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Oberheffen

Geschickten aus aller Welt

ie geglaubt, daß er einem das Leben retten und da-

William French hatte nie

anderen Menschen jemals das................

mit der Held dieser Geschichte vom braven Nachbarn

Jahren durch Amerika und England geschleift wurde und die ihm etliche 150 Jahre andichtete, wird man den noch immer rüstigen alten Herrnhöchstens auf 120 Jahre zu veranschlagen haben. Er hat heute ein bescheidenes Pöstchen als Türhüter im Rathaus von Istanbul, und die 50 Pfunde oder 100 Mark, die er dafür bekommt, erscheinen ihm zu gering, um damit auch noch eine Eheweib zu er­nähren. Aus diesem Grunde hat Zaro Agha eine Eingabe an die Stadtbehörde gerichtet, um eine kleine Aufbesserung seiner Bezüge zu bekommen. Er hat, als er über die Wahl seiner Zukünftigen befragt wurde, erklärt, daß 40 Jahre das Höchste an Jahren sei, was er seiner Frau zubilligen könne! Voraussichtlich wird Zaro Agha eine Gehalts« erhöhung bekommen, denn er steht bei seiner vorge­setzten Behörde in dem ihm gebührenden Ansehen; welche Gemeinde würde auch nicht einen Türhüter pfleglich behandeln, von dem die ganze Welt weiß, daß er ein im Dienst so rüstig ergrauter Mann ist?

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.

Musik stört den Verkehr.

(th) Neuyork.

Uebertriebene Liebe zur Musik kann sich störend auswirken und oft sogar schlimme Folgen haben. Hier sind Autotaxen besonders beliebt, die Rund­funkgeräte haben, so daß der Fahrgast jederzeit einschalten und Musik ober Vorträge hören kann. Diese Beliebtheit hatte die Inhaber der nichtmu­sikalischen" Taxen dazu veranlaßt, auch ihrerseits die Genehmigung für Empfangsapparate nachzu­suchen und ihre Wagen damit zu versehen. Aber nun brach eine wahre Lawine von Zusammenstößen und Autounfällen über die Stadt herein, und nach einigem Suchen kam die Polizei auf den Gedanken, die Musik könne daran schuld fein. Deshalb erging die Verordnung, die Empfangsapparate seien im Innern der Wagen so anzubringen, daß der Fahrer durch die Musik nicht abgelenkt werden könne. Aber wozu gibt es eine Technik! Die Fahrer leiteten den Empfang so um, daß sie auf jeden Fall ihre Musik hörten. Dabei überhörten sie aber Vieles, und weil die Unfälle sich mehrten und kein Ende nahmen, machte die Polizei mit der übertriebenen Musiklieb­haberei kurz Schluß, indem sie alle musikalischen Taxen verbot. Die Fahrer werden sich nun wieder ohne liebliche Gesänge an die disharmonischen Töne des Straßenverkehrs gewöhnen müssen, aber die Fahrgäste werden bestimmt sicherer an ihr Ziel ge­langen.

Irrtümlich zum Lebensretter geworden.

() Boston.

werden könnte.

Da wurde also dem Nachbarn Medlock die Frau vor einigen Monaten sehr ernstlich krank. Sie mußte ins Hospital. Und schließlich stellte sich heraus, daß nur eine Blutübertragung sie retten könnte. Aber bei der Blutübertragung muß man ja, nach den Blutgruppen sorgsam unterschieden, den Blutspen­der aussuchen. Nun aber ergab sich, daß alle Blut­spender nicht mit der Blutgruppe der Frau Med­lock harmonierten. Es stand wirklich sehr schlimm um die Frau Nachbarin.

Da bat der jammernde Medlock den William French, er möge ihn zum Krankenhaus bringen, denn allein ertrage er den^ Jammer nicht. French wollte im Krankensaal nicht stören und wartete deshalb auf dem Korridor auf feinen traurigen Nachbarn Medlock. Inzwischen aber waren Aerzte dabei, wieder einige Blutspender zu untersuchen, die für Frau Medlock geeignet sein könnten. Als sie French aus dem Gang stehen sahen, holten sie ihn sie hatten es eilig rasch in den Untersuchungs­raum. Ehe French, der überhaupt ein wenig schwer sprechen konnte, den Tatbestand zu erklären ver­mochte, hatten sie ihm eine Blutprobe abgenommen. Und siehe French hatte die passende Blutgruppe.

Er protestierte gegen alles, was mit ihm geschah. Erst als er hörte, daß er geeignet sei, seiner Frau Nachbarin, der kranken Gattin des traurigen Med­lock, das Leben zu retten, war er einverstanden.

Und Frau Nachbarin ist gerettet: Hoch klingt das Lied vom braven Nachbarn!

Der Chirurg, der kein Blut sehen konnte.

(kn) Wien.

Als kürzlich der berühmte Wiener Chirurg Profes­sor Freiherr v. Eiselsberg aus den Erinnerungen seiner Tätigkeit vortrug, erlitt eine ältere Dame bei der Schilderung einer Operation einen Schwäche­anfall und wurde ohnmächtig. Professor v. Eisels­berg selbst eilte ihr zu Hilfe und reichte ihr das Wasserglas von seinem Pult. Der Vorfall veran­laßte ihn, eine Geschichte aus seiner Studentenzeit zu erzählen, die man kaum glauben würde, wenn sie nicht aus dem Munde des berühmten Gelehrten elbst käme. Die Geschichte hatte aber ihre Pointe darin daß er als Student der Medizin kein Blut habe sehen können. Immer wieder mußte er bei den chirurgischen Vorlesungen, in denen Operationen vorgeführt wurden, den Saal fluchtartig verlassen. Spater hat er sich allerdings daran gewohnt und, das brauchte er ja nicht erst zu erzählen, ist einer der bedeutendsten Chirurgen Europas geworden.

Generalsäuberung

bei den Navajo-Jndianern.

() Holl ywood.

Hugh, sie haben die Friedenspfeife mit den Rot­häuten vergebens geraucht: Jimn^ Walker, Mury Pickfovd, Douglas Fcnrbanks, Ramon Novarro, Jackie Coogan und wer solch noch zu der Schar der Ehren-Jndianer vom Stamme der Navajos gehörte. Hinweg mit den bunten Federn, die ihre filmgewohnten Häupter schmückten. Weil die Ra vajos sich entschlossen, zu emer Generalsauberung ihres Stammes zu schreiten. P"-Pu - nannten die Navajos diese Großaktion, durch die alle alten Ehrenbürgerschaften aufgehoben wurden, durch .b jeber aus dem Stamme ausgestoßen ist, der: n ch von Geburt ein Navajo ist. Man hat ben ^Orenbur­gern das in sauberer Maschinenschrift mitge teilt, und nun wissen sie, daß sie keine Indianer honoris causa mehr sind. Hugh! .

Aber es ist noch zu erwähnen, weshalb man ausgerechnet im Frühjahr 1934 zu diesem hartes

gen und der Pfundabwertung bei dem gleichzeiti­gen Sturz der Preise einigermaßen behaupten konnte.

Wer ist aber heute m England noch reich? Dabei muß man davon ausgehen, wer dort über­haupt alsreich" angesehen wird. Der Besitzer eines Einkommens von vielleicht 100 000 Mark gilt drüben immer noch alsnur" wohlhabend, aber -nicht als reich. Dazu muß er mindestens ein Einkommen von 200 000 Mark versteuern, und zu dieser Klasse gehören heute noch knapp vier­tausend. Das sind aber noch keine Millionäre, die hier nach Pfunden und nicht nach Schillin­gen gerechnet werden, wobei sich die vielstelligen Zahlen nicht nach dem Vermögen, sondern nach dem Einkommen richten. Millionär kann aber nur der sein, derohne mit der Wimper zu zucken" im Jahre 50000 Pfund verbrauchen kann. Davon gibt es heute in England noch 333, und nach der Statistik sind das 12 7 weniger als i m Vorjahr. Diejenigen aber, die etwa 100 000 Pfund und mehr für sich ausgeben können, ohne das Bankkonto zu überanstrengen, haben sich in den letzten zehn Jahren von 208 auf ganze 94 verringert

Die größten Scharten schlug in die Vermögen d i e Erbschaftssteuer, die einem Erben einer Pfundmillion nur 600 000 Pfd. beläßt. Erbt er aber gar zwei Millionen Pfund, so wird das Vermögen durch den Steuerfiskus glatt halbiert. So ist all­mählich der Tod eines solchen Millionärs in Eng-

einer Aufbesserung ihrer täglichen Mahlzeit empfan­den, hatten sich zusammengerottet und waren ge­meinsam nach dem Staatsforst getrabt, wo sie beim Morgengrauen eine regelrechte Treibjagd veranstal­teten. Sie erbeuteten dabei zahlreiche Hirsche, Ha­sen und Fasanen. Man kann sich vorstellen, welche Folgen diese Jagd für die Besitzer der Hunde haben wird.

Zaro Agha auf Freiersfiitzen.

(web.) Istanbul.

Derälteste Mann der Welt", der ehemalige Istan­buler Lastträger Zaro Agha, will wieder heiraten. Er bat in seinem langen Leben zwar schon neun Frauen gehabt, die entweder vor ihm gestorben sind ober von denen er sich hat scheiden lassen aber nun will er sich den Lebensabend mit einer zehnten Lebensgefährtin verschönen, lieber das Al­ter des türkischen Methusalem gehen die Meinungen auseinander: von der marktschreierischen Reklame abweichend, mit der der Jubelgreis vor einigen

tänzen bestanden, nahm der Abend einen guten Ver­lauf. Durch Ortsgruppenleiter Spengler und Propagandaleiter Harder wurde Pg. Heinrich H ö ch st das Ehrenzeichen der Alten Garde über­reicht. Der Reinertrag des Abends flieht dem Win­terhilfswerk zu.

* Harbach, 23. März. Unser Mitbürger Wil­helm Herzberger konnte kürzlich auf sein 25jähriges Jubiläum als Gastwirt zu- rückblicken. Während dieser langen Zeit war er auch immer ein treuer Anhänger des Gießener Anzeigers.

"Y Watzenborn - Steinberg, 23. März. Im vollbesetzten Saale des GasthausesZum Grü- nen Baum" in Steinberg begingen die hiesige Frauenhilfe und der Eoana. Mädchen­bund den Abschluß ihrer diesjährigen Winter­arbeit mit einem wohlgelungenen Schlußabend. Nach dem Gesang des ChoralesLobe den Herren, o meine Seele" hielt der Ortsgeistliche, Pfarrer Staub ach, die Ansprache. Er gab seiner Freude Ausdruck über das harmonische Verhältnis der ein­zelnen Körperschaften in unserer Gemeinde und rief auf zur Treue für die gute Sache, unfern Führer und das deutsche Vaterland. Anschließend sang man zwei Strophen des Deutschland-Liedes. Unser rüh- riger Mädchenbund gestaltete den weiteren Ver­lauf der Feier zu einem bunten Abend, der viel sonnigen Humor auslöste. Besonders eindrucksvoll war die vom Vorstandsmitglied Habermehl ver­faßte dichterische Schilderung überdes Leawe eam Frauenveroin". Nicht endenwollende Lach­salven ertönten, zumal der Vortrag durch die Mäd­chenbundesschwester M. Blank sehr wirkungsvoll war. Gemeinsame Lieder und noch manch frohes Wort ließen die Stunden nur zu schnell dahin­schwinden. Daß eine Sammlung für das Winter­hilfswerk stattfand, war selbstverständliche Wicht. Um Mitternacht konnte Pfarrer Sta ubach das Schluß, und Dankeswort sprechen und mit dem BundesliedKein schönres Land" schloß der schöne Abend.

4- Lang-Göns, 22. März. Am Sonntag feierte die ältesteEinwohnerin unseres Dor­fes, Frau Kath. Br ückel, geb. Wenzel, ihren 9 5. Geburtstag. Sie besitzt trotz ihres hohen Alters noch außerordentliche körperliche und geistige Regsamkeit und geht noch täglich ihrer gewohnten Hantierung nach.

Kreis Schotten.

l. Gedern, 23. März. Im Ortsgruppenbereich Gedern erbrachte die Straßensammlung am 11. März 80,02 Mark, am 18. März 101,18 Mark. An Zwilli n g s Pfennigen wurden 3,44 Mark gespendet. Im März wurde eine Plakette zu 20 Mk., eine andere zu 1 Mark verkauft. Für das Winter- Hilfswerk wurden ferner 344 Laib Brot und 2500 Eier durch das Jungvolk gesammelt.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 23. März. Die Stadtschule veranstaltete im großen Saale desDeutschen Hau­ses" einen Elternabend zu Gunsten des Winterhilfswerks. Eine bunte, geschickt zu­sammengestellte Vortragsfolge unterhielt die sehr zahlreich erschienene Zuhörerschaft aufs beste. Nach einem einleitenden Sprechchor hielt der ßeiter der Schule, Rektor U s i n g c r , eine Ansprache, in der er nach herzlichen Begrüßungsworten an die Zu­hörer mahnende und verantwortungsbewußte Aus- sührungen über die Erziehung der Jugend im Drit­ten Reich machte. Viel Beifall fanden die exakt und mit großem Eifer ausgefichrten Turnübungen der kleinen Buben und die reizenden Volkstänze her- älteren Mädchen. Musikalische Darbietungen eines kleinen Orchesters umrahmten die Vortragsfolge. Den Abschluß der Vortragsfolge bildete die Auf­führung des vaterländischen WeihespielsGerma- nias Auferstehung", das von Lehrern und Schülern der Anstalt eine lebendige und wirkungsvolle Dar­stellung erfuhr. Die Zuhörer spendeten für den interessanten Abend reichen Beifall. Für die Win­terhilfe konnte erfreulicherweise eine größere Summe als Reinertrag des Abends zur Verfügung gestellt werden.

N Flensungen, 23. März. Am Mittwoch­abend wurde in feierlicher Weise die Orgel unse­rer Kirche ihrer Bestimmung übergeben und von Lehrer N e b e l i n g (Gießen) zum ersten Male ge­spielt. Dekan Schmidt (Grünberg) hielt die Weihe­rede und übermittelte der Gemeinde die Grüße des Oberkirchenrats D W a-g n e r. Der evangelische Ju­gendverein und der Frauenverein trugen mit eini­gen Liedern zur Verschönerung des Gottesdienstes bei.

land zu einem Ereignis von nationaler Bedeutung geworden, und der Schatzkanzler pflegt bei feinem Voranschlag für das Budget mit monotoner Stimme von den voraussichtlichen Einnahmen zu sprechen, die der Staat durch den Tod seiner Reichen wohl Haden wird. Erst im vergangenen Jahrerbte" die Steuer durch den Tod des Schiffsreeders Sir John Ellermann auf einen Schlag acht Millionen Pfund alserste Anzahlung", die die Erben der hinterlassenen 17 Millionen Pfund dieses Geldmag- naten zu leisten hatten

Die Spitze diesesHochadels" der Finanz halten heute noch Morris, der englische Ford, sowie die beiden Fabrikanten der bekannten Goldflake-Ziga. rette, Mills und Lord Rothermere, und schließlich die Besitzer der größten ererbten Vermö­gen, der Herzog von Westminster, unbe- jtrittener Herr ganzer Wohnviertel in London, und der Earl o f D e r b y. So hat in den letzten, zum Teil recht mageren Jahren allein gegen das Vor­jahr hat die Zahl der Steuerpflichtigen in England um 100 000 abgenommen die Erbschaftssteuer die bei der Einkommensteuer entstandenen Fehl- betröge oftmals ausgleichen müssen. Ob aber der hier fortgeführte Satz, daß Reichtum nun auch zum Sterben verpflichtet, damit der Fiskus von dem Vermögen den Rahm abschöpfen kann, auf die Dauer auch der allgemeinen sozialen und kulturellen Schichtung Englands dienlich ist, wenn so die gro­ßen Vermögen allmählich verschwinden, das wird die Zukunft lehren müssen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

p. Bieber, 23. März. Bei Gastwirt Schlier­bach fand dieser Tage eine Versammlung der Viehkasse statt. Als Vertrauensmann war Pg. Schneider aus Rvdheim erschienen. Der Ver­sammlung wurden die für die Gleichschaltung her» ausgegebenen Richtlinien zur Kenntnis gegeben. Die Kasse und die Bücher wurden in bester Ordnung befunden. Dem langjährigen Kassierer, Holzhauer- meister Schmidt, wurde das vollste Vertrauen bekundet. Die Generalversammlung der Kasse findet demnächst statt.

Aus dem Hü11enbera, 23. März. Die im Rahmen des Winterhilfswerks durch­geführte Eiersammlung für bedürftige Volks­genossen hatte folgendes Ergebnis: Dornholzhausen 168 Stück, Niederkleen 294 Stück, Großrechtenbach 325 Stück, Hörnsheim 268 Stück, Hochelheim 270 Stück, Kleinrechtenbach 308 Stück, Münchholzhausen 220 Stück und Lützellinden 344 Stück

Schritt entschloß: Im Weißen Hause ist ein Ge° etz eingebracht worden, niemand dürfe mehr die oft an Filmgrößen ehrenhalber verliehenen Militärwürden tragen. Als die Navajos das hor­ten, überlegten sie, daß die Ehre, Indianer zu sein, mindestens einer Würde in der amerikanischen Armee entspreche. Und so kam es eben ...

Ueberhaupt rebellieren die Indianer ein wenig. Alle Stämme, vor allem aber die rund um Holly­wood, haben die Aktion des Navajos begrüßt. Sie selbst sind aber nicht so mächtig wie die Navajos. Sie haben sich damit begnügt, gegen die Beschäfti­gung von Negern und Mexikanern in Jndianer- rollen zu protestieren, während die Indianer hun­gernd umherliefen. Früher sah eine Rebellion der Indianer anders aus; heute machen sie eine Eingabe ober sie werfen Jimmy Walker und Mary Pickford aus ihrem Stamm hinaus. Der schwarze Adler" und der ^flinke Bär" aber drehen sich stöhnend um und um in ihren Grüften ...

Der Undankbare von der Teufelsinsel.

(u) Paris.

Eines Morgens erschien Jeanette, das schöne Mädchen von Martinique, bei der Polizei in Tri­nidad und teilte mit, sie wisse, wo Jean Duverney sei. Und sie nannte sein Versteck: ihr eiaenes, kleines Haus. Dort holten sie ihn heraus, fesselten ihn und legten ihn im Polizeigefängnis in Ketten. Denn mit Jean Duverney wollte man nun keinen Aerger mehr haben. Seine Akten kannte man.

In Paris hatten sie ihn 1924 zu 20 Jahren Ge­fängnis verurteilt. Zwanzig Jahre Guayana ge­nauer gesagt. Er hatte in Paris eine Frau um­gebracht. Zehn Jahre stand er in glühender Sonne, im Sumpf, ein Opfer der Stechmücken der Mo­raste. Dann entfloh er mit sechs Gefährten in einem Jndianerkanu.

Zwei Wochen trieben sie in dem kleinen Boot, halb verdurstet, verhungert, entkräftet. Bis sie nach Trinidad kamen. Man gestattete ihnen, so Ringe auf der Insel zu bleiben, bis sie sich erholt hätten. Er hatte sich in der Hütte des Mädchens Jeanette versteckt. Dort suchte ihn niemand. Sechs Monate blieb er dort. Das Mädchen formte für ihn und pflegte ihn. Bis er eines Tages einen Stock nahm und sie zu erschlagen drohte, als sie nicht genug Zigaretten für ihn herbeischaffen konnte. Da ging das Mädchen von Martinique zur Polizei und mel­dete, wer bei ihr wohne.

Diese Weißen sind zu undankbar für ein Mäd­chen von Martinique", sagte sie dem Polizei­kommandeur.

Wenn Sie sich die Sträflinge von Guayana aussuchen, um Dankbarkeit zu erproben frei­lich!" erwiderte ihr der Kommandeur.

Da brachten sie auch schon Jean Duverney, den man nun mit einem Schiff ab schieb en wird. Eines Tages wird er wohl wieder in Guayana fein ...

Verpuffte Sensation.

(m.) R o in.

Das italienische Städtchen Aquasanta wurde vor einigen Tagne in helle Aufregung versetzt. Vom Felde heimkehrende Bauern hatten geheimnisvolle Blutspuren bemerkt, die von der Straße aus au einen Brunnen außerhalb des kleinen Orts führten. Da die Bauern annahmen, daß es sich um ein Ver­brechen handeln könnte, benachrichtigten sie die Po­lizei des nächstgelegenen größeren Ortes. Diese nahm sich sofort der geheimnisvollen Affäre an und rückte mit einem Stab von Polizei- und Kriminal­beamten zum Tatort. Zunächst versuchten die Sach­verständigen vom Brunnenrand aus dem Tat- bestand näher zu kommen, doch war bad Brunnen- wasser burch ben Regen ber vorhergegangenen Tage so getrübt, daß man von oben aus auch nicht das geringste erkennen konnte.

Nach langem Hin und Her entschloß sich die poli- zeiliche Obrigkeit, den Brunnen ausschopfen zu las­sen. Unter den Augen der Gesetzeshüter und einer sensationslüsternen Menge, die den Brunnen um­stand, wurde dieser mit vieler Mühe geleert Ein mutiger Bauer wurde alsdann an einem Seil in den dunklen Brunnenschacht hinabgelassen, um das im Schlamm versunkene Opfer ans Tageslicht zu befördern. Nach langem Wühlen in dem knietiefen Morast gelang es dem Mann, im Dunkeln den Kör­per eines Lebewesens zu fassen. Doch die Sensa­tionslust der umstehenden Menge wurde enttäuscht. Statt eines Menschen tarn der Körper eines über­fahrenen Schäferhundes zum Vorschein! Unbefrie­digt von dem mageren Ergebnis der Aktion zogen Polizei und Zuschauer ab.

Hunde machen sich selbständig.

(tz) Lodz.

In Petrikau, einer Kreisstadt der polnischen Wojewodschaft Lodz, scheinen die Hunde ein beson­ders ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl zu besitzen. Eines Morgens machten die Hundebesitzer von Petrikau nun die überraschende Entdeckung, daß über Nacht ihre vierbeinigen Wächter ver­schwunden waren. Eine große Suche setzte em, aber erst der Nachmittag brachte des Rätsels Losung. Aus dem benachbarten Staatsforst rief nämlich ein Förster an und forderte die Hundebesitzer höchst energisch auf, ihre Hausgefährten abzuholen, wid- rigenfalls diese erschossen werden müßten. 87 Hunde, denen ihr bisheriges Dasein offenbar zu i langweilig geworden war ober die Sehnsucht nach

Ein Winterhilfe-tleberblick.

K Münzenberg, 23. März. Mit dem Ver­kauf der Glasplaketten ist das große Winter­hilfswerk 1933/34 abgeschlossen. Großes wurde geleistet, viel wurde geopfert und gesammelt, viel wurde gegeben und geholfen, viel wurde gearbeitet und geschafft. Das Gesamtergebnis an Geld­gaben beträgt für unsere Gemeinde, die 953 Ein­wohner hat, von denen knapp 40 Familien und Einzelpersonen mit zusammen ungefähr 120 Per­sonen betraut wurden: 685,39 Mark, nämlich 231,90 Mark der monatlichen Sammellistensammlung, 327,30 Mark der Eintopfsammlungen, 102,19 Mark der Straßensammlung und des Plakettenvertriebs, 21 Mark Neujahrsgave ber Gastwirte, 3 Mark für Briefverschlußmarken. Das Enbergebnis ber Zwil­lingspfennigbüchsen in ben Lebensmittelgeschäften wirb erst Enbe März festgestellt unb ist bann noch mitsamt bem Glasplakettenerlös, ber ungefähr 20 Mark betrug, zum oben angegebenen Gesamt­ergebnis hinzuzufügen, so baß Der Gelbertrag mit runb 7 00 Mark angesetzt werben kann. Zu bie{en Gelbgaben finb noch bie Abzüge ber Beam­ten, Angestellten unb Arbeiter bei ihren Behörben hinzuzurechnen.

An Naturalien gingen ein 473,35 Zentner Kartoffeln unb 120,16 Zentner Frucht, nämlich 61,46 Zentner Korn unb 58,70 Zentner Weizen, bazu 150 Laib Brote zu je 4 Pfund und 912 Eier, womit wir unser Eiersoll von 950 Stück beinahe, wie nur wenige Gemeinden, erreichten. Die Brocken­sammlung erbrachte eine Unmenge an Kleidungs­stücken.

Wenn man die augenblicklichen Naturalpreise an­setzt, so stellen vorstehende Naturalgaben einen Wert dar von 1088,70 Mark für Kartoffeln, 491,70 Mark für Korn, 557,70 Mark für Weizen, 87 Mark für Vrot, 54,70 Mark für Eier. Das ergibt eine Naturaliengabe im Werte van 2279,80 Mark, so daß der Wert der gesamten Winter- hilfsgaben in Münzenberg bei Außerachtlassung ber Broaensammlung fast 3000 Mark ist, bas finb auf den Kops der Bevölkerung 3,16 Mark.

Ausgegeben wurden an Unterstützungen für bie laut Erhebung festgestellten Bedürftigen unserer Gemeinde: 82 Zentner Steinkohlen, die mit dem von der Winterhilfe angesetzten Großhandelspreis von 1,36 Mark pro Zentner einen Wert van 111,52 Mark darstellen, und 177 Zentner Braunkohlen- brifetts im Werte von 184,68 Mark bei einem An­satz von 1,04 Mark pro Zentner. Weiter 12 Zent- ner Kartoffeln im Werte von 27,60 Mark, 2,13 Zentner Weizenmehl zu 49 Mark, 85 Lebensmittel­scheine zu je 1 Mark gleich 85 Mark, 36 Pfund @rünfern zu 13 Mark, 39 Pfund Schweineschmalz zu 31,20 Mark, 39 Pfund Grieß zu 12,50 Mark, 39 Pfund Bohnen zu 6 Mark, 40 Pfund Zucker zu 16 Mark. Zusammen ist das ein Unterstützungswert von 295,60 Mark für Kohlen und 240,30 Mark für Lebensmittel, alles in allem: 535,90 Mark. Die ausgegebenen Brocken (Kleider unb Schuhe u. a.) finb habet nicht einbezogen.

Welche gewaltige Arbeit zu leisten war, geht nur zum kleinen Teil aus ber Zahl von 152 Runb- schreiben unb etwa 50 Mitteilungen u. a., von denen alle beträchtliche Arbeit brachten, hervor. An Berichten u. a. wurden vom hiesigen Ortsführer der Winterhilfe, Pg. Pfarrer Lenz, in dessen Händen die gesamte Arbeit lag, bis jetzt 188 ge­schrieben.

Wenn man zu ben Sammlungen ber Winter­hilfe, bie in unserer Gerneinbe einen Wert von knapp 3000 Mark (brei Viertel in Naturalien unb ein Viertel in Gelb) ergaben, noch bie frei­willigen Kollekten unb Gaben in ber Kirchengerneinbe Münzenberg, ohne Trais-Münzenberg, für befonbere Nöte in Höhe von fast 2800 Mark (fast nur Gelbgaben) hinzu­rechnet, so wirb ersichtlich, baß in unserer Gerneinbe zur Linberung mannigfaltigster Nöte unseres Vol­kes Beachtliches unb Erhebliches g e t a n würbe.

Landkreis (Ziesten

$ Alten-Buseck, 23. März. Am Mittwoch­abend hatte die N S. - F r a u e n s ch a f t im Schul­saal der Oberklasse eine Zusammenkunft, in der Frau Haas einen lehrreichen Vortrag über m o - berne Säuglingspflege hielt. Nachdem bie Vortragende wichtige Ratschläge überVerhalten während der Schwangerschaft" gegeben hatte, folg­ten praktische Vorführungen über Körperpflege, Er­nährung unb zweckmäßige Bekleidung des Säug­lings. Die Leiterin der Frauenschaft bankte Frau Haas für bie wertvollen Ausführungen unb ver­sprach, noch weitere berartige Vorträge folgen zu lassen.

Großen-Buseck, 23. März. Bei dem durch- geführten Glasplakettenverkauf gingen im Bereiche der Ortsgruppe Großen-Buseck 91,53 Mark ein. Dies verteilt sich auf die einzelnen Zellen und Blocks wie folgt: Großen-Buseck 40,85 Mark, Alten-Buseck 19,78, Trohe 4,30, Rödgen 1060, Dp- penrob 6, Burkhardsfelden 10 Mark. Der Turnver­ein Alten-Buseck stiftete als Ueberschuß von einem abgehaltenen Vergnügen 19 Mark, die Frauenschaft Alten-Buseck 7,25, so daß der Kreiskasse des Win- terhilfswerks 117,78 Mark überwiesen werden konnten.

4- Grünberg, 22. März. Am Mittwoch ver­anstaltete die hiesige NS. - Frauenschaft einen Deutschen Abend in der Turnhalle. Die große Halle war dicht besetzt. Die Übertragung ber Rebe des Führers im Rabio würbe angehört. Pg. Pfar­rer Matthäus sprach bann in packenden Wor­ten vom wahren Geist des Nationalsozialismus. Durch Mitwirkung einer SA.-Kapelle, sowie durch Darbietungen ber einzelnen NS.-Organisationen, bie in Gedichtvorträgen, Chören, Reigen unb Volks-