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„Mister Mac Lean ist mit unbekanntem Ziel verreist. Ich weiß nicht, wann er wiederkehrt."
Der Geschäftsführer von Gebrüder Selfridge, Mister Freeman, war empört:
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schon hatte man von Mac Lean angerufen, der alte Diener Mac Auskunft gegeben:
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als die Gastgeber, spielen mit großem Einsatz, aber erfreulich fair, so daß es , Disharmonien kam.
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Das ganze Sanatorium lag still. In allen Zim- mern war es dunkel. Nur in den Gängen brannte die matte, elektrische Nachtbeleuchtung. Auf einem Bett lag der junge Baronet Chaminade. Er schlief und atmete schwer. Der Wärter Dawson saß in einem Lehnstuhl. Er hatte zwei Stunden lang den Patienten beobachtet. Es war nichts Beunruhigendes zu finden. Der Puls war normal und der Schlag infolge des Alkoholgenusses und der Be- täubungsspritze tief.
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jeden gegnerischen Angriff abwiesen, tu 8m ,!!
Friedrich Borgloh hatte die Tage seit der Abreise Mac Leans in wachsender Unruhe verbracht. Zuerst hatte er ja innerlich an Evas Schuld ge» zweifelt und Mac Lean auf falscher Fährte geglaubt. Aber je länger Mac Lean fort war, um so mehr grübelte Friedrich Borgloh wieder. Das Verhältnis zwischen ihm und Eva war nach einer kurzen Besserung wieder außerordentlich schlecht geworden. Eva war fast den ganzen Tag außer dem Hause. Und war sie zu Hause, war sie übellaunig und einsilbig. Dazu steckte sie ewig mit ihren Der- wandten zusammen, von denen Friedrich mit Sicherheit annahm, daß sie Eva gegen ihn aufhetzten. Nein, es war ein unerträgliches Leben. Es mußte zur Entscheidung kommen — so oder so!
Auch bas Warenhaus Selfridge wartete sehnsüchtig auf die Rückkehr Mac Leans. Tagtäglich
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und dann dürfen die Kinder — Gabentischen. Die Freude über die > beschreiblich. Ueberall strahlende Gesicht 7^1 schließlich noch Knecht Ruprecht erschein/ Kinder aus seinem großen Sack Naickm.!^ terlen, kennt der Jubel keine Grenzen » ' lich die Lichter am Baume verlöschen un? tzenden Augen überglückliche Kinder h -
Name ist Mac Lean." , . Ä..
„Ich habe Ihnen doch gesagt, « . nichts vorlügen", fuhr der Beamte Y zählen Sie das einem andern, day
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Das Spiel war bestimmt von den lletai gen des Beginns. Für die Naunheimer er erste böse Ueberraschung, als Dörr bereits vierten Minute auf Linksaußen mit enljM Schuß zum ersten Tor verwandeln foß Gegenstoß der Gäste gab es einige HWF1 liche Situationen vor dem Tor der 2!^'
reihe mit Hainbach, Heilmann und üllanto;
nicht ungeschickt, mußte aber besonders in der: ^ufertfoftei ten Halbzeit in der Verteidigung viel mri meröei Von Sturm (Wilhelm!, Hammer, Schmii Dörr) sah man zu Beginn und in der etfta
zeit ausgezeichnete Leistungen, in der pes ti-s Betragezeit aber geschah nichts rechtes mehr. In in Hinsicht war die Elf der Spielvereinigunxn los besser. Die Gäste, durchweg körperlich :!
„Schön, wenn Sie darauf es ja auch einem andern e^anien. mir vielleicht einmal ein f b
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Die Spielvereinigung 1900 hatte fol tretung zur Stelle: Schlarb, der sich mit Situation gewachsen zeigte und hoch p eingriff. In der Verteidigung ftanhtn mubti und Lippert, die beide unermüdlich röflte
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mitten im Raum der große lichtergeschmückte Weihnachtsbaum. Er zieht die Blicke der Kleinen unwiderstehlich an. Und nachdem die Leiterin der Veranstaltung erschienen ist, wird von allen gemeinsam das altvertraute „Stille Nacht, Heilige Nacht" gesungen. Die älteren Kinder hatten sich in den Wochen vor dem Fest schon eifrig im vielstimmigen Singen der schönen deutschen Weihnachtslieder geübt. Daher klingt jetzt zur Feier der Gesang gerade auch der Kinder so hell, so schön voll und ergreifend. Sobald das erste Lied verklungen ist, wird das Weihnachtsevangelium verlesen
Fußball an den Weihnachtsfeiertagen.
1900 und VfB.-Neichsbahn spielfrei.
Während der Weihnachtsfeiertage herrscht im Gießener Fußball-Lager eine geradezu tödliche Ruhe. Ganz im Gegensatz zu früheren Jahren! Beide Vereine halten ihre Mannschaften spielfrei. Bemühungen um das Zustandekommen von Spielen waren zwar ausgenommen worden, Abschlüsse kamen aber nicht zustande.
Sportverein 1920 Heuchelheim.
Am ersten Weihnachtsfeiertag erwartet man in Heuchelheim die erste Elf von „Teutonia" Watzenborn-Steinberg zu einem Gesellschaftsspiel. Die Gäste von der Bezirksklasse, die in der diesjährigen Verbandsspielserie öfters vorn Pech verfolgt waren, stellen bekanntlich eine Mannschaft, die nicht zu unterschätzen ist. Die Hiesiaen werden voraussichtlich in der seitherigen Aufstellung antreten. Es dürfte ein spannender Kampf zu erwarten sein. Der Ausgang desselben ist nicht vorherzusagen.
Spvgg. Leihgestern — VfB. Friedberg (Reserve).
Am ersten Feiertay empfänat die erste Mannschaft der Spielvereimgung Leihgestern die Reserve des VfB. Friedberg zu einem Gesellschaftsspiel. Die Friedberger sind in Leihgestern keine Unbekannten, und man hofft auch, daß es ein spannendes Treffen um den Sieg gibt. Im Stillen hofft man aber auf einen Sieg, wenn er auch knapp ausfallen dürfte, der Blau-Weißen. Ein Spiel am zweiten Feiertag steht noch vor Abschluß. Die Jugendelf, die mit 16:2 Punkten als ungeschlagener Tabellenführer in Wetzlar antritt, wird es nicht leicht haben, dort den Kampf siegreich zu beenden. Der Kampf ist offen.
Sportverein Garbenteich — Spv. Steinfurth.
An den Weihnachtsfeiertagen spielen in Garben- teich zwei Mannschaften aus Steinfurth bei Bad- Nauheim, die einem süddeutschen Bezirk angehören. Die 1. und 2. Mannschaft des Sportvereins Steinfurth spielen guten Fußball, so daß die Platzbesitzer die Gaste nicht unterschätzen dürfen. Garbenteich wird zu den Kämpfen in stärkster Aufstellung antreten.
Steinbach I — Meseck IL
Am 1. Weihnachtsfeiertag wird die 2. Mannschaft des Turnvereins Wieseck zu einem Freundschaftsspiel in Steinbach antreten. Sie kommt damit einer Verpflichtung nach und wird sich anstrengen müf- sen, wenn sie den Gastgebern auf ihrem eigenen Platze ein gleichwertiges Spiel liefern will.
Die Jugendmannschaft wird am 2. Weihnachtsfeiertag nicht in Steinberg, sondern auf eigenem Platze gegen die Jugend von Watzenborn-Steinberg ihr fälliges Pflichtspiel austragen.
Die Gauligaspiele in Nordheffen.
„Da läßt er uns nun in der GeslhD I1 Und wir kommen nicht weiter. Jemm ■ möchte ich nicht dazwischennehmen. Ni könnte die Spuren schließlich nur De* • können doch nicht jeden Tag diese den unwechselbaren Pfundnoten an Wm ■ - sen spielen. Wir sind zwar auf diese Wt §' Hand vor Schaden bewahrt worden, ibn j» ■' Entdeckung kommen wir doch nicht."
„Aber wenigstens hat Mister Mac Le»" ' einen wertvollen Tip gegeben, meinte eine Abteilungsleiter. „Tatsächlich sind M r; wir sämtliche größeren Noten zur ZenM-m unterschicken, keine falschen Scheine f' . , fert worden. Und Mister Mac Leon ®irD ‘ kommen. Sie wissen ja, wenn er einmal. Fährte ausgenommen hat* läßt es ihn kone bis er die Angelegenheit bis zur endgültige' jung verfolgt fiat.
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So glatt die Reise des Wärters in j' weißgestreiften Kittel von Station Crom-^ 1 gegangen war, sie endete nicht ebenso M.1 dem Bahnhof von London war es , üblich, daß Krankenwärter in bWe#'1,;, Anzügen inmitten der anderen Reifende" liefen. Ein Kriminalbeamter, der auf i'iy ' besah sich den eigentümlichen Mann inw■ ‘
„Na, wo sind Sie denn ausgcbraH - Junge?" fragte er und hielt den Wlter a fest-
Der lachte gemütlich: . -vj
„Ausgebrochen? Nein! Aber eingeoroiy ich, wenn es Sie interessiert."
Das Gesicht des Kriminalbeamten wur „Das interessiert mich außerordentlich Sie einmal mit!" „ „ u
„Aber mit dem größten Vergnügen, Wärter und ging, fröhlich pfeifend, die f den Taschen, neben dem ^Beamten 6cr«
Polizei dem Bahnhofsgebäude zu. Cme ' schenansammlung hatte sich sofort geblw folgte gespannt den Abgang der beioen.
„Wer sind Sie? Und wie kommen fern Auszug hierher?" fragte der Knnn drinnen barsch, indem er fein Notizbuch „Aber bitte keine Ausflüchte und ket Namen!" . «ruHrt- '
„Wo werde ich denn?" sagte der m wenn Sie es genau wissen wollen, , p lege — darf ich mich Ihnen vors
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Romern von Rainer Seihen.
Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (6.)
ihrer Eltern, aus deren oft'sorge'nzerfm^^ !Ä ür tem dann auch Festfreude strahlt, den M Vl sich ’S treten ... linr:a
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geben. So wandert der Julklapp oft durch zahlreiche Hände und gelangt nicht selten schließlich zur Belustigung des ersten Empfängers an diesen zurück.
In Schweden wird die Tradition der sogenannten Früh mette besonders auf dem Lande und namentlich in Dalekarlien (Provinz Dalarna) hochgehalten. Auf dem Marsch oder auf der Fahrt zur Frühmette, die gewöhnlich noch vor Morgendämmerung beginnt, werden brennende Fackeln mitgenommen und nach dem Gottesdienst zusammengeworfen. Eine andere Sitte, die sich auch in vielen schwedischen Städten lebendig erhalten hat, ist, in der Christnacht ans Fenster brennende Ker- zen zu stellen. Zweifellos geht diese Sitte auf alt- germanischen Brauch des Freudenfeuers am Jul- fest zurück. Das eigentliche Festgebäck in Schweden ist der I u l e b e r ober Julbock — ein aus feinstem Weizenmehl hergestelltes Brot. Auf dem Lande besteht vielfach noch die Sitte, Krümel dieses Brotes bis zum Frühjahr aufzuheben und dem Vieh oder den Knechten mit aufs Feld zu geben, damit die Tiere gut gedeihen und der Acker reiche Frucht trägt.
Während der erste Feiertag mit besonderer Stille und Andacht gefeiert wird, setzt am zweiten Feiertag die eigentliche Festfreude und Geselligkeit ein. Man ergeht sich in Spiel, Tanz und anderen Vergnügungen, und es werden nicht selten alte Reigentänze aufgeführt, zu denen man altherge- brachte Lieder singt, die besonders von der Liebe handeln. Diese ausgelassene Fröhlichkeit hält vielfach bis zum Dreikönigstage und auch darüber hinaus an. In manchen Gegenden wird übrigens noch besonders der Stefanstag gefeiert, indem in Erinnerung an die Zeiten, da der Heilige Stefan noch als Schutzpatron der Pferde aalt, junge Burschen um die Wette auf ihren Gäulen zur Pferdetränke und zurück reiten. Am 13. Januar, am dem Heiligen Knut gewidmeten Tage, wird das Julfest, namentlich in den ländlichen Gegenden, endgültig „aus- getanzt".
Mderjubel beim Deutschen Frauenbund zu Riga.
v. K. — Riga.
In her Vorstadt, nicht weit von den alten baumbestandenen Friedhöfen steht ein mehrstöckiges, scharsgiebeliaes Haus, dessen Fenster hell erleuchtet sind. Es ist Das Heim des „Deutschen Frauenbundes zu Riga", der größten deutschen Frauenorganisation Lettlands, die annähernd 3000 Mitglieder zählt. Heute soll für die in den Wohlfahrtsanstalten des Deutschen Frauenbundes untergebrachten Kinder das gemeinsame Weihnachtsfest gefeiert werden. Da strömen aus den verschiedenen, auch aus den entferntesten Stadtteilen die kleinen Erdenbürger, oft mehr als bescheiden angezogen, meist in Begleitung ihrer ebenfalls zu der Feier eingeladenen Eltern zusammen. Etwa 350 Kinder im Alter von einem halben bis zu 15 Jahren sind in den vier Krippen, sieben Kindergärten und vier Jugendhorten des Deutschen Frauenbundes untergebracht. Schon feit Wochen haben fleißige Hände, vor allem die Kindergärtnerinnen, aber auch viele andere deutsche Frauen Rigas, an der Vorbereitung dieses Festes gearbeitet, das gerade dem ärmsten Teil des Rigaer Deutschtums Licht und Freude zum Feste bringen soll. Nach Möglichkeit soll jedes Kind einen nützlichen Gegenstand, ein Kleid, fehlende Wäschestücke oder ähnliches erhalten. Daneben aber darf natürlich auch das Spielzeug nicht fehlen. Mittel zum Kaufen von fertigen Spielzeugen waren nur in verschwindend geringem Umfang vorhanden. Aber Not macht erfinderisch: aus Nähgarnrollen, Zündholzschachteln, Pappe, Sperrholz und Papier läßt sich viel herrliches Spielzeug anfertigen. Und so entstanden für die Knaben Lokomotiven, (Eifert« bahn- und Kraftwagen, deren bunte Lackfarben die Kinderherzen entzücken. Für die kleinen Mädchen aber sind, wenn auch oft nur aus Stoff, Puppen hergestellt und angekleidet worden ...
Im lichten, hohen Saal des Vereinshauses steht
blick. Nichts rührte sich. Da öffnete er schnell die Quertür, die unverschlossen war. Nun befand er sich in dem kleinen Extrakorridor vor Zimmer 32/33. Er suchte in der matten Helligkeit, die von der Nachtbeleuchtung ausging, an dem Schlüsselbund. Endlich hatte er was er brauchte. Lautlos glitt ein Schlüssel ins Schloß. Lautlos öffnete sich die Tür.
Ein leiser Aufschrei einer Stimme von drinnen. Schon schloß sich die Tür. Der Wärter stand im Zimmer.
„Nicht schreien", faate er leise und hastig. „Fürchten Sie nichts! Ich bin gekommen. Ihnen zu helfen."
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lächter dachte noch einmal an die komische Saene, die fick da heute abgespielt. Wie der Professor da auf oer Erde gesessen und wie dieser Ba-
(Dörrbimen) in den Hof. Um das „goldene Heißl" zu sehen, müssen die Kinder an diesem Tage fasten. Geht man am Heiligen Abend während des Gebetläutens zum Brunnen, um Wasser zu holen, so kann man dem begegnen, den man im kommenden Jahre heiraten wird; wäscht man sich während des Ave-Läutens, ohne sich abzutrocknen, dann sieht man in der Mette während der Wandlung die Ereignisse des künftigen Jahres.
In der Mettennacht vom 24. zum 25. Dezember kann man auch sonst viel des Verborgenen und Zukünftigen ergründen: Tod und Heirat, Witterung und Fruchtbarkeit des nächsten, werdenden Jahres. In dieser heiligsten Nacht, in der zumeist eine ge- weite Kerze bis zum Morgen brennt und an der kein zweites Licht angezündet werden darf, reden selbst die unvernünftigen Tiere menschlich, heben sich tief in der Erde ruhende Schätze leuchtend aus dem Boden. Sie ist aber auch die Nacht, in der Teufel, Hexen und Zauberer ihr Unwesen treiben und frevelnde Menschen mit der Hölle sich verbinden.
So sind in der Heimat unseres Fuyrers Weihnachtsgebräuche der Vorzeit in vielfacher Form lebendig geblieben und haben das menschliche Gemüt empfänglich erhalten für den unbeirrbaren Glauben an eine immer neue Wiederkehr des Heiles und des Lichtes. Kindheit und erste Jugend des Führers haben diese Sehnsucht nach neuem Aufstieg aus trübster Verlorenheit in sich ausgenommen, sie hat in seinem Herzen alle Schrecken des Krieges und der Nachkriegszeit überdauert und ihm die Kraft verliehen, Deutschland in unerhörter Entschlossenheit Schritt um Schritt einer welthistorischen Weihnacht, einem neuen Aufschwung zum Licht, einer besseren und freien Zukunft entgegenzuführen!
„Mlapp" geht um.
C. A.-Stockholm.
Unmittelbar an das Fest des Heiligen Nikolaus knüpfte sich der in Schweden, auch in den Städten, noch sehr beliebte Brauch am Tage von S t. Lucia: Ein junges Mädchen mit langem aufgelöstem Haar zieht sich ein weißes Kleid an und schmückt seinen Kopf mit einem aus Tannengrün geflochtenen Kranz, aus dem brennende Lichter hervorragen. So tritt es mit einem Auftragebrett, auf dem eine Kanne Kaffee, Sahne, Zucker und frischer Lucia- kuchen, zumeist in Katzenfiguren und anderen luftigen Gestalten ausgeformt, an die Betten aller Hausgenossen und weckt sie mit ihren Leckereien frühzeitig auf. Auf dem Lande begibt sich das Mädchen gewöhnlich noch zu den Nachbarn und wird auf feinem Weg durchs Dorf von einem Gefolge junger Burschen und Mädchen begleitet, die mit drolligen Mützen geschmückt find.
Auch in Schweden steht im Mittelpunkt des Weihnachtsfestes, namentlich am Heiligen Abend, der Tannenbaum. In früheren Zeiten, noch ehe der Tannenbaum in Deutschland Eingang fand, war hier eine Art künstlicher Lichterbaum in Gebrauch, der aus einem hölzernen Gestell in Pyramidenform bestand. Daraus ging dann der dreiarmige Weihnachtsleuchter als Erinnerung an die Heilige Dreifaltigkeit hervor, der in verschiedenen Größen und oft auch mit mehr als drei Armen, aus Holz angefertigt, bunt angemalt und mit farbigen Kerzen bestückt, jetzt noch im schwedischen Hause bei Arm ober Reich neben dem Tannenbaum den Ehrenplatz einnimmt.
Eine eigenartige schwedische Sitte, die sich auch in manchen Gegenden Norddeutschlands eingebürgert hat, ist der sog. „Julklapp": Es werden kleine Geschenke in mehrere Umhüllungen gewickelt und auf jede der Name eines anderen Empfängers geschrieben. Wer das so hergerichtete Paket überbringt, klopft an die Tür — daher der Name „klappen" — ober klingelt und wirft es unter bem Ausruf „Julklapp" in bie Stube. Der Empfänger findet aber nach Ablösung „feiner" Umhüllung eine anbere mit anberer Anschrift. Es ist nun seine Pflicht, bas Paket unverzüglich in betreiben Weise weiterzu-
Ein ßanbgenbarm, der tief in der Nacht von Croydon zur Bahnstation radelte, sah einen Wärter der Anstatt vom Park aus auf die Landstraße kommen. Er wunderte sich ein wenig; aber was ging es schließlich ihn an, wenn die Angestellten des Professors Gershwin ihren nächtlichen Abenteuern nachgingen?
Etwas mehr verwundert schon war der Vorsteher der Bahnstation, als dieser Wärter, so wie er war, im blauweißgestreiften Kittel ein Billett nach London verlangte.
Na, da stimmt doch was nicht!, dachte er bei sich und sah den Mann mißtrauisch an. Fuhr der Kerl wahrhaftig so, wie er da war, los? — Na, wenn sie den unterwegs nicht für einen Sträfling halten und einsperren, dann weiß ich nicht!, dachte der Vorsteher und schaute noch einmal dem Zuge nach, aus dessen einem Abteil ein blauweitzgestreifter Aermel winkte.
Hier konnte man vom Gartenfenster aus in bas Zimmer hineinsehen. Der Baronet hockte auf dem Schreibtisch. Er hatte sich bis aufs Hemd ausge- zoaen. Hinter feinen Ohren «hatte er sämtliche Bleistifte gesteckt, deren er hatte habhaft werden können. Er fang und brüllte laut.
„0 Gott", sagte Professor Gershwin entsetzt, „er hat meine ganzen Krankenbogen heruntergerissen und durcheinoergebracht. Das sieht ja aus wie Sodom und Gomorra. Na, endlich!" sagte er erleichtert, denn er hörte vom Hause her lautes Klopfen und Schlagen. Man war offenbar Dabei, die Tür aufzubrechen.
Als bie Krankenwärter durch bie erbrochene Tür ins Zimmer hereinkamen, saß inmitten des Durcheinanders von zerbrochenen Möbeln, heruntergeworfenen Aschenbechern, zertrümmerten Stehlampen und durcheinanderaewühtten Papieren der junge Baronet Chaminade. Er saß halbnackt mit hochmütigem Gesicht in bem Schreibtischsessel bes Professors. Das Hörrohr hielt er rote ein Zepter in der Hanb und sagte streny:
„Ich bin Professor Gershwin! Wie können Sie es wagen, hier hereinzukommen, ohne anzuklopfen?"
Dann plötzlich gähnte er. Das Hörrohr entfiel ihm. Der Kopf fiel vornüber. Er schlief schon halb, als die Wärter ihn nun an den Armen nahmen und in fein Zimmer brachten.
Eine halbe Stunde später lag der junge Baronet in tiefem Schlaf. Er hatte die Beruhiyungsspritze, bie man ihm in bie Haut eingeiagt, nicht gespürt.
„Der schläft garantiert vierundzwanzig Stunden durch", sagte der erste Assistennzarzt, der den Transport des Baronets und die Behandlung selbst übernommen hatte. „Aus jeden Fall, Dawson, bleiben Sie heute nacht hier. Wirb keine anftrengenbe Nachtwache. Der hat erst mal genug."
seid und Germania Fulda gegenüber vergrößerte durch einen 2:0^2:O-)Siea Hessen Kassel seinen Vorsprung und ful Gau Nordhessen nach elf Spielen mit 19 vor bem Gaumeister Borussia Fulda der Spielen erst 16:8 Punkte Hut. Germs schos sich durch den 2:l-(0:O-)Sieg fi Hersfeld weiter nach vorn und liegt mit ten nur um einen Punkt hinter.Borussia bem Spielverein Kassel.
Nur zwei Spiele in Bayern.
Am „Oolbenen Sonntag" herrschte |m Gau Bayern nur wenig Meisterschafts-T, Die Punktkämpfe würben mit zwei fortgesetzt, bie aber ohne Bebeutung auf lenspitze waren., Wacker München kam warteten Sieg über Spvgg. Weiden, bei 6:0 (2:0) überraschend hoch ausfiel. 2Bai sich dadurch in der Tabelle vor Bayern allerdings mit einem Spiel mehr, setzen Treffen zeigte der BC. Augsburg, der schon mancher Spitzenmannschaft Punkte daß er fähig ist, auch auswärts Punkte gen. Durch das 1:1 (0:1) gegen ASB. kam der BCA. vom letzten Platz in weg, den jetzt Schwaben Augsburg einni
Spielvereinigung 1900 gegen Naunheim 3:1
Dem Kampf sah man mit gesteigertem entgegen. Beide Mannschaften, punktgleich, um die bessere Position in der Tabelle.! verlor. Der Ausgang bes Kampfes konnte leicht mit kleinerem Torunterschieb lami- Schlachtenbummler aus Naunheim waren nung, baß ihre Mannschaft haushoch hc müssen. Diese Meinung braucht aber ni meingültig zu sein.
Im Gau Norbhesien wurden am Sonntag nur Zwei Gauliga-Meisterschaftsspiele ausgetragen. Der Tabellenführer Hanau 93 gastierte in Kassel bei ___________ w„
Kurhessen und in Hersfeld standen sich Hessen Hers-'Schlarb mußte mehrfach und kurz hin th
ronet da drinnen getobt hatte — so etwas hatte man schon lange nicht erlebt. Ein Lächeln ging um feine Lippen. Allmählich wurde er müde. Er gähnte ein paarmal. Dann setzte er sich so recht bequem in bem Lehnsessel zurecht, schloß bie Augen. Balb verkünbete fein leises Schnarchen, baß er fest ein» geschlummert war.
Der Patient in bem Bett atmete tief und regelmäßig. Es schien, als wollte er nie roieber erwachen. Ein paarmal warf er sich herum unb stöhnte leise vor sich hin, wie wenn Träume ihn quälten; bann lag er roieber ruhig. Nun warf er einen Arm zur Seite — bie Bettbecke knisterte leise. Der schlasenbe Wärter tm Lehnstuhl rührte sich nicht.
Nun öffnete ber Patient im Bett ganz wenig bie Augen. Durch ben schmalen Spalt blinzelte er zu bem Wächter hinüber. Dann schob er sich bis an ben Bettranb, lauschte. Kroch aus bem Bett — lauschte roieber. Nun mit einem Satz, wie ein Raubtier anspringt, sprang er auf ben Wächter zu. Eine geballte Faust stieß in einem roohlgezielten Kinnhaken geaen ben schlafenben Wärter; ber sackte bewußtlos zusammen.
Der Patient nickte befriebigt. Dann begann er bem Wärter bie blauweißgestreiften Beinkleiber sowie auch bie blauweiße Jacke auszuziehen. Es war nicht leicht; benn ber burch ben Kinnhaken vollkommen ohnmächtige Mann war wie eine Puppe, deren Glieder sich nicht dirigieren ließen. Endlich aber war es geschafft. Der Patient zog, so schnell er konnte, den blauweißen Anzug über und setzte sich die Mütze des Wärters auf, die an einem Garderobehaken hing. Dann lief er zurück zum Bett, begann das Bettuch in Stücke zu reißen und Hände unb Füße bes Wärters bamit zusammenzubinben. Schließlich zoa er in Eile bas Kopfkissen ab, zerriß es gleichfalls unb stopfte bem ohnmächtigen Mann einen Stoffballen als Knebel in ben Munb. Dann machte er sich baran, bie Taschen bes Wärters zu untersuchen. Er fanb barin ein Messer unb ein Schlüsselbunb, in besten Ringen kleine Namensplätten angebracht waren. Befriebigt besah er sich bas Schlüsselbund. Dann ging er leise zur Tür hinaus.
In ben Korriboren war es vollkommen leer. Die Nachtwache in ber Etage sah flüchtig hinaus, als ein Schritt ertönte.
„Ach, bas ist nur Dawson", sagte ber Wärter Stenbforb zu ber Krankenschwester Milbreb, mit ber er zusammen sich einen Kaffee in ber Nachtküche braute.
„Der kommt jetzt doch nicht 'rein. Der geht ja zur Margaret ...
Stenbforb lachte und umfaßte derb bie Hüften Mildrebs.
In ber zweiten Etage lag an einem kleinen Extrakorribor, burch eine Quertüre getrennt, Zimmer 32/33. Der angebliche Wärter, ber jetzt leise ben Korribor entlang schlich, horchte einen Augen-
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