zreitag, 23. Marz 1934
184. Jahrgang
Nr. 70 Erstes Blatt
__ — Annahme von Anzeige«
Erfcheml täglich, außer ® W für die Mittagsnummer
Sonntags unb Feiertag« ▼ . . . . . . Y ▲ A A bis8>/,Uhrb-sVormittag,
UZ- miAKOttoy ,1 bsh$
W-Z General-Anzeiger für Oberhessen WM
richten. Anzeiger Gießen Vereins- u. Tageskalender
8ronN?m Main 11686 Druck unb Verlag: Vrühl'jche UniverfitStr Such- und Steinbruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftrftelle: Schulftrahe 7 im T-xtt°ii 12 Rps. je mm
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Der Haushaltsvoranschlag des Reiches für 1934/35 mit 6,4 Billiarden in Einnahmen und Ausgaben verabschiedet. Künftig zweimalige Auslosung der Anleiheablösungsschuld. — Tlachtbackverbot bis zum 30. September ausgehoben.
Ein umfangreiches Gesehgebungswerk.
nicht selten niedrig st en Motiven entspringen. Der preußische Justizminister kerrl hat deshalb an die ihm unterstellten Staatsanwaltschaften einen scharfen Erlaß gerichtet, der die Bekämpfung des Denunziantentums zum Gegenstand hat. In dem Erlaß wird darauf hingewiesen, daß sowohl die Reichsregierung, wie auch die preußische Regierung wiederholt
die Niedrigkeit und Verächtlichkeit des Denunziantentums gegeißelt und den festen Willen bekundet hatten, gegen diese widerwärtige Erscheinung mit aller Schärfe vorzugehen. In Verfolg dieser Bestrebungen ersucht der Minister die Slrasverfol- gungsbehörden, gegen Denunzianten mit allem Nachdruck einzuschreiten.
Die ReichsfiMalter Bürgen der Reichseinheii.
$ür Wirtschafts- und Finanzpolitik allein die zentralen Reichsstellen zuständig.
Chinas ringender Nationalismus.
Von Otto Corbach.
Warum finden die politischen Ereignisse im Fernen Osten, die die ganze Welt zu erschüttern beginnen, in Europa so verhältnismäßig wenig wirkliches Verständnis? Weil man in der Gegenwart oder jüngsten -Vergangenheit nach geeigneten Vergleichs maß st äben sucht, die nur in den ersten Jahrhunderten der neuzeitlichen Entwicklung des Abendlandes zu finden find. Für die Völker Ostasiens bedeutet die Ueberwindung der größten Wasser wüste, des Stillen Ozeans, einen ähnlichen Vorgang wie die Ueberque- rung des Atlantischen Ozeans für die Völker Europas. England bildete, solange das romantische Mittelmeer das Haupthandelsmeer war, die „tote Ecke" Europas. Die Blockierung der alten Handelsstraßen nach dem Orient durch die Eroberungen der Türken und die dadurch angeregte Entdeckung einer „neuen" Welt jenseits des Atlantik machten dagegen England in langwierigen Kämpfen mit festländischen Kolonialmächten zum Hauptschaupla^ für die Vermittlung zwischen „alter" und „neuer' Welt. Dem entspricht die Wandlung Japans von einer „toten Ecke" Asiens zum Hauptverkehrsmittelpunkt und Haupt-Machtzentrum im Fernen Osten.
Natürlich muß man bei solchen Vergleichen das sprichwörtliche „Körnchen Salz" berücksichtigen, aber man wird auch den ungeheuren Schwierigkeiten, mit denen die Chinesen zu kämpfen haben, um die durch fremde Seemächte hervorgerufenen Gleichgewichtsstörungen auf dem asiatischen Festlande zu überwinden, besser verstehen, wenn man sich vergegenwärtigt, was alles' der europäische Kontinent an kriegerischen Wirren in den Jahrhunderten durchzumachen hatte, die der Entdeckung Amerikas folgten. Dabei bedingen die inzwischen erzielten gewaltigen Fortschritte der Verkehrs- und Kriegstechnik, daß sich die Beoölkerungsmassen Asiens in Jahrzehnten neuartigen äußeren Verhältnissen anpassen lernen, die die Völker des Abendlandes Jahrhunderte dazu in Anspruch nehmen ließen. Auf lange Sicht ist inzwischen auch die Machtausbreitung Japans auf dem Kontinent nicht beunruhigender, als es einst für die kontinentaleuropäischen Völker die militärischen Eroberungen Englands diesseits des Kanals waren.
Während die Entfaltung des Seeverkehrs auf dem Stillen Ozean Japan gleichsam aus einem jahrtausendelangen Dörnröschenschlaf weckte und ihm für die Ausnützung eines ungemein vorteilhaften Lagenwechsels die ihm selbst mangelnden Rohstoffe wie die technischen Mittel für eine moderne Entwicklung zur Verfügung stellte, raubte sie China das Hauptelement seiner Sicherheit. Die ungeheure Weite des Stillen Ozeans hatte das Reich der Mitte Jahrtausende hindurch gegen überseeische Feinde geschützt. Es brauchte sich nur gegen „Barbareneinbrüche" aus dem Innern Asiens zu verteidigen, dessen Sandwüsten ihm einen ausreichenden Schutz auch gegen abendländische Eroberungszüge zu Lande boten. Wohl wurde es wiederholt'von Nomadenhorden aus Steppengebieten Jn- nerasiens unterworfen, aber die Möglichkeit rascher Vermehrung in fruchtbaren Stromebenen gestattete dem chinesischen Volke regelmäßig, vermöge seiner überlegenen Kultur die wenig zahlreichen Eroberer rasch in sich aufzusaugen. Jedenfalls konnte es sich in langen friedlichen Zeiträumen, den Rücken der Küste zugewandt, ungestört west-, süd- und nordwärts ausbreiten, bis es, auf mehrere Hunderte von Millionen angewachsen, einen unüberwindlichen einheitlichen Block bildete, dessen Vorposten sich an den uralten, nach Europa führenden Handelsstraßen vortasteten und auch die Herrschaftsgebiete der nomadisierenden Steppenbewohner immer mehr auflockerten.
Die Entfaltung des modernen Seeverkehrs auf dem Stillen Ozean brachte eine stürmische Entwicklung von Handels- und Industriestädten an der Küste und eine Verödung des Binnenhandels, eine Umwandlung des Dranges nach Jnnerasien in einen solchen nach den Küstengebieten, unter den Schutz fremder Schiffsgeschütze, mit sich, mit der Zeit einen völligen Zerfall des alten Kultur- und Wirtschaftsorganismus zugunsten der Bildung moderner „Wasserköpfe" m den Küstenstrichen, wo die fremden Machte kraft ihrer Seeherrschaft das Austauschverhältnis zwischen Ein- und Ausfuhr zur See kontrollieren.
Braucht es wunderzunehmen, daß feit dem Zusammenbruch des alten Kaiserreiches die regionalen Interessen immer weniger den auf einen neuen politischen Ausdruck für eine uralte Kulturgemem- schast hindrängenden Bestrebungen entsprechen? Daß die militärischen Machthaber im Innern des riesigen Landes immer wieder versuchen, einer durch Abschnürung vorn Weltverkehr mit Ersticken be= drohten Bevölkerung durch Vorstoße nach der Küste Luft zu schaffen wo von einheimischem oder fremdem Handelskapital genährte Monopole das „rückständige A"terland aus- wuchern? Diesem Gegensatz zwischen Wirtschafts- Traditionalismus der inneren Provinzen und einem modernen rationalistischen Kommerzialismus blühender Handels- " o Ind ustriestädte, Toren zum Weltverkehr über den großen Ozean, oder den Widersprächen zwischen den die See beherrschenden fremden Kolonialmächten entsprangen die chinesischen B u rger- kriege der letzten Jahrzehnte; aber weltgeschichtlich bedeuten diese nur die Geburtswehen einer Einheitsbewegung, die mit einem vielversprechenden ideologischen wie machtpolitischen Elan im Süden begann, um mit der Fortbewegung ihres organisatorischen Mittelpunktes von Kanton über Wuhan
DieDonnerstagssitzungdesNeichskabinetts.
Berlin, 22. März (DNB.) Das Reichs- k a b i n e 11 beschäftigte sich in der Sitzung vom 22. März in mehr als vierstündigen Verhandlungen in der Hauptsache mit dem Reichsetat für 1934/35. Das vom Reichsfinanzminifter vorgelegte und eingehend begründete Reichshaushaltsgesetz Ür das Rechnungsjahr 1934 wurde verabschiedet. Der Reichshaushaltsplan ist ausgeglichen und chließt in Einnahme und Ausgabe mit rund 6,4 Milliarden RM. ab. Die beiden Seiten des Haushalts weisen mithin gegenüber dem Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1933 eine Steigerung um rund 500 Millionen RM. auf, die auf der Ausaabenfeite, insbesondere durch Ausgaben zur Abdeckung der Vorbelastung für die verschiedenen A r d e i t s b e s ch a f f u n g s- mahnahmen bedingt ist.
Ferner verabschiedete das Reichskabinett ein Gesetz zur Aenderung und Ergänzung von Vorschriften auf dem Gebiete des Finanzwesens. Der hauptsächlichste Zweck dieses Gesetzes ist, über verschiedene Gesetze verstreute Vorschriften finanzieller Art in einer Weise umzugestalten, die den erhöhten Anforderungen, die die Wiederaufrichtung des Wirtschaftslebens an die Finanzkraft des Reiches stellt, besser als bisher gerecht wird. Zu diesem Zweck werden u. a. das Garantiesonder- vermögen für Exportkredite und der Anleihetilgungsfonds aufgelöst, wobei jedoch Vorsorge getroffen ist, daß die Erfüllung der bisher mit deren Hilfe zu bewirkenden Leistungen nicht beeinträchtigt wird. Auch wird an Stelle der bisher nur einmaligen Auslosung der A n - leiheablösungsschuld des Reiches in Zukunft eine zweimalige Auslosung zum 1. Oktober und zum 1. April erfolgen.
Unter den zahlreichen Vorlagen, die in der heutigen Sitzung weiterhin vom Reichskabinett verabschiedet wurden, sind zu nennen: Ein Gesetz über den Verkehr mit industriellen Roh st offen und Halbfabrikaten, durch das die Versorgung der Industrie mit den lebenswichtigsten Rohstoffen in einer wirtschaftlich möglichst günstigen Verteilung sichergestellt wird. Zu diesem Zweck werden Ueberwachungsstellen für bestimmte Warenarten errichtet. Ferner ein Gesetz zur Ordnung der Arbeit in öffentlichen Verwaltungen und Betrieben, ein Gesetz über die Heimarbeit, ein Gesetz über Verkehr mit Tieren und tierischen Erzeugnissen, ein Gesetz über die einstweilige Neuregelung des Straßen- wesens unb der Straßenverwaltung, ein Gesetz über die Aenderung der Vorschriften über die Ehrengerichtsbarkeit b e r Rechts anwaltschaft, ein Gesetz über weitere Maßnahmen auf bem Gebiet ber Zwangsvollstreckung unb ein Gesetz zur Aenberung bes Gesetzes zur Wieberherstellung bes B e - rufsbeamtentums. Danach sollen u. a. auch bie §§ 5 unb 6 biefes Gesetzes bis zum 30. Sep- tember 1934 in Geltung bleiben. Schließlich beschloß bas Reichskabinett, bas Nachtbackverbot für bie Zeit vom 1. April bis 3 0. September aufzuheben.
Die Beratungen bes Reichskabinetts über eine große Anzahl weiterer Vorlagen werben am Freitagnachmittag fortgesetzt.
Schärfste Maßnahmen gegen Denunzianten.
Anweisung zum Einschreiten an dieStaats- anwattschasten in Preußen.
Berlin, 22. März. (DRV.) Amtlich. Reuer- bings mehren sich wieder die Fälle, in denen namentlich gegen Persönlichkeiten, die im öffentlichen Leben stehen, und die leitenden Beamten von Behörden und verbänden erfundene und leichtfertig nacherzählte Verdächtigungen erhaben werden, die
nach Nanking an werbender Kraft durch innere Spaltungen immer mehr zu verlieren.
Interessante Einblicke in das Wesen der Krise, die die Nankinger Regierung oder, was so gut wie dasselbe ist, die persönliche Diktatur des Generals Tschiangkaischek, an innerer Stärke in dem Maße verlieren ließ, wie sie an äußerer Macht gewann, gewährt ein in Schanghaier Blättern erschienener Aufruf führender Kuomintang-Politiker, wobei es von besonderem Reiz ist, daß darin das neue Deutschland als vorbildlich hingestellt wird. Es heißt da:
„Es besteht ein schroffer Gegensatz zwischen der Nankinger Diktatur und der Diktatur, die wir empfehlen, zwischen der Nankinger Diktatur und ber Diktatur in Deutschland ... Ein fremder Bewohner Schanghais, der gerade aus Deutschland zurück- gekehrt ist, (ein Amerikaner, b. 23.) erzählt uns in
Reichsstatthalterkonferenz beim Führer.
Berlin, 22.März. (DRB.) Am 22.März fand in der Reichskanzlei eineSihung derReichs- st a l t h a l t e r statt, die den ganzen Vormittag in Anspruch nahm. Reichskanzler Adolf Hitler sprach über die staatspolitischen Aufgaben der Reichsstatthalter, wie sie sich aus der Durchführung des Gesetzes über den Reuaufbau des Reiches vom 30. Januar d. 3. ergeben. Rach den Ausführungen des Reichskanzlers sind die Reichsstatthalter, die der Dienstaufsicht des Reichsinnenministers unterstellt worden sind, die Träger des Willens der obersten Führung des Reiches, nicht aber die Sachwalter der einzelnen Länder. Ihre Aufgabe kommt nicht von den Ländern, sondern vom Reiche; sie vertreten nicht die Länder gegenüber dem Reiche, sondern das Reich gegenüber den Ländern. Der Reuaufbau des Reiches erfordert eine einheitliche klare und dauerhafte Konstruktion der Staatsverwaltung mit logischer Gliederung der Verwaltungseinheiten unter einer zentralen Reichsgewalt. Der Rationalsozialismus hat die historische Aufgabe, das neue Deutsche Reich zu schaffen, nicht aber die Aufgabe, die Länder zu konservieren. Somit sind die Reichsstatt- halter in er st er Linie hoheitsträger der nationalsozialistischen Idee und Sachwalter des Rationalsozialismus, nicht aber Verwaltungsträger eines bestimmten Staates.
Berlin, 22. März. (DNB.) Reichshandwerks- fährer Schmidt hatte zu einem Vortragsabend geladen. Er hob hervor, daß die Bestrebungen des Handwerks, die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zu fördern, nur bann Erfolg haben würben, wenn bie öffentliche Meinung unb ihr Vertrauen gewonnen fei. Dem Rufe bes Führers folge bas Handwerk mit feinen zahlreichen Betrieben, bie b r e i e i n = halb Millionen Menschen beschäftigen könnten, um alle Kräfte ber privaten Wirtschaft zu mobilisieren. Dabei erwarte er bie volle Unter- stützung ber B a n k w e 11. Eine blühenbe Bauwirtschaft sei ber Ausbruck einer blühenben Volkswirtschaft. Jnfolgebessen fei beren Neubelebung von entscheibenber Bebeutung für bie Arbeitsschlacht. Für bie Pläne bes Handwerks erbitte er von allen gelbgebenben Stellen denselben Mut und dieselbe Kühnheit für die Unterstützung, wie das Handwerk sie aufgebracht habe.
Dr. Weber sprach bann über „Die Selbsthilfe bes Handwerks zur Neuordnung ber privaten Bauwirtschaft mit bem Ziele ber finanziellen Entlastung von Reich unb Gemeinben". Der Reichsstanb bes Deutschen Handwerks habe in Verbindung mit den berufsständischen Versicherungsanstalten und bem BDA. burch bie Grünbung ber Ireubau A G. eine großzügige Selbsthilfe bes Hanbwerks organisiert für bie privatwirtschaft-
ben „North China Daily News", wie gut bie nationalsozialistische Partei organisiert ist, wie überall bie Treue von Millionen zum „Heil Hitler!" zutage tritt, unb baß unter nationalsozialistischer Herrschaft alle Anzeichen für bie Möglichkeit einer Erneuerung bes Lebens unb einer B e - Übung ber nationalen Hoffnungen sprechen. Herrn Hitlers starke Entschlossenheit und fester Wille, den Versailler Vertrag, den Deutschland als „ungerecht" betrachtet, trotz des französischen Widerstandes zu revidieren, hat ihm bie Unterstützung ber ganzen Nation gewonnen unb ihn vom nationalsozialistischen zum nationalen F ü hrer erhoben."
„Was bebeutete bemgegenüber bie Nankinger Diktatur? Offenbar ist sie nicht eine Diktatur ber Partei, weil bie herrschend Partei (bie Kuomintang) jetzt in sich zerfallen ist. Sie ist nur eine
Der Reichskanzler trug den Reichsstatthallern auf, dafür zu sorgen, daß ein felbsiändigesVor- gehen einzelner Partei- und Dienst- stellen in wirtschafts- und finanzpolitischen Dingen überall unterbunden wird, da für die Wirtschafts- und Finanzpolitik einzig und allein der Reichswirtschaftsminister und der Reichsfinanzminister und für die Getdpolikik und die Vankpolitik nur der Reichsbankpräsident zuständig seien. Ehe Lokal- und Landesstellen oder Dienststellen in der Partei und Parteiorganisationen wirtschaftliche ober finanzielle Anordnungen treffen, müsse in jedem Falle eine vorherige Klärung mit der zentralen Reichsbehörde stattgefunden haben. Dies gelte naturgemäß auch für alle anderen Verwaltungszweige. In diesem Zusammenhang sprach der Reichskanzler in längeren Darlegungen über die notwendige Einheit zwischen Staat und Partei.
Im Anschluß an die Darlegungen des Reichskanzlers gab Reichsinnenminister Dr. Frick noch verschiedene Verwaltungsanweisungen bekannt, die die Durchführung der von dem Reichskanzler vorgetragenen Grundsätze gewährleisten sollen. An den Besprechungen nahmen sämtliche Reichsstatthalter, der Stellvertreter des Führers Reichsminister Heß, der preußische Ministerpräsident General Göring, die Staatssekretäre Dr. Lammers und Funk sowie der Stabsleiter des Stellvertreters des Führers, Reichsleiler Bormann teil.
liche Betätigung in ber Bauwirtschaft. Als Aufgabengebiet komme in erster Linie bie bautechnische unb finanzielle Beratung bau« luftiger Volksgenossen in Frage. Bei ber finanziellen Beratung sei unbebingt Ziel ber Treubau, bie Vollfinanzierung jebes Projektes sicherzuftellen, bamit roeber ber Bauherr, noch bie ausfährenben Hanbwerker Schäbigungen erleiben. Voraussetzung sei, baß ber Bauherr ein Eigen- kapital von minbestens 20 bis 30 v. H. bes Bau - unb Bobenwertes burch Sicherstellung nachweise. Die besonbere Schwierigkeit ber Beschaffung ber zweiten Hypothek wolle bie Treubau nicht mehr auf bem Wege über öffentliche Hilfe, fonbern burch Einschaltung bes Gemeinschaftssparens sehen. Durch bie 20prozentige Kapitaleinzahlung unb starke Tilgung werbe bie Zuteilunasmöglichkeit so verstärkt, baß bie Zahl ber wartenden Sparer außerorbent- lich gering sei. Die Treubau habe ben Plan ber Einschaltung bes Bausparvertrages mit ber bem Hanbwerk nahestehenben B a u sparkaffe „Deutscher Bausparer A G." Köln ausgearbeitet unb bie grunbsätzliche Genehmigung bes Reichsaufsichtsamtes gefunben. Sie sei aber nach biefer Vorarbeit bereit, mit öffentlichen unb anberen privaten Bausparkassen auf ähnlicher Grunblage zusammenzuarbeiten.
Diktatur einzelner Personen ... Was bie Diktatur in Deutschlanb tut, hat bie sichere Wirkung, bas Vertrauen unb bie Achtung ber Nation zu gewinnen; was hingegen bie Diktatur in Nanking tut, hat bie unfehlbare Wirkung, sich bas Vertrauen unb bie Achtung ber Nation zu verscherzen. Daß bie eine willkommen geheißen wirb, um lange zu bauern unb zu blühen, unb baß bie an- bere bestimmt ist, angefeinbet unb überrounben zu werben, bebarf keiner Frage. Eine solche Diktatur, bie man wohl als eine mittelalterliche „autokratische" bezeichnen kann, ist nicht bas, was wir wünschen. Wir wünschen eine Regierung in Nanking, bie stark unb zentralisiert ist unb boch bem Willen des Volkes gemäß hanbelt ... Wir wünschen einen Diktator, ber feine ganze Kraft für bie Rettung bes Laubes einsetzt unb dessen Politik unb Handlungsweise es recht.
Selbsthilfe des Handwerks bei Finanzierung privater Bauvorhaben.


