, Feuer- patsche und einem Kochtopf als Stahlhelrnerfatz aus­gerüstet die Wacht gegen Brandbomben halst. Du bist bann ebensogut ein Soldat der Heimat, wie der Mann im Schützengraben, der das Höchste an Gemeinschaftssinn darstellt, das wir kennen.

Wer bisher noch nicht den Weg zur national­sozialistischen Bewegung gefunden hat, bte als erste den Grundsatz:

Gemeinnutz gehl vor Eigennutz! aufstellte, dem wird sicher die Bedeutung dieses idealen Leitgedankens aufgehen, wenn er einmal bei den Leuten des Reichsluftschutzbundes mitgearbeitet und den Geist der Selbstverleugnung und Auf­opferung für das Gemeinwohl kennengelernt hat, der diese Leute beseelt.

Die Umleitung erfolgt für den Fern- und Last­wagenverkehr über MarburgGladenbachWetz­larPohl-Göns; für den leichten und Nahverkehr über SaubringenStaufenberg.

** E i n Verkehrsunfall ereignete sich gestern gegen 21.30 Uhr in der Frankfurter Straße in Klein-Linden. Dort wurde der auf fei­nem Fahrrad vom Dienst heimkehrende Reichs­bahnzugschaffner Adolf Weinandt aus Klein- Linden von einem Klein-Lindener Auto, das ihn überholen wollte, angefahren und eine Strecke weit geschleift. Der Autolenker, der den Verunglückten nicht bemerkt haben will, brachte ihn in seinem Auto sofort zur Chirurgischen Klinik. Anscheinend hat der Bedauernswerte innere Verletzungen er­litten, besonders klagt er über Schmerzen in der Hüftgegend.

** Fällige Strom- und Gasgelder. Die Direktion der Elektrizitäts-, Gas- und Wasser­werke teilt mit, daß die fälligen Strom- und Gas­gelder für den Monat Mai noch bis zum 4. August ohne Kosten bezahlt werden können. (Siehe heutige Bekanntmachung.)

** Saisonschlußverkauf 1 934. Der Rhein-Mainische Industrie- und Handelstag teilt mit: Zur Behebung von Zweifeln hat der Herr Reichswirtschaftsminister mitgeteilt, daß Ankündi­gungen des Saifonfchlußoerkaufes und Mitteilun­gen durch Schaustellung von Waren in Schau­fenstern, Schaukästen und dgl. bereits am Sams­tag, den 28. Juli d. I., abends nach Ladenschluß der Besichtigung durch das Publikum freigegeben wer­den dürfen.

Große Strafkammer Gießen.

Das Gericht hatte sich zunächst mit einer Frau aus Butzbach wegen Kuppelei zu befassen. Im Laufe der Verhandlung nahm die Angeklagte ihre Be­rufung zurück.

Der K. A. aus Rodheim v. d. H. verstand es, durch Vorspiegelung falscher Tatsachen, sich bei seinen Gläubigern Kredite zu verschaffen, indem er, ob­wohl er den Offenbarungseid geleistet hatte, seine Zahlungsfähigkeit betonte. Außerdem gab der An­geklagte an, er habe noch höhere Beträge an Außenständen. Das Gericht verurteilte den Ange­klagten zu acht Monaten Gefängnis und zu den Kosten des Verfahrens.

Wegen fdjroerer Amtsvergehen hatte sich der Max Drescher aus Butzbach zu verantworten. Der Angeklagte unterschlug in seiner Eigenschaft als Postassistent einen Betrag von 436,05 Mark. Um die Verfehlungen zu verdecken, führte er Bü­cher bzw. Register unrichtig und verfälschte sie. Außerdem unterdrückte er eine ganze Anzahl Zahl­karten, Postanweisungen und Briefe. Der Ange­klagte verwandte das Geld in der Hauptsache zur Befriedigung feiner Rauchlust. Das Gericht ver­urteilte ihn zu einer Gesamtzucht haus- strafe von einem Jahr und zwei Ta­gen, sowie 15 0 Mark (Selb {träfe und zu den Kosten des Verfahrens. Zwei Monate erlittener Untersuchungshaft werden dem Angeklagten ange­rechnet. Der Antrag der Staatsanwaltschaft lautete auf ein Jahr ein Monat Zuchthaus und 200 Mark Geldstrafe.

Amtsgericht Gießen.

Ein Mann aus Allendorf (Lumda) und ein Mann aus Londorf durchfuhren am 13. Mai Allendorf mit ihrem Kraftwagen bzw. Kraftrad, ohne die Fahr­geschwindigkeit so einzurichten, daß sie bei dem schlechten Ueb erb lick über die Fahrbahn ihren Ver­

pflichtungen Genüge tun und ihren Wagen bzw. das Kraftrad aus die kürzeste Entfernung anhalten konn­ten. Sie wurden deshalb zu je 10 M a rk Gelü­st r a fe und in die Kosten des Verfahrens verurteilt.

Ein Mann aus Münzenberg fuhr mit feinem Auto in der Frankfurter Straße in Gießen beim Ueber­holen eines Radfahrers und bei der beabsichtigten Einfahrt in die Veterinärklinik den Radfahrer an, so daß dieser zu Fall kam. Die Beweisaufnahme er­gab, daß der Angeklagte die Kurve zu eng gefahren war. Das Gericht erkannte auf eine Geldstrafe do n 100 Mark. Die Kosten des Verfahrens tragt der Angeklagte.

Große Arbeiiöbeschaffungsprojekte des. Oberwesterwaldkreises.

LPD. W e ft e r b u r g, 24. Juli. Der Oberwester­waldkreis bereitet in dem Bestreben, einen vernich­tenden Schlag gegen die Arbeitslosigkeit zu führen, großzügige Arbeitsbeschaffungspläne vor. Zunächst hat sich ein Zweckverband für Melio­rationen gebildet, dem fast alle Landgemeinden des Kreises angeschlossen sind. Vorsitzender des Zweck­verbandes ist Bürgermeister S e il e r von Langen­bach bei Marienberg. Der Zweckverband hat die besondere Aufgabe, die Meliorationsbestre- bungen zu fördern und für entsprechende Arbeitsgelegenheit zu sorgen. Es werden allein über 100 000 Tagewerke für d i e Regulie­rung der Wasserläufe, Wiesenmelio­rationen und Drainagen beantragt. Die Genehmigung dieser 100 000 Tagewerke soll un­mittelbar bevorstehen. Die Gesamtbaukoften dieser umfangreichen Arbeiten betragen etwa 250 000 Mk. Der Betrag soll als Darlehen aufgenommen werden. Mit den Arbeiten hofft man in Bälde beginnen zu können. Für den Herbst will der Zweck­verband für Meliorationen weitere 100 000 Tagewerke beantragen, um auch in den Herbst- unb Wintermonaten Arbeitsgelegenheit zu haben.

Warnung vor einem Postdieb und Scheckfälscher.

LPD. Frankfurt a. SO?., 24. Juli. Die Polizei warnt vor einem angeblichen Harry O. Hart­mann, einem amerikanischen Staatsangehörigen, der sich in Hotels und auch in privaten Zimmern einmietet, die er als fein Büro angibt. Zahlungen leistet er mit Schecks, die zum Teil als Blanko­schecks in Postwagen usw. gestohlen sind. Er ist ein gewandter Kaufmann, der in Ge­schäfts- und Börsenangelegenheiten sehr bewandert ist. Der Betrüger legt sich alle möglichen Namen und Titel zu und wird wegen seiner Betrügereien von Amerika aus gesucht.

iRunhfunfprogramm.

Mittwoch, 25. Juli.

12 Uhr: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nach­richten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: 3 mal 15 Minuten aus dem Sendebezirk. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.20: Stunde der Jugend: Junge Gefolgschaft". Chorisches Spiel der Hitler- Jugend. 18: Reichsfendung: Kunterbunt aus den deutschen Kampfspielen. 18.30: Junge deutsche Dich­tung: Rudolf Kipp. 18.50: Griff ins Heute. 19: Un­terhaltungskonzert. 20: Nachrichten. 20.10: Reichs­sendung: Unsere Saar. Den Weg frei zur Ver­ständigung! 20.35: Reichssendung: Stunde der Na­tion. Appell durch den Reick)sjugendführer und Obergebietsführer Dr. Stellrecht. 21: SS.-Konzert. 22: Weltpolitischer Monatsbericht. 22.25: Nach­richten. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik.

Donnerstag, 26. Juli.

5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Rat­schläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saar­dienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nach­richten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Kinderstunde. 15.35: Wirtschaftsbericht. 15.50: Kunstbericht der Woche. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Die sechs Bücher zum Zeitgeschehen. Zwie­gespräch. 17.45: Aus Zeit und Leben. 18: Kunter­bunt aus den Deutschen Kampfspielen. 18.30: Spa­nischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht! Soziales Funkbild. 19: Bunte Stunde. Grüße aus Kahlau. Die Reisezeit in Witz und Lied. 19.30: Saar-Umschau. 19.40 Bunte Stunde. 20: Zeitan­gabe, Nachrichten und Mitteilungen aus dem kultu- rellen Leben. 20.15: Stunde der Nation.Inter­mezzo", ein heiteres Hörspiel von Alfred Schnura. 21: Konzert. Eine Faust-Symphonie (nach Goethe) in drei Charakterbildern. 22.20: Nachrichten. 22.30: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.40: Tagesecho der Deutschen Kampfspiele. 23: Badische Kompo­nisten. 24 bis 1: Aus Mozart-Opern.

Die Segelflieger aus der Wafferkuppe.

Blick vom Startplatz auf der Wafferkuppe.

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