Kuß-att-Opferspiel Gießen-Stadt gegen Land4:S.
II
Links oben: Die beiden Mannschaften. Im weißen Trikot die Vertretung des Landes, im dunklen Trifot die Mannschaft der Stadt. — Rechts oben: Kreis- führer Henkel (Zweiter von rechts) hält vor dem Spiel eine kurze Ansprache. — Unten links: Glückliche Abwehr! — Unten Mitte: Birkenbiels schöner Kopfball, der zum zweiten Tore führte. — Unten rechts: Ecke! Schlarb greift ein! Im Vordergründe links der Schiedsrichter, der die Szene mit größter Aufmerksamkeit beobachtet.
Ruf und Aufforderung zum Besuch der Fußballopferspiele Gießen-Stadt gegen Gießen-Land verhallten nicht ungehört. Es fanden zwei Spiele statt. Zunächst sah man die Begegnung der beiden kombinierten Jugendmannschaften, die einen unentschiedenen Ausgang nahm. 2:2 lautete das Ergebnis. Schon zu diesem Kampfe waren viele Zuschauer erschienen, die dem Treffen der Jugendlichen mit großer Aufmerksamkeit folgten
Im Anschluß daran betraten die aktiven Mannschaften den Platz. In der Pause zwischen den beiden Spielen machten die Jugendlichen im Sportdreß mit den Sammelbüchsen der Winterhilfe die Runde.
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Das Spiel der beiden aktiven Kombinationen war sehr aufschlußreich und gleichzeitig in seinem ganzen Verlauf sehr interessant Es wurde, das sei zuvor gesagt, sehr fair gekämpft. Man merkte gleich: kein Spiel um Punkte! Sv hatte der Schiedsrichter Hohmann, der untadelig leitete, fein allzuschweres Amt.
Die Mannschaften
stellten sich in folgender Aufstellung dem Schiedsrichter:
Land: Haas (Wieseck): Alfen (Großen-Buseck), Fett (Watzenborn-Steinberg); W Bingel (Bissenberg), Keul (Aßlar), Funk (Leihgestern); Oswald (Wieseck), Reul (Nauborn) K. Bingel (Bissenberg), Göbler (Krofdorf), W. Kreiling (Wieseck).
Stadt: Schlarb (1900); Knaus, Lehrmund (MB.); Mank Heilmann, Hainbach (1900); Sauer (VfB.), Wilhelmi (1900), Birkenbiel (VfB.), Hammer (1900), Ritter (VfB ).
Es standen sich in diesem Spiel zwei grundverschiedene Mannschaften gegenüber. Die Landmann- schaft kämpfte mit einem urwüchsigen Eifer, völlig ungekünstelt, mit einer natürlichen Frische, wenn auch nicht mit ausgefeilter Technik Jeder Spieler setzte sich voll ein. In diesem Sinne gebührt der Mannschaft ein Gesamtlob. — Die Stadtmannschaft spielte nicht so produktiv, war technisch den Gästen aber überlegen, gab meist den Ton an, ohne das Spiel jedoch zu diktieren Die Stadtelf war in der Verteidigung nicht sehr glücklich besetzt. Lipperts Fehlen machte sich sehr bemerkbar. Im Sturm konnte man sich nicht durchsetzen. Es fehlte der Draufgänger, den die Landmannschaft in ihrem Mittelstürmer hatte.
Der Sieg ist der Landmannschaft nicht streitig zu machen, wenn auch berücksichtigt werden muß, daß die Stadtelf in der letzten Viertelstunde mit unerklärtem Pech kämpfte. Das Eckenverhältnis lautet für die Stadtmannschaft günstiger.
Der (Spielverlauf.
Die erste Halbzeit.
Der Kampf begann ziemlich ausgeglichen und vollzog sich zunächst in Feldmitte. Das Land wurde dann aber agressiver. Es gab schon in der 6. Minute kritische Situationen vor dem Tor der Stadt. Schlarb hatte zur Ecke abzuwehren, mußte dann gleich noch einmal eingreifen und — sich durch einen sehr überraschenden Ball, aus dem Gewühl heraus (Kreiling), schlagen lassen. Das Spiel hatte tastend begonnen. Nun wurde es heftiger, rascher. In der 12. Minute fiel der Ausgleich. Wilhelmi hatte mit einem tadellosen Kopfball verwandelt.
1:1! Bald darauf brachte Birkenbiel einen schonen Schuß an. Haas hielt aber bravourös. Dann konnte die Landmannschaft abermals in Führung gehen. Schlarb hatte einen Ball abgewehrt, aber ein zweiter Schuß, diesmal von Oswald (Wieseck), fand den Weg ins Netz. Die Gäste legten dann einen weiteren raschen Angriff vor, im Eifer wurde aber hoch über das Tor geschossen. In der 26. Minute fiel dann wiederum der Ausgleich. Birkenbiel nahm eine schöne Flanke mit dem Kopf auf und dirigierte den Ball geschickt in die Richtung auf das Tor. Der Torhüter war herausgelaufen, konnte den Ball aber nicht erreichen, der Ball sprang einmal und rollte unbehindert in das Tor. Es gab enttäuschte Gesichter bei den Gästen. Aber sie ließen den Mut nicht sinken. Auf der rechten Seite wurde ein rascher Angriff vorgetragen, es folgte ein Flankenwechsel und wiederum war es Kreiling, der, ziemlich freistehend, entschlossen einschießen konnte. Abermals führte das Land! Ein Strafstoß für die Gäste ging knapp neben das Tor. Das war in der 27. Minute. Der Kampf ging lebendig weiter. Die Stadtmannschaft wurde auffälliger überlegen. Zu Toren kam es nicht mehr. Mit 2:3 wurden die Seiten gewechselt.
Rach der Pause.
Bald nach dem Wiederbeginn kam es zum dritten Male zum Ausgleich. Ritter gab eine schöne Flanke zu Birkenbiel, der wiederum mit einem tadellosen Kopfball verwandeln konnte. Aber die Gießener mußten die Landmannschaft dann zum vierten Male ziehen lassen. K. Bingel, der Mittelstürmer, konnte auf 3:4 erhöhen und so die Tordifferenz wieder Herstellen. In der Folge spielte aber die
Stadtmannschaft druckend überlegen. Die Gäste legten sich mehr auf die Verteidigung, brachen aber auch verschiedentlich geschickt durch und schufen immer wieder gefährliche Situationen vor dem Tor der Hiesigen. Im Anschluß an einen Eckball vermochten die Gäste sogar auf 3:5 zu erhöhen. ! Wieder war es Bingel. Dieses Torverhältnis wurde lauae Zeit nicht geändert. Die Städter berannten in Der Folge mit großer Heftigkeit bas Tor der Ländrnannschaft. Aber die Gäste standen wie eine Mauer. Die Verteidigung arbeitete sehr geschickt, der Tormann hatte außerdem verschiedentlich viel Glück. Ecken für die Stadtkombination brachten nichts ein. Endlich, einige Sekunden vor dem Schlußpfiff, fiel noch ein Tor für die Stadt, das nahezu eine Viertelstunde lang in der Luft lag. Die Stadtmannschaft mußte Die knappe Niederlage hinnehmen.
Das abwechslungsreiche Spiel nahm einen schonen Verlauf. Bleibt nur zu wünschen übrig, daß für den guten Zweck eine recht stattliche Summe abgeführt werden konnte.
HandbaN-Eraebniffe aus dem (Sau XII (Kreis Lahn-DM).
Kreisklaffe I: Tv. Lich — DfB.-R. Gießen 4:9 (2:4); Tv. Albach — Tv. Holzheim 7:3 (3:2); Tv. Hörnsheim — Tv. Dornholzhausen 10:4 (7:2).
Kreisklasse II: Mtv. Gießen II — Tv. Grü- ningen I 10:4 Tv. Dutenhofen — Tv. Cleeberg 7:3 (6:1); Tv. Erda l — Nauborn! 2:5 (0:4); Tv. Dorlar I — Tv. Launsbach I 7:5 (3:2); Tv. Wetzlar II gegen Tv. Garbenheim 5:1 (2:1).
Kreisklasse III: Tv. Lützellinden II — Turnv. Holzheim II 6:1 (2:1). (Berichte folgen!)
Futzboll-Ergebnisse Oer Kre>sk<assen
Nauborn — Sportfreunde Wetzlar 2:0; Wieseck — VfB. II 4:1; 1900 II — Lich 2:2; 1900 III — VfB. III 0:2; Launsbach — Fellingshausen 2:4; Ehringshausen — Aßlar II 2:1; Wißmar — Grün- berg II 3:2; Grünberg — Heuchelheim 0:3; Leih- gestern — Lollar 3:4; Ulm — Holzhausen 2:2; Stockhausen — Albshausen 2:1; Bechlingen — Merdorf II 12:1; Steinberg II — AIkendorf 3:4; Vetzberg — Erda 2:1; Treis — Londorf 4:2; Lollar II — Steinbach 1:0; Oberbiel — Schmalbach 22:1.
Gingen im Kraft- unftEportklub Gießen
Eiche 01 Hanau — Gießen 93 17:2.
Die Ringermannschaft des „1. Kraft- und Sportklubs 1893", mußte sich in Hanau mit obigem Resultat geschlagen bekennen. Hanau stellte eine äußerst kampfstarke Mannschaft auf die Matte. Daß es die Einheimischen mit einem kampferprobten Gegner zu tun hatten, beweist der 2. Platz der Hanauer in der Tabelle des Gaues XIII Bei mehr Kampferfahrung hätte die Gießener Mannschaft ein besseres Resultat herausgeholt. Ohne den geringsten Fehler leitete Herr Noll aus Frankfurt die jederzeit fairen Kämpfe.
Die einzelnen Ergebnisse:
Bantamgewicht: Funk (Gießen) besiegt nach technisch hervorragendem Kampf den Hanauer Schmidt nach Punkten. — Federgewicht: Klotz (Gießen) hatte alle Mühe, sich der stürmischen Eingriffe des Hanauers Wissel zu erwehren und erlag in vier Minuten einem Doppelnelson. — Leichtgewicht: Detter (Gießen) lieferte Dauth (Hanau) einen glänzenden Kampf und verlor knapp nach Punkten. — Weltergewicht: Der alte Kämpe Meininger (Gießen) hielt sich gegen Breitenstein (Hanau) ausgezeichnet. In der Bodenrunde mußte er aber wegen einer Knieverletzung aufgeben. — Mittelgewicht: Bellos (Gießen) hatte den besten Mann der Hanauer zum Gegner.'Sieger nach fünf Minuten Schultheiß (Hanau) durch Ausheber mit Halbnelson. — Halbschwergewicht: Weiß (Gießen) und Neide I (Hanau) erwiesen sich als zwei zähe Ringer. Der stärkere Hanauer siegte in der Bodenrunde durch Ausreißer. — Schwergewicht: Der junge Gießener Emmrich war an- fänglich seinem Partner Neide II überlegen. In der angesetzten Bodenrunde erwies sich der Hanauer als der Bessere und errang in neun Minuten, durch Hamerlok mit Halbnelson, den Sieg.
Sprecvtt«"den der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bi« 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen
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