m. 69 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Donnerstag, 22.MrzM^
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Was gibt es Neues in der Medizin?
Von Dr. p. Wölffel.
Das Gesetz zur Verhütung der Erbkrankheiten.
Nicht nur in Aerztekreisen ist das Gesetz zur Verhütung der Erbkrankheiten als Notwendigkeit zur Volksgeiundung begrüßt worden. Jeder Deutsche, wenn er auch zunächst dieses Gesetz als Härte empfindet, wird seinen nationalen und sozialen Wert einsehen. Wie notwendig dieses Gesetz war, sollen folgende Ausführungen kurz veranschaulichen. Das Gesetz sieht vor allem die Sterilisierung der Schwachsinnigen vor, da diese nicht nur den Staat durch ihre Erhaltung belasten, sondern in vielen Fällen auch die Ursache des sittlichen Verfalls (Prostitution >lnd Verbrechen) eines Volkes sind. Aus einer Berliner Statistik ist ersichtlich, daß bei einem schwachsinnigen Elternteil 58 v. H., wenn beide Eltern schwachsinnig sind, sogar 72 v. S). der Kinder erblich belastet sind. Besonders tragisch ist dabei die Tatsache, daß die Geburtenziffer bei Schwachsinnigen weitaus höher ist als bei Gesunden. Die zweite unter dieses Gesetz fallende Erbkrankheit ist die Epilepsie. Auch hier ist die Kinderzahl auffallend hoch, 76 v. H. der Epileptiker haben 6 bis 16 Kinder. — Jedem, der sich die Kosten, die ein Kranker dem Staat verursacht, veranschaulicht, wird das Gesetz berechtigt erscheinen. Wie brennend notwendig ist die Unterstützung vieler gesunder, kinderreicher Familien. Die Erziehung eines gesunden Volksschülers während achtjähriger Schulzeit kostet den Staat im ganzen 1000 Mark. Die Erziehung eines Taubstummen aber 20 000 Mark, eines Blinden sogar 26 000 Mark. Es ist selbstverständlich, daß auch Taubstumme und Blinde (die Anlage hierzu ist bekanntlich teilweise erblich) unter das neue, auch für die Kranken segensreiche Gesetz fallen. — Außer den von dem Gesetz erfaßten Erbkrankheiten gibt es natürlich noch viele, deren Vererblichkeit so gut wie sicher ist. Auch hier liegt es bei den Erkrankten, auf Nachkommenschaft zu verzichten und auf diese Weise an der Gesundung des deutschen Volkes mitzuarbeiten.
Memna m der Llebsraangszeii
Die rheuma-empfindlichsten Stellen des Körpers sind der Nacken und die Schulter. Eines Morgens wacht man auf, kann den Hals nicht mehr bewegen, kommt in kein Kleidungsstück ohne große Schmerzen hinein, lieber Nachs hat einen der Rheumatismus erwischt. Und wirklich, er ist ein nächtlicher Besucher. — Sie schlafen auf der rechten Seite, nicht wahr? Ist es nicht wahrscheinlich, daß die linke Schulter und der Nacken beim Schlafen unbedeckt sind? Schon haben wir die Ursache des plötzlich auftretenden Rheumas. Auch sonst ist der Nacken meist dem Luftzug ausgesetzt. Wenn einem warm wird, öffnet man den Mantel, nimmt den Schal fort und fühlt sich angenehm erfrischt von dem kühlen Luftzug. — Ist aber ein Körperteil erst einmal für Rheumatismus disponiert, so lassen sich Rückfälle schwer vermeiden. Der Empfindliche sollte sich also immer mit Nacken- und Schultertüchern, auch nachts, warm halten. Die Schmerzen lassen sich am besten mit Wärme bekämpfen. Man erhitze Wolle oder Watte und lege diese auf die schmerzende Stelle. Am praktischsten wird man es so handhaben, daß man immer ein Tuch anwärmt, während das andere aufliegt, dadurch vermeidet man Pausen der Abkühlung.
Lieber- >md Lniertsmperaiur.
Auf einem Aerztekongreß wurde die Frage erörtert, wann die Normaltemperatur eines Menschen überstiegen sei. Von einer Seite war festgestellt worden, daß bei 30 bis 40 v. H. der durchgesührten
Messungen die in der Achselhöhle gemessene Temperatur über 37 Grad Celsius lag. Besonders bei Frauen machte sich diese erhöhte Temperatur bemerkbar. Aus dieser Tatsache wurde gefolgert, daß man für die normale Achselhöhlentemperatur, die immer 0,2 bis 0,5 Grad niedriger ist als die innere Körpertemperatur, als obere Grenze 37,5 Grad Celsius ansetzen müsse und nicht wie bisher 37 Grad. Dieser Anregung wurde aber mit Recht entgegengehalten, daß eine Normisierung in dieser Frage unangebracht sei, da jeder Mensch seine eigene Normaltemperatur besitze. Diese ist von jedem Menschen selbst festzustellen. Die dann bemerkten Abweichungen von dieser Normaltemperatur, die manchmal nur gering zu sein brauchen, können weitestgehenden Aufschluß über vorhandene oder entstehende Krankheiten geben. — Weit seltener als die erhöhte Temperatur ist die Untertemperatur, die zu keiner bestimmten Krankheit zu gehören braucht, sondern das Zeichen einer allgemeinen Körperschwäche ist und deren Auftreten oft beängstigender ist als das Fieber. Andererseits kann eine Untertemperatur auch durch einen allzu starken Wärmeentzug entstehen, sie ist z. B. die Begleiterscheinung einer Erfrierung. Bei geringen Schwankungen der Außentemperatur vermag der Körper durch Schutzeinrichtungen einen Ausgleich herbeizuführen. Je größer der Wärmeentzug ist, um so mehr bemüht sich der Körper durch erhöhte Verbrennung den Wärmeverlust zu ersetzen.
Erste Hilfe bei Verstauchungen und Verrenkungen.
Verstauchungen und Verrenkungen sind oft weitaus unangenehmer als ein einfacher Knochenbruch. Sie verlangen von dem Patienten mehr Geduld und Pflege, da sie nicht wie ein gebrochenes Glied in Gips gelegt werden können, sondern durch Behandlung und Schonung geheilt werden müssen. Einen verstauchten Knöchel kann man sich schon durch einen ungeschickten Tritt, durch ein Umknicken holen. Bei Verstauchungen werden für einen Augenblick die Gelenkenden auseinander gezogen, finden aber sofort wieder in ihre ursprüngliche Lage zurück. Dieser Moment genügt aber, um ein starkes Dehnen der Bänder, ja sogar ein Reißen zu verursachen. Das Gelenk füllt sich mit Blut und schwillt an. Im Gegensatz zur Verstauchung bleiben bei einer Verrenkung die Gelenkenden aus- einandergeschoben. Die Bänder sind immer gerissen. Solange man das Gelenk noch bewegen kann, handelt es sich um eine Verstauchung, bei einer Verrenkung ist dies nie möglich. — Das wichtigste ist, ein verstauchtes ober verrenktes Glied sofort, ehe die Schwellung beginnt, zu entkleiden. Bei einer Verstauchung wird man mit Ruhe und kalten Umschlägen den Schmerz soweit dämpfen können, daß man, das Gelenk mit einer elastischen Binde nicht zu fest umwickelt, das Glied bald wieder gebrauchen kann. Die spätere Behandlung, die vor allem auf die Zerteilung des Blutergusses abgestellt ist, besteht in Einreibungen mit Arnikatinktur, Kampferspiritus, in Massagen und Heißluftbädern. — Bei Verrenkungen sorge man so schnell wie möglich für einen Arzt, der das ausgerenkte Glied wieder in seine alte Lage bringt. Man selbst versuche nie, das Einrenken 'vorzunehmen, da man auf diese Weise bie Verletzungen erheblich verschlimmern kann. Bis zur Ankunft bes Arztes mache man kalte Umschläge. Nach ber Einrenkung ist bie Be- hanblung bie gleiche wie bei ber Verstauchung.
Der häßliche Hrcksl.
Diele hübsche Frauen leiben unter ben Qualen einer unreinen Haut. Sie wissen, baß jeber Mann auf ben ersten Blick bie Pickel in ihrem sonst wohl-
„Haus Westmar."
FestvorsLettrmg im Lichtspielhaus.
Bei starkem Besuch und in Anwesenheit einer großen Zahl gelabener Gäste brachte bas Lichtspielhaus gestern abend in einer Festvorstellung den nationalsozialistischen Film „H a n s W e st - m a r" zur Erstaufführung. Der Film, ein Werk der Volksdeutschen Filmgesellschaft, heißt mit seinem vollen Titel „Hans Westmar. Einer von vielen. Ein deutsches Schicksal aus dem Jahr 1929." Das Manuskript wurde geschrieben nach dem Buche „Horst Wessel" von Hanns Heinz Ewers. Die Spielleitung hatte Franz Wenzler; die Musik stammt von Dr. E. H a n f st a e n g e l.. Außer den Hauptdarstellern wirkten mit die SA.-Standarten 4, 5 (Horst Wessel) und 6, die Berliner Korps des Köse- ner SC. und die Landespolizeigruppe Wecke z. b. V.
Nach dem Beiprogramm brachte der Gießener SA-Reserve-Musikzug unter ber straffen Leitung von Musikzugführer Herrmann einige Stücke zu Gehör; bie schwungvolle Darbietung ber schneibigen Kapelle and lebhaften Beifall. Als ber Baben- weiler Marsch verklungen war, betrat Sturmfuhrer Grunewalb vom Sturm XIII/116 bie Bühne zu einer kurzen einführenden Ansprache, in ber er u. a. folqenbes sagte: Sie sehen heute Abenb ein herrliches Filmwerk, in bem ber Kampf ber SA. um ein neues großes Deutschland goschilbert wird. Im Mittelpunkt biejes Kampfes steht ber Sturmfuhrer Horst Wessel. Er war ein Mensch, ber von Haus aus in guten Verhältnissen lebte unb es eigentlich nicht nötig" gehabt hätte. Ihn traf Schicksal bev beutschen Volkes, er trat ein m Hitlers Armee unb fand bort bie Kameraden, die zu ihm gehörten, bie, rücksichtslos gegen Jid) Jelbft,_ fid) ernsten Jur die Bewegung und für bie große Idee. Die Zei dieses Kampfes ist zu schnell vergessen worden: es ist nötia heute zu sagen, wie es bamals war, bie Erinnerung wachzurufen an bie Zeit, ba Deujschlanb am Abgrund stand, ba Not unb Verzweiflung unb Arbeitslosigkeit herrschten. Wenn wir heute ben Aufstieg Deutschlanbs erleben, so banken wir das auch Horst Wes el und seinen Kameraden. Wir haben heute bie Rebe bes Führers zum Beginn ber zweiten Arbeitsschlacht erlebt und gesehen, baß es mteber vorwärts geht mit Deutschlanb. Darum sollen wir heute an Horst Wessel benken unb Adolf Hitler die Treue halten, wie er sie mit bem Tode besiegelte. Nicht von ben Millionen, die heute unter bem Hakenkreuz stehen, sonbern von einer entschlossenen Minderheit wurde ber Sieg erfochten. Wir müssen revolutionär fein unb bleiben. Hitler braucht den ganzen Kerl. Wenn wir den Film vom Leben und Sterben
Horst Wessels sehen, dann sollen es nicht zwei Stunden der Unterhaltung für uns sein, sondern wir sollen lernen, was der Kampf bedeutet hat, den er kämpfte. Erheben Sie sich unb schworen Sie mit bem Horst-Wessel-Lieb, baß Sie Kämpfer im Geiste Horst Wessels unb Abolf Hitlers (ein und bleiben wollen. — Nach bem gemeinsam gesungenen ersten Vers bes Horst-Wessel-Liebes begann ber Film.
Dieser Film ist nicht nur ein großartiges Dokument nationalsozialistischen Geistes, sonbern zugleich ein Stück miterlebter deutscher Geschichte aus jüngster Vergangenheit. Sein Inhalt ist, mit kurzen Worten, bas heroische Leben unb Sterben bes jungen Studenten und Sturmführers Horst Wessel für bie Idee einss großen nationalsozialistischen Deutschen Reiches und Volkes. Die Darstellung fuhrt mitten hinein in die bittere Kampfzeit der Bewegung. Der Brennpunkt des Kampfes ist bas damals noch überwiegenb unter roter Herrschaft stehenbe Berlin. Der Regisseur Franz Wenzler schilbert in knappen, klaren, ausgezeichnet photographierten unb filmisch geschnittenen Bilbern, wie es bamals in ber Reichs- hauptftabt aussah. Er schildert bie Verzweiflung unb Verelenbung breiter Volksschichten, die immer drohender überhand nehmende Herrschaft des von Moskau aus regierten und finanzierten Kommunismus. Er zeigt auch, wie instinktloses Spießer- tiim, pazifistische Gesinnung und Ausländerei in der Reichshauptstadt den Boden bereiteten für eine Schreckensherrschaft der verhetzten und verelendeten Massen.
Aber es gab damals auch noch ein anderes Deutschland und ein anderes Berlin. In einer von der Polizei aufgehobenen Kneipe, wo die Berliner Korps ihre verbotenen Mensuren schlagen, taucht die Gestalt Westmars auf. Bald erkennt er, wo die Entscheidung fallen muß; er legt das Band ab, geht zu den Arbeitern, wird selber ein Arbeiter der Faust, dringt ein in die roten Hochburgen im Norden und Osten der Stadt, sammelt ein paar Mann um sich als den Kern des nachmals berühmt gewordenen Sturms 5.
Der Film schildert bie ganze Erbitterung eines nun, mit bem unaufhaltsamen Wachsen ber Bewegung zur Entscheibung brängenben Kampfes um bie Macht, ber von ben Nationalsozialisten mit fanatischem Glauben unb grenzenloser Begeisterung von ber Kommune mit verbissenem Haß geführt wird. Wir erleben aus nächster Nahe eine tobende Saalschlacht gegen die erdrückende Heb er macht der Roten, die disziplinierten Aufmärsche der SA. in den Straßen ber roten Viertel von Berlin. Die Bewegung schwillt unaufhaltsam an, aber nach dem ersten' großen Wahlsieg der Nationalsozialisten ist
Eine einzigartige Vogelfarm.
Bei Keston in Kent gibt es eine Vogelfarm, bis in ihrer Art beispiellos sein bürste; bort finben sich Hunberte von seltenen Vögeln, bie sonst kaum noch in ber übrigen Welt anzutreffen sinb ober bie bort ber Gefahr des völligen Aussterbens nahe sinb. Im ganzen beherbergt biese Farm ungefähr 8000 Vögel, im Sommer, wenn bie ßebensbebingungen für bas gefieberte Volk günstiger. sinb, sogar über 10 000. Zumeist hanbelt es sich um Vogel aus ben ozeanischen Gebieten, bie hier in einem ganz anbe- ren Klima an bisher ungewohnte Lebensbebingun- gen gewohnt werben; jebenfalls sinb biese Bewohner „Australasiens" leichter aufzuziehen als ihre insekten- fressenben Stammesgenossen anberer Länber, benn sie begnügen sich mit Samen. Dieses einzigartige Unternehmen wirb von zwei jungen Männern, leibenschaftlichen Naturfreunben, unterhalten, bie ihre Hauptaufgabe barin erblicken, Tiere, beren Gewöhnung an bas europäische unb insbefonbere an bas englische Klima bie Scichverstänbigen bisher als unmöglich bezeichnet haben, auf ihre neue Umgebung umzustellen. Die Farm hat von Monat zu Monat an Umfang zugenommen; bie Zuchtergebnisse sinb wirklich bemerkenswert. Man hat Kreuzungen erzielt, bie man bisher nicht gekannt hat, unb wertvolle Exemplare „burchgebracht", ja vielleicht vor bem Aussterben bewahrt. Die Vogel, unter benen sich viele Papageien unb Sittiche in ben buntesten Farben unb in ben seltensten Zeichn nungen befinben, werben verkauft, nachdem sie an bie klimatischen Bebingungen Englands gewohnt worben sind. Das wichtigste (Bebäube ber kleinen Vogelstabt ist bas „Akklimatisierungs-Haus", in bem bie neuanfommenben gefieberten Gäste auf ihren Aufenthalt in Englcmb bei sorgfältiger Temperaturregelung schrittweise vorbereitet werben. Es gibt barunter z. B. ein kostbares Paar, bas in Eng- lanb nur noch in zwei weiteren Exemplaren vorhanben sein soll, bie Eigentum bes englischen Königs sinb.
HochschulnacbriKten.
Der o. Professor für mittelalterliche Geschichte an ber Universität Heibelberg, Geh. Hofrat Dr. Karl Hampe, würbe auf fein Nachsuchen zum 1 April b. I. von seinen Amtspflichten entbunben. Geheimrat Hampe gehört ben Akabemien ber Wissenschaften in Berlin, Heibelberg unb München als Mitglieb an, ferner ist er Mitglieb ber General-- bireftion ber Monumenta Germaniae historica, der Babischen Historischen Kommission unb ber Pfälzischen Gesellschaft der Wissenschaften. Sein Hauptwerk ist die Deutsche Kaisergeschichte in ber Zeit der Salier unb Staufer.
geformten Gesicht sieht unb sich abgestohen fühlt. Besonbers junge Mäbchen zwischen 15 unb 20 Jahren werben nicht selten von biefer Erscheinung gequält. — Es ist falsch, mit ben Fingern ober gar irgenb einem Instrument an einem Pickel herumzubrücken, er wird sich nicht nur verschlimmern, sondern er wird auch unangenehme Narben hinterlassen. Hauptbedingung für eine reine Haut ist die Sauberkeit. Man benutze zum Waschen eine Schwefelseife, die man je nach der Empfindlichkeit der Haut länger oder kürzer einwirken läßt. Eventuell lasse man den Schaum die ganze Nacht auf der Gesichtshaut und wasche ihn erst morgens mit lauwarmem Wasser ab. Eine besonders gute Wirkung haben Gesichtsdampfbäder, die mit Seifenwasser oder auch mit Kamillentee ausgeführt werden können. Eine übermäßige Ablagerung von Fetten durch die in der Haut befindlichen Talgdrüsen verhindert man durch gelegentliche Waschungen mit alkohol
haltigen Flüssigkeiten, eventuell auch mit Benzin. Zu empfehlen sind Schälkuren durch Bestrahlung mit künstlicher Hohensonne. Dies erspart sogar bei größeren Furunkeln des öfteren einen operativen Eingriff. Natürlich muß bie Bestrahlung unter ärztlicher Aufsicht geschehen, ebenso bürfen operative Eingriffe unb mebikamentose Behcmblung nur vom Arzt oorgenommen werben. Mit Pickeln, bie sich zu Furunkeln entwickeln konnten sei man besonbers vorsichtig, ba bie Gesichtsfurunkel wegen ber Nähe bes Gehirns besonbers gefährlich sinb. — Ein zu Furunkeln unb Pickeln neigenber Mensch wirb am besten vegetarisch essen. Schlechte Verbauung ist fast in ben meisten Fällen die Ursache einer unreinen Haut. Alkohol, Bohnenkaffee, Tee und scharfe Gewürze sind ebenfalls zu meiden. Reichlicher Aufenthalt in der frischen Luft in Verbindung mit ausgiebiger Bewegung ist für die Erlangung einer gesunden Haut Vorbedingung.
Aus der proviuzialhaupistadt.
Waldbrandgefahr.
Das Frühjahr ist die gefährlichste Jahreszeit für Waldbrände. Da weitaus die meisten Waldbrände durch Fahrlässigkeit entstehen, ist es nötig, die Bevölkerung, besonders rauchende Spaziergänger und die Wanderer, immer wieder nachdrücklich auf die Bestimmungen des Forstpolizeigesetzes hinzuweisen, wonach es verboten ist, mit unverdecktem Feuer oder Licht, also brennenden Zigarren, Zigaretten, Pfeifen ohne Deckel, den Wald zu betreten, im Walde brennende oder glimmende Gegenstände wegzuwerfen oder unvorsichtig zu handhaben und im Walde oder in gefährlicher Nähe desselben Feuer anzuzünde». Aufgabe der Eltern und der Schule muß es sein, vor allem bie jugenblichen Wanberer auf ben großen Schaben aufmerksam zu machen, ber burch weggeworfene Zigarren, Zigaretten ober burch Abkochen entstehen kann.
Wer einen Waldbranb wahrnimmt, hat, wenn bie sofortige Unterbrückung bes Branbes nicht gelingt, so schnell als möglich bem Ortsvorsteher ber nächsten ©emeinbe Anzeige zu erstatten, auch ist jebermann verpflichtet, zur Löschung eines Walb- branbes auf Aufforderung des zuständigen Beamten Hilfe zu leisten. Nichtbefolgen dieser Bestimmungen ist strafbar. Ganz besonders kommt es darauf an, daß ein Waldbrand so schnell als möglich unterdrückt wird, deshalb sollten- die Löschenden, womöglich unter Benutzung von Fahrrädern oder Kraftwagen, möglichst rasch zur Stelle sein und sofort auch die zum Löschen notwendigen Gegenstände mitbringen. Hierzu gehören in erster Linie Hauen, Schaufeln, Kreuzpickel unb Patschen zum Ausschlagen bes Feuers, Abziehen bes Bobenüber- zuges unb Bebecken mit Erbe, sobann Aexte unb Sägen. Es ist wünschenswert, daß in jeber Ge- meinbe an einem allgemein bekannten Platze (Spritzenhaus ober Rathaus) biese Werkzeuge in ber erforderlichen Zahl bereitgehalten unb im Falle eines Walbbrandes so rasch wie möglich auf ben Branbplatz geschafft werben.
Der Walb ist ein so kostbares Gut, baß man nicht leichtsinnig damit umgehen darf, vielmehr alle Mittel anwenden muß, um Gefahren von ihm abzuwenden und seine Erzeugnisse ungeschmälert der Allgemeinheit zu erhalten.
Alle Theateraufführungen unter freiem Himmel anmelden!
Der Leiter der Lanbesstelle Hessen-Nassau bes Reichsministeriums für Volksaufklärung unb Pro- paganba gibt bekannt:
Ich mache nachmals barauf aufmerksam, baß gemäß § 25 ber 1. Verorbnung zur Durchführung bes Reichskulturkammergesetzes vom 1. November 1933 alle Theaterunternehmer einschließlich der Leiter der von deutschen Ländern, Städten und sonstigen Körperschaften des öffentlichen und pri-
vaten Rechts betriebenen Theater, sowie die Inhaber von Theaterkonzessionen, die beabsichtigen, im Jahre 1934 T h e a t e r a u f f ü h r u n g e n u n - ter freiem Himmel (Freilichtaufführungen) zu veranstalten, diese sofort bei der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda unter Angabe des Spielortes unb ber aufzuführenben Werke anzürn e l b e n haben.
Diese Bestimmung bezieht sich auch auf alle Vereine unb Einzelpersonen, bie im Jaffte 1934 Freilichtaufführungen mit Berufsschauspielern ober Dilettanten veranstalten wollen, gez.: Müller-Scheib.
Aufruf zur Hitlerfpeude 1934.
Die Kreisleitung ber NSDAP, unb bie Bürgermeisterei Gießen veröffentlichen in unserem heutigen Anzeigenteil einen Aufruf zur Hitlerspenbe 19 3 4, ber bie Bereitstellung von Freiquartie- ren für SA. - Männer bezweckt, um bewährten Kämpfern ber nationalsozialistischen Bewegung für einige Wochen kostenlos Unterkunft unb Verpflegung barzubieten. Zur Forberung bes Geban- kens ber Volksgemeinschaft wirb erwartet, baß einem SA.-Mann für minbeftens zwei Wochen Gastfreunbschaft gewährt wirb. Es hanbelt sich bei biefer Spenbe um einen Appell des Führers bes Deutschen Gemeinbetages. Unsere Mitbürger feien auf bissen Aufruf besonbers hingewiesen.
Ami für Beamte, Kreis Gießen.
Freitag, 23. März, 20.30 Uhr, im Cafe Leib, gemeinsamer Fachschaftsabenb ber Fachschaften: 3 (Reichssteuerverwaltung), 7 (Sonstige Reichsverwaltungen), 13 (Kommunale Verwaltungen), 14 (Sonstige Körperschaften bes öffentlichen Rechts).
Es spricht: Kreisschulungsleiter Pg. Dr. Schmidt (Darmstadt) über: „Volk ohne Jugend". Teilnahme ber Fachschaftsmitglieber ist Pflicht. Alle übrigen Berufskameraden sind eingelaben.
gez. Heß.
Kreisamtsleitung NG. Hago (GHG.) Gießen.
Freitag, 23. März, 20 Uhr, auf ber Liebigshohe zu Gießen: Große öffentliche Kunbgebung von Hanbel unb Hcmbwerk. Es spricht ein Vertreter ber Gauamtsleitung Frankfurt a. M. Die Ortgruppen haben mit ihren Fahnen eine Viertelstunde vor Beginn zu erscheinen.
I. V.: gez.: H e y b, stellv. Kreisamtsleiter.
Zungvolkdienst und Schularbeit.
Manche Sorge von ben Eltern unserer Jugend wird laut, unb zumal jetzt, wo bie Osterzeugnisse unb bie Versetzungen nahen. Werben die Jungen burch ben Dienst nicht zu angestrengt? Wie vereinbart sich bie Schularbeit, bie gewiß nicht oernach-
für den verhaßten Führer des Sturmes 5 bas Tobesurteil gesprochen.
Seine Leute wittern bie brohenbe Gefahr aus dem kommunistischen Lager. Aber die Rettungsversuche ber Freunbe unb selbst von der Gegenseite kommen zu spät: bei einem feigen Ueberfall der Kommune wird Westmar schwer verwundet. Der Haß des Untermenschentums ist grenzenlos; im letzten Augenblick wirb ein brutaler Angriff auf das Krankenhaus abgeschlagen, wo Westmar mit dem Tode ringt. Und noch den Leichenzug des Gemeuchelten umtobt die Gemeinheit der roten Meute mit Steinwürfen. Aber die Saat, die Westmar gesät hat, ist aufgegangen; die über seinen Sarg gesenkten Fahnen erheben sich unb wehen über ganz Deutschlanb Neben ben enblos marschierenben Kolonnen taucht schattenhaft bie Gestalt bes erschossenen Sturmführers wieber auf. Und es ist ein Symbol seines siegreichen Kampfes, wenn ber Film höchst einbrucksuoll mit biesem Bilb schließt: wie die drohend geballte Faust des verführten Arbeiters sich langsam öffnet unb zum beutschen Gruß streckt.
Die Gestalt Hans Westmars wirb von Emil Lohkamp ausgezeichnet verkörpert. Seine schlanke, straffe Erscheinung, ber gutgeschnittene rassige Kopf machen schon bie äußere Erscheinung sympathisch unb überzeugenb, er zeichnet mit festen, knappen Strichen bas' Bilb bes vorbilblichen jungen Deutschen, ber mit seinem Ernst, seiner Entschlossenheit, feinem unerschütterlichen Glauben an Deutschlanbs Zukunft unb ben Sieg seiner Sache sich einsetzt, sein Leben hingibt unb ber Bewegung zum entscheiben- ben Durchbruch verhilft. — Den wichtigsten Gegenspieler gibt kein Geringerer als Paul Wegener: er ist ber Kommunistenführer Kuprikoff, eine Figur von unheimlicher unb beflemmenber Lebensnähe; in seiner wahrhaft' asiatischen Maske spiegelt sich bie ganze Grausamkeit unb ber kalte Haß bes von Moskau gefanbten Dolksverführers, ber immer aufs neue feine Leute zu besinnungsloser Wut unb feigem Morb aufstachelt. Zwei sehr gute Leistungen sieht man von Jrmgarb Millers als Agnes unb Gertrub b e La l fky als Westmars Mutter. Von ben übrigen seien noch Heinrich Heilinger (Roß), Heinz S a l f n er , Grete R e i n w a 1 b unb Carla Barthel genannt. —
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Im Beiprogramm, bas bie Festvorstellung einleitete, sah man" außer ber Wochenschau einen interessanten Bilbbericht „Glückliche Inseln im Atlantik" unb ben Vorspann zu einem neuen deutschen Kriegsfilm „Stoßtrupp 1917", ber in Kürze hier erscheinen wird. —r—


