Ausgabe 
22.1.1934
 
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Montag, 22. ZanuarMH

18<. Jahrgang

Nr. 18 Erstes Blatt

Oie Spannung im Kernen Osten

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Sranhud am^rnain 11636 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatr Buch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Zchristlertung und Geschäftsstelle: Zchutftrahe 7

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Mandschurei durch Japan zu zerstreuen. Der japa­nische Außenminister Mirota brachte ebenfalls die Genugtuung Japans über die Thronbesteigung Puyis zum Ausdruck. Die Einführung des tnonar- chischen Systems im Mandschukuo-Staat sei dazu angetan, die Unabhängigkeit des neuen Staates weiterhin zu festigen.

willigungsbehörden die Anträge auf Reichszuschüsse in den letzten Tagen noch weiter erheblich zugenommen.

Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70m m Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Latz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins- u. Tageskalender im Textteil 12 Rpf. je mm

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Frühkonzert, atschläge für L40: Jugend- steiherr vom Warum Fa- )unte Volks- Märsche und ms Neunte", i" aus einem )ig van Beet- Äusführende: Leitung: Sieg- mußt wissen, icht", Vortrag, mate op. 109, Aeltere Tanz-

3. Die Möglichkeit einer internationalen Luft- polizeimacht solle zwar erörtert, die Wichtig­keit dieser Frage aber der sofortigen Festlegung der nationalen Streitkräfte auf einen vereinbarten Stand n a cf) g e ft e II t werden. Der praktische Wert einer solchen internationalen Luftmacht sei nach englischer Ansicht schwer festzustellen, da in einem Notzustand keine Garantie für die Verwen­dung sogenannterinternationaler" Flugzeuge für nationale Zwecke durch die Behörden foeS Landes, in i, dem sie stationiert seien, vorhanden sei.

Times" erklärt, die britische Regierung werde sich in den nächsten Tagen entscheiden müssen, ob sie positiv in die Besprechungen zwischen Deutschland und Frankreich eingrei- s e n will. Voraussetzung sei dabei, daß sie amtlich Kenntnis von dem Inhalt der französischen und deutschen Mitteilungen erlange. Ohne genaue Kennt­nis dieser Schriftstücke könne sie über die Aussichten auf einen Erfolg der Verhandlungen nicht die Frage beurteilen, ob und wie ein direktes Eingrei­fen Englands förderlich wäre. Es könne angenom­men werden, daß weder die Pariser noch die Berliner Regierung ihr letztes Wort gesprochen hätten. Die Bewäh- r u n g s f r i st, so sagt dieTimes" weiter, soll aus den französischen Vorschlägen verschwunden sein. Es sei ganz klar, daß für eine allgemeine und sofortige Verminderung der Rüstungen auf den

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Das amerikanische Flotten- Programm.

Tokio, 20. Jan. (DRB.) Die japanische Presse beschäftigt sich eingehend mit dem neuen Flotten- bauprogramm der Vereinigten Staaten. Die Zeitung Chozi, die gute Beziehungen zum japanischen Ma- rineministerium besitzt, schreibt, daß die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika demnächst neue Kredite für die amerikanische Marine in Höhe von 100 Millionen Dollar erhalte. Es gebe in Ame- rika z. Zt. zwei F l o 11 e n b a u p r o g r a m m e. Das eine sehe den sofortigen Bau von zwei Fluggeschwadern, sechs U-Booten, 12 Zerstörern, einem großen Kreuzer und zwei kleinen Kreuzern vor. Das zweite Programm, das biszumJahre 1 939 ausgeführt werden solle, umfasse den Bau von 102 Kriegsschiffen, wodurch eine d ö 11 i g n e u e Lage sowohl im Stillen Ozean als auch im At­lantik geschaffen würde. Die Zahl der Mannschaften in der amerikanischen Flotte solle von 80 000 auf 100 000 Mann erhöht werden. Das Blatt schließt, daß im Jahre 193 9 die Vereinigten Staaten wohl die größte Flotte der Welt von 156 modern­sten Kriegsschiffen besitzen und somit eine stär­kere Flotte als England haben werden. Die Mitteilungen haben in Tokio beträchtliche Auf- merksamkeit erregt.

Bor einem neuen englischen Abrüstungsvorschlag

Oie Prüfung der deutschen Antwort im Sonderausschuß des Kabinetts. Oie preste kündigt eine englische Initiative an.

Mhkonzert. 14.40: Stun% 45:Sie Ler- i Grohbetrie- . 18.25: Eng- der Nation: 20: Grift ins ro Tote. Kurz- Stimmen der itfunks. 21.15: er von Anton » 45: Unterhal- Vom Schick- Her Kaufmann

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Flühkmzert. tjulfunf. JO ® i ®od)t , 2; juqend. 15-1U- 18: Stimme , q Stunde der iler Fasching 20.10: Großer 50-Garmisch' ^eilterschaii mi s»D°s Mikro- Mue Tänze.

London, 22. Jan. (DRB.-Funkspruch) Unter der ÜberschriftReue Hoffnungen auf eine Rüstungs­vereinbarung" schreibtDaily Telegraph" u. a.: Der Abrüstungsausschuß d e s Ka­binetts wird sich am Montag mit zwei wich­tigen Dokumenten befassen, mit der deutschen Antwort auf das britische Ersuchen um Auf­klärung gewisser Punkte in den ursprüng­lichen Vorschlägen des deutschen Reichskanzlers und mit der Antwort der deutschen Regie­rung auf die letzte französische Denk- ch r i f t. Die britische Regierung wird dann i n Zusammenarbeit mit deritalienischen Regierung den nächsten Schritt zu prüfen haben, der geeignet ist, die Beilegung der deutsch- ranzosischen Meinungsverschiedenheiten zu fördern. Dies gilt als unentbehrliche Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Abrüstungskonferenz. Am 13. Februar werden Henderson und seine Mitarbeiter in London überdenZeitpunktdesZusam- mentritts des Büros beraten. Dringender aber ist die Frage, ob Aussicht a u f eine deutsch-französische Rüstungsverein­barung besteht. Amtliche Steuerungen liegen bri- tischerseit's noch nicht vor. Die Meinungsverschieden­heit in der Frage der Stärke der künftigen deutschen Armee (300000 oder 200000 Mann) ist lösbar. Die wichtigste Streitfrage aber bleibt die deutsche Forderung nach sofortiger Gleich­heit, die in dem Besitz aller defensiven Waffen in noch zu vereinbarender Menge Aus­druck finden soll. Diese deutsche Forderung werde noch immer von Frankreich abgelehnt.

Observer" meldet, daß nach der Überreichung der deutschen Antwortnoten an London und Paris der Zeitpunkt für eine englische Stel­lungnahme zum deutsch-französischen Meinungs­austausch gekommen sei. Der Hauptpunkt der eng­lischen Vorschläge werde in einer Anregung zu so­fortigen Verhandlungen über die Festsetzung einer oberen Grenze für die Heeres -, s Marine- und ßuftftreitträfte, und zwar i in erster Linie für Deutschland, Frankreich, Italien und England, bestehen. Die englischen Vorschläge wur­den sich ferner auf die drei hauptsächlichsten deutsch- französischen Streitpunkte erstrecken, nämlich die Ab­lehnung der sogenannten Probezeit für Deutschland, die deutsche Forderung einer 100- prozentigen anftatt einer 50prozen- tigen Herabsetzung der französischen Luftstreitkräfte und die französtsche Forde­rung nach einer fortschreitendenSicherheits- maschinerie" einschließlich der Bildung einer internationalen Luftpolizei als Bedingung einer gleichlaufenden Rüstungsherabsetzung.

Es bestehe Grund zu der Annahme, daß Die englischen Anregungen in diesen drei Punkten fol­gende sein würden:

1. Die Forderung nach einerProbezeit könne nicht mehr mit Aussicht auf Er­folg aufrcchterhalten werden. Das w'ch- tigste Ziel sei die Erreichung einer Rüstungs- beqrenzung auf der Grundlage der Gleichheit, so daß ein Rüstungswettren- nen vermieden werde.

2. Die einzige praktische Grundlage für eine Be­grenzung der Luftmacht sei die einesEin- m a ch t st a n d a r d s". Auf dieser Grundlage sollte es für Deutschland ein leichtes fein, die Enstchlie- Kuna für das Verbot des Bombenabwurfes amu» nehmen und die Begrenzung würde nur lurMili- tärflugzeuge anwendbar sein. Wenn diese Grenz- sestsetzungen angenommen würden, wurde der Streit um eine 50prozentige oder lOOprozentige Herab­setzung bedeutungslos werden.

Auswirkung der Arbeitsbeschaffungs- maßnahmen in Heffen.

Darrnffabf, 20. 3an. (C13D-) 3n der Zeit vom 15. Oktober bis 31. Dezember *933 wurden, wie das Staatspresseamt mitteilt, im Volksstaat Hessen 22 488 Anträge auf Bewilligung von Reichs- 3 u f d) ü f f e n g e n e t) tn i g t. Die Summe der be­willigten Reichszuschüsse beläufti sich auf rd. -4 3954)001 Reichsmark. Die mit diesen Reichszuschussen dem Handwerk in Hessen zugeführten Betrage erreichten die ansehnliche höhe von über 17 909 000 RUI Er- freulicherweise haben nach den Meldungen der De-

Araki tritt zurück. 1

London. 22. Jan. (DRB. Funkspruch.) Wie Reuter aus Tokio meldet, hat der Kriegsminister Ge­neral Arakl aus gesundheitlichen Gründen seinen Abschied eingereicht. Als Rachfolger hat er General Senjurjo hayafhi, den Generalinspektor des militärischen Schulungswesens, in Vorschlag gebracht. General A r a k i galt als Vertreter der schärfsten nattonalistischen und anttparlamenlarischen Richtung innerhalb des Kabinetts. Er genoß das besondere Ver­trauen des Heeres und der Ularine.

puyi nimmt Die mandschurische Kaiserwürde an.

Tokio, 20. Jan. (DRB.) Wie Reuter aus Tschangtschun meldet, hat der mandschurische Mi­nisterpräsident am Samstag dem bisherigen Präsi­denten Puyi in feierlicher Form den mandschu­rischen Kaiserthron angeboten. Puyi hat die Kaiserwürde von Mandschukuo angenom« m e n. Der Wortführer des japanischen Auswärtigen Amtes weift gleichzeitig auf die Erklärungen der Mandschukuo-Regierung hin, wonich die Errichtung Les monarchischen Systems keine Wiederher­stellung der Mandschu-Dynastie bedeute. Auch hätten die Mandschukuo-Behorden eindeutig erklärt, daß keine Grenzveränderungen beabsichtigt seien, so daß insbesondere die Besorg­nisse vor einem Einfall in Nordchina als unbegründet bezeichnet werden müßten. Japan be­glückwünsche die Mandschukuo-Regierung herzlichst zur Thronbesteigung P u y i s , die im übrigen d i e Tatsache der Unabhängigkeit Mon­ds ch u k u o s offenkundig mache und geeignet sei, die grundlosen Gerüchte einer Annektion der

haben. .

Jedes Mittel, das Baltentum zu treffen, war den allrussischen Kreisen in Petersburg recht. Dazu ge­hörte auch die Verhetzungder Landbevöl­kerung gegen das Baltentum und gegen alle Deutschen überhaupt. Diese Saat trug üppige Früchte. Die russische Regierung übersah aus Freude darüber die schnell und stark anwachsende soziali­stisch-anarchische Bewegung und schritt gegen diese erst energisch ein, als sie sich nach dem russisch-iapa- nischen Krieg an die Öffentlichkeit wagte und ver­suchte, sich von der Russenherrschaft durch Bildung eines eigenen Staatswesens zu befreien. Der lßers such mißglückte bekanntlich, aber die innere Schwache des Zarenreichs war erkannt. Wohl fah man da­mals bei der Regierung ein, daß man Den Balten durch ihre Bedrückung schweres Unrecht getan hatte und versuchte ihr Los zu erleichtern, aber es war schon zu spät. Der der Landbevölkerung von den Russen eingeimpfte Haß gegen alles Deutsche sa schon zu tief. Die besten, zuverlässigsten, kulturell wertvollsten Staatsbürger des russischen Reiches kämpften heroisch und unermüdlich um ihr Deutsch­tum gegen eine übermächtige deutschfeindliche Welt.

Der Weltkrieg schlug dem baltischen Deutschtum ungeheure Wunden, vielleicht noch mehr die nachfol- aenden Jahre man wird es nie erfahren. Dem baltischen Landadel wurde durch entsprechende Aararaesetze des neuen Staates um den legalen Schein zu wahren, der größte Teil seines Bodens genommen. Nur in den Städten halten sich die Balten noch, haben dort sogar mit größten Opfern ein deutsches Schulwesen neu er­achtet und sind den Staaten, in denen sie woh­nen, genau so zuverlässige und wertvolle Staats­bürger, wie unter dem russischen Regime. Es wäre ia Selbstmord, wenn Die Balten sich m politische Umtriebe einlassen wollten, sie mürben sich Damit nur Das eigene Grad schaufeln. Aber wie nunmehr falt überall, macht sich auch in Den baltischen Rand- standen eine nationale Bewegung als zwangs- mäftiqe Reaktion gegen den marxistischen Sozialls- mus bemerkbar, die g-witz manches nut dem Sa- ickismus und dem Nationastozlailsmus natürlich den Eigentümlichkeiten des betreffenden Balkes und Staates angepaßt, gemein hat. Daraus nun schtte- sten ,u wollen, es handle sich um reichsdeutschen Import ist absolut abwegig. Wenn es sich ,edoch darum handelt, dem Deutschtum emen,Sch ag ver- fpüpn ah können bann heiligt Der Zweck Die Mittel.

Gelangtes den Randstaaten tatsächlich, das b°- denstündige Deutschtum in ihren Grenzen radikal auszurotten, mas dann? Wer als Soldat wahrend des Krieges im Baltikum gewesen st. wird überall auf Schritt und Tritt auf deutsche Spuren gestoßen sein. Die StaDtbilDer sinD rem deutsche, deutsche Geistliche unD Lehrer haben Das FunDa- ment für Den Aufbau neuer Kulturen gegeben ,-a, wenn seinerzeit mit Den Deutschen Rittern unD Kauf­leuten a u ch D e u t s ch e B a u e r n m- Lmd gekom­men wären, Dann wäre Das LanD langst germam- fiert unD sicherlich nicht zu seinem SchaDen. Die Drei kleinen Volker Der RanDstaaten zusammen runD sechs Millionen Einwohner zahlend, kennen Die b o l s ch e w i st i s ch e G e f a h r Die ihneni noÄi im­mer Droht, sehr wohl, sie bemühen sich trotz trahi

Deutsche AolimIallenlMd.

Von B. Beyer.

Ernste KunDe bringt roieber einmal aus Dem SaltenlanDe zu uns. Welche DeutschfeinDliche Ten­denz in Litauen Platz gegriffen hat, nicht erst , feit gestern, geht aus Den MelDungen hervor, Die von Entlassungen Deutscher aus Aemtern unD Stellungen berichten, nur Damit Diese von Litauern besetzt werben können. Augenblicklich steht ber kleine eftlänbische Staat, er zählt nur etwas über eine Million Bewohner, im Vorbergrunbe ber Deutschenhetze. Man will, wie in ßettlanb, bie Deutschbalten, bie trotz ihrer kleinen Zahl einen wichtigen Faktor in ben Drei RanDstaaten Dar­stellen, nicht nur wirtschaftlich, fonDern auch poli­tisch m u n D t o t machen. Angeblich sinD Diese Staaten vom Nationalsozialismus beDroht unD Die­ser kann nach Ansicht Der Staatshüter nur aus DeutschlcmD Durch Vermittlung Der Deutschbalten Dort Eingang gefunDen haben. Verhaftungen von Deutschen sinD an Der TagesorDnung unD Die sozia­listischen Zeitungen im Baltikum überbieten sich an VerDächtigungen gegen alles Deutsche.

Wie ist Die Lage? Die Lehren eines Marx haben im Baltikum in Der inDuftriellen Bevölkerung, Doch auch auf Dem flachen LanDe verhältnismäßig früh Anhänger gefunDen, Die zunächst ihre PropaganDa gegen Das russische Regiment richteten. Das äußerst scharfe Vorgehen Der russischen Polizei gegen Die Sozialisten, Die kurzerhanD nach Sibirien verschickt roerhen, konnte jeDoch nicht verhinDern, Daß Der Funke unter Der Asche weiter glomm. Mit Dem Versa ssungsbruch Des Zaren Alexan­der 11!., Der Die in Der baltischen LanDesverfassung feierlich verbrieften Rechte einfach negierte, begann bie LeiDenszeit Des Ba11entums. Das blühenDe Deutsche Schulwesen mit Der einzigen Deut­schen Universität im russischen Reich, Dorpat an Der Spitze, wurDe russisiziert, hunDerte von Deutschen Lehrern, Die sowohl Deutsch, wie auch in Den LanDes- sprachen unterrichteten, murDen wegen angeblich nicht genügender Beherrschung her russischen Sprache auf Die Straße gesetzt. Man hätte am lieb­sten auch gleichzeitig für Den evangelischen Gottes­dienst Den russischen Sprachgebrauch geforDert, wenn nicht ein mutiger PreDiger Dem Gouverneur gegen­über Die Befürchtung ausgesprochen hätte, in Diesem Falle könnten Die russischen Kirchen teer bleiben. Man sah Daher Davon ab, aber Dafür regnete es Maßregelungen Der evangelischen Geistlichkeit' Der in vielen Fällen vorgeworsen wurDe, Die zur rus­sischen Kirche übergetretenen evangelischen Esten unD Letten gleichwohl noch seelsorgerisch beeinflußt zu

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Die Verwattungskoslen erreichten eine geradezu phantastische höhe. Die Anklage wirft u. a. Hirt­sief er und Den Mitangeklagten Untreue bei der Beschaffung des dritten Ehren- d o k t o r t i t e l s für hirtfiefer durch die Univer­sität Graz vor. Diesen Titel hat dieReichszen­trale" mituichtwenigerals22000 RUI. bezahlt. Für das F r ü h st ü ck, mit dem dieses neue Ehrenprädikat gefeiert wurde, wurden allein über 1 80 0 RIN. ausgegeben. Ein Betrag von fast 35 000 RUI. wurde vom 2Tli- nisterium widerrechtlich derReichszentrale" beim Jahresabschluß überlassen und unterVer­waltungskosten" verbucht.

Auf Wunsch des Damaligen Ministerpräsidenten Braun war durch Bermittluna von Hirtfiefer die frühere sozialdemokratische Abgeordnete Paula O e st e r r e i ch e r bei der Reichszentrale unterge­bracht worden. Sie hat dort insgesamt eine Ein­nahme von 12 000 bis 14 000 Mark ge­habt. Als Gegenleistung hat sie während der Dienststunden fast nur ihre persönlichen Angelegenheiten erledigt. Später be­schränkte sie sich Darauf, nur zu erscheinen, um ihr Gehalt abzuholen unD schließlich nur noch telephonisch an dessen Uebersendung zu erinnern. Das Bild der Mißwirtschaft wird dadurch abgerun­det, daß aus der Kaffe derReichszentrale" Fahr­gelder und Unkosten für Parteibuchbe­amte und deren Angehörige und Bekannte bestritten wurden.

Womit Hirtfiefer feinen Ehrendoktor bezahlte. Der Fonds der Neichszentrale Landaufent­halt für Stadtkinder.

Berlin, 20. Jan. (DNB.) Nachdem der frühere preußische Wohlfahrtsminister, Abgeordnete und dreifache Ehrendoktor Hirtjiefer vom Land­gericht Bochum kürzlich wegen Untreue zu einer Ge- fängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt worden ist hat nunmehr Die Staatsanwaltschaft Berlin e r - neut gegen Hirtfiefer Anklage erho- b e n. Wie die Justizpressostelle Berlin mitteilt, han­delt es sich um geradezu unglaubliche Mißstände in dem früheren preußischen Ministerium für Volks- Wohlfahrt und in dem mit ihm in enger Verbin­dung stehenden VereinReichszentrale Landauf­enthalt für Stadtkinder und terljo« lungspflegedeutsHerKinderimAus- land e".

Angeklagt sind Der Staatssekretär a. D. Professor Dr Scheidt und mehrere hohelNini- st e r i a l b e a m t e. Rach Den Feststellungen Der Staatsanwaltschaft sinD von DerReichszentrale" allein für Reisekosten Der Angeklagten jährlich Zehntaufende ausgegeben worden.

StanD Deutschlands gegenroärtig keine prak­tische Möglichkeit gegeben sei.

Kür eine Viererkonferenz.

Mussolini warnt das uneinige Europa vor den weltpolitischen Gefahren.

London, 22. Jan. (DNB.-Funkspruch.)Cor­ning Post" weiß aus Nom zu melden, nach italie­nischer Auffassung sollte nicht zugelassen werden, daß die deutsch-französischen Verhandlungen sich in die Länge ziehen. Es sollte vielmehr eine Zusam­menkunft der vier We st möchte abgehalten werden, um die europäische Lagevon einem höhe­ren Gesichtspunkt" aus zu prüfen. Mussolini glaube, daß eine Rüstungspause und eine Rege­lung europäischer Streitigkeiten not­wendig seien, um Europa in ben Stand zu setzen, in Einigkeit ben von außen h e r dro­henden wirtschaftlichen und politi­schen Gefahren gegenüber z u treten. Dje unmittelbarste Gefahr für ein uneiniges Europa sei seiner Meinung nachJapans Drang nach Dem Weste n".

Auch Der römische KorresponDent DesDaily Telegraph" berichtet, Daß nach italienischer Ansicht der Augenblick gekommen sei, Die bisher zwischen DeutschlcmD unD Frankreich geführten VerhanDlrm- gen auf Italien unD Großbritannien auszuDehnen unD eine Rüstungspause zu vereinbaren.

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tioneller Unstimmigkeiten, sich wirffchasttich und po­litisch zusammenzuschtteßen. wozu auch alle Vcram [afiunq vorttegt. Und. wenn die Herren Vertreter der drei Lander sich zu gemeinsamen Besprechungen zusammensetzcn und sich verständigen motten dann sprechen sie Die Sprache, Deren Kenntnis von j e be m Osteuropäer, Der auf gute BilDung Anspruch erhebt, als selbstverstänDlich vorausgesetzt wird, s i e sprechen Deutsch.

Wollen Die RanDstaaten sich Der kommunistischen unD slawischen Fluten erwehren, so werDen sie klug handeln, wenn sie bei Der ^.^'^ung Des Schutz malles gegen Osten auf Die Mitarbeit Deutscher Bau­meister unD VerwenDung Deutschen

nicht verzichten. Im Sinne Des Deutschen Reiches liegt Die Erhaltung Der SelbstanDigkett unD Unab- bängigfeit Der baltischen RanDstaaten, nut Denen uns kulturell so viel oerbinDet.