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ft. 274 Erster Blatt

184. Jahrgang

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ßreitag, 2".November 1934

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Güdslawiens Note an den Völkerbund beschuldigt Ungarn

Für Rückgabe

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die

1.6

der südslawischen Regierung erwähnten Tatsachen wegen ihres außergewöhnlich schwerwiegenden Cha­rakters die Tschechoslowakei und ihre gutnachbarlichen Beziehungen zu Un­garn unmittelbar berühren und dadurch in Gefahr bringen, sowie die allgemeinen Bedingun­

gen, von denen der Friede in Mitteleuropa abhängk, sch lieht sich die tschechoslowakische Re­gierung als Mitglied des Völkerbundes vollin­haltlich der Eingabe der südslawischen Regierung an. Den gleichen Schritt wie die Tschechoslowakei hat Rumänien unternommen.

garn aufgehallen habe.

Die ungarische Regierung als Vertreterin einer

L. EnMe Marburger er, braun: . Silber, imb Otto M Schä- tzMen,

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wie vor d i e gl eiche Hilfe genossen haben wie vorher, und dah dieses Verbrechen nur। dank dieser Hilfe ausgeführt werden konnte.' Tatsächlich findet man unter den Komplicen des Mörders die T e r r o r i st e n, die b e - i teils den Gegenstand der Beschwerde der südslawischen Regierung bei der ungari-; schen Regierung gebildet haben, und durch ihre Erklärung ist festgestellt, dah sie in Ungarn nicht nur ein Asyl gefunden haben, sondern dah sie auch als Gruppe bis zum Vorabend des Attentates auf ungarischem Ge­biete sich aufgehalten haben. Die Er­gebnisse der Untersuchung beleuchten in beson­ders ernster und eindrucksvoller Art die Ver­antwortlichkeit der ungarischen Regierung für die Hilfe und Unterstützung, die der terroristi­schen Aktion gewisser emigrierter südslawischer Untertanen gewährt worden ist."

lich stimmen und den Vertrag und wahrscheinlich auch den Völkerbund auffliegen lassen würde. Außerdem würde dadurch die Behauptung unserer Staatsmänner Lügen gestraft, wonach der Welt­krieg für England keinerlei territorialen Gewinn mit sich gebracht habe! Ueberdies ist es auch, ganz abgesehen von der Rechtsfrage, die Pflicht und Schuldigkeit der Welt, das deutsche Volk, welches in einem so kurzen Zeitraum in seinen Kolonial­gebieten so bemerkenswerte Erfolge auf allen Gebieten der Organisation und der Verwal­tung, des Handels und Gewerbes, der Medizin und der Gesundheitspflege erzielt hat, wieder in die gemeinsame Front der überseeischen Arbeit einzureihen! Ich wiederhole, es liegt im ganz besonderen Interesse des britischen Weltreiches, dem deutschen Volk einen vernünftigen Spielraum für koloniale Aus­dehnung zu geben! In dem Bestreben, den Lebens­raum des deutschen Volkes unnötig zu begrenzen, vermehren wirunfere eigenenSchwie- rigkeiten über See. Wenn wir weiterhin ver­suchen, uns dem Recht Deutschlands auf den Besitz eigener Kolonien zu widersetzen, überlassen rote der nach uns kommenden Generation außer dem schreienden Unrecht und der Belastung in den Be­ziehungen zwischen Deutschland und England eine tragische Erbschaft politischer Reibungspunkte und eine Quelle ständiger Beunruhigung, welche unser Land niemals zur Ruhe kommen las- fen werden!"

Die pariser presse stimmt der Hofe zu.

Paris, 23. Rov. (DRB. Funkspruch.) Die Ueber- reichung der südslawischen Note wird von der Pa­riser Morgenpresse eingehend besprochen. Man stimmt dem südslawischen Schritt zu, wenn man sich auch nicht verhehlt, daß er im Januar zu ernsten Schwierigkeiten Anlaß geben könnte.Echo de Paris" gibt der Auffassung Aus­druck, Ungarn fordere absichtlich die sofortige Beratung der Sache, da es wisse, daß es, gestützt auf Italien, nichts zu befürchten habe. Auf alle Fälle müsse man damit rechnen, daß Ungarn und die Kleine Entente sich in den nächsten Monaten schärfer denn je gegenüber st ehen wür­den. DerPetit Parisien" meint, die südslawische Klage sei zwar für Ungarn erdrückend, aber nicht angriffslustig. Die Erklärungen des ungarischen De­legierten seien sehr verlegen. Bei der öffentlichen Beratung des Falles, die wahrscheinlich am 10. Ja-

Der Verfasser des Artikels berührt auch die inter­nationale diplomatische Seite der Frage, indem er die Ansicht ausspricht, daß die französische Politik deshalb gegen die Rückgabe der Kolonien sei, weil dadurch am besten die dauernde Ver­feindung Deutschlands mit England gesichert sei und England im Fahrwasser der fran­zösischen Politik gehalten werde. Wir wollen diesem englischen Urteil nicht weiter folgen; es ist möglich, daß solche überklugen Erwägungen bisweilen in der französischen Diplomatie spielen; es gibt aber auch Franzosen, die es gern sehen würden, wenn Eng­land durch einen Akt der Großzügigkeit und des Verzichts zur Entspannung der Verhältnisse auf dem Kontinent beitragen würde, indem es Deutschland Raum und Gelegenheit zur Entfaltung seiner überschüssigen Kräfte bietet, die Frankreich ja gerade am meisten fürchtet! Jedenfalls liegt die Initiative in dieser Frage durchaus auf Seiten Englands. In seiner offiziellen Politik ist aller­dings von einer solchen vorläufig nichts zu ver­spüren, aber die beachtenswerte Stimme aus feiner öffentlichen Meinung heraus, die wir als volitisches Stimmungsbild festgehalten haben, zeigt immerhin, daß die Frage der Rückgabe der deutschen Kolonien, oder sagen wir allgemeiner, die Frage des Wieder­eintritts Deutschlands in die Reihe der Kolonial­mächte eines Tages von einer prinzipiellen Forde­rung zu einem Gegenstand praktischer Politik wer­den kann.

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3 lche Folgerungen zieht nun der englische Ver- feifr aus dieser Rechtslage? Es wäre sehr uneng- liifc wenn er aus der Verletzung des Rechts allein dl-Verpflichtung zur Wiedergutma- chfirzg ableiten würde; so etwas verlangt auch der nripincinenbe Engländer nur von andern! Ei-rstillt also zunächst die Frage nach den Vor- tiütli-n, die aus der Rückgabe der deutschen Ko- (amn erwachsen würden und kommt zu folgenden S^iHen: Ein in Mitteleuropa zusammengepreßtes De/schlund mit ungefähr einer halben Million Klchc-, die jährlich in das Mannesalter einrücken uiti Arbeit verlangen, fei zweifellos eine größere

Das Echo der Belgrader Beschwerde

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tausendjährigen Ration, deren Geschichte den politischen Mord niemals als Mittel zur Geltend­machung der Wahrheit der Ration anerkannt hat, protestiert feierlich gegen das Vor­gehen der südslawischen Regierung und ro e i ft Beschuldigung der Teilnahme

Genf, 22. Nov. (DNB.) Der südslawische Außen­minister I e f t i t s ch hat Donnerstagnachmittag im Völkerbundssekretariat die angekündigte Note überreichen lassen, in der die Untersuchung der politischen Verantwortlichkeiten des Marseiller Attentats verlangt wird. Die Note erinnert an die Verhandlungen vor dem Völkerbundsrat im Juni. Damals bereits habe die südslawische Regie­rung auf die verbrecherischen Umtriebe terroristischer Elemente in Ungarn und deren Unter st ützung durch ungarische Behörden hingewiesen. Sie habe damals er­wartet, daß die ungarische Regierung die not­wendigen Maßnahmen treffen würde, um der Unterstützung, der sich die terroristischen Elemente in Ungarn erfreuten, ein Ende zu machen. Nur in diesem Geiste seien Verhandlungen mit der ungarischen Regierung ausgenommen worden, die am 21. Juli zu einem Abkommen in Belgrad geführt hätten.

Die Ergebnisse der Untersuchung des Mor­des an König Alexander und an Barthou in Marseille", so behauptet die Denkschrift,haben bewiesen, daß dieses Verbrechen unter der

Ministerpräsident Gömbös protestiert gegen die Verdächtigung Ungarns Ungarn für unverzügliche Klärung vor dem Völkerbund.

Gefahr für den Frieden Und die Sicherheit der Welt, als ein Deutschland, dem die Möglichkeit ko­lonialer Unternehmungen gegeben wird.Stellen wir doch diese Frage ganz klar: Wird Deutschland mehr Anlaß haben, den Frieden der Welt zu bre­chen, wenn es Kolonien besitzt oder wenn es keine solchen hat? Uns Engländern erzählt man doch dau­ernd, daß unser Reich nicht allein den Willen zum Frieden, sondern gerade mit Rücksicht auf seine un­geheuer ausgedehnten überseeischen Verbindungen und auf seine zerstreut liegenden Kolonien vor allem auch ein Interesse an einem dauernden Frieden hat!"

Man erinnert sich, daß der Führer und Kanzler vor einiger Zeit in einem Interview die Meinung ausgesprochen hat, daß die ehemaligen deutschen Kolonien eine schwere finanzielle Be­la st ung für England darstellen. Auch diese Meinung wird in dem Artikel bestätigt. Der augen­blickliche Zustand sei untragbar, vor allem auch für die an die Mandatsgebiete angrenzenden eng­lischen Kolonien. Es würden diesen Leistungen von vielen tausend Pfund auferlegt, für welche sie wenig erhalten oder auf deren Rückzahlung sie ganz ver­zichten müssen. Durch die völlige Unsicherheit dar­über, wer die oberste Autorität habe, werde Jeber Unternehmungsgeist gehemmt; die natürliche Folge seien ungeheure Verluste. Die Alternative sei also Annexion oder Rückgabe; sie wird fol­gendermaßen beantwortet:

Unser Land wird keine Annexion durch-- führen, da eine solche Handlung Deutschland feind-

einer gewichtia-m, nicht ZU überhörenden Esimme wird es also offen zugegeben, daß es nach d!tzi Völkerrecht nicht hätte zu einem Kampf Wei­st! je' gegen Weiße auf afrikanischer Erde kommen d iism und daß am Anfang dieser Kolonialtragödie, biitriiit dem Raub der deutschen Kolonien endigte, e h flagranter Rechtsbruch steht, bei dem d je Hauptschuld auf das Konto Englands zu schrei-

$ unter Me bis I

Teilnahme derjenigen nach An-s^ote der gleiche ist wie der der gegen Ungarn garn geflüchteten terroristischen hetzenden Presse. Diese Presse hat nämlich sofort (Elemente organisiert und ausge - nach der Verübung des Mordes, somit zu einer führt worden ist, die in diesem Lande nach Zeit, als noch keinerlei Anhaltspunkte - - - " " dafür vorhanden sein konnten, wer die Organisato­

ren und die Ausführenden des Anschlages waren, zur Bloßstellung Ungarns eine politische Hetze eingeleitet, die von vorherein geeignet war, den europäischen Frieden zu gefährden. Die unga­rische Regierung lenkt die Aufmerksamkeit der öffent­lichen Meinung auf die politische Tendenz der südslawischen Note, besonders darauf, daß sie ihre Beschuldigungen gegen Ungarn ohne ins einzelne gehende Kenntnis der Sache und unter Berufung auf die angeblich zur Ver­fügung stehenden bisher nicht nachprüf­baren Beweise stützen will.

Die Haltung der südslawischen Regierung ist um so unberechtigter, weil sie es bisher nicht einmal für notwendig hielt, sämtliche als Grundlage der Beschuldigung dienenden Schriftstücke der ungarischen Regierung mitzutei- l e n. Die ungarische Regierung hätte diese ebenso Lügen gestraft wie jene Behauptungen, daß der Mörder vor Begehung des Anschlages sich in Un-

;el, M t raügige und allgemeine Revision der grund- ultheib,.. tigriiben Versailler Vertragsbestimmungen vorweg­rank, (L1 c jenimmen werben kann. Die Wiebereinreihung r, 6. 0ro5' .üchschlands in bie Aufgabe ber Kolonisation kann 1. fc ülar einen Ersatz bilden für die Schwächungen an «, luatenaler und wirtschaftlicher Kraft, die Deutsch- V, Mich llfn! in Europa hat hinnehmen müssen und deren r, (Men, äßiciergeroinnung nur durch Zerstörung unterdessen 1. Mm. l jtei skräftig gewordenen Staaten möglich wäre.

unb f)ugo 2iß dieser Gedanke nicht etwa eine deutsche Heinrich utojiie ist, sondern in der politischen Diskussion )nrab Vie-ajiutw des Auslandes eine Rolle zu spielen Mmerlad, tlegi ut, zeigt ein interessanter Aufsatz, den die l!sche WochenschriftW o r l d" veröffentlicht. Ihr

" di- beste

«Mer deutschen Kolonien.

UebVh'l3ie Forderung der Rückkehr der ehemaligen deut- x ßiPii Kolonien gehört in den allgemeinen Komplex Revision des Versailler Vertrages schon des- . icü. weil der Raub mit der berüchtigten Kolo- sjagmorgeni it 11 ü g e begründet wurde, mit der bewußt un-

r( Vogel,GMche WochenschriftWorld" veröffentlicht. Ihr ließen, E.bielir ist kein Beliebiger, sondern Herr Vernon tlctt, der im englischen Rundfunk mit der ..... ellung der außenpolitischen Wochenübersichten W: ut ist, also gewiß kein Außenseiter und (Ein« firner der englischen Meinung, sondern ein Mann, er «ungefähr weih, was man dem englischen | ufritum sagen darf und was ihm verschwiegen

*. eröff.galten Behauptung, daß sich Deutschland in der binnen berSeroaltung seines überseeischen Besitzes nicht fähig eines Fan-«,! würdig gezeigt habe, bei der Ausgabe der Er- Waren.hung und Zivilisation der Länder und Völker ^vrt, hob»it»uvirken, die noch außerhalb des herrschenden ^olksernäh.Wnrkreises stehen. Wir wissen aber, daß wie alle Kenner«fc.Ten Revisionspunkte auch diese Frage schließ- Don benenmeine Machtfrage ist, die nur ein wieder- 4n9 gezeigtH^ktes Deutschland, gestützt auf fein gutes Recht ^chen noch W in Derfechtuna seines Anspruches auf Gleich­en, Tie. srchtigung durchsetzen kann. In diesem langen 'N Rein. M schwierigen Prozeß, ber eine Ausgabe von Migrationen ist, steht bie Forberung ber Rückgabe Schau war Lr Kolonien gewiß nicht an erster Stelle, weil, wie selbst her. V Tagesfrage ber beutschen auswärtigen Politik, den Veiioll Rückgliederung bes Saarlandes zeigt, alle Kraft Ehrenpreis M W auf bie Wieberherftellung unb Sicherung em gleichen:es deutschen Lebensraumes in ber europäischen oon ArRiw konzentriert werben muß. Dennoch kann biese Beachtunm überraschenber Plötzlichkeit zur aktuellen m .. , *3el utung werben, nämlich bann, wenn bie Gegner Mr ^'-^'Ichlanbs, bie sich jetzt noch gegen seine gleich jeflUte Wiederbehauptung im Kreise ber großen Prei5J iRente sträuben, einzusehen beginnen, baß biese Mefoen, je iiabrgegebene Entwicklung auf frieblichem Wege MPltltn! im internationalen Interesse nur burch eine

Die Note fünbet bie Einreichung weiteren Mate­rials an unb fährt bann fort: Es hanbelt sich nicht um ben politischen Morb als Werk eines vereinzel­ten Jnbivibuums, es hanbelt sich nicht mehr um bie Asylgewährung für bie Emigranten, fonbern dar­um, daß auf dem Gebiet eines fremden Staates Berufsverbrecher ausgebil­det und geschult werden, die den Auftrag haben, eine Reihe von Attentaten und Morden z u einem beftimmten politischen Zweck auszuführen. Angesichts der Schwere dieser Tat­sache sieht sich die südslawische Regierung aus Sorge für die Aufrechterhaltung des Friedens und im Vertrauen auf die Autorität des Völkerbundes ge­zwungen, unter Berufung auf Artikel 11 Absatz 2 des Völkerbundspaktes d e n Völkerbundsrat mit dieser Lage zu befassen, bie in ernster Weise bie Beziehungen zwischen Sübslawien und Ungarn bedroht und den Frieden und das gute Einvernehmen zwischen den Nationen zu ft ö r e n droht.

Die Kleine Entente unterstützt die südslawische Beschwerde.

Auch Noten Numänieus

und der Tschechoslowakei überreicht.

Genf. 22. Rov. (DRV.) Der tschechoslowakische Außenminister Dr. B e n e s ch hat an bas Völker- bundssekretariat eine Rote gerichtet, in der er auf den südslawischen Schritt Bezug nimmt und sodann erklärt: Angesichts dessen, dah die in dem Antrag

Budapest, 23. Nov. (DNB.) Ministerpräsident G ö rn b ö s hat dem Ungarischen Telegraphen-Büro zu der südslawischen Note an den Völkerbund er­klärt: Die ungarische Regierung sieht in dieser Note nichts anderes als die Fortsetzung des auf die Untergrabung der Stellung U n - garns gerichteten Pressefeldzuges. Sie sieht mit Befremden, daß der Ton der

am Mord z u r ü ck. Da die ungarische Regie­rung durch das Vorgehen der südslawischen Re­gierung den europäischen Frieden als gefährdet ansieht, hält sie es auch ihrerseits für wün­schenswert, daß der Völkerbund behufs drin­gender und objektiver Klärung der Sache jeden Schritt unverzüglich unter­nehme. Sie wünscht dies umsomehr, weil es den Anschein hat, daß Südslawien und seine Freunde im Bewußtsein ihrer im Sinne der Friedensoerkräge ihnen einseitig zugestaudeneu überlegenen militärischen Kraft den heiligen Gedanken des europäischen Friedens gefährden.

Der ungarische Hauptdelegierte beim Völkerbund, Tibor von Eckhardt, hat fol­gende Erklärung abgegeben:Ich erfahre mit Ge­nugtuung, daß die Angelegenheit des fluchwürdigen Attentats von Marseille vor die unpartei­ische Gerichtsbarkeit des Völkerbun­des gebracht worben ist. Wir wünschen, baß bie Angelegenheit bringlich behanbelt wirb, und von unserer Seite wird nichts unterlassen werben, bamit ber Fall unb seine Hintergrünbe in aller Objektivität vor bem Völkerbund völlig geklärt werben. Selbst nach bem Verleurn- dungsfeldzug, ber in ben letzten Wochen mit Hart­näckigkeit geführt worben ist, überraschen und empören uns bie Behauptungen ber südslawischen Note, die den guten Namen Ungarns vor ber Welt schäbigen sollen. Ich proteftiere in aller Form und mit allem Nachdruck gegen diese Verleumdun­gen. Die südslawische Note ist nach Inhalt und Ton nur eine neue Etappe einer planmäßigen Aktion gegen Ungarn. Ihr Ziel ist klar: Sie will die Auf­merksamkeit von den wirklichen Ursachen des Attentats ablenken und Ungarn moralisch ver­nichten, das man in seinem abgerüsteten Zustand für eine leichte Beute hält. Ich protestiere energisch gegen diese Tendenzen, die ich als internatio­nalen Terrorismus bezeichne."

ietaen soll.

Jir Aufsatz erinnert zunächst an einen Vorgang p Beginn bes Krieges, ber auch in Deutschland lief mehr allgemein bekannt ist, nämlich, baß bie fodt nach ben Kriegserklärungen eröffneten feinb- lich" Angriffe aufbie beutschen Kolonialgebiete fflriinb. e n offenen Rechtsbruch ber Mächte dar- - Karl hrn- s 'El. .'n, bie sich nicht genug über ben beutschen Einmarsch in Belgien entrüsten konnten. Die ? imb Shri IP' 9 o a 11 e vom 20. Februar 1885 bestimmte . x" ßflr a^irf) in ihrem Artikel II, in Kriegszeiten bie a o (Br 911 tralität des Kongobeckens unb bes Gebie- G- M d 15 seiner Nebenflüsse zu wahren. Noch interessan- M 'Ä t ri inber ist bie Erinnerung an bie Schußsitzung V M hlet $ o n g o f o n f e r e n 3 , in ber Bismarck oll dki Vorsitz führte unb bie Teilnehmer zum Ab- ' q des wichtigen Vertragswertes beglückwünschte.

I. M q E ngte, die liebel bes Krieges würben eine sehr bb Auswirkung haben, wenn bie Eingeborenen r n! a galten würben, bei Streitigkeiten ber zivilisier- Ernst tm Mächte Partei zu ergreifen. Bismarck fuhr bin fort:Im Interesse von Hanbel und Zivilisa- Ifjehn ti-11 haben Sie Wege gesucht, einen großen Teil dnfrikanischen Kontinents aus dem Span- rriing s f r e i s der großen Politik her- 0! u z i e h e n unb bort den Wettbewerb der nen der friedlichen Ausbreitung von Handel irrt Industrie zu Überlasten." Der Artikel im Eotlb" schildert sodann die Vorgänge nach SUre^ausbrucf) folgendermaßen:Der letzte Krieg Id.HL bfr um erstenmalGelegenheit, diese lobenswerten ----utz moralischen Grundsätze anzuwenden. Aber Mächte, die ein gutes Beispiel hatten geben STwtimw st Di, kehrten s i ch nicht daran. Bei Kriegs- a u;biud) fragte die deutsche Regierung an, ob das ÄHaralitäteabfommen für Zentralafnka beachtet 0,2« tclitte. Anfangs schienen die belgische und fran- zistlcie Regierung damit einverstanden, als aber 5^ E'^ctt and sich weigerte, diesem Bersprel zu ftllffffey, zogen die beiden anderen Staaten ihre Em- 5,tf v- tsttmdniserklärung wieder zurück. So wurde bie 16'^ ff initije Bevölkerung dieser ©iebiete in ben Kampf HVn,gezogen." 0,721 '

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: 63.

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nuar ftattfinben werbe, würben die Minister der Tschechoslowakei, Rumäniens, Sowjetrußlanbs, ber Türkei unb Frankreichs ben sübslawischen Schritt unterstützen.

Für basOeuvre" ist ber ungarisch-sübslawische Zwischenfall ein Beweis für bie Nützlichkeit bes Völkerbunbes. In biplomatischen Kreisen in Genf sei man einigermaßen oerrounbert über bie Haltung Frankreichs. Man habe erwartet, baß sich bie französische Regierung ebenso wie bie Regierungen ber Kleinen Entente bem Schritt Sübslawiens angeschlossen hätten, zumal ein französischer Außenminister bei bem Marseiller Anschlag ben Tod gefunden habe.

Lebmaschung in Gens.

Genf, 22. Nov. (DNB.) Die südslawische Note an ben Dolkerbunb hat hier einen ungeheuer starken Einbruck hinterlassen. Besonbers in französischen

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