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Hereroaufstand schon ein halbes Dutzend Flugzeuge gehabt, der Krieg wäre in einer Woche zu Ende gewesen. Dies Mittel allein ist schon ein genügen­des Rezept gegen die vermeintlicheschwarze Gefahr".

Eine Reichsorganisation der deutschen Milchwirtschaft

Berlin, 21. Jan. (VdZ.) Die 15 Milwirt­schaftsverbände werden in allernächster Zeit zu einer Bereinigung zusammengeschlossen werden, die die Reichsorganisation der gesamten deutschen Milchwirtschaft darstellt. Mit der Bildung der Ver­bände ist zwar noch nicht die vollkommene Ordnung auf dem Milchmarkt eingeführt, aber das spekula­tive Moment auf dem Milch-, Butter- und

Käsemarkt ist dadurch heute bereits ganzaus- ge schaltet. Die Neuorganisation gibt die Mög­lichkeit, Erzeugung und Absatz genau zu überblicken, und es wird deshalb demnächst eine Bestands- aufnahme der Milch-, Butter- und Käseerzeu­gung erfolgen. Der Preiswettbewerb wird in Zu­kunft durch den L e i st u n g s w e t t b e w e r b ab­gelöst werden, wobei die Herstellung von Markenware besonders gefördert werden soll. Die letzte Aufgabe der Marktverbände aber wird der Dienst am Verbraucher sein. Der Reichs­kommissar wird es als seine Hauptaufgabe betrach­ten, darüber zu wachen, daß die Marktoerbände ihre Arbeit im Sinne des Gemeinwohles führen und daß die bäuerliche Veredlungswirtschaft nie wieder in Abhängigkeit von Händlertum und Wirtschaftsliberalismus gerät.

Adolf Wer spricht zu den SA-Führern.

Oie weltanschauliche Erziehung zum neuen Staat.

Berlin, 22. Jan. (DNB.) Die SA.-Führer- tagung, die am Sonntag in Friedrichsroda begon­nen halte, fand am Montag, wie die NSK. meldet, in Berlin in Anwesenheit des Führers ihren Abschluß. Bei einem gemeinsamen Mittags­imbiß ergriff der Stabschef Röhm das Wort und brachte dem Führer die entschlossene willensmäßige Einheit zum Ausdruck, mit der das Führerkorps der gesamten SA. und SS. in unverbrüchlicher Treue hinter ihrem Führer steht.

Am Nachmittag begrüßte der Führer die versammelten Tagungsteilnehmer zunächst in per­sönlicher Unterhaltung und hielt anschließend eine Ansprache, in der er in großen Zügen die in­nenpolitische, wirtschaftspolitische und außenpolitische Lage Deutschlands umriß, um an ihr die großen nationalpolitischm Aufgaben aufzuzeigen, die der nationalsozialistischen Bewegung und der von ihr vertretenen Weltanschauung für die Zukunft ge­stellt sind. Dabei stellte der Führer u. a. als Ziel­punkte dieser Zukunstsarbeit heraus: Die grund­

legende weltanschauliche Umerziehung des deutschen Menschen, die Verankerung des Prinzips der A u t o r i t ä t im aanzen deutschen Volke, sowie der immer stärkere Ausbau der Stellung der Partei zum absoluten Reprä­sentanten und Garanten der neuen politischen Ord­nung in Deutschland. Der Führer betonte im Laufe seiner Ausführungen auch, daß Fragen der äußeren Staatsform heute belanglos seien gegenüber der entscheidenden Aufgabe der weltanschaulichen Fundamentierung des neuen Staates. Im Zusammenhang damit be­handelte er dann eingehend das erzieherische Wirken der SA. - Führer, die Sachwalter und Bürgen des kostbaren Gutes der Nation seien.

In seinem Schlußwort dankte der Stabschef dem Führer für seine außerordentlich eindrucks­vollen Worte und schloß die SA.-Führertagung mit einem Treuegelöbnis zu Adolf Hitler in guten und schlechten Tagen.

Das Ende der Baseler Vankräuber.

Selbstmord im Margarethenpark. Sieben Menschenleben als Opfer der jugendlichen Verbrecher.

Vasel, 22. Jan. (DRV.) Wie die Schweizerische Depeschenagenlur ergänzend mitfeilt, haben die bei­den Baseler Vankräuber im 5L Marga- reten-Park in Basel Selb sl mord begangen. Am Sonntagabend in der elften Stunde wurde eine Spur der Flüchtlinge gefunden, die nach dem Mar- gareteu-Park führte. Um Mitternacht war der Park von einem großen Polizeiaufgebot u m ff e 111. Als die beiden Räuber feststellten, daß an ein Entweichen nicht mehr zu denken fei, richte­ten sie die Waffe gegen sich.

Wie über die Auffindung der beiden Bankräuber bekannt wird, ist die Polizei durch ein junges Mäd­chen auf die Spur aufmerksam gemacht worden, mit dem die Räuber während ihres Baseler Auf­enthaltes bekannt geworden waren. Das Mädchen erhielt am Sonntagabend einen telephonischen Anruf, wonach es Nahrungsmittel in den Mar- aareten-Park bringen sollte. Das Mädchen schöpfte Verdacht, erstattete der Polizei Meldung und erklärte sich bereit, die Nahrungsmittel in den Park zu bringen, um bei dieser Gelegenheit festzustellen, ob es sich tatsächlich um die Gesuchten handelte. Auf den Bericht des Mädchens hin wurde der Park von sämtlichen in Basel verfügbaren Mannschaften umstellt. Etwa um 1 Uhr hörten die Beamten neun Schüsse fallen. Am Morgen kurz vor 8 Uhr drangen die Polizeibeamten

vorsichtig in den Park ein und sanden die Leichen der beiden Mörder.

Bei dem einen der beiden Toten fand man noch acht, bei dem anderen sechs Patronen. Die beiden jugendlichen Räuber haben insgesamt sieben Todesopfer auf dem Gewilsen. Nachdem die beiden Banditen, die auch den Raubüberfall auf die Weverbank verübt haben, auf ge­stohlenen Fahrrädern aus Basel geflohen waren, hatte man in Klein-Basel ihre Spur ver­loren. Sämtliche verfügbaren Polizeikräfte wurden alarmiert und sämtliche Grenzübergänge verständigt. Zahlreiche private Kraftwagenbesitzer stellten ihre Wagen der Polizei zur Verfügung. Am Samstag um 15 Uhr wurden die Flüchtenden beim Besteigen desBlauen" gesichtet, jedoch gelang es ihnen, in der Dunkelheit wieder zu entkommen. Bei der Ver­folgung wurde ein junger Bursche versehent - l i ch von Polizeibeamten erschossen.

Der Chef des Baseler Kriminalkommissariats hat in einer Pressebesprechung Einzelheiten über das Ende der Baseler Mörder gegeben. Don der Stutt­garter Kriminalpolizei sei mitgeteilt worden, daß es sich bei den beiden Verbrechern um die Söhne rechtschaffener Eltern in Wuppertal han­dele. Beide hätten die väterliche Wohnung im No­vember verlassen. Die Leichen würden auf Ver­langen der deutschen Kriminalpolizei nach Deutsch­land gebracht werden.

Das neue preußischeZagdgeseh.

Wald und Wild sind Volkseigentum. Große Naturschutzgebiete für Hegung aussterbender Wildarten. Neuorganisierung der Jäger. Das Ende der »Flintenträger-.

Berlin, 22. Januar. (DNB.) Das preußische Staatsministerium hat ein Jagdgesetz beschlossen, das bereits mit dem 19. Januar d. I. in Kraft ge­treten ist.

Eingangs zählt das neue preußische Jagdrecht b i e jagdbaren Tiere auf. Eine Trennung des Jagdrechtes von Grund und Boden kann als dingliches Recht nicht stattfinden. Bei Grundstücken, an denen ein Nießbrauch, oder ein erbliches, oder zeitlich nicht begrenztes Nut­zungsrecht besteht, steht das Jagdrecht dem Nutzungsberechtigten zu. Dem Jagdscheinan­trag ist u. a. die Mitgliedskarte des Verbandes der preußischen Jäger oder eine Bescheinigung, aus der hervorgeht, daß dem Eintritt in diesen nichts im Wege steht, beizufügen. Das Gesetz enthält ferner umfangreiche Vorschriften über die Jagd- und Schonzeiten und die Einrichtung von Schutz­gebieten. Zur Erhaltung und Hege des Elch­wildes ist in der Provinz O st p r e u ß e n ein Elchschutzgebiet gebildet. Ferner sieht das Gesetz im Gebiet der Nordsee, soweit sie an die Schles­wig-Holsteinische Küste angrenzt, eine Reihe von Schutzgebieten zur Erhaltung der Robben vor. Die weiteren Abschnitte regeln u. a. den Jagdschutz, umschreiben die verbotenen Jagdarten und sehen Vorschriften für den Wildhandel vor. Der vorletzte Abschnitt sieht die Einrichtung eines ehrengerichtlichen Verfahrens vor. Dabei wird grundsätzlich fest- gestellt, daß die Jägerschaft sich selbst von Personen reinzuhalten hat, die den Grundgedanken dieses Ge­setzes und den Grundsätzen der Weidgerechtigkeit verständnislos gegenüberstehen. Zu diesem Zweck wird bei jedem Provinzjägermeister ein Ehrenge­richt eingesetzt. Die vor dem Inkrafttreten dieses Ge­setzes gelösten Jahresjagdscheine behalten ihre Gül­tigkeit bis zum Ablauf, jedoch nicht über den 31. März 1934.

Das Gesetz gegen Waldverwüftung.

Berlin, 22. Jan. (DNB.) Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht den Wortlaut des Gesetzes gegen Wald­verwüstung vom 18. Januar 1934, dessen Vorschrif­ten f ü r alle nicht staatlichen Waldun­gen gelten. Zur Erhaltung des Waldes und zur

Sicherung der Erzeugung des für die deutsche Volks­wirtschaft notwendigen Holzes verbietet das Gesetz die Abholzung hiebunreifer Nadelhochwaldbestände und in Waldungen von über 10 bis 50 Hektar die Abholzung von mehr als ein Zwanzigstel, in solchen von über 50 Hektar bis 100 Hektar die Abholzung von mehr als ein Dreißigstel und in solchen von über 100 Hektar die Abholzung von mehr als ein Vierzigstel der zu einer Betriebeinheit gehörenden Hochwaldfläche.

Als hiebunreif im Sinne des Gesetzes sind Nadelhochwaldbestände von noch nicht 50 Jahren anzusehen. .Ist zweifelhaft, ob ein Bestand hiebreif ist, so ist vor Ausführung des Hiebes die Entschei­dung der zuständigen Behörde einzuholen. Zuwider­handlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen bestraft. Die Verfolgung tritt nur auf An­trag der zuständigen Behörde ein. Der unter Zu­widerhandlung gegen das Gesetz abgetriebene Wald ist binnen zwei Jahren wieder aufzüforsten.

Ministerpräsident Göring erläutert das neue Gesetz.

Zu dem Jagdgesetz gab Ministerpräsident G ö - ring der Presse längere Erläuterungen. Das Ge­setz gehe von der Anschauung aus, daß das Wild nicht ein Ding an sich sei, über das man frei ver­fügen könne, das dem einzelnen gehöre, sondern daß auch die Tiere in der Natur ein Bestand- teil des Volkseigentums seien. Ebenso wie der Wald gehegt und gepflegt werden müfse, sei es auch notwendig, alles, was zum Walde gehöre, zu hegen und zu pflegen. Es habe Reviere gegeben, in denen ein vernünftiger Besitzer einen großen und hervorragenden Wildbestand aufgebracht habe. In wenigen Jahren sei dann das edle Wild auf mehrere Hundert angewachsen. Aber ein ober zwei Jahre unkontrolliert der Willkür preisgegeben, habe sich der Wildbestand katastrophal gelichtet. Hiergegen wolle das neue Gesetz grundsätzlich vorgehen. Es solle nicht nur das, was noch an edlem Wild vor­handen sei, gerettet, sondern es solle neu aufge­baut werden.

Der Ministerpräsident feilte mit, daß in Deutsch- land einigewenige.aberganzgrohe Raturschuhgebiete geschaffen werden

Die deutsche Bäuerin auf -em ersten Reichsbauerntag.

Auch für die deutsche Bäuerin war dieser Tag ein wichtiger Markstein für ihre Stellung im deutschen Volk. Klar hat ihr der Reichsbauernführer R. Wal­ther Darre ihren Platz zuaewiesen und sich damit erneut zur altgermanischen Wertung der Frau be­kannt. Durch seine Verfügung über die Vereinheit­lichung des Reichsnährstandes wurden auch alle deutschen Bäuerinnen und Landfrauen in diesen Stand eingegliedert. Der Reichsoerband landwirtschaftlicher Haussrauenoer- eine, bisher der Berufsverband der deutschen Landfrauen, hörte damit an diesem Tage auf zu be­stehen. So wurde auf diesem Weimarer Reichs- bauerntage ein Kapitel Landfrauenarbeit abgeschlos­sen, um sogleich ein neues beginnen zu lassen, das weit in die Zukunft reichen wird.

Rückblickend kann man wohl sagen, daß Elisa­beth Boehm, die Erweckerin der deutschen Land­frauen zu ihren Pflichten gegen Volk und Scholle, vieles erreicht hat. In einer Zeit, in der die Arbeit am deutschen Acker gering gewertet wurde, haben die Landfrauen unter ihrer Führung in den Land­wirtschaftskammern das ländlich-hauswirtschaftliche Schulwesen, das Lehrlingswesen ausbauen können, haben eine planmäßige Fachberatung für die Haus­frau auf dem Lande geschaffen und doch blieb ihnen der eine große Erfolg versagt: Alle Land­frauen durch ein einigendes Band zu umschließen.

Zur Erreichung dieses Zieles konnte erst der Na­tionalsozialismus führen. Er hat unter Führung Adolf Hitlers und R. Walther Darre dem deutschen Volk erst wieder das Bewußtsein gegeben, daß das Bauerntum der Urquell seiner Kraft ist. In diesem Bauerntum als Träger und Erhalter der volklichen Eigenart der Deutschen wird der Frau Höch st e Verantwortung zugewiesen. Die deutsche Bäuerin ist Trägerin der erbgesunden Rasse. In ihrer Hand liegt zum großen Teil die Pflege von Brauchtum und Sitte, die Erziehung des ehrbaren Bauern. Der Reichsbauernführer würdigt diese Auf­gabe, wenn er sagt, daß die Erziehung der Bauerntochter wichtiger sei als die Erziehung des Sohnes auf dem Bauernhöfe. Die Eingliederung öfter Bäuerinnen und Landfrauen in den Reichs­nährstand ist nur die naturnotwendige Folge dieses Wortes. Damit ist die Pionieraufgabe der landwirt­schaftlichen Hausfrauenvereine erfüllt.

Am Vortage des Reichsbauerntages sammelte sich der Kreis der alten Landfrauenführerinnen und der Frauen, die berufen sind, die Bäuerinnen im Drit­ten Reich zur Erfüllung der ihnen vom Führer ge­stellten Aufgabe zu erziehen, um Elifabet Boehm. Sie führte diesen Kreis Frau von Rheden zu, die der Reichsbauernführer zur Reichsabteilungsleiterin der Hauptabteilung I be­

stimmt hat. Durch die Stimme von Frau Boehm zitterte zwar der Schmerz, von ihrem Werk Ab. fchie dnehmen zu müssen, aber auch ihren jung ge­bliebenen Augen leuchtete die Freude über die Eini­gung des deutschen Volkes unter Adolf Hitler, die die Vorbedingung auch zum Werke des Reichs- bauernführers ist. Als Vertreterin der alten Zeit so bezeichnete sie sich selbst legte sie ihr Werk in die Hand der jungen Zeit. Man erlebte in ihren Worten mit, wie nun nach den harten Kämpfen der letzten 15 Jahre ihr Lebensabend wieder Freude am Vaterlande heißt, die ihre Jugend überstrahlt hatte.

Frau von Rheden legte vor den Führern der deutschen Bauern in der großen Weimarhalle ein Bekenntnis ab, wie die Aufgabe der Bäuerin im Dritten Reich aufgefaßt werden muß. Aus warm empfindendem mütterlichem Frauenherzen heraus verstand sie es, diese bäuerliche Frauenaufgabe ihren Zuhörern vor die Seele zu stellen. Begeisterte Zu­stimmung antwortete ihr. Im Mittelpunkt ihrer Rede stand die Wertung des Reichserb­hof g e s e tz e s. Scheinbar hart, fordert es von der Bäuerin und der bäuerlichen Tochter Entsagung, und doch rückt es die Frau auf bem Bauernhof roieber in bie alte germanische Königinstellung. Die­ses Gesetz wertet bie Frau nicht nach Geld und Gut, sondern nach ihrer deutschen Seele und ihrem erbgesunden Körper. Beim Bauerntum beginnt die Wiedergewinnung der deutschen Volksseele, und am heimischen Herd gewinnt der Bauer die Kraft zur Erfüllung dieser Aufgabe. Gewiß so führte Frau von Rheden aus muß die Frau zur Er­füllung ihrer verinnerlichten, mütterlichen Aufgabe am deutschen Volk auch praktische Kennt­nisse erwerben, denn nur der geordnete und gut geführte Haushalt wird ihre Kraft für die hohe Ver­antwortung, die von ihr gefordert wird, freimachen. Sie muß vor allen Dingen aber wieder eingesührt werden in die Geschichte ihres Volkes, ihres Dorfes, sie muß den alten Familienbesitz werten können, sie muß wissen, daß die Gestalten ihres Hauses auch das Dorfbild entscheidend beeinflussen.

Plastisch stellte der Versammlung noch einmal der Film vonBlut und Boden" die hohe Aufgabe der deutschen Bäuerin als Trägerin eines erbgesunden Nachwuchses vor Augen; als Grundton schwang diese Wertung durch die Ausführungen des Minister­präsidenten a. D. Granzow über die Schaffung eines neuen Bauerntums. So stellte der Reichsbauerntag in flammender Weife der deutschen Bäuerin ihre hohen Aufgaben: Schulter an Schulter mit dem deutschen Bauern ist sie berufen, das herrliche Ge­bäude eines neuen deutschen Reiches als Heimat­haus für ihre Kinder mitzubauen.

foUfen, die gleichzeitig große Wildparks barffeUen. Ls handele sich dabei um ganz ge­waltige Komplexe bis zu 150 000 Morgen Größe mit vollkommen freienWildbahnen. Zu solchen Schutzgebieten sollten erklärt werden: die Schorfheide, der Dars in Pommern, die Romintener Heide in Ostpreußen und das große Elchgebietbei Tilsit.

Besonders solle die Arbeit zunächst der Schorfheide gelten. Hier solle versucht werden, alle Wildarten, die einst in märkischen Wäldern vorhanden waren, anzusiedeln, und zwar nicht nur in wenigen Exem­plaren, sondern in einem Ausmaß, daß eine g e - sunde Zuchtgrundlage vorhanden sei, um in wenigen Jahren zu einem annehmbaren Wild­bestand zu kommen. Der Ministerpräsident gab be­kannt, daß er die wenigen reinrassigen Wisente, deren er habhaft werben konnte, aufgekauft habe, in einer Zahl, bie bie Hoffnung zulasse, bei einiger­maßen günstiger Fortentwickelung einen Wisentbe- ftanb von etwa 50 Exemplaren in 10 bis 30 Jahren zu erhalten. Der E l ch werbe ebenfalls schon in diesem Jahre in bie Schorfheide gebracht. Aus bem Elchgebiet in Ostpreußen würben so viele Elche hier­her gebracht, baß eine ausreichende Zuchtgrunblage vorhanben sei. Ferner sollten in ber Schorfheibe das Muffelwild, das wilde Schaf, angefiedeck wer­den, außerdem der Biber, der Fisch- und der Seeadler.

Damit auch die Bevölkerung von diesem Wildbe­stand etwas zu sehen bekomme, sollten die Zucht­gatter, hinter denen das Wisent, der Elchhirsch, das Muffelwild, Damhirsch usw. gezogen würden, an die Peripherie der Schorfheide gelegt werden. Der Dars in Vorpommern und die anderen Gebiete wür­den in ähnlichem Sinne ausgebaut werden. Es soll­ten große Reservate geschaffen werden, auf die im­mer wieder, wenn die Wildbestände gelichtet worden seien, zurückgegriffen werden könne.

Die ganze For st Verwaltung werde in näch­ster Zeit neu gestaltet und dabei die neuen For­men und neuen Bezeichnungen mit den uralten Titeln kommen. Auch die Uniformfrage werde einheitlich festgelegt. Vor allem würden dem Förster seine Rechte gegeben, die ihm zukommen, in Son­derheit in seiner Stellung zu den Privatförstern. Der Privatbesitzer werde angehalten, sowohl für seinen Wald, wie für sein Wild die gleichen Vor­aussetzungen der Betreuung zu schaffen, wie es der Staat getan habe.

Ministerpräsident Goring wies auch auf die volkswirtschaftlichen Gesichtspunkte des Gesetzes hin. Der Wert des deutschen Wildes sei ein außerordentlich hoher. Bei der Auswahl und der qualitativen Verbesserung des Wildes, wie sie das neue Gesetz vorsehe, würden sich auch hier ganz erhebliche Wert st eigerungen ergeben, die sich nicht nur in einem qualitativ besseren Wild, sondern auch in einer mengen­mäßigen Vermehrung ausdrückten. Der Minister erhofft eine so starke Vermehrung des Wild­bestandes, daß Wild auch in solchen Gebieten angesiedell werden kann, wo es vollständig aus­gerottet war.

Ministerpräsident Göring wies schließlich noch darauf hin, daß es eine selbstverständliche Pflicht des nationalsozialistischen Staates sei, bei großen Privatjagden einzugreifen, die heute nicht mehr von ihren Besitzern gehalten werden könnten, um den Tierbestand zu erhalten. Mit den anderen Ländern sei bereits die Fühlungnahme über die Anlehnung ihrer Gesetzgebung an das preußische Gesetz ausgenommen worden. Von ihnen sei nur das preußische Gesetz abgewartet worden, lieber die einzelnen Ländergesetzgebungen werde das Reichsrahmengese tz gespannt wer­den. Eine Verschärfung der Wilder ergesetzge-

bung sei vorläufig nicht geplant. Für den Wilde­rer werde es in Zukunft viel gefährlicher sein zu wildern, als bisher: sobald er mit der Waffe in der Hand betroffen werde, könne er auf keine Nach­sicht rechnen.

Oberforstmeister Schertinger gab einige Da­ten über die in Deutschland bestehenden I a g d v e r- eine und die ausgegebenen Jagdscheine be» könnt. In Deutschland seien etwa 140 bis 150 000 Jagdscheininhaber gemeldet, von denen aber nur etwa ein Drittel organisiert gewesen sei. Die abseits stehenden Kreise seien zum Teil bar jeden Verantwortungsgefühls gegenüber der Allge­meinheit des Volkes gewesen. DieseFlintenträger" habe man bisher nicht fassen können. Das neue Gesetz gebe nun diese Handhabe. Jeder Jagd­scheininhaber in Preußen werde ohne weiteres i n bie Fachschaft der preußischen Jäger eingegliedert. Wer sich den Regeln nicht unter- ordnen wolle, die im Gesetz für die Fachschaft im Interesse unseres Volkes gegeben feien, werde nach einem ehrengerichtlichen Verfahren entweder aus­geschlossen, ober nicht ausgenommen und damit erhalte er keinen Jagdschein. Die Spitzen dieser Fachschaft seien die Kreisjägermeister als unterste Spitze, die P r o v i n z j ä g e r m e i st e r als mittlere Spitze, und die Landesjägermeister als höchste Spitze. Mit der BezeichnungJäger­meister" werde ein uralter mit dem deutschen Waid­werk verbundener Titel wieder eingeführt.

Besserung im Befinden des Reichs­präsidenten.

Vertin, 22. Jan. (DRV.) Heber das Befinden des Reichspräsident en von Hindenburg wird amtlich mitgeteilt, daß der Herr Reichspräsi­dent, der auch während seiner Erkältung seine laufenden Dienstgeschäfte weiterge­führt hat, sich aus dem Wege der Besse­rung befindet.

Oie Frage der Giaatsform fteht nicht zur Nebatte.

Eine Erklärung des Gnuleiters Grohs gegen dieKaiserbewegung".

Köln, 20. Jan. (DNB.) Gauleiter Staatsrat G r o h 6 veröffentlicht folgende Erklärung:

In Bonn hat sich eine Ortsgruppe der fo genanntenK a i s e r b e w e g u n g" (H o - henzollernbund) aufgetan, die in Aufrufen und Werbeschriften behauptet, die Wiederherstellung der Monarchie sei dasletzte Ziel unseres Führers und Kanzlers Adolf Hitler". Es wird weiter behaup­tet, die Gründung derKaiserbewegung" seivon der Führung der NSDAP, gutgeheißen". Die V e r° breitung solcher unwahren Behaup­tungen kann nicht geduldet werden. Der Führer hat niemals erklärt, die Monarchie wieder­herstellen zu wollen, sondern in seiner programma­tischen Rede am 23. März 1933 im Reichstag aus­drücklich erklärt, daß die Frage,Republik oder Monarchie" undiskutabel sei. Die NSDAP, hat auch niemals ihrEinverständnis mit derGründung einerKaiserbewegung" gegeben. Abgesehen von den angeführten unwah­ren Behauptungen, gegen die fchärfftens protestiert werden muß, muß den Bestrebungen derKaiserbe­wegung" an sich entgegengetreten werden. Dabei bleibt die Frage, was das deutsche Volk dem Hohen- zollernhaus zu danken hat, völlig außer Betracht. Ausschlaggebend ist, daß alle Dinge von nicht grund­sätzlicher Bedeutung zu denen auch die Frage der (Staatsform gehört wenn sie die notwendige Einigkeit des deutschen Volkes beeinträchtigen, aus der öffentlichen Diskussion auszuschalten sind. Das deutsche Volk will als Nation leben, und