Ö.Ji.-'fpOTt
Vorrunde um den „Adolf-Hitler-Pokal"
Die Ergebnisse.
Königsberg: Ostpreußen — Niederrhein 0:4 (0:3).
Chemnitz: Sachsen — Pommern 7:0 (3:0).
Magdeburg: Mitte — Nordmark 1:2 (1:1). Köln: Mittelrhein — Brandenburg 3:0 (0:0). Kassel: Nordhessen — Schlesien 4:1 (1:0).
Karlsruhe: Baden — Niedersachsen 7:4 (3:0).
Gaumeisterschasten des Turngaues Aordheffen in den Sommerspielen.
Gießen holt sich zwei Faustballmeisterschaften.
Dom Gauobmann für die Sommerspiele, Gutz° s ch e b a u ch (Kassel) gut vorbereitet und umsichtig geleitet, wurden gestern bei prächtigem Spielwetter und ausgezeichneten Leistungen in Kassel die Meisterschaften des Turngaues Nordhessen in den Sommerspielen ausgetragen.
In der Turner-Klasse I, die in zwei Gruppen spielte, wurden äußerst hochwertige Faust- b a l l s p i e l e dargeboten, die überzeugend bewiesen, daß auch Faustball der spannenden Kampsmomente nicht entbehrt. Besonders die beiden Gruppensieger, Tv. 1846 Gießen und T g m. Friedberg, die bekannten Faustballmeister des alten Hessengaues, zeigten Faustball in vollendeter Form. Mit guten Leistungen warteten auch der Polizeisportverein Hanau a. M. und die Kasseler Tgm. auf, und auch die ländlichen Vertreter, Tv. Frankenau und To. Wasenberg, konnten sich ruhia mit ihren Gegnern messen. Der Kampf erreichte seinen Höhepunkt in dem
Entscheidungsspiel Gießen gegen Friedberg, einem Faustballtreffen, das den sachverständigen Zuschauern einen ganz besonderen Genuß bereitete. Tgm. Friedberg ging anfangs in Führung, aber Tv. 1846 Gießen holte nach Halbzeit bald auf und stellte das Spiel bei Schluß der Begegnung auf 28:28. In der Verlängerung hielt die Spannung an, bis • Gießen das Spiel der vollkommen gleichwertigen Mannschaften durch den Einsatz aller Kräfte mit zwei Plusbällen für sich entscheiden konnte und damit als er st er Gaumei st er des neuen Turngaues Nordhessen er
mittelt wurde. Die siegreiche Mannschaft besteht aus den Turnern Pfeffer L, Riexinger, Pfef- f e r II., Trapp W. Loh.
Im
Fauslball der Turnerinnen
setzte sich die Mannschaft des M t v. Gießen (Paula B ü r ck, Paula Hofmann, Anni Bickelhaupt, Irmgard Fischer, Emmi Schmidt) sicher durch und schlug die Mitbewerber um den Meistertitel: C. T. Kassel und Tv. „Jahn" Eschwege. Die Turnerinnen aus Eschwege leisteten allerdings erbitterten Widerstand, mußten aber, insbesondere durch das ausgeglichene Spiel der Gießener Mittelspielerinnen, eine verdiente Niederlage hinnehmen. Die Kasseler Turnerinnen-Fünf spielte eine untergeordnete Rolle.
Leichtathletikmeisterschasten im Kreise Gießen.
Guter Sport auf dem Waldsportplah.
Bei idealem Wetter fand am gestrigen Sonntag auf dem Waldsportplatz, ausgerichtet vom VfB.° Reichsbahn die Austraaung der leichtathletischen Kreismeifterschaften des Kreises Gießen im Gau XII statt. Mitglieder der Turn- und Sportvereine unsrer engeren Heimat beteiligten sich an den Wettkämpfen, die in zwei Klassen ausgetragen wurden. Es wurde sehr guter Sport geboten.
Nachstehend seien zunächst nur die ersten Sieger, die Kreismeister also, genannt:
100 Meter: Luh (VfB.-R.) 11,2 Sek. 200 Meter: Hill (Mtv. Gießen, 3. Komp. JR.-15) 22,8 Sek. 400 Meter: Bepperling (Spvg. 1900) 53,1 Sek. 800 Meter: Peters (1900) 2:04,6 Min. 1500 Mtr.: Sobezack (VfB.°R.) 4:28,9 Min. 5000 Meter: Fr. Neide! (Heuchelheim) 16:41,7 Min. 4X100 Meter: VfB.-R. 45,4 Sek. 4 X 400 Meter: 1900 4:08 Min. 4 X 1500 Meter: 1900 I 18:57,4 Min. Diskus: Kilo (1900) 41,82 Meter. Kugelstoßen: Gugel (1900, Unterfeldwebel 1. Komp. JR. 15) 14,55 Meter. Speerwerfen: 1. Jakob (VfB.-R.) 48,40 Meter. Steinftoßen: Luh (VfB.-R.) 9,20 Meter. Hammerwerfen: M o h l (VfB.-R.) 34,90 Meter. Hochsprung: Lepper (Tv. Alten-Buseck) 1,73 Meter. Weitsprung: Luh (VfB.-R.) 6,11 Meter. Wir berichten noch ausführlich.
Reichsjugendfest in Gießen.
führung mit großer Aufmerksamkeit. Die vielseitigen Bemühungen der Schwimmerinnen und Schwimmer, wie auch der Lebensretter fanden dankbare Anerkennung.
Nach Einbruch der Dunkelheit wurde an der Lahnbrücke eine „Venezianische Nacht" in Szene ge- etzt. Tausende vor Zuschauern hatten sich eingefunden. Es war keine Mühe gescheut woroen, etwas Besonderes zu bieten. Inmitten der Baumreihen an
den Ufern der Lahn leuchteten viele Glühbirnen in bunten Farben auf; die Lahnbrücke war mit Scheinwerfern beleuchtet und bot einen schönen Anblick. Ganz besonders lebhaften Beifall fand ein Facker- reigen auf dem Wasser, der von Schwimmern ausgeführt wurde. Eine Auffahrt der mit vielen Lampions geschmückten Paddelboote wirkte sehr stimmungsvoll und bildete den Höhepunkt und Abschluß desEllnterhaltsamen Abends.
Schalke - Deutscher Fußballmeister.
Oer „GXub" vor 45000 Zuschauern 2:1 geschlagen.
Bis auf den letzten Platz war das Berliner Post- tadion am Sonntag gefüllt, als sich der fünffache deutsche Meister, 1. FC. Nürnberg, und der FC. Schalke zum Kampfe um die 25. Deutsche Fußballmeisterschaft stellten. Der Kampf erlebte in der zweiten Halbzeit seinen Höhepunkt. In den letzten 25 Minuten gab es einen Kampf auf Biegen und Brechen. Die mit 1:0 in Führung liegenden Süddeut- chen wurden in ihrer Hälfte eingeschnürt und boten eine noch kaum gesehene Derteidigungsarbeit. Schalkes Mittelläufer Szepan war in den Sturm gegangen und er war es and), der vier Minuten vor Schluß den Ausgleichstreffer schoß. Kuzorra, Sze- pans Kampfgenosse aus tausend Schlachten, erzielte dann mit letzter Kraft eine halbe Minute vor dem Schlußpfiff den fieabringenben Treffer. Zum ersten Male sind die „Knappen" damit zum deutschen Meistertitel gekommen, nachdem ihre jahrelangen Bemühungen nie vom Erfolg gekrönt waren. Zum ersten Male hat der „Club" ein Endspiel verloren, ünfmal setzte er sich bisher in der Schlußrunde durch und noch nie hat er in diesen Spielen einen Treffer hinnehmen müssen. Schalkes erster deutscher Meistertitel bedeutet ein Jubiläum, denn zum 25. Male wurde am Sonntag der stolze Titel vergeben.
Wie sie spielten ...
Schalke erschien mit Mellage; Bornemann, Jasons; Tibulski, Szepan, Valentin; Kalwitzki, Urban, Nattkämper, Kuzorra, Röthardt. Der beste und überragendste Mann der Westdeutschen war Deutschlands Mittelläufer Szepan. In der ersten Halbzeit erwies er sich als dritter Verteidiger den zu dieser Zeit überwiegenden Nürnberger Angriffen gegenüber als unschlagbare Abwehr und nach dem Wechsel entschied er den Kampf als sechster Stürmer. Als er dann überhaupt mit Nattkämper tauschte, entschied er auch das Spiel. Peben ihm ist Kuzorra, obwohl durch einen schweren Leistenbruch behindert, in erster Linie zu erwähnen. Seine überragende mit
letzter Kraft erzielte Einzelleistung schuf den Schalter Sieg.
Nürnberg setzte vor der Pause die beiden Flügel zu wenig ein. Nach der Pause bot sich zeitweise Gelegenheit, das große Können der Außenstürmer zu zeigen und so fiel auch der Führungstreffer. Dann hatte aber Nürnberg, wenigstens in den letzten 20 Minuten, nur noch Gelegenheit, fein großes Ab- wehrkönnen zu zeigen. Was in diesen 20 Minuten von Köhl und seinen beiden Vorderleuten und dem zurückgegangenen Oehm geleistet wurde, ist wert, in die Geschichte des deutschen Fußballsportes einzu- gehen. Daß in den letzten Minuten die beiden Treffer fielen, spricht nicht gegen den „Club". Schiedsrichter B i r I e m (Berlin) war in jeder Beziehung für dieses aufregende Spiel der richtige Leiter.
Torlos bis zur Halbzeit.
In der ersten Halbzeit hatten die Nürnberger etwas mehr vom Spiel. Mangelnder Einsatz der Flügel verhinderte aber im Bereich des Möglichen liegende Treffer. Beiderseits waren die Hintermannschaften auf der Höhe und nur ganz selten kamen jo genannte klare Chancen zustande, bei denen in der Aufregung meist daneben ober barüber geschossen wurde, so daß die erste Hälfte torlos blieb.
Die Entscheidung.
Die unheimliche Spannung, die über den Zuschauern lag, löste sich in der 8. Minute der zweiten Halbzeit. Kundt raste die Linie entlang und gab den Ball zu Schmidt, der unhaltbar einschoß. Langsam machte sich dann Schalke frei, die letzten 20 Minuten sahen die Nürnberger in starker Umklammerung und der längst verdiente Ausgleich der „Knappen" fiel vier Minuten vor Schluß durch Szepan; ein Durchbruch Kuzorras ergab dann in der Schlußminute den siegbringenden Treffer. Der Schlußpfiff ging in dem Jubel der Schalter Anhänger unter.
Der Reichsjugendführer hatte in Verbindung mit dem Reichsfportkommisfar zum Fest der deut- fchen Jugend aufgerufen. In allen deutschen Gauen war am Samstag die Jugend versammelt, um ihre Kräfte im sportlichen Dreikampf zu messen.
In Gießen sanden die Wettkämpfe auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 und auf dem Univerfitätssportplatz statt. Prächtiges Wetter begünstigte sowohl die sportlichen Veranstaltungen des Vor- und Nachmittages, wie auch das Abbrennen der Sonnwendfeuer.
Der Vormittag sah die Gießener Schuljugend unter der sportlichen Leitung des Kreisbeauftragten des Reichssportführers Mohr und des Sportlehrers Klippel in der stattlichen Zahl von annähernd 400 Mann angetreten. Die Teilnehmer wurden in Riegen je nach ihrem Alter eingeteilt. Für die jüngeren Jahrgänge waren 75-Meter-Lauf, Weitsprung und Ballweitwurf, für die Aelteren 100-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen vor- aesehen. Diese Wettkämpfe nahmen fast den ganzen Vormittag in Anspruch. Abschließend fanden Handballspiele der Gießener Schulen statt. Nach der sofort folgenden Siegerverkündung sprach der Scharführer im Stab des Bannes 116 W. Fritzges die Schlußworte: Er wies darauf hin, daß das
Endziel nicht Höchstleistung einzelner in irgend- einer Sportart fei, sondern Gesundheit, Kraft und Leistungsfähigkeit aller.
Abhärtung und Stählung des Körpers fei uns die Voraussetzung für ein widerstandsfähiges kommendes Geschlecht. Somit sei die körperliche Ertüchtigung der deutschen Jugend Dienst am Volk.
Die berufstätige Jugend trug ihre Wettkämpfe in den Nachmittagsstunden auf dem Universitäts- sportplatz aus. Naturgemäß kamen hier nur die Wettkämpfe für die Aelterenklasse in Frage. Es wurden zum Teil recht beachtliche Ergebnisse erzielt. Ein Fußball- und ein Handballspiel und eine 4 mal
100-Meter-Staffel bildeten den Abschluß der sportlichen Kämpfe. Der Abteilungsleiter E, Scharführer Nachtigall gab in einem Schlußwort der Hoffnung Ausdruck, daß es der HI. im Laufe des nächsten Jahres aelingen möge, alle berufstätigen Jungens zu erfassen, für die die sportliche Ertüchtigung genau so wichtig ist, wie für die Schüler.
Die Wettkämpfe haben gezeigt, daß ein Wille in der HI. lebt, der dazu führt, unseren Körper
zu stählen und unseren Geist auszubilden.
Denn wir wissen, daß wir die uns harrenden Aufgaben im Dritten Reich nur bann erfüllen können, wenn wir uns dazu oorbereiten und ganze ^Kerls an Leib und Seele werden.
Der Unterbann 1/116 feierte das
Fest der Sommersonnwende
in der Wiesecker Sandgrube. Nachdem der Ring um den Holzstoß geschlossen war und das Lied „Wenn alle untreu werden..." den Gedanken der Hitler- jungen Ausdruck gegeben hatte, hielt der Unterbann- Adjutant V ö l z i n g die Feuerrede:
Nicht eine Feier des Ueb erschwer na es romantischer Gefühl sollte dieser Tag sein, sondern um unser höchstes Eigentum wieder zu gewinnen und zu vertiefen: Dolksbewußtsein, Volksglaube und Volkstum. Als Freier im Volke zu leben, heiße kämpfen. So müsse jeder einzelne Hintlerjunge Kämpfer sein .sein Leben lang.
Der stellvertretende Gebietsschulungsleiter W. Krömmelbein hielt sodann noch eine kurze Ansprache. Er führte u. a. aus: „Wenn heute abend wieder einmal die Flammen als äußeres Zeichen unseres Wollens zum Himmel schlagen, dann sollen sic all das verzehren, was störend sich heute noch in der deutschen Volksgemeinschaft breit macht. Es geht heute um ein Deutschlands nationale Ehre und um sozialistische Gerechtigkeit. Wir folgen heute und morgen und für alle Zeiten der Hakenkreuzfahne!"
Nachdem die HI. ihrer Toten gedacht hatte, stieg ihr Lied „Vorwärts, vorwärts..." in die Nacht...
Glanzvoller Abschluß der Reichs- schwimmwoche in Gießen.
Mit einer großen Veranstaltung wurde am gestrigen Sonntag im Zusammenwirken aller berufenen Kräfte die Reichsschwimmwoche für unsere Stadt abgeschlossen. Eine große Zuschauermenge belagerte die Lahnbrücke und die beiderseitigen Ufer oberhalb der Badeanstalten, um Zeuge der vielfältigen ernsten und zum Teil auch heiteren Darbietungen zu werden. Turner-Schwimmer und Schwimmerinnen, die Mitglieder des Schwimmvereins und der Lebensrettungsgesellschaft, die Paddlergilde Gießen und ein Zug der Freiwilligen Sanitätskolonne hatten sich zur Verfügung gestellt, um der Reichsschwirnrn- woche zu einem ihrer Bedeutung entsprechenden würdigen Abschluß zu verhelfen. Die Veranstaltung am Nachmittag war von dem denkbar besten Wetter begünstigt. Aus und an der Lahn, in den Badeanstalten usw. herrschte ein Leben und Treiben, wie man es wohl seit Jahren nicht so gesehen hatte.
Ein nach Zahl und Art recht eindrucksvolles Auf- schwimmen uni), eine schöne Auffahrt der Paddler bildete die glückliche Einleitung der Veranstaltung. Schwimmerinnen und Schwimmer kamen von der Müllerschen Badeanstalt her, tadellos ausgerichtet auf die Brücke zugeschwommen, während ihnen die schmucken Paddelboote folgten, die dann, nachdem die Schwimmer das Land wieder gewonnen hatten, den Schauplatz des weiteren Programms in bunter Reihe fäumten.
Da sah man nun zunächst ein hvcht amüsantes Fischersiechen.
Zwei Paddler bekriegten sich von ihren schwankenden Booten aus, auf dem verbreiterten Vorderteil der Boote stehend, mit langen, lappenumwickelten Stangen und versuchten sich gegenseitig von Bord zu stoßen. Das fiel nicht schwer und unter dem Gaudium der vielen Zuschauer stürzte bald der eme bald der andere der Kämpfer in das nasse Element.
Dann gelangten sehr anschaulich von guten Stil- chwimmern die
verschiedenen Schwimmarken
(Brustschwimmen, Gleichschlag-Rückenschwimmen, Rücken-Kraul und Brustkraul) zur Vorführung und icherlich wird dabei in manchem der Zuschauer der Wunsch lebendig geworden sein, das Wasser auch so beherrschen zu können, wie diese Schwimmer, die sich im feuchten Element wie zu Hause zu fühlen schienen. Dann wurde auch das
Staffel-Schwimmen
vorgesührt. Allen dem Schwimmsport noch fernstehenden Volksgenossen wurde recht eindrucksvoll gezeigt, daß sich der Schwimmsport in Gießen auf einer recht beachtlichen Höhe bewegt. Den Hauptteil der Verunstaltung bildete die
Vorführung des Rettungsschwimmens.
Geübte Schwimmer zeigten insbesondere die einzelnen Handgriffe, so a. B. wie man den Ertrinkenden saßt, ihn im Wasser transportiert und an Land bringt, sich gegen die meist verzweifelten Anstrengungen des Ertrinkenden wehrt, der sich an ben Retter klammern will (Befreiungsgriffe) und schließlich auch noch die Maßnahmen zur Wiederbelebung. Zum Zwecke der praktischen Vorführung war ein Floß gebaut worden, bas mit mehreren Personen besetzt war und in der Mitte des Flusses kenterte. Die Schwimmer und Mitglieder der Sanitätskolonne stürzten sich sogleich in bas Wasser, imb brachten bie „Ertrinkenben" an Lanb.
griff auch bie freiwillige Sanitätskolonne oom Roten Kreuz ein unb half mit ihren mobernen Wieberbelebungsäeräten unb bem Sauerstoffapparat bei biefen bemonftratioen Wieberbelebungsversuchen mit. Die Zuschauer folgten dec dramatischen Vor-
Der dritte Tag des DmWandfluges.
Am Samstagmorgen stellten sich dem Starter, Vizepräsident Baur de Betaz, 22 Verbände mit insgesamt 95 Maschinen. Das Siebener-Geschwader -der Rheinländer konnte also nach Behebung einiger technischer Schwierigkeiten wieder in den Wettbewerb eingreifen. Diesmal ging es über die 1124 Kilometer lange Strecke Berlin, Goslar, Bielefeld, Quakenbrück, Oldenburg, Hamburg, Flensburg, Kiel, Schwerin, Berlin. Die teilweise sehr starken Wind- trömungen waren für die tapferen Flieger feine unüberwindlichen Hindernisse und wurden sozusagen „im Sturm" genommen.
Besonders über dem harz und den Weserbergen hatten die Bewerber mit dem bockigen Wetter zu kämpfen.
Im Laufe des Wettbewerbs haben sich drei Staffeln auf die zulässige Mindestzcchl von zwei Maschinen verringert; für sie trat als besondere Schwierigkeit eine Erhöhung der Geschwindigkeit in Kraft. Die Berliner Staffel unter Führung Ministerialrat Geyers wurde dieser Aufgabe glänzend gerecht. Sie lag den größten Teil der Strecke über mit weitem Vorsprung in Front und traf nach noch nicht acht- tünbiger Flugzeit als erste roieber in Berlin ein. Leiber gab es zwischen Melle unb Quakenbrück einen Absturz der Maschine 2188. Während der Pilot Wißwedel mit Verletzungen davonkam, verschied ber Orter Haaris auf der Stelle. Hochbetrieb herrschte natürlich in Kiel, wo bie Deutschlandflieger die Teilnehmer an ber Kieler Woche begrüßten. Trotz grauer Wolkenbänke unb eines scharfen Norbwests hatten sich in Fuhlsbüttel zahlreiche Zuschauer mit Reichssportführer von Tschammer unb Osten, Vertretern der Stadt Kiel, der Reichsmarine, SA. und SS. an der Spitze, eingefunden, die den eintreffen- den Fliegern herzliches Willkommen entboten. Um das Ehrenmal ßabö wurde eine Schleife gezogen; dann wurde der Kieler Woche zum Gruß die Förde gerundet.
Auch auf der Samstag-Strecke hatten die Orter wieder eine Reihe von Aufgaben zu lösen. Auf der Strecke Oldenburg—Kiel waren 500 Meter südlich dem Bülker Leuchtturm und 500 Meter östlich ßabö Sichtzeichen ausgelegt, und zwischen Kiel und Berlin vier weitere, so daß also jeder Orter sechs Ausgaben zu bewältigen hatte.
Auf dem Flugplatz Oldenburg begrüßte Reichs- luftfahrtminister Göring feine Kameraden.
In Tempelhof traf die erste Staffel bereits um 13,54 Uhr ein. Es war die Berliner Zweierformation Geyer, die, als erste gestartet, noch nicht acht Stunden zur Bewältigung der Strecke gebraucht hatte. Es folgten weiter um 14.57 Uhr die Fieseier- Maschinen Seegers (Berlin) vor ben oberbayrischen BFW. (Scheuermann) um 15.41 Uhr, der Magdeburger Formation ßeber auf Klemm um 16.01 Ühr, der Bremer Gruppe Tank auf Focke Wulf um 16.07 Uhr, den Hannoveranern mit Weigand auf Klemm um 16.45 Uhr, den Königsbergern mit Schütze auf Heinkel um 17.01 Uhr usw. Die zuerst eingetroffene Gruppe, die mit drei Maschinen gestartet war, von denen eine unterwegs ausfiel, durchflog alle Stationen fast ohne Aufenthalt und war stets ängstlich darauf bedacht, die 85 v.H. ihrer Sollzeit.einzuhalten.
Oer letzte Tag.
Der Deutschlandflug kam am Sonntag mit dem letzten Streckenflug zum Abschluß. Zwischen 5 und 5.20 Uhr starteten in Berlin-Tempelhof 92 Wettbewerbsteilnehmer in zusammen 21 Verbänden. Die Strecke des vierten Tages führte nach dem Süden des Reiches, und zwar von Berlin über Gera nach Bayreuth, von dort über Regensburg nach Ainring. Von Ainring ging der Flug ins Gebirge über Reichenhall nach Berchtesgaden, zurück über Prien am Chiemsee, München und Bamberg nach Berlin- Tempelhof.
Die Ankunft des ersten Teilnehmers in Berlin erfolgte sehr viel früher, als man angesichts der Schwierigkeiten der Gebirgsstrecke erwartet hatte.
1 Bereits um 13.15 Uhr passierte der aus zwei Flug
zeugen bestehende Berliner Verband mit den Fliegern Goyer und Kammhuber die Ziellinie auf dem Flugfeld Tempelhof und beendete somit den Wettbewerb. Als nächste Mannschaft traf um 13.52 Uhr die Flieger-Untergruppe I Berlin mit drei Fieseler- Maschinen ein.
Der Präsident des Deutschen ßuftsportverbandes, ß o e r 3 e r, hat die Flieger auf ihrem Deutschlandflug begleitet und an' den einzelnen Zwischen- ftationen die dort anwesenden führenden Persönlichkeiten im Namen des Deutschen ßuftsportverbandes begrüßt.
Oer Preis des Reichskanzlers für die »Kieler Woche".
Der G o l d p o k a l, den der Führer als Wanderpreis für die internationale 6-m-U-Klasse gestiftet hat. Er fällt endgültig an denjenigen Eigner, der — gleichviel, mit welcher Jacht — ihn dreimal gewonnen hat.
Kurze Gportnotizen.
Den Sieg im Deutschen Derby 19 3 4 errang Athanasius aus dem Gestüt Erlenhos. Der Hengst, der von I. Rastenberger ausgezeichnet gesteuert wurde, ging in der Schluhgeraden an die Spitze und ließ Blinzen, Agalire, Ehrenpreis und Ebro sicher hinter sich.
Den „Grand Prix de Paris", die mit 600 000 Franks ausgestattete wertvollste europäische Dreijährigenprüfung, gewann das englische Pferd Admiral Drake unter Steve Donoghue.
Union Niederrad hat sich durch einen 5:1» Sieg über Heusenstamm den Wiederaufstieg zur ersten Fußballklasse des Gaues Südwest errungen.
Deutschland gewann den Schwimm- ßänderkampf gegen Frankreich in Plauen mit 2:0.
Der Golf-ßänderkampf Frankrei ch— Deutschland in Frankfurt a. M. endete mit dem erwarteten 7-ä;l^-Sieg der Franzosen.
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