art das Deutsche Jungvolk ist. Die einen so, die andern so. Und das ist gut, denn man mexkt daran, daß die Heimatverbundenheit, dei ja doch erstrebt wird, tatsächlich erreichbar ist. Alle sind wohl Träger eines Kleides, alle sind wohl eines Geistes, aber doch hat jede Gegend ihre gemäße Eigen- Prägung.
Den Abschluß des Abends bildete die Weih« von zwei Fahnen, die dann ihren Einheiten übergeben wurden. Ibn. 116.
In Münzenberg
filmt das Deutsche Jungvolk.
Tausend Jungen bewegten sich auf und ab in dem alten Münzenberg, um der Kamera Bilder zu geben aus dem Leben des oberhessischen Jungvolks.
Man glaubte sich in die Tage des letztjährigen Pfingstfestes zurückversekt, wenn man die marschierenden mustergültigen Kolonnen sah. Die Münzen- beraer Einwohner gaben ihren sauberen Häusern reichen Fahnenschmuck, um im schönsten Festkleid auf dem Bildstreifen zu sein. Die Aufnahmen bi[ben eine Ergänzung der bisher gefilmten Bilder und stellen als Gesamtfilm die Geschichte des Deutschen Jungvolks in Oberhessen dar. Objbn. 4/13.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Der Kräutermann.
Kräutermann und Kräuterweib waren in frühe- ren Zeiten bekannte Erscheinungen auf den Märkten der kleinen und mittleren Städte. Sie besuchten von Zeit zu Zeit die Hausfrauen, um ihnen Ge- würzkräuter, Heilkräuter und Tee anzubieten. Die Hausfrauen deckten bei ihnen ihren Bedarf an Hausmitteln für die Hausapotheke. In jedem Früh- jahr wurde die gan^e Familie regelmäßig einer Kräuterkur unterworfen, wofür die Hausfrau vom alten Schlage so ihre eigenen Rezepte hatte. Wenn eines der Familienmitglieder erkrankte, so wußte Mutter ein Linderungs- oder Heilmittel. Vaters Magenbeschwerden, von denen Mutter zuweilen mit einem unmißverständlichen Lächeln Kenntnis nahm, was ihn wiederum unangenehm berührte, wurden mit Wermut-, Baldrian-, Pfefferminz, oder Wacholdertee sicher gebannt. Die Erkältungskrank, heiten der Kleinen wurden mit Fliederblüten., Lin. denblüten-, Heidelbeerblätter-, Kamillen- und Pfefferminztee bald überwunden.
Wie groß die Wertschätzung 'dieser Dolksheilmittel war, zeigt die große Zahl von Singreimen und Kinderspielen, die uns aus früherer Zeit noch er- halten geblieben sind. Wer kennt nicht das kleine Schulgedicht vom kranken Fritz, der zuviel Pflaumen geschleckt hatte und nun im Bette liegen und Fliedertee trinken muß. Am Schluß des Gedichtes heißt es: „So so, du hast Bauchweh? Und der Kopf tut dir auch weh? Dann trink' nur brav Fliedertee, dann tut dir dein Bauch nicht wieder weh und kriegst auch sonst kein Gliederweh." Von der Pimpinelle gibt es ein Sprüchlein, das auf die belebende und anregende Wirkung dieser Pflanze hinweist. Es heißt: „Esset Bibernelle, so sterbet ihr nicht so schnelle!" Daß diese Kräuter im Volk auch schicksalhafte Bedeutung hatten, beweist ein Vers, der auch heute noch allgemein bekannt ist: „La- wendel, Myrt' und Thymian, das wächst in meinem Garten, wie lange bleibt der Freiersmann? Ich kann es kaum erwarten!"
Die Tatsache, daß diese Sprüche über unsere alten Dolksheilmittel bis auf den heutigen Tag sogar in Großstädten noch erhalten geblieben sind, beweist die Naturverbundenheit unseres Volkes. Wenn auch die Mittel selbst in den Großstädten durch andere Arzneien mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt worden sind, so ist doch der Glaube an die Kraft der pflanzlichen Heilmittel, wie sie die Natur bietet, immer noch stark verbreitet. Leider hat es mancher geschäftstüchtige Unternehmer verstanden, aus diesem Glauben in durchaus nicht immer einwandfreier Weise Nutzen zu ziehen. Es wurde gar manches sog. natürliche Heilmittel mit groß auf- gemachter Werbung auf den Markt gebracht, das später auf Anordnung der Gerichte zurückgezogen werden mußte, da es m seiner Wirkung häufig nicht im entferntesten den übertriebenen Anpreisungen entsprach. Durch solchen Mißbrauch ist das Vertrauen, besonders der städtischen Kreise, in unsere althergebrachten natürlichen Heilmittel stark erschüttert worden.
Trotz alledem halten aber auch heute noch viele Hausfrauen einen kleinen Vorrat von Heilkräutern und Tee im Hause. Und das ist gut so, denn sie können durch rechtzeitige Anwendung größeren Krankheiten vorbeugen und überdies den Haushalt dadurch vor größeren Ausgaben bewahren, wie sie schwere Krankheiten immer mit sich bringen. Der erhöhte Verbrauch an heimischen Heilmitteln würde außerdem dazu beitragen, die Lebenshaltung der armen Bevölkerung in den deutschen Mittelgebirgen, im Thüringer Wald, in der Rhön, im Erzgebirge usw., zu verbessern. Es ist bekannt, daß die Ver- dienstmöglichkeiten gerade für diese Volksgenossen außerordentlich gering sind. Um so mehr ist ihnen zu wünschen, daß ihnen durch den Verkauf von wildwachsenden Heilkräutern aller Art eine weitere Einnahmequelle erschlossen wird. Dr.W. Z.
Glockengeläute zur Einführung des Landesbischofs.
Zur Einführung des Landesbischofs der Eocm- gelischen Landeskirche Hessen-Nassau ist verfügt, daß zu Beginn des Einführungsgottesdienstes am Donnerstag, 26. April, 10 Uhr, ein Glockengeläuts sämtlicher evangelischen Kirchen der Landeskirche von zehn Minuten Dauer stattfindet. In Darmstadt und anderwärts werden die Kirchen an diesem Tage den Schmuck der Kirchenfahnen tragen.
Jührertagung des Gebietes Hessen- Nassau der HZ.
An der Führertagung in Weilburg an der Lahn unter Leitung des Gebietsführers Walter Kramer (MdR.) nahmen sämtliche Oberbann- und Ober- ungbannführer, sowie die Bann- und Jungbann- ührer des Gebietes Hessen-Nassau teil. Es wurden üe bisher geleistete HI. Arbeit im Gebiet Hessen- Nassau und die Aufgaben des kommenden Sommer- Halbjahres besprochen. Im Mittelpunkt der Auf- gaben für das Sommerhalbjahr stehen die vier- vis sechswöchigen Lager, in denen besonders die Jungarbeiter Erholung finden sollen.
Daten für Mittwoch, 25. April.
1533: Wilhelm I. von Oranien, Statthalter der Niederlande, auf Dillenburg in Nassau geboren (gestorben 1584); — 1599: Der Staatsmann Oliver Cromwell in Huntington geboren (gestorben 1658); — 1874: der Physiker Guglielmo Marconi in Griffons bei Bologna geboren; — 1933: Gesetz gegen die Ueberfremdung der deutschen Schulen und Hoch- schulen; die nichtarischen Schüler und Studenten dürfen den Prozentsatz der nicht arischen Bevölkerung im Reich nicht übertreffen.
Tagung der Kreissachbearbeiterinnen der Schwesternschaft der AS-Volkswohlfahri.
Am vorigen Sonntag fand in Frankfurt a. M. die erste Tagung der Kreissachbearbeiterinnen der Schwesternschaft der NSV. statt. Die Kreissachbearbeiterinnen des Gaues Hessen-Nassau waren zusammengekommen, um über Ziele und Zweck der neuzugründenden Schwesternschaft der NSV. aufgeklärt zu werden.
Die Gausachbearbeiterin des Gaues Hessen-Nassau,
pgn. Helene Sußlif,
führte aus, daß auf Grund des Erlasses vom 5. Januar 1934 des Stellvertreters des Führers die Bildung einer Schwesternschaft der NSV. für das ganze Reich verfügt sei, als einzige parteiamtlich anerkannte Schwesternschaft. Der wichtigste Zweck der Tagung sei nicht eine Bekanntgabe der Satzungen, sondern es komme vor allem darauf an, daß jeder einzelne von dem Geist beseelt werde, der erforderlich ist, um die gestellten Aufgaben im Sinne unseres Führers verwirklichen zu können. Bei der neuen Schwesternschaft müsse der Idealismus im Vordergrund stehen und nicht der Materialismus.
3n dem neuen Aufgabengebiet können alle Schwestern, die an dem Aufbau des Dritten Reiches mithelfen wollen, sich beteiligen; denn da» Betätigungsfeld wird jo groß werden, daß alle brauchbaren Kräfte eingespannt wer- den müssen. Einen Unterschied in der Arbeit gibt es nicht. Jeder, der sich zur Verfügung stellt, muh auch die ihm übertragene Arbeit ausführen.
Pgn. S u ß l i k wies weiter darauf hin, daß wir die weibliche Jugend, die sich dem idealsten Beruf der Frau, dem Schwesternberuf, widmen will, zusammenfassen müssen. Diese könne bann von ihrem 19. Lebensjahre an als Lernschwester in die Schwesternschaft der NSV. eintreten. Für die Mitglieder der Schwesternschaft ist es das wichtigste, daß sie eine weltanschauliche Schulung im nationalsozialistischen Sinne erhalten. Denn es genügt nicht, daß die Kranken nur körperlich gepflegt werden, sondern die Pflegerin muß auch Derstänonis für die seelischen Leiden besitzen.
Die erste Aufgabe der Kreissachbearbeiterinnen ist es nunmehr, für ihren Kreis eine staatlich geprüfte Schwester, eine Vertrauensschwester, zu bestimmen und dann sofort Sprechstunden einzurichten. Alle staatlich geprüften Schwestern, die sich mit einreihen wollen, sind in dem zuständigen Kreis zu sammeln, ebenso die jungen Mädchen, die als Lern- schwestern in die Schwesternschaft der NSV. eintreten wollen. Weiterhin müssen die Kreissachbearbeiterinnen versuchen, in den einzelnen Ortsgrup- Sen und Stützpunkten ebenfalls Schwestern zur Mitarbeit heranzuziehen.
Allen hilfsbereiten Kräften muh Gelegenheit gegeben werden, sich zu betätigen. Denn mit den staatlich geprüften Schwestern allein lassen sich die Aufgaben, die der Schwesternschaft der RSv. gestellt werden, nicht durchführen; es müssen ihnen zur Seite solche brauchbaren Kräfte gestellt werden, die den hohen Wert der Aufgabe zu schätzen wissen.
Nach diesen Ausführungen sicherte ein Beauftragter der
Gauamtsleitung der NED.
deren Mitarbeit für den Aufbau der Schwesternschaft zu. Die NS. - Schwesternschaft müsse Trägerin eines neuen Geistes werden. So sei z. B. eine Aufklärung über Ziele der Rassenpflege undenkbar ohne Mitarbeit der Frau, die in die ganze Tragweite der Maßnahmen eingeweiht sei.
Nach den Schlußworten von Parteigenossin S u ß l i k stellte sie als
Vertrauensschwester für den Gau Hessen-Rassau Schwester Auguste Böhmke
vor, die schon seit dem Kriege für Deutschland kämpft. In der abschließenden Aussprache zeigte es sich, mit welchem Interesse die Kreissachbearbeiterinnen den Worten der Gausachbearbeiterin gefolgt waren. Es wurden zahlreiche Fragen aufgeworfen, die alle von der Parteigenossin Sußlik ausführ- lich behandelt wurden.
Die Gauamtsleitung der NSV.
Aus parteiamtlichenAekaimimachungen
Der KD AI., Bezirksleitung Gießen, (nördliches Oberhessen) veranstaltet am heutigen Mittwoch, 18.30 Uhr, im Casä Ebel einen Schulungsabend. Pg. Referendar Michel spricht über „Staatsbürger und Staatsbürgerbegriffe". Alle KDAJ.-Mitglieder sind zum Besuch des Abends verpflichtet. — Die Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, daß bei der Einzahlung der Mitgliedsbeiträge für Mai für Schulungszwecke ein halber Monatsbeitrag über den normalen Beitrag einzuzahlen ist. Die Zahlung ist auf das Postscheck- konto des KDAJ., Frankfurt a. M. 6469, vor dem 5. Mai zu leisten.
Der NS. - Lehrerchor Kreis Gießen hält seine nächste Singstunde am morgigen Donnerstag, 16.45 Uhr, in der Goetheschule ab.
Die NS. - Hago-Kreisleitung (GHG.) Gießen veranstaltet am kommenden Freitag, 20.15 Uhr, eine große öffentliche Kundgebung auf der Liebigshöhe. Redner ist der Gaubetriebsgrup- penführer des Handels Pg. F e i ck e r t (Frankfurt am Main). Neben den Ortsgruppen des Kreises werden auch alle noch nicht organisierten Einzel- Händler zu dieser Kundgebung erwartet.
Oie städtische Müllabfuhr.
Von der Bürgermeisterei Gießen wird uns geschrieben:
Bei der Durchführung der Müllabfuhr durch die städtischen Müllwagen wurde in letzter Seit in meh. reren Fällen festgestellt, daß in den Müllgefäßen feste Gegenstände wie Metalle, Steine usw. enthalten waren, die dann zu großen Beschädigungen der Transportschnecken und technischen Einrichtungen der Wagen führten. Es sind durch diese Dorkomm- nisse kostspielige Reparaturen an den Wagen entstanden, die bei normalem Betriebe nicht vorkom- men sollten.
Wir machen daher darauf aufmerksam, daß nach §7 der Ortssatzung betreffend die Erhebung von Gebühren für die Müllabfuhr in der Stadt Gießen vom l.Juni 1929 Steine, Bauschutt, Stalldung, Kadaver usw. nicht als Hausmüll angesehen werden und daher nicht abgefahren werden. Es werden bei der Entleerung der Müllgefäße in Zukunft Stichproben gemacht und diejenigen Haushaltungen, welche Gegenstände zur Abfuhr bereitstellen, die geeignet sind, Beschädigungen der Wagen hervorzurufen, zur Verantwortung gezogen werden.
Oer neue Gießener tlniversitäts- führer für 1934/35.
Dieser Tage erschien im Hochschulführer-Verlag der neue Gießener Universitäts-Führer für die beiden kommenden Semester, der — so schreibt man uns — von der Gießener Studentenschaft heraus- gegeben wird und für den der altbewährte Mitarbeiter der Gießener Studentenschaft, Gerichtsreferendar Ludwig Klaus, verantwortlich zeichnet. Aus dem Inhalt nennen wir: Geleitworte und Aufsätze von dem derzeitigen Rektor unserer Landesuniversität Herrn Professor v. Bornkamm, des weiteren von den Herren Professor Dr. D u - ken, Dr. Walbrach, Professor Dr. B e h a g • Hel, Professor Dr. Mayer; von Studentenpfarrer S u ck e r, Stadtbaurat Graoert und Dramaturgen P. Nieren.
„Die Aufgaben der Studentenschaft im neuen Staat", „Nationalsozialismus, Hochschule und Korporation", diese Themen hat der Führer der Gießener Studentenschaft cand. jur. Heinz Jürgen Adam bearbeitet; der Hochschulgruppenführer Des NSDStB. und politischer Schulungsleiter bei der SA.-Standarte 116 Bernhard Edler von Graeve behandelt in einem längeren Aufsatz „Student in ber SA.". Außerdem kommen noch die Amtsleiter der Studentenschaft, cand. theol. Paul Seipp, cand. rer. nat. Hans Fritz S ch u st e r und cand. theol. Ludwig Sattler zu Wort. Das 170 Sei- mit vielen guten Bildern ausgestattete "u ' i^em Studenten bet feiner Einschreibung uberreidjt wird, macht zunächst den Leser vertraut nut allen Einrichtungen und Instituten unserer ^ndesuntversität, darüber hinaus vermittelt es dem Studenten das, was heute von den Akademikern unb rvas sie der nationalsozialistischen Hochschule schuldig sind. Der neue Universitäts-Führer legt .Rechenschaft ab von dem, was in vergangenen Semestern geleistet wurde und bringt neue Richtlinien ber zukünftigen Arbeit. Erwähnt muß noch
werden, daß der Universitäts-Führer überall, wo er verbreitet wird, Aufschluß gibt über die Universität Gießen, ihre sämtlichen Einrichtungen, über die Studentenschaft und schließlich auch über die Stadt Gießen, und daß er gerade dadurch für unsere hessische Landesuniversität in allen deutschen Gauen wirbt. Wir freuen uns, feststellen zu können, daß der Universitäts-Führer auch in diesem Jahre dem Verfasser sehr gut gelungen ist.
Nationalsozialistische Studenten an der Universität Reykjavik (Island).
Dieser Tage ging dem Nationalsozialisti- scheu Studentenbund an der Universität Gießen ein Schreiben von den nationalsozialistischen Studenten an der Universität Reykjavik zu, aus dem hervorgeht, daß auch im hohen Norden schon die Idee unseres Volkskanzlers Adolf Hitler Fuß gefaßt hat. Nachstehend geben wir den Brief, den die isländi- schen Studenten gleichzeitig mit ihrem Hochschulblatt ,Mjölnir" gebracht haben, im Wortlaut wieder:
„An einen verehrlichen nationalsozialistischen Studentenbund an ber Universität Gießen.
Wir ließen Ihnen heute zwei Nummern des Studentenblattes „Mjölnir" als Drucksache zugehen. Dieses Blatt wirb von der Vereinigung nationalsozialistischer Studenten an ber Universität zu Reykjavik perausgegeben.
Wenn es auch sehr zweifelhaft ist, daß mehr als nur ganz wenige von Ihnen dieses Blatt lesen können, da es in Isländisch geschrieben ist, dann hoffen wir doch, daß es für Sie von einigem Interesse sein könnte zu verfolgen, wie die Verbreitung der Ideen Ihres Volkskanzlers Adolf Hitler auch im weitesten Norden vor fid) geht, und wie weit die Ueberroinbung der marxistischen Ideenwelt schon gediehen ist.
Andererseits würden wir es aufrichtig begrüßen, wenn wir mit Ihnen in Fühlungnahme treten könnten. Dies wäre vielleicht am besten dadurch zu erreichen, daß Sie uns Ihre nationalsozialistische Studentenzeitschrift zukommen ließen, wenn sie dazu die ßtebensroürbigfeit besitzen wollten.
In Erwartung Ihrer Nachrichten begrüßen wir Sie mit vorzüglicher Hochachtung
Heil Hitler!
gez. Bjorni Jonsson."
Giandesbeamten-Kursus in Gießen.
Arn vorigen Sonntag sand auf Veranlassung des Reichsbunbes ber Stanbesbeamten in Gießen im Haus ber Arbeit ein Fachkursus für Stanbes- beamte des Kreises Gießen und der angrenzenden Teile der Kreise Alsfeld und Schotten statt. Die Teilnehmerzahl betrug 200.
Der Beauftragte für Oberhessen, Standesbeamter Wiedmeyer (Gießen), eröffnete den Kursus und gab einen Ueberblick über die Bedeutung der standesamtlichen Beurkundung und die große Verantwortlichkeit der Standesbeamten. Weiter wies er darauf hin, daß die vom Reichsdund im Benehmen mit dem Herrn Reichsinnenminister in ganz Deutschland eingerichteten Kurse dem Zwecke dienten, kameradschaftliche Verbundenheit zu pflegen, darüber hinaus die Standesbeamten zu festigen im Personenstandsrecht und wirksame Vorarbeit zu leisten für die im neuen Reich hinzukommenden Aufgaben, die nur dann im Sinne der Staatsführung voll erfüllt werden könnten, wenn eine Grundlage vorhanden sei, die es ermögliche, Sinn unb Zweck ber in Aussicht stehenben Anorbnungen zu verstehen.
Es folgte bann ein etwa einstündiger Vortrag von Regierungsrat Rud. Schäfer (Darmstadt) über Volksfamilienkunde. Ausgehend von dem Begriff ber Familienforschung zu verschiedenen Zeiten wurde zunächst ihre heutige Bedeutung im Dritten Reich erörtert, wo ihr nicht mehr nur eine Ge- schichtsforschung in der Vergangenheit obliegt, sondern sie eine hohe Aufgabe bei der Gestaltung der Zukunft unseres deutschen Volkes zu erfüllen hat. Nach Ausführungen über die Notwendigkeit der Beschäftigung mit Familienforschungen auf den Gebieten der Geschichte, Rechtswissenschaft und Medizin wurden die genealogischen Grundbegriffe: Person, Familie, Verwandtschaft, Schwägerschaft erläutert, die in den zwei verschiedenen genealogischen Darstellungsweisen, der Nachfahren- ober Stammtafel unb der Vorfahren- ober Ahnentafel, sowie in der aus beiden zusammengesetzten Stppschaftstafel iu Erscheinung treten. Hier.
bet wurde der besondere Wert der Ahnentafel für die Beurteilung ber einzelnen Persönlichkeit unter Berücksichtigung der Vererbungslehre mit Hinweisen auf die möglichen Folgen von Ahnenverlusten he» vorgehoben. Es folgten Bemerkungen über die Art der Anstellung von Familienforschungen und bi« Tätigkeit ber beutschen familiengeschichtlichen Der. eine. Den Schluß bilbete ein nochmaliger einbring« licher Hinweis auf bie hohe Bebeutung ber Fami« lienfunbe für bie Rassepolitik unserer Reichsregie, rung unb bie Höherzüchtung unserer Rasse, sowie auf ihren Wert für eine Forberung des Familien« finns unb bamit ber Liebe zu Volk unb Vaterland.
Dem Vortrag folgte ein eingehenbes Fachreferat von Oberstaatsanwalt Dr. Wobaege (Gießen) über bas heutige Eheschließungsrecht unter Ein« beziehung des Gesetzes über die Bekämpfung der Gefchlechtskrankheiten und des Gesetzes betr. Mißbräuche bei ber Eheschließung unb ber Annahme an Kinbes Statt. Sobann gab der Referent eins Gesamtübersicht über bie von den Stanbesbeamten zu beachtenben Ehehinbernisse.
Adschließenb behanbelte ber Kursusleiter bie urkundliche Tätigkeit des Standesbeamten, erläuterte
Deutscher Bnn! Deutsche Frau!
Bist du schon „Förderndes Mitglied" derSS?
Denke zurück an die Zeit der Schmach und Erniedrigung unseres Volkes! Denke zurück an die schweren Opfer, die die nattonalfozialistische Freiheitsbewegung im Kampfe um den Wiederaufstieg unseres Vaterlandes brachte! Sei daher auch du deiner Pflicht deinem Vaterlande gegenüber bewußt und helfe auch du, das große Werk der SS. vollenden, indem du sie in ihrer Organisation weiter ausbauen hilfst. Es muß eine besondere Ehre für dich fein, „Förderndes Wil» glied" der SS. zu werden, und dieses kleine Opfer auf dich zu nehmen.
Die Parole muß lauten:
Jeder Deutsche förderndes 2Hit- glied" der SS.!
Der Mindestbeitrag beträgt 1 Mark, der Veilrags- freudigkelt sind natürlich nach oben hin keine Grenzen gesetzt.
Jedes „Fördernde Mitglied" erhält von München ein Mitgliedsbuch ausgestellt, welches nur allein zum Tragen des F.-M.-Abzeichens berechtigt.
Anmeldungen werden von jedem SS.-Mann, sowie auf der Dienststelle des SS.-Sturmbanns IV/33 im Polizeiamt, Gießen, Landgraf-Phillpp-Plah, jederzeit entgegengenommen.
Begriffe unb bie Anwendung der Gesetze an vorkommenden Fällen.
Die Vorträge fanden reges Interesse bei den Hörern. Nachdem das vorgesehene Arbeitspensum erledigt war, schloß die arbeitsreiche Tagung mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer.
BornoNzen.
— Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr: „Die Frau ohne Kuß". — Ortsgruppe Gießen-Süd, Zelle 2, Zellenversammlung, 20.15 Uhr, „Graf Zevpelin". — NS.» Frauenschaft Gießen-Süd, 20.15 Uhr, Ortsgruppen- abend. — Ortsgruppe Gießen-Nord, Zelle 5, 20.30 Uhr, „Stadt Marburg", Zellenabend. — Ortsgruppe Gießen-Nord, Zelle 6 und 7, 20.30 Uhr, Kauf- männisches Vereinshaus, Mitgliederversammlung. — KDAJ., Bezirksleitung Gießen, 18.30 Uhr, Caf6 Ebel, Schulungsabend. — NS.-Lehrerbund Gießen, 15.30 Uhr, Singsaal des Realgymnasiums, Bezirksversammlung der Fachschaft „Höhere Schule" (Gießen-Stadt). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße! „Ein Mädel wirbelt durch die Welt". — Ober- hessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Evangelische Frauenhilfe, 14.30 Uhr, Caf6 Leib, Hauptversammlung für Oberhessen.
«
** Von der Universität. Don der Presse« stelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der ordentliche Professor für englische Philologie an unserer Universität Dr. Walther Fischer hat einen ehrenvollen Ruf auf den anglistischen Lehrstuhl der Universität Frankfurt zum i. Mai erhalten.
** Dienstjubiläum in der Chirurgischen Klinik. Der technische Assistent im Dpe» rationsfaal der Chirurgischen Klinik, Peter Schmidt, Friedrichstraße 16 b wohnhaft, konnte gestern das Jubiläum seiner 40jährigen Tätigkeit als Angestell, ter der Klinik begehen. Dem Jubilar wurde im Hörsaale der Klinik von seinen Vorgesetzten und Mitarbeitern eine Ehrung bereitet, bei der die hohe Wertschätzung, die ihm allenthalben dargebracht wird, eindrucksvoll zutage trat. Der Jubilar hatte sich im Verlaufe feiner langen Tätigkeit in der Chirurgischen Klinik auch um die praktische Forderung des ärztlichen Nachwuchses durch Beratungen unb Anregungen aus der Praxis heraus sehr verdient gemacht.
** Ein Achtzigjähriger. Der Bachnarbeiter im Ruhestand Konrad Schmidt, Neuenweg 50, kann am morgigen Donnerstag in körperlicher unb geistiger Frische seinen 80. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist langjähriger Leser des Gießener Anzeigers.
** Aufgehobene Straßensperre. Die Sperrung der Ortsdurchfahrt Duecfborn auf der Provinzialstraße Lich—Grünberg ist wieder aufgehoben.
** Straßensperre. Wegen Wasserleitungsarbeiten wird die Ortsdurchfahrt Beuern Der Provinzialstraße in Richtung Großen-Bufeck vom 30. April ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Reiskirchen unb Bersrob.
** Don ber Kraftpostlinie Gießen — Hochelheim. Nach dem jetzt vorliegenden Er» tragsergebnis der Kraftpostlinie Gießen—Hochelheim war in dem abgelaufenen Vierteljahr Januor-März ein kleiner Ueberschuß zu verzeichnen.
** Rückständige Zahlungen für Elektrizitätsbezug im Februar können noch bis zum 3. M a i ohne Kosten geleistet werben. Bei Nichtbeachtung dieses Zahlungstermins sind unangenehme Weiterungen zu erwarten. Man beachte die heutige Bekanntmachung der Direktion der Elektrizitätswerke.
** Ortsgruppe Gießen des NSDFB. Man berichtet uns: Am Montag fand im Stahlhelmheim eine Zusammenkunft Der vor dem 3CL Januar 1933 verpflichteten Kameraden des Stahlhelms, BdF., zwecks Gründung der Ortsgruppe Gießen des an die Stelle des Stahlhelm tretendes Nationalsozialistischen Deutschen Front kämpjerbw*


