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184. Jahrgang
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Frankreich steuert nach Genf zurück.
Oie französische Antwortnote an England betont die Bedeutung von Sanktionen bei einer Verletzung der Abrüstungskonvention und fordert als beste Garantie Deutschlands Rückkehr in den Völkerbund.
Paris, 23. März. (DNB.) Die französische Ant- vortnote auf das englische Memorandum stellt fest, Iloß Frankreich von 1920 bis 1932 einseitig die dauer seines Heeresdienstes um 66 >. H., die Anzahl seiner D i v i s i o ne n um W v.H., seine Truppenbestände um 25 v. H. nb — vom Juni 1932 bis Juni 1933 — seine ,'Landesverteädigungskredite um 2,5 Milliarden verringert habe. Die französische Legierung würde sich nicht dazu entschließen kön- !«n zuzulassen, daß Deutschlands Austritt i u s dem Völkerbund, der in der Arbeit des Völkerbundes schwere Störungen verursacht hat, Deutschland neue Rechte verschaffen und für Frank- isich neue Opfer herbeiführen würde, unter denen licht seine Landesverteidigung leiden könnte. Die Legierung der Republik hat stets eine k o n t r o l - leerte Herabsetzung der Rüstungen ins iZuge gefaßt, die schrittweise bis zu einem Stande lurchgeführt werden sollte, der die Verwirklichung der Gleichberechtigung in ifinem S y st e m der Sicherheit ermöglicht, dieses System stieß auf die Schwierigkeit, daß Deutschland fortlaufend das Programm durchführte, das es feit langen Jah- i-n verfolgt hat, um feine Rüstungen auf einen viel l-öheren Stand als den durch die Verträge zuge- Ii [jenen zu bringen.
Frankreich kann weder verstehen, noch zugeben, daß die übertriebenen Aufrüstungsansprüche, die von einer Seite erhoben werden, als Begründung dafür dienen können, von anderen Mächten Rüstungsverminderungen zu verlangen, die dem Interesse ihrer Sicherheit zuwiderlaufen. Die britische Regierung hat auch die Ungerechtigkeit dieser Methoden selbst eingesehen und das für die abgerüstelen Staaten enthaltene verbot einer militärischen Luftfahrt vorläufig aufrechterhaltem Die französische Regierung schließt sich diesem Standpunkt vorbehaltlos an. Dagegen hält sie sich für verpflichtet, zu der Forderung der deutschen Regierung, ihre Armee unverzüglich und .ohne vorhergehende Prüfung des gegenwärtigen Standes dieses Heeres auf eine Zahl von 300 000 Mann (mit dem entsprechenden Material) bringen zu können, die e n t f ch i e - den st en Vorbehalte zu machen.
Die französische Regierung weiß die Bemühungen biT britischen Regierung hinsichtlich der Militär- ähnlichen Verbände sehr zu schätzen. Die deutsche Regierung gibt heute zu, daß es nötig if:„ festzulegen, welche Betätigungsarten diesen Verbänden untersagt werden müssen, dcmit sie den Charakter einer militärischen Organisation verlieren, der sie jetzt nach Form und Satzung nichgebildet sind, um sich a u f das politische 8 e b i e t zu beschränken. Nichtsdestoweniger bleiben m ch wichtige Punkte zu klären: Sie beziehen sich auf die vormilitärischen Verbände, die Modalitäten dir Kontrolle, die Uebergangsmaßnahmen, die llusgabenbeschränkung und ganz besonders die Erstellung von-Kriegsmaterial.
Die Vorschläge über eine Konsultation dec Mächte bedeuten einen Schritt vorwärts: über ist eine Verpflichtung zur Konsultation bei Verletzung des Abkommens geeignet, A b - Hilfe gegen eine f e ft g e ft eilte Verfehlung zu bringen? Die französische Regierung glaubt dies nicht. Die Signatarmächte müssen anerkennen, daß sie verpflichtet sind, gegen eine durch die Kontrolle aufgedeckte Vertragsverletzung unverzüglich mit allen Mitteln des Druckes vorzugehen, wobei das Ausmaß der Sanktionen der Schwere ber Vertragsverletzung anzupassen wäre. Wenn die festgestellten Vertragsverletzungen die $i- cherheit eines anderen Staates gefährden, muh ein solidarisches Vorgehen der Mächte stattfinden, um zugunsten des bedrohten Staates das gestörte Gleichgewicht iviederherzustellen. Diese Solidarität müßte sich iim so stärker auswirken, wenn die vertrags- »erlehung zum Angriff ausarten würde. Frankreich seht nach wie vor sein Ver- Irauen in die Garantien, die der Locarnover- Irag festgestellt hat. Aber das geplante Wommen hat einen so weitgehenden internationalen Lharakter, daß die französische Regierung sich ben Sorgen anderer Mächte nicht entziehen lann, die berechtigte Befürchtungen hinsichtlich ihrer Sicherheit haben.
Letzten Endes muß immer wieder auf ben V öl - kerb und zurückgegriffen werden. Frankreich hat daher auch freudig begrüßt, daß die britische Regierung die Rückkehr Deutschlands in len Völkerbund zu einer wesentlichen B e - iingung für ein Abkommen über die Rüstungen H hat. Deutschland könnte bessere Garantie Gleichgewicht der Mächte geben, als seine fiel von allem Zwang erfolgende Rückkehr in die Kcatengemeinschaft, in die es ausgenommen wor
den ist. Die Regierung der Republik kann keinen Vorschlag annehmen, der die A b r ü st u n g Frankreichs verschärfen würde, indem er gleichzeitig Deutschland eine sofortige und schwer zu begrenzende Legalisierung einer Aufrüstung zubilligt, die es schon jetzt unter Verletzung der Verträge durchführt.
Washington stark enttäuscht
Washington, 24. März (DNB.) Im Staatsdepartement und im Weißen Hause hat die französische Abrüstungsnote starke Enttäuschung bereitet.
Paris hofft auf mit den klein
Paris, 24. März. (DNB.-Funkspruch.) Französische Kreise versuchen, die Antwort an England trotz ihrer kategorischen Ablehnung der englischen und indirekt auch der italienischen Vorschläge als einen „pofitioenfon ft ruttipen Beitrag" zum Abrüstungswerk hinzustellen. Das Dokument entspreche der' öffentlichen Meinung Frankreichs. Man zweifele auch nicht, daß die Gedankengänge der französischen Note mit den entsprechenden. Richtlinien der K l e i n e n E n t e n t e und P o l e n übereinstimmten, und erwarte, daß Außenminister Bar- thou bei seinem Besuch in Brüssel auch die Zustimmung des belgischen Außenministers erhalten werde.
Der „Petit Parisien" behauptet, diese „vom reinsten Patriotismus" getragene Antwort fei „positiv und konstruktiv" hinsichtlich der Mittel, um im Rahmen des Völkerbundes die Verpflichtungen aus Artikel 8 (Abrüstungsartikel) die Beschlüsse der Abrüstungkonferenz und gleichzeitig auch die Deutschland durch dis Entschließung vom 11. Dezember 1932 bewilligte „Gleichberechtigung in der Sicherheit" zu verwirklichen. — Das „Journal" glaubt, die Schlußfolgerung der französischen Note sei, nach England will die V
Oie französische Note wird als a
London, 24. März. (DNB.) Wie Reuter erfährt, ist man in London der Ansicht, daß die französische Note nicht so beurteilt werden kann, als ob damit die Tür endgültig zugeworfen würde. Das Ziel der englischen Regierung ist es, klarzulegen, ob es eine Möglichkeit gibt, den Standpunkt Frankreichs mit dem Deutschland zu versöhnen. Die Zeit, bis zu dem auf den 4. April festgesetzten Zusammentritt des Büros der Abrüstungskonferenz, wird im Sinne dieses Zieles ausgenutzt werden. Die britische Regierung betrachtet die französische Note nicht als letztes Wort, sie wird deshalb die Abrüstungsfrage im Lichte der deutschen und der französischen Note mit größter Sorgfalt prüfen und untersuchen, ob die Möglichkeit besteht, entweder Frankreich oder Deutschland irgendeine Konzession oder Abänderung vorzuschlagen, die die beiden Länder einander näherbringen könnte. Nach einer Prüfung zusammen mit der deutschen und italienischen Antwort werde man den diplomatischen Meinungsaustausch zwischen London, Paris, Rom und Berlin fortsetzen.
Weitere Rückfragen in Paris werden mit „Mißverständnissen" über gewisse Punkte in der französischen Note begründet. Die französische Note, so erklärt „Daily Telegraph", sei in mancher Hinsicht außergewöhnlich unklar. In manchen Punkten zeige sie merkwürdige Mißverständnisse hinsichtlich des Umfanges und der Auswirkung sowohl der englischen Vorschläge als auch der deutschen Forderungen. So sage Frankreich, daß eine sofortige Aufrüstung Deutschlands bei einer gleichzeitigen sofortigen Abrüstung Frankreichs unannehmbar sei. Demgegenüber sei zu betonen, daß der englische Plan lediglich Vorschläge, daß Deutschland innerhalb eines Zeitraumes von mehreren Jahren seinen verhältnismäßigen Anteil an Verteidigungswaffen erhalte, bei gleichzeitiger schrittweiser Umbildung der Reichswehr in eine kurz dienende Miliz. Gleicherweise sei die Beseitigung der schweren französischen Angriffswaffen auf eine Reihe von Jahren verteilt. „Will Frankreich nicht das sorgfältig abgestufte Herabsetzunckeschema annehmen, das der englische Plan enthält oder zum mindesten den versöhnlicheren deutschen oder italienischen Vorschlag? Damit will man von Frankreich nicht mehr verlangen als eine Begrenzung seiner R List u n g e n auf den jetzigen Stand."
„Times" sagt, die französische Note gleiche einer für öen i n n e r p o l i t i s ch e n Gebrauch bestimmten Regierungserklärung. Die französische These zeige nicht die geringste Neigung, ein neues System auf einer neuen Vereinbarung zu begründen. Sie ziehe es vor, auf den französischen Rechten, auf der Völkerbundssatzung und dem Versailler Vertrag fteb*n zu bleiben.
Wenn Frankreich sein Mißtrauen damit be-
Mcm könne nicht verstehen, weshalb die französische Regierung hartnäckig an der alten These der Sicherheit festhalte, anstatt ebenso wie alle anderen Großmächte im Interesse der Erzielung einer Einigung etwas nachzugeben. Die französische Note wende sich in der Hauptsache gegen England, das man zu einer strengeren Beachtung des Versailler Vertrages zurückbringen wolle. Amerika dagegen halte das britische Memorandum für einen sehr geeigneten Kompromißvorschlag und halte die darin empfohlenen Maßnahmen zur Angleichung der deutschen Rüstung für durchaus vernünftig.
Einverständnis en Vasallen.
Genf zurückzukehren, um festzustellen, ob Deutschland bereit sei ober nicht zur Annahme der Bürgschaften, ohne die weitere Verhandlungen undenkbar wären. — Das „Echo de. Paris" meint, vielleicht mache Barthou sich zu große Illusionen über den Wert des Rheinpaktes. Hoffentlich lasse er sich nicht von den Hirngespinsten seiner Vorgänger anstecken, wenn es gelte, die Sicherheitsgarantien näher zu bestimmen. Nur der Anspruch auf direkten, von langer Hand schon in Friedenszeiten vorbereiteten und durch eine starke englische Ausrüstung unterstützten militärischen Bei st and könnte Frankreich veranlassen, von seiner Haltung abzugehen. — Der sozialistische „Populaire^ (L6on Blum) würde die französische Note begrüßen, wenn es sicher wäre, daß der Hinweis auf den einzigen Ausweg zurück nach Genf nicht als Ausfluchtmanöver, sondern als entschlossener Wille zur rettenden Tat gewertet werden könnte. Sei dies nicht der Fall, bleibe nur noch eine Hoffnung, die heilbringende Intervention Rußlands an Stelle des versagenden Frankreich.
Hergewöhnlich unklar bezeichnet.
gründet, daß Deutschland die militärischen Bestimmungen des Versailler Vertrages nicht gehalten habe, so sei da gegenüber zu erklären, daß Deutschland die Vertragsbestimmungen überhaupt nie freiwillig angenommen habe, aber praktische Vorschläge für eine allgemeine Abrüstungsbegrenzung gemacht habe. Die italienischen Vorschläge bewegten sich sehr stark [n der Richtung der deutschen. Ls müsse daher eine beträchtliche Enttäuschung in England herrschen, daß Frankreich sich bisher nicht zu einer besseren Erwiderung in der Lage gesehen habe.
Barthou greife auf die alte Idee einer allgemeinen Bürgschaft für d i e Sicherheit der Grenzen zurück. Selbst wenn man alle gegenwärtigen Grenzen als richtig betrachten würde, wäre ein derartiges Versprechen für Enaland z u läftig und die Möglichkeit seiner Ausführung zu weit entfernt. Demgegenüber müsse die Ausführung einer Abrüstungsvereinbarung eine Angelegenheit für alle sein. Jeder müsse bereit sein, im Falle ihrer bewiesenen Verletzung zu Maßnahmen zu greifen. Aber selbst diese Verpflichtung sei so schwer, daß sie nur auf Grund des ungeheueren Vorteils übernommen werden könne, der eine wirkliche allgemeine Rüstungs - Herabsetzung auf den Verleih igungs- ft a n b für bie zivilisierte Welt bebeuten würbe. Die Verpflichtung zum Handeln würde außerdem wahrscheinlich gebietlich begrenzt werden müssen.
Auf der anderen Seite sei es klar, daß alle anderen Länder der Tatsache offen ins Gesicht blicken sollten, daß Deutschland moralisch, wenn nicht sogar rechtlich, zum Besitz der Mittel für seine Selb st Verteidigung berechtigt sei. Es sei sicher, daß Deutschland kein Abkommen annehmen würde, das ihm nicht das Recht zum Besitz von Verteidigungswaffen gäbe. „Es muß die Esienz jedes Abkommens fein, daß jeder Staat in der Lage sein soll, seine eigene Verteidigungsausrüstung an Mannschaften und Material zu haben."
Die konservative „M o r n i n g P o ft" spricht von verlorener Liebesmühe und sagt, daß die französische Antwort nichts anderes als eine höfliche Ablehnung des englischen Memorandums ist. — „D ailt) Expreß" erklärt, Frankreich hat in rund 2070 ein glattes und endgültiges Nein auf den englischen Abrüstungsplan erklärt. In der Domningftreet werde bie französische Antwort a I s Leichenbegängnis ber Abrüstungskonferenz betrachtet.
Schaff« Arbeit!
Die Arbeitsschlacht 1934 ist eröffnet. Der Führer hat bas Zeichen zur Erneuerung bes Angriffs gegen bie furchtbare Geißel bes mobernen Wirtschaftslebens gegeben. Ein ganzes Volk ist angetreten, bereit, in enger Arbeitsgemeinschaft von Kopf unb Hanb, in fugenlosem Jneincmbergreifen bes großartigen Räberwerks seiner nationalen Wirtschaft bas in bie Wirklichkeit umzufetzen, was bie Führung ersann unb plante, um roieberum von Millionen Volksgenossen ben Druck erzwungener Untätigkeit zu nehmen. Der Kanzler hat bas neue Arbeitsbeschaffungsprogramm ber Reichsregierung von ber Baustelle Unterhaching ber Reicysauto- bahnen verkünbet unb mit ber Wahl biefes Ortes schon symbolisch bas zum Ausbruck gebracht, was er auch in seiner Ansprache an bas ganze fdjaffenbc Deutfdjlanb als Grunbsatz feftlegte: Initiative unb Mittel bes Staates können heute noch nicht entbehrt werben, um bie Arbeitsbeschaffung, von so breiter Basis in Gang zu setzen, wie es nötig ist, um bie Gesamtwirtschaft zu befruchten. Aber bie Zwischenschaltung bes Staates unb ber Einsatz öffentlicher Mittel soll unb kann nur bazu dienen, auf dem Wege über dem Schaffen neuer Kaufkraft die private Unternehmerinitiative zu beleben und das Wirtschaftsleben wieder auf eigene Füße zu stellen.
Als wichtigste Tragpfeiler der nationalen Wirtschaft hat der Kanzler mit Recht den Bauernstand und den gewerblichen Mittelstand bezeichnet. Sie durch gesetzgeberische Maßnahmen wieder auf gesunde Grundlagen zu stellen, war eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen Dauererfolg im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Das erste Jahr der nationalsozialistischen Revolution hat diese Voraussetzungen geschaffen. Die Zunahme der Sparkasseneinlagen um rund eine Milliarde Reichsmark wäre ohne die neue Fundamentierung der beiden wirtschaftstragenden Stände und ohne die damit eng verbundene Wiederherstellung des Vertrauens in bie Stabilität ber politischen Führung unmöglich gewesen. Der Kanzler nimmt bie tätige Mithilfe ber in biefen Stänben vor anberen begriffenen Masse ber kleinen Sparer eminent ernst. Er weiß, baß Vertrauen bas A unb O jeher Kapitcll- bilbung ist, unb betont beshalb mit befonberem Nachbruck bie Achtung vor Eigentum unb Vertragsrechten, ben Schutz bes Ertrags jeber ehrlichen Arbeit und redlicher Ersparnisse. Auch den lebensfremden Theoretikern und leichtsinnigen Wirtschafts- Hasardeuren, bie noch immer hier unb ba ihre gefährlichen Rezepte anzupreisen unb an ben Mann zu bringen suchen, erteilt ber Kanzler eine scharfe Absage unb betont erneut ben entliehenen Willen ber Reichsregierung, bie Währung gefunb unb bie Staatsfinanzen in Orbnung zu halten. Diese Erklärungen bes Kanzlers haben schon in einer erneuten Bekunbung bes Vertrauens ihre praktische Auswirkung erfahren. Am Rentenmarkt war bereits am Tage her Kanzlerrehe eine Steigerung ber Kurse zu verzeichnen, bie bei weiterem Anhalten hie Aussichten auf eine weitere organische Senkung bes Zinsniveaus eröffnet. Damit würbe eine ber wichtigsten Vorbebingungen für eine Heranziehung bes beutfchen Kapitalmarktes zur Finanzierung ber Arbeitsbeschaffung gegeben fein.
Bebarf unb Erzeugung in Einklang zu bringen, hat her Führer als Grunblinie nationaler Wirtschaftspolitik bezeichnet. Die Kaufkraft bes Heeres ber Verbraucher muß mit ber Probuktionsfähigkeit unb Probuktionsleistung steigen. Das Angebot von Arbeitskräften unb bie Nachfrage nach Waren müssen wieher ihren Ausaleich finben. Feiernbe Hänhe müssen wieher mit ftiügelegten Probuktions- ftätten zusammengebracht werben, auf Absatz war- tenbe Warenläger müssen wieher mit bebürftigen Verbrauchern Zusammentreffen. Da jeher wieher in Arbeit gebrachte Volksgenosse gesteigerte Gütererzeugung, aber auch erhöhten Bebarf bebeutet, so dienen die für bie Arbeitsbeschaffung eingesetzten Mittel ber öffentlichen Hanb ber Stärkung ber Kaufkraft unb bamit ber Bebarisweckung. Die Ein- ntieberung von 5 Millionen Arbeitslosen in ben Probuktionsprozeß setzt her Kanzler her Erhöhung ber Konsumkraft um insgesamt 5 Milliarben im Jahre gleich. Erhöhung ber Konsumkraft bebeutet Anreaung bes Bebarfs, bebeutet weiter Steigerung ber Probuktion. Um biefen volkswirtschaftlichen Kreislauf zu schließen unb in ftänbiger Zirkulation zu erhalten unb um schließlich bie nur zur Ankurbelung behelfsmäßig erfolgte Finanzierung mit Öffentlichen Mitteln durch privates Kapital zu ersetzen, fordert ber Kanzler, haß ber Ertrag ber erhöhten Probuktion in erster Linie wieher zur Einstellung neuer Arbeitskräfte Verwendung findet. „Lohn unb Dioibenbe", so sagte ber Kanller, „sie müssen, so schmerzlich es in biefem ersten Fall auch sein mag, zurücktreten gegenüber ber überlegnen Erkenntnis, haß wir erst bie Werte schaffen müssen, hie wir bann zu verzehren geb^nken." Erst eine völlige Gesunbung bes volkswirtschaftlichen Kreislaufs führt zu einer echten Vermehrung bes Arbeits-' ertrage, her zur Verteilung gelangen kann unb den Lebensstandard des ganzen Volkes erhöhen wird.
Seinen grundsätzlichen Darlegungen über Sinn unb Zweck bes Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung hat ber Führer die praktischen Maßnahmen angefügt, bie mit Hilft non R"ichs- mitteln zur Ankurbelung ber Wirtschaft vorgesehen sind. Zieht man frühere Ausführungen des Sach- bearbeiters im Reichsfinanzministerium, des Staats- fekretärs Reinhardt, zur Ergänzung hör Au stütz, rungen des Kanzlers heran, so ergibt sich, daß für die Reichsautobahnen unb ben Ausbau ber Zu- brinaerstraßen in diesem Jahre 70n Millionen \ut Verfügung stehen. Von T-en 500 Millionen für Ge- bäudeinstanhsetzungszuschüsse ist noch ein beträcht, licher Rest unausgenützt geblieben. Eine Reihe von


