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Suvich spricht in Paris vor

Aus aller Welt

3m Kohlenbergwerk Senihe bei Serajeroo ereig­nete sich eine Explosion, durch die ein Teil des Vermerks zum Einsturz gebracht wurde. Bis Sonn­tagabend wurden 5 6 Leichen geborgen. Da festgestellt werden konnte, daß die Gesamtzahl der Bergleute, die sich nicht mehr retten konnten, 136 betrug, befinden sich noch immer 8 0 2H an n in der Tiefe. Sie sind aller Voraussicht nach nicht mehr am Leben. Die Belegschaft hat zur Zeit der Explosion 220 Mann betragen, so dah sich die Zahl der Geretteten auf 84 beläuft. Aus den amt­lichen Feststellungen über die Ursache des Gruben­unglücks geht hervor, dah das Unglück auf die Ex­plosion von Methangas zurückzuführen ist, das in groher Menge aufgetreten war. Die Ret­tungsarbeiten, die mit allen Kräften fortgeführt werden, gestalten sich infolge des Einstürzens von Erdmassen und Eindringens von Wasser sehr schwierig.

Der Sonderberichterstatter derPrawda" meldet erschütternde Einzelheiten über die Grubenkata­strophe. Die Explosion erfolgte in einer Tiefe von 200 Meter, 2 Kilometer von der Haupteinfahrt ent­fernt. Die Alarmfirenen heulten den ganzen Rach­mittag in Senihe. Die Wucht der Explosion war so

gefördert. Die Leichen waren grählich ver- st ü m m e l t, so dah die Ramen der Toten kaum festgestellt werden konnten. Unter den Opfern be­finden fich mehrere Familienväter, die gegen 11 Kinder hatten. Man hat wenig Hoffnung, die noch eingeschlossenen Bergleute zu ber­gen, da die Leichen, je näher die Rettungsmann­schaften an den Explosionsherd kommen, immer stärker verstümmelt sind. Die Rettungsarbeiten stoßen auf ungeheure Schwierigkeiten, da die S t o l- len teilweise gänzlich verschüttet sind. Die Rettungsmannschaften sind schon jetzt gänzlich erschöpft, sind aber von einem beispiellosen Opfer­mut beseelt. Arbeiter, die bewuhtlos geborgen wer­den konnten, schlichen sich den Rettungsmannschaften an, sobald sie das Bewußtsein wieder erlangt haben. Die Rettungsmannschaften selbst befin­den sich in groher G efah r, da das Bergwerk mit Giftgasen gefüllt ist.

Vor der Grubeneinfahrt spielen sich herzzer-

hinauslaufen müssen, betontLe Jour". Man ver­sichert, schreibt das Blatt, daß Mussolini be­reit sei, auf diesem Wege sehr weit zu gehen. Sache Suvichs werde es sein, die Eng­länder davon zu überzeugen.

Der halbamtlichePetit Parisien" glaubt mit­teilen zu können, daß Ministerpräsident Doumergue Suvich den formellen endgültigen Beschluß Frank- reichts bestätigt habe, nicht nur nicht die Verletzun­gen des Vertrages durch Deutschland zu legalisieren und die Heraufsetzungen des deutschen Militärhaus- haltes gutzuheißen, sondern angesichts einer die Lage völlig verändernden Aufrüstung, deren Umfang übri­gens niemand kenne (?), die französischen Der- teidigungsmittel auch nicht im geringsten zu schwächen. DasEcho de Paris" polemisiert gegen den englisch-italienischen Versuch, Frankreich wieder für Verhandlungen zu gewinnen, die die

reihende Szenen ab. Greise, Frauen und Kinder weinen. Die Bevölkerung aus der ganzen Umgebung ist herbeigeeilt, um die verzweifelten Hinterbliebenen zu trösten. Der Unglücksschacht be­findet sich in st a a t l i ch e m Besitze. Das Berg- werk hat eine Belegschaft von 1000 Mann. Jährlich fördert es mehr als 2 Millionen Tonnen Kohlen.

Schwere Grubenkatastrophe in einem bosnischen Bergwerk

Bisher 56 Todesopfer einer Explosion im Grubenschacht geborgen.

Noch 80 Vermißte.

deutschen Musik stecken die ewig sich die Millionen immer wieder bindenden Kraftquellen.

Im weiteren Verlauf des Sängertages schlug der bisherige Bundesführer Brauner (Berlin) zu seinem Nachfolger den Führer des westfäli-schen Sängerbundes, Oberbürgermeister Meister (Herne) vor, der einstimmig gewählt wurde. Der neue Sängerführer gab bann die Zusammensetzung des Führerrates bekannt, dem der stellv. Führer Dr. Bongard (Saarbrücken), der württember- gische Innenminister Dr. Schmid (Stuttgart), Oberbürgermeister M e m m e l (Würzburg), Wilke (Kassel), der bisherige Bundesführer Brauner (Berlin), Dr. Lange mann (Hannover), Dr. L a u g s (Kassel) und Dr. Hermann (Frankfurt a. Main) angehören. In den Musikausfchuß wurden berufen Heinrichs (Hannover), Nagel (Eßlingen), Dr. Laugs (Kassel), S a u e r st e i n (Karlsruhe), Rosenthal (Königsberg), Mies- n e r (Berlin) und Rellins (herüe).

In einer kurzen Schlußansprache rief Bundes­führer Meister die Sängerbundvertreter auf, im Sinne der großen Kulturrede des Führers auf dem Nürnberger Parteitag ihre Pflicht zu tun.

stark, daß die Gleisanlagen in den Stollen w i e Bindfaden zerrissen. Eine Stunde nach dem Unglück waren die ersten Toten zutage |

Kraftfahrt den Platz an der Spitze der Nationen zu erfechten. Namens der deutschen Automobilindustrie und der Daimler-Benz-AG. überbrachte Staatsrat Dr v. Stauß herzliche Grüße. Er wies daraus hin daß dank der genialen Voraussicht unseres Führers die deutsche Automobilindustrie daran gehen könne, ihre alte Weltgeltung wieder zuruck- zuerobern. Am Nachmittag fand ein großer h i - storischer Festzug durch die Straßen der Stadt und eine Festaufführung statt.

heftiges Unwetter über Rizza.

lieber Nizza ging am Sonntag ein heftiges Un­wetter nieder. Der Sturm war so stark, daß haus­hohe Wellen bis über den Kai brandeten. Die Promenade stand bald unter Wasser. Auch auf dem Turnierplatz, auf dem die Reitertämpfe ausgetragen werden, sind schwere Schaden ange­richtet worden. Ein Teil der Tribünen ist vom Sturm abgedeckt worden. Die Bahn ist von dem strömenden Regen aufgeweicht. Erst in den späten Abendstunden flaute das Unwetter ab. Wenn nicht rasch ein Witterungsumschlag eintritt, so daß die Feuchtigkeit aufgesogen wird, werden die Wettbewerbe noch weiter hinausgeschoben wer­den müssen.

Schwere Unfälle beim Autorennen in Alessandria.

Beim Automobilrennen um den Bordino- Pokal in Alessandria ereigneten sich mehrere Un­glücksfälle. Der Italiener Carlo Pedrazzini flog mit seinem Maseratiwagen aus einer Kurve und kam dabei so unglücklich unter den Wagen, daß er nur noch als Leiche geborgen werden konnte. Sein Landsmann Nouvelari brach bei einem Sturz das linke Bein. Minozzi raste in die Zuschauermenge und verletzte

B e r l i n, 22. April. (DNB.) Im festlich geschmück­ten Sitzungssaal des Preußenhauses fand am Sonn­tagmittag der 28. außerordentliche Sängertag des Deutschen Sängerbundes statt, in dessen Mittelpunkt eine Rede des Reichsleiters des Kampfbundes für Deutsche Kultur, Alfred Rosen­berg, stand. Der Redner zeichnete in großen Zü­gen ein Md des Kulturverfalls, der sich in der ich- bedingten Epoche der letzten Jahrzehnte auf allen Gebieten gezeigt habe. Auch die Musik sei in den letzten 50 Jahren nicht frei geblieben von Krcmk- heitsevscheinungen. Auf der einen Seite gab es bei ihr stark betonte Tradition, auf der anderen Seite Rythmen und Melodien, die nichts mehr mit dem deutschen Volkslied und deutscher Volksmusik ge­mein hatten. In der nationalsozialistischen Bewe­gung, in der SA. und Hitlerjugend sind heute ganz neue Lieder entstanden. Man weiß nicht, wer sie gc-dichtet, wer sie komponiert hat. Aber es geht ein einmütiger, gewaltiger Rythmus durch diese Ge­sänge hindurch und in der künstlerischen Durchbil­dung dieser Volksschöpfungen liegt eine große Aufgabe der deutschen Sängerschaft. Einfach, schlicht und heroisch, nicht süßlich und ver­kitscht, sondern voll tiefer Zärtlichkeit und von star­ker Kraft sind diese Dichtungen, die die schwache

DieEnthüllungdesOaimlerDenkmalS- in Schorndorf.

Die Feiern für den großen schwäbischen Erfin­der Gottlieb Daimler, dessen Geburtstag sich im letzten Monat zum 100. Male jährte, fanden mit der Einweihung des Gottlieb - Daimler - Denkmals am Sonntag ihren Höhepunkt. Zehntausende waren aus dem ganzen Land herbeigeeilt, um an dem Weiheakt, mit dem eine Sternfahrt d e s D D A C. und des N S K K. und ein Aufmarsch eines Teiles der württembergllchen Motor-SA. ver­bunden war, teilzunehmen. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich auch Reichsver­kehrsminister Frhr. Eltz v. Rübenach, Obergruppenführer Hühnlein, Reichsstatthalter Murr an der Spitze der württembergifchen Regie­rung und SA.-Gruppenführer Lud in.

Den Reigen der Begrüßungsansprachen eröffnete Reichsstatthalter Murr, der darauf hinwies, daß die ganze zivilisierte Welt dem schwäbischen Erfin­der Gottlieb Daimler unendlich viel zu danken habe, und daß ohne dessen geniale Erfindung die Entwicklung des modernen Verkehrs schlechterdings nicht zu denken wäre. Nachdem der Reichsstatthalter die Enthüllung des Denkmals vorgenommen hatte, sprach Reichsverkehrsminister Eltz o. Rübenach. Der Minister schloß mit einem brausend aufgenom­menen Sieg-Heil auf Reichspräsident v. Hinden­burg und Reichskanzler Adolf Hitler, hierauf sang die Menge das Deutschland-Lied und das Horst- Wessel-Lied. Obergruppenführer Hühnlein be­tonte, daß der Name Daimler für den deutschen Kraftfahrer die Verpflichtung in sich trage, allzeit im Geiste dieses großen Vorkämpfers des Kraft­fahrwesens weiter zu kämpfen und der deutschen

Lebenslängliches Zuchthaus für ein verbrecherisches Ehepaar.

Das Schwurgericht Insterburg verurteilte am Samstag die Eheleute Kumutat wegen ge­meinschaftlichen schweren Raubes mit Todeserfolg zu lebenslänglicher Zuchthaus­strafe und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Am 12. Dezember 1932 wurde das greife Ehepaar KueH und eine 40 Jahre alte Toch­ter Berta in Romeyken in einem Gehöft er« mordet aufgefunden. Das Ehepaar lag in zwei verschiedenen Zimmern, die Tochter auf dem Hof vor der offenen Stalltür. Alle wiesen Schuß- verletzungen am Kops und an der Brust auf. Die Verfolgung einer Fußspur führte in Litauen zur Verhaftung des Melkers Wistart, bei dem man die Uhr des alten Kuech fand. Wistart wurde seinerzeit von dem litauischen Gericht zu lebensläng­lichem Kerker verurteilt. Weitere Ermittlungen ergaben die Beteiligung des Ehepaares Kumutat in Romeyken, das nach seiner Verhaf­tung auch ein Geständnis ablegte.

Drei Todesurteile vollstreckt.

In Karlsruhe wurde der 25jährige Raub­mörder Karl Otto Speckmaier aus Pforzheim, der den Schmuckwarenfabrikanten Karl Bauer in Pforzheim bei der Ausführung eines Ein­bruchsdiebstahls niedergeschlagen und erschossen hat, durch das Fallbeil h i n g e r i ch t e t. In Halle an der Saale sind der .Heinz Streibart aus Delitzsch und der Paul Weise aus Ammendorf hingerichtet worden. Streibart war wegen Mordes an dem Schüler Heinz Ter es- n i a k zum Tode verurteilt worden. Der preußische Ministerpräsident hat von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil das Wohl und die Sicherheit der Volksgenossen gebieterisch die Voll­streckung des Todesurteils gegen diesen Lustmörder erforderte. Weise war wegen des an seinem unehelichen Kinde begangenen Mar­tz e s zum Tode verurteilt worden. Der preußische Ministerpräsident hat auch in diesem Falle von dem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil es sich um einen heimtückischen, aus selbstsüchtigen Beweggründen verübten Mord an einem Kinde handelt und der Verurteilte auch nach feinem Vor­leben nicht gnadenwürdig war. Der preußische Mi­nisterpräsident hat die gegen die Ehefrau Zeichner wegen Mordes verhängte Todesstrafe im Gnaden­wege in eine Zuchthausstrafe von 10 Jahren umgewandelt, weil die sonst unbe­strafte und körperlich kranke Verurteilte nicht aus verbrecherischer Neigung gehandelt hat, sondern den Entschluß zum Morde infolge des rück­sichtslosen Verhaltens ihres Mannes und der da- durch hei ihr hervorgerufenen verzweifelten Stim­mung gefaßt hat.

Riefenbrandstifterprozeh in Pommern.

In Stettin beginnt der erste Prozeß in der großen Brandstiftersache Fechtner-Papenfuß, Svorke und Genossen. Die drei Täter haben nach den Fest­stellungen der Behörden in den Jahren 1927/33 ihre verbrecherische Tätigkeit vor allem im Kreise Greifenhagen ausgeübt. Unter Anklage stehen 57 Männer und 3 Frauen, darunter 10 eigentliche Brandstifter, 9 Bauunternehmer als Anstifter und 6Vermittler". Der Rest setzt sich aus Landwirten zusammen, die gegen Bezahlung ihre Scheunen, Wohnhäuser oder Stall­gebäude an st eckenließen. 281 Bauten fielen dem ruchlosen Treiben zum Opfer: 137 Scheunen, 16 Wohnhäuser, 64 Ställe, 63 Schuppen und ein Sägewerk. Der Schaden, den die verschiedenen Versicherungsgesellschaften erlitten, dürfte etwa 2V2 bis 3 Millionen Mark betragen.

Wettervoraussage.

Nachdem die Störung sich mit ihrem Kern nach Norddeutschland verlagert und Niederschlagstätigkeit 'eingeleitet hat, gelangt durch ihre Rückseite kühle Ozeanluft nach dem Kontinent. Das Wetter bleibt daher unbeständig und verhältnismäßig kühl, wobei weiterhin schauerartige Niederschläge auftreten. Da bei Island bereits ein neues Tief heranrückt, ist mit einer Besserung vorerst nicht zu rechnen.

Aussichten für Dienstag: Unbeständig, wechselnd-wolkig, mäßig warm, zeitweise schauer­artige Niederschläge. m

Aussichten für Mittwoch: Weiterhin wechselhaftes Wetter.

Lufttemperaturen am 22. April: mittags 18,6 Grad Celsius, abends: 13,4 Grad; am 23. April morgens: 9,7 Grad. Maximum 19,5 Grad, Mim- mum 6,9 Grud. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. April, abends: 14,3 Grad, am 23. April, morgens: 11,9 Grad Celsius. Niederschlage 2,0 Millimeter. Sonnenscheindauer 4^ Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lanqe für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenletter: fmns Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 34: 11550. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch' und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.

sechs Personen. Endlich wurde noch der italienische Fahrer Ferrari erheblich im Gesicht verletzt, als er mit seinem Wagen einen schweren Zusammenstoß hatte.

Eine neue Bluttat

des amerikanischen Schwerverbrechers Dillinger.

In Eagle River (Wisconsin) kam es zwischen der Bande des berüchtigten Schwerverbrechers Dil­linger und einer Abteilung Bundespolizei zu einem erbitterten Feuergefcht, in dessen Verlauf drei Polizisten erschossen wurden. Die Polizeibeamten hatten Dillinger und zwei seiner Be­gleiter in einer Bierschenke überrascht, jedoch ge­lang es den Banditen, in einem Kraftwagen zu entfliehen, nachdem sie die Telephondrähte durchschnitten hatten. An der Verfolgung der Ver­brecher, die mit Panzerwesten und meh­reren Maschinengewehren ausge­rüstet waren, nahmen 27 Polizeibeamte teil. Die Bande Dillingers hat durch allerhand Verbrecher­gesindel aus der Umgebung Chikagos Zulauf erhal­ten.

Der Mörder des früheren südslawischen Ministers Reudörfer hingerichtet.

In Belgrad wurde der vom Gerichtshof zum Schutze des Staates zum Tode verurteilte Land­arbeiter Franz Z r i n f k i durch den Strang hin- gerichtet. Zrlnfki hatte im vorigen Jahr aus politischen Gründen den ehemaligen Minister Neudörfer erschossen. Neudörfer, der früher Mitglied der Raditsch-Partei war, hatte sich von der kroatisch-autonomistischen Bewegung losgesagt und war in das Belgrader Kabinett eingetreten, wodurch er sich die Feindschaft seiner ehemaligen Parteifreunde zuzog. Zrinski war auch überführt worden, an mehreren Orten Höllen­maschinen zur Explosion gebracht zu haben.

großes Werk in der Arbeitsschlacht des Dritten Reiches darftellt. Die Feier schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer und einem Vorbeimarsch am Koblenzer Schloß. Oberbürgermeister Wittgen sandte aus Anlaß der Einweihung ein Telegramm an den Führer.

Neuordnung der kirchlichen Verwaltung.

Rechtswalter und Vikar als Vertreter des Reichsbischofs.

Berlin, 21. April (DNB.) Der Reichsbischof hat zur Neuregelung der kirchlichen Verwaltung eine Verordnung erlassen, die durch den in der Botschaft vom 12. April angekündigten Arbeitsplan erforder­lich gewesen ist. An der Spitze der kirchlichen Verwaltung steht danach der Reichsbischof. Die verfassungsmäßigen Befugnisse der theologischen Mitglieder des geistlichen Ministeriums bleiben unberührt.

Der Rechtswalter der deutschen evangelischen Kirche ist als rechtskundiges Mitglied des geist­lichen Ministeriums der V e r tr e t e r des Reichs­bischofs in kirchenpolitischen Ange­legenheiten. Als allgemeinen Gehilfen und Vertreter in theologischen Angelegen­heiten beruft der Reichsbischof einen Bischof. Er führt die Amtsbezeichnung Vikar der deutschen evangelischen Kirche. Die bisherige Bezeichnung Chef des Stabes fällt damit fort. Die Verwaltungsstellen der deutschen evangelischen Kirche sind das Sekretariat des Reichsbischofs, das kirchliche A u ß e n a m t und die deutsche evangelische Kirchenkanzlei. Der Rechtswalter leitet die Kirchenkanzlei. Der Vikar leitet das Sekretariat des Reichsbischofs. Das kirchliche A u ß e n a m t wird im Auftrage des Reichsbischofs von einem Bischof verwaltet.

Propst D. Lohmann Direktor der Evangelischen Frauenhilfe.

Berlin, 21. April. (DNB.) Der Reichsbischof hat den Propst D. Lohmann aus Magdeburg zum Direktor der Evangelischen Reichsfrauenhilfe_ be­rufen. Propst D. Lohmann, aus Westfalen gebürtig, begann feine pfarramtliche Laufbahn in Iserlohn. 1917 wurde er an die Essener Altstadt-Gemeinde berufen. 1928 wählte ihn die Synode Essen ein­stimmig zum Superintendenten. In dieser Stellung hat D. Lohmann sich besondere Verdienste um die evangelische Wohlfahrtspflege und die Arbeit der evangelischen Elternbünde erworben. 1931 wurde D. Lohmann als Nachfolger von Professor D. Schöttler zum Generalsuperintendenten nach Magde­burg berufen. Im Rahmen der kirchlichen Neu­ordnung erhielt D. Lohmann, nachdem er vorüber­gehend zum Propst für Westfalen-Süd ernannt war, die Stelle des Propstes der Kirchenprovinz Sachsen.

Der Arierparagraph in der Wehrmacht

Berlin, 21. April (DNB.) Zu der vom Reichs­wehrminister angeordneten Durchführung des Arier­paragraphen in der Wehrmacht sind inzwischen die notwendigen Feststellungen getroffen worden. Ins­gesamt werden davon betroffen: Im Neichsheer 5 Offiziere, zwei Offizieranwärter, ein Sanitätsoffi­zieranwärter, 31 Unteroffiziere und Mannschaften; in der Reichsmarine 2 Offiziere, 4 Offizier­anwärter, 5 Unteroffiziere und Mannschaften. Sie scheiden bestimmungsgemäß aus der Wehrmacht aus.

Die Wiedergeburt des deutschen Liedes Alfred Nosenberg spricht zum Deutschen Sängerbund.

Paris, 23. April. (DNB. Funkspruch.) Der italienische Unterstaatssekretär Suvich war am Sonntag in Paris. Suvich benutzte die wenigen Stunden seines Pariser Aufenthaltes, um mit dem ranzösischen Ministerpräsidenten die Frage der Rüstungen zu besprechen. In der Unterredung i t, wie die Presse annimmt, der Wunsch Italiens, die Abrüstungsbesprechungen auf der Grund­lage des italienischen Vorschlages einer Rüstungsbeschränkung fortzusetzen, erörtert worden. Daß diese Anregung der natio­nalen Verteidigung weniger Abbruch tun würde, als der englische Abrüstungsvorschlag, gibt man hier zu, erklärt aber in gleichem Atemzug, daß auch ie zu einer Legalisierung der deutschen Aufrüstung führen würde, mit der Frank­reich sich unmöglich einverstanden er­klären könne. Die Losung des heißen Problems u~ n--..... -

wird, so schreibtExcelsior", in starkem Maße von Anerkennung der deutschen Aufrüstung zum Aus- den Sicherheitsgarantien abhängen, die gangspunkt hätten. Doulnergue durfte, so hofft England und Italien im Falle eines Angriffes wenigstens das Blatt, sich gegen einen solchen Ver­bieten. Daß diese Garantien in der einen ober such ausgesprochen haben.

anderen Form auf ein Defensivbündnis

Kunst und Wissenschaft.

Hermann Abendroth znm Sewandhauskapellmeister gewählt

Das Gewandhausdirektorium in Leipzig hat den Generalmusikdirektor Professor Hermann Abend­roth in Köln zum Gewandhauskapell- m eist er gewählt; er hat die Wahl angenommen. Hermann Abendroth wurde 1883 in Frankfurt a. M. geboren, begann schon als Zwanzigjähriger seine Dirigententätigkeit in München, wurde 1905 Stadt­theaterdirigent in Lübeck, 1911 städtischer Musik­direktor in Essen und wirkte seit 1914 in Köln. Abendroth, der nunmehr in die sehr sichtbare und repräsentative Stellung als Gewandhauskapell­meister berufen wurde und also in Leipzig das Erbe Nikischs und Furtwänglers antreten soll, hat in Köln sowohl die berühmten Gürzenich-Konzerte, als auch das Konservatorium geleitet und in dieser Doppelstellung das Musikleben der Stadt maß­gebend beeinflußt. Ueberbies hat Professor A b e nb- rot h , ber in Köln namentlich dem Schaffen Regers unb Bruckners liebevolle Förderung zuteil werden ließ, gelegentlich auch einzelne Aufführun­gen der Kölner Oper geleitet. Die Reichsmufik- fammer hat Hermann Abendroth vor kurzem zum Führer der Gruppe Musikerzieher ernannt.

Die 8. Partie im Schachweltmeisterschastskampf.

Die 8. Partie im Ringen um die Schachweltmei­sterschaft wurde am Sonntag auf dem 1200 Meter hohen Schauinsland bei Freiburg vor zahlreichem Publikum, darunter auch vielen Besu­chern aus der Schweiz, ausgetragen. Zum 8. Male wurde ein Damengambit gespielt, bei dem sich der deutsche Meister Bvgvljubvw, die schwarzen Steine führend, indisch verteidigte. Der Weltmeister Aljechin wählte die Sämisch-Variante, woraus sich ein äußerst verwickeltes Spiel ergab. Der Kamp um den Besitz des Zentrums kam bald zum S ehen und der Weltmeister leitete unter Hergabe eines Bauern einen sehr gefährlichen Angriff au den Königsflügel ein. Er griff sehr scharf an heg aber vielleicht die notige Vorsicht außer acht, so daß Bogoljubow unter Rückgabe des Mehrbauern sich gute Stellungsvorteile sichern konnte. Im wetteren Verlaufe der Partie verstärkte Bogoftubow fernen Vorteil mehr und mehr Er steht demnach in ber Abbruchstellung sehr befriedigend, denn der Welt­meister muß um das Remis kämpfen Es 'st sehr fraglich, ob er es erricht. Die äußerst interessante Partie wird Dienstag im Freiburger ^rftchen Kaufhaus zu Ende gespielt. Damit endet der Wett­kampf-Abschnitt Freiburg. Die neunte Partie wird in der Goldstadt Pforzheim am kommenden Mittwoch um 20 Uhr ausgetragen werden.

Das Origlnalmanuffripf »Mein Kampf auf der AusstellungDeutsches Volk Deutsche Jrbci .

Der Leitung der AusstellungDeutsches Volk Deutsche Arbeit" ist es gelungen, das O r i g i n a .* Manuskript von Adolf Hitlers Buch Mein Kampf" auf der Ausstellung zu 3cl9en- Das Manuskript, das bekanntlich während der Festungshaft des Führers in La n b s - berg am Lech fertiggestellt wurde, ist der Aus­stellung von Privatseite zur Verfügung gestellt worden. Es wird in einer Vitrine zur Schau ge­stellt werden.

Männlichkeit einer vergangenen Zeit nicht hervor­bringen konnte. Im deutschen Liede und in der deutschen Musik stecken die ewig sich erneuernden,