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polen zieh! seinen Antrag auf Verallgemeinerung -es Minderheitenschutzes zurück.

Genf, 21. Sept. (DNB.) Freitagvormittag wurde in der Politischen Kommission die Aus­sprache über den polnischen Vorschlag auf Ver­allgemeinerung der Minderheitenschutzverträge von neuem eröffnet. Zuerst wandten sich je ein Ver­treter Bulgariens und Australiens gegen die von Polen vorgeschlagene internationale Konferenz. Der britische Großsiegelbewahrer Eden erinnerte daran, daß die Minderheitenfrage allein aus der Tatsache entstanden sei, daß bei dem terri­torialen Wechsel auf Grund der Friedensverträge diejenigen Staaten, die große, neue Gebiete erhalten hätten, gleichzeitig große Mengen einer Bevölkerung übernommen hät­ten, die rasfenmäßig nicht mit dem neuen Staat verwandt gewesen seien, sondern mit den benachbarten Staaten, mit Denen das neue Land in den meisten Fällen soeben noch im Kriege gestanden hatte. Es gibt nichts, das die Ausdehnung dieses ganz besonderen Pro­blems auf die ganze Welt rechtfertigen würde, schon deshalb nicht, da anderswo keine derartige Ver- vflanzung einer Bevölkerung von einem Staat in ben anderen stattgefunden hat ober in Aussicht ge­nommen ist. Wenn der Mechanismus, der für diesen ganz besonderen Zweck geschaffen worden ist, in anderen Ländern angewandt werden müßte, wo aroar Minderheiten vorhanden sind, wo aber nicht Das gleiche internationale Problem besteht, so würde die Gefahr entstehen, daß allein dieser Mechanismus das Problem dort erst schafft, wo es noch gar nicht bestanden hat. In einigen Ländern seien Rasse, Religion und Sprache so vermischt, daß es gar nicht möglich sei, Mehrheiten und Minderheiten fest- zustellen. Natürlich trage jede Regierung, auch da, wo die internationale Frage nicht bestehe, die Ver­antwortung für die Bevölkerung aller Rassen, Sprachen oder Religionen. Jede Regierung müsse auch nach der Behandlung beurteilt werden, die sie jedem Teil ihrer Untertanen zuteil werden lasse. Das sei ein Element der Zivilisation und darauf gründe sich der gute Name eines Staates.

Baron Aloisi (Italien) wandte sich nur kurz gegen eine Ausdehnung der Minderheitenschutzver­träge. Dieses Frage habe sich historisch entwickelt und müsse auch so betrachtet werden. Die Lage in

den verschiedenen Ländern sei völlig unterschiedlich.

M a \ {i g I i (Frankreich) behauptete, daß in sei­nem Lande die Minderheitenfrage nicht b e st e h e. Die Einberufung einer Konferenz zur Verallgemei­nerung der Minderheitenschutzverträge könne vom praktischen Gesichtspunkt aus kaum ernstlich er­örtert werden. Gewiß seien die Minderheitenschutz­verträge nicht ewig. Die Unterzeichnermächte des Versailler Vertrages und der Völkerbund könn­ten sie nach einer entsprechenden Prüfung auch abändern.

Raczynski (polen)

erklärte darauf, Polen halte seinen Standpunkt grundsätzlich durchaus aufrecht. Es habe hier bei

einigen Staaten Unterstützung gefunden, bei ande­ren jedoch, und nicht den kleinsten, fei es auf Ab­lehnung gestoßen. Er habe die Gegengründe zum Teil schon widerlegt, und es werde ihm nicht schwer fallen, die übrigen jetzt noch zu widerlegen. Er ver­zichte aber darauf, da Einstimmigkeit not­wendig sei, und keine Aussicht auf eine Ent­schließung im Sinne des polnischen Antrages be­stehe. Polen werde den Antrag n i ch t zur A b st i m - mung bringen, was gleichbedeutend ist mit einer Zurückziehung des polnischen An­trages auf Einberufung einer Konferenz mit dem Ziele einer Verallgemeinerung der Minderheiten- schutzverträge.

Erleichtertes Aufatmen in Paris uni* London.

London, 22. Sept. (DRB.-Funkspruch.) Die überraschende Zurücknahme des polnischen Antrages auf Verallgemeinerung des Minderheitenschutzver- trages läßt die englische Presse aufatmen. Der pol­nische Sprengkörper war, wie es in einem Bericht heißt,harmlos". Der Zwischenfall wird alse r - ledigt" angesehen. Während die der Regierung nahestehenden konservativen Blätter Polen vorwer­fen, daß es sich durch fein brüskes Vorgehen nicht mit Ruhm bedeckt habe, erhält Polen einen Für­sprecher in dem sozialistischenDaily 5) e r a I d". Das Blatt weist darauf hin, daß Italien keine Einmischung in die Behandlung der Deut­schen in Südtirol dulde, und auch die britische und französische Regierung die Lage der unzähligen Rassen ihrer Reiche als ihre eigene Angelegenheit betrachten, die niemanden anders anginge. Die pol­nische Aktion habe gezeigt, daß die unter Minder­heitenvertrag stehenden Staaten nicht unbegrenzt ein System annehmen werden, das sie als weniger ver­trauenswürdig gegenüber dem übrigen Teil der Welt hinstellt.

In derTimes" kommt Polen bei weitem nicht so gut weg. Polen habe weder sich noch dem Völker­bund Ehre gemacht, indem es eine so große Frage so ungeschliffen aufgeworfen habe.Times" erkennt jedoch nach dieser Gardinenpredigt an, daß Polens

Stellung in Mitteleuropa jetzt st a r k sei. Es habe eine Bevölkerung von über 30 Millionen und habe den berechtigten Anspruch, als Großmacht ange­sehen zu werden. Es habe das Recht zu erklären, daß seine Stellung jetzt völlig verschieden sei von der im Jahre 1919, der Zeit der Unterzeich­nung des Minderheitenvertrages. Der Minderheiten­vertrag müsse jetzt entweder zeitlich begrenzt oder in Uebereinstimmung mit den anderen verantwortlichen Parteien abgeändert werden.

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Die Pariser Presse legt eine gemäßigte zurückhaltende Stimmung an den Tag.Matin" er­klärt, man müsse feststellen, daß Polen in seinem Willen nach Erlangung völliger Unabhängigkeit ge­wiß nicht gegen die einen oder unter Beihilfe der anderen gehandelt habe. Ein Volk, das während eines Jahrhunderts unterjocht gewesen sei, hege den Ehrgeiz, niemand en zu dienen. Die Vorzüge und Nachteile der Warschauer Politik seien, nur ausschließlich polnisch zu sein.Pe­tit Parisien" schreibt, Frankreich, das noch mit der polnischen Freundschaft rechnen wolle, könne sich über die Zurückziehung des polnischen Antrages im pol­nischen Interesse nur freuen.Oeuvre" er­klärt, Polen sei vor seiner drohend en Iso­lierung zurückgeschreckt.

Die Auflösung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher.

Eine Erklärung des Vizekanzlers a. D. v. Popen.

Berlin, 20. Sept. (DNB.) Vizekanzler a. D. von Papen veröffentlicht folgende Erklärung:

Nachdem ich von meiner Stellung als Vizekanzler abberufen und auf Wunsch des Führers in befriste­ter Sondermission nach Wien entsandt worden bin, war es mir nicht mehr mög­lich, die Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher verantwortlich zu leiten. Ich habe des­halb dem Führer vorgeschlagen, die Arbeitsgemein­schaft katholischer Deutscher innerhalb des Reichs­gebietes a u f 3 u l ö f e n , was mit Erlaß vom 19. September d. I. bekanntgegeben wurde. Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher ist von mir mit Genehmigung der Reichsparteileitung ins Leben gerufen worden, um in einer Zeit großer staatspolitischer Umwälzungen und damit notwendig verbundener harter weltanschaulicher Auseinander­setzungen die Verständigung zwischen dem deutschen Katholizismus und der nationalsozialistischenStaatsdoktrin zu erleichtern, das große Ziel des Zusammen- wachsens aller Deutschen zu einer geistigen Einheit zu fordern.

Das im Juli 1933 geschlossene erste deutsche Reichskonkordat hatte die vertraglichen Grundlagen für eine freie und segensreiche Wir­kung der katholischen Kirche geschaffen, die eine parteimäßige Vertretung des politischen deutschen Katholizismus in Zukunft überflüssig machen sollte und als deren Folge sich alsbald die Zentrums­partei aus eigenem Entschluß auflöste. Es war in­dessen nicht erstaunlich, daß der über ein halbes Jahrhundert währende Zu st and enger Ver­quickung politischer und religiöser Interessen nun nicht klaglos liquidiert werden würde. Menschliche Schwächen und Vorurteile auf beiden Seiten, sachliche Gegnerschaft derer, die das Christentum für eine überlebte Angelegenheit hiel­ten, standen dagegen. In diesen unvermeidlichen

In Verfolg einer mehrmonatigen umfangreichen Aktion hat die Berliner Kriminalpolizei jetzt einen neuen ganz großen Schlag gegen die Ver­brecherwelt der Reichshauptstadt zum Abschluß gebracht. Mit diesem Erfolg wurde endgültig einer weitverzweigten Einbrecherorganisation das Handwerk gelegt, die in den Annalen der Ber­liner Kriminalgeschichte bisher ohne Beispiel da­steht und die in ihrem Aufbau nur den organisier­ten amerikanischen Berufsverbrecher-Bayden ver­glichen werden kann.

Nach zwölfwöchigen ununterbrochenen (Ermitt­lungsarbeiten konnten nach und nach über 60 Einbrecher und Hehler, darunter mehrere Frauen, fest genommen werden, denen bis heute etwa 130 zum Teil bis in das Jahr 1932 zurückliegende Geschäftseinbrüche aller Art und etwa 180 Wohnungseinbrüche in Groß-Berlin ein­wandfrei nachgewiesen wurden. Darüber hinaus aber kommen auf das Konto der meist schon er­heblich vorbestraften Banditen, die durchschnittlich 20 bis 30 Jahre alt sind, noch etwa 200 weitere kurz vor der Aufklärung stehende Wohnungsein- brüche. Trotz ihrer Jugend haben es einige von ihnen nach eigenem Geständnis fertig gebracht, an über 100, in einem Fall sogar an mehr als 200 Einbrüchen beteiligt zu sein. Wenn man bedenkt, daß bei fast jedem Einbruch Beute im Durchschnitt von 1000 bis 4000 Mark gemacht worden ist, so kann man sich eine Vorstellung machen, welche Ver­mögenswerte Der Volksgemeinschaft durch diese

Auseinandersetzungen dem deutschen Volk einen Dien ft zu lei ft en durch Aufklärung von Mißverständnissen, Beseitigung von Vorurtei­len, Wiedergutmachung von Unrecht war das Be­streben der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Deut­scher, die sich bewußt war, damit auch zugleich der Gesamtheit der christlichen Bekenntnisse zu dienen.

Die Stellung des nationalsozialistischen Staates zur christlichen und katholischen Kirche ist durch den Mund des Führers und Reichskanzlers oft und un­zweideutig bargelegt worden. Noch in jüngster Zeit sind aussichtsreiche Verhandlungen ge­pflogen worden, Unstimmigkeiten in der Auslegung des Konkordates zu besei­tigen, und ich weiß aus vielen Unterhaltungen mit dem Führer, wie sehr ihm die innere Befrie­dung zwischen Kirche und Staat am Her­zen liegt.

Nachdem Staat und Partei eins geworden sind, kann es nicht mehr zweierlei Auffassung geben. Der Führer spricht mit der Autorität seines hohen ver­antwortungsvollen Amts. Niemand zweifelt an sei­nem Wort, aber auch niemand h a t das Recht, seinen Absichten entgegen gu handeln. Es ist deshalb auch klar, daß das Werk der inneren Befriedung nun am besten von der Stelle aus be­hütet und gefordert wird, die ihm für diese Zwecke unmittelbar unter ft e 1) t.

Allen meinen Mitarbeitern in der Arbeitsgemein­schaft Katholischer Deutscher, die sich voller Hinge- bung der schweren Aufgabe des gegenseitigen Interes­senausgleiches gewidmet haben, sage ich herzlichen Dank. Sie haben für ein hohes Ziel ihre Kräfte ein­gesetzt und werden auch in Zukunft mit allen gut Gesinnten nicht müde werden zu arbeiten: Für die geistige Zusammenschweißung unserer Nation, für die glückliche Zukunft des Dritten Reiches auf der Grundlage der unvergänglichen und segensreichen

I Botschaft des Christentums.

Schädlinge verloren gingen. Jetzt konnte Diebes­beute im Werte von rund 2 0 0 0 0 Mark wieder herbeigeschafst werden.

Als Ende Juni die ersten Festnahmen in diesem Komplex erfolgten, ahnte man noch nicht, mit was für auseinander eingespielten Einbrecher- und Heh­ler-Gesellschaft man es zu tun hatte. Die Arbeit der Kriminalpolizei gestaltete sich insofern außer­ordentlich schwierig, als fast alle Banditen Mitglie­der ehemaliger Berufsoereine waren. Ihr Haupttätigkeitsfeld war zuerst die Gegend vom Stettiner Bahnhof zum Alexanderplatz. Ihre Hauptverkehrspunkte waren zwei Kaschemmen m der Linienstraße und am jetzigen Horst-Wessel-Platz, wo sie ihre Einbrecherkolonnen bildeten, die dann nachts in Stärke von zwei bis sieben Ncann ihre Raubzüge antraten. Ob Lebensrnittel-, Tabak- oder Eisenwarenhandlungen, ob Musikinstrumenten-, Ju­welen- oder Schuhgeschäfte, ob kleine Verkaufsladen oder Engrosfirmen, kein Geschäftsmann war vor den Einbrechern sicher. Häufig führte eine Kolonne gleich mehrere Einbrüche in einer Nacht aus. Die Verwegenheit der Banditen war beispiellos. Einmal gab es vor Polizeibeamten eine halsbrecherische Flucht über mehrere Häuserdächer, em anderes Mal über Hofe und Mauern durch einen Abzugsschacht unö meh­rere Kellerräume. Nach der Festnahme mehrerer fiaupttäter stellten sich die Verbrecher von den Nochtqeichösten" um auf Wohnungsembruche. Sie llteustnge auf diefem (Bebtet rvurdenüesiriinge,

die weiter zumMacher",Pauker" und zum Meister" aufrückten. Bei demBrillanten-Paul" wurden Juwelen und Schmuck im Werte von 15 000 Mark gefunden.

Oes Saarlandes Antwort an Barthou.

Nationales Gefühl und wirtschaftliche Vernunft sprechen für Deutschland.

Saarbrücken, 21. Sept. (DNB.) In der Ausschußsitzung des Schutzvereins für Handel und Gewerbe betonte Der Vorsitzende, daß auf deutscher Seite der herzliche Wunfch und das heiße Bemühen zu sehen sei, dem Saargebiet wirklich zu helfen. Leider aber könne man auf französischer Seite nicht das gleiche beobachten. Frankreich hätte die Möglichkeit gehabt, schon im vorigen Jahre auf Das VerstänDigungsangebot des Reichskanzlers ein­zugehen. Aber es habe weder damals noch jetzt die Zeichen der Zeit verstanden. Die Denkschrift Barthous könne nicht als ein Zeichen beginnender Einsicht gewertet werden. Ihr unverhülltes Liebäugeln mit dem Status quo sei alles andere, nur keine Realpoli- t i k. Realpolitik in d e r Saarfrage treiben, heiße, Den deutschen Charakter dieses Gebietes bedingungslos anzuerkennen, heiße, sich auf d i e unteilbare Rückgliederung einzustellen.

Nur auf dieser Grundlage könne eine vernünftige Lösung auch der Wirtschaftsfragen möglich sein. Jede Form der Propaganda für den Status quo, ob sie von französischer oder von saarländischer Seite komme, bedeute eine wirt­schaftliche Schädigung des Saarge­bietes. Wir sind auf das tiefste davon durch­drungen, daß das Gemeinwohl der gesamten Saar­wirtschaft für alle Zeiten gesichert ist, wenn wir zum Reich zurückkommen. Gewiß bringt die Rückgliederung manche wirtschaftlichen Schwierig­keiten. Diese Schwierigkeiten sind aber nur ein Bruchteil derjenigen, die im Falle einer Bei­de h a l tu n g des bisherigen Regimes mit Sicherheit zu erwarten wären. Nationales Gefühl und wirtschaftliche Vernunft bestimmen den Kurs für die kommenden Entscheidungsmonate. Die - jer Kurs heißt Deutschland.

Kleine politische Nachrichten.

Der Chef des Stabes gibt bekannt: Der Führer hat den Brigadeführer Marx er zum Stabsführer der Ober st en SA. - Füh­rung als ständigen Vertreter des Chefs des Sta­bes in allen amtlichen SA.-Angelegenheiten ernannt.

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Wie die Deutsche Arbeitsfront mitteilt, hat Reichs­wirtschaftsminister Dr. Schacht die Entlassung des Generalsekretärs des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammer­tages Dr. Schild angeordnet. Aus dem gleichen Grunde hat der Führer der Deutschen Arbeitsfront Pg. Dr. Ley den Dr. Schild seiner Funktionen in Der Reichsbetriebsgemeinschaft HanDwerk ent­zogen.

Der Reichsführer der SS., Diplomlandwirt Himmler hat als Führer des Reichsbundes Deutscher Diplomlandwirte den bisheri­gen Führer des Reichsbundes, Ministerialrat Pg. Dr. Kummer, Leiter der Abteilung III Siedlung und Osthilfe im Reichsernährungsministerium, zu seinem mit der Führung des ReichsbunDes B e - a u f t r a g t e n bestellt unD Den Reichsunterabtei­lungsleiter im Reichsnährstand, Pg. Dr. K r a e» m er, als Reichsgeschäftsführer bestätigt.

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Zum Befehlshaber im Wehrkreise VI (Münster) ist als Nachfolger des mit dem 30 Sep­tember ausscheidenden Generalleutnant Fleck Gene­ralleutnant von Kluge, bisher Inspektor Der Nachrichtentruppen, ernannt worden.

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Reichsverkehrsminister Freiherr v. Eltz-Rübenach hat den Generaldirektor Dr. h. c. Joh. Welker

EingroßerSchlaggegendieünterweltvonVertin.

Lleber 60 Einbrecher und Hehler unschädlich gemacht. Hunderte von Einbrüchen aufgeklärt.

in Duisburg zum Vorsitzenden Des Zen« traloereins der deutschen Binnen«

ch i f f a h r t e. V. in Berlin ernannt.

Der in Eger auf der Rückreise vom Nürnber« ger Parteitag verhaftete 17jährige deutsche R e i ch s a n g e h o r i g e L u f f e r t - R e i s s en­de r g e r wurde auf das Eingreifen des Prager deutschen Gesandten in Freiheit gesetzt. Eine Untersuchung ergab, daß die ebenfalls für eine Nacht in Polizeigewahrsam genommene Schwe­rer Lufferts in einer Zelle allein untergebracht war. Die Geschwister befinden sich auf der Heim­reise nach Budapest.

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Der schweizerische Bundesrat hat Den Beschluß der Bundesanwaltschaft gutgeheißen, wo­nach die aus der Tschechoslowakei eingeführte Bro- schüreDas Dritte Reich in der Kari­katur" zu beschlagnahmen sei. In dieser Broschüre wird sowohl die deutsche Regierung wie auch Deutschland selbst in der übelsten Weise ver­unglimpft.

Am Freitagabend haben sowohl die amerika­nischen Textilarbeitergewerkschaften als auch die Arbeitgeber grundsätzlich dem Der« mittlungsplan ihre Zustimmung gegeben. Man erwartet, daß bereits am Montag 500 000 Arbeiter in der Baumwoll-, Seiden- und Woll­industrie die Arbeit wieder aufnehmen. Der Vermittlungsoorschlag sieht eine spätere Rege­lung aller einzelnen Streitpunkte vor.

Aus aller Wett.

Hans Slofch-Sarrasani gestorben.

Der weltbekannte Zirkusdirektor Hans Stosch- S a r r a \ a n i ist am Freitag im deutschen Kran­kenhaus von Sao Paulo geftorben.

Riesenbrand im hannoverschen Hloor.

Ein Riesenbrand im Weißen Moor bet Schönewörde (Kreis Gifhorn, Hannover) hat Das gesamte Moorgebiet bis zur Weiße-Moor-Land» straße ergriffen. Etwa 6000 Morgen Moor stehen in Flammen. Das gesamte SchönewörDer Moor gilt als vernichtet, ebenso das Gebiet, das der Stadt Wittingen gehört. Man hofft, daß der gepflasterte Weg ins Moor dem Vordringen des Feuers Ein­halt gebieten wird. Sollte jedoch der Wind die Flammen über die Straße hinwegtreiben, so schwebt der staatliche Forst in größter Gefahr. Die Forst­beamten weilen Tag und Nacht an den besonders gefährdeten Stellen. Der Moorbrand trat bereits in das Knefebecker Gebiet über und nahm schnell große Ausdehnung an. Außer dem Arbeitsdienst weilen der größte Teil Der Einwohnerschaft Der Moororte unD Die Freiwilligen Feuerwehren an Den Brandherden. Man ist jedoch gezwungen, sich auf abriegelnbe Maßnahmen zu beschränken, da ein Betreten des brennenden Moores unmöglich ist.

Den Vater erschlagen, die Mutter mißhandelt.

In Rußheim (Baden) wurde der 50jährige Land­wirt und Zimmermeister Ferdinand Th. M e i e r von feinem 21jährigen Sohn im Stall durch zwei Beilhiebe auf den Kopf getötet. Der leichtsinnige Lebenswandel des Sohnes hatte den Eltern viel Kummer bereitet. Es kam des öfteren zum Streit zwischen Vater und Mutter, die dem ungeratenen Sohn Vorhaltungen machte. Der junge Mann schleppte die Leiche in die Scheune, wo sie zugedeckt aufgefunden wurde. In seiner Raserei rannte der Mörder dann in die Küche, wo er auf die ahnungslose Mutter losstürzte und sie nieder­schlug. Auf ihre Hilferufe eilten Nachbarn herbei, worauf der Täter in fein Zimmer flüchtete. Die Tatsache, daß der Mutter ein Arm aus« gekugelt war, beweist die Rohheit des Täters. Der Mörder versuchte, sich mit einem Küchenmesser durch Oeffnen der Pulsadern das Leben zu nehmen. Man konnte ihn aber daran hindern und in das Ortsgefängnis einliefern. Bei feiner Vernehmung gab der Mörder an, er fei von feinem Vater bedroht worden und habe in Notwehr gehandelt. Diese Dar­stellung erscheint aber wenig glaubhaft.

Eine Schlange verursacht ein schweres Dootsunglück.

17 Menschen ertrunken.

Eine Kobra verursachte ein schweres Boots­unglück auf Dem Tschambalfluß in Der Nähe von Gwalior (Zentralasien). Mitten im Fluß stieß das Fährboot mit einem flußabwärts treibenden Stroh­dach zusammen. In dem Stroh befand sich eine große Kobra, die bei dem Zusammenstoß an BorD des Bootes glitt. Die Fahrgäste drängten sich vor Schreck auf einer Seite Des Bootes zusammen, Das infolgeDessen kenterte. 17 Personen ertranken.

Der Werbemarsch der Feuerwehr.

Der Werbemarsch, den die hiesigen Feuerwehren am morgigen Sonntag aus Anlaß der Reichsfeuer­schutzwoche veranstalten werden, bewegt sich durch folgende Straßen: Brandplatz, Landgrafenstraße, Adolf-Hitler-Wall, Walltorstraße, Kirchenplatz, Schulstraße, Sonnenstraße, Seltersweg, Horst-Wes- sel-Wall, Bahnofstraße, Kaplansgasse, Neuenweg, Ludwigsplatz, Ludwigstraße, Bismarckstraße, Hin» denburgwall. Neuen Bäue, Sonnenstraße, Brand­platz.

Wettervoraussage.

Don Südosten her hat sich ein Hochdruckkeil bis nach Süddeutschland vorgeschoben, der zeitweise zur Aufheiterung führt und vorübergehend leichte Wet­terbesserung bedingt. Jedoch tritt eine allgemeine Be­ruhigung der Wetterlage noch nicht ein, da sich von Island her ein neues Tiefdruckgebiet südwärts be­wegt, an dessen Vorderseite weiterhin ozeanische Luft nach dem Festlande befördert wird. Nach verbreite­ten Dunst- und Nebelbildungen wird es weiterhin wechselhaft und kühl bleiben, vereinzelt sind Regen­schauer zu erwarten.

Aussichten für Sonntag: Anfangs nebe­lt«, dunstig, taasüber wechselnd bewölkt mit zwi­schenzeitlicher Aufheiterung, kühl, zeitweise schauer­artige Niederschläge.

Aussichten für Montag: Fortdauer Des wechselhaften Witterungscharakters.

Lufttemperaturen am 21. September: mittags 18,4 Grad Celsius, abends 12,3 Grad; am 22. Sep­tember: morgens 11,7 Grad. Maximum 18,5 Grad, Minimum 10,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. September: abends 15,9 Grad; am 22. September: morgens 14 Grad Celsius. Nie­derschläge 1 mm. Sonnenscheindauer 1 Stunde-

Hauptschriftleiler: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Bruhl'sche Universitäts-Buch, und Steindruckerei

R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.