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Nr. 169 Erster Blatt

184. Jahrgang

Montag, 23. Juli 1934

Gießener Anzeiger

Regime mit Tardieu an -der Spitze Ruder kommen,so würde sich >das Bündnis z

ans w i -

listen und Kommunisten bedroht wird. Während die Sowjets mit allen Völkern den Austausch von Politikern und Schriftstellern pflegen, sollte das gleiche auch mit den verwandten Kreisen unserer beiden Nationen geschehen. Die Reden Hitlers und Heß haben aus dem Grunde nicht den Einfluß in Frankreich gehabt, weil zuviele Zeitungen den wahren Inhalt verschleiert haben. Dafür soll Frandkreich durch den Einfluß der Ju-

die Ansicht von manch anderem Franzosen, st e t s auf der Seite des Stärk ft en stehen."

Frage:Glauben Sie, daß die ehemaligen Frontkämpfer eines Tages aktiver an der Politik Frankreichs teilnehmen werden, und, wenn dies der Fall ist, daß sich dadurch eher ein Weg zur Verständigung eröffnet?" Antwort:Zur Zeit sehe ich noch Schwierigkeiten für die politischen Ab­sichten der Frontkämpfer. Man hat diese ent­zweit und untereinander getrennt, man hat sich nur mit ihrer Existenzfrage befaßt, ohne auch an ihre Seele zu denken, was Sie als Deutscher am besten verstehen können. Die wahren französischen Frontkämpfer hat man bisher in Deutschland nicht kennengelernt. Bisher wurden nur die Phänomene eingeladen und empfangen, die man pazifistische Frontkämpfer nennt. Was hat das schon zu sagen. Als ob ein alter Frontkämpfer, sei es bei Ihnen oder bei uns, den Krieg nochmals herbeiwünschte. Der echte französische Frontkämpfer will mit offenen Karten mit Ihnen spielen. Wird es gehen? Ja, es wird gehen."

Es gibt keinen Gegensatz in der Auffassung des Kampfes gegen Kommunismus und Frei­maurerei. Auf diesem Gebiet können wir mit voller Loyalität auf einander zählen, denn auf ihm fußt die menschliche Sicherheit Europas, die immer wieder von Juden, Freimaurern, gewissen Kapita-

Verlin, 21. Juli. (D31B.) Der Reichsminister der Justiz Dr. G ü r t n e r hat am 20. Juli 1934 folgenden Erlaß an alle deutschen Justizbehörden gerichtet:

Durch die Niederschlagung der hoch- und lan­desverräterischen Angriffe auf die Volksgemeinschaft vom 30. Juni, 1. und 2. Juli 1934 ist die innere Kraft des Reiches gefestigt und gesichert worden. Mehr denn je ist Voraussetzung für die weitere Arbeit der Reichsregierung am Neu­aufbau des Reiches, daß die Achtung vor dem G e f e h, die der Reichskanzler als Oberster Führer der SA. in seinem Befehl an den Chef des Stabes der SA. am 30. Juni 1934 von den SA.-Führern gefordert hat, auch für jeden Volksgenos­sen das ober st e Gesetz seines Handelns bilde. Der Rechtspflege erwächst die besondere Auf­gabe, mit Nachdruck für die gewissen- hafte Wahrung von Gesetz und Recht einzutreten und gegen jeden Rechtsbruch, insbesondere gegen jede strafbare Handlung, ent­schieden vorzugehen. Die Rechtspflege darf sich dabei von keinerlei Rücksichten auf

die Person des Beschuldigten leiten lassen. Sie dient allein dem Wohl des Volkes und der Gerechtigkeit. Versuche Unberufener, auf den Gang des R e ch t s v e r f a h r e n s einzuwirken, sind nachdrücklich 3 ur ü tf 3 u- weisen und alsbald den vorgesetzten Behörden 3« melden. In keinem Falle dürfen sie den ord­nungsmäßigen Fortgang des Verfahrens, insbe­sondere die sachgemäße Durchführung der Ermitt­lungen ver3ögern.

Bei allen Maßnahmen ist eines besonders 311 be­achten: Der gehobenen Stellung des Trägers eines deutschen Amtes, eines Führers oder Unterführers entsprechen erhöhte Pflichten. Wer sie ver­letzt, wer insbesondere als Amtsträger oder Führ er sich gegen das Gesetz auflehnt, Ausschreitungen begeht oder sich sonst des in ihn gesetzten Vertrauens unwürdig erweist, ist nachdrücklich und unnachsichtig 3 u verfolgen. Die Volksgemeinschaft darf erwarten, daß die Strafe, die gegen ihn verhängt wird, nach Art und höhe der gehobenen Stellung des Beschuldigten Rechnung trägt.-

Ein französischer Frontkämpfer antwortet Rudolf Heß.

jetunion getrieben werden, gegen die wir uns jetzt und immer wenden, weil wir das als schmählichen Hochverrat empfinden. Es gibt zwei große Bewegungen in der Welt: den National­sozialismus und den Bolschewismus. Die Geheimpolitik der Freimaurerei treibt uns un­weigerlich in die zweite, wenn wir nicht sofort ^mit den'nationalen Kräften dagegen Front machen."

Frage:Bedeutet das erneute Erwachen des französischen Nationalismus auf der anderen Seite keine Gefahr, z. B. für das Abrüftungspro- blem? Sie werden verstehen, daß ich als Deutscher aus begreiflichen Gründen darauf Hinweise."

Antwort:lieber die Abrüstung habe ich eine klarumrissene Auffassung. Sie gefällt zwar nicht jedem, doch urteile ich hier als guter Patriot, wie ich dem anderen das Recht zubillige, ebenso zu denken. Es ist meine feste Ansicht, daß jedes Land seine Sicherheit haben muß, sich seine Grenzen schützen und eine schlag­kräftige Armee besitzen soll. Wenn man nicht dem Herzen und dem Gei st e n ach abrüstet, so wird es immer Schafe und Lö­wen geben, und dann ist es natürlich besser, nicht zu den Schafen zu gehören. Die menschlichen Rechte werden am besten durch ein Bündnis von st arten Völkern geschützt. Es ist das einzige Mittel, den Krieg zu vermeiden. Ich glaube nur an die Tat, an die Autorität, an den Edelmut, das Recht und das starke Blut der Völker." Amerikas Lust-und Seerßsiungen

Neuyork, 23. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Prä­sident Roosevelt versprach in einer vor der Mannschaft des KreuzersHouston" gehaltenen Rede, daß die amerikanische Kriegsflotte im Laufe der nächsten drei oder vier Jahre bis zu der vertraglich zugelassenen Höch st grenze c u 5 g e b a u t werden wird. Der Präsident er­klärte, der Kongreß und das Land ständen hinter dem Flottenbauprogramm und erwarteten von den Seestreitkräften die allergrößte Leistungsfähigkeit. Der Kreuzer Houston", aus dem der Präsident gegenwärtig eine Ferienreise unternimmt, ist jetzt auf dem Wege nach Honolulu, wo er am Donners­tag erwartet wird.

Der Luftfahrt-Sonderausschuß beim amerikanischen Kriegsministerium veröffentlicht einen Bericht, in dem festgestellt wird, daß das amerika­nische Heer eine Luftflotte von einer Minde st friedens st ärke von 2320 Flug­zeugen braucht. In dem Bericht wird ferner die finanzielle Unterstützung der privaten amerikani­schen Flugzeugindustrie durch Regierungsaufträge empfohlen. Weiter sei eine engere Zusammen­arbeit zwischen dem Heeresflugwesen und dem Zivilflugwesen und der Aus­bau des Streckennetzes sowie der gesamten Bodenanlagen wie Flughäfen, Orientierungszeichen und Streckenbefeuerung bei derzivilen Luft­fahrt notwendig.

Neuer Gauleiter in Pommern.

München, 21. Juli. *(DNB.) Die Reichs- presse ft eile der NSDAP, gibt bekannt: Der Gauleiter von Pommern, Wilhelm K a r p e n - stein, wurde wegen wiederholter Nicht­befolgung von Anordnungen der Par­teiführung heute vom Führer seines Po­stens enthoben. Zum neuen Gauleiter von Pommern wurde der Pg. Franz Schwede, der bisherige Oberbürgermeister von Koburg, ernannt Pg. Franz S ch w e d e ist mit der Mitgliedsnummer 1584 eines d e r ältesten Mitglieder der NSDAP., er wurde am 5. März 1888 im Me­melland geboren, machte den Weltkrieg bei der Ma­rine mit, nahm an der Versenkung der Flotte vor Scapa Flow teil und kam 1921 aus englischer Ge­fangenschaft. Pg. Schwede wurde durch seinen er­folgreichen Kampf in Koburg bekannt, vor allem dank seiner Arbeit erreichte die NSDAP, hier zum erstenmal die absolute Mehrheit, und damit wurde Koburg die erste nationalsozialistisch regierte Stadt in Deutschland. In Koburg organisierte Pg. Schwede bereits 1930 den ersten Freiwilligen Arbeisdienst.

Die Neuordnung

in der Deutschen Studentenschaft.

DNB. Berlin, 21. Juli Der neue deutsche Studentenführer Andreas F e i ck e r t hat nach seinem Amtsantritt sämtliche Hauptam^ts- I e i t e r und Amtsleiter der Deutschen Stu­dentenschaft ihrer Aemter mit sofortiger Wirkung enthoben. Sie führen ihre Aemter mit den alten Vollmachten bis zur Neubesetzung, die umgehend erfolgen wird, kommissarisch weiter.

Die Führer der örtlichen Studenten­schaft und ihre Hauptamtsleiter werden -Ende August in Mittmarshausen bei Göttingen in einem ersten Reichsführerlager zusammen­gefaßt werden. Auf diesem Lager werden die Richt­linien für die Arbeit der nächsten Semester bekannt- gegeben werden.

' yg, der studentischen Presse ist eine Aenderung : eingetreten insofern, als dieDeutsche S t u - t dentenzeitung" aufgehört hat, amt» 1 liches Organ der in der Reichsschaft der Stu­dierenden zusammengeschlossenen deutschen Studen- : tenschaft und Deutschen Fachschulschaft zu fein. Die ' bisherige MonatsschriftDer deutsche Stu- 1 dent" bleibt amtliches Organ der Deut- i scheu Studentenschaft und wird in einigen Gebieten ausgeschaltet werden.

! Einheitliches Verfahren bei der 7!en- 1 besehung von Lehrstühlen.

B e r [ i n, 21. Juli. (DNB.) Um ein planmäßiges - Verfahren nach einheitlichen Richtlinien im Sinne

Unnachsichtige Ahndung jedes Rechtsbruches

Erlaß des Reichsjustizministers an alle deutschen Justizbehörden.

scheu Marxisten und K 0 m m u n i ft e n als wertvoll erweisen. Der Kampf gegen das faschistische Regime würde in Frankreich erfolgreich sein, weil die Volksmassen an den Freiheiten festhielten, die sie in geschichlichen Kämpfen errungen hätten. Der Fa­schismus sei aus der Krise des Kapitalismus hervor- gegangen. Tatsächlich müsse aber der Sozialismus an die Stelle des sterbenden Kapitalismus treten. Die Erinnerung an Jaures, der bereits 1904 für die Einheitsfront der Arbeiterschaft gekämpft und 1914 verzweifelte Versuche zur Rettung des Friedens un­ternommen habe, müsse wach bleiben.

Oie Kommunisten kündigen Sabotage der Lyoner Luftschutzmanöver an.

Paris, 23. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Durch Maueranschlag fordert die Kommunistische Partei in Lyon ihre Anhänger auf, bei den Luftschutz- manövern in Lyon die Abwehrmaßnahmen zu sabotieren. Die Arbeiter sollen dem Befehl, die Lichter zu löschen, nicht nur nicht nachkommen, sondern sie sollen in der Nacht, wenn derD un­ke l a l a r m" angeordnet wird, überall, wo sie nur können, Beleuchtungskörper a n - zünden.

Truppenübungen teilzunehmen. Frank­reich dürfe deshalb nicht mehr zögern,das Volk in Waffen" zu verwirklichen, wie es feine Nach­barn schon getan hätten. Bei den Parlamentsaus­sprachen über die einjährige Dienstzeit im Jahre 1927 sei auf die Bedeutung der militärischen Jugendausbildung hingewiesen worden. Heute müsse damit endlich ernst gemacht wer­den. Die Mittel, die den Verbänden für militäri­sche Jugendvorbereitung zur Verfügung ständen, müßten erhöht werden. Pstain wandte sich wei­ter scharf gegen die Kampagne zugunsten der Kriegsdienstverweigerung. Er schloß mit den Wor­ten:Wir wollen den Frieden der Wiedergut­machung, den uns 1 500 000 Tote erworben haben, in Würde bewahren."

Hon Slum fordert den Rücktritt des Kabinetts.

Paris, 23. Jul-i. (DNB. Funkspruch.) Leon Blum, der Führer der französischen Sozialisten, hielt am Sonntag nach Enthüllung einer Büste von Jean Jaures eine Rede, in der er auf die Unstimmig­keiten im Kabinett Doumevgue zu sprechen kam. Blum verlangte den Rücktritt lies Kabinetts und Neuwahlen auf Grund eines neuen Wahlrechtes. Sollte aber ein faschistisches

Berlin, 21. Juli. (DNB.) Da die Reden Hitlers und Heß infolge der bekannten Ab­hängigkeit der französischen Presse nicht das Echo in der Öffentlichkeit gefunden haben, das das fran­zösische Volk empfindet, hat der Pariser Bericht­erstatter derD A Z." den Führer der zur Zeit stärksten nationalfranzösischen Bewegung, derSo- lidaritL Franchise", Jean 9t e na u b , um eine Aeußerung gebeten. Der Schriftsteller Jean Renaud, der a l s Major im Felde verwundet und während der letzten Februar-Unruhen auf der Place de la Concorde verhaftet wurde, erklärte u a Die Rede von Rudolf Heß scheint mir die größte Aufmerksamkeit zu verdienen weil sie m u - tiq ist und weil sie geradewegs auf eine noch um­strittene Wahrheit hinsteuert, nämlich eine Wahr­heit, die den Zusammenschluß d er st arten Mächte gegen die revolutionären Ele­mente und die politisch Gewlnnsuch- tl§ufn bie^rage:Glauben Sie an den Erfolg einer solchen Annäherung?" antwortete Jean Re­naud:Zweifellos, weil 'ch. den Glauben a n bie Macht ber Autorität habe, bie einzig unb allein imstande ist, den Frieden'zu gewähr­leisten. Sehen Sie, ebensowemg wie man einen starken Mann angreift, greift man em mächtiges

frieden gebrochen habe.

Don den verschiedenen Möglichkeiten einer Bei­legung des entstandenen Konfliktes wurden Sonn­tag nur zwei ernstlich erwogen: Entweder Tardieu und Herriot verlassen beide, sei es freiwillig, sei es mit Hilfe einer Kabinetts­demission mit Neubildung durch Dournergue, den Kreis der Minister, oder beide verbleiben provisorisch bis zum Ende der Parlaments­ferien im Kabinett. Herriot, so behauptet man in gewissen gewissen politischen Kreisen, würde unter Umständen die Zeit bis zu seinem Austritt aus dem Kabinett dazu benutzen, um auf dem Lande in Reben und Vorträgen das stark gesunkene Ansehen der radikalsozialistischen Partei wieder zu heben. Denn Herriot hat im Gegensatz zu den meisten führenden Persönlichkeiten seiner Partei weder durch die Ereignisse des 6. Februar noch durch die Skandale Schaden erlitten.

Volk in Waffen."

Der französische Kriegsminister fordert praktische Ausbildung der Reserveoffiziere und der Jugend.

Paris, 22. Juli. (DNB.) Die Landestagung des Verbandes französischer R e s e r v e 0 f f i z i e- r e hielt am Samstag unter dem Vorsitz des frühe­ren Ministers Desire F e r r y in St. Malo ihre letzte Sitzung ab. Die 800 Abgeordneten der ver­schiedenen französischen Reseroeoffizierverbände be­schäftigten sich hauptsächlich mit den verschiedenen Problemen,der nationalen Verteidigung. Im Anschluß daran wurde das Saarproblem ausführlich besprochen und der bezeichnende Wunsch geäußert, daß die französische Regierung schon jetzt die notwendigen Maßnahmen er­greifen möge, um die französischen B e - sitzungen jenes neutralen Territoriums, dessen Schicksal durch eine kommende Abstimmung ent­schieden wird, und auf dem sich die Deutschen schon jetzt als Herren und Meister aufspielen (!), zu schützen. In diesem Sinne bringt die Versamm­lung den Wunsch zum Ausdruck, daß die französische Regierung im Saar-Gebiet eine rege Propa­ganda unternehmen möge, die den Saarbewoh- nern beweise, daß Frankreich sie nicht ver­gesse.

KnegSmimster Marschall peiain hielt auf der Tagung eine Rede über die Aufgaben der Reserveoffiziere. Der nächste Krieg werde wie ein Blitzschlag ausbrechen. Die Reserve­offiziere müßten sich schon im Frieden auf die schweren Aufgaben oorbereiten, die ihnen plötzlich bei Kriegsbeginn zufielen. Pötain empfahl den Re­serveoffizieren, sich nicht mit der theoretischen Aus­bildung zu begnügen, sondern ihren Privatberuf von Zeit zu Zeit zu unterbrechen, um an den

Paris, 22. Juli. (DNB.) lieber die einstündige Unterredung, welche am späten Nachmittag des Samstag zwischen Dournergue und dem 'Justiz­minister C h e r 0 n auf dem Landsitz des Minister- vräsidenten stattgefunden hat, ist strengstes Still­schweigen bewahrt worden. Cheron hat die Fahrt nach Südfrankreich Tournefeuille, das Landhaus Doumergues, liegt in der Nähe von Toulouse im Kraftwagen unternommen und befand sich Sonntagmorgen bereits wieder auf dem Rückweg nach Paris. Es kann jedenfalls als feststehend an­gesehen werden, daß Dournergue nicht daran denkt, den Konflikt zu benützen, um sich selb st wieder aus der Politik zurück- z u z i e h e n. Vielmehr rechnet man bestimmt mit der Wiederher st ellung der Einigkeit im Burgfriedenskabinett Dournergue. Der Minister­präsident trifft am Dienstag in Paris ein. Am Mitt­woch wird unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republick der entscheidende Ministerrat stattfinden, der über die künftige Zusammensetzung des Kabi­netts Klarheit schaffen wird.

Durch die Parlamentsferien und das Fehlen der Aufregung in den Wandelgängen der Kammer konnte eine besonnenere Beurteilung der Lage in den maßgebenden politischen Kreisen rasch Platz greifen. Man ist sich auf beiden Flügeln des Regierungslagers in dem Wunsche einig, unter allen Umständen wenigstens bis zum Herbst am Kabinett der nationalen Einigung festzuhal - t e n. Die Sonntagspresse gibt beredten Ausdruck darüber.Schluß mit der Politi k", schreibt Matin" und fügt daran die Aufforderung, die wirt­schaftlichen Belange des Landes und aller Stände an die erste Stelle zu fetzen. Sowohl den Radikal­sozialisten wie den Konservativen wird vor Augen gehalten, daß der Streit lediglich der marxi­stischen Einheitsfront zugutekomme. DerJour" äußert sich dahin, daß das Verschwin­den des Kabinetts Dournergue eine Kata­strophe für das Land bedeuten würde. Der Gegensatz der beiderseitigen Auffassungen besteht dann, daß die Rechte der Ansicht ist, Tardieu habe von seinem guten Recht als Zeuge vor dem parla­mentarischen Untersuchungsausschuß Gebrauch ge­macht, als er Chautemps auf das heftigste in der Stavisky-Affäre beschuldigte, ^ie Radikalsozialisten verlangen dagegen den Rück t t Tardieus, weil er einen politischen Angriff auf lyre Partei . nd deren Führer gemacht und damit den politischen Burg-

Ruhigere Beurteilung der innerpolitischen Lage in Frankreich.

Das Kabinett des Burgfriedens soll bis zum Herbst im Amt bleiben.

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^ftraar Haben Sie bestimmte Gedanken einer Verbindung in diesem Sinne?" Antwort:Ja e in Bündnis zwischen Frankreich Deutsch- land und Italien. Dann werden die übrigen Staaten genötigt sein, sich mit dieser mächtigen Ein­heit zu verständigen. Vor allem die Sowjetunion und die revolutionären Kräfte in allen Staaten."

ftrage- Und wie wird sich England dazu stel-

fen?" Olntroort:Hierüber habe ich nur meine per-1u----------, _

föniidje Ansicht; England wird, und das ist auchIden und Freimaurer m öie Arme der Sow