Einzelbild herunterladen

Nr. 19 Erster Blatt

184. Jahrgang

Dienstag, 23. Januar 1934

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

Monatr-Vezugspretr:

Mit 4 Beilagen NM. 1.95 'Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr. , -.25

Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernsprechansch!üfse

unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten Anzeiger Sietzen

Postscheckkonto:

firanffnrt am Main 11686

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühl'sche Untverfilätr Such- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/zUhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Text­anzeigen von 70mm Breite 60 Npf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Npf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Npf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Npf. je mm

WillJapan den Frieden in Ostasien?

VombenanschlagausdenSchnellzugWien-Agram

men abgeschlossen werden könnte, so werde es sich

Der Wagen Berlin-Suschak durch eine Höllenmaschine vollständig zertrümmert. Drei Todesopfer.-Ein Berliner Arzt schwer verletzt geborgen.

EmeDiererkonserenzdereuropäischenGroßmächie zur weiteren Wandlung der Abrüstungssrage?

T o k i o , 22. Ian. (DNB.) Die japanischen Flotten­behörden machen zur Zeit in Ito Versuche mit einem Zwergunterseebot, das nur neun Meter lang ist und eine Besatzung von vier Mann hat. Der Querschnitt beträgt 2,50 Meter. Es wird von

werden sollen. Die Konferenz dürfte eine Woche dauern.

Wie der Berichterstatter desDaily herald" in Singapore meldet, werden an der Besprechung der Kommandeur der malaiischen Halbinsel und der Be­fehlshaber der Gruppen, die in Singapore liegen, teilnehmen, da besonders über die Befesti- gungen von Singapore verhandelt werden soll. Der Berichterstatter verzeichnet ferner ein Ge­rücht, wonach Feldmarschall Lord A l l e n b y an Bord des KreuzersKent" angekommen fei, was jedoch geheimgehalten werde. Ls gingen auch Ge­rüchte um, daß Großbritannien aus Sorge um einen japanischen Angriff mit Hol­land zu Zwecken der Verteidigung Zu­sammenwirken wolle. Großbritannien soll da­für Holland den Besitz seiner ost indi­schen Gebiete garantieren. Andererseits werde behauptet, daß die Frage der Verteidi­gung Australiens auf der Konferenz die meiste Zeit beanspruchen würde.

Em japanisches Zwergunterfeeboot.

Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Ls konnte bisher nur festgestellt werden, daß durch die Explosion der Höllenmaschine das Gas ent­zündet wurde, das zur Beleuchtung des Wagens diente. Dadurch breitete sich das Feuer mit fo außerordentlicher Geschwindigkeit aus. 3m Augen­blick der Explosion befanden sich im Berliner Wagen 13 Personen, von denen sich neun retten konnten. Die Höllenmaschine war in einem Abteil un­ter einem Polstersih verborgen worden. Der direkte Wagen VerUn Suschak hatte Vertin am 21. Januar um 7.50 Uhr verlassen und war auf dem Wiener Westbahnhof um 20.30 Uhr eingetroffen. Der Wagen hatte einen einftünbigen Aufenthalt in Wien. Um 21.30 Uhr fuhr er vom Südbahnhof aus mit dem Agramer Schnellzug wei­ter. 3n einer amtlichen Erklärung wird gesagt, daß die Höllenmaschine schon im Auslande in den Wagen gebracht worden sei. Daher sei verfügt, daß alle direkten Wagen, die aus Oesterreich nach Süd- sluwien kämen, an der Grenze durch südslawische Wagen auszutauschen feien. Die Persönlichkeiten der drei verkohlten Leichen konnten noch nicht festgestellt werden.

vermutlich darauf beschränken, daß die Rüstun­gen auf ihren gegenwärtigen Stand belassen würden. Ein solches Rüstungsstillstands­abkommen würde eine Sicherheitsklausel enthalten, wonach die Unterzeichner sich alle Hand­lungsfreiheit vorbehalten, falls einer der Unterzeich­ner aufrüste. Alle diese Gerüchte müßten übri­gens, so fügt man in französischen Kreisen hinzu, mit Vorsicht aufgenommen werden; aber man müsse sie immerhin wegen ihrer politischen Tragweite verzeichnen.

3ur deutschen Antwort.

DieTimes" berichtigt sich.

London, 23. Ian. (DNB.-Funkspruch)Times" stellt ihre gestrige Meldung richtig. Sie sagt, die Reichsregierung versuche zwar das Bekanntwerden des Inhalts ihrer Antwortnote zu verhindern. Sie habe aber niemals gewünscht, diese der britischen Regierung vorzuenthalten. Der britische Botschafter habe eine Abschrift der Note erhalten, die am Mon­tag im Londoner Foreign Office eingetroffen fei. Ferner berichtigtTimes" eine Meldung aus Pa­ris. Sie stellt fest, daß Deutschland keineswegs sofortige Gleichheit in der Luft mit Frankreich fordere. Deutschland verzichtet auf Bombenflugzeuge, allerdings nur unter der Bedingung, daß die anderen Länder be­reit seien, sp ä t e r auch auf ihre Bombenflug­zeuge zu verzichten. Die beiden hauptsächlichsten Schwierigkeiten zwischen Frankreich und Deutsch­land seien die Zahl der Soldaten, die Deutschland besitzen soll (300 000 ober 200 000) und Deutschlands Forderung nach Hau­bitzen, Flugabwehrgeschützen und Flug­zeug en mit beschränkter Flugweite.

Ein politisches Attentat?

Belgrad, 22. 3an. (DRV.) Auf den Schnell­zug Wien Agram wurde am TUontag in den frühen Morgenstunden, am Eröffnungstage der Agramer Konferenz der Kleinen Entente, zwischen den Stationen Rann und Gurkfelb ein Bombenanschlag verübt, ber verheerenbe Wirkungen anrichtete.

Unter bem birekten Wagen Berlin S u - f ch a k explobierle um 5.50 Uhr eine Höllen­maschine. Der Wagen geriet in Brand unb würbe voltstänbigvernichtet. Auch ber hin­ter bem Wagen gekoppelte Schlafwagen würbe stark beschäbigt. 3n bem Wagen befanben sich vier Reif enbe zweiter Klaffe, von benen drei in ben Flammen ben Tob fanben, währenb der vierte schwer verletzt ins Krankenhaus nach Rann gebracht wurde. Der Schwerverletzte ist ber Berliner Arzt Dr. 3ohann Fritsch. Die drei verkohlten Leichen würben aus ben Trümmern des verbrannten Wagens geborgen. Nachdem der vernichtete unb ber Schlafwagen abgekoppelt waren, konnte ber Zug mit großer Verspätung bie Fahrt nach Agram fortsehen.

Äip aride" unb dieschwarze" Seschr.

Von Dr. Paul Rohrbach.

Es gibt Schlagworte, denen man ins Gesicht sehen muß, um sie zu erkennen. Vor vierzig Jahren ging ein Wort um: Völker Europas, wahrt eure heiligsten Güter! Gemeint war diegelbe © e = f a h r", in einem Sinn, als ob sie die europäische Zivilisation bedrohe. Es war nicht leicht zu sehen, wie das geschehen sollte. Chinesen, wie Ku hung- ming, auch Inder, wie Gandhi, würden darauf wahrscheinlich antworten: dazu brauchen nicht erst wir Asiaten zu kommen, das besorgen die europä­ischen Völker schon allein durch ihre Selbstzerflei­schung im Krieg und imKrieg nach dem Kriege!"

Die Hineinziehung der farbigen Völker Asiens in den Weltkrieg durch die Ententemächte hat aber zur Folge gehabt, daß die Achtung vor den Euro­päern in ganz Asien gesunken ist. Man kann jetzt tatsächlich davon sprechen, daß eine Art von asiati­schem, namentlich ostasiatischem und indischem G e meingesühl gegen bie Weisen im Werden ist. Die Führung dabei möchte Japan überneh­men. Die Japaner stellen jetzt eine Art von asiati­scher Monroe-Doktrin auf, eine Nachahmung der amerikanischen, die bekanntlich lautet: Europa hat in Amerika politisch nichts zu suchen! Von chinesi­scher Seite wird behauptet, der damalige Premier- und Außenminister Tanaka habe im Juli 1927 dem Kaiser von Japan ein Memorandum Über­reicht, das folgende Punkte enthielt: Politische unb wirtschaftliche Durchdringung der Mandschurei und Mongolei, Führung Chinas, Kontrolle Asiens, Er­hebung Japans zur ersten Weltmacht. Man kann sagen, daß dies wenigstens die ersten drei Punkte das faktische Programm der stärksten Persönlich­keit in der jetzigen Regierung Japans ist, des Kriegsministers A r a k i. Ohne Zweifel ist dabei Japan als Vormacht der gelben gegen bie weiße Rasse gedacht.

Es gibt ein Wort von Araki:Der Geist Japans muß über die sieben Meere und die fünf Kontinente verbreitet werden". Um das zu erreichen, muß Japanzu dem Geist, den Idealen und der mora­lischen Tradition" der alten Zeit zurückkehren unb aller Lässigkeit, Korruption, Verschwendung und neuzeitlichen Weichlichkeit" abschwören. Das heißt soviA, wie daß die asiatische Monroe- Doktrin des japanischen Imperialis­mus gestützt werden soll durch Wiederherstellung der von parlamentarischer Parteiwirtschast und kapitalistischer Charaktererweichung, diesen üblen Gaben Europas, angefressenen heroischen Ethik Alt-Japans. Ein bekannter japanischer Marine­politiker, Suotsuja, hat Bekenntnisse in diesem Stil noch durch eine offenherzigere Aueßerung unter­strichen, die viel Aufsehen gemacht hat: die weiße Rasse seider Feind Japans, Amerika sei der nächste Gegner, für den Kampf mit ihm müsse Japan sich rüsten, und die Aussichten seien günstig wenn die Nation ihre ganze Kraft einsetzt!' Man muß also damit rechnen, daß die japanischen ; Schiffsneubauten über das im Washingtoner Flot- , ten-Abkommen festgesetzte Stärkeverhältnis 3:5:5 ' (Japan Amerika England) hinausgehen.

Wird Japan stark genug sein, die Politik des Tanaka-Memorandums durchzuführen? Zahlen- ' mäßig wohnt in Ost-, Südost- und Südasien die i Hälfte der Menschheit, rund 950 Millionen. Fragt man aber, wie groß ihre wirtschaftliche Kraft ist, so zeigt sich, daß diese 950 Millionen insgesamt auf dem Weltmarkt nur soviel zu kaufen imstande sind, wie 70 bis 75 Millionen Mittel- i europäer. Fünf Japaner, achtzehn Inder, einunb- ' zwanzig Chinesen bebeuten wirtschaftlich erst soviel, , wie im Durchschnitt ein Deutscher im Reich, ein Oesterreicher ober Schweizer. Heroismus kann viel leisten, aber nicht alles, es gehören auch Finanz- unb Wirtschaftskraft bazu, unb bie Finan-

Paris, 23. 3an. (DRV. Funkspruch.) 3n gut unterrichteten französischen Kreisen erklärt man über den ersten Eindruck, den die deutsche Antwort auf die französische Denkschrift in ber Abrüslungsfrage gemacht hat, daß die Reichsregierung an ber Forbe- rung der unverzüglichen Gleichberech­tigung sowohl hinsichtlich ber e f f e k t i v e n V e - stänbewie hinsichtlich besMaterials fefthatte. Der beutfche Text werbe eingehend unb verstandi- gungsbereit geprüft werben. Die französische Antwort über bie ber Ministerrat zu beschließen hätte, dürfte vermutlich Enbe b i e f e t o d) e z u erwarten fein. Auch über ben Ausfall dieser Ant­wort hört man schon bie ersten Andeutungen. Die französische Regierung werde dem Vorsitzenden ber Abrüstungskonferenz Henderson mitteilen, daß die üom Büro der Abrüstungskonferenz empfohlene Methodeder direktenverhandlungen leider nicht die e r ro a r t e t e n 6 r g e b n i f f e gezeitigt habe. Auf Grund dieser Mitteilung konnte dann das Kleine Büro in feiner Sitzung vom 10. Februar in London alle zweckmäßigen Entschlüsse hinsichtlich der F o r t f e h u n g der Abrüstungs-Ar­beiten treffen. Außerdem könnte bann bie von Sir 3ohn Simon gegebene Anregung einer Konfe­renz b e r v i e r G r o h m ä ch t e Deutschland, Eng- lanb, 3tatien unb Frankreich in Paris roieber in ben Dorbergrunb treten, obwohl man ihr in fran­zösischen Kreisen gegenwärtig im allgemeinen noch nicht viel Sympathie entgegenbringe. 3edensalls scheine sich jetzt febe Hoffnung auf eine wirklich greifbare Abrüstung wenn nicht noch ein unvorhergesehener Umschwung ein­trete-immer mehr zu entfernen, öenn Überhaupt noch ein allgemeines Abrustungsabkom-

Der neue ber Kammer vorgelegte Marine- haushalt sieht Ausgaben in Höhe von 284747000 Dollars vor. Hiervon entfallen 33619334 Dollars auf neue Kriegsschiffe, unb zwar haupt­sächlich Flugzeugmutterschiffe unb vier Kreuzer, 18 880 000 Dollars entfallen auf bie Abteilung Seeflugzeug, bavon 6131000 für neue Flugzeuge Ein Ersatzbau für bas Luftschiff Akron ist nicht vorgesehen. Der Chef ber Marine­leitung, Konteradmiral Stanbley, erklärte, auch bas Luftschiff Los Angeles fei nicht mehr in ber Lage, Fahrten auszuführen unb werbe außer Dienst gestellt werben. Stanbley begrünbete weiterhin bie Notwenbigkeit einer M o - bernifierung ber neuen Panzerschiffe. Der Zustanb ber Panzerschiffe unb noch mehr ber Zerstörer fei fo unbefriebigenb, baß man an ber Kriegsverwenbungsfähigkeit biefer Schiffe zweifeln müsse.

3n Sorge um den britischen Besitz im Pazifik.

Britisch-australische Marinekonferenz in Singapore.

London, 23. 3an. (DRV. Funkspruch.) heute

Tokios offizieller Kurs.

Eine Friedensrede des Außenministers.

Tokio, 22. Jan. (DNB.) Der Minister des Auswärtigen, H i r o t a , sprach im Abgeordneten­haus über die japanische Außenpolitik. Hirota be­gann seine Ausführungen mit einem Rückblick auf Japans Austritt aus dem Völkerbund am 27. März 1933, der notwendig geworden fei, weil sich Japan mit dem Völkerbund in der man­dschurischen Angelegenheit über die zur Aufrecht­erhaltung des Friedens im Fernen Osten notwen­digen Maßnahmen nicht habe verständigen können. Das bedeute jedoch nicht, daß Japan f i ch von der Gemeinschaft der Nationen trennen wolle. In diesem Zusammenhänge gab Hirota der Hoffnung Ausdruck, daß China in der Lage sein werde, seine Bemühungen um Frieden unb Stabilisierung mit benen Japans zu ver­einigen. Die tatsächliche Lage wiberspreche aller­dings solchen Hoffnungen. China habe feine j a - panfeindliche Politik noch nicht ein­gestellt.

In den Beziehungen zu Rußland, die seit dem Pekinger Vertrag von 1925 normal gewesen seien, mache sich leider in letzter Zeit ein Wandel geltend. Es sei überraschend und bedauerlich, daß die Sow­jetregierung im Rundfunk und in der Presse Ge­rüchte über Japan in Umlauf setze wie z B., daß Japan an der russisch-mandschurischen Grenze neue militärische Vorbereitungen treffe. Nichts davon sei wahr. Japan werde auch in Zukunft wie in der Vergangenheit Sowjet­rußland im Geiste der Billigkeit und Loyalität gegenübertreten. Japan wolle die schwebenden rus­sisch-japanischen Fragen auf friedlichem Wege lösen und werde keine Truppenver­stärkungen in die Mandschurei senden, obwohl kürzlich an der Grenze sowjetrussische Militärein­heiten zusammengezogen worden seien. Auf jeden Fall aber müsse man der antijapanischen Propa­ganda begegnen, da sie sogar bei Staatsmännern wie Herriot und Bulitt, dem amerikanischen Bot­schafter in Moskau, auf fruchtbaren Boden zu fal­

len scheine.

Zwischen ben Vereinigten Staaten unb - Japan schwebe berzeit keine Frage, beren Lösung s irgenbwelche Schwierigkeiten bieten könnte. Japan z habe nicht ben Wunsch, trgenbeinen , Konflikt mit ben Vereinigten Staaten zu ent- ( fesseln, es sei im Gegenteil lebhaft um ein freunb- schaftliches Verhältnis zu Amerika bemüht. lieber die Beziehungen zum Britischen Reich erklärte Hirota, die uberlieferungsmäßige Freundschaft, die ' beide Mächte verbinde, bestehe auch heute noch un­vermindert fort.

Zum Schluß der Rede wirb auf bie allge­meine wirtschaftliche unb politische Unsicherheit in ber Welt hingewiesen, bie jeben Augenblick bas internationale Gleichgewicht zu zer­stören brohe. Das Vertrauen zwischen ben Nationen der Erbe habe beträchtlich abgenommen. Trotzbem habe man beim Versuch ber Regelung jeher be­liebigen internationalen Frage fein er lei un = Überwindliche Schwierigkeiten zu furch­ten, so lange jebes Volk bestrebt sei, ber Lage an­derer Völker Gerechtigkeit wiberfahren zu lassen. Er habe die Ueberzeugung, daß auch bie anderen Mächte die Lage Japans, wie sie d u r ch d i e N a - tur unb durch die Entwicklung gegeben sei, schließlich so zu verstehen lernten, wie sie ver­standen werden müsse.

Arakis Hircklrittsgesuch noch nicht angenommen.

Tokio, 22. Jan. (DNB.) Der Kaiser hat bas Rücktrittsgesuch bes Kriegsministers Araki noch nicht angenommen. Die ZeitungAsahi" schreibt, baß durch einen Rücktritt bes Kriegsministers bie Lage des Kabinetts Saito gefährbet sei. Die ZeitungChozio" ist ber Ansicht, baß bas Rücktritts- qesuch Arakis auf seinen Gesunbheitszustanb zuruck- zuführen sei unb betont, baß als Nachfolger Lha­sas ch i in Aussicht genommen sei. Dieser sei ein sehr populärer Offi 3 ier ber Wehrmacht. Die übrige japanische Presse glaubt, daß Araki nach Wiederherstellung seiner Gesundheit auf seinen Posten Zurückkehren werbe.

Das Flottenwettrüsten.

Amerika will 120 neue Kriegsschiffe für 600 Millionen Dollars Oanen.

Washington, 23.3an. (Reuter. Funkspruch.» 3m Flott-nausfrchuß des Repräsentantenhauses empfahl der stellvertretende Marineminister ch. L. Roo evelt die baldige Jnkrastsetzung einer Vorlage, die den Bau von 120 neuen KrIegSsch i fr - fen mit einem Kostenaufrwand von rund 616 Millionen Dollar vorsieht. Der Vorsitzende de- Aus­schusses, Vinson, sagte zu, die Borlage so bald wie möglich zu behanbeln.

Von ben Anhängern bes P^lldentenRoosevelt wirb betont, ber Hauptgrunb, weshalb bas Weiße Haus bie Flotte auf ben nach bem Fo- tenab kommen von Washington zulas. sigen Höchststanb ausbauen will, wurzele in ber Ueberzeugung, baß Äapa » sur das Jahr 1936, wenn der Flottenvertrag erlischt,ei ne ebenso große Flotte erstrebt wie sie die Vereinigten Staaten oder Groß britannien besitzen Die Vorlage findet, so wird weiter betont, dieu n e i n g e s ch r a n k t e Bil­ligung des Präsidenten. Der Marine­minister erklärte, die Vereinigten Staaten konnten der Welt nicht länger als Abrüstungsbeispiel dienen.

zen Japans sind schon überspannt.

Gewiß ist Amerika zur Zeit schwer behindert durch bie Wirrnis von Wirtschaftskrise, Wirtschafts- unb Währungsreform aber trotzbem hat es ben Draht nach Moskau gelegt, sicher nicht ohne babei an Japan zu benfen. Besser als Ame­rika steht Englanb ba, bas sich sichtbar erholt, unb bie Englänber finb sich über bie japanische Ge­fahr, zunächst von ihrer hanbelspoliiischen Seite her, burchaus klar. Man mürbe irren, wenn man glauben wollte, baß sie nichts weiter tun werben, als zusehen, wie Japan mit Hilfe seiner bis auf 60 v. H. entwerteten Währung immer größere Stücke bes ohnehin zusammengeschrumpften Welt­marktes erobert. Wenn biegelbe Gefahr" jetzt so befiniert werben kann, baß es sich babei um ben Ausschluß ber weißen Rasse aus bem Gebiet ber asiatischen Großvölker unb um rücksichtslose Han- belskonkurrenz auf bem Weltmarkt hanbelt, so ist bem entgegenzuhalten, baß Japan nur eine geringe Wirtschaftskraft besitzt, unb baß politisch nur ein gemeinsames Hanbeln ber zumeist bebrohten weißen Völker bazu gehört, um bie Gefahr zu bannen.

Man spricht neben ber gelben auch von einer schwarzen Gefahr unb meint bamit basEr­wachen" ber Schwarzen in Afrika. Es soll also eine hoppelte Bebrohung ber weißen Rasse existie­ren, insofern zu befürchten sei, baß eines Tages bie Schwarzen sie aus Afrika vertreiben. Düs ist eine bloßeVorbeifahrer"-Weisheit, hiervon ben oberflächlichen Einbrücken sogenannter, duf Grund flüchtiger Einbrücke urteilenber ,Jlfrifafenner" stammt. Die schwarze Rasse ist gar nutzt fähig, sich zu organisieren, sie ist auch nidV fähig, auf sich selbst gestellt, wirkliche Kulturleistungen zu oottr bringen. Sie muß von ber höher veranlagten, schöpferisch benfenben weißen Rasse geführt werben. Gegen Eingeborenen-Aufstänbe gibt es heute Flugzeuge. Hätten wir 1904 bis 1905 hn

vormittag beginnt in Singapore an Bord des Kreu­zersKent" eine Konferenz britischer, australischer unb neuseeländischer ..... .....

2ldmirale, auf der Fragen von gemeinsamem 3n- elektrischen Batterien getrieben unb soll bis auf runb tereffe für die Seestreitkräfte des britischen Reiches 160 Meter Tiefe gehen können.

in 3nbien, Australien und Reuseetand besprochen! --------