liche Meinung beherrschten und in frevlerischer Umwertung aller Werte das Volk um Vergangenheit und Zukunft zu bringen drohten, in dichterischen Visionen von unvergleichlicher Gewalt das Bild des gottsucherisch-ringenden deutschen Menschen aufgerichtet und durch das Mahnmal dieses Werkes dazu beigetragen, daß das Volk seiner selbst nicht vergaß.
Der künstliche Tenor.
Eine neue Erfindung ist gemacht worden, die in der Zukunft vielleicht einmal imstande sein wird, musikalisch empfindsame Leute von dem Schrecken des Grammophons und des Rundfunklautsprechers mit seiner vokallosen Uebertraaung menschlichen Gesanges au befreien. In der Berliner Heinrich- Hertz-Gesellschaft zur Förderung des Funkwesens hielt Prof. Dr. Karl Willi Wagner einen Lichtbildervortrag, in dem er zum erstenmal die elektrische Nachbildung des menschlichen Sprechapparates vorführte. Prof. Wagner hat das Problem gelöst, jeden gesprochenen Vokal maschinell nachzubilden, gleichgültig, ob das A von
einem Tenor, einem Bariton, einer Kinderstimme oder auch einer Sopranstimme gesprochen wird. Die Maschine gleicht äußerlich einem großen Rundfunkgerät und ist in ihrem elektrischen Aufbau dem Sprechwerkzeug nachaebildet. Jeden Vokal formt die Maschine mit großer Naturtreue nach. Allerdings noch nicht automatisch, aber sie steht ja erst in den Anfängen. Ihre Entwicklung au einer wirklichen Sprechmaschine ist eine Frage Der Zeit.
Das Frühjahrsprogramm des Universitas-Verlages.
Das Frühjahrsvrogramm der Universitas Deutsche Verlags A.-G., Berlin, bringt folgende Neuerscheinungen: Georg Elert: „Zwei Frauen und ein Schiff . — Siegfried von Vegesack: „Herren ohne Heer". — Rudolf Schneider-Schelde: „Wie es ist". Roman aus unserer Zeit. — Joachim von K ü r e n b e r g : Fritz v. Holstein. (Die graue Eminenz) und „Rußlands Weg nach Tannenberg". — Zoe Lederer: „Unter den Apfelbäumen". — Der Verlag bringt außerdem eine Sammlung der spannendsten Kriminalfälle der letzten Jahre.
Aus aller Welt.
erzogen, legte dort die oorschriebenen Prüfungen für orientalische Sprachen mit Auszeichnung ab und wurde dann in seinen Studienarbeiten durch den Krieg unterbrochen. Eden meldete sich sofort als Freiwilliger, trat 18jährig in das Kings Royal Riste Corps ein und kämpfte vier Jahre lang an der französischen und flämischen Front. Nach Beendigung seiner Studien in Oxford wurde er zunächst Abgeordneter der Konservativen, dann poh» t-scher Sekretär im Innenministerium und endlich im August 1931 Unterstaatssekretär im Foreign Office. Eden verdankt seine Karriere wohl vor allem seinem politischen Weitblick, seinem ungewöhnlichen Derhandlungstalent und nicht zuletzt der auffallenden Gewandtheit seines Auftretens. Eden ift .pljo, sowohl in bezug auf seine menschlichen wie sachlichen Voraussetzungen, geradezu geschaffen, um als „politischer Reisender" Großbritanniens zu fungieren und die englischen Interessen in der europäischen Politik auf eine aufgeschlossene und bewegliche Art zu vertreten.
„Heikel, aber aussichtsvoll."
Optimistische Berichte der englischen Presse
London, 22.5ebr. <DNB. Funkspruch.) Die Meldungen der Berliner Berichterstatter der englischen Presse über die Besprechungen des Lordsiegelbewahrer Edens mit den Mitgliedern der Reichsregierung sind in einem ziemlich optimistischen Ton gehalten. Der Berliner Korrespondent der „Morn in a-Post" wilt von einer zuverlässigen Seite erfahren haben, daß in der Konferenz vom Mittwoch ein ermutigender Fortschritt in Richtung auf ein engllsch-deut- sches Einvernehmen in der Abrüstungsfrage erzielt worden fei.
Am Abend eines arbeitsreichen Tages seien die Aussichten sogar noch verheißungsvoller gewesen als am Dienstag, wenn sich auch die Verhandlungen immer noch in einem heiklen Stadium befänden. Die Verlängerung des Aufenthaltes Edens um 24 Stunden werde als ein Zeichen dafür bekrach- tet, daß die Verhandlungen Erfolge zeitigten. Eden habe in Berlin einen bemerkenswerten persönlichen Erfolg erzielt. Seine Jugend und der Umstand, daß er am Kriege teilgenommen habe, sicherten ihm ganz von selbst Achtung in einem Lande, wo die Kriegsgeneration am Ruder sei.
Auch in dem Bericht des Berliner Korrespondenten des „Daily T e l e g r a p h" heißt es, daß die -Abrüstungsmission Edens in sehr befriedigender Weise von statten gehe. Es werde nicht als ungünstiges Zeichen angesehen, daß die Verhandlungen länger dauerten, als ursprünglich erwartet worden sei. Der heutige Donnerstag werde uber entscheidende Tag sein. Die Lage könne als heikel, aber aussichtsvoll bezeichnet werden. Der Berliner Korrespondent der „Daily M a i l" meldet, es herrsche die Ansicht, daß der .gestrige Meinungsaustausch sehr förderlich gewesen sei.
Der Berliner Korrespondent der „Times" meldet: Der nach den ersten Besprechungen entstandene günstige Eindruck dauert an. Eden hat seinen Aufenthalt verlängert, nicht weil die Erörterungen sich als schwierig erwiesen haben, sondern weil die -am Mittwoch geleistete Arbeit äußerst för- Ä e r l i ch war und die Fortsetzung der Besprechungen als vorteilhaft erscheinen ließen.
Heber die Besprechungen, die auf manche Einzelheiten der britischen Denkschrift und die deutsche Haltung dazu sehr genau eingehen, läßt sich nichts Endgültiges sagen. Es sollte nicht vergessen werden, daß von diesen Verhandlungen keine formelle Vereinbarung erwartet werden kann, sondern daß sie dszu bestimmt sind, alle etwaigen Rlihver- ständnisse aufzuklären und womöglich zu zeigen, wie die internationale Prüfung der Vorschläge am besten fortgesetzt werden kann.
Heeresverdoppelung für Oesterreich und Ungarn?
Wien, 21. Febr. (DNB.) In hiesigen politischen Kreisen verlautet, gegenwärtig seien internationale Verhandlungen über eine Verstärkung der wsterreichischenWehrmacht im Gange. Der tatsächliche Bestand des österreichischen Bundes- lheeres, Der nach dem Vertrag von St. Germain mur 30 000 Mann umfaßt, solle auf 60 000 Mann erhöht werden. Auch auf dem Gebiet der Materialrüstungen sollen der österreichischen Regierung erhebliche Zugeständnisse gemacht Werden. Diese Verhandlungen werden mit den letzten Wiener Ereignissen in Zusammenhang gebracht. Mach Auffassung der österreichischen Regierung habe I ich für die Niederwerfung innerer Unruhen die Stärke des Heeres und der Polizei nls ungenügend erwiesen. Dei Erhöhung der österreichischen Rüstungen soll im Rahmen der Englischen Abrüstungsdenkschrift bereits in gewissem Grade vorgesehen sein.
Ebenso soll eine Rüstungserhöhung auch für Ungarn geplant werden. Von amtlicher Seite ■iegt jedoch eine Bestätigung dieser Mitteilung noch nicht vor. Aber die ungarischen Blätter kommenderen eine Meldung der „Neuen Freien Presse", verzufolge im Sinne der englischen Abrüstungsvor- chläge die ungarische Wehrmacht von 35000 aus 7 0 000 erhöht werden dürften.
Oie Kriegswolke im Fernen Osten.
Peking, 20. Febr. (DNB.) Die englische Zeitung „Pekings Chronicle" veröffentlicht eine Unterredung ihres Vertreters mit dem chinesischen Botschafter in Moskau, Dr. Iyen über die politische Lage im Fernen Osten. Dr. Jyen, der China seinerzeit im Völkerbund vertrat, erklärte, man müsse offen sagen, daß der Völkerbund bei seinen Versuchen, verschiedene Streitfälle zu schlichten, besonders im Fernen Osten versagt habe und daß man auf seine Vermittlerrolle überhaupt nicht zu rechnen brauche. Eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen Rußland und Japan sei u n v e r m e i d l i ch. Dr. Jyen wies besonders darauf hin, daß Rußland sehr gut gerüstet sei und eine sehr starke Luftwaffe sowie eine motorisierte Artillerie besitze.
Der japanische Militärattache in China, General Suzuki, der früher Chef der japanischen Militärschule war, auf der Marschall T s ch i a n g k a i - s ch e k vor 19 Jahren studiert hat, hat Tschiangkai- schek besucht und sich mit ihm über die japanisch- chinesischen Beziehungen unterhalten. Suzuki erklärt, er habe sich mit seinem Schüler vollkommen offen über verschiedene politische Dinge ausgesprochen und Tschiangkaischek habe sich zu e i n e r A u s - söhnung mit Japan bekannt. Suzuki ist der Ansicht, daß Tschiangkaischek und seine politische Führung bestrebt seien, sich mit Japan trotz aller Schwierigkeiten zu verständigen.
Neuer russisch-japanischer Zwischenfall.
London, 22. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Sowjetbehörden in Wladiwostok haben die japanischen Gebote bei den Fischversteigerungen für ungültig erklärt, weil die hinterlegten Gelder den alten R u b e l k u r s zur Grundlage hatten. Ein Wortführer des japanischen Außenministers erklärte am Mittwoch, dieses Vorgehen fei ein Vertragsbruch. Der Wortführer klagte auch darüber, daß die maßgebenden Stellen in Moskau japanischen Diplomaten gegenüber nicht die genügende Höflichkeit zeigten. Am 18. und 19. Februar hätten der Botschafter O t a und der Botschaftsrat Sa ko gewünscht, Litwinow und den Leiter der fernöstlichen Abteilung Puse- kevitsch zu sprechen. Sie seien aber bedeutet worden, daß die Genannten zu beschäftigt seien, um sie zu empfangen.
Zu Schuhhast genommen.
Rostock, 21. Febr. (DNB.) Laut Mitteilung des Städtischen Presseamts bestehen in den Betrieben der Kafseegroßhandlung Heinrich Böttcher schon seit langem erhebliche Spannungen zwischen dem Inhaber und den Angestellten. Der Inhaber hat sich u. a. dagegen gesträubt, eine Betriebszelle ins Leben zu rufen. Es kommt hinzu, daß er wiederholt A n - gestellte aus nichtigen Gründen entlassen hat, darunter auch solche Angestellte, die als Betriebsobmänner vorgesehen waren. Aus allen diesen Gründen ist es notwendig geworden, den Inhaber dieser Firma Heinrich Böttcher in S ch u tz h a f t zu nehmen.
Im Auftrage des Reichstagsabgeordneten Stöhr, des Landesleiters des Winterhilfswerkes K u r m a r k, ist der Inspektor von H ü l st aus Rohrbeck (Kreis Königsberg i. d. Neumark) w e - gen Sabotage des Winterhilfswerks in Schutzhaft genommen worden. Von Hülst hatte unwahre Behauptungen und Angriffe gegen die Leiter des Winterhilfswerks gerichtet und die Arbeit der Organisation zu stören versucht.
Wieder auf freien Fuß gesetzt.
LPD. Winnweiler (Pfalz), 21. Febr. Die verhafteten Bäckermeister von Winnweiler und Rockenhausen sowie der Bezirks-Jnnungsober- meifter von Alsenz wurden Mittwochnachmittag wieder auf freien Fuß gesetzt.
Kunst und Wissenschaft.
Schlesien ehrt Hermann Stehr.
Die schlesische Hauptstadt beging im überfüllten Saal des Breslauer Konzerthauses den 70. Geburtstag des Dichters H.ermann Stehr, dem an diesem Tage auch die Ehrenurkunde der Breslauer Universität übergeben wurde. Nach einem Orgelvorspiel begrüßte der Landesleiter des Kampfbundes für deutsche Kultur, Bürgermeister Schönwälder, den Dichter. Danach sprach im Namen der Reichskulturkammer Dr. Wiesmann- Berlin. Nach Vorträgen aus den Werken des Dichters hielt Gerhard Menzel die Festrede. Unter stürmischem Beifall dankte der Dichter. Der Dekan der philosophischen Fakultät der Breslauer Universität, Professor Dr. Malten, überreichte sodann dem Dichter die Urkunde der Ehrenpromotion. Reichsminister Dr. Goebbels hatte dem Dichter ein Buch des Führers sowie ein Schreiben des Ministers überreichen lassen. Das Buch trägt die Widmung des Führers: „Hermann Stehr, dem deutschen Dichter". Im Schreiben des Ministers heißt es u. a.: Selten hat ein Dichter in seinem Werk Seele und Mythos einer Landschaft so eingefangen und gestaltet wie Sie, aber freilich auch das aus der Erd- und Volksverbundenheit Gewachsene so ins Ueberzeitliche und Unvergängliche, so ins Ewigdeutsche zu erheben und zu steigern vermocht. Kunstwerke tragen ihren Wert in sich selbst. Sie haben in einer Zeit, in der wurzellose Literaten und artfremde Demagogen die öffent-
Winisterialdireklor Brandenburg „Ehrenführer der Deutschen Luftfahrt".
Der Reichsminister für Luftfahrt, Göring, hat in seiner Eigenschaft als Schirmherr der deutschen Luftfahrt und als Ehrenpräsident des Deutschen Luftpostverbandes dem Ministerialdirektor Brandenburg die Ehrenmitgliedschaft des Luftsportoerbandes mit der Bezeichnung „Ehren- führer der Deutschen Luftfahrt" verliehen. Mit der Verleihung ist das Recht zum Tragen der Bekleidung des Deutschen Luftsportverbandes und dem Gradabzeichen eines Fliegerkommodore verbunden. Ministerialdirektor Brandenburg, Ritter des Ordens pour le m£rite, während des Krieges Führer des Bombengeschwaders III, war der erste Organisator der Zivilluftfahrt nach dem Kriege.
Den schlafenden Arbeitskameraden mit dem Stiefelknecht erschlagen.
Eine schwere Bluttat hat sich auf dem Gute in Lochstedt bei Bad Sulza (Thüringen) abgespielt. Der 21 Jahre alte landwirtschaftliche Arbeiter Johann Lorc, der auf dem Gute beschäftigt war, wurde seit mehreren Tagen vermißt. Man schöpfte Verdacht und fand bei einer Durchsuchung des Anwesens auf dem Futterboden unter einem Streuhaufen die Leiche des Vermißten mit schweren Kopfverletzungen auf. Der Verdacht der Täterschaft richtete sich gegen den Mitarbeiter des Ermordeten, den 19 Jahre alten landwirtschaftlichen Arbeiter Albrecht Schlegel aus Kraitschen. Der Festgenommene legte nach längerem Verhör ein Geständnis ab. Nach seinen Angaben wollte er sich in Camburg neue Kleidung anmessen lassen. Da er für die Beschaffung dieser Kleidung nur geringe Mittel zur Verfügung hatte, beschloß er, feinen Arbeitskollegen zu erschlagen, um dessen Barmittel zu erlangen. Als sich der Mörder überzeugt hatte, daß Lorc fest schlief, habe er einen großen Stiefelknecht genommen und damit auf den im Bett Liegenden eingeschlagen. Mit Bindegarn und einem Strick schnürte er dann dem Uebersallenen den Hals zu und nahm ihm den Geldbeutel mit 44 Mark Inhalt ab. Der Täter wurde dem Gerichtsgefängnis zugeführt.
Wilddieb
als Anführer einer jugendlichen Einbrecherbande.
Dor einigen Tagen wurde in der Münchner Presse über einem Wilddieb berichtet, der, um der polizeilichen Festnahme zu entgehen, in den Auer Mühlbach sprang. Die eingehende Vernehmung des Ausreißers und die genaue Prüfung der Gegenstände, die bei ihm gefunden und beschlagnahmt worden waren, hatte ein ganz überraschendes Ergebnis. Der Wilddieb befaßte sich nicht nur mit Jagdvergehen, sondern er war auch das Haupt einer siebenköpfigen Einbrechergefellschaft, die in den Monaten November 1933 bis Februar 1934 hauptsächlich die Geschäfte im Inneren der Stadt München heimsuchten. Neben dem bereits festgenommenen Wilddieb konnten noch sechs junge Burschen im Alter von 16 bis 19 Jahren festgenommen werden, die unter der Führung des Wilddiebes Auslagen und Auslagekästen plünber- ten. Nach hartnäckigem Leugnen gestanden sie, 25 Einbrüche ausgeführt zu haben. Wahllos wurde gestohlen, was zu erreichen war. Süßigkeiten, Sportanzüge, Photographenapparate, Sportausrüstungen, Strümpfe und dergleichen mehr waren die Beute, die die Burschen zum Teil selbst behielten, zum Teil verschenkten ober verkauften. Ein Teil ber Beute konnte roieber beigebracht unb ben Geschäbigten ausgehänbigt werben.
Wolfsplage auch in Spanien.
Ganze Rubel von Wölfen finb in bie Wälber in ber Nähe von Camba Laza vorgebrungen unb haben bisher nicht weniger als 600 Schafe zerfleischt. Die Bevölkerung zeigt sich außerorbent- lich beunruhigt unb forbert von Mabrib Hilfsmaßnahmen, üm biefer Plage ein Enbe zu machen.
Schneestürme über der Türkei.
Große Gebiete ber Türkei finb von schweren Schnee stürmen heimgesucht worben. In Istanbul würbe der Straßenverkehr durch starke Schneefälle so gut wie lahmgelegt. Der Fährverkehr zwischen der europäischen und der asiatischen Bosporusküste wurde wegen der Schneestürme unterbrochen. Manche Städte und Ortschaften in Anatolien wurden von Wölfen und Bären heimgesucht, die das Unwetter aus den Bergen vertrieben hatte. Mehrere Menschen
sowie auch Schafherden sind von Wölfen angegriffen worden. In manchen Dörfern wurden während der Nacht bewaffnete Schutzwachen aufgestellt, da ausgehungerte Wölfe in die Häuser einzubrechen drohten, um Nahrung zu suchen.
Teurer Alkohol in USA.
Die Kleinhandelspreise für destillierte Alkoholgetränke in Amerika halten sich entgegen den Wünschen der Regierung, auf beträchtlicher Höhe unb übertreffen stellenweise sogar die früher von Schmugglern geforberten Preise. Es häufen sich die Proteste gegen tras von einer de- chränkten Anzahl amerikanischer Firmen durch- geführte Monopol. Die Regierung mußte daher die Einfuhr fremden Whiskys und anderer destillierter Getränke möglichst fördern. Sie erwägt in dieser Richtung eine Senkung des Einfuhrzolls, sowie eine Finanzhilfe an die Einfuhrfirmen, um diesen über die Zeitspanne zwischen der Zahlung von Fracht- brief, Zoll und Steuern und dem Eingang der Beträge vom Großhandel hinwegzuhelfen.
Eine südamerikanische Grenzkommission von Indianern überfallen.
Die Kommission zur Regelung der Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien wurde des nachts von Motilones (Indianern) überfallen. Die Wilden, die mit Giftpfeilen schossen, töteten drei Beamte unb ver- rounbeten neun Arbeiter. Der kolumbianische Kommissar Don Juan Arbelatz berichtet, baß bie Motilones gelobt hätten, sich bem Anbringen ber Weißen auf ihr Gebiet bis zum Tobe zu wibersetzen. In ben letzten Jahren hätten sie zahlreiche Angriffe auf Lager von Weißen unternommen, bie gekommen waren, um bie Bobenschätze bes Lanbes zu untersuchen. Auf freunbschaftliche Anerbieten der Weißen wollten sie sich nicht einlassen.
Giflmörder richtet sich selbst.
Der 57jährige Schmieb D e p p m e i e r aus Quetzen (Westfalen) war wegen Giftmorbver- faches an seiner Schwiegertochter — er hatte dem Backmehl Arsenik beigemischt — in bas Amts- gerichtsgefängnis von Setershagen eingeliefert worden. Nachdem er dort auch einen früheren Giftmordanschlag auf seinen Sohn und dessen Frau zugegeben hatte, erhängte er sich in seiner Zelle. Deppmeier war seit Jahren mit den jungen Leuten verfeindet.
Acht Räuber überfallen einen Steuereinnehmer.
In Marseille wurde ein Steuereinnehmer in seinem Automobil von acht Räubern überfallen. Die Banditen hielten den Kraftwagen an und zwangen den Steuereinnehmer unter Vorhaltung von Revolvern ihnen zwei Säcke auszu- liefern, von denen der eine 180 000 Franken enthielt. Die Räuber entkamen mit ihrer Beute.
Wettervoraussage.
Eine neue kräftige Störung zieht im Norden vorüber unb führt an ihrer Sübseite eine Staffel warmer Luft mit sich. Da aber im Osten bei tiefen Temperaturen Luftbruckanstieg zu erkennen ist und sich ber Kern bes Hochs nach dem Festland verlagert, wird das Tief mehr nordöstliche Zugrichtung einschlagen. Doch führt die zufließende Warmluft zu Bewölkung und wird auch Milderung bringen. Die Niederfchlagstätigkeit dürfte sich mehr auf den nördlichen Teil des Reiches beschränken.
Aussichten für Freitaa: Wechselnd- wolkig, aber auch aufklarend, zunächst noch milder, vereinzelt etwas Regen.
Aussichten für Samstag: Immer noch wechselhaftes Westwetter.
Lufttemperaturen am 21. Februar: mittags 7 Grad Celsius, abends 6 Grad: am 22. Februar: morgens 5,5 Grad Celsius. Maximum 7,6 Grad, Minimum 4,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Februar: abends 3,7 Grad: am 22. Februar: morgens 3,4 Grad. — Niederschläge 0,5 mm. — Sonnenscheindauer Stunde.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theober Kümmel. DA. 1.34: 11 700. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steinbruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.
Der Raucher hat Recht,
wenn er Experimente ablehnt. Er wählt die stets bewährte
(ksteins


