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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

M. 46 Dritter Blatt

Der Zustrom nach dem ÄO.Zanuar

Geschichte, den

Dieses Ziel hatte higsten politischen

12. November 1933, zu er­reichen.

schon Bismarck, einer der-

der Erde kann sich rühmen, den deut- chen Menschen mit der Waffe in der Hand besiegt zu haben. Erst als Verräter und Lumpen in unserem Volke aufstanden, war es möglich geworden, das deutsche Volk in die Knie zu zwingen. Es wurde gesagt, wir hätten den Weltkrieg verloren, weil der deutsche Offizier versagt hätte. Das ist eine Behauptung, der wir Nationalsozialisten bewußt entschieden entgegentre­ten müssen. Der deutsche Offizier hat im­mer auf seinem Posten gestanden, auch während des Weltkrieges.

Wir haben den besten Offizier der Welt gehabt und haben ihn heute Golt sei Dank wieder.

Hätten wir während des Weltkrieges eine Volksgemeinschaft gehabt wie heute den Natio­nalsozialismus, jeder ein und dasselbe Brot gegessen, niemals hätte Deutschland besiegt werden können.

(Stürmische Zustimmung.) Dann kam die Zeit der Knechtung und der Unehre, hervorgerufen durch die Uneinigkeit des deutschen Volkes. Auch hier zeigte sich das ungeheure Verhängnis des Standes- und Kastendünkels. Deshalb lautet unsere Parole als Nationalsozialisten:

hinweg mit jedem Standesdünkel und Klassen­geist. Wir lehnen es ab, den deutschen Men­schen nach seiner Arbeitskraft zu beurteilen, sondern wir hallen es für richtig, den deutschen Menschen nach seinem inneren Kern und nach seinem Charakter zu beurteilen.

Wir haben dafür zu sorgen, daß jener verhäng­nisvolle Geist der Vergangenheit für immer der Vergangenheit angehört. Wenn früher aus jenem Geist heraus Fehler gemacht worden sind, so müs­sen wir diesen deutschen Menschen jetzt zeigen, daß sie ebenso deutsche Volksgenossen wie jeder andere sind. Die Aufgabe des Bürgers und In­tellektuellen muß es insbesondere sein, die Brücke zu den einfachen deutschen Menschen zu schlagen, ihnen die Hand ent­gegenzustrecken und sie als vollwertige Volksgenos­sen und Mitträger des Staates heranzuziehen.

Wenn diese einfachen deutschen Menschen wie­der empfinden, daß sie als vollwertig zum Staate herangezogen werden und ihnen Ge­rechtigkeit zuteil wird, dann ist Deutschland gerettet für alle Zukunft.

(Starker Beifall.)

deinen Raum.

Denunzianten verfallen der Verachtung, Anonymes dem Papierkorb.

In diesem Reigen verdienen dieStammgäste" benfalls erwähnt zu werden. Sie kommen auf die Dienststellen, sprechen von Wind und Wetter und wenn sie gehen, fragt man vergebens, warum sie Zekommen sind. Hier könnte vielleicht die Ansicht Aufkommen, daß es sich um Zeitgenossen handelt, l*ie sich gerne bekannt und beliebt machen.

Volksgenossen, entziehen Sie nicht oberflächlich oder gedankenlos die Dienststellen der Partei und deren Politische Leiter ihren eigentlichen Aufgaben durch ewige ellenlange Eingaben und Schriftsätze!

Wenn nach gewissenhafter Prüfung die Notwendig- !»it eines Verkehrs mit den Dienststellen vorliegt, 'd wenden Sie sich im Interesse einer schnellen, ordnungsmäßigen Erledigung gleich an die richtige Stelle. Gemeinnutz geht vor Eigennutz. D i e '.LSDAP. ist zum Gemeinnutz da!

Köpfe, die Deutschland je gehabt hat, erstrebt. Bismarck schuf zwar das Deutsche Reich, aber es gelang ihm nicht, gleichzeitig auch ein einiges deutsches Volk zu schaffen. Diesem Ziel stellte sich damals innerhalb des deutschen Volkes

Oie Aufbauarbeit der NSDAP.

Große Kundgebung der Gießener Parteiorganisation im Cafe Leib

Die Ortsgruppe Gießen der NSDAP, trat gestern abend mit einer eindrucksvollen Kund­gebung im Caf6 Leib vor die Oeffentlichkeit. Der große Saal war schon lange vor Beginn der Ver- ammlung vollbesetzt. Schneidige, instrumental her­vorragende Musik der Kapelle der SA.-Reserve un­terhielt die Besucher bis zum Beginn der Kundge­bung in schönster Weise. Die SS. versah in ge­wohnt strammer und ausgezeichnet disziplinierter Art den Ordnungsdienst. Der Auftakt zu der Kund­gebung ließ keinen Wunsch offen ...

Mit dem Einmarsch der SS. und anschließend der Fahnengruppen begann die Kundgebung. Dann aab der Versammlungsleiter Pg. Schmelz, der Kreispropagandaleiter unserer Kreisleitung, bekannt, daß der als Redner angekündigte Gaupropaganda­leiter Müller-Scheld infolge plötzlicher Be­rufung nach Berlin in letzter Stunde absagen mußte. An seiner Stelle sprach

der stellvertretende Gaupropagandaleiter Müller in etwa l'/sstündiger temperamentvoller und zün­dender Rede, in der er u. a. sagte:

Ein Jahr nationalsozialistischer Macht- und Kraft­entfaltung liegt hinter uns. In diesem ersten Jahre ist an positiver nationalsozialistischer Arbeit unge­heures geleistet worden, so viel, daß auch diejeni­gen, die bei unserer Machtübernahme uns noch höhnisch oder lächelnd gegenüberstanden, ihr Urteil schon lange geändert haben. Die damals führenden Leute der SPD. behaupteten, der Nationalsozialis­mus werde in sechs Wochen abgewirtschaftet haben. Das Zentrum gab uns sogar acht Wochen Zeit. Nun ist ein Jahr vergangen, und der Nationalso­zialismus ist in Deutschland immer noch an der Macht.

Dieselben Herrschaften, die damals jene Ur­teile fällten, sagen heute, daß sie der natio­nalsozialistischen Weltanschauung als Regie­rungsbasis in Deutschland bereits eine Lebens­dauer von 70 bis 150 Jahren geben.

Jene Leute hinterließen uns keinen geordneten Staat, sondern einen Trümmerhaufen, ein total verschuldetes Volk, eine gewaltige Arbeitslosen­armee, bis zum Wahnsiny gestiegene Konkurs­ziffern. Heute nach einem Jahr sieht es in Deutsch­land ganz anders aus. Rein wirtschaftlich gesehen, ist es dem Nationalsozialismus gelungen, inner­halb kurzer Zeit über zwei Millionen Arbeitslose in Arbeit und Brot zu bringen. Die Stabilisierung der Wirtschaft kann sich natürlich nicht ohne weiteres bis zum letzten Glieds hin bemerkbar machen. Die Konkursziffern von 1933 liegen bereits 50 bis 80 v. H. unter den Ziffern von 1932. Die deutsche Auslandverschuldung ist von 19,5 auf 12 Mil­liarden zurückgegangen. Wir wollen natürlich nicht behaupten, daß wir das deutsche Volk schon aus aller Not befreit hätten.

Durch diese wirtschaftlichen Erfolge haben wir aber den Weg gezeigt, der unser Volk aus der Not und dem Ehaos herausführt, und mit unserer bisherigen Arbeit haben wir die Grundlagen für den Wiederaufbau geschaffen.

Politisch und kulturell ist zu sagen: früher hatten wir nur einen Parteienstaat, überall nur Jnter- essentenhaufen, jeder Wirtschaftszweig war nur für sich selbst und seine eigenen Interessen organisiert. Früher wurde vom Mittelstand über die Löhne und Gehälter der Arbeiter, Angestellten und Beamten geschimpft. Die Löhne und Gehälter wurden ab­gebaut, die Beamtengehälter sogar auf Stottern gezahlt. Aber diejenigen Leute, die damals die Löhne und Gehälter bekämpften, haben damit nur sich selbst bekämpft, denn die Kaufkraft der Bevölkerung sank immer mehr, und mancher Geschäftsmann hatte am Abend keine Tageskasse mehr. Viele konnten sich dann nicht mehr halten. Aehnlich war es auch bei allen an­deren Ständen.

Der Nationalsozialismus hat es als dringende Notwendigkeit erkannt, Schluß zu machen mit dem gegenseitigen Bekämpfen und dafür die deutsche Einigkeit zu schaffen. (Starker Beifall.)

Keine der früheren Parteien hatte ihre Aufgabe darin erblickt, die Einigkeit im deutschen Volke zu fördern. Um der Schaffung dieser Einigkeit willen gab es für den Nationalsozialismus nur eine Losung: Vernichtung sämtlicher früheren polit-ischen Gebilde von den Kommunisten über das Zentrum hinweg bis zu den Deutschnationalen. Hätten wir diesen reinen Tisch nicht gemacht, dann hätten wir die Einigkeit im deutschen Volke nicht so weit ge- i bracht, wie wir sie heute haben. Deutschland konnte auch nicht mehr von einer eigenen deutschen Kul­tur sprechen. Ueberall war die Verjudung festzu- stellen, die bestrebt war, den inneren deutschen ; Wesenskern zu vernichten. Innerhalb eines Jahres ; haben wir mit jenen Herrschaften aufgeräumt.

Durch dieses radikale Durchgreifen war es uns

1 möglich, die Einigkeit des deutschen Volkes her­zustellen und den größten Tag der deutschen

Es wurde bisher oft gesagt, daß die nach dem 3 0. Januar zu uns gekommenen Menschen nicht vollwertig, keine Nationalsozialisten seien. Ich möchte doch sagen, daß es zum mindesten als grundfalsch,' wenn nicht sogar als Verbre­chen an der Volksgemeinschaft zu be­zeichnen ist, die Behauptung aufzustellen, jene Volksgenossen seien nicht vollwertig. Die national­sozialistische Bewegung hat 14 Jahre lang um die Seele des deutschen Volkes gerungen. Der Augenblick, wo wir diese Seele gewannen, be­deutete den größten Sieg des Nationalsozialismus. Warum waren die jetzigen Millionen nicht vor­her schon bei uns? Dazu ist zu sagen, daß die meisten bis zur Machtübernahme den Natio­nalsozialismus in seiner Tiefe über­haupt nicht kannten, sondern ihn nur auf Grund der Lügen oder der Zerrbilder unserer Feinde ansahen. Nach der Machtübernahme erkann­ten jene Menschen durch die Flucht und die Korrup­tion ihrer Führer, wie auch durch den Schwung der nationalsozialistischen Revolution und die Taten der nationalsozialistischen Regierung, daß sie jahrelang irregeleitet worden waren.

Sie sahen jetzt Dinge geschehen, für die sie jahrelang selbst gekämpft hatten und für die sie Mitarbeiten wollen. Es wäre ein Wahnsinn, diese Menschen, auch wenn sie vorher Kommu­nisten waren und nur das Bestreben hatten, Mensch zu sein, jetzt abzulehnen.

Auch die Z e n t r u m s w ä h l e r, die bisher an die Phrasen ihrer Führer glaubten und Angst um die Religion und die Kirche hatten, erkannten bei der Machtübernahme durch uns ihren Irrtum. Auch sie stellen die Taten des Nationalsozialismus jetzt den Zentrumsführern gegenüber, von denen sie nun sehen, daß auch sie korrupt gewesen sind. Die ehrlichen Menschen und früheren Zentrumswäh­ler kommen zu uns, weil sie aufrichtig mitarbeiten wollen. Deshalb wäre es ein Verbrechen, diese Volksgenossen als nicht vollwertig zu erklären. So­weit sie bis jetzt noch nicht voll und ganz National­sozialisten sind, ist es unsere Aufgabe, sie geiftig umzuge st alten und z u erziehen.

Allerdings waren nicht alle, die nach dem 30. Januar zu uns gekommen sind, von ehr­lichem Wollen beseelt. Die politischen Konjunkturritter, die sich immer auf den Boden der Tatsachen stellten, kamen auch zu uns und glaubten, sie könnten nun ihre alte Pro­fi t j ä g e r e i unter der Flagge des National­sozialismus betreiben.

Diesen Menschen sagen wir schärfsten Kampf an, weil sie durch ihre Handlungsweise ein fal­sches Bild vom Nationalsozialismus geben. Wir haben nichts zu tun mit jenen Menschen, die wohl nach außen hin als Nationalsozialisten sich geben, aber innerlich keine Nationalsozia­listen sind.

Schon innerhalb kurzer Zeit wird es uns möglich sein, diese Elemente auszuscheiden und ihnen klarzumachen, daß das deutsche Volk sie a b l e h n t und sie in der deutschen Volksgemein­schaft isoliert stehen. (Beifall.) Der National­sozialismus wird immer nur durch die T a t bewiesen.

Eine andere Kategorie sind die Leute von der schwarzen Couleur, die für ihr Handeln immer nur die Kirche und Religion vorschieben, obwohl die Religion und die christliche Kirche nichts zu tun haben mit ihrer Handlungsweise. Das sind die Leute, die in O b e r s ch l e s i e n ihren eigenen Weg gehen, es im Rheinland mit dem Separa­tismus hielten und auch von der M a i n l i n i e sprachen, die immer nur ihre Sonderpolitik trieben. Die anständigen Zentrumsführer stehen heute längst in der nationalen Aufbaufront, und die Zentrumswähler selbst haben nichts zu tun mit jenen Menschen, die die Religion und die Kirche zu ihrer politischen Geschäftemacherei herunterzogen.

Im nationalsozialistischen Staat werden die Kirche und die Religion geschützt und gefördert mit allen Mitteln. In unserem Staate sollen Kirche und Religion berufen sein, die kultu­rellen, religiösen und sittlichen Belange des deutschen Volkes zu wahren und auszubauen, nicht aber als Deckmantel für Sonderbestre­bungen zu dienen, um die Einigkeit des deut­schen Volkes zu stören.

Durch das Konkordat sind Kirche und Religion ge­schützt, aber nicht gewissenlose Hetzer, die die Ge­meinschaft des deutschen Volkes stören wollen. Wir denken nicht daran, die Einigkeit unseres deutschen Volkes stören zu lassen. Mit Recht hat Dr. Goebbels erst kürzlich betont, daß unsere Geduld nunmehr zu Ende ist und wir den Wühlmäusen Vie Zähne ab­brechen werden. (Starker Beifall.) Wohin die Tättgkeit dieser Leute führt, sehen wir jetzt zur

Genüge in O e st e r r e i ch, wo das Volk leidet wie in keinem anderen Lande der Welt. Von dort wird von jenen Herrschaften mit den g r ö b st e n Lügen und Verleumdungen gegen uns gearbeitet. Demgegenüber können wir nur sagen, daß wir es nicht nötig hatten, Galgen auf- z u r i ch t e n und daß wir auch keinen schwerver­letzten Menschen auf der Tragbahre zum Galgen gebracht haben, um ihn zu hängen. (Pfui-Rufe.) Daran kann man jene Leute erkennen. In Oester­reich haben jene Leute noch immer nicht den Mut gehabt, das Volk zu befragen.

In Deutschland hat das Volk seinem Führer schon nach wenigen Monaten unserer Arbeit in überwältigender Weise sein Vertrauen bekundet.

Das österreichische Volk dagegen würde den Westen- taschen-Napoleon Dollfuß zum Teufel jagen.

Eine dritte Kategorie von Volksgenossen möchte bei uns gerne wieder d i e Verhältnisse herbei­führen, unter denen Kaisers Geburtstage gefeiert wurden. Diese Leute sind nicht weiter ge- fäbrlich, und wir hätten sie auch unbeachtet ge­lassen, wenn sie nicht neuerdings eine Propaganda entwickelt und Aussprüche unseres Führers für ihre Propaganda mißbraucht hätten. In unserem Deutschland können wir keinen Führer gebrauchen, der sich bald so und bald so beraten und auch ab« schienen läßt, sondern

wir brauchen einen Führer, der selbständig handelt und entscheidet und seine Taten durch den Erfolg unter Beweis stellt.

Es geht hier nicht um die Person des früheren Kaisers. Es geht darum, daß wir nicht wieder die Herrschaft kleiner Cliquen in Deutschland haben wollen. Die Staatsform bestimmt das deutsche Volk selbst, nicht aber eine Clique von Leuten, die ein gewisses Interesse daran haben. Wir denken nicht daran, eine Propaganda dieser Leute zu dulden, wir werden diesen Herrschaften genau so scharf auf die Finger klopfen, wie den Kommunisten.

Wir Nattonalsozialisten haben nicht 14 Jahre lang gekämpft und gerungen, um den Kaiser auf den Thron zu sehen, sondern wir haben den Kampf geführt, um unserem Führer Adolf Hitler die Macht zu geben, damit er Deutschland retten kann.

(Langanhaltender stürmischer Beifall.)

Wir wollen t>en deutschen Geist der E i n i g k e i r und der Volksgemeinschaft noch stärker als bisher in den Vordergrund stellen, wir wollen im- me mehr den Zusammenhalt aller deut­schen Volksgenossen fördern, um dem Aus­land zu zeigen, daß das deutsche Volk sich wieder gefunden hat. Wir haben die nationalsozialistische Revolution durchgeführt, um die deutsche Ehre zu retten und sie für alle Zeiten zu sichern. Deshalb fordern wir auch die volle Gleichberechtigung mit den anderen Völ­kern, und wir werden von dieser Forderung nicht um ein Haar abgehen.

Wir haben alles zu tun, um unseren Führer zu stützen und zu stärken, damit er die Gleich­berechtigung für uns erringen kann.

Das Jahr 1933 war für uns das Jahr der ersten Vorbereitung. Das deutsche Volk hat keine Zeit, bei den bisherigen Erfolgen auszuruhen, sondern es muß noch größere Aktivität entfalten, als bisher. Mit regstem Eifer muß an der Verwirk­lichung der nationalsozialistischen Ziele gearbeitet werden.

Es geht darum, in Deutschland den Boden zu schaffen, in dem die kommende Generation Wurzel schlagen kann und der Deutschland sei­nen berechtigten Platz unter den Völkern roie- dergibt. Jetzt gibt es für uns nur die eine Pflicht, für die Gröhe unseres deutschen Volkes alles einzusehen.

Wenn jeder in diesem Sinne seine Pflicht tut, wird es gelingen, unserem deutschem Volke für alle Zei­ten seine Zukunft zu sichern. Das deutsche Volk war immer unbesiegbar, wenn es einig war. Wir müssen der Welt ein solches einiges Deutsch­land entgegenstellen, ein deutsches Volk, das st a h l h a r t und w e t t e r f e st zusammengeschweißt ist im nationalsozialistischen Geiste. (Langanhalten­der stürmischer Beifall.)

Kreispropagandaleiter Schmelz ermahnte zum Schluß, mit vollem Vertrauen im­mer den Blick auf den Führer zu richten, der uns allen ein gutes Beispiel ist und uns zeigt, wie man als Deutscher zu denken und zu handeln hat.

Als äußeres Zeichen des Gelöbnisses der engsten Verbundenheit mit dem Fiihrer stimmte die Ver- sammlung begeistert in die dreimaligen Sieg-Heil- Rufe auf den Führer ein. Zum Schlüsse wurde ge- meinfam das Horst-Wessel-Lied gesungen.

Volksgenossen und Parteidienststellen.

G.P.A. Die NSDAP, in ihrem heutigen Auf­bau und in ihrer Gliederung ist die anerkannt beste Organisation der Welt. Jede Gliederung, Dienststelle, Amtsleitung und Abteilung hat ihre festumrissene Bestimmung und Aufgabe. Daß dabei ein Nebeneinanderarbeiten vermieden und das ge- ( meinsame Ziel in allen Fällen erreicht wird, ist ; Aufgabe der Hoheitsträger (Gauleiter, Kreisleiter, Ortsgruppenleiter). Hier laufen die Fäden^ Zusam­men. Daß ein Hoheitsträger dabei alle Arbeiten , und Maßnahmen bis zu einem gewissen Grade , von hoher Warte aus betrachten muß, ist , selbstverständlich. Hier das Wesentliche von dem . Unwichtigen zu sichten, ist Aufgabe der Amtsleiter und Abteilungsleiter.

Der hoheitslräger bestimmt alles Grundsätzliche ; und zieht zur fachlichen Betrachtung von Ein- zelfällen jeweils den zuständigen Amtsleiter mit heran. Die eigentliche Bearbeitung erfolgt durch die jeweiligen Amtsleitungen, bei wichtigen An­gelegenheiten im Sinne der Entscheidung des Hoheitsträgers, in weniger wichtigen Fällen, bei denen die Grundsätzlichkeit der Bearbeitung schon festgelegt ist, durch den Amtsleiter oder seine Abteilungsleiter.

Hieraus ergibt sich ein ganz natürlicher, ver­nunftsmäßiger Arbeitsgang, dessen Beachtung seitens der Parteigenossenschaft und der Bevölkerung noch immer nicht genügend gewürdigt wird. Direkte Schreiben an den Gau­leiter oder gar an den Führer bedeuten eine Miß­achtung des Dienstweges. Solche Schreiben werden immer' wieder an die zuständige Stelle zurück­geleitet. Die Disziplinlosigkeit derartigen Verhaltens ist also nicht nur erfolglos, sondern sogar nachteilig für den Schreiber. Auch beim Inhalt derartiger Schreiben hat sich eine gewisse Norm herausgebildet. Sie zeichnen sich durchweg aus durch einen Umfang von mindestens zwei Seiten, möglichst dazu noch in fast unleserlicher Handschrift. Meistens genügt es dann, wenn mit Rotstift ein einziger Der 99 Sätze unterstrichen wird, um den Sinn des Schreibens so festzulegen, wie es der Schreiber tun sollte.

Was wird nun alles geschrieben? Am meisten handelt es sich um Gesuche nach wirtschaftlicher Unterstützung. Dabei wirkliche Notlage vonnoto­rischen Bettlern" zu unterscheiden, ist eine prak­tische Unmöglichkeit. Es erfolgt daher fast durch­weg eine Weiterleitung an das Kontrollamt für Arbeitsbeschaffung oder an die NS.-Volkswohl- iahrt. Die Partei ist eine politische Organi­sation. In diesen politischen Rahmen gehört aller­dings auch das wirtschaftliche Wohlergehen der Parteigenossen und des gesamten Volkes, nicht jedoch die Sorge um eine E i n z e l e x i st e n z. Hier setzt die Aufgabe der Volkswohlfahrt ein, die jedem Hilfe gibt, dem es am Lebensnot­wendigen fehlt. Darüber hinaus steht dem Partei­genossen das Kontrollamt für Arbeitsbeschaffung zur Verfügung. Aber auch hier ist unbedingt der Dien st weg einzuhalten. Während im all­gemeinen die Kreisdienststellen hier zuständig sind, erfolgt für diealten Kämpfer" durch die Gau- dienststelle eine besondere Überwachung der Ar­beitsbeschaffung.

Bei dieser Gelegenheit wird auf eine beliebte Redewendung hingewiesen:Ich bin ein alter Kämpfer, alter Parteigenosse". Wenn man nach­forscht, stellt sich heraus, daß es sich nicht selten um Jahrgang 1932 handelt.

Alle Kämpfer" find ein für allemal die Partei­genossen unter 300 000,alle Garde" nur die Parteigenossen bis 100 000 oder aus der h.-J.

gekommene Parteigenossen.

Was an die Dienststellen und vornehmlich die Gauleitung sonst noch schriftlich und mündlich ifjerangetragen wird, spottet aller Beschreibung. Die 'Partei soll Anwesen aufkaufen, die vor einigen !Jahren zwangsversteigert wurden, sie soll zwischen i unfriedlichen Ehegatten vermitteln, soll in Ehe­scheidungen eingreifen, soll private Geschäfte finan­zieren, sollErfindungen" fördern, sollunent- ideckten Kräften" zum Aufstieg verhelfen und soll »gerichtliche Entscheidungen anfechten, die vor eini- igen Jahren nur deshalb nachteilig für den An­tragsteller gewesen sein sollen, weil der Richter ein Hude war. Nein, bei allem ehrenvollen Vertrauen, sso geht es nicht: hierfür sind die staatlichen Ein- irichtungen, Institute, Berufsverbände und besten- jfalls die zuständigen Amsleitungen der Partei i)(Rechtsberatung, Kreisgericht, allerdings nur1 für $gg.) zuständig.

Ein weiterer Uebelftand ist das Berufen auf den wnb denProminenten", mit dem man dann und Wann das und das erlebt haben will. Die Partei khält sich allein an die auf dem Dienstwege beige- brachten Leistungszeugnisse. Ueberhaupt ist die Be­lästigung der Hoheitsträger und Amtsleiter mit Privaten Angelegenheiten ober Dingen, die außer­halb des Sonderarbeitsgebietes liegen, zu einer Belastung geworden. Dies trifft besonders für die Politischen Leiter zu, die durch den jahrelangen Kampf im Gau als Redner o. a. von Zehntausen- Den gekannt sind. Auch hier mehr Disziplin!

Die Gattung der Wichtigtuer sollen nicht verges- j i'en werden. Meistens lassen sie bei stundenlangem Redefluß ihrePersönlichkeit" wirken.

AuchBeschwerdeführer" erfreuen sich zweifel­hafter Beliebtheit. Mit aller Eindeutigkeit sei hier gesagt: Der Spruch:Warum zum Schmittche, wenn der Schmitt da is" hat in der NSDAP.

eine lebendige geistige Mauer entgegen: der Stan­des- und Kastendünkel. Durch dieses Ver­halten des Bürgertums und der Intelligenz wurde der deutsche Arbeiter in die Internationale hinein­getrieben. Dadurch kam der Marsch von Millionen deutscher Arbeiter in den volks- und wesens­fremden Marxismus.

Der Weltkrieg Hal bann gezeigt, daß trotz allem der einfache arbeitenbe deuifche Mensch bluts- verbunden mit feinem Volke geblieben war, das deutsche Volk hat durch seine Großtaten im Kriege bewiesen, daß es in seinem innersten Wesenskcrn noch nicht angekränkelt war von dem Geist der Zersetzung.

Dann kam der Zusammenbruch 1918. Dabei hat sich erneut gezeigt, daß das deutsche Volk immer nur durch sich selbst besiegt wurde. Keine Macht