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m. 275 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Samstag, 24. November 1934

Le-

wie in Bergwerken und vor allem beim Bau von

Australiens wurden mit ihrer Hilfe erschlossen.

Sie Berliner WaKlruppe vor dem Shei her Seeresleiinng

in das Zimmer und läßt das Haus erzittern.

<S h r h «k TOaX nphPn Wiesen in die Erlen, die am Strom stehen. Jrgend-

Die Hande liegen ineinander. Die Worte gehen Ferne brummt ein schwerer Dampfer.

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Sergeant Kalewe aber hat seinen Frieden.

Sie tauchen am grauen Winterhimmel auf unter

gestorben. Aber dessen Sohn, er lebt und schlägt

Geselle und bei der SA. Em guter Junge, der nur des Schreien Dranfl icyon ,eu einer ^eue aus» uem ~' . 'hj u t dem

immer Freude gemacht hat Es war ^zuviel das Nebel weit her und kündigte das Wtoma- «Ä * *bV

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3a, es war doch schön draußen. Immer streng, Uchen Faden treibt ihre Flu?e ftotte unter hoch' jn der Luft verschwunden. Schon

aber immer gerecht. Schön auch mit den Brucken Wintergewolk, em Faden, leicht und f n _e weht die dünne Fahne über dem Fichtenwald. Das cm . .. _ i ____ _____e hnc min Fli01 lünaer als das , Gezeter ertrinkt im Dun fr Man hart fie. nicht mehr.

Und die Kinder finden sich zu ihren Spielen zurück.

Monat immer vorwärts.

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aus

Nr. 62

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Wildgänfe.

Bon Friedrich Schnack.

Berlin, 23. Nov. (DNB.) Der Chef der Heeres­leitung, General Freiherr von Fritsch, nahm heute mittag auf dem großen Moabiter Exer­zierplatz zum ersten Mal die Parade des Berliner Wachregiments ab. Die Truppe hatte unter dem Befehl ihres Kommandeurs, mit ihren sieben, von den einzelnen Wehrkreisen gestellten Kompanien,

leise hin und her, froh fast und gar nicht, als stände der Tod daneben. Man erzählt voneinander, was

Das Sprechen geht nicht mehr. Stumm gehen die Gedanken hin und her, an Frankreich, Flan­dern, Polen und Rußland. War ein weiter Weg, mein Lieber? Ein weiter Weg. Mußt nun noch eine harte, schwere Brücke über den letzten Graben bauen, mein Freund, eine mühselige, schmerzens­reiche Brücke. Und niemand kann dabei helfen. Mein Armer! Reich aber an Fleiß, Treue, Tapfer­keit und Kenntnis in allerlei geschicklichen Dingen. Immer der Alteste, aber auch immer der Beste. Der Alte liegt still, und die Tränen laufen ihm aus den Lidern. Es ist Zeit, daß man geht. Sonst wird es zuviel, was hin und her geht, und stoßt das müde Herz um.

Aufstellung genommen. Nachdem der Chef der Hee­resleitung die Front abgeschritten hatte, nahm er den Vorbeimarsch der Truppe ab. Das Publikum hatte Gelegenheit, dieses militärische Schauspiel mit anzusehen und sich von neuem von dem Schneid des Berliner Wachregiments zu überzeugen.

des winklig geknickten Fadens ist länger als das rechte. Die Vögel bilden ein schwebendes Drei­eck, zwei dunkle, bewegte Striche, wie mit zarter Feder auf graue Seide gezogen.

Am Schnittpunkt der beiden Striche rudert der Leitvogel seinen Geführten durch die hohe winter­liche Luft voran. Mit großer Eile segeln sie daher. Ihre Hälse sind langgestreckt, die Schnäbel stoßen vorwärts, immer vorwärts. Stark und mächtig

diesseitige Leben zu einer so fragwürdigen Ange­legenheit macht. Zwar können wir uns nicht mehr zu dem gar zu einfachen Glauben unserer Vorfahren verstehen, der in den Gerichtsbildern der alten Mei­ster seinen Niederschlag und in Dantes Weltgedicht die grandioseste Verklärung seines Inhalts gefun­den hat. Gleichwohl haben wir mit solchen Vorstel­lungen keineswegs den Hauptbestandteil dieses Glaubens verabschiedet: den Glauben an einen in absoluter Ruhe gedachten Zustand, an eine ta­tenlose Unsterblichkeit der Seele außer­halb des lebendigen Kreislaufs der Dinge.

Uns aber will scheinen, als ob dieser Vorstellung ein ungeheurer, wenn auch noch so vergeistigter Egoismus zu Grunde liege, und daß es die Auf­gabe alles gegenwärtigen Christentums sein müsse, der Unsterblichkeitsidee, mit der aller Christenglaube steht und fällt, den wahren Inhalt zurückzu­geben. Dazu müssen wir uns freilich von dem Wahne losreißen, daß die Lehre Christi ausschließlich in ein wie immer beschaffenes Jenseits münde, daß sie die Weltflucht zum Kriterium der Erlösung mache, und daß es ihr darauf ankäme, zwischen Seele und Geist und Körper Zwietracht zu säen. Nichts ist irreführender als dieses Dogma von der grundsätzlichen Spaltung alles Seins in eine Welt, die es zu verneinen, und eine andere, die es zu er­werben gelte. Nein, die Aufgaben des Christen liegen mitten in diesem Leben. Es durch den Geist zu heiligen und damit lebenswürdig zu machen, ist sein höchstes Ziel. Hier also soll er alle seine Kräfte entfalten, hier in unablässiger Arbeit an sich selbst zur größtmöglichen Vollkom­menheit zu gelangen trachten. Darum aber kann er auch im Tode weder die dunkle Pforte in das Nichts sehen, noch die Schwelle in eine Ewigkeit, deren er nicht auch schon auf dieser, angeblich so er­bärmlichen Welt teilhaftig werden könnte, sondern allein den notwendigen Durchgang zu einem neuen und womöglich gesteigerten Dasein voller Tätigkeit und Schaffenslust.

Hier warnt uns nun freilich eine innere Stimme, weiterzugehen und uns allzu bestimmte sinnliche Vorstellungen über das Wie und Wo einer geisti­gen Fortdauer zu machen. Es gibt Geheimnisse, deren Siegel zu lösen uns nicht gegeben ist. Genug, daß wir den Glauben an die Unvertilgbarkeit unse­res Wesens als die unerläßliche Voraussetzung alles höheren Lebens anerkennen. Sollen wir uns darum den Tod als den Bürgen einer Erneuerung herbei­wünschen? Die Frage ist nicht so unsinnig, wie sie zunächst klingen mag. Ist doch gerade die Geschichte des Christentums reich an dergleichen psychopathi­schen Erscheinungen, die man als Epidemien der Todessehnsucht bezeichnen könnte. Sie sind das genaue christliche Gegenstück zu der antiken Todesfurcht und wiederholen sich immer wieder

man getrieben hat unterdessen. Die Barkasse ge­fahren, dann pensioniert und als Wächer noch ein paar Jahre, bis dies hier einen überfiel, der nie krank gewesen war. Der Sohn? Er ist doch von der ersten Frau und ist schon 1917 an der Lunge

penstand heiter entlassenen Psyche: Und so lang du das nicht hast, dieses: Stirb und Werde! bist du nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde."

Der Schweiß steht ihm aus der Stirn, und es streicht sich schon kalt über einen kahlen Greisen­schädel, der in die Grube fahren will.

Die Frau klinkt. Schürze in den Zähnen, die Tür auf und kann die Tränen nicht halten. Drau­ßen weht der Herbst über die Straßen mit Kohlen­staub und welken Blättern.

Der Pastor sprach. Einer von den Offizieren der alten Kompanie trat vor und sagte, daß hier ein Kamerad aus hundert Schlachten im Sarge läge, der der Aelteste,aber der Treueste, Tapferste und Tüch­tigste gewesen sei. Der Krieg sei verlorengegangen,aber nie werde ein Volk verlorengehen, das so treue, tapfere und tüchtige Männer habe. Dann schossen die jungen Pioniere, die noch keine Schlachten ken­nen, dreimal über das Grab, die Brocken poltern

Da heben die Dorfgänse, den Naturlaut ihrer wilden Schwestern erlauschend, die Hälse und äugen

Der Schrei der Wildgänse fliegt wie ein Trom­petenstoß über Berg und Dörfer. Das Abenteuer

sich gesehen, das Lichtmeer der Straßen und Bahn­höfe. Nichts konnte sie ablenken. Dort unten, tief in der Weite, erwartet sie der Süden, wärmeres Land. Ihre rasende Eile bezeugt Sehnsucht und Hoffnung, ihr Vogelblut ahnt Sonnengeist.

Spitz, einem Schiffsbug gleich, liegt ihr Keil auf der Luft. Der Nebel flutet eisig gegen sie, gegen die schlanken, kräftigen Leiber. Unter ihren Flügeln pfeift der Wind, Wirbel und Stöße kämpfen mit ihnen. Aber sie weichen nicht aus der gewählten Bahn.

Die Dörfer liegen wie im Schlaf. Vergessenheit hüllt sie ein. Mißmutig kauern die Berge im Land. Die Wege verlieren sich in der Einsamkeit. Verlo­rene Bcküme an stillen Wegen scheinen dem Som­mer nachzutrauern. Das Land ist erstarrt, tot.

Doch die Dorfgänse stehen noch immer mitten auf der kalten Gasse, wie verwundert horchend. Was empfinden sie? Rührend einfältig und hilflos stehen sie da. Haben sie einen Schauer gespürt? Pochte der Schrei der Freiheit an ihre gemästeten Brüste? Das Glück der Urwelt flog wolkenhoch über ihren Köpfen dahin.

Wie unverständlich, wie sonderbar!

Einen Augenblick noch sind sie verdutzt. Dann weicht von ihnen der Bann. Langsam schnatternd, einander beruhigend, senken sie ihre Schnäbel wie­der in das Rinnsal der vertrauten Gasse.

male in Baranowitschi die Räude hatte und ge­schoren herumlief wie ein Pudel. Ein Mann sitzt auf dem Pferd, kerzengerade, den Schnurrbart hoch, gestemmte Ellbogen.

Die Schwelle. Da liegt derselbe Mann, ein Greis von vierundsiebzig Jahren, in den Kissen. Und weint. Mein lieber, alter, treuer Freund! Er weint und schluchzt. Drückt die Hand mit den Knochen­fingern. Diese zitternden Hände haben einmal bei Aershot und an der Marne geschossen, Hindernis­pfähle an der Aisne eingeschlagen, Brücken in Ruß­land gebaut und gesprengt, in Flandern betoniert und im Artois miniert.Was machen Sie, alter Freund?"

Ach, es wird nicht wieder werden, Herr Leut­nant. Es verbrennt und verfault hier, und die Aerzte können nichts machen"

fie folgen ihm willig.

Im kleinen^ nebelbefeuchteten Dorf werden die Wildgänfe gesichtet und mit lautem Geschrei be­grüßt. Die Bauernkinder blicken, rufend und win­kend zu den aus dem Norden kommenden Vögeln empor.

Wildgänfe! Seht, die Wildgänfe!

Die Wildgänfe zetern und trompeten.

Stirb und werde!

3um Totensonntag 1934. Von Ernst von Niebeischüh.

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zeitweise arbeiteten sogar gegen 80 000 Chinesen in den Minen am Rand. Asiatenfeindliche Bewegungen, deren Hauptträger die Gewerkschaften weißer Ar­beiter waren, führten jedoch nacheinander in den Vereinigten Staaten, in den britischen Dominions und in den meisten lateinamerikanischen Ländern zu völliger Unterdrückung der Einfuhr far­biger Kontraktarbeiter. Die Sklaverei auf Zeit, der Handel mitKulis", schwand aus dem Gesichtskreise der westlichen Kulturwelt, wie vorher die eigentliche Sklaverei, jene mittelalterliche Formunterstützter" afrikanischer Auswanderung, die einst für England die Säule und Stütze des Handels mit den ameri­kanischen Kolonien" bedeutete. Meteorartig lebte eine massenhafte chinesische Kuliausfuhr nur wäh­rend des Weltkrieges wieder auf, als sie den Alliierten in der Etappe im Kampfe gegen deutsche und andere weißeBarbaren" wichtige Hilfsdienste leistete.

Im Grunde änderte sich freilich weder durch dis Aufhebung der Sklaverei wie durch die Unter­bindung asiatischer Auswanderung in die Gebiete unmittelbarer Herrschaft weißer Völker wenig an dem Gesamtbilde der Beziehungen zwischen den Rassen. Gesellschaftliche Aechtung hielt denfreien" Neger in den Vereinigten Staaten meist in niedere Stellungen gebannt, während kvlonialpvliUsche Machtverhältnisse es mit sich brachten, daß die breiten Massen der Bevölkerung Afrikas wie Asiens für weiße Herrenvölker immer drückendere Fron­dienste leisteten. Das Wort Kuli wurde im Fernen Osten in immer umfassenderem Sinne für gelbe ungelernte Arbeiter angewandt, in westlichen Län­dern mit der Zeit für asiatische Arbeiter überhaupt.

Solange das Prestige des weißen Mannes sich in aufsteigender Linie bewegte, bedeutete die Unterbezahlung der Arbeit Hunderter von Millionen farbiger Menschen zweifellos einen immer wichtigeren Faktor für die Steigerung des Wohlstandes Der Völker weißer Raffe. Die Unter­schiedlichkeit des Lohneinkommens farbiger gegen­über weißen Arbeitern im indopazifischen Raume spiegelt das plastisch wieder. Während austra- l i s ch e Matrosen und Heizer monatlich bei acht­stündiger Arbeitszeit sechzehn bis siebzehn Pfund Sterling verdienen, erhält ein chinesischer See­mann bei zwölfstündiger und längerer Arbeitszeit nur dreißig mexikanische Dollar und kaum drei Pfund Sterling, und auf einigen Linien sogar nur die Hälfte dieses Betrages. Noch weniger verdient der indische Seemann, dessen Monatslohn nomi-

Der Tod des alten Sergeanten.

Bon Ulrich Sander.

Mit der Abendpost kam der Brief. Der alte Ser­geant Kalewe läge auf den Tod und wollte einen noch einmal sehen und sprechen, der mit ihm über fünfeinhalb Jahre durch hundert Schlachten und Gefechte diese und jene Länder durchzogen hat. Zu Fuß und zu Pferd. Krebs habe der alte Herr und sei nur noch Haut und Knochen. Lange würde er es wohl nicht mehr machen. Und ob man noch ein­mal kommen wolle.

Haut und Knochen ist der alte Freund schon da­mals gewesen, als es nichts mehr zu essen gab. Dasi ist jetzt vierzehn, fünfzehn Jahre her, und niemand ist inzwischen jünger geworden. Aber wenn einer, der nie krank gewesen ist, vom Krebs überfallen wirb, dann ist es doch wohl vorbei mit ihm. So leicht wird er nicht sterben. Gibt ungern nach und kämpft verzweifelt. Oder er wird gern sterben wol­len, und es geht nicht. Alter Sergeant Kalewe geht jetzt ins Fünfundsiebzigste. Sechsundfünfzig war er, als er damals ausrückte als Kriegsfreiwilligerfür Motorzwecke", wie er sagte. Und da es im Augen­blick keineMotorzwecke" gab, so schnallte er das Seitengewehr mit dem Pionierbeil um, hing sich den Tornister über und ging auf Paris los. Immer der Aelteste, aber immer auch der Genaueste. Wie es uns dann ergangen ist, als wir denEuffel nicht zu sehen bekamen, weil die Marne dazwischen lag, das ist eine lange Geschichte und steht woanders zu lesen. Und es war ein schwerer Abschied, als der alte Mann mit seinen Falben an die Bahn fuhr, der entlassen war.

Seitdem haben wir uns nicht mehr gesehen. Auch nicht geschrieben. Aber sicher viel aneinander ge­dacht. Das ist mehr, als sich schreiben oder sehen.

Heraus aus dem Zug! Nun sind wir in den Straßen. Da links geht es hoch zur Kaserne. Steht noch immer hoch und rot da wie früher. Aber den Exerzierplatz vor der Tür sollen sie ja wohl halb , zugebaut haben. Irgend etwas mit Baracken vorn Wohnungsamt oder so.

Kleines Haus am Stichkanal. Die Frau macht , auf. Kommt so bekannt vor. Ach so, war sie nicht einmal zu Besuch im Grenzschutz an der Weichsel? 1 Wollte mal sehen, wie es denn so draußen aussah. Ging stolz mit ihm über die Dorfstraße und hat auch wohl beim Bauern übernachtet, so daß die .anderen morgens ihre Witze machten.

Kleine, saubere Küche. Sie wicht sich die Hände .an der Schürze. Die gute Stube mit vielen- Ibeln Bildern, Vasen und Sträußen. Mahagoni. ; Ach,' da sitzt er auf einer vergrößerten Photographie -zu Pferde. Das war doch der Herkules", der da-

Vom farbigen zum weißen Mi?

Von Otto Eorbach.

Das WortKuli" ist indischen Ursprungs. Als der Sezessionskrieg die Negersklaverei in den Vereinigten Staaten zu Grabe ge­lautet hatte und das Gewissen der weißen Herren­völker keinen interkontinentalen Handel mitschwar­zem Elfenbein" mehr duldete, begann sich in Bri- tisch-Jndien unvermerkt ein schwunghafter Aus­fuhrhandel in farbigen Kontrakt-Ar­beitern, die manKulis" nannte, zu entwickeln. Jn den Pflanzungen Indonesiens fand dieser Skla­venersatz reißenden Absatz. Bald organisierten jedoch die P o r t u g i e se n in Macao den Export chine­sischer Kulis, die die viel weniger brauchbaren indi­schen Kontraktarbeiter überall in den Hintergrund drängten. Die Engländer eröffneten unverzüglich einen moralischen Feldzug gegen dieGreuel" der

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regen sie die Schwingen.

Der ungeheuere Wandertrieb ihres Vogelblutes jaot sie über die Länder. Dem Lauf der Flüsse folgen sie, den großen Wegzeichen ihrer Fahrt, lieber die Wälder schwimmen sie hinweg. Heute »Nacht haben fie vielleicht eine große Stadt unter

besonders häufig in Zeiten, deren Inhalt gerade den zartest organisierten Naturen als nicht mehr lebenswürdig erscheint. Novalis ist eines der er­lauchtesten Beispiele dafür. Hier droht dem Leben Gefahr, das im Ganzen ein zu kostbares Gut ist, als daß wir es wie eine minderwertige Schale behandeln dürften, in der ein edler Geist sich nicht frei betätigen könne.

So scheint denn alles davon abzuhängen, wie weit der einzelne Mensch dieReife zum Tode" erlangt hat, die Wilhelm von Humboldt einmal als einwichtiges Naturgesetz" bezeichnet. Auch er meint, der Tod sei kein Abschnitt des Daseins, son­dern bloß ein Uebergang aus einer Form in d i e andere. Diesen Moment der Reise zum Tode aber könne keine menschliche Klugheit berech­nen. Mit anderen Worten: Erst wenn es dem Men­schen gelungen ist, das Letzte aus dem Leben herauszuziehen, ist erreif zum Tode" und mit ihm zur Uebernahme neuer und größerer Aufgaben, Von hier aus aber wird uns ein Goethewort be­greiflich, eins der kühnsten, die je ein Mensch gleich einer Leuchtrakete in das Unerforschbare geworfen hat:Die Ueberzeugung unserer Fortdauer ent­springt mir aus dem Begriff der Tätig­keit' Denn wenn ich bis an mein Ende rastlos wirke, so ist die Natur verpflichtet (!), mir eine andere Form des Daseins anzuwei­sen, wenn die jetzige meinem Geist nicht ferner aus­zuhalten vermag." Gibt es ein erhebenderes Be­kenntnis zu einer tief christlichen Diesseits-Religion als diesen Ausblick in den unaufhörlichen Kreislauf des Lebens?

Denn erst mit der christlichen Ueberzeugung von der A u f e r st e h u n g des Geistes ist der Tod als Schuld von innen her überwunden. Ein wirkliches liebel war er überhaupt nur, solange der Mensch sich dazu verdammt sah, sich nach seinem Ableben in unveränderter Form durch Ewigkeiten weiterzu-

genorven. zwer Denen toopn, er lebt unD |O)iaqr i (ste taucyen am gruuen '.umutimmniei uu. u.uti nach dem Großvater. Er ist jetzt bei einem Fleischer dem die entlaubten Buchwälder frösteln. Ihr zetern- Geselle und bei der SA. Ein guter Junge, der nur des Schreien drang schon seit einer Weile aus dem

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denen der Greis zur ewigen Ruhe untergeben, pcicnpuD uw* y«» hat, und ein Helles, gellendes Kommando wirft das; geistert leibhaftig durch den Raum. Die Vogelkara-

In dem atemlosen Schnellauf des modernen . bens gilt vielen der Totensonntag als eine unbe­queme, weil mit trüben Nichtigkeitsvorstellungen verbundene Mahnung, das Tempo einmal für kurze Zeit zu verlangsamen und Ideen nachzuhängen, die den normalen Geschäftsgang stören und nach den Satzungen der Lebensklugheit doch zu keinem posi­tiven Ergebnis führen. Sie verscheuchen den Ge­danken ah den Tod wie eine jener lästigen Novem­berfliegen, deren Summen uns auf die Nerven fällt. Im Grunde genommen lebt trotz allem Chri­stentum die homerische Auffassung weiter: Der Tod ist das Ende.

Anderen wieder ist dieser Sonntag ein willkom­mener Anlaß, sich die radikale Wertlosigkeit ihres irdischen Daseins erneut bestätigen zu lassen und den Tod als den Beginn jenes wahren Lebens in Gott zu betrachten, das den Frommen als das Ziel aller christlichen Sehnsucht erscheint eines Jenseits, dessen Seligkeit eben darin bestehen soll, daß es nichts von alledem enthält, was uns das

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ziehen an einem bleichen Nachmittag hoch über die Land, die Meere der Aecker ihr Anführer weiß ' * ~ z~* r 1 - den besten, den kürzesten Weg. Er lenkt ihre Schar,

schleppen. Nichts furchtbarer als der Besuch des homerischen Odysseus im Hades! Nun können wir uns aber gar keine andere Auferstehung als die mit einer Wesenswandlung verbundene vorstellen. Tod und Metamorphose sind Wechselbegriffe, ähn­lich den ungezählten Toden und Auferstehungen, die uns in der Natur umgeben, und die der ster­bende Mensch stündlich an sich selber erlebt. Wenn ich eine lange festgehaltene Ansicht zugunsten einer besseren Erkenntnis aufgebe, wenn es mir wie Schuppen von den Augen fällt, so stirbt etwas in mir ab, und ein Neues erhebt sich an seiner Stelle. Jede Hingabe des Menschen an einen andern, des Forschers an eine Idee, des Künstlers an sein Werk, ist ein solches Sterben und Auferstehen im Geiste. Aber gerade darin, in dieser unaufhörlichen Meta­morphose, erblicken wir ja die Botschaft alles wah­ren Lebens. Bin ich mir aber dessen bewußt, daß alles wertvolle Leben ein ewiges Umschaffen und Neuwerden ist, so vermag ich auch den materiellen Tod nur noch als das Zwischenglied einer unend- ( portugiesischen Konkurrenz und erreichten es, daß lichen Kette zu betrachten. das Geschäft in Macao unterdrückt wurde, um, in

Am Sonntag der Toten pflegen mir mit unseren zivilisierteren Formen, unter dem Schutze vonpro- Abgeschiedenen Zwiesprache zu halten, zumal am tectors of Chinese, in Hongkong wieder heutigen, wo 20 Jahre nach dem Beginn des gro- aufzuleben

verkehren sollen, lehrt uns die Bl^e auf ihren Saf)nen Westen Kanadas wie der Norden Orabhugeln, die sich mit aufgeschlols n m 4 9f n ff r n l i p n 5 wurden mit ihrer .fiilfp prfrhlnh'pn zum Licht drangt, und der Schmetterling auf ihren.

Steinen, das tiefsinnige Symbol der aus dem Pup-

Das Sprechen fällt ihm schwer. Schließt die

al9Tönneb fk*«'«warten '©rauhen Gewehr" über." ©ie" Knüpp"elmüsik",ockfrde7 Marsch' wane' peE die Be'reiche der ©ämmeruüg, des heult e?n Schlepper und ^ie chafe^bahn r°M dicht baut die Beine auf das Pilaster, die Gewehre wip-Nebels, der Saite Die Fmskrnis d,e drohend hm- an den stleMern oarbei mir» lckwar^e Schatten pen leicht über den Stahlhelmen, und die Krähen ter den Bergen dunkelt. Sie ^erwandern das an oen tfenjtcrn vorbei, wirst icywarze harren p > sx>n*miHr.n hn* ühor hi J Pnnh die Meere der Aec

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