Nr. 19 Drittes Blatt
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für (Dbert)efien)
Dienstag, 73.Zanuarl934
0er Schluß desWeimarerBauerntageS
Gez.: Sprenge«.
Lustschuh—Sachwerierhaliung
lehrten
besonderen Wunsch des Jubilars, dem in
Blumenröder, das Wort ergreifen
9.
Man
Walter wird.
tätigfeit in hohem Mähe um die Stadt Gießen verdient gemacht. Die allgemeine Achtung, die Ihrer Person und Ihrem Dirken entgegengebracht wurde, findet ihren Ausdruck in der wohlverdienten Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Giehen. Ich möchte auch meinerseits nicht verfehlen, Ihnen meine besondere Anerkennung für Ihre erspriehliche Tätigkeit auszusprechen. Gleichzeitig danke ich Ihnen ergebenff für Ihre freundlichen wünsche, die Sie mir persönlich für die Zukunft übermittelten.
heil Hitler!
Hilf dem bedürftigen Familienvater! Werde Winterhilfspate!
feier hatten sich am vergangenen Samstag zahlreiche Mitglieder des Sparerbundes in dem mit den nationalen Symbolen und Tannengrün geschmückten Saal des „hessischen Hofs" eingefunden.
Nach Eröffnungsworten des Vereinsführers Reiber hielt der Sparerbundführer Pg. M. Witt aus Wetzlar einen Vortrag über „Reichsgründungstag und Sparerbewegung". Ausgehend von dem Sieg bei Sedan behandelte der Redner eingehend die damaligen Vorgänge, die zur Kaiserproklamation führten. Er erinnerte daran, daß neben dem Feldmarschall von Moltke und dem Kriegsminister von Roon auch unser jetziges Reichsoberhaupt von Hindenburg als junger Oberleutnant an diesem weltgeschichtlich bedeutsamen Ereignis im Spiegelsaal von Versailles teilnahm. Dieses Werk Bismarcks habe allen Stürmen von ultramontaner und marxistischer Seite zum Trotz standgehalten. Selbst die Versuche der Novemberrevolutionäre von
neichsqründungsfeier des Sparerbundes.
berichtet uns: Zu einer Reichsgründungs-
Der Hausbesitzerverein Gießen hatte ür gestern abend zu einer Filmvortragsveranstal- tung in das Cafe Leib eingeladen, die sehr gut besucht war. Der Führer des Hausbesitzervereins, Herr Launspach, betonte, Luftschutz müsse alle Kreise der Bevölkerung interessieren.
Der Redner des Abends, Major Freiherr von M a s s e n b a ch, zeigte zunächst einen sehr interessanten Film, der einen Luftangriff veranschaulichte, das Alarmwesen in seinen Einzelheiten, sowie die Schutzmaßnahmen zeigte, die von der Bevölkerung zu ergreifen sind, schließlich die Arbeit der Hilfstrupps vor Augen führte. Der Film ließ deutlich erkennen, daß durch zielbewußte Luftschutzarbeit das Gefahrenausmaß eines Luftangriffes auf ein Mindestmaß herabgedrückt werden kann.
Freiherr von Massenbach sprach sodann, im Einverständnis mit dem Reichsluftschutzbund, über das Thema:
Wie schützt der Hausbesitzer fein Haus und dessen Bewohner vor den Folgen eines Luftangriffes?
Rings um unser Vaterland starre die Welt in Waffen. Was man vor einem Jahrzehnt nicht für möglich gehalten habe, sei jetzt Wirklichkeit: eine phantastische Luftrüstung. Von dem Ausmaß der Bedrohung unseres Vaterlandes mache man sich kaum eine Vorstellung. Die Notwendigkeit des zivilen Luftschutzes ergebe sich aus der Tatsache, -aß auf den Flugplätzen unserer Nachbarvölker insgesamt etwa 14 000 Flugzeuge aller Art startbereit stünden. Frankreichs Luftschutz sei vorbildlich, der deutsche müsse es noch werden. Deutschland sei außerordentlich „l u f t e m p f i n d l i ch", insbesondere durch die Zusammenballung großer Menschenmassen in den Städten. Deutschland habe 17 Städte mit über 500 000 Einwohnern, Frankreich deren nur vier. Große Industriezentren Deutschlands seien von den Grenzen aus in kürzester Zeit zu erreichen. Die Reichshauptstadt sei von
Professor Paul Ludwig T r o o st, der Erbauer des Braunen Hauses und des Hauses der Deutschen Kunst, ist, wie bereits gemeldet, in München im Alter von 56 Jahren gestorben.
Der Herr Reichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger hat, wie die Bürgermeisterei uns mitteilt, folgendes Schreiben an Oberbürgermeister Dr. Keller gerichtet:
Herrn
Oberbürgermeister Vr. k e l l e r,
Gießen.
Stadthaus Bergstraße.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!
Ich danke Ihnen für Ihr Schreiben vom 6. Januar 34, in dem Sie mir melden, daß Sie ab 1. April 34 in den Ruhestand treten werden. Ich fehe Sie mit Bedauern aus Ihrem Amte scheiden, denn Sie haben sich in Ihrer 20jährigen Amts
fügung gestellt werden, Zuschüsse bewilligt werden. Die höhe der Zuschüsse läßt sich jetzt noch nicht angeben.
Die Kosten für die Installation der Anlage (Legen der Antenne und der Leitungen), für die lausende Unterhaltung (elektrischer Strom, Erneuerung der Röhren, Reparaturen) sowie die Rundfunkgebühr von monatlich 0,80 Mk. sind von den Schulen zu tragen. Die Uebernahme dieser Kosten ist unbedingte Voraussetzung für die Gewährung eines Zuschusses.
Bis spätestens 10. Februar 1934 sehen wir Ihren Anträgen entgegen. Später eingehende Anträge müssen in diesem Jahr unberücksichtigt bleiben. Fehlanzeigen sind nicht erforderlich.
Ehrensenator der Landesuniversität.
Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt:
Der Rektor der Landesuniversität ernannte den
noch nicht zufrieden. Sie lachen nur höhnisch, wenn man ihnen sagt, daß die Bettelei in Deutschland abgeschafft sei. Sie sagen im Gegenteil, es sei in Deutschland noch nie soviel gebettelt worden, wie gerade heute, und sie meinen damit die aufopfernde Sammeltätigkeit der ehrenamtlichen Helfer des Winterhilfswerkes.
Solche Bemerkungen sind eine Unverschämtheit. Sie beweisen nur, daß die Betreffenden noch nichts vom Geist der heutigen Zeit verspürt haben. Es ist eine Ehre, für das Winterhilfswerk sammeln zu dürfen, und jeder, der daran zweifelt, stellt sich außerhalb der nationalsozialistischen Volksgemein- schast.
Die Zugehörigkeitvon Schülern zurSA
Die Ministerialadteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat den Direktoren und Leitern der gewerblichen Unterrichtsanstalten mitgeteilt, daß das Ausschreiben vom 21. Dezember 1933, in dem die Zugehörigkeit von Schülern zur SA untersagt wird, nicht für die gewerblichen Unterrichtsanstalten, deren Schüler dem SA-.hochschulamt unterstellt sind, gilt.
Oie Zulassung zur Lehrerausbildung.
Die Ministerialabteilung für Bildungswosen, Kultus, Kunst und Volkstum hat über die Zulassung zur Lehrerausbildung folgende neue Anordnung ge-
Die Zahl der Bewerber, die Ostern 1934 zur Ausbildung für den Lehrerberuf zugelassen werden können, ist sehr beschränkt. Abiturien ti n n e n kommen
Entzogene Lehrbefugnis.
LPD. Nach Mitteilung des Personalamtes des hessischen Staatsministeriums ist dem ordentlichen Honorarprofessor an der Gießener Universität, Dr. Walter Kinkel, auf Grund des Reichsgesetzes vom 7. April 1933, § 4 Abs. 1, der Lehrauftrag, wie überhaupt jegliche Lehrbefugnis mit sofortiger Wirkung entzogen worden.
Massenkundgebung der Arbeitsfront.
Die Massenversammlung der Deutschen Arbeitsfront am heutigen Dienstagabend in der Volkshalle fei unseren Mitbürgern noch einmal in Erinnerung gebracht. Der Gaubetriebszelleninspekteur Pg. Göbel (Frankfurt a. M.) wird über „Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit" sprechen. Der Kreisverbandsleiter hat in einer Anzeige in unserem gestrigen BlatLe alle Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront zum vollzähligen Besuche der Kundgebung eingeladen.
Anläßlich der heutigen Massenkundgebung verkehrt um 22.53 Uhr ein Sonderzug ab Gießen über Lollar —Londorf nach Grünberg.
Daten für Dienstag, 23.Januar.
1840: Der Physiker Ernst Abbe (Zeiß-Werke) in Eisenach geb. (gest. 1905.) — 1883: Der französische Zeichner und Maler Gustav Dorö in Paris gest. (geb. 1833.) — 1922: Der Musikdirigent Arthur Ni- kisch in Leipzig gest. (geb. 1855)
Der Reichsstatthalier an Oberbürgermeister Dr. Keller
10.
11.
Reichsernährungsminister Darr6 begrüßt die Führerin der deutschen Bauernfrauen, Frau von Rheden.
Architekt Prof. Troost t.
MMM?
Auf besonderen Wunsch des Jubilars, dem in weiten Kreisen unserer Bürgerschaft größte Wertschätzung dargebracht wird, haben wir von einer Würdigung seines verdienstvollen Wirkens anläßlich seines 80. Geburtstages abgesehen. D. Red.
früheren Direktor der Stadtbibliothek Mainz, den Gründer und langjährigen Leiter des Gutenberg- Museums und der Gutenberg-Gesellschaft Professor Dr. V e l k e an seinem 80. Geburtstag am 21. Jan. wegen seiner Verdienste um die Landesuniversität und die Universitätsbibliothek zum Ehrensenator der Landesuniversität. Der Rektor überbrächte, begleitet von dem Kanzler und einigen Vertretern der Universität und der Universitätsbibliothek, dem in Gießen wohnendey greifen Ge- das Antoniterkreuz des Ehrensenators.
Oie Einrichtung
von Schulfunk-Anlagen.
Die Ministerialabteilung für Bildungswefen. Kultus. Kunst und Volkstum hat an die Direktionen^der höheren Schulen, sowie die Kre.s- und Stadtfchul- ämter folgende Verfügung erlassen:
■aur Anschassunq von Rundsunkempsangsanlagen ((Empfangsgerät und Laufprechers können einer größeren Zahl von Schulen aus Mitteln, die uns von dem Reichsminister für Dolksaufklarung und Propaganda zur Förderung des Schulfunks zur Ver-
Zur Führertagung der Hitlerjugend in Potsdam.
2 4. Januar.
Geburtstag Friedrichs des Großen.
Todestag unseres Herbert Norkus.
An diesem Tage hält die Hitlerjugend eine ernste Feier an der Gruft Friedrichs des Großen ab. Auf dem Boden einer Stadt, die zugleich die beste Tradition Deutschlands und gewaltigstes Erleben der nationalsozialistischen Jugend verkörpert, finden sich hier die Führer der Hitlerjugend zu einer Feier von ernster und schlichter Größe zusammen. •
Die deutsche Jugend begeht am 24. Januar in Potsdam ihre feierlichste Handlung. Die ganze Welt lauscht dieser Stunde, in der die Führer und Fahnen der geeinten deutschen Jugend sich zu ernstem Gelöbnis zusammenfinden.
Alle deutschen Sender übertragen am Mittwoch, 24. Januar, 19 Uhr, aus der Garnisonkirche in Potsdam die Weihe der 342 Fahnen der Hitlerjugend durch den Reichsjugendführer. Die Spitzen der Partei und des Staates wohnen dieser Feier bei.
Um 19 Uhr beginnt die Weihe mit einem choral- artigen Vorspiel' über „Unsre Fahne flattert uns voran" Dann folgt die Weiherede des Reichsjugend- sührers, die mit der Weihe der 342 HJ.-Fahnen endet. Unter dumpfem Trommelwirbel herrscht dann eine Minute lang Schweigen an der Gruft Friedrichs des Großen. Mit dem Deutschlandlied wird die schlichte Feier ihr Ende finden.
Alle Führer, Fahnenträger mit Begleitung und Ehrenbann formieren sich unmittelbar anschließend an den Ausmarsch aus der Kirche zum Vorbeimarsch an dem Reichsjugendführer. Der anschließende Marsch durch die Stadt führt nach Sanssouci zur großen Fontäne.
Die geweihten Fahnen verlassen im Laufe des Donnerstag nachmittag Potsdam mit dem fahrplanmäßigen Zuge.
Die Banne und Unterbanne Oberhessens bereiten den Fahnen einen feierlichen Empfing. Tag und Stunde der Ankunft wird noch durch die Zeitungen bekanntgegeben.
In Gießen und in Friedberg wird eine große Kundgebung veranstaltet werden, bei welcher der Oberbannführer des Oberbannes Oberheffen,
verschwanden? ,
Das schöne Landschaftsbild ging zum Teufel, aber man fügte sich praktischen Zweckmäßigkeitsgründen. Liier aber an einer langweiligen, schnurgeraden Straße braucht doch nicht alles entfernt zu werden, „das keinen Nutzen bringt .
Aoffentlich hat die Bitte des Straßenwarters doch noch Erfolg. Wir wollens hoffen.
Wider die Mäuler und Meckerer.
Eine der auffälligsten Folgen deei Winterhilfs- werkes ist die Tatfache, daß es in Deutschland so aut wie gar keine Bettler mehr gibt Noch vor einem Jahre konnte man sich vor dem Ansturm der Almoienheischenden kaum retten. Den ganzen Tag ging die Türklingel: zehn- und zwanzigmal mubte man einem Menschen, von dem man gar nicht wußte ob er dieser Gabe würdig ei, eine Spendreichen von der man das Gefühl hatte, daß sie hr.* üur „in Troofen auf einen heißen Stern sei. E?wa7° 7furch°bar°r Zustand: furchtbar für di-, di- gebeten wurden und die nicht wußten ob ste w»in" fnnpn durften ober Vertrauen haben foll- !1L1 noch mehr für die Notleidenden, die -sn' ÄS' hilflos ihrem Schicksal OV'Winterhilfswerk hat di°f°s Problem mit einem Schlage gelost. Die Bettelei ist m Deurjcy land abgefchafft. Nur noch wenige hartnäckige rufsbettler sind hin und wieder zu bemerken. D Bedürftige wUd nicht länger zum Mmofenempfan. aer berabaewürdigt. Das Winterhilsswerk hat sich seiner angenommen, prüft feine Notlage und sorgt mit unerbittlicher Unparteilichkeit dasur M >h nach Kräften geholfen wird. Der Spender weiß I-tzt, daß feine Gabe in die richtigen Yande fommt. toeine Leistung ist immer noch freiwillig, aber sie soll nicht mehr eine herablassend «-reichte Gabe, sondern em Opfer fein. Der Gedanke der Volksgemeinschaft wird unablässig vertieft und hat das ganze Volk, ers ß.
Die Mäuler und Meckerer sind freilich auch letzt
Aus Oer Provinzialhauptttavt.
Oie Liebe zu den Bäumen.
Im Kriegsjahre 1916 war ein mir gut bekannter Bauer gerade dabei, in feinem Hof einen Kirschbaum zu setzen. Er hatte ihn angebunden und betrachtete noch einmal die zurückgeschnittene Krone, als der Briefträger kam und ihm die Nachricht von dem Heldentod seines ältesten Sohnes überbrachte. Ehe er in das Haus trat, schaute der Bauer noch einmal stumm nach dem eben gesetzten Baum, dann schüttelte er den Kopf, als ob er es nicht glauben könnte, und ging in die Wohnstube.
Nach Jahren stand ich einmal auf seinem Hof, aerobe unter bem Kirschbaum, ber voller Früchte hing, ba erzählte er mir bas. Unb als er so in bie junge, schöne Krone bes Baumes schaute, ba wußte ich, an wen er bachte. Der Baum war eine Erinnerung an die schwerste Stunde seines Lebens, unb beshalb war ihm gerabe auch biefer Baum so ans Herz gewachsen. Wie hatte er ihn gepflegt, wie oft hatte er in ben trockenen Sommern Wasser herbeigeschleppt, bamit er nicht oerborrte!
Er erzählte mir auch, baß sein Schwiegersohn, der ben Hof vergrößert hatte, ben Kirschbaum um»
Westen, wie von Osten her stets gleichstark bebroht.
In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich ber Rebner an Hanb von Lichtbilbern mit ben ver- schiebenen Arten ber Bomben (Spreng-, Gas- unb Branbbomben), ihren Wirkungen unb ben möglichen Schutzmaßnahmen. An Hanb von instruktiven Zeichnungen würben wertvolle Anregungen für ben Bau von Schutzräumen gegeben. „Luftschutz ist Selbstschutz!" — mit biesem einbeutigen Ausspruch beschloß ber Rebner seinen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag.
Bürgermeister Dr. Hamm machte befonbers barauf aufmerksam, baß bem Gießener Hausbesitz unb ber Bevölkerung im Gaswerk burch Fachleute jebe einschlägige Beratung gerne zuteil werbe.
Im weiteren Verlaufe bes Abenbs sprach Frei- her von Massenbach noch über das Thema
Wie schützt der Hausbesitzer fein haus vor dem verfall?
Der Rebner wies hierbei auf die Möglichkeiten des Schutzes bes Houses burch zweckmäßigen Anstrich hin, machte barauf aufmerksam, baß ein ungepflegtes Haus eine Wertminberung unb einen effektiven Vermögensverlust bo/stelle, obwohl mit ben einfachsten unb geringsten Mitteln, im rechten Augenblick eingesetzt, mancher Schaben verhütet werben könne. Der Rebner beschäftigte sich ferner kurz mit bem Thema ber Hauszinssteuer. Erst wenn bie Hauszinssteuer beseitigt unb bie Zwangswirtschaft gefallen sei, werbe ber Hausbesitz roieber zu einem störten Pfeiler ber beutschen Volkswirtschaft werben unb sich in vollem Ausmaß in ben Dienst ber Arbeitsbeschaffung stellen können. Zwei kleinere Filme ergänzten bie Ausführungen bes Rebners in bra- ftifcher Weife.
Der Führer bes Hausbesitzervereins beschloß mit Worten bes Dankes unb mit einem breifachen „Sieg-Heil!" auf ben Führer Abolf Hitler bie Veranstaltung.
hauen wollte, weil er im Wege staub. Der alte Bauer aber gab nicht nach. Der Baum gehörte ihm unb bem Anbeuten an seinen ältesten Sohn.
Ich kenne eine Straße, bie schuurgerobe von einem Dorf zum anbern führt. Bei einer Steigung, an ber links ein mit Gros bewachsener Weg in bie Felber führt, sprubelt eine kleine Quelle hervor. Ringsum stauben immer einige Weibeu- unb Erlen- büsche. Wer sie gepflanzt hot? Niemanb weiß es. Sie waren einfach ba. Vor einigen Jahren sah ich bann, wie aus biesem Gebüsch etwa sieben bis acht schlanke Erlenbäumchen herauswuchsen. Der Straßenwärter hotte hier wohl bie übermütigen Zweige zurückgeschnitten, unb so wuchsen nun biefe jungen Bäume hinein in bie Laubschaft.
Ich rastete bamals mit meinen Kiubern an biesem schönen Plätzchen. An ben feuchten ©rabenränbern blühten Pfefferminze unb Vergißmeinnicht in einer nie gesehenen Pracht. Die Bäume mit ihren bichteu Kronen gaben guten Schatten. Die Straße war immer, wie man sagt, langweilig gewesen. Nun brachte biefe Gruppe von Bäumen Abwechslung hinein. Sie riefen bem müben Wanberer zu: Raste ein wenig, hier ist es schön!
Als ich so in bie Kronen ber Bäume schaute, fiel mir mein Nachbar ein, unb ich erzählte meinen Kiubern bie Geschichte von bem Kirschbaum. —
Vor einigen Tagen nun kam ich auf einer längeren Wanberung roieber vorbei unb sah, wie auf jebem ber jungen Bäumchen ein weißes Kreuz auf- gemalt war. Ich fragte ben in ber Nähe arbeitenben Straßeuwärter: „Was bebeuten biefe Kreuze?" „Den Tob!" sagte er lakonisch. „Wieso?" „Die Bäume sollen umgemacht werben, weil sie niemanb Nutzen bringen." Der Mann war sehr wortkarg. Ich merkte bas sofort unb fragte beshalb: „Haben Sie nicht selbst biefe Bäumchen großgezogeu?" Er bejahte, fügte aber bann hinzu: „Sie wachsen ja nicht auf ber Straße, fonbern schon im gelbe. Da Hobe ich nichts zu suchen. Leib tut mirs aber boch."
Ich hotte schon bovon gehört, baß alte, abgängige Obstbäume so gezeichnet würben, bamit sie bie Besitzer entfernen können. Aber baß nun biefe Erlen- bäume, die im besten Alter, stauben, auch sterben sollten, bas ging mir ans Herz. Dem Straßenwärter sicher auch. Auf mein Zureben versprach er schließlich, baß er noch einmal ben Versuch machen will, bie Bäume zu retten.
Nochbenklich setzte ich meinen Weg fort unb nahm mir vor, auch Schritte zu tun, bamit bie Bäume erhallen bleiben.
Sie stehen, wie gesagt, an einer Stelle, an ber ein Felbweg in spitzem Winke! abbiegt. Von beiben Seiten laufen hier grasbewachsene Gräben zusammen in benen bas Wasser leise murmelnb rauscht, gür Erlen unb Weibeu also ein hervorrageub geeignetes Plätzchen. Wem schaben biefe Bäume? Niemanb' Aber sie bringen keinen Nutzen, sagte ber Straßenwart. Ja, muß benn alles Nutzen bringen?
War es nicht schon sehr schabe, als bie Bächlein, die sich burch bie Wiesengrünbe schlängelten, links unb rechts von Büschen unb kleinen Bäumen umsäumt, burch bie Felbdereiuiguugen gerabe gelegt würben unb baß babei olle Hecken unb Busche
nicht in Frage.
Den Gesuchen, bie durch bie Schulleitungen bis 5 Februar 1934 unmittelbar an uns (nicht mehr an bie Direktion des Pädagogischen Instituts in Mainz) eiuzureichen sind, müssen beigefügt werben:
1. ein Lichtbilb aus neuester Zeit:
2. ausführlicher, eigenhänbig getriebener Lebenslauf mit Angabe des Religionsbekenntnisses;
3. kreisärztliches Gutachen;
4. Staatsangehörigkeitsausweis;
5. Beglaubigte Abschrift bes Reifezeugnisses (gegebenenfalls nachzuliefern);
6. polizeiliches Leumunbszeugnis;
7. Nachweis ber arischen Abstammung;
8. Nachweise über bie Betätigung in Jugendbewegung, Hitlerjugend, SA. ober SS,.
Bescheinigung ber Eltern ober Erziehungsberechtigten, daß bie für bie Ausbildung notwendigen Mittel aufgebracht werden können;
Nachweis über musikalische Befähigung;
Stempelgebühr von 1,50 Mark unb
12. genaue Anschrift (Straße und Hausnummer) Im übrigen tritt eine Aenderung ber Jeter gültigen Bestimmungen (Fragebogen und Gutachten der Direktion) gemäß obigem Ausschreiben nicht em.
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