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Griffen, Glocke mit der Aufschrift Hans Aßmann, Torpedofreilauf, Sattel mit breiter Federung und elektrischer Beleuchtung, entwendet.

Sichergestellt wurde ein Herrenrad, vermutlich Marke Göricke (Nero), Nr S. 160 836, schwarzer Rahmen mit Goldstreifen, schwarze Felgen, gut er­haltene Gebirgsreifen, englische Lenkstenge, Torpe­dofreilauf und Lohmannsattel.

Kriegerverein Gießen.

Am Montagabend fand wie man uns berich­tet im Vereinslokal Cafe Ebel die sehr gut be­suchte Jahreshauptversammlung statt. Der erste Vereinsführer Kamerad Landgerichtsrat Trüm- pert gedachte in der Begrüßungsansprache der im Jahre 1933 verstorbenen 10 Vereinsmitglieder und des kürzlich verstorbenen bisherigen 1. Führers des Kyffhäuserbundes General von Horn, würdigte die Erfolge der jetzigen Reichsregierung und brachte ein dreifachesSieg Heil!" auf den Reichspräsiden­ten von Hindenburg und den Reichskanzler Adolf Hitler aus.

Der Jahresbericht wurde von einem Vorstands­mitglied vorgetragen. Aus dem Bericht war eine rege Vereinstätigkeit zu entnehmen, ferner auch, daß die Führung des Vereins seit vielen Jahren bei ihren Veranstaltungen auf das unsinnige Frie­densdiktat von Versailles hingewiesen und daß Deutschland von dem Völkerbund nichts Segens­reiches zu erwarten hat. Deshalb wird die Politik der jetzigen Reichsregierung gebilligt als die er­wünschten Ziele der Kriegervereine. Hierauf er­stattete der Vereinsrechner Kamerad Hugo Hart­mann den Kassenbericht, der mit einem Ueber- schuß von 448,27 Mk. abschloß, wobei erwähnt sei, daß für Unterstützungen und Beerdigungskosten der Betrag von 540 Mk. ausgegeben wurde. Der Vor­anschlag für das Vereinsjahr 1934 schließt in Ein­nahmen und Ausgaben mit 3200 Mk. ab. Mitglie­derstand ist ungefähr der gleiche wie im Vorjahre, 416. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Die Kassenprüfer (Siebe und Kümmel, welche bei der Kassenprüfung alles in bester Ordnung vorge­funden hatten, wurden als Kassenprüfer wiederge­wählt. Im übrigen bleibt der gesamte Vorstand derselbe wie seither.

Heber das Kleinkaliberschießen berichteten die Kameraden Klein und Wagner, wobei hervor­zuheben ist, daß der Hassia-Wanderehrenpreis wie­derholt von Gießener Kriegeroereinsschützen errun­gen wurde.

Die an den Verein verliehene Hassia-Ehrenmünze mit Schleife wurde feierlich an die Vereinsfahne befestigt.

Nachdem Kamerad K re tz s ch m e r über das Ver­sicherungswesen gesprochen hatte, hielt er noch einen Vortrag über Luftschutz.

Die Kameraden Röder und Klein rieten noch zum Beitritt in die SA.-Reserve II.

Auch diese Jahreshauptversammlung nahm einen gemütlichen und kameradschaftlichen Verlauf. Un­stimmigkeiten kennt man im Kriegeroerein nicht. Die aus Kameraden bestehende Hauskapelle sorgte für gute musikalische Unterhaltung.

Bornottzen.

Tageskalender für Donnerstag: NSDAP. Gießen: 20 Uhr, Caf6 Leib, öffentliche Kundgebung-, Redner: Gaupropagandaleiter Pg. Müller-Scheid. Stadttheater: 20 bis 22 UhrArbeit! Dienst! Pflicht!". Oberheffifcher Kunstverein, Turmhaus am Brand: 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Konjunkturritter". Aftoria-Lichtfpiele, Selters­weg:Der Polizeibericht meldet..." HaNd- weberei Schloß Westerburg, Caf6 Ebel: 11 bis 19 Uhr, Handgewebe-Ausstellung.

Aus dem Stadttheaterbureau. Mor­gen, Freitag, 20 Uhr, das TrauerspielJulius Caesar" von Shakespeare unter der Svielleitung des Intendanten n i g. (Siehe heutige Anzeige.)

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** Ausfall der Sprechstunde des hes­sischen Staatsmini st er s. Das Staatspresse­amt teilt mit: Die Sprechstunde des hessischen Staatsministers fällt am Samstag, 24. Februar, aus.

** Dienstjubiläum. Am Dienstag be- aing der Verwaltungs-Oberinspektor Oskar Mil- b r a d t aus Gießen sein 40jähriaes Dienstjubiläum beim Versorgungsamt Gießen. Aus Anlaß dieses Tages wurde dem Jubilar von dem stellvrtretenden Amtsleiter, Regierungsrat Wecker, ein vom Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg eigenhändig unterschriebenes Glückwunschschreiben überreicht und ihm gleichzeitig für seine treu ge­leisteten Dienste der Dank des Herrn Reichspräsi­denten und der vorgesetzten Dienststellen aus­gesprochen.

** Das Verbot des Abbrennens und Ausrodens der Hecken und Raine betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unse­rem heutigen Anzeigenteil. Es sei besonders auf diese Bekanntmachung hingewiesen.

** Auch z u Öfter n Festtags-Rückfahr- karten Die Deutsche Reichsbahn gibt, wie be­reits seit zwei Jahren, zu den großen Festen, auch zu Ostern wieder Festtags-Rückfahrkarten mit ver­längerter Geltungsdauer aus. Die Fahrpreis­ermäßigung beträgt 33'/» v. H. Die Karten gelten vom 28. März, 0 Uhr (Mittwoch vor Ostern) bis 4. April, 24 Uhr (Mittwoch nach Ostern), insgesamt acht Tage. Auch die Arbeiterrückfahrkarten kön­nen während dieser Zeit wieder an allen Tagen zur Hin- und Rückfahrt benutzt werden.

** Der Skiklub Gießen kündigt im heu­tigen Anzeigenteil zwei Winter-Urlaubsfahrten in die Skigebiete der bayrischen Alpen und der Schweiz an. Näheres ist aus der Anzeige ersichtlich.

Schöffengericht Gießen

Ein in Klein-Linden wohnhafter Mann hatte sich gestern unter Ausschluß der Öffentlichkeit wegen widernatürlicher Unzucht zu verantworten. Das Ge­richt erkannte gegen ihn auf 2 Monate G e - f ä n g n i s.

Von der Anklage der fahrlässigen Tötung wurde ein Dreschmaschinenbesitzer freigesprochen. Der An­geklagte sollte mit seiner Dreschmaschine verkehrs­widrig gefahren fein, so daß ein Motorradfahrer gegen 5 Uhr gegen die Dreschmaschine fuhr und kurze Zeit darauf an den Folgen des heftigen An­pralls verstarb. Das Gericht war nicht in der Lage, die Schuld des Angeklagten einwandfrei feftzu- ftellen, und kam zu obigem Freispruch.

Pfarrer Berck in den Ruhestand verseht.

Darmstadt, 21. Febr. (LPD.) Durch den Landesbischof wurde Pfarrer D. Berck zu Roß­dorf unter Anerkennung seines langjährigen Wir­kens für die Kirche mit Wirkung vom 1. April d.J. in den Ruhestand versetzt.

Ewigkeitsgesetze im neuen Staat.

Vortrag von Geheimrat prof. Or. Olt im NSLB. Gießen-Stadt.

Unter außerordentlich starker Beteiligung fand gestern nachmittag in der Turnhalle der Oberreal - chule eine Versammlung des Bezirks Gießen- Stadt im Nationalsozialistischen Leh­re r b u n d statt. Nach herzlichen Worten der Be­grüßung und einigen Mitteilungen geschäftlicher Art durch den Versammlungsleiter, Oberstudiendirektor Leonhardt, hielt

Geheimrat Prof. Or. Olt

einen Vortrag über das Thema:Ewigkeits- gesetze im" neuen Staat". Seinen Ausfüh­rungen sei folgendes entnommen:

Der Mensch sei den Naturgesetzen unterworfen. Das gleiche gelte für den Staat, der ebenfalls einen Organismus darstelle, wie es der Körper des Men­schen sei. Jede Zelle im Körper des Menschen^ wie auch im Staate habe ihre Aufgabe und Arbeit für die Erhaltung des Ganzen. Vom Bürger verlange man, daß er sich dem Staate einfüge, unterordne und sich den gegebenen Notwendigkeiten beuge.

Das Ideal des gefunden Körpers fei gegeben, wenn jeder Baustein zur Stütze des Gebäudes beitrage und für die Erhaltung des Ganzen tätig fei.

Durch das richtige und naturgegebene Gefüge im Organismus werde die Widerstandskraft erhöht. An Hand von Beispielen und Zeichnungen wies der Redner dann auf den Aufbau der Materie hin, schil­derte diesen Aufbau an einem fossilen Knochen, an Durchschnitten und Schliffen an Versteinerungen, und verfolgte hierbei die unerbittlichen Gesetze der Natur, die immer darauf hinausliefen, daß das Kranke und Schwache ausgemerzt werde. Die Natur wolle nicht und versuche immer zu verhindern, daß das Schwache feine schlechten Erbanlagen weiter­gebe. Unsere Muskelzellen seien tätig im Sinne der Arbeit der Faust, die Ganglienzellen seien über­geordnet, so ungefähr wie eine Regierung dem Volke. Alle Arbeit der Zellen aber vollziehe sich im Sinne der Pflicht gegenüber derGe­sa m t h e it. Die Arbeit der einzelnen Zellen im Staate sei in gleicher Weise bestimmt. Naturgesetze seien Ewigkeitsgesetze.

In jedem Organismus vollziehe sich ständig ein Entgiftungsvorgang. Er erinnere nur an die Arbeit der Nieren und die Arbeit der Kohlenfäureausschei- bung.

3n einem gesund zu erhaltenden Staate müß­ten sich die Entgiftungsvorgänge genau so voll­ziehen, wie sie im lebendigen Organismus des Menschen oder des Tieres vorgehen.

Man habe in den vergangenen Jahren immer wieder von der öffentlichen Meinung und von der Freiheit der Meinungsäußerung gesprochen. Frei­heit sei aber immer mit der Pflicht gepaart. Der Staat habe ein Recht, sich gegen Anarchisten zu schützen. Er habe die Ausgabe, die Bürger des des Staates Unbill von dieser Seite her zu bewah­ren. Das Volk müsse aber erst von den Vorurteilen befreit werden, die ihm ein liberalistisch-demokrati- fches System eingetrichtert habe. Heute lerne der Mensch wieder national denken und handeln. Die Spaltungen im Volkskörper hätten unweigerlich zum Untergang der Nation geführt, wenn nicht im letzten Augenblick der Retter Adolf Hitler die Einigung des Willens der Nation vollzogen hätte. Adolf Hitlers Gesetze gründeten sich auf Naturgesetze. Er habe die Parteien ausgeschaltet, so wie man kranke Teile aus einem Körper durch die Operation entferne.

Der Parteihader der früheren Jahre fei nur zu vergleichen mit der Krebskrankheit im lebenden Organismus.

So feien die SPD., die KPD., ja selbst das Zen­trum ausgeschaltet worden, das nie national ge­wesen sei. In seinen weiteren Ausführungen erin­nerte der Redner an verschiedene typische Ereig­nisse der jüngeren deutschen Geschichte und wies besonders auf die Absonderheit hin, daß bei dem Abschluß der Waffenstillstandsverhandlungen nach dem Weltkrieg durch Einflüsse von der erwähnten Seite her kein einziger Vertreter der Armee zu­gegen gewesen sei. Prominente Vertreter des Zen­

trums hätten sich sogar identisch erklärt mit dem Separatismus im Rheinland. So sei 1919 aus Trier an Trimb orn folgendes Telegramm abge- fandt worden:Der Rheinischen Republik senden vom Moselstrand begeisterte Grüße Trierer Bürger aller Stände!" Auch Prälat K a a s, der nachmalige Führer des Zentrums, habe dies Telegramm un­terzeichnet. Das Zentrum fei nur stets auf die Er­haltung feiner Macht bedacht gewesen. Kaas habe den Führer Adolf Hitler verfolgt bis zum Tage von Potsdam, obwohl gerade Adolf Hitler den Kampf gegen die Gottlofenbewegung mit Erfolg geführt habe. Der Nationalsozialismus werde nie dulden, daß die zerstörende Kraft des Zentrum sich jemals wieder breitmache.

Alles Fremde in einem organischen Körper wirke sich giftig aus. Jeder fremde Bestandteil werde vom Körper nach besten Kräften und Möglichkeiten wie­der ausgeschieden. Für den Organismus fei immer nur das Bodenständige das einzig Brauchbare. Um nur ein Beispiel zu erwähnen: Das Simmern thaler Rind, größer, stärker, das man in unserem Vogelsberg halten zu können hoffte, habe sich nicht akklimatisieren können und fei tuberkulofenan- fällig geworden in hohem Grade.

Die Gesamtheit der Funktionen des Organismus fei gleichartig denen des Lebens im Staate. Eine Regierung, Die den Ewigkeitsgefetzen der Natur nicht Rechnung trage, führe ein Volk zum Unter­gang.

Ein großer, grundsätzlicher Fehler in der Wirt­schaft unseres Volkes fei gemacht worden, in­dem man in der Industrie das patriarchalifche Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeit­nehmer aufgegeben und an dessen Stelle die unpersönliche Aktie gesetzt habe.

In unseren Tagen vollziehe sich nun eine Gesun­dung und ein Neuaufbau der Wirtschaft.

Eine Regierung müsse autoritär und völlig unabhängig von Klassen sein. Das Glück der Gesamtheit sei erstes Gesetz. Adolf Hitler fühle sich der Gesamtheit absolut verantwortlich. Das Volk seinerseits müsse aber in allen seinen Teilen national denken lernen und den Blick auf das Ganze gerichtet halten. Für die Politik im Staate müßten immer ideale Motive die Beweggründe fein. Die Kulturbewegung, so wie sie sich gegenwärtig in Deutschland vollziehe, sei biologisch-physiologisch.

Durch Adolf Hitler fei die Ethik zum kategori- fchen Imperativ erklärt und erhoben worden. Aeberaltetes habe Adolf Hitler zertrümmert und entfernt, Neues mit ungeheurer Energie aufgebaut. Alle alte Sehnsucht nach Reinheit auf politischem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet gehe nun in Erfüllung. Ieder müsse sich mit uneigennütziger Hilfsbereitschaft für die

Ziele des neuen Deutschland einsehen.

Der Selbsterhaltungstrieb als ein volks­biologisches Gesetz sei die Grundlage alles Strebens. Der Egoist sei in der neuen Volksgemeinschaft un­tragbar. Gemeinnutz gehe vor Eigennutz und Selbst­sucht. Alle Hemmungen in dieser Hinsicht, die sich dem Interesse der Gemeinschaft entgegenfteüten, müßten überrannt werden. Wir alle seien berufen, am völkischen Aufbau unseres Vaterlandes mitzu­wirken, denn eine Nation habe höhere Aufgaben, als daß sie der einzelne durch feinen Eigennutz gefährden dürfe. Wille und Beharrlichkeit des Führers müsse, so wünschten wir alle, sich durch­setzen. Erst wer den Weg zu den ewigen Werten des Volkes gefunden habe, werde Deutschlands wahre Kraft ganz ermessen können. Dem Wahl­spruch der Universität, den Rektor Stahl bei der Begrüßung heimkehrender Krieger unserer Univer­sität frei übersetzte in die WorteKämpfe und arbeite!", wollten wir hinzufügen:Für die Ehre und Freiheit des deutschen Volkes!" (Lebhafter an­haltender Beifall!)

Mit einem kurzen Schlußwort von Oberstudien- direktor Leonhardt, mit einem begeistert auf­genommenen dreifachenSieg-Heil!" auf den Füh­rer Adolf Hitler und mit dem gemeinsam ge­sungenen ersten Vers des Horst-Wefsel-Liedes wurde die Versammlung beschlossen.

Kapitän Schmehl erzählt...

Die ISnwnafige Fahrt des HilfskreuzersWolf".

DerWolf" sei mit der Aufgabe betraut gewesen, Minen zu legen. Ein halbes taufend Minen habe man an Bord gehabt. Minenlegen sei nicht so ein­fach. Man könne nicht einfach sagen:Gottlieb, schmeiß die Mine weg!", sondern müsse dabei sehr genau auf die Strömung und anderes mehr achten. Das Schiff und die Besatzung lösten ihre Aufgabe vorbildlich. Vor vielen Häfen in allen Weltmeeren seien Minen gelegt worden und manches Schiff sei in die Luft geflogen. Nicht weniger denn 255 000 Tonnen Schiffsraum feien durch den Hilfskreuzer .Wolf" auf den Meeresboden geschickt worden. Bei

Himmelfahrtskommando" handle, um ein Kom­mando mit der 99prozentigen Sicherheit, abzusau­fen. Das fei tatsächlich richtig gewesen, denn von den 187 deutschen Hilfskreuzern seien nur zwei Mäve" undWolf" zurückgekehrt. Der Wolf sei übrigens ausgezeichnet maskiert gewesen und habe sein Aussehen ganz beliebig verändern kön­nen. Dadurch sei er überall unerkannt geblieben, weil das Signalement nie stimmte. Die Ausreise von Kiel aus habe sehr vorsichtig geschehen müssen, weil man ständig von Spionen umlagert gewesen sei, die jede Ausfahrt eines deutschen Schiffes den Engländern meldeten. Auch den Bräuten der See­leute mußte die Abreise verborgen bleiben ...

67 000 Weilen Fahrt.

DerWolf" habe insgesamt 325 Mann. Besatzung gehabt. Die Strecke, die das Schiff in 15 Monaten zurücklegte, habe nicht weniger denn 67 000 Meilen betragen. Auf dieser Fahrt sei der Besatzung nichts erspart geblieben. Bald nach der Ausfahrt sei man, um den Absperrungen auszuweichen, bis Grönland hinaufgefahren habe bei 38 Grad Kälte schwerste Strapazen zu überwinden gehabt, um dann schon drei Wochen später unter 32 Grad Wärme Weih­nachten zu feiern. Die Aequatortaufe fei an Bord ein großes Fest gewesen, denn Zweidrittel der Be­satzung mußten die Taufe über sich ergehen lassen. Die weitere Fahrt habe dem Schiff noch Leckage, Feuer, Krankheit (Skorbut), Tote, Verwundete ufw' gebracht.

Die große Aufgabe.

Auf Einladung des Rektors der Universität hielt am Dienstagabend in der Neuen Aula der Uni­versität Kapitän Schmehl zugunsten des studenti­schen Fürsorgewerkes einen Vortrag über die 15- monatige Fahrt des HilfskreuzersWolf" mit dem FlugzeugWölfchen".

Se. Magnifizenz, der Rektor der Universität, Prof. Dr. B o r n f a m m eröffnete den Abend, hieß die Zuhörer willkommen, begrüßte insbesondere im Namen der Universität, wie auch der Stadtverwal­tung, den Redner des Abends, der als ein gebür­tiger Gießener, in seiner Heimatstadt ein guter alter Bekannter ist. Kapitän Schmehl hat in den ver­gangenen Jahren verschiedentlich hier gesprochen, aber immer wieder hört man gerne seinen Schilde­rungen zu, die an Lebendigkeit und Anschaulichkeit nicht zu übertreffen sind. Es versteht sich am Rande, daß ein solcheroller Seebär", wie er, der schon vor dem Kriege 25 Jahre lang die Weltmeere kreuz und quer durchpflügt hatte, feinen Vortrag mit jenem Schuß Humor zu würzen vermag, der bei Seeleuten einfach nicht fehlen darf. So gab es denn zu diesem Vortragsabend herzlich und viel zu lachen, viel Wis­senswertes und Unterhaltendes zu hören und in der Fülle prächtigster, zum Teil farbiger Lichtbilder viel zu sehen. Eine Weltkarte zeigte in klarer Weise die große Reife des HilfskreuzersWolf" und ließ gleichzeitig erkennen, welch mutiges Unternehmen die Fahrt darstellte, die Schiff und Mannschaft, völ­lig abgeschnitten von der Heimat, ganz auf sich selbst gestellt sah.

Den Schilderungen des Redners, der von den Zuhörern stürmisch begrüßt wurde, sei folgendes entnommen:

Der Wolf im Schafkleid.

DerWolf" sei ein biederes deutsches Handels­schiff gewesen. Erst in Kiel habe es den Namen Wolf" erhalten, sei mit Waffen, mit Kanonen an­ständigen Kalibers, mit Torpedos und Maschinen­

gewehren, ferner mit einem Flugzeug, demWölf­chen" ausgerüstet worden... Eine schwache Seite hatte das Schiff aber: keine Panzerung! Ihm, dem Redner, fei vor dem Antritt der Fahrt gefpgt wor- ______ vv ÖV|U/1U. u,ulucll ot;t

ben, daß es sich bei der Fahrt desWolf" zwar um Kapstadt fei ein englischer Truppendampfer auf eine ein sehr ehrenvolles, aber um em sogenanntes' Mine gelaufen. Leider sei keine Nachricht davon

nach Deutschland gedrungen. Ja, niemals während der Fahrt habe man in der Heimat etwas vom Wolf" und feiner Besatzung erfahren. Größte Üeberraschung und Bestürzung habe derWolf", unerkannt, im Indischen Ozean hervoxgeru en. Da­mals seien sämtliche Häfen geschloffen und sämtliche Leuchtfeuer gelöscht worden. Indessen habe der Wolf" weiter Minen gelegt. Auch Prisen seien ge­macht worden, die dem Schiff immer wieder Nah­rungsmittel überlasten mußten, bevor sie versenkt wurden. ~ ,

Wir sind keine Barbaren...

Der Wolf" habe es sich zur besonderen Aufgabe gemacht zu beweisen, daß die Deutschen keine Bar­baren seien. Die Besatzungen der gekaperten und versenkten Schiffe feien stets an Bord genommen und mit nach Deutschland gebracht worden Mit 735 Menschen aller Rasten an Bord sei derWolf später in Kiel eingelaufen. Aber nicht nur die Men­schen, sondern auch die Tiere habe man gerettet. Nicht weniger als 24 Hunde seien an Bord gewesen. Außerdem wurden Güter im Werte von nicht we­niger denn 14 Millionen Goldmark mit nach Hause gebracht. Die Gefangenen feien stets gut behandelt worden. Engländer und Franzosen allerdings hät­ten sich des öfteren geschlagen. Man habe sie dabel nicht gestört...

Deutscher Flieger über Australiens Gewässern.

Wölfchen", das Flugzeug, habe in Den austra­lischen Gewässern großes Aufsehen erregt. Man hätte dort nie geglaubt, daß ein deutsches Kriegs­flugzeug bis Australien Vordringen konnte. Wäh­rend der Flieger Beobachtung flog, feien die Ma­schinen des HilfskreuzersWolf" im Schutze einer stillen Jnfelbucht völlig auseinandergenommen und überholt worden. Die Situation fei sehr gefährlich gewesen, denn das Schiff war zu diesem Zeitpunkt manövrierunfähig. Hier habe sich dasWölfchen", mit seinen Drohungen von Bombenabwürfen auf Schiffe, sehr nützlich gemacht.

Totgeglaubte kehren zurück...

Zum Schluß erzählte der Redner von dem letzten Teil der Aktion, dem Minenlegen vor Hongkong, von brennenden und versenkten Segelschiffen, von großsprecherischen englischen Kapitänen, vom Kohlen­mangel, der demWolf" fast zum Verhängnis ge­worden wäre, wenn nicht der Zufall einen spani­schen Kohlendampfer (in englischem Dienst) in den Weg geführt hätte, er sprach von weiteren Ver­senkungen großer Handelsdampfer, die Kriegsmate­rial transportierten, schließlich aber von der Heim­kehr nach Kiel. Diese Heimkehr sei nicht ohne Schwie­rigkeit gewesen, denn in Kiel wollten die Behörden nicht glauben, daß der HilfskreuzerWolf" noch über Wasser und seine Mannschaft noch lebendig sei. DerWolf" fei längst als versunken und die Mann­schaft als tot gemeldet gewesen. Ja, die Angehörigen der Besatzung waren schon vom Tode ihrer Lieben auf See in Kenntnis gesetzt worden. Um £o größer aber sei Sie Üeberraschung und die Freude allent­halben gewesen, als der Kreuzer einlief und alles an Bord wohlbehalten war.

Der Vortrag, der mit vielen luftigen Episoden aus dem Bordleben, mit der Wiedergabe vieler klei­ner Erlebnisse mit (Befangenen, mit den Tieren an Bord, mit Haien und anderen Fischen, mit See» schlangen ufw. ausgeschmückt und mit mancherlei Seemannsgarn umsponnen war, schließlich aber mit einem hoffnungsvollen Ausblick auf die Zukunft unseres Vaterlandes unter unserem Führer Adolf Hitler beschlossen wurde, fand bei den Zuhörern anhaltenden dankbaren Beifall.

Ansichtskarten vomWolf", vomWölfchen" und von Kapitän Schmehl, die gerne vom Redner mit seinem Namenszug versehen wurden, fanden, eben­falls zugunsten des studentischen Fürsorgewerkes, reißenden Absatz.

Oberbeffen.

Kre.sdirettor pg. Zürh spricht.

F Ober-Schmitten, 19. Febr. In einer gut besuchten Öffentlichen Versammlung im Kirchhof- schen Saale sprach gestern abend der neue Kreis» öireftor des Kreises Schotten Pg. Zürtz über das ThemaDer Nationalsozialismus, das Schick­sal des deutschen Volkes". Ausgehend von der Wahl am 12. November vorigen Jahres, wo 90 v. H. der Stimmberechtigten dem Führer ihrJa" gaben, gruppiert der Redner diese Wähler in fana­tische Kämpfer, gefühlsmäßig eingestellte, in solche, die dem Führer Gelegenheit geben wollen, feine Idee in die Tat umzusetzen, und in seitherige Geg­ner. In diesem Zusammenhang erörtert er ein­gehend die Frage, warum der Marxismus in Deutschland so tief Wurzel schlagen konnte. Das Bismarcksche Kaiserreich, in dem die Patrioten ein für die Ewigkeit gegründetes Reich gesehen hätten, mußte zerbrechen, weil Bismarcks Nachfolger es nicht verstanden hätten, ein deut­sches Volk zu schaffen. Der mißachtete Arbeiter und Bauer fei irre an seinem Volk geworden. Ver­spürten die Arbeiter soziale Gerechtigkeit, so würden sie ihre Pflicht dem Vaterland gegen­über erfüllen. Die Nachkriegs-Republik habe Ver­rat an dem Vaterland geübt und den Soldatenhaß gepredigt. Die Marxistenführer feien mit den Kapi­talisten Hand in Hand gegangen. Der Krieg sei nicht dadurch zu verhüten, daß man Schilder mit der Inschrift ,Nie wieder Krieg" durch die Straßen trage. Für den Nationalsozialismus feien 21 r bei» ter und Soldat eins. Jener schaffe Werte, die für die Gesamtheit eines Volkes von Nutzen seien, dieser stelle sich in Gefahr schützend vor fein Volk.

3m weiteren Verlaufe feiner Ausführungen charakterisiert der Redner, oft unter Einstreuung köstlichen Humors, die verschiedenen Parteien der vorausgehenden 14 Jahre und zeigte, wie es zwangsläufig zu den hohen Erwerbslosenziffern kommen mußte, weil, die damaligen Regierer ver­sagten. Der Nationalsozialismus sei der fanatische Wille eines zur Vernunft gekommenen Volkes, die Verkörperung sozialer Gerechtigkeit, die Liebe zur Heimat, zu Blut und Boden. Die Beseitigung der Iudenherschaft, die Verhinderung erbkranken Nach­wuchses seien Akte der Notwehr. Der Kampf gegen Die Arbeitslosigkeit werde mit aller Schärfe fort» geführt werden, bis auch dem letzten Arbeiter wieder Arbeit und Brot werde. Im deutschen Volke müsse wieder Lebens - und Daseinsfreude aufblühen, daß es sein Vaterland innerlich so er­lebe, wie es im Deutschlandlied zum Ausdruck komme.

Stürmischer Beifall, der auch wiederholt während der zweistündigen Rede einsetzte, folgte, als Der Redner geendet. Ortsgruppenleiter Henß (Eichels­dorf), der die Versammlung leitete, schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Die erste Strophe des Deutschlandliedes und des Horst-Weffel-Liedes wurden begeistert gesungen.

Landkreis Gicften

* Großen-Linden, 21. Febr. Dieser Tage sand die Jahreshauptoerfanunlung der hiesigen