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r. 275 vierter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Samstag, 24. November 1934
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!
Das Winterhilfswerk im Dienste der Hilfsbedürftigen. — Ein Bildbericht aus der Liebestatigkeit in unserer Heimat.
Die Kartoffelspenden des Landvolks werden auf den Bahnhöfen unserer oberhessischen Heimat für das Winterhilsswerk verladen. Blick auf einen Antransport in Grünberg.
Brotausgabe an die hilfsbedürftigen Volksgenossen in der Ortsgruppe Gießen-Süd. (Ausnahme: Photo-Pfaff.)
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Anzahl der vollbeladenen Güterwagen war drucksvolles Zeugnis der Opferbereitschaft, dieser Gelegenheit wieder vom Landvolk Tag gelegt wurde. Durchweg handelte es
den Kartoffeln um gute Qualitätsware, die zum Teil sogar zum Schutz gegen nächtliche Kälte in Stroh verpackt war und den Empfängern in der Stadt eine sehr wertvolle Hilfe für ihre Lebenshaltung bedeutet. Zu der Ausgabe der Kartoffeln hatte sich, wie unser heutiger Bildbericht zeigt, eine große Menge von Empfangsberechtigten mit Säcken und Wägelchen aller Art eingefunden. In anerkennenswerter Weife waren Vertreter der NSV.» Amtswaltung der einzelnen Ortsgruppen, zum Teil auch Ortsgruppenleiter selbst, um die flotte und gute Betreuung der Kartoffelempfänger bemüht, in gleicher Weise anerkennenswert war das emsige Schaffen der jungen Männer unseres Gießener Arbeitsdienstlagers, denen das Ausladen der Güterwagen und die Zuteilung der Mengen an die Empfänger oblag. Der ganze Vorgang der Kartoffelausgabe wickelte sich unter allseitigem verständnisvollem Zusammenwirken flott ab und gab unseren hilfsbedürftigen Volksgenossen die Gewißheit, daß ihr Vertrauen auf die Kräfte der Volksgemeinschaft ,42ud) in Gießen und Ober-essen berechtigt ist.
der großen Opferfreudigkeit unserer bäuerlichen Volksgenossen. Auf Pferdefuhrwerken, mit Kuhgespannen und in Handwägelchen werden die Kartoffelspenden zu den Verladestationen gebracht und dort in viele Güterwagen verstaut. Nicht nur Hunderte, sondern viele Tausende von Zentnern Kartoffeln spendet unser allezeit hilfsbereites Landvolk in anerkennenswerter Weise auch hier wieder für das große Liebeswerk an den hilfsbedürftigen Schichten der städtischen Bevölkerung. Lange Kartoffelzüge rollen durch das Land, mit Girlanden und Fähnchen geschmückt und mit Aufschriften versehen, in denen die innige Verbundenheit von Stadt und Land, Gemeinsamkeit des deutschen Schicksals zum Ausdruck kommt. Aber es fehlt gelegentlich auch nicht an einem kurzen, wohlgemeinten Mahnwort, wie etwa folgendes, das wir am gestrigen
Ein Bild von der Sammelaktion, die am Buß- und Bettag während der Pause zwischen den Fußballspielen Gfeßen-Stadt gegen Gießen-Land auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 durchgeführt wurde.
Ange Männer des Arbeitsdienstlagers Gießen als jyifer beim gestrigen Kartoffelausladen. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)
So sehen wir überall und bei allen Gelegenheiten die Bekundung der deutschen Volksgemeinschaft in dem großen Werke der Nächstenliebe. Unendlich viel Segen wird durch dieses vom Führer und Volkskanzler Adolf Hitler geschaffene Werk in unser Volk hineingetragen, nicht nur in d i e Kreise, denen die Hilfe selbst zugute kommt, sondern auch zu den Volksgenossen, die durch ihr tatkräftiges Helfen sich innerlich bereichert und dadurch seelisch gehoben fühlen. Und eine gewaltige aufbauende Kraft strömt von diesem Werk aus auf die Gemeinschaft der deutschen Menschen aller Schichten und Altersklassen, die ihre guten Früchte auf Generationen hinaus haben wird.
Möchte dieses Werk allezeit im gleichen frohen Opfergei st e wie bisher alle deutschen Menschen begeistern, die zum Helfen und zum Lindern der Not in der Lage sind. Möchte es immer ein Lichtstrahl sein in das Leben der Volksgenossen, über deren Tagen jetzt noch dunkle Wolken liegen. Möchte immer das Goethe-Wort seine belebende „unb segnende Kraft haben: „Um Gutes zu tun, 'braucht keiner U e b e r l e g u n g!"
Kartoffelausaabe am Gießener Güterbahnhof.
Gestern nachmittag erfolgte im Rahmen des Winterhilfswerks eine umfangreiche Ausgabe von Kartoffeln aus einem Kartoffel-Spendezug, dessen Ladung aus dem Busecker Tal und aus dem Lumdatal stammte. Die große
Freitagnachmittag auf einem Güterwagen in einem Kartoffelzug am Gießener Güterbahnhof sahen: „Wenn du ißt diese Spende, gedenke fleißiger Hände!" In diesem Wort kommt der berechtigte Wunsch unseres Bauerntums nach rechtem Verständnis von Seiten der städtischen Bevölkerung zum Ausdruck, ein Wunsch, der hoffentlich überall
Volksgenossen mit der rechten geistigen Einstellung aber auch lebendig in den Stunden, die ihrer eigenen Erholung und Kräftigung gewidmet sind. In schöner Weise haben wir das erst wieder bei den sportlichen Veranstaltungen am Buß- und Bettag erlebt, als unsere Sportler auf ihren Sportplätzen die Sammelbüchsen des Winterhilfswerks mit Erfolg herumreichten, und außerdem den Erlös aus den Eintrittsgeldern zu diesen Veranstaltungen dem gleichen guten Zweck zuführten. Hinzuweisen wäre in diesem Zusammenhang noch auf mancherlei andere Veranstaltungen geselliger und künstlerischer Art, bei denen ebenfalls der große Gedanke des Winterhilfswerks als leitender Gesichtspunkt mit auf der Tagesordnung steht und feinen Niederschlag in einer Einnahme der SBinterbUfstgffe trabet.
Der Kartoffelspendezug tras dem Busecker Tal und dem Lumdatal, der geftenr nachmittag am Gießener Güterbahnhof ausgelaben wurde. Blick auf einen Teil der zum Kartoffelempfang erschienenen Polks- genossen. — (Ausnahme: Photo-Pfaff.)
Sp'ern und Helfen zustande gebracht. Wie ein böser Irium erscheint uns heute rückblickend jene Zeit, in Der wir jedem Winter nicht nur wegen des Hun- «-ns und Frierens von Millionen von Volksgenof- iir sondern auch wegen der Rückwirkungen auf die cssintliche Ordnung und auf die Beziehungen der « fchiedenen Volksschichten untereinander mit Ban- und Grauen entgegensahen, in den Hunger-
revolten und Strahenkämpfe, angefacht von üblen politischen Drahtziehern, die bei dieser Gelegenheit im Trüben fischen wollten, keine Seltenheit blieben, und Gefahr für Leib und Leben jedes Volksgenossen, wie auch für die Gemeinschaft als furchtbares Verhängnis über jedem Tag schwebte. Gott sei Dank können wir den bösen Geist jener Zeit heute als überwunden ansehen! Neben der politischen Befriedung im Innern hat das vorjährige große Winterhilfswerk als Parallele zu der weitgespannten Arbeitsbeschaffung einen Hauptanteil an dem grundlegenden Wandel der Dinge in unserem lieben deutschen Vaterlande.
Das Winterhilfswerk ist uns heute schon eigentlich zur S e l b st v e r st ä n d l i ch k e i t geworden, nicht etwa, wie früher, gewissermaßen als ängstliches Vorbeugungsmittel. Der Eintopf» s o n n t a g hat sich eingebürgert. Unsere Hausfrauen gehen bei dieser Bekundung der Volksverbundenheit durch den Eintopf gerne mit und gewähren dafür dem Winterhilfswerk freudig ihre Spende. Steigende Sammelerträge beweisen die Volkstümlichkeit und das rechte Verständnis für diesen großen sozialen Gedanken. In den Brotsammlungen kommt der gleiche starke Wille zur freudigen Hilfeleistung zum Ausdruck. Hier sind es nicht nur die Hausfrauen, die mit der Brotgabe ihr Bekenntnis au dem großen Hilfswerk Adolf Hitlers ablegen, sondern hier tritt auch die junge Generation als künftiger Träger deutschen Volkstums handelnd und helfend auf den Plan, indem sie sich mit anerkennenswerter Hingabe und ohne Rücksicht auf körperliche Anstrengungen für das Einsammeln und den Transport der Brote nach den Hauptorten der Hilfwerksarbeit zur Verfügung stellt. In diesem freudigen Einspannen der jungen Kräfte und in deren starken Mitschwingen der Herzen liegt etwas Großes und Erhebendens, das die ältere Generation froh macht für die Zukunft Deutschlands. Die Pfundsammlung ist von dem gleichen starken Antrieb erfüllt und schafft Hilfsquellen für die Liebestätigkeit auf dem engeren Raume der Ortsgruppen. Am stärksten tritt zurzeit die Kartoffelversorgung der hilfsbedürftigen Volksgenossen durch das Winterhilfswerk in Erscheinung. Aus allen Landorten hören und lesen wir täglich von
.Keiner darf hungern und frieren!" Mer dieses Geleitwort hat der Führer und Reichs- tr.igler Adolf Hitler das Winterhilfswerk 1 3 4/35 gestellt. Damit ist den hilfsbedürftigen Wsgenoffert eine starke Stütze auf ihrem Lebens- uye in diesen Wintermonaten gegeben, allen ürigen Deutschen aber eine hohe Verpflichtung airerlegt worden, bei deren Erfüllung s e l b st l o s e Duferfreubigfeit immer wieder im Vorder- flimbe zu stehen hat. Das eigene I ch, das in fr Jf) er en Jahren leider bei allzu vielen Menschen nr allzu stark bestimmend war für ihr Handeln ni)o das vergessen ließ, daß schon das Bibelwort Jii e b e deinen N ä ch st e n w i e dich selbst" ]e!?m die Verpflichtung auferlegt, den von bitterer Ril bedrängten Brüdern und Schwestern zu helfen, Wß in der großen Familie aller deutschen Volks- Gossen weit zurücktreten hinter den Erfordernissen Je Volksganzen. Volksgemeinschaft darf Ikii n Lippenbekenntnis sein, sondern nmß sich stets und überall durch die
ein gutes Echo findet. Der Gedanke, Hilfe zu bringen und Not und Bedrängnis zu lindern, ist
bi »en persönliches Schicksal bis jetzt noch unter ti»m ungünstigen Stern steht Dabei genügt es nii)t, aus dem eigenen Arbeitsverdienst oder Verlagen gerade nur so viel zu geben, daß man es I niiot weiter verspürt, sondern rechte HilfeleistungI ir Dienste des Volksgemeinschaftsgedankens erfor- dlüt, daß der Gebende sich bei feinem Hilfswerk a klich ein Opfer auferlegt, um dadurch feinem kiistand für die bedrängten Volksgenossen eine tte-! frx- Weihe zu geben.
Erfreulicherweise hat der von Adolf Hitler ins Mk bineingetragene Gedanke der unlösbaren Volksgemeinschaft und Schicksalsver- ^ ndenheit aller deutschen Menschen lene starke Wirkung auch bei dem Winterhilfswerk irjunbet. Ueberall kann man auch jetzt wieder beob- ! täten, daß das Volksgewiffen mit starker Kraft toroM/g ist und sich auch bei dem Kampfe gegen nmger und Kälte in vorbildlichen Taten der Näch- ieiinebe äußert. Stad und Land wetteifern in edler Slimeinschaft mit dem Ziele, durch ihr Handeln im Shane des deutschen Sozialismus Adolf Hitlers Not iinlo Elend soweit wie nur irgend möglich zu ban- 'e’.i. Das i st ein Werk, auf das wir Rutsche alle miteinander stolz fein !öm n e n ! Kein anderes Volk der Welt bat bisher tir« derartige Gemeinschaft aller Schichten im


