Ur. 249 Erster Blatt
184- Jahrgang
Mittwoch, 24- Oktober 1934
Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis:
Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
Hernsprechanschliiffe
unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Stehen
Postscheckkonto:
Zranksurt am Main 11086
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStZ-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7
Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr
Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B
Australien jubiliert.
Das sensationelle Luftrennen von London nach Melbourne war nicht nur im sportlichen und verkehrswirtschaftlichen Sinne ein außerordentlicher Erfolg für den Veranstalter, den Aero-Club von Großbritannien, sondern es leistete auch der Propaganda für den englischen Weltreichsgedanken einen wertvollen Dienst. Denn der Anlaß zur Organisation dieser kostspieligen Veranstaltung war ein politischer, er war der 10 0. Geburtstag der Stadt Melbourne. Die damit verbundenen großen Feierlichkeiten werden von der englischen Regierung auch dazu benutzt, um das enge Verhältnis zwischen dem Mutterland und den Dominions zu betonen. Nicht umsonst hat der König einen seiner Söhne, den Herzog von Gloucester — allerdings nicht auf dem Luftwege —, nach Melbourne gesandt, um dem Jubiläumsfest eine höhere Weihe zu geben. In den Rahmen dieser Festlichkeiten gehört auch der riesenhafte Flugwettbewerb, der den Australiern die schützende Nähe der einstigen Heimat (trotz der räumlichen Entfernung von 16 000 Kilometern) ins Bewußtsein zurück- rusen sollte.
Das Geburtstagskind, dem diese Ehrung gilt, und das nun gewissermaßen nach einer hundertjährigen Jugendzeit in das Mannesalter eintreten soll, verdankt sein Dasein der Tatsache, daß beide Brüder Hanteyim Jahre 1834 auf der Suche nach einem günstig gelegenen und für die Schafzucht geeigneten Gelände aus der Stelle ein paar notdürftige Hütten errichteten, auf der später unter veränderten Bedingungen eine Millionenstadt ihr gewaltiges Straßennetz ausbreiten konnte. Zwar war Australien schon 1605 von den Holländern entdeckt worden, zwar hatte schon 1770 der Engländer Cook den Kontinent für seinen königlichen Herrn Georg III. mit Beschlag gelegt, aber erst im Anfang des 19. Jahrhunderts begann die eigentliche Erschließung dieser jüngsten Erwerbung ena- lischer Seefahrer. Und sie geschah nicht einmal so sehr freiwillig, als vielmehr unter dem Druck der schlechten wirtschaftlichen Bedingungen, in die ein Großteil der englischen Bevölkerung durch den Uebergang zur Industrialisierung der britischen Insel gezwungen wurde.
Die Ausdehnung des Großgrundbesitzes auf Kosten der Kleinfarmer und das ansturmende Ma- fchinenzeitalter, das die Handarbeit überflüssig machte und die ausgebeuteten Volksschichten zu Widerstand und Empörung aufrief, führte zur Mas- ftnauswanderung vor allem der englischen Landbevölkerung und der beschäftigungslos gewordenen Heimarbeiter. Es waren nicht immer freie Auswanderer, die die große Fahrt nach dem Süden wagten, sondern auch viele Tausende von Verbannten, die sich zu Hause kleine Uebergriffe gegenüber dem aufkommenden neuen Wirtschaftssystem erlaubt hatten. Aber die Gesetze halfen den Reichen. Die „Gesetzlosen" wanderten aus. Aus der Enge der Heimat und den menschenunwürdigen Qualen der Ueberfahrt brachten sie einen unbändigen Freiheitsdrang mit sich, der noch heute für die Geisteshaltung des in Australien wohnenden Briten bezeichnend ist. Den Liberalismus, vor dessen furchtbaren Auswirkungen sie aus der alten Heimat geflohen waren, führten sie in das staatliche und private Leben des wiederentdeckten Landes ein. Demgemäß hat die Arbeiterbewegung in Australien stets eine sehr große Rolle gespielt, und es geschieht in diesen Tagen, daß die Straßenbahnschaffner von Melbourne ausgerechnet die Geburtstagsfeier ihrer Stadt zum Anlaß nahmen, um einen Lohnkampf durchzuführen und mit dem Generalstreik zu drohen.
Derselbe Selbständigkeitsdrang äußert sich auch in staatspolitischer Hinsicht. Unter dem Gesetz von Ursache und Wirkung geht eine klare Linie der Entwicklung vom Jahre 1834 bis in die Gegenwart hinein, und auch hier nimmt Melbourne als die ehemalige Hauptstadt des ganzen australischen Bundes eine besondere Stellung ein. Mit der Gründung Melbournes begann auch die Entwicklung eines staatlichen Lebens überhaupt. Nach den ersten Auswanderungsstürmen in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts setzte zunächst infolge der Wirtschaftsdepression der Hei- mat eine allgemeine Ebbe ein. Die moderne Völkerwanderung ging in Richtung der kalifornischen G 0 l d f e l d e r, wo man schneller ein reicher Mann zu werden hoffte als in den australischen Siedlungsgebieten, die immerhin die harte und entsagungsreiche Arbeit des Kolonialpioniers erforderten. Das wurde mit einem Schlage anders, als im Jahre 1850 auch in A u st r a l i e n d i e ersten G 0 ldfunde gemacht wurden. Plötzlich und urgewaltig setzte ein neuer Auswanderungsstrom ein, der zuerst mehr zerstörend auf die australische Wirtschaft wirkte, dann aber einen ungeheuren Auftrieb Zur Folge hatte. Melbourne zählte 1850 noch 23 000 Einwohner, im Jahre 1851 waren es 77 000 und 1854 erreichte es die Rekordzahl von 232 000 Einwohnern.
Schafzucht und Goldsuche verbreiteten den Wohlstand ziemlich gleichmäßig über das ganze Land, aber die Eigenbrötelei, eine Nebenerscheinung des Selbstständigkeitsdranges der australischen Siedler, verhinderte lange Zeit eine einheitliche Zusammenfassung der verschiedenen neugegründeten Staatswesen. Erst 1860 hatten alle Staaten mit Ausnahme West-Australiens eine eigene Regierung und erst 1901 wurde die „Commonwealth 0 f A u st r a- l i a" gegründet. Ihr gehören folgende Staaten an: Victoria mit der Hauptstadt Melbourne. Neusüd- Wales mit Sidney, Queensland (Brisbane), Süd- australien (Adelaide), Westaustralien (Perth), Tasmanien und das Nordterritorium. Der Zusammen- bang ist noch heute sehr lose, wenn auch der Weltkrieg das Bewußtsein einer einheitlichen Ngtion gestärkt hat. Noch immer werden Kämpfe um die
3n weniger als drei Tagen um die halbe Wett.
Das grandiose Lustrennen England-Australien. Triumph der Technik: die Kontinente rücken zusammen.
Holländer und Amerikaner aus dem zweiten und dritten platz.
London, 24. Okt. (DNB.-Funkspruch.) Die holländischen Flieger Parmentier und Moll sind um 1.52 Uhr (MEZ.) in Melbourne gelandet. Die Flieger waren in Albury (Neusüdwales) um 0.55 Uhr MEZ. gestartet. Aus Albury wird berichtet, daß die Einwohner der Stadt um 22.30 Uhr noch fieberhaft arbeiteten, um die in dem regendurchtränkten Boden tiefeingesunkene Maschine auszugraben. Parmentiex sagte in einem Rundfunkbericht, das Flugzeug habe zweimal versucht, aus einem Gewitter st urm herauszukommen und diesen zu umfliegen. Es sei aber durch Blitz, Regen und Hagel zur Umkehr gezwungen worden. Die Tragflächen des Flugzeuges seien mit einer Eisschicht bedeckt gewesen.
Das amerikanische Flugzeug unter der Führung von Turner und P a n g b 0 r n ist um 4.36 Uhr MEZ. in Melbourne gelandet. Die beiden Amerikaner haben also im Luftrennen den dritten Platz belegt.
Der Stand am Mittwochmorgen
Mit dem Eintreffen der ersten drei Flugzeuge in Melbourne ist der Stand des L u f t r e n - nens England—Australien in den frühen Morgenstunden des Mittwoch folgender: drei Maschinen, eine englische, eine holländische und eine amerikanische haben das Ziel erreicht. Eine englische Maschine ist in Italien verunglückt, wobei die zwei Flieger das Leben eingebüht haben. Sechs Flugzeuge haben aufgegeben, zwei englische, darunter das der M 0 l l i s 0 n s, ein holländisches, eins von Neuguinea, ein australisches und ein amerikanisches. Zehn Maschinen sind, noch im Rennen. Eine britische Maschine überfliegt gegenwärtig die Timorsee. Ein dänisches und zwei britische Flugzeuge sind in Hinterindien unterwegs. Zwei britische Flugzeuge befinden sich in Vorderindien. Bei dem einen ist das Fahrgestell zerbrochen. Eine amerikanische und eine australische Maschine haben Vorderindien erreicht. Als Nachzügler sind noch zwei britische Maschinen zu nennen, von denen die eine in Zypern mit Motorpanne festliegt, während die andere sich mit zerbrochenem Propeller in Tatoi (Griechenland) befindet.
Mel in Amsterdam.
Die Meldung von der glücklichen Landung des holländischen Verkehrsflugzeuges „Uiver" unter Parmentier und Moll in Melbourne als erster Maschine hinter dem siegreichen „Comet"- Flugzeug der Engländer Scott und Black hat in Amsterdam einen wahren Freudentaumel hervorgerufen. Der holländische Ministerpräsident Dr. C 0 l ij n hat zu dem hervorragenden Abschneiden des holländischen Flugzeugs „Uiver" folgende Erklärung abgegeben: „Obwohl ich von größter Bewunderung für die Leistung der Scott und Black erfüllt bin, glaube ich doch, daß der Flug des „Uiver" für die Entwicklung der Luftfahrt von größerer Bedeutung ist. Die Tatsache, daß ein gewöhnliches Verkehrsflugzeug auf der 2000 Kilometer längeren Strecke trotz einer großen Anzahl notwendiger Landungen zur Aufnahme von Benzin nur einige Stunden hinter einem Rennflugzeug liegt, ist einfach verblüffend."
Weshalb sich Frankreich nicht beteiligte.
Die hervorragende Leistung der englischen Flieger Scott und Black bei dem Wettfliegen London-Melbourne findet in französischen Luftfahrtkreisen bewundernde Anerkennung. Man bedauert, das Frankreich an dem Luftrennen nicht teilgenommen hat. Der Vorsitzende des fran
zösischen Luftfahrtoerbandes, Abgeordneter Lau - rent-Eynac, äußerte, so dringend auch die Erfordernisse der nationalen Verteidigung in der Luft fein mögen, sie dürften doch nicht von solchen Versuchen auf dem Gebiete der Sport- und Handelsfliegerei abhalten. Man dient dem Lande auch, wenn man sein Augenmerk darauf richtet. Luftfahrtminister General D e n a i n begründete das Fernbleiben Frankreichs mit dem „gegenwärtigen Stand
der französischen Luftfahrtindustrie". Die technischen Verbesserungen und die Reorganisation, die unter der Leitung des Luftfahrtministeriums vorgenom- men würden, würden aber voraussichtlich ein ehrenvolles Abschneiden Frankreichs bei den großen internationalen Flugveranstaltungen im Jahre 1935 ermöglichen. Die Privatinitiative werde nach dieser Richtung von den amtlichen Stellen jede Förderung erfahren.
Begeisterung in England über den britischen Lustsieg.
Tiefer Eindruck der holländischen Leistung. - Ueberprüfung der englischen Wettverkehrspolitik gefordert.
London. 24. Oft. (DRV. Funkspruch). Der erstaunliche Flug des britischen „(Komet“- Flugzeuges, das in weniger al's drei" Tagen die halbe Welt umkreist hat,wird in der ganzen Worgenpresse mit begreiflicher Freude gefeiert. Die Gröhe der Leistung von Scott und Black wird mit eindrucksvollen Hinweisen und Vergleichen hervorgehoben. Ein Dampfer, der am Freitagabend, 12 Stunden vor dem Start der Flugzeuge, England verlassen hatte, wird erst Ende des nächsten TNonats, am 26. November, Brisbane erreichen. In Bagdad konnte man am Samstagabend schon die Londoner IN 0 r g e n b l ä 11 e t des gleichen Tages lesen, was in verschiedenen Orten Schottlands noch nicht möglich ist. Der Vizekönig von Indien soll in seinem Palast in Delhi am 2N 0 ntag d i e „Times“ vom Samstag gelesen haben, was bestimmt zum ersten Male in feinem Leben geschah. 3m Zusammenhang mit dem tragischen Ende zweier britischer Offiziere in Italien wird darauf hingewiesen, daß sie aus eigenen Mitteln ein altes
Flugzeug zu billigem Preise erworben hatten, ein Flugzeug also, das nicht bezeichnend für moderne britische Maschinen war. — Den tiefen Eindruck, den die L e i st u n g des holländischen Flugzeuges in England gemacht hat, gibt „Daily Telegraph“ mit folgenden Worten wieder: Wenn ein Verkehrsflugzeug mit Fluggästen und Luftp 0 ften an Bord beinahe so schnell nach Australien fliegen kann wie eine Rennmaschine, dann ist es Aufgabe der maßgebenden englischen Stellen, dafür zu sorgen, daß wir Verkehrsflugzeuge besitzen, die auch dazu imstande sind. Scott und Black haben als Sportsmänner eine grohe sportliche Leistung vollbracht. Ihnen sei alle verdiente Ehre gegeben. Aber parmentier und Moll flogen ihre Maschine, als ob es sich nicht um viel anderes als eine gewöhnliche Berufsarbeit handelte. Dieses Rennen macht eine lleberprüfung der britischen Politik gegenüber der Zivilluftfahrt auf den Verkehrswegen des britischen Reiches unbedingt notwendig.
DieOpferdesLustrennrns England-Australien.
Die englischen Australienslieger Gilm an (links) und Baines, die, wie bereits gemeldet, mit ihrem Flugzeug in Unteritalien abstürzten und auf der Stelle getötet wurden.
<
V
▼ .M'/M
Rechten und Pflichten der einzelnen Bundesstaaten gegenüber der Zentralverwaltung geführt. Das Staatenparlament in Canberra, der neugegründeten Bundeshauptstadt ist oft Zeuge dieser Auseinandersetzungen. Besonders hartnäckig sind die W e st a u st r a l i e r, die noch im vorigen Jahre eine Probeabstimmung in ihrem Lande veranstalteten, wobei sich zwei Drittel der Wähler für ein selbständiges Dominion im Rahmen des englischen Imperiums aussprachen. Die Ursache dieses Konfliktes liegt in den wirtschaftlichen Interessen, die der trotz seines Goldreichtums agrarische Westen gegenüber den industriellen Oststaaten ge- sichert haben möchte.
Die gegenwärtig in Melbourne stattfindenden Festlichkeiten und die Teilnahme englischer Regierungsvertreter werden sicherlich eine Steigerung des australischen Einheitsbewußtseins herbeiführen und den kleinsten Erdteil für die Aufgaben stärken, die er in der politischen Welt von morgen zu erfüllen haben wird. Diese Aufgaben erstrecken sich ebenso sehr auf die Sicherung des pazifischen Raumes gegenüber den wachsenden Machtansprüchen der Japaner, wie auf die sich aus der Menschenleere des australischen Kontinents (6,8 Millionen Einwohner, 0,9 auf den Quadratkilometer) ergebenden Notwendigkeit, die Grenzen für die von der englischen Regierung mit allen propagandistischen Mitteln geförderte Auswanderung offen zu halten.
Oie Reichstagung des deutschen Handwerks.
DNB. Berlin, 23. Okt. Die Reichstagung des deutschen Handwerks, die am Sonntag, 28. Oktober, in Braunschweig stattfindet, steht wie im Vorjahr unter dem Zeichen „Deine Hand dem Handwerk!" Reichshandwerksmeister Schmidt machte der Presse Ausführungen über die Bedeutung des Handwerks für die Volkswirtschaft und über die Einzelheiten der Reichstagung. Das Handwerk hat im Jahre 1927 noch einen Umsatz von rund 22 Milliarden RM. gehabt. Bis zum Jahre 1932 ging der Umsatz auf 10 Milliarden R M. zurück. Seit der Machtübernahme durch die nationalsozialistische Regierung hat sich ein erfreulicher Umschwung gezeigt, was daraus hervorgeht, daß der Umsatz im Jahre 1933 bereits a u f 13,5 Milliarden RM. angestiegen ist also eine Zunahme um 35 v. H. aufweist.
Zu der Braunschweiger Tagung werden 120 Ehrengäste, die 13 Landeshandwerksmeister, 64 Handwerkskammerpräsidenten erwartet. Aus jedem Treuhänderbezirk werden außerdem je ein Meister, Geselle und Lehrling nach Braunschweig kommen, die mit Rücksicht auf ihre Tätigkeit für die Bewegung und den Staat hierzu auserwählt worden find. Dis Tagung wird eröffnet durch einen Emp
fang der Ehrengäste im Rathaus. In feierlichem Zug begeben sich die Ehrengäste dann zur Burg Dankwarderode. An der Spitze des Zuges werden der kommissarische Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht, der Stabsleiter der PO., Dr. Ley, und Reichshandwerksmeister Schmidt gehen. In der Burg Dankwarderode wird nach einer Totenehrung die Verpflichtung der Hand- werksmeister erfolgen. Da die ganze Veranstaltung durch Rundfunk übertragen und von sämtlichen 18 000 Innungen in Deutschland geschlossen angehört wird, so wird auf diesem Wege gleichzeitig die Verpflichtung von etwa 100000 Amtswaltern des Reichsstandes des deutschen Handwerks voraenom- men. Auf der Tagung sprechen der kommissarische Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht, der Stabsleiter der PO. Dr. Ley und der Reichshandwerksmeister Schmidt'. In den Jnnungsver- sammlungen im ganzen Reich wird ein Aufruf des Reichshandwerksmeisters verlesen. In den Schulen wird am Samstag in einem halbstündigen Vortrag die Bedeutung und der Wert des Handwerks der Schuljugend klargemacht werden. Am Samstagnachmittag und -abend veranstaltet die DAF. große Kundgebungen des Handwerks, die Meister, Gesellen und Lehrlinge zusammenführen sollen.
Der Reichshandwerksmeister gibt folgende An«


