Ausgabe 
22.1.1934
 
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Sin Saarausschuß des Bölkervundsrats.

Drei Ratsmitglieder sollen unter italienischem Vorsitz die Abstimmungs­vorbereitungen für das kommende Zahr treffen.

Genf, 20. Jan. (DNB.) In den Wandelgängen des Völkerbundshauses wurde kurz vor 16 Uhr be­kannt, daß der Rat sich auf eine gemeinsame Erklärung über die Behandlung des Saarproblems geeinigt habe. Der Rat trat dann noch einmal zu einer kurzen Geheimsitzung zusammen und begab sich darauf in die Glas­veranda zur öffentlichen Tagung, auf deren Tagesordnung als dritter Punkt stand:Vor­bereitende Maßnahmen im Hinblick auf die Volks- abstimmung im Saargebiet". Dabei nahm der Präsident der Regierungskommission des Saarge- bietes am Ratstisch Platz. Der italienische Bericht­erstatter Baron Aloisi verlas nach der Eröffnung der Sitzung den als Kompromiß zwischen der fran­zösischen und der englisch-italienischen Auffassung zustande gekommenen Bericht, in dem folgende E r k l ä r u n g'd es Rates enthalten ist:

Der Völkerbund billigt die Schlußfolgerung des Berichtes. Er drückt seinen Willen aus, alle Pflichten zu erfüllen, die ihm im Hinblick auf die Vorbereitung der Durchführung der Volksabstimmung im Saar­gebiet im Iahre 1935 obliegen, mit dem Ziele, die freie, geheime und ehrliche Wahl zu sichern. Er for­dert besonders feinen Ausschuß auf, im Hinblick auf den Bericht, den der Ausschuß ihm vorlegen soll a) die Maßnahmen zu prüfen, durch die unter An­

wendung aller geeigneten Mittel die Ord- n u n g s m ä h i g k e i t des Wahlganges gesichert werden kann:

b) das Studium solcher Mittel ganz besonders in Betracht zu ziehen, durch die die Bevölkerung vor jedem Druck und vor der Aus- führung jeder Drohung geschuht werde, die die Ehrlichkeit der Abstimmung beein­flussen könnte;

c) Anregungen zu prüfen, die ihm die Regierungs­kommission des Saargebietes unterbreiten könnte, soweit sie die Aufrechterhaltung der Ordnung während der Periode der Volks­abstimmung betreffen.

Der Rat beschließt, die 20 000 Schweizer Franken für die ersten Ausgaben, die durch Befragung von Sachverständigen entstehen könnten, zur Verfügung zu stellen."

In dem von Aloisi verlesenen Bericht selbst wird zunächst der § 34 des Kapitels 3 des Versailler Ver­trages wörtlich zitiert, der die Bedingungen der Saarabstimmung enthält. Der Bericht weist dann auf die Verantwortung hin, die dem Rat durch diese Bestimmungen zugefallen sei. Die Abstimmung müßte im Einklang mit dem zitierten Text des F r i e d e n s v e r t r a g e s im kom­menden Jahre stattfinden. Es wird also ver­mieden, irgendein bestimmtes Datum anzugeben, oder auch nur hervorzuheben, daß die Abstimmung unter allen Umständen schon in der er st en Hälfte des Januar 19 3 5 stattfinden muß. Immerhin hebt der Bericht hervor, daß es not­wendig sei, schon jetzt vorbereitende Maßnahmen zu treffen.

Nach Verlesen des Berichtes schlug Aloisi das ar­gentinische Ratsmitglied C a n t i l o und das spa­nische Ratsmitglied M a d a r i a g a als die beiden anderen Mitglieder des Dreier-Ausschusses vor.

Der französische Außenminister Paul-Bon- c o u r ließ es sich nicht nehmen, daraufhin in länge­ren Ausführungen den Ratsbericht und die Erklä­rungen des Rates vom französischen Standpunkt aus zu erläutern und auf die Punkte besonders hinzuweisen, auf die Frankreich Wert legt. Die Ab­stimmung würde illusorisch sein, wenn zu dieser Zeit die Ordnung nicht aufrecht erhal­ten werden könnte. Nach seiner Auffassung habe der nun ernannte Ausschuß alle Vollmachten, um dem Rat später alle hierfür notwendigen Maßnah­men, auch, wie er betonen wolle, außerordentlich schwerwiegende, vorzuschlagen. Er wies darauf hin, daß der Rat schon früher für den Schutz der Be­amten gesorgt habe. In gleicher Weise müsse auch die Bevölkerung geschützt werden.

Deutlich spiegeln sich in diesen Worten die irre­führenden und alarmierenden Dar­stellungen wider, die durch den Präsidenten der Saarkommission, Knox, selbst und durch die hier anwesenden Vertreter der saarländischen Lan­desverräter gemacht worden sind. Im übrigen billigte Paul-Boncour den von Aloisi verlesenen Bericht.

Nach Paul-Boncour sprach noch der Vertreter Englands, Eden, ganz kurz. In deutlicher Distan­zierung an den französischen Außenminister betonte er, daß er bewußt davon absehe, den gemeinsam angenommenen Bericht noch zu kommentieren. Man dürfe dem Bericht des Ausschusses nicht vorgreifen. Im übrigen unterstützte er aufs wärmste die Ausführungen des Berichterstatters, die alles nötige enthielten.

Schließlich konnte auch der tschechoslowakische Außenminister B e n e s ch sich nicht enthalten, noch einige Worte zu sagen. Er betonte, daß es sich im Rat darum handele, die Bestimmungen des Friedensdiktates durchzuführen. Dann wurde der Bericht angenommen und die Be­nennung der Mitglieder des Vorbereitungsaus­schusses gebilligt.

Festliche Eröffnung der Kölner GaaraussteUung.

Köln, 21. Jan. (DNB.) Mit einer eindrucksvol­len Feierstunde wurde am Sonntagvormittag die AusstellungDie deutsche Saar" eröffnet. Diese Ausstellung, die bereits in vielen süddeutschen Großstädten für den Saargedanken geworben hat, wird von Köln aus den Marsch durch die ganze Rheinprooinz antreten, um der westdeutschen Be­völkerung einen Ueberblick über die Bedeutung der Saar zu geben.

Die Eröffnungsfeier, zu der u. a. der Führer der Saarvereine, Gauleiter Staatsrat Simon- Kob­lenz, der Protektor der Ausstellung, Gauleiter Staatsrat G r o h e, der Vertreter des Staatsrates, Spaniol, Dr. Schneider und zahlreiche Vertreter der politischen Organisationen und Behörden erschienen waren, wurde von dem Oberpräsidenten der Rhein­prooinz, Staatsrat Frei Herrn von Lüninck, eröffnet. Gauleiter Simon, Dr. Schneider, Bürger­meister Brandes und Freiherr von Lüninck sprachen in eindrucksvoller Weise über die Verpflichtung eines jeden Deutschen, den Brüdern an der Saar zu zei­gen, daß hinter ihnen eine ganze Nation stehe.

Der Weimarer Reichsbauerntag.

Oie Aufgaben des Reichsnährstandes im neuen Reich.

Weimar, 21. Jan. (DNB.) In der festlich ge­schmückten 3000 Personen fassenden Weimar-Halle, die bis auf den letzten Platz besetzt war, wurde am Samstag der Deutsche Reichsbauerntag feierlich er­öffnet. Staatssekretär W i l l i k e n s begrüßte im Namen des Reichsbauernführers die Teilnehmer. Er betonte, daß am heutigen Tage das gesamte deutsche Bauerntum diesseits und jenseits der deut­schen Reichsgrenzen nach Weimar blicke, wo der Reichsnährstand zum ersten Male im neuen Reich seine Ziele und seine agrarpoli­tische Gesamtrichtung bekanntgeben wolle. Im Namen der thüringischen Staatsregierung hieß für den erkrankten Ministerpräsidenten Marschler Staatsminister W ä ch t l e r die deutschen Bauern und ihre Führerschaft in Weimar und Thüringen herzlich willkommen.

Nachdem sodann Hauptabteilungsleiter Motz mit kurzen Worten die Bedeutung des F i l m e sB l u t und Boden" geschildert hatte, folgte eine mit großer Begeisterung aufgenommene Vorführung dieses Filmes. Es folgten dann die vorgesehenen Fachreferate. Der Leiter des Stabsamtes des Reichsbauernführers Dr. Reisch le hielt dann einen Vortrag üb.er das ThemaDas Reichs- nährstandgesetz". Er führte u. a. aus: Wäh­rend der Höchstkonjunktur der Jahre 1927 bis 1929 hatten wir verhältnismäßig hohe Agrarpreise. Den­noch ging die Verschuldung weiter. Wäre das Erb­hofentschuldungsgesetz bereits Tatsache, wäre eine Verschuldung des bäuerlichen Grund und Bodens aus der Erbauseinandersetzung nicht mehr möglich. Auch eine Bodenverschuldung aus anderen Gründen kann nach dem Gesetz nur mit Zustimmung der An­erbengerichte eintreten. Damit ist j e d e n e u e D e r- schuldung des bäuerlichen Bodens ab­geriegelt. Gleichzeitig verringert sich die Boden- verschuldung. So wird nach einigen Jahr­zehnten der bäuerliche Boden unbe- belastet und unbelastbar sein. Die nicht unter das Erbhofgeseh fallenden Betriebe freilich werden dauernd stärker auf den Markt angewiesen bleiben. Aus diesen Gründen ergab sich die Notwendigkeit einer Marktordnung und der Preisreg e- lung für landwirtschaftliche Erzeug­nisse.

Dann sprach Landgerichtsrat Dr. Wilh. Saure, der Leiter der Rechtsabteilung im Stabsamt des Reichsbauernführers, überDie Grundgedanken des Reichserbhofrechtes". Er bezeichnete den Bauern­hof als die unveräußerliche Lebens­grundlage des Bauerngeschlechtes, den der jeweilige Bauer als Treuhänder seines Geschlechtes und seines Volkes zu verwalten habe. An diese Auffassung vom Eigentum an Grund und Boden knüpfe das Reichserbhofrecht wieder an. Es verhindere, daß die Bauernhöfe weiterhin zerschla­gen würden.

Am Samstagabend fand in der Weimarhalle ein thüringischer Heimatabend statt, der die innere Verbundenheit des Bauern mit Blut und

Boden, Sitte und Brauchtum zeigte. Eine Fülle alter Trachtentänze, Bauernlieder und Bauernsitten gingen einem Bauernschauspiel von Walter Troege (Weimar) voran, das die Leiden des deutschen Bauern und sein Wirken und Kämpfen im 30jäh- rigen Kriege wirkungsvoll zur Darstellung brachte. Reichsbauernführer Darre bezeichnete in einer von stärkstem Beifall aufgenommenen Ansprache diesen Heimatabend alsdasschönsteGeschenk für alle seine Arbeit. Den Abschluß des Abends bildete eine Saarkundgebung, wobei Saarbauern und Saarbäuerinnen Lieder von der Saar fangen und Tänze aus ihrer Heimat vor­führten. Als sie eines der schönsten Lieder anstimm­ten, erhob sich die Versammlung wie ein Mann, um dieses Bekenntnis zur Saar stehend und mit er­hobenem Arm anzuhören.

Am zweiten Tage des Weimarer Reichsbauern­tages hielt

Reichsernährungsminister und Reichs- bauernführer R. Walter Oarr6

eine Rede über die Grundsätze nationalsozialistischer Bauernpolitik und ihre zukünftigen Aufgaben. Der Reichsbauernführer ging davon aus, daß man am ersten deutschen Reichsbauerntag der deutschen Ge­schichte feststellen könne, daß wohl auf keinem innen­politischen Gebiet die Totalität des nationalsozialisti­schen Führeranspruches so in die Wirklichkeit habe umgesetzt werden können. Der besondere Dank gelte daher den alten Kämpfern der Bewegung, die treu und unbeirrt als Gefolgsleute Adolf Hitlers in den schwersten Jahren ihre Pflicht erfüllt hätten, um damit den totalen Durchbruch nationalsozialistischer Agrarpolitik zu ermöglichen.

Die disziplinierte Zusammenfas­sung des deutschen Bauerntums habe die legale Durchführung der Revolution garan­tiert und damit unsägliches Leid von unserem Lande ferngehalten.

Zum ersten Male hätten sich vor drei Jahren gleich­falls in Weimar die Bauernvertreter der NSDAP, versammelt, wobei zum ersten Male erklgrt worden sei, daß das wirtschaftliche Moment im Rahmen der agrarpolitischen Probleme in zwei­ter Reihe und der Bauer als Mensch in erster Reihe zu stehen habe. Diese Zusammen- ^unft sei das Signal zur Sammlung des ganzen deutschen Bauerntums unter einem Symbol gewe- betrachtet, sei der erste Reichsbauerntag der Abschluß einer unseligen Epoche der deutschen Bauerngeschichte und zugleich der Beginn einer neuen Zeit.

21u5 dem letzten Jahrtausend der deutschen Ge­schichte rage immer wieder der Gegensatz des deut­schen Bauern zu den Repräsentanten der einürin- genden Uebevfremdung hervor. Unserer Jugend aber habe man die deutsche Geschichte als ein glanzvolles oder dusteres Bilderwerk ohne jeden organischen Zusammenhang dargestellt. Als die Hohenstau -

fen vergessen hätten, daß der Schwerpunkt ihrer Macht in ihrer deutschen Heimat lag, habe der Elendsweg des deutschen Bauerntums begonnen. Diese Abkehr von ihrem Blut und Boden hätten die Staufen damit bezahlt, daß der letzte Hohen- staufe unter dem Henkerschwert in Italien gestor­ben sei. Auch in der jüngeren Geschichte, als Bis­marck, der in seiner Politik immer bäuerlich dachte, gehen mußte, und ein junger Kaiser unter Caprivi einenneuen Kurs" verkündete, da habe zum zweiten Male in der deutschen Geschichte jener Weg der Hohenstaufen begonnen, der unzweifelhaft über kurz oder lang in innerpolittfchem Chaos enden muhte.

Es ist mir ein Bedürfnis, fo erklärte der Reichs­bauernführer weiter, an dieser Stelle Adolf Hiller den Dank des deutschen Bauerntums dafür zum Ausdruck zu bringen, daß er das nationalsozialistische Deutschland bewußt a u f dem Bauerntum aufbaut und damit eine neue Epoche deutscher Geschichte einleitet.

Der Reichsbauernführer beschäftigte sich dann ein­gehend mit den wirtschaftspolitischen Fragen und erklärte, wenn * der Reichskanzler dem deutschen Bauerntum durch das Reichserbhofrecht eine Sonderstellung eingeräumt habe, jo deshalb, weil er in dem Bauerntum d i e Quelle der Nation erblicke. Der Grundsatz des National­sozialismusGemeinnutz geht vor Eigennutz" sei eine Erkenntnis von ungeheurer Tragweite, und erst, wenn man sich klar und eindeutig zu dieser Grunderkenntnis bekenne und von ihr aus die Be­deutung des Landvolkes zum Gesamtvolk überprüfe, könne man die nationalsozialistische Agrarpolitik ver­stehen. Es gehe niemals um den Sondernutzen eines Standes, sondern um das Wohl des gesamten Vol­kes.

Die Einigung der Bauernschaft sei die erste und die Einheit zwischen Bauern­führer und Mini st er die zweite Voraus­setzung zu dem Agrargesetzeswerk gewesen. Das Reichsnährstandgesetz sei die Voraussetzung gewesen für das Gesetz über die Getreidefestpreise. Der Bauer sei durch die sinkenden Preise immer mehr der Verelendung anheimgefallen.

3n dieser gefährlichen Lage habe man die grundsätzliche Umschaltung gewagt und den Preis für die wichtigsten Erzeugnisse in gleicher Staffelung nach Raum und Zeil feff- gelegt, in gerechter Abwägung nach den Inter­

essen des Erzeugers und des Verbrauchers.

Man habe damit nicht nur den Bauern vor einem weiteren Preisverfall geschützt, sondern auch den Verbraucher vor ungerechter Preiserhöhung be­wahrt. Mit dem festliegenden Preise ändere sich auch das ganze Wirtschaftssystem mit einem Schlage. Wenn man liberalistisch eingestellt gewesen wäre, hätte man angesichts des Preisverfalls Stüt­zungsmaßnahmen ergriffen, um den Preis zu halten. Das wäre aber nur den Getreide- fpekulanten zugutegekommen, und der Staat hätte auf feinen Getreidevorräten fitzen bleiben müs­sen. Aus dieser Erkenntnis heraus habe man das kapitalistifch-liberaliftische System in der Landwirt­schaft beseitigt.

Aus den gleichen Erkenntnissen fei auch das Reichserbhofgeseh entstanden, das dem Bo den den Charakter einer Handels­ware nähme. Bejahe man die Abwendung von der kapitalistischen Wirtschaft, dann bejahe man auch folgerichtig den Gedanken der Unver­äußerlichkeit, der Unteilbarkeit, der Unverschutd- barkeit des Bodens, wie er im Reichserbhof- gefeh verankert fei, und zugleich die Festpreise. So sehe man den Aufbau einer völlig neuen, unkapitalistifchen, in sich geschloffenen wirtschaft.

Zu dem Bestreben nach festen Preisen und festen Löhnen geselle sich das Bestreben nach einem f e ft e n Zinsfuß. Hier liege allerdings die schwierigste Aufgabe. Denn es handle sich ja schließ­lich darum, das Kapitel aus der kapitalistischen Wirtschaft herauszulösen. Daß dieses Ziel, das ja nichts anderes bedeute als die Brechung der Zins­knechtschaft, allen Nationalsozialisten unverrückbar vor Augen stehe, sei selbstverständlich. Es stehe fest, daß es an der deutschen Bauernschast nicht liegen solle, zur Brechung der Zinsknechtschaft bis zum letzten beizutragen, da sie ja am stärksten darunter gelitten habe.

Der Reichsbauernführer schloß in der lieber» zeugung, daß unsere Nachfahren einmal erklären würden: Die Bauernführer aus der Zeit der großen deutschen Revolution haben in hingebungsvoller Ar­beit ihrem Volke und Landstande gedient und haben sich dabei erwiesen als das unerschütterlichste Fun­dament unseres Führers Adolf Hitler.

Reichsjugendführer Baldur von Gchirach

legte bann den Bauernführern den Sinn und die Notwendigkeit der Eingliederung der Bau­ernjugend in die Hitlerjugend klar und dankte dem Reichsbauernfüher für sein verständnis» oolles Eingehen auf diese Notwendigkeit. Die Ein­ordnung der Bauernjugend bedeute keine Wegnahme dem vielmehr ein Bereitmachen dieser Jugend für ihre großen Aufgaben im Dienst des Bauerntums, denn tzen Aufgaben im Dienst des Bauerntums, denn nur eine Jugend, die erst durch die Ideenwelt des Nationalsozialismus hindurchgegangen fei, könne im Kampf um den deutschen Bauern und für das deut­sche Bauerntum ihren Mann stehen. Mit besonderer Betonung erklärte der Reichsjugendführer erneut, daß er es sich zur Aufgabe gesetzt habe, die gesamte' Jugend aller Stände und Konfessionen zu einer Einheit zusammenzu sch ließen. Er werde von keiner Seite Eigenbröteleien dulden, auch von der Seite der Reaktion nicht. Denn wenn der Marxismus den Tod aller nationa­len Erziehungsarbeit dargestellt habe, so bedeute die Reaktion deren Pest. Gegen 13 Uhr konnte Staats­sekretär Willikens die Beratungen des Reichsbauern- tages schließen.

Treugelöbnis der Bauernschaft an den Führer.

Weimar, 20. Jan. (DNB.) Der Reichsbauern- führer sandte aus Weimar an den Reichskanzler fol­gendes Telegramm:

Die im ersten Reichsbauerntag der deutschen Ge­schichte in Weimar versammelten deutschen Bauern­führer entbieten ihrem F ührer undDolks- kanzler Adolf Hitler ihren Gruß. Sie sind ftoh, im Dienste am Volk und an der Heimat unter Ihnen ihre Pflicht tun zu dürfen. Das deut­sche Bauerntum gelobt Ihnen in dieser geschichtlichen Stunde erneute Treue, Sie, mein Führer, können sich auf das deutsche Bauerntum verlassen.

Gez.: R. Walter Darr ö."

Neue Wege und Aufgaben des Zugenvherbergswerkes.

Berlin, 21. Jan. (DNB.) Der Reichsverbaich für Deutsche Jugendherbergen hielt im Herrenhaus feine Hauptversammlung ab. Im Namen des Reichs» lugenWhrers Baldur von Schirach, der sein reg» stes Interesse am Jugendherbergswerk aussprechen ließ, und der den Abteilungsleiter H. der Reichs» jugendführer Gobietsführer Rod atz zum Reichs- veröandsführer ernannt hat, begrüßte Obergebiets, führer Jahn- Berlin die Vertreter der Behörden, der SA. und des Stahlhelms. Gebietsführer Rodatz gab einen Ueberblick auf die Neuordnung und nannte einige der nächsten Aufgaben. Man werde an einen weiteren Neubau von Jugend­herbergen in allen Tellen des Reiches Heran­gehen. Am 8. April werde imHamburgerHa» f c n die schwimmende Jugendherberge mit über 500 Betten ihrer Bestimmung übergeben werden, ein umgebauter 2000-Tonnen-Segler. Mit aller Kraft werde auch an die Durchführung des Reichs- werbe - und opfertages gegangen, mit des­sen Hilfe die übernommene Schutt) en la st, eine Folge der früheren Mißwirtschaft, verringert werden soll. Mit der Durchführung des Schulpfen­nigs fei der Jugendherbergsarbeit ein neuer Auf­schwung gesichert. Mit frischem Mut gehe der Neichsverbänd an die neue Aufgabe im neuen Staat heran, um unsere Jugend in den Dienst von Volk und Vaterland zu stellen.

Deutsche und englische Fugend

Obergebietsführer Nabersberg über seine

Londoner Reise.

Berlin, 20. Jan. (DNB.) Der Stellvertreter des Reichsjugendführers, Obergebietsführer N a bersberg, gewährte einem Mitarbeiter des 8 Uhr Abendblatt" eine Unterredung über feine Reife nach London. Die Reife, die mehrtägige Ver­handlungen mit den Führern der englischen Jugend­verbände und ähnlicher Organisationen zum Ziele hatte, ist für alle Teile zufriedenstellend verlaufen. Von deutscher Seite mußte in erster Linie dem ver­hängnisvollen Irrtum zu Leibe gegangen werden, daß die Hitler-Jugend eine militärische Organisa­tion sei, die die Erziehung der jungen Menschen zu nichts mehr als zu reinen Soldaten im Auge habe. Es konnte von deutscher Seite in den Ver­handlungen klar und deutlich zum Ausdruck ge­bracht werden, daß die Hitlerjugend nicht im ge­ringsten auf militärischer Basis er» 3 o g e n werde. Sie sei vielmehr eine Gemeinschaft, die im echten nationalsozialistischen Geist die Ideale hochhalte, die die Jugend am stärksten begeistern. Das Ziel sei, in ihren Reihen Menschen heranzu­bilden, die fest und kraftvoll im ernsten Lebens­kampf ihren Mann zu stehen bereit wären. Niemals aber fei auch nur im entferntesten daran gedacht worden, gar kriegerische Haß- oder Revanchegedan­ken in das Herz der Jugendlichen zu verankern. Weiter richteten sich die Verhandlungen auf einen regeren Austausch der Jugendlichen beider Länder. In nicht ferner Zeit sollen englische Jungens und Mädels gegen deutsche ausgetauscht werden zu einem Aufenthalt, der es beiden Teilen ermöglichen soll, von einander zu lernen und mit jugendlicher Be­geisterungsfähigkeit alles an sich aufzünehmen, was neu und wertvoll ist. Die Besprechungen sollen bald fortgesetzt werden, um das Verständnis für die Erfordernisse der einzelnen nationalen Jugend- gruppen zu fördern.

Arbeitsdienst ist Ehrenpflicht der deutschen Jugend.

Staatssekretär Hierl vor den Berliner Studenten.

Berlin, 20. Jan. (DNB.) Am Samstagvor­mittag fand in der Aula der Berliner Universität eine Kundgebung der Studentenschaft für den Ar­beitsdienst statt, an der in erster Linie die Studenten teilnahmen, die in den kommenden Semesterferien ihrer studentischen Arbeitsdienstpflicht genügen wer­den. ReichsarbeitsführerStaatssekretär Hier! führte über die grundsätzlichen Fragen der Arbeitsdienst­pflicht u. a. aus:

Arbeitsdienstpflicht ist Ehrenpflicht der deutschen Jugend. Große öffentliche Arbeiten mit volkswirtschaftlichen, kulturellen und anderen staatspolitischen Zwecken sollen durchgeführt werden. Zwei Arbeitsaufgaben stehen im Vordergrund: G e minnung neuer Provinzen innerhalb unserer Grenzen im Frieden, um uns von der Einfuhr lebensnotwendiger landwirtschaft- kicher Erzeugnisse unabhängig zu machen, sowie Umsiedlung unseres Volkes inner­halb unseres Lebensraumes, damit unser Volk aus der totbringenden Verstädterung losgelöst wird. Höher aber als die materiellen Arbeitsleistun­gen ist die e r z i e h e r i s ch e W i r k u n g d e s Ar­beitsdienstes einzuschätzen. Hier liegt nach dem Willen des Führers d e r K e r n der Idee. Aus dem eigenen Erleben des Arbeitsdienstes soll der junge Mensch d i e rechte Auffassung vom sitt­lichen Wert der Arbeit und die rechte Einstellung zur deutschen Arbeitsge­meinschaft gewinnen. Die allgemeine gleiche Arbeit s d i e n st p f l i ch t als Ziel steht von An­fang an für alle arbeitsfähigen jungen Deutschen feft, so fuhr der Redner fort. Voraussetzung für ihre Einführung ist jedoch die seelische Bereitwil­ligkeit der deutschen Jugend, diese Pflicht auf fick Zu nehmen. Ein Ruhmesblatt wird es stets in der Geschichte der deutschen Studentenschaft bleiben, daß sie von sich aus ohne jeden staatlichen Zwang den Eintritt in den Freiwilligen Arbeitsdienst zur Pflicht erhoben hat.

Der Führer der deutschen Studentenschaft, Dr. Stäbel, warnte reaktionäre Saboteure des deut­schen Aufbauwerkes vor den Fäusten der SA. und gelobte dem Staatssekretär Hierl die treue Gefolg­schaft der gesamten Studentenschaft. Er hob beson­ders hervor, daß keinerlei Trennung ein­zelner Gruppen von dem gemeinsamen Ziele des Arbeitsdienstes in Frage komme, sondern daß die Studentenschaft in allen ihren Gliedern am sel­ben Strange ziehe. Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer das Deutschlandlied und das Horst- Wessel-Lied hallten gewaltig durch den hohen Kup­pelraum.

Erkältung des Reichspräsidenten.

Berlin,20.Jan. (DNB.) Reichspräsident von Hindenburg leidet zur Zeit an einem l t u n g s k a t a r r h und hat infolgedessen die für gestern und heute vorgesehenen Empfänge und Besprechungen abfagen müssen.