sonst gebracht. Der Glaube an Deutschland konnte nicht ausgerottet werden. Bald entstand der Keim zu neuem Aufstieg im Wollen Adolf Hitlers, der eine neue Kampffront aufstellte, die es sich zur Aufgabe machte, zunächst die V o l k s g e m e i n s ch a f^ durchzuführen und dann unter der Parole: Gemein^ nutz vor Eigennutz alle Deutschen um das herrliche Symbol der Hakenkreuzfahne zu scharen. Mit dem Siege in diesem Kampf wurden wir in den Stand gesetzt, für die Männer zu sorgen, die in Not und Gefahr sich dem Vaterland geweiht hatten. Wenn wir heute an dieser Stelle eine Siedlung beginnen dürfen, die jedem einzelnen in seiner Wohnung Licht, Luft und Sonne gibt, so daß seine Familie gedeiht, dann danken wir es lediglich dem heißen Willen des Führers. Diese Siedlung soll stets ein lebendiges Denkmal bleiben, an dem sich jeder Deutsche bewußt sei: Deutschland ist unüberwindlich, wenn es, in treuer Gefolgschaft zu seinem Führer
Reih und Glied mit den Siedlern stieß dann der Reichsstatthalter den Ehrenspaten in die Scholle, während auf dem zweiten Bauabschnitt der Reichsführer der NSKOV. das Zeichen zum Beginn der Arbeit gab. „Ein Heim jedem Frontkämpfer" ist der auf dem Ehrenspaten vom Neichsstatthalter eingegrabene Wunsch, während Pg. Oberlindober als Widmung hinterließ: „Soldat sein dauert über Krieg und Frieden". Während der Reichsstatthalter dann mit seinem Stab zur Begrüßung der neu eingestellten Arbeiter auf der Reichsautobahn nach dem Ried weiterfuhr, sprach der Reichsführer der NSKOV. O b e r l i n d - ober, der noch einmal das Kriegserlebnis des deutschen Menschen draußen im Feuerregen der Front, die Geburtsstätte seiner Sehnsucht nach einem Plätzchen in der deutschen Heimat, nach Heim und Herd und Zukunft der Familie umriß. Besuch des Reichsstaiihaliers
im Med.
Führerbesprechung in Darmstadt.
Von Darmstadt aus begab sich der Reichsstatthalter nach Goddelau im Ried, wo über 300 seither arbeitslose Volksgenossen als Neueingestellte mit ihren Arbeitsgeräten versammelt waren unter den Fahnen der Bewegung und inmitten einer tausendköpfigen Menschenmenge. Der Reichsstatthalter verwies auf das neue Arbeitsprogramm der Reichsregierung und seine Pläne im Rhein- Main-Gebiet, wonach das Zweimillioneneinstellungsziel der Reichsregierung für den auf Hessen-Nassau entfallenden Anteil unbedingt noch zu übertreffen sei. Dazu gab der hessische Staatsminister Jung einen ausführlichen Bericht über das Arbeitsgebiet der Bodenoerbesserungsarbeiten in Hessen. Landesbauernführer Dr. Wagner ergänzte diesen Bericht durch agrarpolitische Ausführungen zu den großzügigen Riedmeliorationen und nannte dabei die um diese Arbeit besonders verdienten Männer, denen der Reichsstatthalter in seinen Ausführungen bereits zuerkannt hatte, daß die Bodenverbesserungsarbeiten in Hessen vorbehaltlos a l s mustergültig anerkannt worden wären. Besondere Erwähnung verdient dabei Pg. Reich- Darmstadt. Nach herzlicher Verabschiedung wurde das Gelände zwischen Bürstadt und Lorsch besichtigt, wo zurzeit die Arbeiten zur Gründung eines neuen Bauerndorfes in vollem Gange sind.
Am Abend versammelte der Gauleiter im Reichsstatthalterhaus in Darmstadt die gesamte Führerschaft der Partei und ihrer Untergliederungen, des Staates und der Wirtschaft zu 'einer Aussprache. Die hessische Staatsregierung, sämtliche Amts- und Kreisleiter des Gaues Hessen-Nassau der Partei, sowie die Führer der SA., SS. und HI. waren vertreten.
Frankreichs plan „abgesiuster Sanktionen". London, 22. März. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" schreibt: Es besteht Grund zu der Annahme, daß Frankreich bereit ist, einen genauen Plan abgestufter „Sanktionen" vorzulegen. Wenn z. B. die internationale Körperschaft eine Verletzung des Abkommens festgestellt hat, würden die anderen Signatarmächte zunächst die betreffende Regierung darauf aufmerksam machen und um baldige Regelung ersuchen. Wenn eine darauf folgende Untersuchung ergeben sollte, daß die Sache nicht in Ordnung gebracht ist, würden die Mächte dem betreffenden Staat eine Zeitgrenze dafür setzen. Im Falle einer ablehnenden Haltung des Vertragsbrüchigen Staates würden dann weitergehende Schritte unternommen werden, die von einer einfachen Weigerung finanziellen und wirtschaftlichen Verkehrs bis zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen, der Erklärung eines Boykotts und vielleicht einer Blockade zur See uud allerletztes Mittel bis zu einem gemeinsamen Polizeivorgehen gegen die widerspenstige Macht, mit anderen Worten zum Kriege führen würde. Dieses System entspricht den Vorschlägen, die Frankreich schon früher hinsichtlich des Artikels 16 (Sanktionen) der Dölkerbunds- fatzung gemacht hat.
Prag und der Anschluß.
Interessante Eröffnungen Beneschs.
Prag, 21. März. (DNB.) Im Außenausscknrß des Abgeordnetenhauses und des Senats erklärte der tschechoslowakische Minister des Aeußern Dr. B e - nesch, während die heutige österreichische Regierung offiziell hinter das Programm der Unabhängigkeit praktisch das Genfer Protokoll gestellt habe, verfolgten die österreichischen National s o z i a l i st e n den Anschluß, die Heimweh- ren die sog. italienisch-ungarisch-österreichische Lösung und der Rest der Arbeiterbewegung die politische Selbständigkeit mit wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit den kleineren mitteleuropäischen Staaten. Präsident Masaryk und er hätten während des Krieges die Vereinigung Oesterreichs mit ö em Reich empfohlen Wenn der damalige Standpunkt aus der Kriegszeit jemand überraschen sollte, möchte er betonen, daß die Tschechoslowakei es zwar auch heute als sicherer für den Frieden betrachte, wenn es nicht zum Anschluß komme, aber auch heute diese Möglichkeit n l ch t fürchten würde, wenn sie die westeuropäischen Großmächte zulassen würden. Soweit er die Lage kenne, würde sich der Standpunkt Italiens, Frankreichs und der übrigen interessierten Staaten auf keinen Fall ändern, auch wenn Oesterreich nationalsozialistisch werden sollte.
Der Plan einer mitteleuropäischen Bündnis p o l i t i k stoße auf den stärksten Widerstand, vor allem in Italien. Die einzig richtige
Die Einweihung des größten Schiffshebewerkes der Welk.
Niederfinow, 21. März. (DNB.) Das Schiffshebewerk Niederfinow, das größte der Welt, ist in Gegenwart des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß, Ministerpräsidenten Reichsministers General G ö - ring, des Reichsjustizministers, des Reichsfinanzministers, Angehöriger des diplomatischen Korps und zahlreicher anderer Persönlichkeiten von Reichsverkehrsminister Frhr. von Eltz-Rübenach feierlich seiner Bestimmung übergeben worden. Der Reichsverkehrsminister wies darauf hin, daß das Bauwerk, als Ganzes wie in feinen Einzelheiten eine Qualitätsarbeit allerersten Ranges darstelle, die Zeugnis davon ablege, daß auch in Zeiten schlimmster Not der Arbeitswille des deutschen Volkes nicht gebrochen worden sei. Große Firmen im Rheinland, Westfalen, Schlesien, Brandenburg, Sachsen und Pommern hätten in ihren Werkstätten die Hauptarbeit geleistet. Fast acht Jahre habe das Hebewerk im Mittel etwa 1000 Volksgenossen im nahen und fernen Gebiet des Vaterlandes lohnende Beschäftigung gegeben.
In zwei festlich geschmückten Passagierdampfern nahmen die Gäste mit dem Stellvertreter des Führers an der Spitze dann Platz. Während sich die beiden Schiffe auf der unteren Kanalhaltung zum
Hebewerk hin bewegten, durchschnitt Reichs-verkehrs- minister Freiherr von Eltz-Rübenach das querge- fpannte Band und gab damit symbolisch der Schifffahrt den Weg über diese modernste Schiffshebeanlage der Welt frei. Bald nach Einfahrt in den Trog und Schließung des Kanal- und Trogtores, setzte sich dann der Riesenfahrstuhl, der ein gleichbleibendes Gewicht von 84 000 Zentnern hat und eine Fläche von 88 mal 16 Metern einnimmt, nach öden in Bewegung. Zahlreiche Filrn- operateure und Photographen hielten diese denkwürdige erste Auffahrt vom Trog und vom Hebewerkgerüst aus im Bilde fest. Vom Festplatz tönte das Deutschlandlied herauf. Wie eine Präzi- sionsmaschine arbeitet das Werk. Fast mühelos gleitet der Trog mit seiner ungeheuren Last in die Höhe, gewinnt in einer Minute 7,20 Meter und bewältigt den ganzen Höhenunterschied von 36 Metern in genau 5 Minuten. In umgekehrter Richtung eröffnete anschließend daran ein großer Kahn „Main" am Bug die tannenumkränzte Hakenkreuzflagge, am Heck die schwarzweißrote Fahne den Güterverkehr. Die Gäste besichtigten dann noch das technische Wunderwerk und machten einen Rundgang auf der Galerie, von der man einen herrlichen Blick auf die Oderniederung hat.
Sin zweiter Mordfall in der Slavisky-Affäre.
Wichtige Aussagen bleiben unveröffentlicht. — Hochstehende Persönlichkeiten schwer belastet.
Paris, 22. März. (DNB.-Funkspruch.) Arn Mittwoch wurde der Abgeordnete H e n r i o t vorn parlamentarischen Untersuchungsausschuß in der Stavisky-Angelegenheit vernommen. Wie es heißt, hat Henriot eine ganze Aktensammlung, die Staviskyfälle aus dem Jahre 1926 bis 1928 betreffen vorgelegt, darunter sollen sich auch Unterlagen befinden, die eine Verbindung zwischen den Leuten um Staoisky und den im Jahre 1928 auf geheimnisvolle Weise ums Leben gekommenen Abgeordneten von Guayana Galmots ergeben.
Nach dem gerichtsärzttichen Befund war der Tod Galmots, der eine geniale, wenn auch abenteuerliche Persönlichkeit war, auf V e r - giftungserscheinungen zurückzufüh- ren. Er hatte bei den Kammerwahlen von 1928 in Guayana der französischen Kolonie an der Rordosiküsie Südamerikas, eine Reihe politi- icher Gegner, die ihm um jeden Preis seinen Sih zu entreißen versuchten. Als der Wahlkampf am heißesten tobte, tauchte in Guayana ein gewisser Eharles B r o u i l h e t auf, der früher bei dem inzwischen eingegangenen Wit- tagsb’atf „Rumeur" mitgearbeitet hat. Brouil- het scheint mit einem eigenartigen Auftrag in Guayana betraut gewesen zu sein. Rian behauptet, daß unter den vom Abgeordneten henriot dem Ausschuß vorgelegten Akten sich ein starke Brandstellen aufweisender Brief Staviskys an Brouilhet befinde, in dem es heißt: „Sie sehen, was es kostet, wenn man sich mir in den Weg st e l l t“. Ferner enthielten die Akten, so
erklärt man, ein Schreiben des bekannten Rechtsanwalts Henry Robert, der früher Präsident der pariser Anwaltskammer war, an den Gerichtspräsidenten, der die Verhandlung im INordfall Galmot leitete. Darin werde gesagt, daß 2 0 000 Franken nicht zuviel seien für den Präsidenten, wenn er die Angelegenheit ve r s ch l e p - p e n wolle.
Der Ausschuß soll angesichts dieser Enthüllungen, durch die viele bisher als unantastbar geltende hochstehende Persönlichkeiten belastet zu werden scheinen, beschlossen haben, nichts über das Verhör Henriots und feine Akten zu veröffentlichen, sondern es dem Justizminister zu unterbreiten. Justizminister Cheron ist noch im Laufe des Abends an die Prüfung der Schriftstücke gegangen, und soll schwerwiegende Entscheidungen zu treffen entschlossen fein. Es verlautet auch, daß mit der Verhaftung Brouil- hets und des Arztes Dr. Bache t, der in den Kreisen Staviskys verkehrte und auch im Falle Calmot eine Rolle gespielt zu haben scheint, zu rechnen fei.
Erwähnt fei ferner, daß der Stavisky-Skandal jetzt auch auf England überzugreifen scheint. Nach einer Meldung aus London soll die Londoner Polizei die Gewißheit erlangt haben, daß hochstehende englische Persönlichkeiten in die Angelegenheit verwickelt seien. Polizeikommissar (Hanning, der in geheimen Auftrag in Paris weilt, sei mit Schriftstücken zurückgekehrt, die gegenwärtig von den zuständigen Stellen geprüft würden. Diese Schriftstücke seien geeignet, hochstehende Persönlichkeiten zu belasten.
Methode sei die von Europa garantierte vollkommene Selbständigkeit und Unversehrtheit Oesterreichs auf der Grundlage des Genfer Protokolls. Diese Lösung könne sehr gut die italienische ergänzen. Oesterreich müsse österreichisch bleiben, jedoch müsse Deutschland die Garantie bekommen, daß Oesterreich in kein politisches oder wirtschaftliches System einaegliebert werde,das sich gegen Deutschland richte. Er wünsche, daß die Lösung des österreichischen Problems im Einvernehmen mit Rom, Paris, Berlin und der Kleinen Entente erfolge, weil andernfalls ein Chaos entstände, das zur Katastrophe führen würde.
Oesterreichs neue Verfassung.
Die Bezeichnung „Republik" verschwindet.
Wien, 21. März. (DNB.) Der Ministerrat hat unter Vorsitz des Bundeskanzlers die Beratung der neuen Verfassung fortgesetzt. Nach den bisher bekannt gewordenen Plänen der Regierung sieht die neue Verfassung Oesterreichs eine Derfassungskörper- schaft vor, die aus vier Kammern besteht:
1. Kulturkammer;
2. Wirtschaftskammer;
3. Länderrat, der sich aus den Landeshauptleuten und einem Vertreter der künftig autonomen Hauptstadt Wien zusammensetzt;
4. der Staatsrat, dem nur vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Regierung ernannte Personen angehören sollen.
Diese vier Kammern sollen nur einen b e - ratenden Charakter erhalten. Die gesetzgebende Tätigkeit wird dagegen von dem Bundestag ausgeübt, der nach dem bisherigen Entwurf aus von der Regierung bestellten Vertretern d.e r vier Kammern zusammengesetzt sein soll. In der Verfassung ist eine außerordentliche Erweiterung der Machtbefugnisse des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers vorgesehen.
Die amtliche „Wiener Zeitung" macht die Mitteilung, daß die Bezeichnung Republik in der neuen Verfassung nicht mehr vorkomme. Oesterreich werde schlechthin als Bundes st aat bezeichnet, der aus der unmittelbaren Stadt Wien und aus den Bundesländern bestehe. Die besonderen Verfassungsgesetze der 60er Jahre über die Grundrechte der Staatsbürger seien in die Verfassung hineingearbeitet. Dabei sei die Pressefreiheit gewissen Einschränkungen unterworfen worden, ebenso das Theater, der Rundfunk usw. Diese Beschränkungen bezwecken die Aufrecht- erhaltung von Ruhe und Ordnung, Maßnahmen zur Bekämpfung der Unsittlichkeit und zum Schutze der Jugend. Die Glaubens'- und Gewis- sensfreiheit sei aufrechterhalten. Die Bestimmungen über die Stellung der katholischen Kirche seien mit dem Konkordat in Ueber- einftimmung gebracht. Auch die Freiheit der Wissenschaft und der Kunst sei gewährleistet. Dabei seien lediglich die Pflichten betont, die aus einem öffentlichen Amt erwachsen. Die Bestimmungen über die Zuständigkeit des Bundes und der Länder in der Gesetzgebung seien noch nicht zu Ende beraten. Es sollten auch die Länder noch gehört werden.
Oie Schweiz Mittelpunkt kommunistischer Revolutionspläne Moskaus.
Bern, 21. März. (DNB.) Das der Frontenbewegung nahestehende „Berner Tageblatt" bringt Enthüllungen über kommunistische Revolutionspläne. Die Dokumente sollen von der Moskauer Zentrale der Kommunistischen Partei stammen. Es heißt darin, daß die Schweiz durch die Eigenart ihrer internationalen Zusammensetzung die imperialistischen Gelüste ihrer Nachbarn im Norden und Süden reize. Diese Besetzung der Schweiz könne den Zusammenprall zwischen Deutschland und den übrigen kapitalistischen Ländern beschleunigen. Sie könne durch revolutionäre Aktionen leicht hervorgerufen werden. Diese würden dann gleichzeitig der Auftakt für eine revolutionäre Bewegung in ganz Europa fein, und die Schweiz müsse die Hauptstelle für die Verbreitung kommunistischer Ideen werden.
Das „Berner Tagblatt" saßt diese Befehle der kommunistischen Zentrale mit folgenden Worten zusammen: Kurz gesagt: die Schweiz ist z u m H e r d der bolschewistischen Verschwörung in Zentraleuropa auserkoren, wodurch sie zum Spielball der Mächte würde. Der Krieg wird — die alte bolschewistische These — in den Bürgerkrieg umgewandelt. Die bolschewistischen Dokumente befassen sich ferner mit der Revolutionierung der Schweizer Armee.
Dann behandeln die kommunistischen Dokumente weiter die Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten in der Schweiz und die F i - nanzierung des schweizerischen Kommunismus. Der schweizerischen kommunistischen Partei soll eine Subvention von jährlich zwei Millionen Schweizer Franken zugebilligt werden. Die Gelder sollen über Paris gehen, wobei der Kommunist Münzenberg mitspielen soll. Als Aufenthalt des „konspirativen Militärbüros" ist — Genf vorgesehen.
Litauens Minen gegen Memel
K o w n o , 22. März. (DNB.-Funkspruch.) Die „Elta" meldet: „Am 16. März hatte der Gouverneur des Memelgebiets den Präsidenten des Direktoriums, Dr. Schreiber, auf die Tatsache hin- gewiesen, daß 21 Beamte der Landespolizei politischen Organisationen a ng e h ö r t Haden, über deren Mitglieder Strafverfahren verhängt worden sind dafür, daß sie Vorbereitungen getroffen haben, um mit Waffengewalt einen Gebietsteil Litauen z u entreißen. Als das Direktorium des Memelgebiets darauf nicht reagierte, hat der Gouverneur des Memelgebiets am 20. März verlangt, daß der Präsident des Direktoriums bis zum 2 3. März die Beamten der autonomen Behörden von dem Dienst zu suspendieren hat, gegen die Strafverfahren eingeleitet worden find, ebenso die 21 Landespolizeibeamten, die den Organisationen der Christlichsozialen Arbeitsgemeinschaft und der Sozialistischen Volks
gemeinschaft angehörten; mithin müssen 29 B e» amte von dem Dienst suspendiert werden.
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Das gestrige Dementi der litauischen Regierung, in dem sie Bestrebungen, das memelländische Direktorium aus dem 21 m t zu entfernen, ableugnet, erscheint also irreführend. Die vorstehende Meldung, die völlig unbegründete Vorwürfe gegen eine Reihe unbescholtener angesehener Beamten enthält, zeigt klar, daß der Gouverneur jetzt auf indirektem Wege versucht, sein Ziel zu-erreichen, nachdem seine Absicht, dem Präsidenten des Memel-Direktoriums wegen seiner bekannten Landtagsrede zur Abdankung zu zwingen, mißlungen ist.
Neues schweres Eisenbahnunglück in Rußland.
33 Tote, 68 Verletzte.
Wie erst jetzt aus Swerdlowsk gemeldet wird, ereignete sich am 12. Rlärz auf der Bahnstrecke nach Perm bei der Station Tawatuj ein furchtbares Eisenbahnunglück, bei dem 33 Personen g e - tötet und 68 verletzt wurden, lieber den Hergang des Unglücks wird bekannt, daß ein Vorortzug mit unvorschriftsmähig hoher Geschwindigkeit und unter Nichtbeachtung der Signale auf einen rangierenden Güterzug aufgefahren ist. Fünf Personen- wagen und drei Güterwagen wurden völlig zertrümmert. Die beiden Lokomotiven wurden so schwer beschädigt, daß sie ebenfalls vollkommen unbrauchbar geworden sind. Die Schuldigen an der Eisenbahnkatastrophe wurden sofort verhaftet und stehen seit dem 19. Würz vor dem Gericht in Swerdlowsk.
Im Zusammenhang mit diesem neuerlichen furchtbaren Eisenbahnunglück widmet die „Prawda" am Mittwoch den Mißständen im Eisenbahnwesen der Sowjetunion einen Leitartikel. Der Zentralausschuß der Partei habe beschlossen, sofort 300 mit besonderen Kontrollbefugnissen ausge- stattete Bevollmächtigte nach den Bahnhöfen, Wagenparks und Materiallagern zu entsenden. Später sollen insgesamt 2000 bis 3000 derartige Kontrollbeamte im Eisenbahnwesen tätig sein.
Aus aller Wett.
Sieben Tote beim Brande einer Reuyorker Mietskaserne. In einem mehrstöckigen Mietshaus der dicht bevölkerten Zweiten Avenue brach aus bisher noch nicht geklärter Ursache Feuer aus, das mit rasender Schnelligkeit um sich griff. Sieben Personen darunter drei Kinder, fanden den Tod in den Flammen. Mehrere Personen werden noch vermißt. Dank der aufopfernden Tätigkeit der Feuerwehrmannschaften gelang es, trotz der Panik, die unter den eingeschlossenen Bewohnern bes Hauses ausgebrochen war, 16 Familien über Feuerwehrleitern und durch Sprungtücher aus den Flammen im Treppenhause zu retten. Es ist dies der sechste Wohnhausbrand in den letzten anderthalb Monaten; insgesamt 26 Tote und 40 Verletzte sind bei diesen Bränden zu beklagen. Man fordert jetzt mit Nachdruck, die feuergefährlichen überalterten Häuser abzutragen.
Verheerende Feuersbrunst zerstört eine japanische Stadt.
In der japanische Stadt Hakodate sind etwa vier Fünftel aller Häuser durch eine furchtbare Feu - e r 5 b r u n ft zerstört worden. Die Zahl der Obdachlosen wird auf mehr als 100 000 geschätzt. Zahlreiche Flüchtlinge haben Unterkunft auf den Fahrzeugen im Hafen gesucht. Hakodate ist die zehnt- größte Stadt Japans und die größte Stadt nördlich von Tokio.
Ein Knabe im Boot aufs offene Illeer getrieben.
Im rumänischen Hasen von Constanza am Schwarzen Meer riß sich ein Ruderboot, in dem ein 12jähriger Knabe spielte, vom Ufer los und wurde auf das Meer hinausgetrieben. Der Unfall wurde erst einen Tag später bemerkt, worauf sofort ein Wasserflugzeug auf die Suche geschickt wurde, dem es gelang, den total erschöpften Knaben in letzter Minute zu finden und an Bord zu nehmen.
Großmutter und Enkelkind vom Lastauto tödlich überfahren.
Als das Auto eines Speditionsgeschäfts aus Frankenstein (Niederschlesien) durch Tarschwitz fuhr, lief aus einer Toreinfahrt ein zweijähriges Kind kurz vor dem Wagen auf die Straße. Die hinzustürzende Großmutter wurde ebenso wie ihr Enkelkind von dem Lastauto erfaßt und auf der Stelle getötet. Den Fahrer des Lastautos trifft an dem Unglück keine Schuld.
Wettervoraussage.
Da sich weiterhin flache Wirbel über dem Festlande bewegen, kommt eine durchgreifende Wetter- befferung vorerst nicht zustande. Fortgesetzt wird milde ozeanische Luft vorgeschoben, was zeitweise zu Bewölkung und vereinzelt auch zu etwas Regen führt. Zwischendurch setzt auch Aufheiterung ein.
Vorhersage für Freitag: Teils wolkig, teils aufheiternd, mild, vereinzelt etwas Regen.
Vorhersage für Samstag: Noch keine wesentliche Aenderung der Wetterlage.
Lufttemperaturen am 21. März: mittags 14 Grad Celsius, abends 5,6 Grad; am 22. März: morgens 5,4 Grad. Maximum 15,1 Grad, Minimum 4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. März: abends 7 Grad; am 22. März: morgens 5,1 Grad. — Sonnenscheindauer 4% Stunde. — Niederschläge 0,4 mm.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. K., sämtlich in Gießen.
Das Wetter ist schuld! Xf “
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