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Kunst und Wissenschaft
Aus aller Welt
offenes Geheimnis. In einem „Abtastraum" steht, ebenso wie im Senderaum des Rundfunks, bas Mikrophon, der „Bildzerlege r", der das zu sen-
dürfte. Vorläufig werben zu Versuchszwecke nur Tonfilme auf ben „Bildtonsender" übertragen. Doch
Kleine politische Nachrichten.
Auf der am 6. Mai in Zweibrücken stattsin- denden Massenkundgebung der Deut. schenFrontdesSaargebiets wird Reichs- Minister Dr. Goebbels persönlich das Wort ergreifen. Seine Ausführungen werden von grundfätz- licher Bedeutung fein.
Reichsbankpräsident Dr. Schacht spricht am Donnerstag, den 26. April, im R u n d f u n k in der Zeit von 20 bis 20.15 Uhr über die Berliner Trans- ferkonferenz.
Der bulgarische Ministerpräsident M u s ch a n o f f, der zu Besuch in Rom weilt, hat das Pontinische Urbarmachungsgebiet besucht. Am Nachmittag wurde er von Mussolini empfangen der sich längere Zeit herzlich mit ihm unterhielt. Abends wohnte er einer Aufführung m der Königlichen Oper bei. Muschanoff hat gegen Mitternacht Rom wieder verlassen.
„News Chronicle" will wissen, daß vor zwei Tagen ein Sendbote Leo Trotzkis aus Par-is in London eingetroffen ist, um die britische Regierung zu überreden, Trotzki e t n e n Z u - fluch tsort auf einer der 3 n f e l n t m Aermelkanal zu gewähren. Einfluhreiche Persönlichkeiten, darunter angeblich auch Lloyd George, sollen Fürsprache bei der Regierung für das Gesuch einlegen wollen.
Am „Fenster in die Wett".
Oer Bildfunk auf dem Marsch.-Technische proben im Berliner »Fernkabelhaus
sendung — das Bild durch den Aether schickt. Wie bei einer Tonfilmaufnahme werben Darsteller und Szene des Bildes in den Hellen Schein starker Jupiterlampen getaucht. Und durch ein kleines Fensterchen in der einen Wand, durch dieses „Fenster in die Welt" werden bann die Vorgänge erfaßt und durch die mächtigen Apparate „verarbeitet". Es ist dies bie „Modulation". Sei es nun, daß die Schauspieler eine Szene spielen, sei es, baß Politiker ober Äelehrte ihre Weisheiten vortragen, — wenn sie hier erst „auftreten", so werben viele Millionen Menschen sie gleichzei - tig hören und sehen. Das wirb selbstverständlich eine völlige Umwälzung des Funkbetriebes im Gefolge haben. Noch sind ba unendlich viele Schwierigkeiten in Technik unb Organisation zu Überwinden. Aber große Umwälzungen haben noch immer ihre Zeit gebraucht. So wird es auch hier sein.
Gesendet wird bei ben Versuchsarbeiten mit der bekannten Zerlegung des Bildes in 180 Zeilen zu rund 40 000 einzelnen Bildpunkten. Bild- und Ton- sender haben dabei eine Wellenlänge von etwa sieben Meter. Hier liegt aber bereits die erste Schwierigkeit. Denn ba müßte ganz Deutschland mit einem engmaschigen Netz derartiger Sender überzogen werden, ba bei einer solchen Kürze ber Wellen die Aktionsfähigkeit ber Sender den Radius von 40 Kilometer kaum überschreiten
protestantischer als auch katholischer — in arober Verzerrung auf dieser „Kunst"-Ausstellung dargestellt wird, verdient ebenfalls schärfste Zurückweisung. Es wäre an der Zeit, daß sich die geistliche Oberbehörde mit diesen Dingen befasien würde".
Die Preisverteilung für den Zugspihflug 1934 in Anwesenheit des Stellvertreters des Führers.
Die Fliegerlandesgruppe 10 (Bayern) im Deutschen Luftsportverband hatte die Teilnehmer am diesjährigen Zugspitzflug zur Preisverteilung geladen. Präsident L o e r z e r gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß ber Stellvertreter des Führers, Reichsminister Heß, der Sieger des Zugspitzfluges 1934, unter den Kameraden weilt, und überreichte ihm bann den Zugsvitzpokal. Der Stellvertre- ter des Führers sprach bann über den neuen Geist und den Siegeswillen, der dem Führer das neue Deutschland aufbauen helfen ließ.
Relchsvecband des Kraftfahrgewerbes.
Wie bereits bekanntgegeben, hat ber Reichsver- kehrsminister auf Grund des Gesetzes zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft angeordnet, baß sämtliche Personen des deutschen Kraftfahrgewerbes Mitglieder werden müssen des neu errichteten „Reichsverbandes des Kraftfahrgewerbes". Zum Führer dieses Reichsverbandes ist Präsident Friedrich Strebel (Mün- chen) berufen worden. Sämtliche Unternehmer und Unternehmungen des deutschen Kraftfahrgewerbes «ken-, Mietauto-, Omnibus-, Güternah- und rnverkehrsgewerbe) haben bis zum 15. Mai 1934 sich bei dem Reichsverband des Kraftfahrgewerbes in München unter genauer Angabe der Art ihres Betriebes und ihrer bisherigen Derbands- zugehörigkeit anzumelden.
Line Island-Woche in Berlin.
Die Nordische Gesellschaft in Lübeck veranstaltet im September unter Mitwirkung amtlicher Stellen Islands und Deutschlands eine große Islandwoche in Berlin. Für die Vorbereitungen hat die Nordische Gesellschaft einen Ehrenausschuß gebildet, der sich aus führenden Persönlichkeiten Deutschlands und Islands zu-
Geheimrat Dr. Gustav von Bezold gestorben.
In München starb im 86 Lebensjahr der frühere erste Direktor des Germanischen Mu- eums in Nürnberg, Geheimrat Dr. Gustav von Bezold. Er studierte in München Architektur und Kunstgeschichte, bearbeitete mit dem Kunsthistoriker Dehio die Geschichte der kirchlichen Baukunst des Abendlandes und stand von 1894 bis 1920 an der Spitze des Germanischen Museums.
Oberspielleiler Waller Bruegmann nach Berlin berufen.
Oberspielleiter Walter Bruegmann von den Bayerischen Staatstheatern in München wurde von Dr. Goebbels als Leiter des vom Reich übernommenen Theaters des Volkes (Großes Schauspielhaus) in Berlin berufen.
Deutsche Kunst in Südamerika.
Mit dem Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Sierra Salvada" wird am 6. Mai ein großes deutsches Schauspielerensemble nach Südamerika ausretfen, um dort in den Monaten Juni und Juli mit Förderung des Reichsministeriums für Volksaufklärung uno Propaganda ein großzügiges Gastspiel durchzuführen, und so ein Bild des hohen Standes unserer Bühnenkultur zu geben. Der Truppe gehören u. a. an: Käthe Dorsch, Eugen Klöpfer, Gerda Müller vom Deutschen Theater, Oberspielleiter Peter Stanchina (Leipzig) und Oberspielleiter Bruno Harprecht vom Staatstheater Hamburg. Die künstlerische Leitung liegt in den Händen des Direktors Ingolf Kuntze. Es sind Aufführungen vorgesehen von „Maria Stuart", „Minna von Barnhelm", „Wilhelm Tell", „Der Widerspenstigen Zähmung", „Iphigenie", „Michael Kramer", „Rose Bernd", „Die Heimkehr des Matthias Bruck", „Alt-Heidelberg" und „Bargeld lacht". Die Gesellschaft wird in Buenos Aires spielen, dann in Mendoza auf der Reise nach Santiago de Chile und in Valparaiso. Weiter finden Vorstellungen in Montevideo und Sao Paulo statt. Das Gastspiel endet in Rio de Janeiro.
Begeisterte Aufnahme der Berliner Philharmoniker in Rom.
Die Berliner Philharmoniker konzertierten unter Wilhelm Furtwängler im Augusteum. Die Veranstaltung wurde zu einem Triumph deutscher Kunst. Es ist schwer zu sagen, ob man der unerhört feinen kammermusikalischen Wiedergabe des Concerto grosso von Händel oder dem von Furtwängler hinreißend und meisterhaft aufgebauten und vom Or-
stürme. Zum Schluß muhten die Berliner Gälte noch das Meistersinger-Vorspiel zugeben. Wilhelm Furtwängler ist vom König von Italien das Groß- offizierskreuz ber Krone von Italien verliehen worden.
Die Shakespeare-Feier in Stratsord-on-Avon.
Die jährliche Shakespeare-Feier in Stratsord-on- Avon, dem Geburtsort des Dichters, wurde unter großen Feierlichkeiten begangen. Zum ersten Male fliegen bie schwarzweißrote Fahne unb bas Hakenkreuzbanner bes neuen Deutschland zusammen mit ben Fahnen von 80 anberen Nationen am Flaggenmast empor. Als beutscher Vertreter war ber Legationssekretär 2}r. Henle von ber Londoner deutschen Botschaft anwesend. Erstmalig war in diesem Jahre auch eine Abordnung ber englischen Schwa rz he mb en- Bewegung erschienen, bie beim Spielen ber englischen Nationalhymne bie Hanb zum Faschistengruß erhoben unb später einen Kranz mit bem Faschistenbündel auf bem Grabe Shakespeares nieoerlegten.
70 Jahre, Deutsche Shakespeare-Gesellschaft.
Aus Anlaß ihres 70jähriaen Bestehens hielt die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft in Weimar eine festliche Jahreshauptversammlung ab. Der Göttinger Professor Dr. Hecht betonte, daß bie heroische Haltung unserer Zeit Shakespeares Gesamtpersönlichkeit in einem völlig neuen Licht erscheinen lasse. Das starke Interesse bes deutschen Theaters an Shakespeare hat bereits eingesetzt; beispielsweise hätten Berlin und München für bie nächsten Jahre ein umfangreiches Shakespeare- Programm in Aussicht genommen. Notwendig werbe in biefem Zusammenhang auch bie Klärung der Persönlichkeitsfrage, da eine wahrhafte Helden- verehrung ohne diese Klärung nicht möglich sei. Unter starkem Beifall bekannte sich Professor Hecht hierbei zu ber wissenschaftlich begrünbeten Shakespeare- unb gegen bie Bacon-Theorie, bie unwissenschaftlich sei. Der Tübinger Universitätsprofessor Dr. Max W u n b t sprach über ben Einfluß Shakespeares auf bie beutsche Philosophie, ber im Zeitalter ber Romantik seine größten Auswirkungen gehabt hat. — Aus ben geschäftlichen Derhandlun- iien ist mitzuteilen, baß der Präsident der Gesell- chaft, Professor Deetjen, zum 13. Male wie- »ergewählt wurde. An Stelle ber verstorbenen Frau Marie von Oechelhäuser, ber Schwiegertochter bes Grünbers ber Gesellschaft, soll bem Reichsbrama- turgen Dr. Rainer Schlösser ber freigeworbene Vorstandssitz angetragen werben. Ein Jahrbuch wirb auch in biefem Jahr herauskommen. Ebenso
Schwere llnwetterschäden in Oberitalien.
Der Sturm und die starken Regenfälle ber letzten Tage haben in Oberitalien allerorts Hochwasser mit sich gebracht. Der Lago Maggiore ist in ben letzten 24 Stunden über 50 Zentimeter gestiegen. Der P o unb bie Etsch haben an vielen Orten bie Ufer überschwemmt. Die Wasserstanb- messer des Po zeigen verschiebentlich vier Meter über bem Normalstand an. An vielen Orten mußte infolge ber Überschwemmung ber Landstraßen ber Verkehr umgeleitet werben. In Biella würbe ein 37jähriger Mann bei einem Flußübergang vom Winde in die hochgehende Oropa ge- f ch l e u b e r t. Der Verunglückte würbe bann von der Gewalt bes Stromes an das Ufer getragen, wo er nach vielen Stunden in schwerverletztem Zustande aufgefunden wurde. Aus der Provinzialstraße Varallo-Alagna ging eine Lawine nieder, die den Verkehr sperrte. Die Mustermesse von Darallo muffte wegen des Unwetters auf den 1. Mai vertagt werden. In ben Dolomiten ist überall Neuschnee gefallen. Die Temperaturen find stark gesunken. An ber Riviera wütete ber Sturm weiterhin stark. In Genua mußten verschiedene größere Schiffe, unter ihnen auch die deutsche „Milwaukee" die Ausfahrt verschieben, während andere Dampfer schon bei der Einfahrt vor bem Hafen feftmadyen mußten. Große Schäden richtete ber Sturm vor allem im Hasen von Savona an. Eine neu errichtete Mole brach von bem Anprall ber Wellen auf über 50 Meter zusammen. Die Wellen überfluteten auch bie zweite Mole unb brachten bas Hafengelände bis zum Eifenbahnanfchluß in größte Gefahr. Ueber 100 Eisenbahnwagen würben gegeneinanber ge- schleubert unb zerstört. Die Gleise würben aus bem Boben gerissen.
pfarrermangd und Theologiestudium.
Die vom Reichsminister bes Innern verfügte zahlenmäßige Begrenzung des Hochschulst u d i u m s ist für verschiedene evangelische Landeskirchen insofern von besonderer Bedeutung, als hier ein fühlbarer Mangel an Pfarrernachwuchs zu verzeichnen ist. Der Reichsmimster des Innern nimmt in einer Verfügung vom 4. 4. b. I. wie „Das Evangelische Deutschland" meldet, auf diese Sachlage Bezug unb erklärt: „Soweit die Kirchen, in denen ein Mangel an Pfarrernachwuchs besteht, ihren Nachwuchsbedarf aus ben Hochschulreifen Abiturienten nicht becken können, bin ich de- reif, zuzulassen, baß die Kirchen, die an Nachwuchs- bedarf fehlende Zahl aus den nicht berechtigten Abiturienten unter folgenden Voraussetzungen ergänzen:
1. Die Kirchen stellen bezirksweise (nach Landes- kirchen, Provinzen oder Diözesen) ihren Nachwuchsbedarf zahlenmäßig fest.
2. Die Kirchen decken diesen Bedarf in erster ßinte aus ben Meldungen ber Hochschulreifen Abiturienten.
3 Nichtberechtigte Abiturienten dürfen nur innerhalb der Bedarf szahl unter Ab- rechnung der zugelassenen Hochschulreifen Abiturienten ins Studium der Theologie eintreten.
4. Die nichtberechtigten Abiturienten haben (durch Vermittlung ber Religionslehrer) eine B e - fcheinigung bes Leiters ber Schule, an ber sie die Reifeprüfung abgelegt haben, bei-
V zubringen, wonach aus der Versagung der allgemeinen Hochschulreife keine schweren Bedenken gegen das Studium der Theologie herzuleiten sind.
■ 5. Die gemäß Ziffer 4 beurteilten und von den Kirchenbehörden in die Bedarsszahl aufgenommenen Abiturienten sind zur Einschreibung in die theologischen Fakultäten (nicht in andere Fakultäten) bzw. zur Aufnahme in die den theologischen Fakultäten entsprechenden Anstalten als vollberechtigte Studenten zugelassen.
sammensetzen wird. — Der isländische Ministerpräsident A s g e i r s s o n hat dem Reichskontor der Nordischen Gesellschaft in Lübeck seinen Beitritt mitgeteilt.
Erholungsaufenthalt für bildende Künstler.
Die Reichskammer der bildenden K ü n st e entsandte am 21. April zum erstenmal 60 erholungsbedürftige notleidende Künstler aus den ihr angeschlossenen Fachverbänden nach dem Künstlererholungsheim Schloß Neuburg am Inn. Sie hofft, durch diese Einrichtung mit regelmäßigem Wechsel von zwei Wochen der größten Not unter ben Künstlern entgegenzutreten unb ihnen insbefonbere durch ben Aufenthalt roieber Anregung zu künstlerischer Betätigung zu geben. Neben bem kostenlosen Aufenthalt, der nur Notleidenden ober wirtschaftlich Bedrängten gewährt werden kann, teht bas Künstlererholungsheim auch allen an- )eren KÜnstlern unb Kun st freunden jcgen ein mäßiges Entgelt zur „Verfügung. Kn- ragen sind an bie Reichskammer ber bilbenben Künste, Berlin C 2, Schloß, Schlüterhof, zu richten. Großes Urnenfeld auf der Reichsautobahn entdeckt.
Bei Kilometer 5 ber Reichsautobahn München- Landes grenze, in ber Nähe von Unterhaching ist man bei Erdarbeiten auf ein ausgedehntes Urnenfeld gestoßen. Es handell sich dabei um Funde, die etwa aus dem Jahre 1000 vor Christi stammen. Bis jetzt sind rund 130 Urnen unb zahlreiche Beigaben freigelegt worben. Die hanbgeform- ten, tönernen Urnen haben einen Durchmesser von runb 18 bis 25 Zentimeter unb liegen unter einer Erbschicht von etwa 70 dis 80 Zentimeter. Sie sinb zwar nicht mehr ganz, aber bie einzelnen Scherben halten in ber Form zusammen. Die Beigaben bestehen aus Messern, Ringen, Fibeln, Schwertern aus Bronce usw.
Dreifaches Todesurteil gegen den Familienmörder von IHoabit
In ber Schwurgerichtsverhandlung gegen den früheren Museumsausseher Otto Weihe, der in der Nacht zum 4. März in seiner Wohnung in Berlin- Moabit seine Ehefrau, seine 16jährige Stieftochter unb ein breijähriges uneheliches Kinb seiner Frau mit Hammerschlägen ermorbet hat, beantragte ber Staatsanwalt, ben Angeklagten breimal zum Tobe zu verurteilen. In ber Mordnacht war es zwischen Weihe unb seiner Frau, wie schon wieberholt, zu heftigen Auseinanbersetzungen gekommen. Nach ber Tat, bie Weihe mit größter Kaltblütigkeit unb Brutalität ausführte, begab er sich zu einer be- freunbeten Familie unb nahm bort an einer Ein- jegnungsfeier teil. Am 6. März stellte er sich schließlich selbst ber Polizei. Entsprechen!) bem Antrag bes Staatsanwalts verurteilte bas Gericht ben Weihe wegen Morbes in brei Fällen breimal zum Tobe unb zum bauernben Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte. In ber Begrünbung bes Urteils erklärte ber Vorsitzenbe, bie Ausführung ber Tat stelle ein Schulbeispiel für vorsätzlichen Morb mit Ueberlegung bar. Leute, wie ber Angeklagte, könnten in der Volksgemeinschaft nicht geduldet unb müßten beseitigt werden.
Aus der Jagd nach Dillinger.
In Mercer (Wisconsin) sind mehrere Flugzeuge mit Bundeskriminalisten eingetroffen. Sie sollen die Öei unb bie ©enbarmerie, bie bie Dillinger« e verfolgen, verstärken. Die Beamten erhielten ben Befehl, sobald sie Dillinger unb seine Leute sehen, sogleich zu schießen. Dillingers Schlupfwinkel ist gegenwärtig völlig unbekannt. Man befürchtet, baß sich bie Banbe geteilt hat unb auf mehreren Wegen versucht, entferntere Großstädte wie Milwaukee, Chikago ober Detroit zu' erreichen. Die Bunbesregterung t)at bie schwersten Strafen ben Personen angebroht, bie Dillinger irgenbwelchen Vorschub leisten. Sicherheitshalber erhielten bie kanabischen Banken in ben Großstäbten polizeilichen Schutz. Man nimmt offenbar an, baß Dillinger auf kanabisches Gebiet entkommen könnte. Die Verkehrspolizei verfolgt mit Kraftwagen, bie mit Funkstationen ausgerüstet sinb, jeben verdäch« tigen Wagen. Roosevelt hat angesichts des Falles Dillinger bie beschleunigte Annahme einer neuen Kriminalvorlage angeregt.
Ein kroatisches Dorf niedergebrannt.
Das Dorf Kraljewatz in Kroatien wurde durch eine Feuersbrunst zerstört. Hierbei sind über 100 Häuser niebergebrannt. Das Feuer, das infolge ber Hitze unb Trockenheit günstige Voraus- setzungen sand, wurde besonders durch einen sturm ar tig en Wind gefördert. Die Feuerwehren erwiesen sich gegenüber dem entfesselten Element als machtlos. Bei ben Löscharbeiten sind mehrere Menschen verletzt worden.
Vier Todesurteile in Bagdad wegen Ermordung des deutschen und bes amerikanischen Kanufahrers.
Die vier Araber, die den Deutschen Rudolf May und ben Amerikaner Fischer während einer Kanufahrt auf dem Tigris Überfällen hatten, wurden sämtlich zum Tode verurteilt. Sie bekannten sich für schuldig.
Riesenbrand in einem ungarischen Dorf.
In dem nordungarischen Dorf V e r p e l e t ist wahrscheinlich durch einen Kaminfunken ein Brand entstanden, durch den insgesamt 2 5 Häuser samt Stallungen und sonstigen Nebengebäuden einae- äschert worden sind. Der Brand wurde dadurch besonders begünstigt, daß sich der größte Teil der Dorfbewohnerschaft auf einem benachbarten Jahrmarkt befand unb nur wenig Hilfskräfte im Dorf anwesend waren. Man befürchtet, daß das Feuer noch weiter um sich greifen wird.
Wettervoraussage.
Die Reihe der Störungen ist noch nicht beendet. Immer wieder rücken neue Wirbel vom Ozean her ostwärts vor unb lassen feucht-milde Lust nach dem Festland hinfließen. Somit bleibt das Wetter wechselhaft und teilweise regnerisch, doch tritt zwischendurch auch kurze Aufheiterung ein. Die Temperaturen ändern sich dabei zunächst wenig.
Aussichten für Donnerstag: Wolkig mit vorübergehender Aufheiterung, Temperaturen wenig verändert, einzelne Niederschläge.
Aussichten für Freitag: Fortdauer des wechselhaften Westwetters.
Lufttemperaturen am 24. April: mittags 14,1 Grad Celsius, abends 9,1 Grad; am 25. April: morgens 8,3 Grad. Maximum 15,7 Grad, Minimum 7,3 ®rab. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. April: abends 12,1 Grad; am 25. April: morgens 9,7 Grad Celsius. — Sonnenscheinbauer 5M Stunden. _________________________________
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für beit übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. HI. 34: 11 550. Druck uno Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.
Eine Stiefelschlacht für dieBerlinerGA.
Berlin, 24. April. (DNB.) Das erste „Gefecht" ber Stiefelschlachtfürdie SA. - Männer der Gruppe Berlin-Brandenburg findet im Berliner „Wintergarten" am Donnerstag statt. SA.-Gruppenführer Prinz August Wilhelm von Preußen machte Pressevertretern nähere Ausführungen über diese Stiefelschlacht, die bie Zielsetzung habe, bis zum Herbst dieses Jahres Zehn- tausenden von SA.-Männern Stiefel zu beschaffen. Der SA.-Mann habe im Gegensatz zu seinem Arbeitskameraden, der keinen SA.« Dienst geleistet habe, einen großen Teil seines Einkommens fürdie Beschaffung des Dienst- a n z u g e s aufzuwenden. Für den einzelnen SA.« Mann bedeute ein Betrag von 15 bis 20 Mark für ein Paar Stiefel zuweilen die Hälfte oder drei Viertel feines Wochenlohns. Die kleinen Spenden der Viermillionen - Bevölkerung Berlins sollten es nun ber Gruppe Berlin-Bränden- bürg ermöglichen, den bedürftigen SA.- Männern diese finanzielle Belastung abzunehmen. Mit jeder Unterstützung, durch die dem SA.-Mann geholfen werde, werde auch Tausenden von Arbeitern Arbeit und Erwerb gegeben.
Keine Feststellung von parteizugehöng- fcif usw. durch Unbefugte.
Berlin, 25. April. (DNB. Funkspruch.) Der Reichsgeschäftsführer gibt laut NSK. bekannt:
Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß private Verbände und dergleichen nicht befugt sind, durch Fragebogen, Rundschreiben usw. die Parteizugehörigkeit, SA. - unb SS. - Tätigkeit usw. ihrer Mitglieder fest zu stellen. Begründete Ausnahmefälle bedürfen der besonderen Genehmigung durch die Reichsleitung der NSDAP.
Eine Hakenkreuzfahne auf dem Stefansdom.
Wien, 24. April. (DNB.) Arn Dienstagmittag wehte plötzlich auf der Spitze des Stefansdomes eine große Hakenkreuzfahne. In den Straßen stauten sich die Menschenmassen unb b e - o b a d) t e t e n mit sichtlichem Interesse das ungewohnte Schauspiel. Die Untersuchung ergab, daß die Hakenkreuzfahne in einem Teil des Stesansturmes angebracht war, der für den Zutritt des Publikums gewöhnlich gesperrt war. Der gleiche Vorgang ereignete sich sodann ander Schwedenbrücke, an deren Geländer plötzlich zwei große Hakenkreuzfahnen sichtbar wurden. Die Täter sind unbekannt.
Unmittelbar neben den Ausstellungshallen am Kaiserdamm in Berlin, ebendort, wo jetzt die Ausstellung „Deutsches Volk — Deutsche Arbeit" ihre Tore geöffnet hat, steht ein ganz unscheinbares Ge- bäude, das „Fernkabelhaus". Nach dem Umzug der früheren Berliner Funkstunde, des heutigen „Reichssenders Berlin", sind hier Handwerker und Techniker eifrig an der Arbeit, um für die Versuchsarbeiten am Fernapparat die denkbar besten Voraussetzungen und Möglichkeiten zu schaffen. Der Bildfunk an sich ist uns heute schon keine Neuheit mehr, und wenn der Fernseher dem Publikum bis zum Tage noch vorenthalten blieb, so geschieht es darum, weil wir durch die fortgeschrittene Entwicklung von Rundfunk und Tonfilm nach dem Urteil der Fachleute schon derart „verwohnt" sind, daß eine vorzeitige „Veröffentlichung" dem ganzen Wesen des Bildfunks und des Fernsehens nur ab« träalich sein könnte. Darum wird hier noch hinter verschlossenen Türen gearbeitet. Nur soviel kann aber verraten werden, daß die Vorarbeiten auf dem besten Wege zur Vervollkommnung bes Fernsehens sind, unb daß die Zeit vielleicht gar nicht mehr so fern ist, in der wir an unserem Rundfunkapparat auf einen weiteren Knopf drücken, um die Ueber» tragungen gleichzeitig mit Wort und Ton auch im Bild zu erleben.
Das Grundprinzip des Bildfunkverfahrens ist ein
benbe Bild in unendlich viele kleine Punkte aufteilt, wird die direkte Sendung von einzelnen Vorträgen, bie bann über den U l t r a k u r z w e 11 e n s e n d e r kleineren Szenen unb Gruppen nicht mehr lange — die heute einzig mögliche unb einwandfreie Bild- lauf sich warten lasten.
ehester mit disziplinierter Hingabe gespielten letzten
Satz der Ersten Symphonie von Brahms den , , ,
Preis des Abends zuerkennen soll. Aber auch „Tod | plant man die Herausgabe eines neuen Bandes und Verklärung" von R. Strauß entfesselte Beifalls-' der Schriften.


