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Gewaltige Verstärkung der Marir

London, 22.3uni. (DNB. Funkspruch.) Der diplomatische Korrespondent desDaily f) et alb will wissen, daß der britische INarineminister Sit Bolton Lyres-Wonsell am Donnerstag im Auswärtigen Amt dem amerikanischen Marinesach­verständigen eine Denkschrift über die technischen Bedürfnisse der britischen Kriegs­marine überreicht habe, deren Inhalt aufsehen­erregend sei. Norman Davis habe das Schriftstück nach Washington weitergegeben. In der Denkschrift würden dietechnischen- Bedürfnisse der Admira­lität folgendermaßen dargestellt: Die Verteidigung des britischen Reiches und der britischen handels- schaffahrtswege erfordern 1. den Bau einer neuen Schlachtflotte sofort nach Ungültlg- werden der Einschränkungen des Washingtoner Ver­trags; 2. den Bau von 30 neuen Kreu­zern, um die Kreuzerflotte auf insgesamt 70 Fahrzeuge zu bringen (die jetzige Kreuzerstärke ist 50, aber zehn Kreuzer werden in den nächsten Zwei Jahren die Altersgrenze überschreiten); 3. den Bau einer großen Anzahl neuer Zer­störer und 4. den Bau neuer Flugzeug­mutterschiffe.

ImDaily Telegraph- wird über die be­vorstehende Bildung einer besonderen Abteilung in­nerhalb der britischen Luststreitmacht zum Stu­dium des Luflkampfes und dex damit zu­sammenhängenden Probleme berichtet. Dieser neuen Abteilung würden ein Stab von Sachver­ständigen und die besten Flugzeugfüh­rer der Luftwaffe angehören. Man rechne mit einer Verstärkung der britischen Luft- st r e i t m a ch t in den nächsten Jahren. Zwar werde es noch drei Jahre dauern, bis die neuen Kampf­geschwader in Dienst gestellt werden. Aber es sei dringend wünschenswert, rechtzeitig die besten Klas­sen und die besten Typen auszuwählen.

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Oft hat es Meinungsverschiedenheiten zwischen der französischen Regierung und dem französischen Ge­neralstab gegeben, eine Erscheinung, tue man auch in anderen Ländern beobachten konnte, die aber in Frankreich immer nur die Methoden, das Mehr oder Weniger, nicht das große Ziel, die europäische Vorherrschaft, betrafen und daher auch niemals den Bestand des Staates ge­fährdeten. Im Gegenteil, das Nebeneinanderarbei­ten der beiden Machtgruppen hat sich häufig, für das Ausland unsichtbar, zu einer überaus erfolg­reichen Zusammenarbeit entwickelt.

Zu der gesteigerten diplomatischen Aktivität des Quai d'Orsay bildet gegenwärtig die Entsendung von Vertretern des französischen Heeres und von Mili­tärfachleuten eine für die französische Politik charak­teristische Parallele. Zwei Staaten werden in diesen Tagen von französischen Militärs in be­sonderem Maße beglückt: England und Ruß­land. Der Chef der französischen Heeresleitung, General We y g a n d, hat sich zu einemprivaten" Besuch bei dem britischen Befehlshaber nach Eng­land begeben, während französische Militärflieger und Flugtechniker austauschweise nach Rußland ge­sandt werden sollen, um den gegenwärtigen Stand des sowjetischen Militärflugwesens und bte Aussich­ten für ihre Entwicklung in der nächsten Zukunft zu studieren. Beide Unternehmungen sind um so in­teressanter, als sich bekanntlich gerade die englische Oeffentlichkeit und auch englische Regierungsstellen scharf gegen eine französisch-sowjet- russische Militärallianz ausgesprochen haben. Frankreich aber legt beide Eisen ins Feuer und prüft, welches von beiden schneller heiß wird, auf daß es recht bald zu der Zange geschmiedet werden könnte, in der das wiedererstarkte Mittel­europa seinen nationalen Geist aufgeben soll.

Nicht nur aus innerpolitischen und weltanschau­lichen Rücksichten die französische Rechte, auf die sich die Regierung Doumergue vor allem stützt, gibt dem englischen Partner vor dem russischen den Vor­zug, sondern auch aus militärpolitischen Gründen konzentriert sich die französische Werbearbeit vor allem auf den westlichen Nachbarn, der aber schwe­rer zu gewinnen sein dürfte, als der rote Riese im Osten. Bezeichnend ist, daß Barthous nächste Reise nicht nach Moskau, sondern nach London geht, wo ihm jetzt der französische Generalissimus den Weg bereiten soll.

Welches im einzelnen die Aufgaben sind, denen sich Weygand in London und auf den englischen Truppenübungsplätzen zu unterziehen hat, darüber kann man zwar nur Vermutungen anstellen. Aber nach Lage der Dinge und nach den unfreiwilligen Enthüllungen Pariser Zeitungen handelt es sich um den Versuch, den englischen General st ab für einen gemeinsamen Operationsplan im Kriegsfall (!) zu gewinnen, den eng­lischen ÄZiderstanü gegen das franzö- sifch-russische Bündnis zu brechen und die britische Regierung für den Gedanken einer neuen erweiterten, aber völlig überflüssigen G a rantie der belgischen und holländi­schen Neutralität zu erwärmen. Um solchen Planen den verfänglichen Charakter der Block- und Einkreisungspolitik zu nehmen und sie als gesamt­europäische Frivdenspolitik zu tarnen, sollen an dieser Garantie ebenso wie an dem alsOstlocarno" neu aufgezäumten Baltenpakt alle europäischen Staaten einschließlich Deutschland teilnehmen. Da man in Paris weiß, daß nicht nur Deutschland, son­dern auch die von solcherFürsorge" betroffenen Länder selbst kein Verlangen nach dem unerbetenen Schutz tragen, ist der Zweck dieser von vornherein zum Scheitern verurteilten Manöver klar.

Frankreich erstrebt ein Ost-Locarno.

Paris, 21. Juni (DNB.) Der Außenpolitiker desPetit Parisien", Albert Julien, will aus sicherer Quelle erfahren haben, daß die französische Regierung in W a r s ch a u und Berlin Schritte unternommen habe, um die beiden Regie­rungen zu veranlassen, den neuen Plan eines Baltenpaktes wohlwollend zu prüfen. Die französische Regierung gehe dabei von der Erwä­gung aus,daß man diesen Pakt mit dem Locarno­vertrag und dem Balkanpakt verschmelzen könnte, um dadurch ein ganzes Sicherheitsnetz herzustellen, das nicht nur die praktische Anwendung der Gleichberechtigung ermöglichen, sondern auch

üpläne Englands, e und der Luststreitkräste in Eicht.

Dreimonatiger Urlaub Macdonalds.

London, 22. Juni. <DNB..Funkspruch.> Den Blattern zufolge wird Macdonald binnen kur­zem aus Gesundheitsrücksichten einen d r e i m o n a - tigen Urlaub antreten. Die ärztlichen Ratgeber des Premierministers haben ihm nahegelegt, einen möglichst langen Sommerurlaub zu nehmen. Sie haben ihm vorgeschlagen, daß er sobald wie möglich [eine Amtstätigkeit und be­sonders mit Rücksicht auf seine schwachen Augen das Lesen von Dokumenten e i n st e l l t und drei Monate Ferien nimmt. Macdonald hofft, in den nächsten Tagen London verlassen zu können; er beabsichtigt, erst bei Wiederzusammentritt des Parlaments, Mitte Oktober, zurückzukehren. Ueber den Ort, wo er seine Ferien verbringen wird, ist noch nichts bekannt.

Henderson hofft immer noch.

London, 22. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Präsident der Abrüstungskonferenz, Henderson, erklärte am Donnerstag in Cheltenham in einer Rede u. a., die Aussichten der Abrüstungskonferenz seien nicht sehr ermutigend, aber die Konferenz sei nicht tot, und sie sei nicht endgültig zusam- lyengebrochen. Die an sich vorhandenen großen Schwieriakeiten würden noch vergrößert durch Deutschlands Abwesenheit. Aber solange noch irgendeine Aussicht auf eine die Welt um- fassende Vereinbarung bestehe, werde er seine Be­mühungen nicht aufgeben.

Frankreich beteiligt sich an den Flottenbesprechungen.

Paris, 21. Juni. (DNB.) Die französische Regierung hat durch ein anfangs der Woche in oer englischen Botschaft in Paris überreichtes Schreiben mitgeteilt, daß sie die Einladung der englischen Regierung zur Teilnahme an den Vorbefprechunaen über die 1935 statt­findende Flottenkonferenz in London an» nimmt. Am 8. Juli werden sich Außenminister Barthou und Kriegsmarineminister Pie tri nach London begeben.

die Rückkehr Deutschlands nach Genf und den Erfolg der Abrüstungskonferenz fördere.

Barthou Ehrenbürger Rumäniens.

Bukarest, 22. Juni. (DNB. Funkspruch.) Zu Ehren Barthous veranstalteten am Donnerstag Kammer und Senat eine gemeinsame Fest­sitzung in Anwesenheit des französischen Außenministers. Ministerpräsident Tata- r e s c u erinnerte an die Verbrüderung der beiden Länder auf den Schlachtfeldern und schlug eine Entschließung vor, Barthou zum Ehrenbür­ger Rumäniens zu ernennen. Diese Entschlie- ßung wurde vom Parlament angenommen.

Ein ungarischer Protest.

Budapest, 21. Juni. (DNB.) Feldmarschall Erzherzog Joseph, der während des Welt­krieges ein Jahr hindurch den Oberbefehl über die österreichisch-ungarischen Streitkräfte in Siebenbür­gen führte, verlas am Donnerstag im Oberhaus eine Erklärung des französischen Außenministers Barthou, die dieser angeblich dem Mitarbeiter eines rumänischen Blattes abgegeben hat. Der Feld­marschall erklärte, er habe die angeblichen Aeuße- rungen des französischen Außenministers mit tie­fem Bedauern und großer Entrüstung gelesen. Es werde in ihr gesagt, daß sowohl Frank­reich, als auch Rumänien nur d ie Grenzen zurückerobert hätten, die ihnen ge­hörten. Wenn die Meldung des rumänischen Blattes wirklich wahr fei, so müsse er im Namen der ganzen ungarischen Nation gegen diese Geschichtsfälschung protestieren. Er protestiere dagegen, daß eine lügnerische Pro­paganda den greifen Minister Frankreichs zu dieser Auffassung gebracht habe. Wenn dieser die wahrheitsgetreue Geschichte studieren würde, so würde er sich davon überzeugen, daß die größte Fälschung der Weltaeschichteder Tria- noner Vertrag sei. Dieser müsse im Interesse des von allen ersehnten Friedens unbedingt abge­ändert werden. Nach der Rede des Erzherzogs, die verschiedentlich durch zustimmende Zurufe unterbro­chen wurde, zollte das ganze Haus dem Erzherzog stürmischen Beifall.

Geringe Mehrheit der belgischen Regierung.

Brüssel, 21. Juni. (DNB.) Die belgische Kammer hat am Donnerstag die Aussprache über die Regierungserklärung abgeschlossen. Die von den Führern der beiden Regierungsparteien ein- gebrachte Entschließung, wonach die Kammer die Erklärung der Regierung billigt und zur Tages­ordnung übergeht, wurde angenommen. Für die Entschließung wurden 93, dagegen 81 Stimmen ab­gegeben. Vier Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Die belgische Kammer zählt 187 Abgeord­nete. Demnach haben 9 Abgeordnete bei der Ab- stimmung gefehlt. Gegen die Regierung haben die Sozialisten, Kommunisten und die Flämischen Natio­nalisten gestimmt. Die Regierung verfügt nach der Abstimmung über eine ausreichende, aber doch ge­ringe Mehrheit der Katholischen und der Liberalen Partei. Für den Bestand der Regierung ist es be­denklich, daß die Regierungskoalition, wie der Ver­lauf der Aussprache zeigte, in sich sehr gespalten ist.

Oie Nachforschungen nach dem Mörder pierackis.

Warschau, 22. Juni. (DNB. Funkspruch.) Wie einige Regierungsblätter berichten, werden die poli­zeilichen Nachforschungen zur Aufklärung des An­schlages auf Innenminister Pieracki mit aller Energie fortgesetzt. Das bisherige Ergebnis wird aus rein taktischen Gründen noch geheimgehalten. Jedenfalls soll es bereits feststehen, daß der Täter nicht auf eigene Fau st gehandelt hat, sondern daß er einige Mithelfer gehabt haben muß, die ihm bereits während seiner Flucht behilflich gewesen sind. Es ist nicht ausgeschlossen, so heißt es den Berichten, daß sich der Attentäter oder einer feiner Mithelfer unter den Festgenommenen be­findet.

Die polnischen Blätter wenden sich in höchster

Empörung gegen einen gehässigen und gefühllosen Artikel in dem Prager marxistischen Blatt P r a v o L i d u" über den ermordeten Minister. DieGazetta Polska" verurteilt diesen Artikel aufs schärfste und bezeichnet ihn als moralische Perwilderung und Erscheinung einer Entar­tung. Der regierungsfreundlicheExpreß Porany" versieht feinen Bericht mit der UeberfdjriftUnzu­rechnungsfähiges tschechisches Spottlied am Tage der Trauer in Polen". Einer Meldung des regie­rungstreuenKurjer Porany" zufolge haben sich in den östlichen Bezirken des Landes einige k a th o-

Belebung im

Als Maßstab für Verbrauch und volkswirtschaft­liche Warenoerteilung benützt man in der Regel die Umsätze des Einzelhandels, weil dieser den Verbrauchern am nächsten steht, und seine Umsätze die Veränderungen des Bedarfs und der Nachfrage am schnellsten widerspiegeln. Der Großhandel steht zwischen Produzenten und Einzelhändlern. Zu seinen Aufgaben gehört die Lagerhaltung, durch die eine an­gemessene Bedarfsbefriedigung bei Schwankungen des Verbrauchs sichergestellt wird. Die Verände­rungen der Nachfrage wirken sich freilich in der Regel in den Umsätzen des Großhandels nicht so schnell aus wie in denen des Einzelhandels. Das gilt auch für Zeiten, in denen die Konjunktur anzuziehen beginnt: denn der Einzelhandel verfügt, namentlich in Depressionsperioden, meist über be­trächtliche Läaer, die er bei wieder steigender Kon­junktur zunächst aufbraucht, bevor er seine Einkäufe beim Großhandel steigert. Trotzdem verdient auch die Umsatzbewegung des sogenannten Absatz- großhandels Beachtung, dessen Aufgabe die Bewegung der Waren vom Erzeuger zum Einzel­händler ist. Der sogenannte Aufkauf- und Sammelgroßhandel kommt hier zurzeit we­niger in Frage, weil er sich mitten in einer Um­stellung befindet, nachdem der Aufkauf großer Warenzweige (Butter, Eier usw.) teilweise neuen Organisationen unter Ausschaltung der freien Auf­käufer übertragen worden ist, wodurch natürlich Umsatzvergleiche erschwert werden.

Um die Umsatzentwicklung des Absatzgroßhandels festzustellen, hat die Forschungsstelle für den Han­del das Zahlenmaterial aus mehr als 2300 Groß­handelsbetrieben gesammelt und zusammengestellt. Es ergibt sich daraus die auffällige Tatsache, daß im Großhandel schon das Jahr 1933 eine all­mähliche Zunahme der Umsätze gebracht hat, während im Einzelhandel bekanntlich im Jahre 1933 im allgemeinen noch ein, wenn auch stark verringerter Umsatzrückgang festzustellen war. Im Gegensatz zur Regel ist alo offenbar diesmal der Absatzgroßhandel dem Wiederanstiege der Wirtschaft schneller gefolgt als der Einzelhandel. Das ist darauf zurückzuführen, daß infolge der langen Dauer und des tiefen Standes der Depression der gesamte Handel seine Läger stärker als so n st geleert hatte. Auch die Geld- und Kre­ditkrise hat offenbar dazu beigetragen, daß der Han­del feine Funktion der Lagerhaltung nur noch in verhältnismäßig geringem Umfange ausübte. AIs dann der Umschwung der Konjunktur kam, ging die Wiederherstellung des Vertrauens der tatsächlichen Zunahme des Verbrauchs weit voraus. Von der Seite des Vertrauens zur Stabilität des Staates und der Wirtschaft her hat ja der Nationalsozialis­mus nach der Machtübernahme den Konjunktur­umschwung heroorgerufen. Das ist seine große Leistung, durch die er die starke allgemeine Be-

Aus all

Furchtbares Explosionsunglück in Rußland.-IS Tote und Verwundete?

Wie aus Moskau gemeldet wird, hat sich am 16. Juni in einer der größten chemischen Fabriken der Sowjetunion, dem Chemischen WerkFrunse", ein furchtbares Explosionsunglück er­eignet. Ein vierstöckiger Seitenflügel der riesigen Fabrikanlage wurde vollkommen zerstört. Genaue Zahlen über die Toten und verwundeten liegen bisher noch nicht vor, jedoch sollen 78 Personen getötet bzw. verwundet worden fein.

Das Unglück, das bisher von den Behörden g e - heim gehalten worden war, scheint durch einen Sabotageakt verursacht worden zu sein. Die OGPU. hat sofort das gesamte Fabrikgelände abge­sperrt und eine Untersuchung eingeleitet, an der außer den Vertretern der obersten Staatsanwaltschaft auch noch Vertreter des Kriegskommissariats teil­genommen haben. Nach den bisherigen Witleilungen sind bereits mehrere Verhaftungen vorgenom- me nworden, darunter auch von einigen Direktoren und Ingenieuren, die für das Unglück verantwortlich gemacht werden. Eine amtliche Verlautbarung über die Katastrophe wird im Laufe des Freitags erwar­tet. Das Chemische WerkFrunse" stellt haupt­sächlich Chemikalien für Industrie und Landwirt­schaft her, jedoch sollen in dem Werk auch Kampf­mittel für den chemischen Krieg hergeslellt werden.

Die deutsche Jugend huldigt dem Genius Schillers in Marbach.

Zu einer Kundgebung von jugendlichem Feuer gestaltete sich die große Huldigung, die die deutsche Jugend in Marbach, der Geburtsstätte Friedrich Schillers, dem großen Dichter dar­brachte. 25 000 Hitlerjungen aus allen Gauen Deutschlands hatten in Stafettenläufen ihre Gaben nach Marbach gebracht. Von welcher Disziplin das von der HI. unternommene Werk getragen war, bewies die Tatsache, daß die Stafettenläufer genug zur bestimmten Zeit in Marbach eingetroffen waren. Die in derStunde der Nation" vom Reichssender Stuttgart übertragene Kundgebung war für alle Teilnehmer ein großes Erlebnis. Besonders ein­drucksvoll war es, als die Jungen aus den fünf deutschen Gauen, der Westfale, der Schleswighol­steiner, der Ostpreuße, der Oberschlesier und der Bayer, ihre Urkunden verlasen und ihre Gaben an dem Denkmal Friedrich Schillers niederlegten. Der Westfale hatte von der Ewigen Flamme des Schlageter-Denkmals in Kaiserswerth einen Fun­ken nach Marbach gebracht, und dort das Sonnen­wendfeuer entflammt. Kohle von der Saar und Edelweiß von den Alpen brachten die Jungen, und ein Mädel aus Oesterreich überbrachte das Deutsch­landlied. Mit dem Kampflied der HI. schloß diese einzigartige und auf alle deutschen Sender übertra­gene Kundgebung der deutschen Jugend, die ein Zeugnis ablegte von dem Geist Friedrich Schillers

liche Priester gefunden, die sich unter gering­fügigen Ausreden geweigert patten, Irauer- gottesbienfte für den Innenminister abzu­halten.

Acht Nationaldemokraten verhaftet.

Warschau, 22. Juni. (DNB. Funkspruch.) Acht Vorstandsmitglieder der national- demokratischen Partei in Zdunska Wola bei Lodz sind verhaftet worden. Das Parteilokal wurde polizeilich geschlossen und versiegelt.

Großhandel.

lebung der deutschen Binnenmarktwirtschaft zustande gebracht hat. Der Handel hat auf Grund des neu« verwurzelten Glaubens auf den deutschen Wieder­aufstieg seine Läger vielfach früher a u f ge­füllt, als er durch die Zunahme des Absatzes dazu gezwungen gewesen wäre. Er hat sich mit voller Kraft so schnell wie möglich in den Dienst der Wirtschastsankurbelung gestellt und dadurch den Produzenten größere Mehraufträge zugeführt, als es dem normalen Geschäftsgang entsprach. Da­durch hat er den Wiederaufstieg der Produktion und die (Entlaftung des Arbeitsmarktes wesentlich gefördert. Das ist ein Verdienst des deutschen Handels, das nicht vergessen werden sollte, und das nun in den von der Forschungsstelle ermittelten Umsatzziffern des Großhandels auch zahlenmäßig feftgelegt wird.

Was die einzelnen Zweige des Großhandels an­betrifft, so haben, wie leicht begreiflich, diejenigen die größten Umsatzsteigerungen erreicht, die von den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichs­regierung am meisten profitieren konnten. Dazu gehört z. B. der Großhandel mit Haus­rat, der sich von den sehr starken Umsatzrückgängen der vorangegangenen Jahre im Jahre 1933 schnell erholt hat. Der Großhandel mit Lack und Far­ben, der vor allem die Bauwirtschaft beliefert, fyatte im Jahre 1933 bereits eine Umsatzzunayme um 10,7 Prozent zu verzeichnen. Aber auch der L e b e n s m i 11 e l großhandel und der Beklei­dung s großhandel konnten im Jahre 1933 ihre Umsätze steigern. So erzielte z. B. der Sch u h waren großhandel um 20 Prozent höhere Um­sätze als im Vorjahr. Hier hat sich zweifellos über­all die Tatsache ausgewirkt, daß her Facheinzel­handel auf Grund der Vertrauensstärkung eine erhebliche Wiederauffüllung seiner vorher stakk ver­kleinerten Läger vornahm und dadurch den Umsatz des Großhandels erhöhte. Hierzu kam wohl auch, daß das Wiedervordringen des Facheinzelhandels gegenüber den Großbetrieben der Warenversorgung sowie auch die Zurückdrängung der Direktbeliefe­rung der Verbraucher durch die Produzenten dem Großhandel Umsatzsteigerungen ermöglichten.

Der Gesamtumsatz des Großhandels im Jahre 1933 war zweifellos nicht unbeträchtlich höher als der des vergangenen Jahres. Er erreichte allerdings die Umsätze normaler Jahre, so insbe­sondere den Umsatz des letzten Vorkrisenjahres 1930, noch bei weitem nicht. Aber die Umsatzbesse­rung hat sich im Jahre 1934 in verstärktem Tempo fortgesetzt. So hat z. B. der Baustoffgroßhandel im ersten Vierteljahr 1934 gegenüber der gleichen Zeitspanne des Vorjahres eine Umsatzsteigerung um 150 Prozent, der Londmaschinenhandel eine solche um 70 Prozent erreicht. Die Umsatzentwick­lung des Großhandels befindet sich also jetzt auf der ganzen Linie in aufsteigender Entwicklung.

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und Albert Leo Schlageters, der in dieser Jugend lebendig ist.

keine Hoffnung mehr auf karsten Zentrum. Zwei weitere Bergleute tot geborgen.

Das Oberbergamt Breslau teilt folgendes mit: Bei den Bergungsarbeiten auf der Karsten Z e n t r u m - G r u b e ist ein weiterer Toter ge­borgen worden. Je näher man an das Ende der beiden zerbrochenen Strecken herankommt, desto schwerer gestaltet sich das Vorwärtskommen. Man steht jetzt unmittelbar vor dem Ende der Strecke. Daß noch einer der Verschütteten am Leben ist, ist nicht mehr zu hoffen. Im Laufe der fieber­haft fortgesetzten und nach wie vor außerordentlich schwierig sich gestaltenden Bergungsarbeiten auf Karsten Zentrum wurde in den Mittagsstunden des Donnerstag die Leiche eines weiteren Verschütte­ten, des Häuers Oskar C z e m p i k aus Beuthen, geborgen.

Der Brand am Tagebau der Grube Ilse-Ost.

Der Riefenbrand am Tagebau der Grube Ilse - Ost, der mit unverminderter Heftigkeit an­dauert, ist nunmehr auf feinen Herd beschränkt worden. Die Pumpanlage, die der neuerrichteten Wasserleitung einen starken Druck gibt, ist jetzt in Betrieb, und nun werden die 600 Morgen Gelände restlos unter Wasser gesetzt. Mühsam haben in der letzten Nacht wieder die Mannschaften der Feuer­wehr und die Abraumbelegschaft der Grube an der Bekämpfung des Feuers gearbeitet. Ein schauriges Bild bietet das Feuer in den Nachtstunden. Ueberall erblickt man Flammen, die züngelnd aus dem Boden wachsen. Dort, wo eben noch ein Feuerwehr­mann stand, tauchen plötzlich die Gluten aus dem Boden hervor. Phantastisch ist auch der Anblick der unzähligen Funken, die vom Brand mit Rauch und Asche über das Land getragen werden. Am Tage bietet das Brandgelände einen trostlosen Anblick. Es kann erwartet werden, daß nunmehr das Feuer die größte Ausdehnung überschritten hat.

Ein Word nach 20 Jahren aufgeklärt.

Nach 20 Jahren wurde, einer Meldung aus Köln zufolge der Mord an dem Gendarmerie­wachtmeister Gerhart in Hilgen aufgeklärt, der bei der Verfolgung einer dreiköpfigen Diebesbande erschossen worden war. Die Ortspolizei von Wer­melskirchen hatte mit Unterstützung der Landes­kriminalpolizei Köln die Täter ermittelt. Es handelt sich um drei Kölner, die jetzt im Alter von 43, 46 und 49 Jahren stehen. Ihr Strafregister weist be­deutsame Zuchthaus- und Gefängnisstrafen auf. Zwei von ihnen befanden sich seit einiger Zeit in Strafhaft, der dritte wurde jetzt festgenommen. Alle drei haben ein Geständnis abgelegt.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein.

Verantwortlich für Politik: I. D.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: I. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein­

druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.