Bücher unter dem Wei-nachis-aum
Reichtum Deutschlands, wobei unter Klima auj
geistige Atmosphäre und Lebensstimmung zu Di>i stehen sind Rebhügel, Trümmer antiker Bauwer
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eingestellt als dynastisch. Den Gedanken des Rech verkörperte die nach beispiellosen Siegen volkstm- lich gewordene Gestalt des Prinzen Eugen. Aus düsterer Jugend steigt er auf gegen Haß und >
in Form von Erbfolgestreiten auf. Ludwig XIV, von Frankreich, der seinem Zeitalter den Namen gegeben hat, hat es ja besonders verstanden, [eie Streben nach Erweiterung der französischen Mochl- sphäre durch Vorbringen von Erbfolgeansprüchi mit dem Mantel scheinbaren Rechts zu umfleiben Die Politik der Habsburger wie der meisten deutschen Territorialfürsten jener Zeit war selten ander.
kampfes ist abaelöst von der Epoche Ringens. Der Kampf um die Macht
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Reiches Prinz Eugen. Verlag G. Stallin ©ui Oldenburg 1.0 Preis in Ganzleinen 5,50 Marl' UM ab — (403) — Das Jahrhundert zwischen dem Wes^ ’l-ijere Mischen Frieden und der Thronbesteigung Friedrichs „ Mag des Großen, das Zeitalter des späten Barocks, ij' g u t: wie kaum ein anderes angefüllt mit Kriegen unl Ln Wie politischen Verwicklungen Die Zeit des Glauben»' SItHermet '---““ Epoche dynastisch« t
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katholisches Lebensgefühl, heitere Weltfreude auf 1 einen Seite, Flachland, breit dahingehende Strön Preußentum, ernste protestantische' Haltung, ab auch religiöse Schwärmerei auf der anderen, ö lichen Seite. Wieder weiß die Dichterin Mensch« und Bewegungen machtvoll zu zeichnen, roieii
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seinem sprühenden Temperament und seinen vielseitigen Talenten mitten hinein gekommen in die geistig interessierten Kreise Berlins, war Zeitungsmann, Plauderer, Erzähler, Bühnenautor und daneben Bibliophile; seine Kenntnis seltener Bücher war unübertrefflich. Er blieb, reifend und gereift, bis in fein spätes Alter die gesellige, gewinnende, durch Geist und Witz bezaubernde Persönlichkeit. Es ist ein hoher Genuß, ihn nun, da er verstummt ist, zuzuhören, wenn er über sich und andere spricht. Denn zahllos sind die originellen und interessanten Charaktere, deren er in seinen Erinnerungen gedenkt. Er hat große Reisen gemacht-, nichts Entzückenderes, Farbigeres als Zobeltitzsche Reisebilder. Er hat ein Menschenalter hindurch in Berlin gewohnt. Nun schildert er die Entwicklung der preußischen Residenz zur Reichshauptstadt, ihre Entfaltung unter drei Kaisern, ihre Umwandlung nach dem Kriege. Unerschöpflich in Anekdoten, ist er der anmutigste Genremaler, der in kleinen Szenen Vergangenes mit köstlicher Feinheit heraufbeschwört. So wird dieses Buch zahlreiche Freunde finden.
um Jahr, das große Vermächtnis liebevoll und würdig verwaltend, einen neuen Band heraus- aebracht, der das Bild vom Wesen und Werk des Dahingegangenen rundete und verdichtete. Nach den zuletzt erschienenen Briefbänden, die ebenfalls an dieser Stelle besprochen worden sind, beschenkt die Insel uns heute mit einer Gedichtsammlung, wie sie vielleicht auch die Freunde Rilkes nicht mehr erhofft oder erwartet hatten Diese „Späten Gedichte", die nun wohl endgültig den Kreis schließen, welcher mit den „Ersten" und den „Frühen" begann, entstammen der Zeit kurz vor Rilkes Ende, der Zeit der „Duineser Elegien" und der „Sonette an Orpheus", — einer Zeit also der letzten Reife und Vollendung. Der größere Teil dieser Gerichte wurde, was manchen überraschen mag, hier zum ersten Male gedruckt. Es ist nicht ganz leicht, den Eindruck des Buches zusammenzufassen, sicher ist, daß vieles in ihm beschlossen liegt, das mit Bekannterem und Vertrauterem bald zum Edelsten ge- zählt werden wird, was Rilke uns hinterließ: wir nennen etwa den „Sankt Christofforus", der schon im letzten „Jnselschiff" zu lesen war, die „Skizze zu einem Sankt Georg , „Tränenkriiglein", „Narziß", „Der Magier", die drei Gedichte für Anton Kippenberg, Rilkes Freund und Verleger, „An Hölderlin", die „Fünf Gesänge" vom August 1914, die Rilke, wie uns scheint, unter dem Eindruck des ungeheuren Erlebnisses, von einer ganz neuen Seite zeigen, „Der Liebende" und jenes tiefe und aufschlußreiche Gedicht „O das Neue, Freunde". Vielleicht kann man diese „Späten Gedichte" am besten so kennzeichnen, daß man sagt, es sei in ihnen noch einmal, wie in einem Spektrum, der ganze Rilke zusammengefaßt, aller Glanz, alle Farbe und Stimmung, Gedanke und Gefühl, vielfältige Form, wie sie bisher zerstreuter auf uns gekommen war, man wird bald an die frühen Anfänge, bald ans Marienleben, bald an die letzten großen Strophen erinnert, dennoch ist alles neu und, wenn wir es recht verstehen, immer strenger verdichtet, ganz aus der Tiefe heraus gesprochen Das macht diese Gedichte zu einer nicht immer bequemen und einfachen Lektüre, aber darauf hat es ja Rilke wohl auch zeitlebens nicht abgesehen gehabt. Seine zahlreichen Freunde werden die späte Gabe mit Freuden in die schon stattliche Reihe der vornehmen dunklen Bände mit den goldenen Initialen R M R aufnehmen
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Der Geist besten Frontsoldatentums spricht aus diesem schlichten, ehrlichen Buch, kein Wort gespreizten Stolzes auf Heldentaten und Aberteuer, kein Ton eines unechten Patriotismus und doch ein beredtes Dokument von der stillen Pflichterfüllung des tapferen deutschen Mannes, das wahre hohe Lied feldgrauen Heldentums, das die Stunden nicht verschweigt, wo Schwäche und Verzagtheit den Mann im Granatloch anfechten, und nichts beschönigt, wo wilde Urinstinkte durchbrechen, das aber auch in stolzer Bescheidenheit sich zu den Leistungen bekennt, die im kleinen wie im großen Deutschlands feldgraues Heer nicht vergessen lassen —e.
— Fedor von Zabeltitz: Ich hab' so gern gelebt. Lebenserinnerungen Im Ullstein- Verlag, Berlin, mit zahlreichen Bildern. Preis in Leinen geb. 6,80 Mark —(524) — Als Zabeltitz mit 76 Jahren van uns ging, war ein Leben beendet roorben, das es wert gewesen war, gelebt zu werden Denn ein wahrhafter Lebenskünstler hatte es gestaltet und mit feinen vielfältigen Gaben gewuchert Nach feinen Kadettenjahren war Z mit
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— Kampf. Lebensdakumente deutscher Jugend van 1914 bis 1934. Mit einem Geleitwort oon Reichsminister Dr. Wilhelm Frick. Zusammengestellt und herausgegeben oon Bert Roth. Mit 16 Bildern. Ganzleinen RM. 4,80. Philipp Reclcnn jun., Verlag, Leipzig. — (474) — Ein Gemeinschaftswerk deutscher Jugend, so frisch und aktivistisch, daß man es von der ersten bis zur letzten Zeile mit Spannung lieft. In diesem Gemeinschaftswerk steht neben dem Studenten der Arbeiter, neben bekannten Schriftstellern der unbekannte Soldat im Kampf um die Erneuerung Deutschlands. Alle aber eint das Grundgefühl ihrer Generation: Volk steht über dem Ich, Gemeinschaft über dem Einzelnen.
— Das Deutschland-Jahrbuch für die deutsche Jugend und das deutsche Volk. Neue Folge. Leipzig 1934 K. F. Koehler Verlag. 366 Seiten. Mit über 140 Abbildungen. Ganzleinen 4,80 Mk. — (495) — Die neue Folge des Deutschland-Jahrbuches bietet eine Fülle von fesselnden Beiträgen, die mit besonderer Sorgfalt auf die gemeinsamen Interessen der deutschen Jugend von heute abgestimmt sind. Den oorangeftellten Kernworten des Führers folgt die packende Schilderung einer „Großfahrt ins grüne Herz Deutschlands" Werner Beu- melsburgs fesselnder Aufsatz „Der Tag von Lange- marck 1914" leitet über zu einer Reihe oon Beiträgen aus dem kämpferischen Erleben des Weltkrieges. Der Kampf um den Durchbruch des Nationalsozialismus spiegelt sich wider in dem packenden Bericht aus den Kämpfen einer Landstandarte von Herbert Schulzebeer. Der Betrieb beim Arbeitsdienst, eine reichbebilderte Beschreibung eines Ma- rine-SA.-Sportlagers, ein Aufsatz über die Reichsführerschule der SA. in München werden jeden deutschen Jungen interessieren. Ebenso unterhaltend wie belehrend sind die Aufsätze über technische Wunderwerke wie Raketenflüge, den Bau des neuen Zeppelin oder die Reichsautobahnen. Schon beim flüchtigen Durchblättern wird man van der Fülle ausgezeichneter Bilder gewonnen. Das Jahrbuch wird vielen jungen Lesern willkommen sein.
— E. M TZungenaft* Der Held van Tannenberg. Ein Hindenburg-Buch für die Jugend. Großoktav. 112 Seiten Mit einem Titelbild und acht Vollbildern oon Professor Geora W. Rößner, sowie einem Plan der Schlacht oon Tannenberg. In Ganzleinen gebunden mit farbigem Schutzumschlag van Oswald Voh. 3 Mark. Herold- Verlaa R. & E. Lenk, Stuttgart-W. — (510) — Ein Frontsoldat hat dieses begeisternde Buch für die deutsche Jugend geschrieben. Inmitten der Schlachten entsteht die reckenhafte Gestalt des Generalfeldmar- schalls, der die russischen Heere mit vernichtenden
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Uebertragung der herrlichen Legend „Blüten des heiligen Franziskus besten Uebersetzung: van Freiherrn Otto v. Taube. Außerdem enthält die Ausgabe zwei eigene Schriften des Franziskus, in der Uebersetzung Wolframs von den Steinen. Der Bilderapparat hat folgende
Kunstgeschichte.
— Henry Thode: Franz von Afstsi und die Anfänge der Kun st der Renaissance in Italien. Vollständige Ausgabe. Neue erweiterte Auflage. 870 Seiten mit 136 Kupfertiefdruckbildern. Ganzleinenband 4,80 Mark. Phaidon- Verlag, Wien. — (520) — Unsere Vorstellung vom Frühling der Renaissance ist unlösbar mit der legendenumflossenen Gestalt des heiligen Franziskus verbunden. Der Heilige, der mit der Gläubigkeit und Unschuld eines Kindes Vögeln und Fischen predigte und der Sonne und der Erde ein glühendes Liebeslied fang, lebte in den Tagen des Minnesangs und am Ausgang der gotischen Mystik. Die neue Ausgabe des Tbodefchen Standardwerkes ist nicht nur ungekürzt, sondern um wesentliche Teile vermehrt: Vor allem enthält sie eine vollständige
— Marie Hamsun: DieLangerudklM der. Erzählung. Neue Ausgabe mit 4 farbig Vollbildern und 42 schwarzen Federzeichnungen w« Hermann Pezold. In Leinen 3,80 Mark. Verteil Albert Langen / Georg Müller, München. — W —- Marie Hamsun, die Gattin des Dichters, ist 3 ihrem Buch nichts weiter als eine gescheite Frau ur) eine glückliche, liebevolle Mutter, die unoerbomfl und frisch erzählt, was sie mit ihren Kindern erlet Was ist das für eine entzückende Welt dort oM auf ßartgerub und gar erst auf der Sommerafc! Wie ist das echt gesehen, die jungen Menschen wr) die Tiere, wie schlagt ein warmes Herz in dem W" richt oon all den kleinen Erlebnissen und Beg^? nungen dieser vier Kinder, Ola und Einar, Ingers und Martha! Nun hat der Verlag eine neue iOu* ftrierte Ausgabe herausgebracht: Hermann Pez-^ hat in vielen Federzeichnungen und vier farbig Vollbildern festgehalten, was Marie Hamsun erjäW hat. Kinder werden ihre Freude dran habens fast mehr noch die Eltern, gerade weil es kein I^T pisches oder verzärteltes Buch ist — ganz im genteil: es geht karg und hart zu auf Langerud, Kinder müssen helfen, wo man sie braucht. Das eine gesunde, frohe Jugend — und wie sind ■*' Kinder in ihrer Eigenart charakterisiert, Ola in ’1'' ner frühen Besinnlichkeit und seinem Hang (JJ! Alleinsein und Sinnieren, Einar, der etwas Wy in den Tag hineinlebt und nicht gern an das gen denkt, Die kleinen Mädchen dann mit ihren W pen und ihren Spielen! Man liest diese Geschiß eines kurzen, nordischen Sommers in einem xW durch und hat seine Freude dran.
— I. Anker Larsen: Der Stein Weisen. Roman aus dem Dänischen. Buchau- ftattung Edmund Schaefer, Charlottenburg 382 tcn. Wohlfeile Ausgabe. Carl Schünemann, Verlos Bremen. — (511) — Wenn wir dieses Buch der Hand legen, klingt in uns nach der Zauber eim-r auf dem Lande verlebten Jugend Diese Kinder, v' in einem Jnseldorf an der Ostsee aufwachsen, i leben in innigem Einverständnis mit den Blumen« Kräutern und Tieren, sie leben umschlossen vom w- heimnis der Natur Wohl begleitet der Dichter auf ihrem Wege weiter, auf ihrem vielgestaltig Wege: dieses Mädchen heiratet früh, jener Jun geht zum Studium auf die Hochschule, der bleibt o Bauer oder Hirte daheim. Wir wandern mit o' Heranwachsenden durch kleine und große stao» erleben Glück und Leid strebender und irreni Menschen, Liebeshändel, ernste Leidenschaft,
schildert sie nicht nur die sichtbaren Denkmäler, fon1 ool dern auch die unsichtbaren Kräfte, die bas Oefiii gegen ber Stäbte formten. JI- w«
— Hellmuth Rößler: Der Soldat bei? TL.vbiete1
— Emil Strauß: Das Riesenspiel- zeug. Roman. Verlag Albert Langen / Georg Müller in München. 1934. 992 Seiten. In Seinen gebunden RM. 10,50. — (457) — Die deutsche Welt vor der Jahrhundertwende ist es, die Strauß lebendig werden läßt in seinem „Riesenspielzeug" In Berlin beginnt das Geschehen, in der ruhig vornehmen Welt alter Offiziere und der betriebsamen Zeitungswelt; dazwischen steht der junge Schwabe Dr. Haugh, den der Zufallsruf zweier Landsleute der Wahl zwischen der Journalistik und dem Hauslehrerdasein enthebt. In die Südwestecke des Reiches, in den Schwarzwald rufen ihn feine Studienfreunde, wo ein idealistischer Reformer mit ihrer Hilfe ein Schloßgut umgestalten will zur vernünftigen Lebensstätte junger Menschen, die den modernen Betrieb leid sind, denen das laute Treiben der Gründerzeit zuwider ist. Denn die Sehnsucht nach dem Acker, nach der Wiederverwurzelung im Boden der Heimat setzt ja schon damals ein mit frühen Siedlungsversuchen, und Emil Strauß gehörte zu den Vorläufern, denen es ernst war damit, die wirklich Hand an den Pflug legten und es sich nicht verdrießen ließen, zu ackern, den Stall zu besorgen, Mist zu fahren und zu tun, was sonst die Bauernwirtschaft verlangt. Das „Riesenspielzeug" ist eben dieses Schloßgut am Oberrhein, auf dem wir die drei jungen Schwaben, den Besitzer Hasenstab mit seiner Gattin und einigen Mitarbeitern und Helferinnen, am Werk sehen von einem Frühjahr bis zum Herbst, von der Saat bis zur Ernte. Die Arbeit mit ihren kleinen und großen Schwierigkeiten, das menschliche Mit- und Gegeneinander dieser sehr verschiedenen Menschen mit Spannungen, Krisen und Lösungen bildet den äußeren, handlungsreichen Rahmen des Buches. Das tiefere Thema ist freilich, wie überhaupt junge Menschen aufbrechend aus den gesicherten Bahnen der bürgerlichen Welt, zu einer neuen Gestaltung des Gemeinschaftslebens, zu einem neuen Ethos ber Arbeit zu kommen versuchen. Eine Fülle von Begebenheiten und Gestalten rundet das Geschehen ab, dessen tiefster Sinn im Titel des Buches liegt: „Das Riesenspielzeug": Man erinnert sich der Ballade, die Chamisso vor 100 Jahren schrieb.
— Friedrich Schnack: Der erfrorene Engel. Roman eines Mädchens. 274 Seiten In Leinen 5 Mk. Im Insel-Verlag zu Leipzig. — (402) — Nach der heiteren und weihnachtlichen Knabengeschichte vom kleinen „Klick" aus dem Dresdener Spielzeualaden schrieb Friedrich Schnack die bitterlich-süße Liebesgeschichte eines jungen Mädchens, der siebzehnjährigen Freiburger Juwelierstochter Petra Urach. Sie erlebt einen Sommer lang das große Glück einer ersten Liebe und wird
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Lebenserinnerungen
— Die Kriegserinnerungen des Grenadiers Rudolf Koch im Insel-Verlag zu Leipzig Preis in Leinen geb. 4,50 Mark. — (465) — Diese ursprünglich nur für seine Kinder bestimmten Aufzeichnungen des im Frühjahr 1934 allzu früh von uns gegangenen „Offenbacher Schreibers" zeigen den prachtvollen Geist dieses großen Künstlers und edlen Menschen. Als Neununddreißigjähriger ist Rudolf Koch als einfacher Soldat ins Feld gezogen. Was er an der Front erlebt, hat er mit offenem Blick geschaut und mit der graben, ehrlichen Aufrichtigkeit seines Wesens zu Papier gebracht. Er hat, wie er selber schreibt, zu seinem Stolz unb seiner Freube die Waffen getragen, als bas Vaterland es von ihm forberte, unb seine Kriegsaufzeichnungen hat er bem „preußischen Kommis" gewidmet, ohne dessen Zucht und Ordnung, Härte und Straffheit kein Heer der Welt aufrechterhalten werden kann.
ein wenig später aus aller Seligkeit in tiefste Verzweiflung und in einen frühen Tod getrieben: Der Geliebte, Severin, verunglückt im Gebirge, unb auch bas Mäbchen finbet in Der winterlichen Bergeinsamkeit in Schnee unb Eis ein schmerzloses Ende. So traurig enbet biefer Roman, ber an eigentlicher Handlung nicht eben viel bietet über den angebeuteten einfachen Tatbestand hinaus. Aber es kommt ja wohl hier weniger auf die Tatsächlichkeiten, auf die Realität der Begebenheiten an als auf die Heiterkeit, den Glanz und Die Wärme eines ersten jungen Gefühls; und auch der traurige und unwiderrufliche Ausklang des Buches scheint überstrahlt und gemildert durch die Erinnerung an das zarte, sommerliche, naturfrohe Erlebnis, daran uns der Dichter teilnehmen läßt in einer Schilderung, die feine lyrische Grundhaltung vielfach offenbart und den Roman stellenweise wie ein Märchen zu erzählen weiß. So fügt sich auch dieses neueste Buch oon Friedrich Schnack ohne Zwang in die Reihe der ftüheren Bücher ein, die wir von ihm kennen; es steht, innerlich verwandt, neben bem „Blauen Geisterhaus" so gut wie neben bem „Sternenbaum" unb ben Falterbüchern, unb es wirb ben Freunben des Dichters eine willkommene Weih- nachtsgabe sein, die vom Verlag auch äußerlich mit gewohnter Sorgfalt und geschmackvoller Gediegenheit ausgestattet wurde. —y—
— Rudolf Presber, Das Horn von Thurn und Taxis. Roman. In Leinen RM. 5,50. (Deutsche Verlags - Anstalt, Stuttgart und Berlin). —(456)— Nikolaus Sennelaub, einst vor 40 Jahren wegen einer dummen Geschichte aus Frankfurt nach Amerika ausgeriffen, kehrt als reichgewordener Sechziger zu einem Besuch in die alte Heimat zurück. Auf eine abenteuerliche und lustige Weise lernt er die zwanzigjährige bildhübsche Eugenik, die Tochter des Hauptmanns a. D. Veronius aus Potsdam, kennen und nimmt sie als neugebackene Nichte in feinem prächtigen Wagen mit nach Bad Homburg. Selbstverständlich in allen Ehren. In Homburg setzt die unerschöpfliche Fülle Presberscher Einfälle und Ueberraschungen ein. Die ganze Frankfurter Verwandschaft des alten Sennelaub marschiert vor uns auf, und zwischen diesen liebevoll und humorvoll gezeichneten Menschen knüpfen sich, verwirren sich und lösen sich zu guter Letzt die Fäden eines freundlichen Schicksals. Das alte Posthorn von Thurn und Taxis aber, vor 150 Jahren einmal von einem Sennelaub aus Frankfurt in deutschen Gauen geblasen, fällt dem amerikanischen Heimkehrer zu — ein schönes, ein wenig wehmütiges Symbol für des amerikanischen Onkels deutsche Sehnsucht.
Schlägen über Die deutschen Grenzen zurücktrieb. In unerbittlicher Pflichterfüllung, an der Spitze seiner mit glühendem Heldenmut kämpfenden Soldaten er- ftritt er unvergängliche Siege Die riesigen russischen Heeresmassen, die gleich einer Dampfwalze über Ost- Preußen hereingebrochen waren, lagen zerschmettert am Boden, und Hindenburg wuchs immer größer empor zum Schirmer unb Vater bes Vaterlandes
— ErnaHeinberg: Das Wunderkind. Eine Erzählung für junge Mädchen. Aus dem Dänischen übertragen oon Pauline Klaiber-Gottschau. Mit 4 farbigen Bildern oon Karl M. Schultheiß. Halbleinen 2 Mark. K. Thienemanns Verlag, Stuttgarts. — (539) — Conny, das zwölfjährige Künstlerkind hat schon in vielen Städten in russischer Nationaltracht getanzt und gesungen Als ihre Eltern unterwegs mittellos festsitzen, nimmt Tante Constanze, eine Oberlehrerin, das Kind zu sich in die Kleinstadt und in ihre Schule, wo Conny allmählich zu einem tüchtigen Menschenkind heranreift. Nur einmal holl Conny wieder die Rufsenbluse her- vor, als sie bei einem Schulfest nach langer Zeit wieder ihren Tanz aufführt. Das „Wunderkind" erntet reichen Beifall, aber sie will nichts mehr davon wissen und lehnt es ab, mit ihren Eltern wieder durch die großen Städte zu ziehen.
— Josephine Siebe, Lump und Schlingel. Eine luftige Dackelgeschichte. 168 Seiten. Mit drei farbigen Vollbildern und 40 Textbildern oon A. Roeseler. In Ganzleinen gebunden mit farbigem Schutzumschlag und einem kleinen Holzdackel' an einem Seidenband als Lesezeichen 4 RM Herold- Verlag R. & K. Lenk, Stuttgart-W. - (503) — Dackel sind schon immer die spaßigsten Gesellen unter den Hunden gewesen. Ganz besonders übermütige Racker müssen aber die beiden Dackelbrüder in der neuen Erzählung von Josephine Siebe fein, baß man ihnen die vielsagenden Namen „Lump" und „Schlingel" gegeben hat. Selbstverständlich steht ihre Wiege in einem Forsthaus — wie wäre dies bei richtigen Dackeln auch anders möglich — wo die zwei Wildlinge in ihrer Jugendzeit nach Herzenslust tollen konnten. Diese zwei — man könnte sie auch Max unb Moritz nennen — kommen nun zu einer alten Dame, die einen dicken Mops als Hausgenossen hat, in die Großstadt. Na, da kann man sich schon ausdenken, was sie hier für Unheil anrichten, was für urkomische Situationen entstehen, was die gute Tante und vor allem der arme Mops unter bem Uebermut ber schlimmen Dackelbuben alles auszustehen haben. Josephine Siebe hat bie Streiche ber beiben in ihrer humorvollen Weise geschilbert unb uns ein Buch beschert, bas allen Kindern große Freude machen wird.
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— Rainer Maria Rilke: Späte _ . dichte. 170 Seiten. In Leinen 5 RM. Jnsel-Der- lag, Leipzig 1934. — (437) — Nach der wunderschönen Gesamtausgabe hat der Insel-Verlag Jahr
Gliederung: ein reich komponierter Atlas, enthaltend das Leben und die Legenden des Franziskus in Bildern und Plastiken von Künstlern feiner Zeit; außerdem im Textteil zahlreiche Bildtafeln: Wiedergabe der Hauptwerke der Frührenaiffance (Gemälde, Plastik, Architektur). Dieses Werk ist eine ber grunblegenben Einführungen in bas Verständ- nis ber religiösen, geistigen und künstlerischen Strömungen der beginnenden Neuzeit. Im Kern eine Biographie, lehrt uns das Buch die Wurzeln der neuen abendländischen Kultur verstehen
— Wolfgang Graf oon Rothkirch: Deutsche Kun st. Eine Auswahl ihrer schönsten Werke mit einem Geleitwort oon Geheimrat Professor Dr. Wilhelm Pinder. 80 Seiten Text, 350 Abbildungen, 8 farbige Tafeln. Ganzleinen 4,80 Mark Im Propyläen-Verlag, Berlin — (536) — Dieses Bilderwerk entstand aus den in vielen Jahren angesammelten Schätzen der großen Propyläen-Kunstgeschichte Es zeigt die schönsten und typischsten Werke deutscher Künstler, von Anbeginn deutschen Kunstschaffens bis zur Gegenwart: Bauten, Bildwerke und Gemälde, musterhaft gedruckt und meist ganzseitig Ein schönes und unendlich reiches Erbe haben die deutschen Künstler uns hinterlassen; aber wie wenige wissen um diesen Schatz. Ihn zu heben, die ganze Spannweite und Tiefe dieser Erscheinungswelt mitzuerleben, war Aufgabe dieses Werkes, das zum Bücher-Bestand einer jeden deutschen Familie zählen sollte Zudem ist diese „Deutsche Kunst" so billig, daß Die Anschaffung jedem kunstinteressierten Volksgenossen möglich ist. Wer immer mit offenen Augen durch den Bildersaal geht, den diese Blätter umschließen, den wird das Gefühl stolzer Bewunderung erfüllen angesichts der unerschöpflichen Ausdrucksfülle und der überragenden Kraft unserer deutschen Kunst.
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Geschichte.
— Ricarda Huch: I m alten Reich. Lebensbilder deutscher Städte. Die Mitte des Reiches 22 Städtebilder mit 44 Zeichnungen von Prof, Meid, Berlin, und 22 Stadtwappen. Preis 3,25 jfe Carl Schünemann, Verlag, Bremen. — (515) _ Der dritte (Schluß-)Band jener Lebensbilder beul- scher Städte liegt vor, die den Deutschen zeigen, toi- im Antlitz ihrer Städte die Geschichte des Reich«- geschrieben steht, führt uns von ben alten Stotter bes römischen Imperiums, oon Aachen, Trier bi; in bas ostelbische Koloniallanb, in bie Mark un| Schlesien. Dieser geographische Querschnitt enthH zugleich ben ganzen landschaftlichen und klimatische.
Aus fremden Literaturen. !
— Ernest Claes : Black, dieGeschi ch,|! eines Hundes, aus dem Flämischen. Jnsel-Viet- lag, Leipzig, Leinen Preis 3,80 Mark. — (430) - Black ist ein edler Gordon Setter, der auf bwm o Lande groß geworden ist und nach der ftrengim Schule des Jägers alle Freuden in Feld und Bü' ch der weiten flämischen Landschaft genießt. In ttir Stadt wird er geliebt und verwöhnt, aber der der Wildnis ist übermächtig. Von allnächtliÄ» Spaziergängen in die Freiheit heilt ihn erst« ausbruchsicherer Zwinger. „Black wird ein W guter Hund, ohne tolle Streiche, ganz dem Sp und seinen Bewohnern ergeben." Claes hat urt diesem Hundeleben eine liebenswerte Dichtung N schaffen, die auch in Deutschland viele FreiM finden wird.
trige zum Feldherrn des Reiches, der einem ganzen Zeitalter Symbol der Einheit der deutschen Naim wird. Aber mit seiner Zeit war auch Eugen in Vergessenheit versunken. Die Erinnerungsfeiern yr .......
die Türkensiege vor 350 Jahren, das wieder d« hierfür I hielte Problem Oesterreich führten erst wieder Jtopffonnl Eugen. Es ist ein Verdienst Rößlers, den gros-'.n Menschen Eugen in seinem Ringen um bie fitii Entfaltung feiner Persönlichkeit treffenb gefcfjilüed
zu haben, ber Felbherr unb Staatsmann wird n ichl, (gegen 1- mii ber gleichen Klarheit beutlich. Trotz ber kurzen' ' historischen Uebersichten, bie Rößler jebem Kapitel r waren sta voranstellt, verleitet ihn bie heute recht häufig Furcht, Tatsachen sprechen zu lassen, zu verschwm4: währenb ! menen Ausbeutungen, wo schlichte SchilberLnm hgMen fn mehr gesagt hätte Am besten sinb bem Verfasser diel Euch auf liebevoll entworfenen Porträtskizzen ber brei Ka.isMchgcre Zu; Leopold, Joses und Karl gelungen, wie auch dm! f«n Absatz, Charakterschilderungen der großen Feldherr« " Eugen, Marlborough und Ludwig von Baden


