ordnungsmäßig ausgestellten Besitzzeugnil
ihre
21. Fortsetzung.
Nachdruck verboten!
über den
ich ich
nicht am unten in
sowie den in Frage kommenden Verbänden Formationen zugegangen.
Reichsbund Volkstum und Heimat.
Feierliche Eröffnung 'der Winterveranstaltungen am Mittwoch, 24. Oktober, 20.15 Uhr pünktlich in der Aula des Gymnasiums. Stadtbaurat G r a -
DNB. Um das Verfahren, mit dem das ss» kreuz des Weltkrieges verliehen wird, zu fachen, hat sich der Reichsminister des Innern, mit r r' v v?-
Das kleine Mädel aus Berlin, dem man hier eine Sekretärinnenstelle zugebilligt hatte, das war nicht gefährlich.
Niemals!
Und Julchen Mittrafch kam.
Aber Julchen Mittrasch hatte auch dafür gesorgt, daß es im ganzen Umkreis bekannt wurde, daß die gepfefferten Aufsätze, die ab und zu in verschie- denen Magazinen erschienen, von Nora von Stetten stammten, die unter dem Namen Rudolf Heller schrieb!
Das gab Stoff zu neuem Gerede!
Sowas!
Na, schön war es bestimmt nicht, wenn eine Frau solche Sachen schrieb. Rudolf Heller? Man hatte seine Sachen gern gelesen. Dafür war er eben ein Mann. Aber wenn es nun plötzlich von einer Frau stammte, so war es unfein, rundheraus gesagt ordinär. Und wenn man diese Frau noch dazu kannte, war es von ihr eine Gemeinheit, solche Sachen zu fabrizieren!
Fertig!
Noras schriftstellerische Tätigkeit wurde in allen Tonarten durchgehechelt. Verschiedene Damen nahmen sich vor, daraufhin nun nicht nach Martens- brück zu gehen, wenn sich dort in nächster Zeit die Tore gastlich öffnen würden. Und natürlich auch diese Dame nicht zu sich bitten, wenn man selber eine kleine Gesellschaft gab.
Die Herren schmunzelten, wenn sie unter sich waren. Den Damen gegenüber aber taten sie empört. Baron Zesewitz aber sagte:
„Donnerwetter noch mal, endlich mal eine Frau, die das Leben von der richtigen Seite ansieht! Wenigstens mal eine, die sich den Ansichten der prüden Gänse hier nicht anschließt. Ich hab' solche prüden Frauen nie gemocht, deswegen bin ich auch ledig geblieben. Eben, weil meine Ansichten mit denen einer Frau himmelweit auseinandergegangen wären. Aber nun werde ich der feschen Person meine Aufwartung machen. Gut, daß ich dem alten Martens vor kurzem eine kleine Gefälligkeit erweisen konnte. Das heißt — kleine Gefälligkeit? Es waren immerhin achttausend. Aber jetzt wäre es mir beinah lieber, es wären zwanzig gewesen. Das hätte die Martens fester an mich gebunden!"
Das hatte der Baron natürlich nicht im Kreise von Damen gesagt. Sondern das hatte nur sein Freund Hilmar Andersen gehört. Hilmar Andersen aber hatte für solche Sachen Verständnis. Der war in China, in Japan, in den Straßen Algiers daheim. Der war ein Globetrotter, der unheimlich viel Geld besaß, und der alles kannte. Dem niemand mehr etwas Neues bieten konnte.
Und Hilmar Andersen hatte gelacht. In seiner leisen, aufreizenden Weise.
„Menschen müssen sich zusammenfinden. Hol' dir also diese Nora!"
Denn hier war doch soeben eine kleine Tragödie- sich gegangen.
schäften entbehren der soliden finanziellen, geschäftlichen und sachlichen Unterlage, so daß die als Beteiligung hergegebenen Gelder in den allermeisten Fällen verloren sind. Diese Gelder werden zum großen Teil von kleinen Sparern hingegeben, an die sich die Vertreter und Agenten der betreffenden Firmen in erster Linie wenden, in der meist richtigen Erwartung, daß sie über die nötige Erfahrung nicht verfügen und deshalb am leichtesten zur Hergabe von Geldern zu bewegen sind. Es muß deshalb nachdrücklichst darauf hingewiesen werden, daß die Aufsuchung und Erschließung der deutschen Erdöllagerstätten mit Rücksicht auf das darin liegende große natürliche Risiko nur finanziell kräftigen Unternehmungen vorbehalten bleiben muß;, diese haben in letzter Zeit, wie bekannt, seitens des Reiches Darlehen zur Niederbringung von Aufschlußbohrungen erhalten. Um so weniger liegt es im nationalwirtschaftlichen Interesse, daß einzelne Unternehmer sich an das Publikum wenden, um mit dessen Ersparnissen eigennützige Geschäfte zu machen.
Es wird deshalb vor der Beteiligung an derartigen Unternehmungen gewarnt.
Sollten noch Eintrittskarten gewünscht wej. dann wird gebeten, sich an die Kreisamtsle> des NSBDT., Gießen, Postfach 81, Fernruf y — unter genauer Adressenangabe — zu wenih
Der Vortrag wird gegen 13 Uhr beendigt
Vereinfachung des Verfahrens zur Erlangung des Ehrenkreuze«
NSBDT. (früher KDAZ.).
Kreisamtsleitung Gießen.
v e r t hält einen Lichtbildervortrag: „Wie unsere Stadt entstanden ist." Musik, Heimat- und vaterländische Chöre. Eintritt frei für Mitglieder und Angehörigen. Nichtmitglieder 20 Pfennig.
_ "Werde ich tun! Verlaß dich darauf. Und ihr Vater, der hat viele Sorgen. Da soll noch ein Wech- selchen laufen. So an die dreißigtausend. Wenn "' bloß herausbekommen könnte, wer ihn besitzt."
„Leichtigkeit! Wenn dir daran liegt, beschaff' dir das Papierchen. Das mache ich gern"
12 bis 15, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6,Z 25 bis 40, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., her $ ner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund'rr 12 Pf., der Zentner 8 bis 12 Mark, Birnen.« Pfund 8 bis 12 Pf., Nüsse 25 bis 30, Tauben« Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, 6ditl Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, h 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 201!
OornvNzcn. 1
— Tageskalender f ü r Dienst^ Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr „Polen«. - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Schützenkönig
Durch seine Frau war er inzwischen längst» allem genau unterrichtet. Das war doch W- das kleine Mädel aus Berkenhofen, das der sich aus Berlin mitgebracht haben sollte. Unb Frau hatte gesagt, das sei ein Skandal, und" müsse die Berkens eigentlich schneiden. Und von- Brigitte sei es einfach unglaublich, zu so etwas' > Hand zu bieten, wo man immer so viel ddii- gehalten habe.
Der Baron grinste vor sich hin.
Warum hatten die Damen von Brigitte non fr'2 ken so viel gehalten? Weil sie in Aktion trat, andere auf der Männerjagd waren, und wn- freimütig erklärt hatte, daß sie nicht heiraten Es würde ja doch immer nur ein Mann fein •’1 nen, der um sie warb, der sie nur um ihres willen haben wolle. Denn für eine Liebeshei^" sie viel zu häßlich.
Das war es, dieser Ausspruch, der Brigitt^' Damen so lieb und wert gemacht hatte. 3a jetzt ging sie seiner Frau auf die Nerven.^" wegen dieses kleinen Mädels.
„Nee, so was!
Da hatte seine Frau doch recht, die V mit von Henigs boimgebracht hatte, daM. von Berken wieder mit Nora von Stetten, i. Martens, angebandelt habe. Man hatte zusammen reiten sehen. Und nun schien B Mädel aus Berlin ins Wasser gestürzt ZU weil man es sicherlich fortschicken wollte. M hatte der Arndt nun eben die Kleine doch schnell herausgeholt. So war die Sache, und V Damen würden sich sehr freuen, daß er ihnen’ mal eine Neuigkeit mit nach Hause brachte.
War das Mädelchen niedlich! Viel konnte er^ sehen. Aber immerhin sah er, wenn er de" ;, ein bißchen drehte, eine Fülle nassen, goldblo Haares und ein feines Profil.
Hm! Hm! jy
Unb der Arndt von Berken sah aus, als ob(f ganze Welt Niederschlagen wollte. i
Na, man war in Berkenhofen. Man bekav'^ kurzes Danke. Man konnte heimfahren un^ Neuigkeit brühwarm überbringen. Und &er trug das Mädchen auf seinen Armen noaLj Schloß hinein. Das gehörte sich auch nicht■ * hätten die Mädchen tun können. Es gab ff weibliches Personal im Schloß.
Das konnte man daheim auch noch mit verme > (Fortsetzung folgt 1)
„Hattet fest am deutschen Buch!"
Die Ausgestaltung der »Woche des deutschen Buches" in Gießen.
„Andersen!"
„Bitte?"
„Andersen, ich verlaß mich auf dich!"
„Kannst du — wie immer!"
Andersen sah in das unschöne, hagere Gesicht des Freundes, und er dachte: Ich kenne Nora von Stetten nicht, aber vielleicht ist sie doch zu bemitleiden, wenn sie diesen da heiraten muß! Doch vielleicht tut sie es nicht. Ihr Vater allerdings, der hat beinah dafür gesorgt — daß es so werden kann. Nun, was geht's mich an? Ich werde den Wechsel besorgen, und dann habe ich mit der Sache nichts mehr zu tun! —
Nora erhielt einen empörten anonymen Brief, worin man ihr vorwarf, das Geschlecht der Frauen bloßgeftellt zu haben. Und man wisse ja nun Gott sei Dank endlich, wer Rudolf Heller sei!
Nora lächelte. Riß den Brief in kleine Fetzen und lächelte. Aber sie wußte nun, daß sie gegen Julchen Mittrasch sehr, sehr vorsichtig sein mußte!
Käthe Randolf aber arbeitete still und fleißig. Nach und nach hatte sie Brigitte von Berken alle möglichen Arbeiten abgenommen, so daß die einmal ganz verwundert zu ihrem Bruder sagte:
'<Jch hab' ja fast nichts mehr zu tun. Das kleine Mädel nimmt mir alle Arbeit weg. Ich hab' tüchtig gezankt. Sie mag doch lieber ab und zu ein bißchen an die Luft gehen."
Der sagte gleichgültig:
„Es freut mich, Brigitte, daß du so zufrieden bist." „Ja! Aber ich weiß nicht — mir sieht das doch stark so aus, als ob wir die Kleine ausnützten. Und — was ich dir längst sagen wollte: die Mamsell meint, der Inspektor Fischer hat ein Auge auf Käthe Randolf."
blickte auf. Sein Blick strich prüfend über sie hln- „Fischer? Ich glaube nicht, daß die kleine Randolf ihn nimmt."
„Er ist ein netter Kerl — das wirst du wohl nicht leugnen können."
„Mehr als nett ist er. Aber was sorgst du dich eigentlich? Wir könnten es nicht aufhalten, wenn die zwei jungen Menschen sich lieben lernen."
■l e^LJ.a^ ?r’9>ite ihn prüfend an, aber er hielt ihren Blick lächelnd aus, meinte nur:
„Hab' ich nicht recht?"
Brigitte nickte, denn sie mußte ihm wirklich recht geben.
2ün Dftermorgen schien die Sonne ganz warm und hell. Und Veilchen und Narzissen und andere Frühlingsblumen hoben lauschend die Köpfchen, ^äthe hatte einen weiten Spaziergang unternommen. Neben ihr lief Flock, der kleine Hund des Gärtners, der sich sehr an sie gewöhnt hatte.
An den Weiden lachten die gelben Kätzchen, und em unbeschreiblich schöner Duft erfüllte die Luft.
Und Käthe ging immer weiter. Durch den stillen Wald, auf einem Wiesenweg dahin, durch die Wiesen bis zum nächsten Wald wand sich ein klares, schmales
•1er’ r. an3 geschäftig plätscherte es dahin. Käthe weitete sich das Herz angesichts all der Schönheit der n° war glücklich, daß sie hier sein durste
Flock trank.
Und sie sah ihm zu, wie er flink die kleine rosa Zunge bewegte. Dann schritt sie weiter. Dort drüben lag Dors Unterslau! Wenn sie geradeswegs darauf zuschntt, dann konnte sie durch das Dorf gehen und dort drüben durch den Wald wieder nach Berkenhofen zurück. Dieser Frühspaziergang war herrlich Wie gut, daß sie ihn unternommen hatte! Im Schloß waren Gäste, aus Pommern. Tante Adelheid und
Aus der Provinzialhauptstadt.
Warnung vor Erdölspekulanten.
(LPD.) Das Staatspresseamt teilt uns mit: In letzter Zeit mehren sich wieder die Fälle, in denen private Unternehmer das Publikum zur Beteiligung an Erdölunternehmungen auffordern. Die hierzu gemachten Angaben sind in vielen Fällen geeignet, über die tatsächliche Bedeutung einer solchen Beteiligung ein falsches Bild hervorzubringen. Es wird in meist übertriebener Form auf die Gewinnmöglichkeiten, die in Bohrungen auf Erdöl liegen, hingewiesen, aber verschwiegen, daß ein außerordentlich großes Risiko mit derartigen Unternehmungen verbunden ist. Ost werden diesen Angaben auch Aeußerungen Dritter, als Sachverständige bezeichneter Personen, beigefügt, durch die der Eindruck einer sicheren Gewinnmöglichkeit beim Publikum noch verstärkt wird.
Demgegenüber muß darauf hingewiesen werden, daß in jedem Falle für die Niederbringung von Bohrungen erhebliche Kapitalien erforderlich sind und bei jedem Unternehmen mit Fehlbohrungen zu rechnen ist. Wie die Erfahrung zeigt, dient die oben geschilderte Reklame meist lediglich spekulativen Zwecken; die auf diesem Wege gegründeten Gesell-
Er saß ab, kam auf fie zu, baß fie ir Kleider an hatte und am ganzen Körper zittere „Was war denn nur, Fräulein Randolf?" Käthe sagte es ihm. Aber sie konnte kaum spreÄ so schüttelte es sie. Da nahm Arndt von Berkens Mädchen in feine Arme.
Nach Hause jetzt! So schnell als möglich /kc Hause!
Er dachte es und drückte das Mädchen, bos m Kälte zitterte, fester an sich. Der Hund lief minjtP" nebenher.
Am Sonntag, 28. Oktober, 11 Uhr (pünktlich), findet im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ein Film- Schulungsoortrag statt. Es sprechen der Kreis- a m t 5 I e i t e r und Pg. Oberingenieur Oster, Beauftragter der Reichsschulungsleitung vom Gau Groß-Berlin, über „Was ist und wie entsteht Elektrizität?" mit Lichtbildern und mit nachheriger Vor- führuna des Films „Freude am Werk", in dem das Anwendungsgebiet der Elektrotechnik in einem Spezialfilm dargestellt und erläutert wird.
Eintrittskarten find den Mitgliedern des NSBDT.
Vom 4. bis 11. November findet, worauf bereits hingewiesen worden ist, im ganzen Reich, veranstaltet von der Reichsschrifttumskammer mit den ihr ungegliederten Verbänden, die diesjährige „W o ch e des deutschen Buche s" statt. Im Zu ammen- banq mit dem bereits veröffentlichten Aufruf des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels unter dem Motto „Haltet fest am deutschen Buch!" hatte die Arbeitsgemeinschaft der Gießener Buchhändler für gestern nachmittag zu einer Vorbesprechung im Stadthaus, Bergstraße, eingeladen. Es waren anwesend Vertreter der NS.- Kulturgemeinde, des NS.-Lehrerbundes, der Universität, des Stadttheaters, der Gießener Garnison und der Presse. An Stelle des erkrankten Obmannes der Arbeitsgemeinschaft, Dr. Huch, hieß Herr Holderer die Erschienenen willkommen. Gegenstand der Vorbesprechung war die Ausgestaltung der „Woche des deutschen Buches" in Gießen und eine orientierende Fühlungnahme der Arbeitsgemeinschaft mit den für die örtliche Durchführung der Veranstaltung in Betracht kommenden Behörden und Organisationen. Herr Holderer bemerkte zunächst, daß die geplante Werbung für das deutsche Buch in enger Zusammenarbeit mit allen dafür in irgendeiner Form zuständigen amtlichen und außer- amtlichen Stellen angestrebt werde. Stadtverwaltung, Schrifttumskammer, Buchhandel und Presse müßten mit den bereits erwähnten Organen Hand' in Hand arbeiten. Er gab dann einen Ueberblick über das in der Woche vorn 4. bis 11. November vorgesehene Programm des Rundfunks, das natürlich besonders auf den Charakter der Buchwerbe- tage zugeschnitten sein wird. Eine große örtliche Veranstaltung soll überall im Reiche möglichst gleichzeitig mit der Berliner Sportpalastveranstaltung zur Buchwoche stattfinden, offiziellen Charakter tragen und in Verbindung mit den zuständigen Parteistellen ins Werk gesetzt werden. In den Schulen sollen Buchfeiern und Autorenabende statt
$euer in der Jugendherberge
In der letzten Nacht gegen 2 Uhr bemerktes, fanten des Asterwegs einen Brand in der herberge im Hause Asterweg 27. Die foforfw mierte Feuerwache war in wenigen Äugend« zur Stelle und fand eine Tür samt lürrafll brennend vor. Ferner war in dem Hause eine« liche Verqualmung eingetreten. Während einH der Mannschaften der Feuerwache sofort den M löschte, wurde von einem weiteren Feuerwehr^ unter Zuhilfenahme der Gasmaske ein im M Stockwerk schlafender Junge aus dem Zimnivv 1 hott und glücklich ins Freie gebracht. Ein Srll; das gleichfalls im ersten Stock Übernachtetei! durch den Brand und Qualm wach geworden I' hatte die Geistesgegenwart, sich aus dem ! zu schwingen und am Blitzableiter herunter irfl Hof zu flüchten. Der Junge und das Mädel |J| zum Glück ohne Schaden davon. Nach halbftüM Tätigkeit kehrte die Feuerwache zu ihrem StM zurück. Die Untersuchung über die Brandursatz noch im Gange.
Gietzener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 23. Oft. Auf dem heutigen Ms markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund l,i 1,55 Mark, Landbutter 1,35 bis 1,40, Matte i 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (m difche) 10 bis 11, (inländische, Kühlhaus) 10 fr;; Wirsing, das Pfund 10 Pf., der Zentner 6 ii Mark, Weißkraut, das Pfund 6 bis 7 Pf, ; Zentner 3,50 bis 4 Mark, Rotkraut, das\ 10 Pf., der Zentner 7 bis 8 Mark, Gelbe U ; das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bi-i I Spinat 10 bis 12, Römischkohl 8, Unterkohlns; 1 Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, lo.qrt
ner, nach zwei Tagen „spannender Lage", -am 5. Oktober auf den Strand der „Weißen Insel" — Ditö, wie sie offiziell heißt — retteten, sich am 6. Oktober im Schneesturm notdürftig orientierten und am 7. umzogen. Dann noch eine einzelne letzte Mitteilung vom 17.Oktober: „Nach Hause 7 Uhr 5 vormittag s". — Und kein Wort mehr ...
Aus Treibholz unb Walfischknochen, die sich am Strande fanden, versuchten die Drei so etwas wie eine Hütte zu bauen, die ihr Zett schützend umgeben sollte. Fertig wurden sie damit offenbar nicht, und der Tod kam schnell und plötzlich über sie.
Strindberg starb als erster und wurde von den beiden Kameraden unter Steingeröll bearaben, auf daß man ihn vor den Bären schütze. Andree als der Widerstandsfähigste starb wohl zuletzt; feine und Fränkels Leiche lagen innerhalb des Zelt- und Hüttenraumes, als man sie nach dreiunddreißig Jahren fand ...
Verhungert ist keiner von den Dreien; sie besaßen Vorräte genug, wie ihr Lager noch nach Jahrzehnten bewies, Bären- und Seehundfleisch hatten sie für ein halbes Jahr in Hülle und Fülle; auch an Brennstoff fehlte es nicht. Woran sie starben? D'.e Antwort ist fast banal: fie sind erfroren! Ihre gesamte Ausrüstung war glänzend, nur — für einen Polarwinter nicht geeignet, mit dem fie immerhin hätten rechnen müssen ... Sportkleidung trugen fie — so gut wie keine Pelzkleidung, und nur einen Schlafsack ... Das ist ihr Verderben geworden ...
Eine erschütternde Tragik liegt über diesem tollkühnen Versuch, mit den unzulänglichen Mitteln eines Ballons ins Wesenlose und der ewigen Sphinx des Pols entgegenzufliegen, und über dieser jahrzehntelangen Verschollenheit dreier Pioniere, deren Gebeine nach dreiunddreißig Jahren in ihre Heimat zurückkehrten... Ihrer in diesen Tagen wieder zu gedenken, ist Ehrenpflicht der gesamten Kulturwelt In den toten Pionieren, die nun in einem Nationalheiligtum feierlich beigesetzt werden, grüßen wir in heldischer Verbundenheit das ganze schwedische Volk!
Herr von Osten mit seiner Gemahlin Rosemarie. Und Herr von Berken sowie Fräulein Brigitte hatten sich fehr über diesen Besuch gefreut.
Kätye dachte daran, daß fie zeitig genug wieder daheim sein wollte. Denn sie konnte dann Fräulein Brigitte manches abnehmen, was ja eigentlich nicht zu ihren Obliegenheiten gehörte, was aber das gnädige Fräulein entlastete. Und fie, Käthe, tat es doch so gern.
Käthe kam an einen Teich. Still, tief, voll Schlinggewächsen und Schilf, lag er vor ihr. Ringsum waren Wiesen. Nur ein kleines Gebüsch war links.
Käthe in ihrem weißen, einfachen Leinenkleid mit dem blauen Jäckchen und dem weißen Hut sah entzückend aus. Die Landluft und das gute Essen hatten ihre Wangen voller gemacht. Und die dunklen, blauen Augen strahlten sehnsüchtig.
Lange stand das Mädchen und blickte in das stille, tiefe Wasser. Dann fühlte fie plötzlich einen derben Stoß, verlor das Gleichgewicht und stürzte kopfüber ins Wasser.
Julchen Mittrasch sah sich schcu um.
Niemand war da, und dort drüben trieb der Körper schon davon. Langsam, aber sicher trieb er der Mitte des Teiches zu.
Warum schrie das Mädchen nicht?
War sie ohnmächtig geworden? Dann um so besser! Und Julchen verschwand wieder im Gebüsch wo sie Weidenkätzchen schnitt, die ihre Mutter auf dem Markte in der Stadt verkaufte. Die Mittrasch hatte auch schon Blumen auf dem Friedhof geholt. Man mußte sehen, wie man zurechtkam. Sie wollte auch noch einmal reich sein. Durch ihrer Hände Arbeit wurde fie es nicht. Und — die Nora von Stetten mußte ihr für das, was sie, die Mittrasch wußte, so an die dreitausend Mark bezahlen. Sonst schwieg sie nicht! Man mußte ausnützen, was man wußte!
Käthe war wirklich einige Minuten besinnungslos gewesen. Jetzt kam sie wieder zu sich, wußte, daß n]a.n, fte ‘ns Wasser hlneingestoßen hatte. Und im Alchen Augenblick trieb sie auch schon wieder dem Ufer zu. Sie konnte ja schwimmen! Und neben ihr schuxAM.der kleine weiße Hund vergnügt einher. te ? ?a5 ®an3e für eine freund- li$e Aufforderung gehalten, ein Bad zu nehmen. ^rhUHn ^er den Weg raste Julchen Mittrasch. Sie hatte nur gesehen, daß der Mädchenkörper wieder ruhig und sicher dem Ufer zutrieb
-Käthe kauerte jetzt auf der Wiese am Rande des leidjes, und der Hund schüttelte sich vor Vergnügen Dann sprang er nochmals ins Wasser hinein, und als er herauskam, überschüttete er sie mit einem Sprühregen. Die Sonne verkroch sich Ver- kroch sie sich, weil es ihr vor soviel Bösem graute? üsCl dachte: Wer kann das getan 'haben?
3SÄ^ne öeinbe! Ober - kin Julchen ^!"raich- Aber es ist unmöglich!
Käte fror. Der Boden war noch kalt Unb hip SbCÜ n n(^ °n ^rem Körper. Ein Schüttel- N^teslenoch einer Weile. Kalt und unfreundlich war es ringsum geworden, feit die Sonne ihre goldenen Strahlen versteckt hatte. 9
Käthe erhob sich, taumelte aber und mußte sich wurde ihr schwurz Dor den Augew Dav Mädchen dachte ergeben: Ob es " besten gewesen wäre, wenn ich jetzt dort der Tiefe läge?
Der weiche Boden erzitterte.
Käthe wandte sich um. Ein Reiter kam Waldweg herüber, hielt auf sie zu.
Sie erkannte ihn! Arndt von Berken!
finden. Die Arbeitsgemeinschaft der Gießener Buchhändler, die, wie Herr Holderer erwähnte, bereits eine interne Vorbesprechung abgehalten hat, hat als Mittelpunkt des gesamten örtlichen Programms der Bücherwoche eine große Buchaus- tt e l l u n g in Gießen vorgesehen und erbittet für deren Durchführung die Unterstützung der Partei und der Stadtverwaltung. Für diese Hauptveranftal- tung könnten allerdings noch keine feftumriffenen Vorschläge gemacht werden, da es noch unbestimmt sei, wie weit und in welcher Form die anderen Stellen, zum Beispiel das Gießener Stadttheater, mitzuwirken gedenken. In der nun über die Durchführung im einzelnen folgenden Aussprache, an der sich neben dem Vertreter der Arbeitsgemeinschaft in erster Linie Intendant König vom Stadttheater, der Kreisobmann der NS.-Kulturgemeinde, Pg. Christ, und Professor Dr. Götze als Vertreter des Rektors der Landesuniversität beteiligten, wurde zunächst festgestellt, daß in Anbetracht mehrerer für ungefähr die gleiche Zeit vorgesehenen Veranstaltungen (Schillergedenktag, Langemarckfeier) möglichste Konzentration geboten erscheine; so wird man im Hinblick auf die Schil- lergedenkstunde des Goethebundes mit Wüllner von einer ursprünglich vorgesehenen Morgenfeier im Theater zweckmäßigerweise absehen, um das Interesse nicht zu zersplittern. Dagegen wird ein von der NS.-Kulturgemeinde geplanter Kriegsdichter-Abend sich gut in den Rahmen der Veranstaltungen zur Buchwoche einfügen lassen. Einiges Kopfzerbrechen verursachte die Frage nach einem geeigneten Raum für die Ausstellung des Buchhandels, die vor allem Politik, Heimatliteratur, Schöne Literatur, Jugendschriften und Fachliteratur in den Vordergrund der Werbuna stellen will. Mit der Ausstellung sollen ein Einführungsvortrag und eine Reihe von Leseabenden verbunden werden. Diese Bücherschau wird am Sonntag, 4. November, die Werbung für das deutsche Buch in Gießen einleiten.
Sem kleine MUill.
Vornan von Gert Rothberg.
Urheberrechtsschuh: Funf-Türme-Verlag, Halle (S.).
Mit großen Schritten ging Berken zu feinar Pferde zurück, nahm die Zügel über den Arschritt weiter, immer schneller. Der Baron ©leifr;; begegnete ihm mit feinem leichten 3agbn)ager..:' machte große Augen und letzte nachher ein m fniffenes Lächeln auf, als Arndt von Berken.1' bat, schnell nach Berkenhofen zu fahren.
Der Baron tat es sofort! Das war doch selbsd'k stündlich! War Ehrensache. Man mußte sich W-
einverstanden erklärt, daß die Vorlage^ ungsmäßig ausgestellten Besitzzeugnisfes^ die Verleihung des Verwundetenabzeichens reichender Nachweis der Frontkämpfereioe^ angesehen wird, sofern aus den sonstigen Anz des Antragstellers feine Zugehörigkeit zur fedjte Truppe unzweifelhaft yervorgeht und das wundetenabzeichen nicht lediglich wegen ü Unbrauchbarkeit erworben worden ist.


