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Ur. 273 Zweites Blatt

GiHener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)

Donnerstag, 22. November (934

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genug damit: Lini ist, wie wir ferner erfahren, eine

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aber auch die technische Leistung der Kameraleute

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Die Werks

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Zur Feier des Tages der deutschen Hausmusik hatte sich die Oberstufe der G o e t h e s ch u l e in der Turnhalle eingefunden

In einem einleitenden Vortrag mies Schulver­walter 3 u ft i n auf die Bedeutung der Hausmusik und der Musik überhaupt hin, als dem Spiegelbild der deutschen Volksseele, für Familie und Volk, die Träger deutscher Kultur und damit deutscher

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Schloß Hubertus" als Film.

und frischen Einsätzen non Ensemble und Orchester ke.nene malerisch erschlos -n zu haben, dl« ja gerat)« dirigiert, Dom Bühnenbildner Löffler aber höchst b-- emem Stofs wie diesem non ausschlaggebender anmutig im altfrankisch-behöbigen Stil des Wiener! und sozusagen m,tsp,-lender Bedeutung ist. Ab- Biedermeier um 1840 ausqeftattet; besonders die!«^°" 'iem "sthetischen Eindrücken muß

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Hansi Salzmann war eine muntere Lini, ein echtes Naturkind aus dem Volke, das sich mit bur­schikosen Temperamentsausbrüchen zum enfant ter- rible im gräflichen Hause entwickelt. Herr Wrede als Franz! war mit seiner originalwienerischen Partie so recht in seinem Element. Herr Hub machte den Nußberger mit animierter Aufgeräumt- heit und breiter Komi'' in Gesang und Gebärde. Maria Perry gab die Felicitas in gesanglich ge-

Wirtsgarten im ersten und letzten Akt bildeten in ihrer kleinbürgerlichen Romantik einen recht greif- baren Kontrast zu der kühlen Eleganz des gräf- lichen Interieurs im zweiten Bild.' Und der gute dicke Märchenmond zog beruhigend durch die Läm­merwölkchen am vorstädtischen' Abendhimmel.

Wochenendlehrgänge, die teilweise schon stattfanden, an ihre Berufskameraden wenden.

Die weiblichen Angestellten fanden sich bis jetzt zu einem DichterabendHermann und Matthias Claudius" und zu einem hochinteressanten Film Fleißige Hände" zusammen.

Besondere Aufmerksamkeit wird zur Zeit der Entwicklung der Uebungswirtschaft in Gießen ge­widmet. Die Betriebsführer wurden aufgefordert, ihre jüngeren Angestellten in die Uebungsfirmen der Reichsberufsgruppen der Angestellten zu entsen­den, wo ihnen berufliches Können durch wahrheits­getreue und wirklichkeitsnahe Arbeiten vermittelt werden soll. Eine Anzahl von Uebungsfirmen ar­beitet bereits in Gießen und hat die Verbindung mit den Uebungsfirmen des ganzen Reiches ausgenom­men. Besonderen Zuspruches durch Aufträge und Anfragen erfreut sich die Uebungshandlung in Büromöbel und Schreibmaschinen. Durch unge­heuren Fleiß wurde weiter eine Textilfirma ins Leben gerufen. In einem Werbebüro werden die Ideen des einzelnen Berufskameraden zu Papier gebracht Der Lehrgang in Plakatschrift bildet die Ergänzung hierzu. Was bei dem einen figürlich dargestellt wird, findet bei dem anderen die passende Beschriftung. Die sich ergebenden Rechtsschwierig­keiten werden durch die Rechtsanwalts-Uedungs- büros behandelt und zur Erledigung gebracht. Wäh­rend zur Zeit nur ein Uebung-Rechtsanwaltsbüro in Gießen besteht, ist die Gründung eines zweiten in Aussicht genommen und wird in den nächsten Tagen erfolgen. Anmeldungen hierzu liegen bereits in entsprechend großer Zahl vor. Auch eine Uebungs- Ortskrankenkasse soll in Gießen erstehen, um sämt­liche Uebungsfirmen im gesamten Bezirk Mittel­hessen von Gießen aus versicherungstechnisch zu verwalten. Unter vorzüglicher Leitung arbeitet eine Anzahl Jpng-Techniker in einem Maschinenbau- unb Konstruktionsbüro, dort erstehen, genau wie in der wirklichen Wirtschaft, Planungen ausführbarer Projekts. Es ist weiter geplant, die Arbeiten der Uebungsfirmen in Gießen, genau wie dies in Kürze bei dem Bezirk in Frankfurt erfolgen soll, auszu­stellen, um dadurch immer mehr die Bedeutung der Uebungswirtschaft klarzumachen.

Es wäre zu wünschen, daß noch recht viele Volks- genosien den Weg zu den Bildungsveranstaltungen der Reichsberufsgruppen der Angestellten finden möchten, um durch Leistung der Wirtschaft dienen zu können. Auch der Führer sagte:$n der Wirt­schaft darf nur das Können ausschlaggebend sein". Um aber in der Wirtschaft feinen Mann stellen zu können, ist dauernde Verbindung mit seinem Beruf durch Meinungsaustausch mit feinen Berufskame­raden notwendig, die durch die Arbeit der Reichs­berufsgruppen der Angestellten gewährleistet wird.

Das ist ja doch wohl em Roman, jetzt ist die bevor­stehende Verlobung der Lini mit ihrem Soldaten, dem Stelzer-Franzl, natürlich auf äußerste gefähr­det und ein übrigens wahrhaft zeitgemäßer Konflikt geschaffen, denn die Familie derer von Tutzing-Ga- ratshausen wehrt sich sogleich mit allen Fasern ihrer aristokratischen Gemüter gegen den vorstädtischen Familienzuwachs.

Es soll hier nicht näher beschrieben werden, mit welcher Großzügigkeit das Dreimännerkollegium der Autoren die Lösung dieser erschütternden Schicksals­fügung herbeiführt. Begnügen wir uns mit der Fest­stellung, daß am Ende alles in schönster Harmonie ist, und daß die Musik von Josef Lanner mit den fünften und gefälligen Rhythmen des Dreivier­teltaktes die Ereignisse wohltuend und stilsicher um- spielt; die Namenstagsfeier und das improvisierte Ständchen im 2. Akt, das der Franzi ganz rea- ""sich mit einer angebiffenen Fleischwurst dirigiert, unö das abschließende, ausgelassene Trio mit gro­ßem und kleinem Ballett bilden unbestritten die Glanzstücke der Partitur.

Das Haus war stark besetzt und in bester Stim­mung. Es gab viel Beifall und mehrere Wieder­holungen. hth.

Musik. Er schloß seine Ausführungen mit einem eindringlichen Aufruf an die deutsche Jugend zur weiteren Erhaltung und Pflege der deutschen Haus­musik.

Im weiteren Verlaufe der Feierstunde folgten Chorgesänge und Einzeldarbietungen von den Mäd­chen der 2 M. und den Knaben der 2. Kl., geleitet von Lehrer Dietrich, der durch zwei Sologesänge be­geisterte. Instrumentalmusik wurde bargeboten von den Schülern E. Koch (2. Kl), K W e h r m a n n (1. Kl.), den Schülerinnen A. Herrmann, E. Simmermacher, I. Müller und den Ge­brüdern Wick.ert. Das Schülerorchester spielte un­ter Leitung von Lehrer Göbel dasWiegenlied" von Zilcher

Den Abschluß der fast zweistündigen Feier bildete ein humoristisches SingspielDie sieben Schwaben", ausgeführt von Mädchen der 2 M. unter Leitung von Frl. Leyerzapf.

Mit einem Schlußwort des Schulleiters K r a u s ch und einem gemeinsamen Lied nahm die Feier ein würdiges Ende.

warteten ferner mit hübschen Leistungen auf; auch alle übrigen waren mit Eifer bei der Sache.

ausgewählt und gegeneinander gestellt ist. Im Mit- telpunkt steht auch im Film die markante Erschei­nung des Grafen Egge; ihn spielt Friedrich Ulmer, ein bisher ziemlich unbekannter Darsteller, dem aber die Rolle wie auf den Leid geschrieben ist, und der es versteht, die im Roman häufig etwas störenden, allzu schroffen und überspitzten Züge der Figur an- genehm zu vereinfachen und zu vermenschlichen. Für die Kitty, dasGeislein", hat die Ufa in Hansi Knoteck eine sehr geeignete und begabte Nach­wuchsschauspielerin gefunden und ihr in Hans S ch l e n ck einen sympathischen jungen Liebhaber an die Seite gestellt. Paul Richter, den man lange nicht mehr gesehen hat, dessen sich viele aber noch aus dem Nibelungen-Film erinnern werden, spielt den Jäger Franz, H. A. von Schlettow den Schipper, Arthur Schröder den Tassilo und Margarete Parbs das Fräulein von Kleesberg. Der Film erschien gestern zum erstenmal im neuen Programm des Lichtspielhauses und sand ein großes und offenbar recht interessiertes Publi­kum. Aus dem Beiprogramm ist ein unterhaltsames Lustspiel der Ufa zu erwähnen.

leibhaftige Komtesse und stammt aus einem gräf­lichen Hause von blauestem Blut.

Guter Ansatz der Berussditdungsarbeit

in den Reichsbenrfsgruppen der Angestellten in der NAI., Ortsgruppe Gießen.

Die Aufführung wurde vom Spielleiter Wrede mit Gemüt und Humor und wienerischer Leichtig­keit geleitet, vom Kapellmeister C u j £ mit Schwung

Gießener Giadtiheaier.

Zoses Lanner:Alt-Wien".

Was wäre dieOperette alten und neuen «Stils ohne die Welt der habsburgischen Doppelmonarchie, ohne die ungarische Pußta. und ohne die Kaiserstadt Wien mit der Donau, mit dem Prater, mit Grinzing, mit dem Heurigen unter ewig blühenden Bäumen und dem unsterblichen Wiener Walzer? Ein armseliges Nichts, ein Wesen, dem seine eigentliche Essenz, sein Aroma, sein Lebensnerv und Lebensrhythmus fehlte. Man kann sich Oesterreich und insbesondere die weinfrohe und liederselige «Stadt Wien nicht von der .Landkarte der deutschen und europäischen Theater- -geographie gestrichen denken, ohne sie eines ihrer lunentbehrlichsten und eigentümlichsten Schauplätze ;zu berauben.

Die drei Akte der OperetteAlt-Wien" von Gustav !.Kade Iburg, Julius Wilhelm und A. M. Wei ko ne wären in einer anderen Umgebung (schlechterdings undenkbar: es würden ihr die elemen- ttarften Voraussetzungen und die natürlichsten Le- Übensbebingungen entzogen sein. Gut die Hälfte des sersten Aktes besteht allein aus der Zustandsschilde- urung eines kleinbürgerlichen Feierabends in der Wiener Vorstadt bei Wein und Gesang unter blü­henden Kastanienbäumen, in einer offenbar durch inichts zu erschütternden Beschaulichkeit und Gemüt- »ichkeit; denn das sich einer so nach und nach einen vFeiertagsrausch anbubelt und in dieser angeregten Verfassung einen andern vor die Tür setzt zum Gau- BmUm oHer Anwesenden, das gehört zu solcher Wiener iVorstadtgemütlichkeit einfach und unweigerlich mit Ldazu.

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Hochschulnachrichten.

Professor Dr. Rolf H e y, Ordinarius für gericht­liche und soziale Medizin an der Universität Greifswald, ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Frankfurt a. M. berufen worden.

Professor Dr. Gottfried Ewald, Ordinarius für Psychiatrie an der Universität Greifswald, ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Göt­tingen berufen worden.

Kartoffelausgabe des Winterhilfs- an die Hilfsbedürftigen erfolgt am Frei­tag von 13 Uhr a b am Güterbahnhof. Trans­portmittel (Säcke und Handwagen) find mitzubrin-

Aus dem dickleibigen RomanSchloß Hubertus", der sicher zu den gelesensten und auch wohl den besten unter Ganghofers Büchern gehört, ist nach dem Drehbuch von Willi R a t h, L. M. M a y - ring und Peter O st e r m a y r ein flüssiger und fesselnder Spielfilm geworden, der mit unbestreit­barem Geschick viele Härten und Uebertreibungen des Originals gemildert hat und trotzdem sowohl die Charaktere als auch die Handlung in Grundzügen und Umrissen unverändert läßt, sich aber auf einige der wesentlichsten und für die Kamera brauchbarsten Hauptmotive beschränkt: so ist eine selbständige Lei­stung entstanden und dennoch dem Buch in keiner Weise Gewalt angetan worden; und was schon span­nend und wirkungsvoll zu lesen war, hat durch die Bildfassung eigentlich nur gewonnen. Vor allem ist es ein unbestreitbares Verdienst der Regie (Hans Deppe), eine große und bestechende Landschafts-

Erst als man schon anfängt, besorgt zu sein, wie Das denn nun drei Akte lang weitergehen soll, da platzt die Bombe, da bekommt tatsächlich die allge­meine Gemütlichkeit und das goldene Wiener Herz leinen Stoß, da erscheint die Polizei, da beginnt der Roman, und einer steigt auf den Stuhl und liest ihn laus der Zeitung vor

Aus der provmzialhaupistadi.

Gießener Einzelhändler werben!

Die vielbeachtete Sonderseite mit den Empfeh­lungsanzeigen vertrauenswürdiger Unternehmun­gen des Gießener Einzelhandels bringt heute in ihrer geschichtlichen Abwandlung des deutschen Einzelhandels im Bild einen Ausschnitt, der ein Handelskontor um 1680 darstellt. Aus dieser be­dächtigen Stille heraus, wie sie in der Darstellung zum Ausdruck kommt, ist der Begriff des ehrbaren Kaufmanns entstanden, ein Ruf des deutschen Han­dels, der im neuen Reich wieder zu Ehren gekom­men ist. Der Gießener Einzelhandel hat sich dieser Parole angeschlossen und betrachtet es als seine wichtigste Ausgabe, der aufstrebenden Wirtschaft bei dex Steigerung und Inganghaltung des Güterkreis­laufes nach Kräften zu helfen. Deshalb:

kaufe beim Einzelhändler!

Tag der Deutschen Hausmusik.

Die Veranstaltung der Ortsmusikerschaft Gießen tm Saale des Gesellfchaftsvereins am Dienstag­abend war ein erfolgreicher Abschluß des Werbe­feldzugs zugunsten der deutschen Hausmusik. Das bewies der sehr zahlreiche Besuch besonders aus den Kreisen unserer Jugend, und hoffentlich werden die warmen Worte des Vorsitzenden, Herr Kasten, sich wieder mehr als bisher der Musik zu widmen, gerade bei ihr auf fruchtbaren Boden gefallen sein. Welch reiches musikalisches Erbe wir zu verwalten haben, bewies die Vortragsfolge, die nur ein kleiner Ausschnitt aus dem schier unerschöpflichen Schatz der Meisterwerke sein konnte. Sie zeigte klar und eindeutig, in welch verantwortungsbewußten Hän­den die Ausbildung der musikübenden Jugend ge­rade in Gießen liegt. Dieser Musikerschaft ist für ihre Zöglinge das Beste gerade gut genug

Man geht nicht ausgetretene Pfade, son­dern manch seltene Kostbarkeit wurde an das Licht der Öffentlichkeit gezogen. Daß unsere großen Meister mit ihren Werken den größten Teil der Folge ausmachten, ist nur recht, denn ihnen, die uns zu einem Gipfelpunkt deutschen Musikschaffens führten, sind wir besonders verpflichtet.

Was die Ausführung anbetrifft, so kann ruhig gesagt werden, daß sie durchweg sehr gut war, sich stellenweise auf eine Stufe erhob, die auf Künst- lerschaft Anspruch machen kann. Es ist also keineswegs so, wie Herr K a st e n bescheiden sagte, daß die Leistungen nicht hohen Ansprüchen genügen wollten und könnten. Der Beifall, der sich mit Recht über den Damm des Verbots hinwegsetzte, bewies das Gegenteil. Alle die tapferen Streiter für die gute Sache zu nennen, ist nicht im Sinne der Veranstaltung, ebenso wenig kann aus den sel­ben Gründen auf Einzelleistungen eingegangen werden. Alle haben erfolgreich in vorderster Linie gekämpft und der guten Sache einen sehr großen Dienst getan. Es war aber sehr aufschlußreich, zu beobachten, wie die Eigenarten der einzelnen Schu­len bei den Ausführenden deutlich zu erkennen waren, ein Beweis, daß nicht einer, sondern viele Wege zum Ziel führen. Das Entscheidende ist und bleibt allemal der Lehrer, der sich im Laufe seiner Tätigkeit aus den Erkenntnissen heraus seine Methode selbst schafft. Wir freuen uns dieses erfolgreichen 2Ibejr,bs und sind überzeugt, daß nach dem Ver­klingen des herrlichen Forellenguintetts niemand die reichhaltige Folge als zu lang empfunden hat.

Mancher wird sich nun hoffentlich auf feine Geige ober Klavier ober feine schöne Stimme be- finn-m unb in bie R^ihe b"r"r rintrefen. bi<> um die Erhaltung eines unserer köstlichsten Güter kämp­fen und damit ein" nationale Pllicht erfüllen

Keine Einseitigkeit im Ehorgesang!

SBK. Wir lesen in einem Bericht über bie Gau­tagung bes Gaues Hessen in derDeutschen Sänger- bunbeszeitung" folgerte grunbsätzliche Ausführun­gen: Nachdem sich eine Verständigung bezüglich des Singstundenbesmys zwischen SA., SS. unb DSB. angebahnt hat, gilt es nun, die Jugend zu ge­winnen durch die seelischen Kräfte, aus denen her­aus das Lied geboren ist. Um aber zu dem Ziel zu gelangen, dem Lied im Volke wieder den ihm gebührenden Platz zu erobern, den ihm auch der Führer geben wolle, muß von allen Mitarbeitern im Sängerbund, vom Führer bis zum letzten Ge­folgsmann, der Weg der Pflichterfüllung bis zum Letzten gegangen werden. Die musikalische Orga­nisation der letzten Zeit will sowohl die Volksmusik neu erstehen lassen, von der ganz besonders die Jugend erfaßt wird, als auch dem Konzertleben neue Kraft und Daseinsberechtigung geben. Erst eine breite Volksmusikpflege schafft bie Voraus- setzung für die Veranstaltungen, die den höchsten

Zeitschriften.

Das Nooemberheft vonVolk und R e i if (Berlin: Volk und Reich Verlag, Einzelpreis 1,50 Mark) behandelt zwei Probleme, die in der Ost­politik voraussichtlich noch eine Rolle spielen wer­den: Litauen unb die polnisch-tschechischen Bezie­hungen. Die Denkschrift des Tschechen Kramars vom Juni 1914 zur Neugestaltung Europas und Zer­schlagung Deutschlands wird besprochen und durch Karten erläutert. Zur Beurteilung der britischen Situation verdienen die Aufsätze über die iriscyen unb schottischen Volkstumsprobleme Beachtung. Das Heft wirb abgeschlossen burch einen Bericht über die Genfer Saarverhandlungen und eine Stellung­nahme zur soziologischen Erforschung des Deutsch­tums in Ostmitteleuropa. DasSaargebiet" wird in instruktiven Karten und graphischen Darstellun­gen alsLand der Arbeit" gezeigt.

Von den Reichsberufsgruppen der Angestellten in der DAF., Unterbezirk Mittelhessen, Sitz Gießen, wird uns berichtet:

Die Berussbildungsarbeit der Reichsberufsgrup­pen der Angestellten in der DAF. hat auf allen Gebieten in Gießen eingesetzt. Eine größere An­zahl von Lehrgängen erfaßte eine bedeutende Zahl von Interessenten. In Kurzschrift mußten über den Rahmen des Vorgesehenen Lehrgänge eingerichtet werden, da das Bedürfnis hier außerordentlich stark ist. Auch Maschinenschreiben muß in mehreren Lehrgängen gelehrt werden, da auch hier rkoch be­deutende Mängel aufzuholen sind. Weitere Lehr­gänge mit guter Besucherzahl laufen in Buchfüh­rung, englische Handelskorrespondenz, Textilwaren­kunde, wirtschaftliches Rechnen unb Schriftverkehr, sowie Plakatschrift Plakatentwurf usw. Diese Kurse finben reges Interesse bei den zur Teilnahme gemelbeten Berufskameraden. Auch bie Fachgrup­pen Textil- und Bekleidung, sowie Lebens- und Genußmittel konnten ihre Arbeit mit Erfolg auf­nehmen. Besonders die Fachgruppe Textil und Be­kleidung findet an ihren Arbeitsabenden jeweils eine beachtlich große Zahl von Wissenshungrigen. Es wird also allgemein auf die Vorbereitung der Kaufmannsgehilfen-Prüfung hingearbeitet, unb man hofft, daß in diesem Jahr das Ergebnis günstiger sein wird, als im vergangenen Jahre, denn die Bildungsmöglichkeiten, die die Reichsberufsgruppen der Angestellten in der DAF. durch ihren Plan gewährleisten, dürfte bei der Ausnützung zu einem erheblichen Teil zum Gelingen der Prüfung mit- helfen.

Aber nicht nur die Berufsgememschaft der Kauf­mannsgehilfen hat einen derartig schwungvollen Ansatz gebracht. Auch die Berufsgemeinschaft der Techniker setzte mit Lehrgängen, wie technisches Rechnen unb Allgemeines aus ber Elektrotechnik, ein. Hochinteressante Vorträge brachten die bis jetzt veranstalteten Monatsversammlungen. Wir er» innnern hierbei nur anWeltpolitische Auswirkun­gen der Technokratie" von lielmann undMit Lettow-Vorbeck im Kampf um Deutsch-Ostafrika" von Gg. H e ß.

Auch in den Monatsversammlungen der Berufs- Gemeinschaft der Werkmeister wurden bis jetzt äußerst interessante Themen, wieKampf zwischen Mensch unb Maschine" unbAus der Geschichte der Wehr- und Waffentechnik", behandelt. Ein Lehr­gang über Gewerberecht und Unfallverhütung ver­mittelt das hier erforderliche Wissen.

Die Berufsgemeinschaft der Büro- und Behörden­angestellten setzte mit einem Vortrag des Bezirks­referenten Pg. Brandes ein und wird sich durch

Meisterwerken der deutschen Kunst dienen wollen. Der Chorgesang steht in der Mitte zwischen beiden Kulturen unb muh sich dieser Stellung herauf# werden. Auch die Vereine sollen den einstimmigen und zweistimmigen Gesang pflegen und dadurch helfen, das Lied wieder rasch unb grünblich in alle «reife des Volkes zu tragen. Aber daneben behält die alte Aufgabe ber Pflege der Mehrstimmigkeit ihr volles Recht. Es ist nicht beutfche Art, Kunst- werke nur flüchtig herunterzufingen, halb pfuschend, sondern die Ehrfurcht vor dem Meisterwerk ver­pflichtet dazu, in gründlichster unb sorgfältigster Ausarbeitung unb anspruchsvoller Wiedergabe die Chöre zu gestalten. Jede Einseitigkeit ist hierin verderblich, unb es muß zur wertvollen Weiter­arbeit Beruhigung geschaffen werben, bie nicht durch Heißsporne gefährdet werden darf, die nach der einen ober anderen Seite übertreiben wollen.

Vorbildliche Spende für die Winterhrlfe.

Wie uns von der Kreisamtswaltung der Winter­hilfe des Kreises Gießen mitgeteilt wird, hat bie Stempelfabrik Josef Kreuter in Gießen für die Zwecke des W i n t e r h i l f s w e r k s den Betrag von 5 00 RM. gestiftet. Die anerken­nenswerte Spende möge viele Nachahmer finden!

Amt für. AolkswohSfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd.

hoch gerühmt werben: eine ber eindrucksvollsten Szenen des Romans, die Gewinnung des Adler- neftes an unzugänglicher Felswand auf schwindelnd hohen Leitern und ber Kampf mit dem Adler­weibchen, ist eine erstaunliche und überaus geschickt bewältigte Präzisionsarbeit, die unendlich viel Mühe, Ausdauer und Energie gefordert haben muß. Der gesamte Handlungsablauf ist auf diese Szene hin gesteigert, um dann in versöhnlichen Akkorden aus­zuklingen. Auch sonst haben die Bearbeiter des Buches und der Spielleiter sich, unter Vermeidung schwächerer und überflüssiger Partien im ausladen­den Gefüge des Romanaufbaues, jener Szenen unb Konflikte bemächtigt, die das Publikum noch heute unmittelbar ansprechen. Hinzukommt, daß.bag ver­hältnismäßig kleine Ensemble mit sicherem Blick für die Charaktere der Ganghoferschen Hauptgestalten

Nämlich, das ist so: die Lini Stöckl, die bisher uls die richtige und eheliche Tochter desbürgen küchen Fragners" Andreas Johann Nepomuk Stöckl gegolten hatte, in dessen freundlichem Dorstadtgarten sich die Ereignisse (wenn man es schon so nennen vill) vorerst abgespielt haben, ist gar nicht Stöckls leibliche Tochter, sondern, wie der Fragner alsbald r.nter allgemeiner Anteilnahme und Ergriffenheit gestehen muß, ein Findelkind, das ihm eines Tages auf wahrhaft romantische Weise in seinen kleindür- pflegtem und darstellerisch gewandtem Stil. Herr

gen.

(Siebener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 22. Nov. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 big 10, Eier (inländische Kühlhauseier) 10 bis 13, (ausländische) 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 7 bis 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 bis 6 Pf., der Zentner 3 bis 3,50 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 8 bis 9 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 12, Römischkohl 8, Grünkohl 15 bis 18, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat 50 big 80, Zwie- beln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 50, Schwarz­wurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 12 Mark, Birnen, das Pfund 6 bis 10 Pf., Nüsse 40 bis 50, junge Hähne 85 bis 90, Suppenhühner 70 bis 75, Gänse 65 bis 70, Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 10 big 50, Salat 5 big 10, Endivien 5 big 15, Oberkohlrabi 5 big 8, Lauch 5 big 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Pf.

Vornotizen.

Tageskalender für Donnerstag: Ortsgruppe Gießen-Ost, 20.30 Uhr,Germania", Zelle 4 und 5, Lichtbilder-VortragDas deutsche Volk will den Frieden". Reichsberufsgruppen der Angestellten in der DAF., Berufsgemeinschaft der Techniker, Fachgruppe Baugewerbe, 20 Uhr, Lony- straße Nr. 18, Zusammenkunft mit Vortrag über Teerprodukte in der Bauindustrie" Pestalozzi- schule, 20 Uhr, Elternoersammlung der HI. und des BdM. NS.-Kulturgemeinde, Goethebund, Hitlerjugend, Studentenschaft, 20.30 Uhr, Universi- tätsaula, der Dichter Herbert Böhme lieft aus eigenen Werken. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Schloß Hubertus". Astoria-Lichtspiele, Selters- weg:Congorilla".

Die Vortragsvereinigung (Goethe- Bund und Kaufmännischer Verein) veranstaltet am kommenden Montag ihren zweiten dieswinterlichen Lichtbildervortrag. Der Direktor des Zoologischen Gartens Berlin, Dr. Lutz Heck, spricht über das interessante und erlebnisreiche ThemaAuf Groß- tierfang-Expedition in Ostafrika". (Siehe heutige Anzeige.)

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** Der Buß- und Bettag, den wir gestern zum ersten Male als Reichs- Buß- und Bettag

gerlichen Grünkramhandel beschert wurde. Und nicht Kühne und Frau S ch u b e r t - I ü n gl i n g als k :x. £ ----- das adelsstolze gräfliche Paar, Herr Tank als

Seefpitz, Herr Geiger als Stöckl, Herr V o l ck als Kommissar und Herr Dieten als Dominik