Oberheffen
von den Lebensgewohnheiten und der Technik der
wind
Kitargii jffument
Eine Neunzigjährige in Lich.
K L i ch , 24. Ott. Ihren 9 0. Geburtstag kann am nächsten Sonntag, 2 8. Oktober, die älteste Bürgerin Lichs, Frau Wwe. Margarete Mitnacht, begehen. Körperlich noch recht rüstig und geistig frisch verfolgt sie noch mit regem Interesse die Geschehnisse des Tages. So nahm sie u. a. am vergangenen Sonntag als ältester lebender Zögling der Kleinkinderschule Lich auch an deren Jahrhundertfeier teil.
Motorradunfatt bei Lich.
? Lich, 22. Okt. Ein folgenschwerer Motorradunfall ereignete sich am gestrigen Spätnachmittag unweit des Ortsausganges von Riede r - B e f s i n g e n auf der Chaussee. Der in einer hiesigen Schlosserei beschäftigte Ernst L a u n s p a ch aus Ettingshausen wollte mit seinem Motorrad einem entgegenkommenden Auto ausweichen, geriet ins Schleudern und fuhr hierbei einen Spaziergänger an. Bei dem Zusammenprall wurde er von seinem Motorrad geschleudert und blieb in bewußtlosem Zustande liegen. Er wurde von aus Laubach zurückkehrenden SA.-Sanitätern aufgefunden, die ihn in das hiesige städtische Krankenhaus einlieferten. Dr. Clauß (Lich) leistete die erste Hilfe. Bei dem Unfall hat er sich neben erheblichen Hautabschürfungen im Gesicht einen Schädelbruch zugezogen. Sein Befinden ist zur Zeit den Umständen entsprechend befriedigend, da keine Lebensgefahr mehr besteht. Der angefahrene Fußgänger, ein pensionierter Eisenbahnbeamter aus Rieder-Bessingen, kam glücklicherweise mit unerheblichen Beinverletzungen davon.
Oie steinzeitliche Sievlung bei Treis.
△ Collar, 23. Okt. In der Arbeitsgemeinschaft „Volksschule" des Bezirks Lollar des Nationalsozialistischen L e h r e r bu n d e s , die am Samstagnachmittag unter Leitung von Lehrer Eberle hier im Zeichensaal der Schule tagte, hielt Lehrer Walter- Treis einen interessanten Dortrag über „D i e ä l- tere Steinzeit und die steinzeitliche Siedlung bei Trei s." Dort wurden 1923/24 unter Leitung von Dr. Richter, der neuerdings die Ausgrabungen auf dem Glauberg leitet, umfangreiche Ausgrabungen vorgenommen, die oer- : schiedene Höhlen freilegten, in denen eine Unmenge Werkzeuge aus der älteren Steinzeit, die - mindestens 25 000 Jahre zurückliegt, gefunden wur- i den. Der Wohnort der frühesten Einwohner von > Treis befindet sich am Südostabhang des Tvten- 1 berges, auf dessen Gipfel sich ein Plateau, die sog. t „Platte", befindet, von der man annimmt, daß sie . künstlich geschaffen ist. Am Südostabhange des Berges dicht an der Gemarkungsgrenze nach Allen- dorf, befindet sich ein Felsenmeer. Hier wurden die = Höhlen freigelegt, die eine Siedlung der älteren > Steinzeit enthalten. Auf dem Boden der Höhlen i entdeckte man eine Menge von Quarzitstücken und t großen Knochen, die teilweise gesammelt und in . das Landesmuseum nach Darmstadt gebracht wur- ■ den. Dr. Richter stellte dann fest, daß es sich bei , den umherliegenden Quarzitstücken um Werkzeuge - der älteren Steinzeit handelte, deren Formen aus i anderen französiscken und deutschen Höhlen bekannt . sind. Die Ausgrabungen gaben uns ein klares Bild
210 Gramm.
** Beleuchtet die Hausnummern! Sv heißt der neuerliche Mahnruf an die Hausbesitzer. Roch wird er nicht allgemein beherzigt. Bedauerlicherweise fehlt in unserem fortschrittlichen Zeitalter die selbstverständliche Beleuchtung der Hausnummer in der Mehrzahl der Fälle, mit Ausnahme bei Neubauten. Hier sind die Besitzer mit gutem Beispiel vorangeaangen. Auch handelt es sich nicht um einen Luxus, sondern um eine Sache, die im Sinne des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung liegt und zur weiteren Belebung der Wirtschaft dienen soll!
** Verkehrsunfall. Gestern nachmittag stießen an der Ecke Ludwigstraße/Liebigstraße zwei Lastkraftwagen zusammen. Dabei wurde das Lastauto der Ziegelei Faber (Leihgestern) so erheblich beschädigt, daß es abgeschleppt werden mußte. Glücklicherweise kamen Menschen nicht zu Schaden. Die
in Gruben fingen. Die Schicht auf dem Boden der Höhlen besteht fast ganz aus Knochen und Geräten aus Stein und Knochen. Etwa vorhandene Holzgeräte fi nb natürlich längst verwittert. Steintische und Platten zeigen, daß auf ihnen die Knochen zerschlagen wurden, um daraus das Mark zu gewinnen und um Pfriemen usw. daraus herzustellen. Auch dienten die Tische zur Herstellung von Steingeräten. Neben „Fertigfabrikaten", Schabern, Klingen usw. fand man halb fertige Geräte und Abfall. Als Material ist fast ausschließlich Quarzit, aber auch Hornstein verwendet. Anderwärts verwandte man Feuerstein. Einzigartig ist die Verwendung des Quarzites bei den Geräten von Treis, sowie deren Menge und Größe.
Lichtbilder ergänzten und erklärten die Ausführungen des Redners. Wie sehr das Interesse der Zu- Hörer geweckt worden war, zeigte die angeregte Aussprache, die noch manches Interessante zutage förderte.
In seinem Schlußwort dankte der Leiter dem Vortragenden und betonte die Wichtigkeit der Kenntnis der Heimat und ihrer Geschichte für den Lehrer.
Im Anschluß an die Tagung der Arbeitsgemeinschaft fand eine Konferenz des Bezirksvereins in der Gastwirtschaft „Zur Bergschenke" statt.
Landkreis Gießen.
> A l l e n d o r f (Lahn), 23. Okt. Der Verein für Volkstum und Heimat trat am Sonntagabend zum erstenmal mit einer Veranstaltung an die Oeffentlichkeit. Der Saal der Gastwirtschaft „Zur Linde" war überfüllt, und diese Tatsache beweist wohl am besten das Interesse, das man dieser Neuerung entgegenbringt. Um es vorweg zu sagen: der Abend hat seinen Zweck erfüllt und dürfte wohl zu einer ständigen Einrichtung werden, trotzdem das ganze Programm nur von Kindern der Ober- klasse bewältigt wurde. Was diese unter Leitung ihres Klassenlehrers zeigten, ob Trachtengruppen (es waren so ziemlich alle Trachten der Umgebung vertreten), Hochzeitszug in Hüttenberger Tracht, Spinnstube, Winterabend auf dem Lande usw., gefiel so gut, daß oft stärkster Beifall gespendet wurde. Einzig waren die Vorträge in Mundart, die mit viel Liebe und Hingabe gebracht wurden und viel Heiterkeit erweckten. Der Leiter des Abends, Lehrer Kimmel, der zu Beginn Worte der Einführung sprach, betonte besonders, daß gerade derartige Abende dazu bestimmt seien, altes deutsches Volksgut, das in der Hauptsache auf dem Lande wurzele, lebendig zu erhalten. Welche Schätze seien gerade in der letzten Zeit der fortschreitenden „Modernisierung" zum Opfer gefallen, so u. a. die wun- derschönen Trachten, die Sitten und Gebräuche
— Frauenbund der Deutschen Kolonialgemelnschaft, Frauenverein für Deutsche Uebersee, 20.15 Uhr, Cafö Leib, Kolonial-Vortrag über "Kolonien oder nicht?" — Deutsches Rotes Kreuz, Hesst cher Alice- rauenverein, Zweigverein Gießen, 20 Uhr, Depot, Sonnenstraße 2, Beginn eines Samarlterkurses . — Dolksmissionarisches Amt der evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen, 20 Uhr, Volks-Misstonsvortrag über „Eine deutsche Nationalkirche?"
— Aus d e m S t a d t t t h e a t e r b u r o. Heute, Mittwoch, Operette „Polenblut". — Morgen, Donnerstag, NS.-Kulturgemeinde Operette „Polenblut (Siehe heutige Anzeige.)
— Reichsbund Volkstum und Heimat. Feierliche Eröffnung der Winterveranstaltungen, 20 15 Uhr in der Aula des Gymnasiums.
* Lollar, 23. Okt. Am Sonntagabend ereignete sich hier ein V e r k e h r s u n f a l l. Der 22jährige hiesige Schlosser Rudolf Ewald, der auf seinem Motorrad von den Scheinwerfern eines entgegenkommenden Kraftfahrzeuges geblendet wurde, kam mit seiner Maschine zu Fall und erlitt einen Bruch der linken Kniescheibe. Eine Frau, die er aus Gefälligkeit ein Stück Weges fuhr, stürzte ebenfalls und erlitt eine leichte Gehirnerschütterung. Beide Verunglückten mußten zur ärztlichen Behandlung nach Gießen gebracht werden.
* Staufenberg, 23. Okt. Am Sonntag fand auf der Burg die erste Vorstandssitzung der jungen Heimatvereinigung Staufenberg — dies ist der endgültige Name — unter ihrem Fuh- rer, Dekan G uß m a n n - Kirchberg, statt. Die Der- einrgung wird dem Reichsbund „Volkstum und Heimat" angeschlossen und findet damit auch die be- hördliche Anerkennnung. 100 Mitglieder haben sich bereits in die Listen eingeschrieben. Für das lau- sende Jahr 1934 soll nur ein Betrag von 50 Pf. erhoben werden, um Mittel für die Deckung der entstehenden Unkosten und Auslagen zu gewinnen. Von 1935 an beträgt der Jahresbeitrag eine Mark. Für den 18. November ist auf der Bura ein erster Heimatabend für die Mitglieder und Angehörigen vorgesehen.
wg. Großen-Buseck, 23. Okt. Im Saale von Pg. Wilhelm Wagner fand am Sonntag die feierliche Verpflichtung der hiesigen NS.- Frauenschaft statt. Die Führerin, Frau Schneider, begrüßte die Kameradinnen. Dr. Röder (Gießen) hielt sodann eine Ansprache, in der er über die Rechte und Pflichten der deutschen Frau sprach. Er wies Wege zur wahren Volksgemeinschaft und betonte, daß die Frauenschast berufen sei, Gegensätze auszugleichen. Nachdem Dr. Röder die Derpflichtungsformel vorgesprochen hatte, die alle Frauen nachsprachen, wurde das Gelöbnis durch Handschlag bekräftigt. Zunächst wurde die Führerin verpflichtet, die bann ihrerseits die Vereidigung der Mitglieder vornahm. Ferner wurden die Mitgliedskarten ausgehändigt. Durch Gedichtvorträge und Liedvorträge der Singschar der NS.-Frauenschaft wurde die Feier verschönt. Mit dem dreifachen Sieg-Heil auf Führer und Vaterland und mit dem Gesang des zweiten Verses des Deutschlandliedes fand die Feier ihren Abschluß. — Das Jungvolk sammelte Ende der vergangenen Woche Brot für das Winterhilfswerk. Innerhalb der Ortsgruppe wurden 418 Laib Brot zur Verfügung gestellt. In Großen-Buseck wurden 316, in Burkhardsfelden 75 und in Oppenrod 31 Laib Brot aufgebracht. — Bei der Bestellung seines Ackers fiel einem hiesigen Landwirt eine Egge so unglücklich auf den Fuß, daß er durch einen Eggezinken erhebliche Verletzungen erlitt. — Gegenwärtig ist man in unserem Dorfe damit beschäftigt, einen neuenKleinkaliberschieß- stand mit vier Bahnen auf eine Länge von 50 und 100 Meter zu bauen. Eine große Anzahl Volksgenossen hat sich zur Verfügung gefteüt und arbeitet mit. Einige Landwirte stellen ihre Fuhrwerke in den Dienst der Sache. Der neue Schieß- stand liegt ideal in einer Mulde zwischen Galgenberg und Oberstruth.
* Ettingshausen, 23. Okt. Im Rahmen der Brotsammlung des Jungvolks wurden, hier als Sammelstelle für die umliegenden Orte, 349 Laibe Brot gesammelt und mit einem Lastauto nach Offenbach geschickt. Im einzelnen setzt sich die Sammlung wie folgt zusammen: Ettingshausen 96, Queck« born 90, Münster 45, Hattenrod 67, Harbach 51 Laibe.
ch Lauter, 23 Okt. Heute abend fand in Grün» berg die Verpflichtung der hiesigen NS.» Frauenschaft statt. — Für die minderbemittelten Einwohner bietet sich jetzt eine gute Verdienst« möglichkeit. Ein auswärtiger Jagdpächter kauft für Winterfütterung des Wildes Eicheln, pro Zentner zu 3,50 RM. Diese Gelegenheit nutzte auch die hiesige Volksschulklasse aus, um dadurch dem Winterhilfwerk einen Betrag zur Verfügung zu stellen. Der abgeführte Betrag, der durch das Lesen von Eicheln an einem Nachmittag erreicht wurde, betrug 10 RM.
(U Lich, 22. Okt. Die Schützengesell scha" L i ch beendete am gestrigen Tage ihr diesjähriges H a u p t f ch i e ß e n. Die Beteiligung war sehr rege, bas Ergebnis zeigte schöne Schießresultate. Eine große Anzahl Preise kam zur Verteilung. Die Preis« Verteilung fand am Abend im „Holländischen Hof statt. Die Würde des Schützetznkönigs errang mit 38, 38, 36 Ringen Braumeister Georg Maidhof, die des 1. Ritters errang mit 38, 38, 35 Ringen Adam Friedrich, 2. Ritter wurde mit 36, 32 Ringen H. T er t o r. Beim Schießen auf Festfcheibe (100 Meter) erzielte den 1. Preis mit 40 Ringen A. Friedrich, 2. mit 39 Ringen W. Hahn, 3. Erbprinz Dr. H e r ma n n Otto zu : Solms - Hohensolms . Lich mit 39 Ringen, 4. G. Mai >dhof, 38 Ringe; 5. H. Textor, 38;
। 6. H. Menges, 38 Ringe. M e i ste r f ch e i b e , (100 Meter): 1. Preis W. Hahn, 34 Ringe; 2. H. ■ Textor, 34: 3. I. Jhring, 33; 4. A. Fried- - rich, 32; 5. G. Maidhof, 31; 6. H. Menges, i 31 Ringe. Kleinkaliber (liegend, freihändig): : 1. Preis W. Hahn, 35 Ringe; 2. E r b prinz Dr.
In der jüngsten Monatsversammlung der Be- , rufsgemeinschast der Techniker der Ortsgruppe Gießen hielt — wie man uns berichtet — der Ingenieur und Maschinenbaulehrer Paul T i e l m a n n einen Dortraa über das Thema „Technokra - t i e". Der Redner entwickelte zunächst die Beziehungen zwischen dem Menschen und der Maschine und kam dabei besonders auf amerikanische Verhältnisse zu sprechen, von denen die „Technokratie" als Gedankengut des amerikanischen Ingenieurs Howard Scott ausgegangen ist. Der Redner stellte hierbei die Leistungen der menschlichen Hand der oft vertausendfachten Leistung der Maschine gegenüber und rückte dann die sinngemäße Frage „Was soll mit den überflüssig gewordenen Menschen und Arbeitskräften werden, wenn die Maschine ihr Tempo beibehält oder noch steigert?" in den Vordergrund. Don den Technokraten werde ein neues Wirtschaftssystem vorgeschlagen, das unter der Führung von Fachleuten eine Planwirtschaft vorschlage, die schließlich dazu führen solle, daß der Mensch nur vier Stunden an vier Tagen der Woche zu arbeiten habe, die übrige Zeit aber für sich verwenden und dabei doch leben könne. Durch die Maschine sei den Handwerkern großer Abbruch getan worden, allerdings seien durch die Maschine auch neue Handwerke entstanden. Der Stand des Arbeiters sei, wenn es auch dem einzelnen oftmals schlecht gehe, doch gehoben worden. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit den Fragen des Besitzes und des Eigentums, mit der Bedeutung des Kredits und mit dem Zinssystem. Der Fabrikant, der neue Maschinen kaufe, tue es nicht, um seinen Arbeitern das Leben zu erleichtern, sondern um billiger und schneller produzieren zu können. An Hand von Beispielen legte der Redner dann die Forderungen der Technokraten dar und beschäftigte sich schließlich mit den Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung zur Behebung der Arbeitslosigkeit. Der Führer Adolf Hitler könne als der größte Technokrat bezeichnet werden, da er das wirtschaftliche Chaos in Deutschland im Laufe von anderthalb Jahren nicht nur zum Stillstand brachte, sondern der Wirtschaft immer neue Impulse gegeben habe. Die Maschine werde, wenn sie weiterentwickelt werde, wie es der Zufall gerade bringe, zur Gefahr für die Kultur des Menschen, die Vorteile würden aber doch überwiegen, wenn man der Maschine nur d i e Freiheit lasse, die nicht schaden könne. Selbstverständlich denke der Nationalsozialismus nicht daran, die technische Entwicklung aufzuhalten, oder zu unterbinden. Vielmehr sei das Gegenteil der Fall. Alle diesbezüglichen Gesetze und Maßnahmen seien zeitbedingte Maßnahmen zur Ueberroinbung des augenblicklichen Notstandes. Der Kampf des Nationalsozialismus gegen die Arbeitslosigkeit sei erfolgreich in Angriff genommen worden. Wenn bei diesem Kampfe um Sein oder Nicht-
♦* Tagung des Ob e r h e s s i s ch e n Schwurgerichts. Am Dienstag nächster Woche wird das Schwurgericht der Provinz Oberhessen im Land- gerichtsgebäude zu Gießen zu einer Sitzung zu- ammentreten. Es kommen zwei Anklagen wegen Meineids zur Verhandlung. Die eine Anklage richtet sich gegen eine Frau von Bieber, die andere gegen einen Mann von Lauter.
** Fahrpreisermäßigung der Reichsbahn zur 5 8. Philologentagung in Trier. Zu der vom 27. bis 31. Oktober in Trier tatffinöenoen Philologentaguna gibt die Reichsbahn u. a. auch Sonntagsrückfahrkarten von Frank- urt a. M. Hbf. und Gießen aus. Gültigkeit: Hin- ahrt 27. Oktober von 0 Uhr bis 28. Oktober 24 Uhr; Rückfahrt: 27. Oktober 12 Uhr bis 2. November 12 Uhr (Antritt der Rückfahrt). Die Karten werden nur bei Vorlage der Mitgliedskarte des NSLB. oder einer Bescheinigung des Schulleiters ober ber Universitätsbehörde,' aus ber hervorgeht, baß bie 58. Philologentagung in Trier besucht wirb, ausge- qeben. Fahrpreis ab Gießen Hin- unb Rückfahrt über Koblenz: 2. Klasse 17,80 Mark, 3. Klasse 12,20 Mark. Bei Benutzuna von Schnell- unb Eilzügen ist außerbem ber tarifmäßige Zuschlag zu zahlen.
** Reichlich ausgewachsene Mohrrüben, sowohl ber Größe, wie auch bem Gewicht nach, hat ber Kreisstraßenwart i. R. Konrab Pfeiffer in Annerob in biesem Jahre geerntet. Herr Pfeiffer überreichte uns gestern aus einer großen Zahl gleichartig ausgefallener Mohrrüben ein Exemplar von 28 Zentimeter Länge, 27 Zentimeter Umfang an ber bictften Stelle beim Krautansatz unb mit einem Gewicht von 1 Pfunb unb
(Spinnstuben), die alten deutschen Volkslieder usw. Das alles wieder zu erwecken und der Nachwelt zu erhalten sei Aufgabe des Vereins für Volkstum und Heimat Der Abend wurde in der üblichen Weife beschlossen und eine freiwillige Spende für das Winterhilfswerk erhoben.
> Allendorf (Lahn), 22.Okt. Die Quellen unferer Wasserleitung sind so stark, daß das Wasser nur zu einem Teil abgenommen werden kann. Während andere Gemeinden kaum den notwendigen Bedarf aufweisen können, müssen bet uns jahraus jahrein große Mengen besten Trinkwafsers abgeleitet werden. Das ab- geleitete Wasser, das seinen Weg durch die Hauptstraße Allendvrfs nimmt, ist nun im Laufe der Zett zu einem Uebelftanb geworden, ber sich bejonbers im Winter unangenfjm bemerkbar macht. Del starkem Frost stauen sich bie Wassermengen, unb nicht selten sind bie angrenzenden Straßen kaum gangbar. Auch für bie anliegenben Häuser wäre biefer Zustanb auf die Dauer unhaltbar gewesen. Nun hat die Gemeindevertretung einen schon öfters erörterten Plan in die Tat umgesetzt. Das überschüssige Wasser wird an ber Quelle gefaßt und durch Rohre in einen Graben im Wiesengrund „die Lach" geleitet, von roo aus es seinen Weg in den nahen Kleebach nimmt. Durch die umfangreichen Erdarbeiten finden Dolksgenosfen auf einige Zeit Derdienstmöglichkeit.
<£ Lollar, 23. Okt. Bei der von dem hiesigen Jungvolk mit großem Eifer betriebenen B r o t • sammlung für die Stadt Offenbach wurden 323 Brote zusammengebracht.
Ursache des Unglücksfalles unterliegt noch der be- hördlichen Nachprüfung. ,
**EinAutoverbrannt. Am Montag gegen Abend geriet auf der Landstraße Gießen—Lollar in ber Nähe der Wellersburg das Auto (Hanomag) eines Gießener Einwohners in Brand. Die Flammen zerstörten den Wagen vollständig. Die Ursache ist anscheinend ein Vergaserbrand. Zum Glück kamen bei dem Unglücksfall Personen nicht zu Schaden.
** Diebstähle. Der Polizeibericht teilt mit: In der Zeit vorn 4. auf 5. Oktober wurde der Mülleimer Nr. 1545 vor dem Grundstück Hitlerwall 25 entwendet. Sachdienliche Mitteilungen an die Kriminalpolizeistelle erbeten. Bei der gleichen Dienststelle sind ein Herrenfahrrad, Marke „6. Q.C.", sowie ein älteres Fahrrad ohne Marke sichergestellt. Eigentumsberechtigte werden ersucht, bei der Kriminalpolizeistelle vorstellig zu werden. . .
** Das Bein gebrochen. Die 32jährige Ehefrau des Arbeiters Sinn von hier, Katharinengasse 8, kam unglücklich zu Fall und erlitt einen Bruch des rechten Unterschenkels.
** Der Bund h e i m a t t r e u e r S ch le s i e r (Deutscher Ostbund) behandelte in seiner jüngsten Monatsversammlung im Vereinslokal Hotel K ö h - l e r in erster Linie Organisativns- und Werbemaß- nahmen. Der Dereinsleiter K o st o r z gedachte des Geburtstages des verstorbenen Generalfelbmarfchalls v. Hindenburg, eines Sohnes der Ostmark, dem der Dank der Grenzmärker über bas Grad hinaus gesichert sei. Die Versammlung ehrte den verstorbenen Fritz Schott, den Gatten der Landsmännin Else Schott, einer tapferen Oberschlesierin, bie für den Kampf um bie Heimat, bie für eine Frau seltene Auszeichnung bes Schlesischen Ablers I. unb II. Kl. vor bem Feinb besitzt. Sehr bebauert würbe ber Fortgang bes stellvertretenben Dereinsleiters Stu- bentenpfarrer W. Sucker, bem ber Vorsitzende freundliche Dankesworte roibmete. Das Amt soll bann roieber besetzt werben, wenn bie Gauleitung über den nus Gesunbheitsrücksichten geforderten Rücktritt bes 1. Dorsitzenben entschieben hat. Die Werbung aller Ostdeutschen soll großzügig und intensiv betrieben werden, damit schon im kommenden Jahr die Sonderfahrten nach bem Osten angesetzt werben, für die die Ostmärker unter den westdeutschen Volksgenossen werben sollen. Demnächst werden die Mitgliedsbücher ausgegeben. Im näcysten Monat spricht Professor Bechtel. Die Vorbereitungen für einen Ostdeutschen Heimatabend sind im Gange. Der Vorsitzende wies auf bie Arbeit des Reichsbundes Volkstum und Heimat hin, dessen Vortragsreihe am Mittwoch, 24. Okt., mit einem Lichtbildervortrag beginnt. Dem 20. Otober 1921, einem der schwärzesten Tage in ber deutschen Geschichte, da der Genfer Schiedsspruch bem wehrlosen Deutschland den an Gruden und Hüttenwerken reichsten Teil Oberschlesiens entriß, widmete der Vereinsleiter eine kurze Betrachtung. Dabei gedachte er des tapferen Selbstschutzes und der Freikorps, ohne deren Eingreifen noch ein größerer Landstreifen verloren gegangen märe. Er gab ferner eine Schilderuna der. durch die Schuld der früheren Regierung nicht bis in das Reich gedrungenen unerhörten Leidenszeit unter der „Aera der Freiheit und Gerechtigkeit" des berüchtigten französischen Generals LeRond. Erst Adolf Hitler fei eine Entspannung unb Besserung ber Verhältnisse zu nerbanfen. Jnbem bie Grenzmärker ber unvergessenen Schwestern und Brüder gedachten, gelobten sie erneut Gehorsam unb Ergebenheit dem Führer und Reichskanzler.
damaligen Menschen.
Die gefundenen Knochen stammen von Waldpferd, Bison, Moschusochse, Mammut und anderen, einer Tierwelt, die zeigt, daß damals hier ein kaltes Klima geherrscht haben muß. Es war die Eiszeit, in der fast ganz Deutschland von Eis bedeckt und nur stellenweise baumlose Steppe anzutreffen war. Auf der Suche nach Jagdtieren kam wohl damals eine Horde der Eiszeitmenschen in unsere Gegend, wo sie günstige Daseinsbedingungen fand. Sie entdeckten an der Südseite des Totenberges die vor dem Nord-
' geschützten Höhlen fand das zur Herstellung ihrer Geräte geeignete Material, sah im Lumdatal Weide- und Tränkplätze des Wildes, das sie wohl
Platzmusik unterer Militärkapelle.
Am morgigen Donnerstag, 25. Oktober, veranstaltet unsere Gießener Militärkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Krauße um 17 Uhr auf dem Landgraf-Philipp-Platz Platzmusik mit nachstehender Vvrtragssolge: 1. „Kvnigsmarsch" von Richard Strauß; 2. Ouvertüre zur Oper „Rienzi" von Richard Wagner; 3. „Ein Albumblatt" von Richard Wagner; 4. „Neu Wien", Walzer von Johann Strauß; 5. „Das ganze Deutschland soll es sein", vaterländisches Potpourri von Hermann Blume.
Festnahme eines schweren Zungen.
Die Kriminalpolizeistelle Gießen berichtet: Am 19. Oktober wurde der 27jährige Fritz Helmuth R e n tz s ch aus Plauen im Vogtland in unserer Stadt festgenommen, da er in dringendem Verdacht stand, abends zuvor aus der Kasse eines Metzgerladens in Steinbach den Bettag von etwa 40 Mark entwendet zu haben. Die dortigen Verhältnisse waren ihm bekannt, da er die vorhergehende Nacht in dem betreffenden Geschäftshaus unter bem falschen Namen „Walter Lorenz geschlafen hatte. Im Verlaufe ber Ermittlungen stellte es sich heraus, baß man es in ber Person des Rentzfch mit einem abgefeimten Verbrecher zu tun hat, der bereits wegen schweren Diebstahls mit Zuchthaus bestraft worden ist und von einer auswärtigen Strafverfolgungsbehörde wegen bes gleichen Delikts steckbrieflich verfolgt wirb. Außer dem Diebstahl in Steinbach konnte ihm em weiterer Diebstahl, den er kürzlich in UI J a begangen hat, zur Last gelegt werden. Im Besitze des Rentzsch befand sich ein guterhaltenes Fahrrad, Marke „Dromos", Fabriknummer 83150. Es handelt sich hierbei um ein besonders stark gebautes Rad mit doppelten Rahmenstangen. Am Hmter- gestell befinbet sich eine Bornchiung ?um Anho^ gen eines zweiräderigen Lieserwagelchens. Rentzj ch will dieses Rad kurz vor seiner Festnahme meinem Dorfe zwischen Hungen, und Lich (DßrmutM) Langsdorf) von einem jungen Joanne für 15 Mark gekauft haben. Bei seiner Festnahme trug Rentzsch Amtswalterkleidung, sowie das Parteiabzeichen der NSDAP., ohne, wie er selbst zugab^ hierzu berechtigt zu sein. Er wird sich deshalb noch vor dem Sondergericht zu verantworten haben. Rentzsch wurde der hiesigen Staatsanwaltfchaft zu- aeführt und auf deren Antrag in Untersuchungshaft genommen. Personen, die nähere Angaben über das erwähnte Fahrrad machen können, werden gebeten, sich mit der hiesigen Kriminalpolizei- ftelle ins Benehmen zu setzen.
LerufSgemeinschast der Techniker der Ortsgruppe Gießen.
fein nicht immer und überall rein wirtschaftliche Gesichtspunkte maßgebend gewesen seien, so beruhe das darauf, daß ethische, psychologische und erzieherische Momente in erster Linie berücksichtigt werden mußten. Das Endziel der nationalsozialistischen Regierung sei, Deutschland die Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt wieder zu erobern. Der Wille hierzu fei da und verkörpert in der Person des Führers Adolf Hitler. An den Volksgenoffen liege es, ihm zu vertrauen. (Lebhafter Beifall.)
Der Vertrauensmann der Ortsgruppe, Dr. C o - bürget, dankte dem Vortragenden im Namen der Hörer für die lehrreichen Ausführungen. Nachdem der geschäftliche Teil erledigt war, wurde die Versammlung mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler geschlossen.
Vornotizen.
— Tageskalender für Mi11w och: Reichsbund Volkstum und Heimat, 20.15 Uhr, Aula des Gymnasiums, Eröffnung der Winterveranstaltungen mit Lichtbildervortrag von Stadtbaurat G r a d e r t über „Wie unsere Stadt entstanden ist". — NSLB. Gießen-Land, 15 Uhr, Hotel Köhler, Bezirksver- fammlung. — Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr, „Polenblut". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Die Insel". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17. Uhr, Gemäldeausstellung.
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