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Nr. 47 Erstes Blatt

184. Jahrgang

Samstag, 24. Februar 1934

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Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Partei, Volk und Staat werden eins!

Oer Parteitag der Vereidigung im Gau Heffen-Naffau.

GPA Der Kampf der nationalsozialistischen Be­wegung um das rhein-mainische Gebiet ging von der Stadt aus, die auch heute noch Sitz der Gau­leitung ist. Anläßlich des Gau-Parteitages 1930 stellte Gauleiter Sprenger fest, daß die Fahre des Kampfes um Frankfurt immer ein Spiegelbild des Kampfes um das nassauisch-hessische Hinterland gewesen seien. Kaum war diese Ortsgruppe der Par­tei inmitten des bekannten Wirrwarrs völkischer und auch-völkischer Vereine und Verbände gegründet, als sich aus den ersten dutzend Mitgliedern auch schon Bannerträger fanden, die die Hakenkreuzfahne ins Land trugen, nach Darmstadt, Wiesbaden und Bad- Nauheim zunächst, besonders aber hinaus ins flache Land des Gaues. Durch ein Telegramm, das der damalige Ortsgruppenleiter derdeutschen Partei", unser derzeitiger Gauleiter, dem Füh­rer in die Festungshaft schickte, erfuhr Hitler, daß auch im Rhein-Main-Gebiet seine Getreuen weiter­kämpften. Mit vereinten Kräften, unabhängig von der zeitweiligen Trennung in hessisches und preußi­sches Gebiet, wurde ein Stütz punktnach dem anderen gewonnen. Eine kleine Schar äußerst beanspruchter Gauredner hat die Leistungen voll­bracht, die rückblickend kaum noch faßbar erscheinen.

Wer weiß es heule noch, daß einmal ein un­bekannter Postbeamter und ein Hilfsarbeiter aus Frankfurt das Land durchzogen, mit dem Rucksack voller Flugblätter und Plakate, die sie selbst verteilten und anklebten. Bis dann die Ramen Sprenger und Gemeinder im­mer häufiger und gehässiger in der roten und rosaroten Presse genannt wurden. 3m hessischen kam ein bis dahin ebenfalls unbekannter Volks­schullehrer, der spätere Gauleiter und derzeitige

Ministerialrat Ringshausen dazu.

Allmählich bildeten sich festere Ortsgruppen mit eigener SA und Sonderformationen, die sofort bei,, übergingen, ihr Gebiet selbständig zu bearbei­ten Die meisten Kreisleiter des Gaues sind früher diese ersten Leiter selbständiger Ortsgruppen gewe­sen Die bekanntesten Vertreter der anderen Par­teien wurden dem ungestüm vordrängenden Angriff entgegengestellt, aber die jungen ersten Aktivisten Haselmeyer, Stier, Kampke Klaus S e l z n e r (Worms), gegenwärtig in der Reichs­leitung der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Krebs (Frankfurt), Leopold G u t t e r e r und Gerd Rühle, jetzt Regierungsräte in Berlin, Walter Heyse, der Adjutant des Gauleiters, Pg. S i - m 0 n, damals noch Student, heute Gauleiter in Koblenz, Gustav Staebe, zur Zeit in der Reichs­führung der HI.,

das waren die ersten Verkünder der Idee in unserem Gebiet. Dem Terror wurde die Gewalt entgegengesetzt. Der erste Frankfurter SA.Führer war der jetzige Land­rat des Oberlahnkreises, Pg. Lange. Jeder feiner Kameraden, die von damals bis heute ourchgehalten haben, könnte stundenlang über seine Erlebnisse berichten, ohne je zu langweilen.

Dann gingen die Parteigenossen Günther Gräntz und Hermann Hirth an die Organisierung der

SA. tm Gau, in Hessen die Parteigenossen Schnei­der, Abt und Wetzel von Darmstadt, letzterer zur Zeit Bürgermeister von Heidelberg. Unter Führung des Schlossers Fritz Weitzel, des jetzigen Führers der SS.-Gruppe West und Düssel­dorfer Polizeipräsidenten, bildete sich in Frankfurt die erste Schutzstaffel. Die bald sehr gefürchtete Truppe ist der ehrenvolle Kern der 2. deutschen SS.-Standarte geworden, die zusammen mit den alten Stürmern der SA. und Partei in die roten Hochburgen einrückten, Versammlungen und Kund­gebungen sicherten und den Terror niederschlugen, wo sie ihn fanden.

3m April 1927 wurde SA.-Mann Karl Lud­wig, Wiesbaden, der erste Blutzeuge im Gau, vier Wochen darauf wurde S2L- Wann Wilhelm Wilhelm! in Rastätten er­schossen, dann folgten in Hessen die SA.Kame- raden Heinrich k 0 t t m a n n , Pfungstadt, und Erich 3 0 h st aus Lorsch a. d. B. Diese Kamen

1. Otto Keil, Langsdorf 74 995

2. Wilhelm Weber, Ettingshausen 73 768

3. Hermann Stoll, Garbenteich 62 828

4. Wilhelm Schepp Saasen 70 974

5. Heinz Horn, Gießen 84 166

6. Georg Ermert, Gießen 95196

7. Wolfgang Lotze, Gießen 2903

8. Adam Lotz, Gießen 65 643

9. Adolf Treser, Gießen 66 758

10. Wilhelm Wenderoth, Gießen 71 143

11. Otto Kempff, Gießen 85 580

12. Friedrich Walter, Gießen 71140

führen die Liste der im Frontabschnitt Hessen- Rassau im Dienst gefallenen Rationalsozialisten. Auch drei hitlerjungen muhten im Gaugebiet ihr Leben für die 3dee opfern.

Die dienstältesten Verwaltungsmitarbeiter der Gau­leitung in Frankfurt und Offenbach, die Partei­genossen A G i m b e l und Fritz K r e tf e stehen auch heute noch unermüdlich im Dienst. Gewaltigen Auftrieb brachten immer wieder gerade die von den Systembehörden unglaublich schikanierten Gau- Parteitage und die für ganz Deutschland in ihrer Wucht und Eindrucksstärke einzigartigen Kundgebungen des Führers in der Frankfurter Festhalle. Unvergessen sei im Odenwald jener vom Gauleiter Sprenger, der damals noch als Be­zirksleiter Frankfurt im Lande wirkte, in Beer­felden i. 0. erstmalig judenfrei durchgeführte Vieh­markt. Unvergessen sind im Vogelsberg, im Wester­wald und Taunus die stattlichen Auf­märsche und P r 0 p a g a n b a f a t) r t e n der

13. August Horn, Gießen 75 000

14. Jean Bullmann, Gießen 90 317

15. Adolf Münker, Gießen 84 165

16. Hermann Bender, Hungen 44 986

17. Anton Dietz, Lich 76 925

18. Heinrich Höch st, Grünberg 77 834

19. Frarlz S 0 ldan, Gießen 90127

20. Hermann W 0 bker, Heuchelheim 25 507

21. Baumgärtner, Gießen 80768

22. Lorenz Eifert, Gießen 63715

23. Paul Schneider, Gießen 72 622

24. Fritz Röder, Gießen 41 462

Der alte Kämpfer -er NSDAP.

Das Höchste im Dienste der Zdee ist die selbstlose Treue. Sie folgt bedingungslos der Fahne und dem Führer. Sie ist unpersönlich, unermüdlich, unwiderstehlich. Selbstlose Treue, sturmsesi geworden im zähen Gingen um die Macht, ist das Geheimnis der Alten Garde. Die Geschichte sichert ihr den höchsten Lohn, wie ihn keine Macht und kein weltlicher Reichtum verleiht^

Den Lohn ehrenvoller Ltnsterblichkeii

Parteigenossen des Kreises Gießen mit der Alitgliedsnummer unter 100 000

rhein-mainischenBraunhemden, unfrei­willig aber regelmäßig von Systempolizei verstärkt, unvergessen die besonders heftigen und blutigen Zusammenstöße in Mainz, Michelstadt, Offenbach, Griesheim (wo der Gauleiter fast allein den roten Bierflaschenwerfern gegenüberstand),Worms,Hanau.

Die in diesen Kämpfen erprobten Männer sind auch hinausgegangen ins Reich, außer den bereits Genannten, so der Reichs­bauernführer Darre und der Landesinspetteur für Oesterreich, Pg. Habicht aus Wiesbaden, der Reichsführer der deutschen Beamtenschaft aus Frankfurt, der Reichshandwerksführer Pg. Schmidt und so mancher andere bewährte Kämpfer. Alle lebendige Zeugen dafür, daß der Kampf Männer schafft, weil er Männer braucht.

Den Tausenden aber, die inzwischen zu unseren Fahnen gestoßen sind, muß jede Gelegenheit, be­sonders aber die eines Gautages, dazu dienen, den Geist e y r ' n v 0 l l st e r Tradition der rhein- mccknischen Nationalsozialisten mitzuempfinden. Ein einziger Blick auf das nüchtern sachliche Bild der darstellenden Kurven der Abteilung Statistik des Gaues zeigt, daß das alte Gebiet Hessen-Nassau- Süd immer beträchtlich über dem preußischen und dem 'Reichsdurchschnitt und nie darunter gelegen hat. Unsere Kameraden im Hessi­schen haben es niemals an Anstrengung fehlen lassen' die Frontlinie miteinzuhalten.

Mag es als symbolhafte Bestätigung der Ver­bundenheit dieses in jeder Hinsicht offenkundig zusammengehörigen Gebietes in der Geschichte der nationalen Revolution feflgehalten werden, daß der Führer unseres Abschnittes, Gauleiter Sprenger, am gleichen Tage das Frankfurter Rathaus und das hessische Staatsministerium von den Systemträgern reinigte und unsere herrliche Flagge auffehen ließ.

Der Gau zählt in rund 381OOO Gebäuden der 2060 Ortschaften seines Gebietes fast 3 Millionen Ein­wohner, welche in über 1000 Ortsgruppen und Stützpunkten der Partei erfaßt sind. Die Stärke allein der Parteiorganisation unseres Gaues ist so, ' daß beispielsweise bei der nach ihrer jeweiligen Stärke erfolgten Teilnehmerkontingentierung zum Nürnberger Kongreß Hessen-Nassau an dritter Stelle im Reichsgebiet stand

So bleibt es die schönste und beste Belohnung aller Mühen und Opfer, wenn der Führer auf diesen Gau st 0 lz ist. Wir wissen aus den Er­folgen der vergangenen Kämpfe, daß wir nicht nur in Nürnberg einen so hervorragenden Platz er­rungen haben. Es gibt für uns alle auch heute, mit der gewaltig gesteigerten Kraft unseres Front­abschnittes, kein höheres Ziel, als daß dieser Stolz des Führers und seine Zufriedenheit unserem Gau immer erhalten bleiben möge.

Wir sehen heute neben der Aufgabe der steten inneren Festigung des organisatorischen Parteige» füges unsere Pflicht in starkem Maße darin, der Arbeit aller Behörden und Hilfsstellen der neuen Regierung immer wieder nachdrücklich den Stempel einer ausschließlich nationalsozialistischen Initiative aufzudrücken.

Aioichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger^

Totenehrung

Wir wollen heute eines Kameraden gedenken, der sein Leben hingab im Dienste der Bewegung, der durch fein vorbildliches Streben und unermüd­liches Schaffen uns allen ein Vorbild geworden ist, unseres Pg.

Rudolf Breh.

Er selbst schrieb über fein Leben:Ich bin gebo­ren am 7. Februar 1908 in Bad Schwalbach. Nach beendigter Schulzeit machte ich meine dreijährige Lehrzeit als kaufmännischer Lehrling durch. Nach beendigter Lehrzeit fand ich sofort in Hungen (Ober­hessen) eine Stellung als Verkäufer, wo ich mich 2% Jahre befand. Ich war dort kurze Zeit im Hungdo'. kurz darauf trat ich zur NSDAP, über. Infolge meiner Betätigung mußte ich meine Stel­lung verlassen, fand aber sofort eine neue Stellung als 1. Verkäufer in Wetzlar. Nach 1% Jahren wurde ich auf Betreiben der Freimaurer entlassen, fand je­doch sofort in Gießen bei einem Freimaurermitglied Stellung, flog hier wieder raus und bin heute arbeitslos."

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Kreisleiter Dr. Hgrth,