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Verfassung der Gießener Dozentenschaft.

Der Hessische Staatsminister Jung veröffentlicht die nachstehende Verfassung der Gießener Dozentenschaft:

§ 1. Die neuen Aufgaben, die dem Lehrkörper der Hochschule im Sinne öer nationalsozialistischen Welt­anschauung erwachsen, erfordern, daß an Stelle der bisherigen Interessen- und Gruppenvertretungen eine einheitliche, staatlich anerkannte Standesorganisation tritt, die dem NS.-Lehrerbunde eingegliedert ist. Da­her wird der gesamte Lehrkörper zu einer Dozenten­schaft der Universität Gießen zusammengeschlossen. Diese bildet eine Untergliederung der Deutschen Do­zentenschaft im NS.-Lehrerbund.

§ 2. Mitglieder der Dozentenschaft werden zwangs­läufig alle Professoren, Privatdozenten, Assistenten und Volontäre, sowie die Lektoren und die Inha­ber von Lehraufträgen, soweit sie deutsche Volksge­nossen sind. Die Mitgliedschaft verpflichtet zur Mit­arbeit an den Aufgaben der Dozentenschaft.

§ 3. An der Spitze der Gießener Dozentenschaft stehen ein Führer und ein Zwieführer. Beide wer­den durch den Herrn Staatsminister auf Vorschlag der vorgesetzten Ministerialabteilung ernannt. Die Amtsdauer beträgt ein Jahr. Wiederernennung ist zulässig. In dringenden Fällen kann der Staatsmini­ster den Führer der Dozentenschaft und seinen Stell­vertreter vorzeitig abberufen.

§ 4. Die Aemterbesetzung erfolgt durch den Führer der Gießener Dozentenschaft nach Einvernehmen mit der vorgesetzten Ministerialabteilung. Die Amts­dauer beträgt ein Jahr.. Wiederernennung ist zu­lässig. Abberufung in dringenden Fällen wie in § 3.

§ 5. Dle Dozentenschaft ist eine ständige Organisa­tion, die gewährleisten soll, daß sich die Hochschule im nationalsozialistischen Geiste entwickelt. Sie ist mit der Vorbereitung und Durchführung von Maßnah­men betraut, die der Erziehung des akademischen Nachwuchses dienen.

§ 6. Führer und Zwieführer der Dozentenschaft müssen vom Rektor zu den Senatsverhandlungen zu­gezogen werden. Vertreter der Dozentenschaft neh­men an den Fakultätssitzungen teil.

§ 7. Don der Dozentenschaft werden folgende Aem- ter eingesetzt:

a) Amt für Geländesport und Arbeitsdienst (die­ses arbeitet mit dem SA.-Hochschulamt zu­sammen),

b) Amt für Wissenschaft und Auslandsdeutschtum, c) Perfonalamt,

d) Kassenamt,

e) Verbindungsmann zum Gauleiter des NS.° Lehrerbundes.

§ 8. Die Instituts- und Klinikdirektoren usw. sind gehalten, bei Neubesetzung von Assistentenstellen die Führung der Dozentenschaft zuzuziehen und deren Vorschläge in erster Linie zu berücksichtigen.

§ 9. Die Mitglieder der Dozentenschaft sind zur Zahlung eines Beitrages verpflichtet, dessen Höhe von der Führung der Dozentenschaft im Einverneh­men mit der Staatsregierung festgesetzt wird.

§ 10. Die vorstehenden Bestimmungen treten am 15. September 1934 in Kraft. Der Führer der Dozen­tenschaft hat das Weitere wegen Auflösung der bis­herigen Verbände zu veranlassen.

Feuerschutz und Arbeitsbeschaffung

Zwanzig Regeln

1. Wer glaubt, allein nach diesen Merkregeln rasch ein guter Pilzkenner werden zu können, lasse seine Hände besser wea von den Pilzen.

2. Allgemeine Merkregeln über die Eßbarkeit oder Giftigkeit der Pilze (Märchen von der Zwie­bel und dem silbernen Löffel, Verfärbung, unan­genehmer Geruch oder Geschmack usw.) gibt es nicht.

3. nur solche Pilze, die du ganz genau und als unschädlich kenn st!

4. Der Anfänger sammle zuerst nur die bekann­testen Arten, wie Pfifferlinge und Steinpilze*, die bei genauem Zusehen gar nicht verwechselt werden können. Erst nach und nach mache dich mit anderen häufigen und unschädlichen Pilzarten genau ver­traut. Was du nicht kennst, lasse ruhig im Walde stehen; nur Rohlinge treten alle Pilze um oder schlagen sie kurz und klein.

5. In Zweifelsfällen wende dich an einen wirk­lich guten Pilzkenner, an die nächste Pilz-Beratungs­stelle oder an die Deutsche Gesellschaft für Pilz-

für die Pilzzeit.

13. Pilze sind'schwer verdaulich. Sie müssen des­halb bei der Zubereitung stark zerkleinert werden (am besten durch die Fleischmaschine). Außerdem müssen Pilzspeisen gut zerkaut werden. Abends sind größere Pilzmahlzeiten nicht zu empfehlen. Nicht­beobachtung dieser Vorschriften kann Verdauungs­beschwerden verursachen, die mit Vergiftungen nichts zu tun haben. Vorsicht auch beim Genuß roher Pilze (Pilzsalat u. dgl.).

14. Die meisten Pilzvergiftungen werden durch den grünen Knollenblätterpilz hervor­gerufen, der leichtsinnigerweise als Champignon, als Grünling oder als grüner Täubling eingetragen wird. Eine Gabelspitze von ihm kann Den Tod her­beiführen. In manchen Jahren hat er in Deutsch­land bis zu 100 Todesfälle verursacht. Genaue Aus­kunft über diesen Giftpilz bekommst du durch das Knollenblätterpilz-Merkblatt der Deutschen Gesell­schaft für Pilzkunde, Darmstadt, und durch die reichsbehördlich empfohlene Wandtafel dieses ge­

Abschluß -er Feuerschutzwoche

Große Waldbrandübung

am Sonntag, 23. September, nodjm. 15 llhr, auf dem Gelände zwischen Trieb und Philosophenwald

Wie denn, wird mancher, ja selbst mancher Hand­werker erstaunt fragen: Auch der Schornstein­feger, im Volksglauben derGlücksbringer", auch der kann Arbeit beschaffen? Für sich freilich nicht. Er schafft- nichts Neues, er erhält Bestehendes durch Beschaffung für andere!

Lr istGlücksbringer", Bringer des Segens der Arbeit in dem Sinne, daß er den Leuten ihr hab und Gut, ihre Gesundheit und ihr Leben erhalten hilft durch Feuerverhütung!

Und er ist in diesem Zusammenhang auch Bringer des Segens der Arbeit Arbeitsbeschaffung im kleinen!, indem er seinen Standesgenossen vom Maurer-, Zimmerer-, Ofenbauer-, Gasinstallations­handwerk usw. Arbeit schafft, die diesen zugute­kommt und zugleich dem Hauseigentümer und dem Mieter!

Für sich hat dabei der schwarze Mann, dem eben deshalb völlige Unparteilichkeit zur Seite steht, in feinen Ratschlägen nichts, oder vielmehr nur die ideale Befriedigung selbstlos erfüllter Pflicht im Dienst am Ganzen!

Hier ist ein Schornstein unverputzt oder morsch oder hat Löcher oder ist versottet, die Wangen sind zu schwach, die Steine locker, der Schornsteinfeger sorgt dafür, daß der Maurer ihn ausbessert! Die Reinigungstüren sind verrostet oder herausgefallen, der Eisenhändler liefert neue, der Maurer muß sie in Zement einmauern. Soll ein Aufsatz den Schorn­stein krönen, fragt den Schonsteinfeger, er sagt euch den richtigen! Da sind Hölzer, Balken am oder im Schornstein, der Zimmerer schafft Abhilfe nach An­gabe des Schornsteinfegers. Dort sind die Laufbret­ter und die Haken locker, die Dachfenster sind ent­zwei und die Leitern nicht in Ordnung! Beim Bau des Hauses wurde vergessen, daß auch der Boden Beleuchtung braucht.

Wer sorgt für Abhilfe? Der Schornsteinfeger! Wieder tritt der Zimmerer oder Maurer, treten Dachdecker, Glaser und andere Handwerker in Tä­tigkeit! Hier versagt eine Feuerstätte den Dienst, fehlen Türe und Bleche oder sind schadhaft, sind Rauchrohre durchgebrannt, ist eine Wand nicht iso­liert, muß gar- ein neuer, besserer Ofen den alten ausgedienten ersetzen, die Kachelindustrie, der Ofensetzetzr und der Eisenofenhändler erhalten Ar­beit und Brot durch die Feststellungen und Rat­schläge des Schornsteinfegers.

Es soll Gasheizung angelegt werden, der Schorn­steinfeger weist den richtigen Weg zur praktischen Durchführung für den Gasinstallateur, er sucht den Schornstein hierfür heraus und ermöglicht, um Ge­

fahren zu verhindern, seine Freimachung von an­deren Feuerstätten für feste Brennstoffe. Er gibt Ratschläge über Badeöfen und Gasbrenner. Und so weiter, und so weiter ...

Ob er tätig ist bei der Bauabnahme neuer oder umgebauter Schornsteine und Feuerungsanlagen, ob er auf seinen regelmäßigen Kehrgängen und bei der ständigen Ueberwachung seiner Leute in die Häuser kommt, oder ob er gar mit einer Kommis­sion bei der Brandverhütungsschau den Mängeln im Hause mit Sorgfalt nachgeht, zu ihrer Meldung an die Behörde bei Nichtabstellung durch die Eigen­tümer verpflichtet ist:

Der Schornsteinfeger schafft tatsächlich Ar­beit im kleinen für das Handwerk.

Er kennt alle alle Häuser, alle Oertlichkeiten, alle Besonderheiten der Bauweise, er kennt die Leute und weiß sie richtig zu nehmen, auch das ist sehr wichtig! Es gibt in Deutschland 16 Millionen Haus­haltungen mit 50 Millionen Feuerstätten, davon in Berlin allein 1,5 bzw. 4 Millionen, in Hamburg 400 000 bzw. 1 Million usw. Der Hausbrand ver­braucht 31 v. H. des deutschen Kohlenabsatzes, das sind nicht viel weniger als die ganze Industrie, aber dreimal so viel wie die Reichsbahn.

Fast alle alten Feuerstätten aber sind durch die Notzeit seit 1914 vernachlässigt, ausbesserungs- oder völlig ersatzreif! Auf 400 Millionen Mark werden für drei Jahre die Summen allein solcher Arbeiten an Schornsteinen und Feuerstätten für feste Brenn­stoffe geschätzt, Gas und Elektrizität noch nicht ein­geschlossen!

3a, es steht da schon etwas auf dem Spiele, es läßt sich Arbeit beschaffen, überdies solche, bei der die Löhne mit 60 v. H. einen besonders hohen Anteil bilden. And es gilt, die Menschen immer wieder aus ihrer Sorglosigkeit und Gleichgültigkeit, aus Schlendrian und leichtfer­tigen Gewohnheiten herauszureißen, damit Brand-, Sach- und Gesundheitsschäden durch rechtzeitige Vorbeugungsarbeit verhütet werden.

Das Unterlassen notwendiger Reparaturen, ihr Ver­schieben, bis es zu spät ist, ist Sparen am falschen Fleck und bringt Verlust und Not, statt das ver­bliebene deutsche Volksvermögen zu erhalten eine wahrhaft nationale und soziale Aufgabe! So wirbt der schwarze Mann. Sein Lohn für die verant­wortungsvolle und oft undankbare Tätigkeit liegt darin, daß seinen Vorschlägen Folge geleistet wird. Damit hielst er die Schlacht gegen die Arbeitslosig­keit auch im Kleinen zum Siege führen!

Anmeldung zurFahrt nach dem Bückeberg

Von der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichs­ministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda wird mitgeteilt:

Sämtliche Teilnehmer an der Fahrt zum Bücke­berg haben ihre Meldung bei dem zuständigen Bauernführer abzugeben. Auch diejenigen Teil­nehmer, die sich bereits über ihre zuständige Orga­nisation gemeldet haben, insbesondere die Vertreter der Genossenschaften, des Handels (HA III und HA IV des Reichsnährstandes), haben dies zu tun. Die Meldungen müssen bis Samstag, 22. Sept., 12 Uhr, erstattet sein. Die Hinfahrt der Züae erfolgt jeweils am 29. September und die Rück­fahrt jeweils am 1. Oktober.

Abfahrt und Ankunft der Sonderzüge

Ein Sonderzug verkehrt von Weinheim aus über Darmstadt, Frankfurt und passiert dann Ober­hessen. Der Zug fährt um 11.16 Uhr von Weinheim, um 13.40 Uhr von Friedberg, um 14.22 Uhr von Gießen ab und erreicht Hameln um 20 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt ab Hameln 12.16 Uhr. Der Zug kommt um 17.51 Uhr in Gießen und um 18.36 Uhr in Friedberg an. Der Fahrpreis beträgt ab Gießen 5,70 Mark, ab Friedberg 6,30 Mark.

Ein zweiter Sonderzug, der Oberhessen durch­ährt, verkehrt von Erbach (Odenwald) aus und ährt über Babenhausen und Hanau. In Stockheim ährt dieser Zug um 11.04 Uhr, in Ortenberg um 11.14, in Gedern um 11.45, in Grebenhain um 12.21, in Herbstein um 12.41 und in Lauterbach- Nord um 13.05 Uhr ab. Um 19.30 Uhr kommt dieser .Zug in Hameln an. Die Rückfahrt erfolgt um 12.35 IUhr in Hameln. Der Zug kommt um 18.58 Uhr iin Lauterbach, um 19.26 in Herbstein, um 19.47 in «Grebenhain, um 20.24 in Gedern, um 20.55 Uhr iin Ortenberg und um 21.06 Uhr in Stockheim an. Der Fahrpreis beträgt ab Stockheim, Ortenberg Lind Lißberg 7 Mark, ab Gedern 6,70, ab Greben­hain 6,30, ab Herbstein 6,10 und ab Lauterbach- Nord 5,80 Mark.

, Ein weiterer Sonderzug fährt von St. Goars­hausen ab. Dieser Zug, der über Frankfurt-Höchst verkehrt, fährt in Friedberg um 11.12 Uhr, in Butz­vach um 11.33 Uhr, in Gießen um 12 Uhr ab und

erreicht Hameln um 18.18 Uhr. Die Rückfahrt er­folgt ab Hameln um 14.40 Uhr. Der Zua erreicht Gießen um 20.26 Uhr, Butzbach um 20.55 und Friedberg um 21.13 Uhr. Der Fahrpreis beträgt ab Friedberg 6,30 Mark, ab Butzbach 6 Mark und ab Gießen 5,70 Mark.

Der vierte Sonderzug wird in Nieder-Lahn- stein abgefertigt (ab 9,45 Uhr), fährt um 11.44 von Wetzlar, um 12.07 von Gießen, um 12.18 Uhr von Lollar ab und erreicht Hameln um 18.38 Uhr. Die Rückfahrt ab Hameln erfolgt um 14.15 Uhr. Der Zug erreicht Lollar um 19.46 Uhr, Gießen um 19.56 und Wetzlar um 20.22 Uhr. Der Fahrpreis beträgt ab Wetzlar 5,80 Mark, ab Gießen 5,70 Mark und ab Lollar 5,50 Mark.

Mitfahrende zum Bückeberg: Achtung!

Die Landesstelle Hessen-Nassau teilt mit: Allen Volksgenossen, die mit den Sonderzügen zum Staatsakt auf den Bückeberg fahren, wird drin- genbft empfohlen, eine wollene D eck e mit­zunehmen. Weiter wird darauf hingewiesen, daß die Verpflegung der Teilnehmer der Bayern- Hilfszug übernimmt. Das gute und reichliche Mit­tagessen wird zum Preise von 30 Pf. abgegeben werden. Morgens und abends wird es heißen Tee oder Kaffee geben.

Oberheffen.

preishüten in Schotten.

b. S ch o 11 e n, 19. Sept. Der Bezirk Ober« Hessen des Gaues Hessen-Nassau des Verbandes zur Züchtung deutscher Schäferhunde hielt hier fern diesjähriges P r e i s h ü t e n ab. Die Schafherde war von Schotten gestellt. Neun Schäfer aus den verschieden­sten Gegenden des Bezirks mit ihren preisgekrönten Hunden hatten sich zum Wettbewerb eingefunden. Ausgezeichnete Leistungen waren, wie die Sachver- ftändigen (Gg. H ü 11 e n b e r g e r - Gießen G r a t - scher- Jena und L e n z - Ehringshausen) bekun­deten, aufzuweisen. Die Schäfer mußten verschiedene Geländeübungen, Treiben der Herde aus und in

Erscheint in Massen

Heil Hitler! Hainbach, stellvertr. Kreisamtsleiter

künde in Darmstadt (Hessische Landesstelle für Pilz- und Hausschwamm-Beratung).

6. Der Pilzreichtum und die Artenzahl unserer Wälder sind viel größer, wie meist angenommen wird. Nur leichtsinnige Prahlhänse kennenalle Pilze". Vergiftungen sind dann unausbleiblich. Der Steinpilz (Röhrenpilze mit Röhrchen auf der Hut­unterseite) hat ungefähr 50 ähnlich aussehende Ver­wandte; Blätterpilze (Verwandte des Champignons und des arünen Knollenblätterpilzes; sie tragen Blätter auf der Unterseite des Hutes) gibt es bei uns ungefähr 1500 verschiedene Arten, deren Ge­nußwert und sonstige Merkmale großenteils über­haupt noch nicht wissenschaftlich erforscht sind.

7. Sammle stets nur frische Pilze. Durchwässerte, zu alte, a n g e f a u 11 e und stark zerfressene Schwämme lasse im Walde zurück.

8. Nimm die Schwämme vorsichtig aus dem Boden heraus, damit du das Pilzgeflecht (die eigent­liche Pilzpflanze!) und junge Fruchtkörperanlagen nicht herausreißt und dadurch zerstörst. Entferne sofort im Wald anhaftendes Laub und Erde, da­mit die Putzarbeit zu Hause einfacher wird. Be­denke aber, daß geputzte und zerschnittene Pilze selbst für den besten Kenner sehr schwer kenntlich werden. Deshalb nur tatsächlich eßbare und ein­wandfreie Schwämme in den Sammelbehälter!

9. Benutze als Sammelbehälter einen Korb oder einen offenen Kasten im Rucksack, damit die Pilze nicht zermatscht werden und sich nicht erhitzen.

10. Die gesammelten Pilze werden am besten so- ort bei der Heimkunft geputzt und zubereitet. Andernfalls lagere man sie an einem kühlen und luftigen Orte bis zum nächsten Tag, wobei sie nicht in großer Masse aufeinanberltegen dürfen. Dilze enthalten ungefähr 90 v. H. Wasser und sind leicht verderblich.

11. Die Fruchtschicht auf der Hutunterseite (Blät­ter, Röhrchen usw.) schneide man nicht weg, wenn dieselbe keine Maden enthält. Sie ist reich an wert­vollen Nährstoffen.

12. Das Brühwasser schütte man nicht weg, weil es die am leichtesten löslichen Nährstoffe enthält. Pilze, die nur nach dem Fortgießen des Brüh­wassersgenießbar" werden (z. B. die gefährliche Frühjahrs-Lorchel u. a.), sind nicht empfehlenswert.

fährlichsten Giftpilzes, die in einer großen Anzahl von Bahnhöfen als Warnungsmittel ausgehängt ist.

15. Zum Schutz vor dem gefährlichen Knollen­blätterpilz sorge man dafür, daß der charakteristische Knollen, der oft tief im Boden steckt, beim Auf­nehmen nicht in der Erde zurückbleibt und über­sehen wird.

16. lieber alle vorkommenden Pilzvergiftungen berichte man sofort an die medizinische Fachkom­mission der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde (Dr. med. Welsmann, Pelkum bei Hamm, West­falen), da alle diese Fälle dort mit Unterstützung durch das Reichsgesundheitsamt gesammelt und wissenschaftlich verarbeitet werden. Bei jeder Ver­giftung forbere man sofort bei der Deutschen Gesell­schaft für Pilzkunde in Darmstadt einen Fragebogen an, damit die ausführlichen Einzelheiten jeweils sorgfältig festgestellt werden können.

17. Bei den gering st en Anzeichen einer Pilzvergiftung sorge man für sofortige und gründliche Entleerung von Magen und Darrn durch Brech- und Abführmittel, wie für rascheste ärztliche Hilfe.

18. Das beste Bekämpfungsmittel der furchtbaren Pilzvergiftungen ist auf jeden Fall die weitgehendste Aufklärung in der Schule (praktischer Naturkunde- Unterricht) und in der Oeffentlichkeit durch die Presse, den Rundfunk, Aushang von Merkblättern und Bildern auf den Pilzmärkten, in den Rat­häusern, in den Wartezimmern der Aerzte, in Apotheken, Kochschulen usw.

19. Vor dem Ankauf von Pilzbüchern erbitte man Beratung durch die Deutsche Gesellschaft für Pilz­kunde in Darmstadt.

20. Rege in deiner Heimat die amtliche Pilz. markt-Kontrolle, die Einrichtung von Beratungs­stellen, von belehrenden Exkursionen, Pilzausstel­lungen usw. an.

* Beim Sammeln von Steinpilzen hüte dich vor Verwechslung mit dem bitteren Gallen-Röhrling. Dessen Röhren werden im Alter rosa, beim Stein­pilz dagegen grünlich. Es gibt noch einige andere ungenießbare Röhrlinge mit bitterem Geschmack. Deren Fleisch verfärbt sich beim Anschnitt jedoch bläulich, während es beim Steinpilz weißlich bleibt.

den Pferch, über eine schmale Brücke, auf der Straße an entgegenkommenden Fuhrwerken, Autos vorbei, Hüten auf schmalen Aeckern usw. zeigen. Glänzende Arbeit der Schäfer und vor allem der prächtigen deutschen Schäferhunde war zu ver­zeichnen. Abends fand imDarmstädter Hof" die Preisoerteilung statt. Wertvolle Preise waren von verschiedenen Seiten, auch von den Städten Schot­ten und Hungen, gestiftet. Nach einer Kritik der Vorführungen durch Herrn G r ä t s ch e r - Jena wurden die Preise, auch ein hessischer Wanderpreis, verliehen. Es erhielten: 1. Preis Schäfer Raditzi - Schöllnkrippen, mit dem HundAlster vom Haus Schütting", den 2. und 3. Preis Schäfer Karl Römer- Götzen, mit den Hunden Nixe und Afta, den 4. Preis Schäfer Hafermehl- Niederkleen, mit dem Hund Nicko, 5. Preis Schäfer Müller- Ehringshaufen, mit Hund Lora, 6. Preis Schäfer Schoch- Oppenrod, mit Hund Katja, 7. Preis Schäfer Pfister- Ansbach (Taunus), mit Hund Claus, 8. Preis Schäfer Schmidt- Betzenrod, mit Hund Aquilo, 9. Preis Schäfer Schoch- Oppenrod, mit Hund Gerda.

tlaiiDfretd Wicften.

= Wief-eck, 22. Sept. Der älteste Einwoh­ner unseres Dorfes, Werkmeister i. R. Philipp Kümmel, wird heute 8 6 Jahre alt. Herr Kümmel befindet sich noch in voller körperlicher und geistiger Frische.

£ Wieseck, 21. Sept. Auf dem im Sommer erbauten Schießstand des Kriegeroereins herrschte an den beiden letzten Sonntagen reges Leben. Der Verein hielt sein Preisschießen ab. Die Resultate müssen als sehr gut bezeichnet werden. Drei Schützen schossen je 36, vier Schützen je 35 und 12 Schützen je 34 Ringe. Den ersten Preis erhielt Rektor Petri mit 36 Ringen. Es folgten: 2. Heitz 36 R., 3. Polizeidiener Vogel 36 R., 4. Bonni 35 R-, 5. Andermann 35 R., 6. Traut­mann 35 R-, 7.Döbus 35 R., 8. Otto Lotz 34 R., 9. Schäfer 34 R-, 10. O. Kümmel 34 R., 11. Klug 34 R-, 12. G. Weller 34 R., 13. Reichert 34 R.,

14. Fr. Keßler 34 Ringe. Die große Beteiligung am Schießen und die Erfolge zeigen, daß in Wiefeck dem Schießsport, dem männlichsten aller Sport­arten, großes Interesse entgegengebracht wird.

* Lich, 22. Sept. Die 54jährige Ehefrau des Försters T e x t o r von hier kam gestern unglück­lich zu Fall und erlitt einen Bruch des linken Unterschenkels. Die Verunglückte mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht wer­den.

* V i l l i n g e n , 22. Sept. Der 22jährige Schmied Karl Fritz erlitt gestern bei seiner Arbeit einen schweren Unfall. Er stieß sich einen gro­ßen Stahlsplitter in den rechten El­lenbogen und mußte sich sofort zur Behandlung in die Chirurgische Klinik nach Gießen begeben.

Preußen.

Kreis Wqtzlar.

< Wißmar, 21. Sept. Aus Anregung des Ge­schäftsführers für Naturdenkmalpflege im Kreise Wetzlar werden in der hiesigen Gemarkung folgende Bäume unter Naturschutz gestellt: 1. Die Dicke Eiche" in der Beuerstätt; 2. die Kopfpappel­reihe an der südlichen Seite der Straße von Wiß­mar nach Krofdorf und der Abzweigung nach Krum- bach bis zum Wald; 3. das Akazienwäldchen auf dem Gleichen. DieDicke Eiche" ist ein altes Na­turdenkmal mit geschichtlichem Wert, die Kopfpap­pelreihe und das Akazienwäldchen sind eine Zierde des Heimatbildes. Der Hauungs - und Kul­tur plan für das Wirtschaftsjahr 1935 konnte, wie vom Forstamt Krofdorf vorgeschlagen, geneh- migt werden. Für den Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose im Kreise Wetzlar wurde für das Rechnungsjahr 1934 eine Beihilfe von 10 Mark be­willigt. Um dem in den letzten Jahren und ganz besonders in diesem Sommer aufgetretenen Was­sermangel zu steuern, soll ein neuer Wasser­behälter erbaut werden. Die Arbeiten kommen vor­aussichtlich noch in diesem Herbst zur Ausführung.