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Wirtschaftliche Llmschau.

Eine Untersuchung über dieNeubildungvon volkswirtschaftlichem Kapital inWirt- schäft und Statistik", der Zeitschrift des Statistischen Reichsamts, führt zu dem Ergebnis, daß das Geld- vermögen in Deutschland im Jahre 1933 bereits wieder um 1,3 Milliarden Mark zuge- nommen hat. Allerdings vollzieht sich die Kapital- bildung teilweise in anderer Weise als in der Vor- kriegszeit. Die größten Reserven sammeln sich in den Sparkassen an, deren Einlagen im Jahre 1933 um 621 Millionen Mark gestiegen sind, fer­ner in den V e rs i ch e r u n g s a n st a l t e n , insbe- sondere in denen der Sozialversicherung, deren Ver­mögen um fast 504 Millionen Mark gewachsen ist. Dagegen haben sich die inländischen Bank- d e p o s i t e n nur um 107 Millionen Mark erhöht, und die im Umlauf befindlichen festverzins­lichen Wertpapiere haben sogar um 500 Millionen Mark abgenommen. Dafür sind freilich für 800 Millionen Mark Steuergutscheine neu in den Verkehr gelangt.

Aus dieser Uebersicht geht deutlich hervor, daß die Hauptträger der Kapitalbildung heute die breiten Massen der Bevölkerung, ins- besondere die Lohn- und Gehaltsempfänger sowie andere Bezieher kleiner Einkommen sind. Diese Volkskreise bevorzugen bei ihrer Bildung von Re­serven die Sparkassen und die Versicherungsanstal­ten, hamstern freilich auch vielfach einfach Roten, so daß die auf diese Weise dem Verkehr entzogenen Geldbestände ebenfalls um mehr als 72 Millionen Mark zugenommen haben. Die jetzt vorliegenden Zweimonatsbilanzen der Sparkassen, die am 30. Juni d. I. abgeschlossen sind, weisep eine wei­tere Einlagensteigerung um 970 Millionen Mark auf. Um diesen Betrag sind die Sparkassenreserven also im ersten Halbjahr 1934 weiter angewachsen. Umfang und Tempo der Kapitalbildung haben sich demnach im laufenden Jahre noch bedeutend ver­stärkt. Ihr verdanken die Sparkassen vor allem auch eine wesentliche Verbesserung ihrer Liquidität. Außerdem sind sie dadurch instandgesetzt worden, in erhöhtem Umfange der Wirtschaft Kredite zur Verfügung zu stellen.

Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsver­mittlung und Arbeitslosenversicherung, Dr. Syrup, hat festgestellt, daß sich die Erschwerung der Abwanderung vom Lande in die In- dustriebezirke und die Zuzugssperre für be­stimmte Großstädte gut bewährt haben. In Ber­lin sei z. B. infolge der Auswirkung dieser Sperre die Zahl der Arbeitslosen in der Zeit vom 1. Mal bis Ende August um 100000 Köpfe zurückgegangen. Anderseits sei durch diese Maßnahmen erreicht worden, daß b e i der Getreideernte in diesem Jahre kein Arbeitermangel eingetreten sei, und daß auch für die Kartoffelernte genügend Arbeitskräfte vorhanden sein werden. Für den Austausch der jugendlichen Arbeitskräfte wies Präsident Dr. Syrup nochmals darauf hin, daß die jüngeren gelernten Facharbeiter nicht davon betroffen werden sollen und daß der Austausch auch nicht etwa zu unfreiwilliger Ar­beitslosigkeit ungelernter jugendlicher Arbeitskräfte führen dürfe. Die zur Wiederherstellung des natür­lichen Gleichgewichts der Altersklassen' in der ge­werblichen Berufstätigkeit erforderlichen Umstel­lungsmaßnahmen sollen von den Dienststellen der Reichsanstalt nicht bürokratisch und unter Be­rücksichtigung der Bedürfnisse der Wirtschaft durchgeführt werden.

Die deutscke Steinkohlenförderung hat im Monat August abermals zugenommen. Sie war im Ruhrbezirk um nahezu 15 v. H. höher als im gleichen Monat des Vorjahres. Auch die Belegschaft konnte abermals etwas vermehrt werden. Beträcht­lich gestiegen ist insbesondere die Kohlenförderung in Westoberschlesien und im Aachener Revier. Die Zahl der Feierschichten betrug im Monat August im gesamten deutschen Steinkohlenbergbau 591 000 oder 2,61 Feierschichten auf jeden Kopf der Beleg­schaft. Eine noch stärkere Konjunkturbesserung weist der deutsche Eisenerzbergbau auf. Förde­rung und Absatz sind sowohl im Siegerland wie im Lahn-Dillgebiet und in Oberhessen weiter beträcht­lich gestiegen. Im Siegerlande wurde die Beleg­schaft im Monat August um 121 auf 5418 Mann, im Lahn-Dillgebiet um 124 auf 2265 Mann erhöht. An vielen Stellen sind Aufschlußarbeiten und Boh­rungen im Gange. Endlich ist auch die Förderung im Mansfelder Kupferschieferbergbau weiter ge­stiegen.

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Der Reichsbeauftragte der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, Dr. Lüttge, hat in einer unter dem TitelDeutschlands Roh­wirtschaft" erschienenen Sondernummer der Rhein- Mainischen Wirtschaftszeitung die Umwandlung der Ueberwachungsstelle in eine Metallversor­gung s st e l l e in Aussicht gestellt. Diese soll den Verarbeitern die erforderlichen Rohstoffe je nach der Dringlichkeit zuweisen. Dabei muß natürlich der für die Ausfuhr hochwertiger Erzeugnisse der Metallverarbeitung erforderliche Bedarf bevorzugt behandelt werden. Durch eine geordnete Metall- Rohstoffwirtschaft kann die deutsche Verarbeitungs­industrie instandgesetzt werden, auf Weltmarktbasis 3u kalkulieren, soweit die Preise der Rohstoffe für die Preisgestaltung ihrer Erzeugnisse von wesent­licher Bedeutung sind. Die Wettbewerbsfähigkeit vieler deutscher Industrien wird dadurch gestärkt werden können.

Auf der Tagung des Tiefbohrtechnischen Vereins in Goslar machte Dr. Alfred Bentz aufschlußreiche Ausführungen über den heutigen Stand der Erd- ölerfchließungen in Deutschland und über das Reichsbohrprogramm für 1934, das 57 Bohrungen umfaßt. Es handelt sich in der Hauptsache um Bohrungen in Hannover, West­falen, Thüringen und Baden, lieber das Ergebnis läßt sich zur Stunde noch nichts sagen. In Nien­hagen ist die Leistung in den ersten acht Monaten des Jahres auf 150 000 Tonnen gestiegen und über­steigt somit die Jahresproduktion von 1933 schon um 5000. Bei der Motorisierung Deutschlands han­delt es sich hier um eine der wichtigsten Aufgaben, die Oelgewinnung im Lande großzügig zu fördern, wie es auch geschieht.

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Interessante Zahlen über die Zunahme der privaten Bautätigkeit werden jetzt be­kanntgegeben. In den ersten sechs Monaten des Jahres sind in den Gemeinden über 10 000 Ein­wohner einschließlich der Umbauten 70 100 Wohnun­gen fertiggestellt worden, also 88 v. H. mehr als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Die Zahl der erteilten Bauerlaubnisse und der 'Baubeginne lag um 77 bzw. 69 v. H. über dem Vorjahrsbestand. Insgesamt kamen 40 v. H. der zum Bau nötigen Mittel aus öffentlichen Mitteln zusammen. In der Hauptsache handelte es sich um Bau von Klein­wohnungen von 1 bis 3 Zimmern. Nur wenig geringer ist der Bedarf an Wohnungen von 4 bis 6 Räumen.

ausgiebig Gebrauch gemacht wird, dann Sport und nationalpolitiscker Unterricht, schließlich Abendessen und Heimabend, ausgefüllt mit dem Lernen aller möglichen Lieder oder Handfertigkeiten. Nicht zu übersehen ist die Arbeit beim Bauern. Eine Fahrt durch mehrere Heime ergab überall das gleiche Bild: Begeisterung für die Arbeit auf dem Hof und Feld, herzlichstes Verhältnis zu den Bauern, dazu schon jetzt manche Abmachung, den Jungen oder das Mädel zu behalten und in die Familie aufzuneh- men. Aber nicht nur auf dem Felde wird einige Stunden gearbeitet. Wer einen handwerklichen Beruf ergreifen will, findet bei dem Dorfhandwerker Beschäftigung.

So ist dafür gesorgt, daß die Schulentlassenen ?anz allmählich mit der Arbeit in einer Form Be- anntschaft machen, die der Arbeit alles Abschrek- kende nimmt. Gleichzeitig ist das Landjahr auch eine nicht zu unterschätzende Erholung. Bis zu zwanzig Pfund haben viele Kinder vom April bis jetzt angenommen, sind aufgeweckter geworden, fleißig und strebsam, so daß ihre Eltern mit ihnen Ehre einlegen können, sobald sie vom Landjahr zurück­kehren und in eine Lehrstelle einrücken. Oft kehren sie dem Heim für mehrere Tage den Rücken. Dann geht es froh und munter in die Wälder und die weite Ferne. Draußen wird übernachtet, die Jun- aens kochen ab, sie treiben Geländesport, sie lernen Lagerordnung, sie verrichten tausend kleine Arbeiten, um dann, wenn unter Trommelwirbel und einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Führer des Abends das Hakenkreuzbanner und die Reichsfgrben ein- geholt werden, voll stolzer Zufriedenheit sei es im Herrn, sei es auf der Wanderung an das Geschehen des abgelaufenen Tages zurückzudenken. Andere Burschen, andere Mädel kehren am 15. Dezember heim, wenn das Landjahr, das sich wegen der mit großen Unkosten verknüpften Winterzeit nur über acht Monate erstreckt, abgelaufen ist: gesund und körperlich gestählt, beständig in ihrem Wesen, durchdrungen von dem Gedanken der Volks­gemeinschaft, national in ihrem Sinnen und Trach- ten, aber auch voller Selbstbewußtsein. Denn hier haben sie gezeigt, daß sie nicht die kleinen kümmer­lichen Stadtkinder sind, die der Landmann beim Anrücken mit reichlich kritischen Blicken musterte. Sonne und frische Luft, gute Kost und eine gewissen­hafte, sorgsame und zielbewußte Leitung brachte in ihnen alle Kräfte zu voller Entfaltung. Ein großes Werk ist begonnen. Mag es nicht nur gelingen, son­dern sich selbst übertreffen. Die besten Herolde werden jedoch die Landjahrkinder fein, für die das Landjahr das große Erlebnis ihres Lebens ist, an das sie immer zurückdenken werden, das ihnen in ihrem zumeist sehr traurigen und grauen Dasein zum leuchtenden breiten Sonnenstrahl wurde. An diesem Erlebnis sollen aber einstmals alle, alle deutschen Jungen und Mädel teilnehmen.

Achtung Saarabstimmungs- berechtigte!

Verlin, 20. Sept. (DRB.) In der Zelt vom 26. September bis 25. Oktober 1934 haben die Saarabstimungsberechtigten, die nicht i n d i e Abstimmungslisten der Gemeindeaus- f d) ü f f e des Saargebietes ausgenommen worden sind, Einspruch gegen die Nlchtauf- nähme einzulegen. Die Mitteilung dar­über, daß ihre Aufnahme in die Listen nicht er­folgt ist, wird den in Frage kommenden Personen in den nächsten Tagen unmittelbar zugehen. Der Antrag auf Eintragung in die Stimmberech- tigten-Listen wird in den meisten Fällen von den Gemelndeausschüfsen des Saargebietes deshalb ab­gelehnt worden fein, weit der ständige Aufenthalt im Saargebiet am Stichtag (28. Juni 1919) nicht einwandfrei nach - gewiesen ist. Es ist also besonders darauf zu achten, daß die Linwohnereigenschast im Saarge­biet am 28. Juni 1919 durch Beibringung einwandfreier Unterlagen (polizeiliche An- und Abmeldung, Steuerbescheide, Lohnzettel, Bescheinigungen der seinerzeitigen Arbeitgeber, Be­stätigung der Krankenkassen, Arbeits- und Dienst­bücher, Licht- und Wafferzinsrechnungen oder son­stige Urkunden) oder eidesstattlicher Ver­sicherungen oder auch durch die Benen­nung von Personen, die diese Linwohner- elgenschaft bezeugen können, nachgewiesen wird. Einspruchsformulare gehen den Abstim­mungsberechtigten, die Einspruch einzulegen haben, unmittelbar zu. Für die ordnungsmäßige Beantwortung der Einsprüche stehen die Or­gane des Bundes der Saarvereine (Ge­schäftsstelle in Berlin SW 11, Stresemannstraße 42, die Ortsgruppen, sowie die Obmänner), ferner die bei den Einwohnermeldeämtern bzw. den Polizei­revieren eingerichteten Saarmelde st ellen zur Verfügung.

Oie marxistischen Ltmsturz- pläne in Spanien.

Die Regierung glaubt den Anichlag verhüten zu können.

Madrid, 20. Sept. (DNB.) Der spanische In­nenminister erklärte der Presse, daß die Polizei in Madrid in der Wohnung eines ehemaligen sozial- I demokratischen Abgeordneten eine Werkstä11e jzu r Herstellung von Bomben sowie 90 iKilogramm Dynamit gefunden hat. Weiter- Ihin wurden in Madrid der Propagandaleiter und ।einige Studenten der sozialdemokratischen Studen- Itenoereinigung bei einem umfangreichen Waffen- itransport überrascht. Die Untersuchungen för­derten u. a. Pläne ans Tageslicht, die deutlich die ^Arbeitsweise der Marxisten nach Art des amerika- mischen Gangsters erkennen lassen. Die Revolution sollte am Hellen Tage ausbrechen. Bombenan- schlüge sollten in den belebtesten Straßen Mad- irids eine Panik unter der Bevölkerung Hervorrufen. Die vom Nevolutionsausschuß heraus- ^gegebene Befehle für die marxistischen Mordbren- mer ordneten an, daß Gebäude, wie das Kriegs- Ministerium, das Verkehrsministerium, die Polizei- Direktion usw. einfach in die Luft zu spren- gen seien. Sämtliche uniformierten Perso- men in Kasernen usw. seien zu ermorden. Unter den von den Revolutionären besonders ge- !'ennzeichneten Personen befanden sich natürlich in irrster Linie die M i n i st e r. Am Abend des Re- oolutionstages sollten die Verhafteten vom Revo- jutionsgeridjt verurteilt u n b hingerichtet -werden. Zur selben Stunde hätten die einzelnen roten Behörden die Aufgabe gehabt, zahlreiche wei- wre Gebäude zu sprengen und in Brand zu stecken.

Die Regierung glaubt anhand der umfangreichen Verhaftungen, Waffen- und Dokumentenfunde der letzten Tage den geplanten Staatsstreich der Marxi­sten verhüten und der revolutionären Bewegung Herr werden zu können.

Die italienisch-südslawische Spannung.

Italien nimmt nicht am Frontkämpser- kongretz teil.

Rom, 21. Sept. (DNB.) Die Vorsitzenden der Verbände d er Kriegsbeschädigten und Frontkämpfer sandten an den Vorsitzenden des internationalen Verbandes der ehemaligen Front- kämpfer in London folgende Depesche:Die italienische Abordnung erhielt in dem Augenblick, als sie sich zur Teilnahme an dem von den Kame­raden in England organisierten Kongreß vorberei­tete, Kenntnis von dem weitgehenden heftigen Feldzug der großen südsla- wischen Presse, die durch eine beschämende Kundgebung der Feindseligkeit nicht nur die Ehre und den Stolz des italienischen Soldaten, sondern auch die Wahrheit der Geschichte kränkt. Da diese Kundgebungen von den Vertretern der südslawischen Frontkämpfer nicht zurückgewiejen worden sind, die sich ebenso wie die früheren Verbündeten und die früheren Feinde der Selbstverleugnung und des Heldenmutes des italienischen Soldaten erinnern müßten, und 'ba biefe Kunbgebungen selbst b e n Geist bes internationalen Derbanbes der ehemaligen Frontkämpfer (Fidac) verletzen und jede Zusammenarbeit zwischen den ehemaligen interalliierten Frontkämp- fern unmöglich machen, hat die italienische Ab- Ordnung mit dem lebhaftesten Bedauern auf die Teilnahme an den Arbeiten des 15. Kongresses der Frontkämpfer verzichtet.

Eine bemerkenswerte Entscheidung des schlesischen Wojewoden.

K a 11 v w i tz, 20. Sept. (DNB.) Im Oktober 1933 war den Arbeitsvermittlungsämtern die Erlaubnis erteilt worden, turnusmäßig beurlaubte Arbeiter als e n 11 a f f en anzusehen und an ihre Stelle lang­fristig Erwerbslose, bzw. solche mit größerer Fa­milie in Arbeit und Brot zu bringen. Diese Anord- nung wurde als wirtschaftliches Kampf­mittel gegen d i e deutsche Minderheit angewendet. 3n zahlreichen Fällen wurden diejeni- gen Turnus-Urlauber, die sich zur deutschen Minder- heit bekannten, n i ch t w i e d e r e i n g e st e l l t und polnische Arbeiter auf ihren Arbeitsplätzen untergebracht. Daraufhin hatten die deutschen Be- rufsverbände den schlesischen Wojewoden gebeten, die Arbeitsvermittlungsämter anzuweisen, bei der Wiedereinstellung von Turnus-Urlaubern nur wirtschaftliche und soziale Grundsätze walten zu lassen. Der Wojewode hat jetzt die Ar- beitsDermittlungsämter angewiesen, bei der Einstel- lung von Arbeitskräften unparteiisch vorzu­

gehen und nur wirtschaftliche und fami­liäre Verhältnisse zu berücksichtigen. Die Landräte und Bürgermeister müssen sich davon über­zeugen, daß keine Ungerechtigkeiten Vorkommen. Alle Verstöße werden unnachsichtlich und ohne Ansehen der Person geahndet.

Japans Finger in der ameri­kanischen Rüstungsindustrie.

Washington, 21. Sept. (DNB.-Funkspmch.) Bei dem Verhör über das Geschäftsgebaren der amerikanischen Rüstungsindustrie sagte der Vor­sitzende der Federal Laboratories Compann, $oung, aus, d i e Japaner unterhielten in Den Ver­einigten Staaten einen wirksamen Handels- informationsbienft, um sich über die neuesten amerikanischen Erfindungen laufend zu unterrichten. Die Japaner bekamen die Patentnummern durch japanische Handels­häuser und schrieben die Patente dann im Patent­amte ab. Aus dem Schriftwechsel zwischen Noung und der Maklerfirma Okura-Eompany ergab sich, daß die Maklerfirma die Patentnummern der Er­zeugnisse der Federal Laboratories Company unter Dem Vorwande zu erfahren versuchte, die japanische Marine wünsche einige Erzeugnisse zu kaufen. Poung erklärte bei seiner Vernehmung, er habe der Maklerfirma die gewünschten Nummern nicht mitgeteilt, sondern ein Abkommen über den Ver­kauf der Herstellungsrechte an die Japaner vorgeschlagen.

T. M. S m o o t, Generaladjutant in Hawai, war im Rechnungsjahr 1933/34 Agent für die Thomson-Machinegun-Gefellschaft und die Federal Laboratories. Noung unternahm im Dezember 1932 Schritte, um Das vorgeschlagene Waffenaus­fuhrverbot im Kongreß zu bekämpfen. Die Federal Laboratories verkaufte im ersten Halb­jahr 1934 der kubanischen Regierung Tränen­gas und andere Materialien im Werte von über 400 000 Dollar. Noungs Bruder Paul, der Mis­sionar der Cristian Missonary Alliance in Ecua- bor war, zeigte dem Kriegsminister und den Gene­ralen von Ecuador die Wirkungen des Trä­nengases.

Hungerkundgebungen der englischen Arbeitslosen.

London, 20. Sept. (DNB.) Die Londoner Ab­teilung des Nationalverbandes der Arbeitslosen be­absichtigt, vom 1. bis 15. Oktober einen Feldzug unter dem TitelZwei Wochen Hunger" zu organisieren. Während dieser Zeit sollen Massen­versammlungen abgehalten und Abordnungen an die örtlichen Behörden gesandt werden. Mit Dem Hun- gerseldzug wird bezweckt, eine außerordent­liche Winterbeihilfe von drei Schilling wöchentlich für Erwachsene und zwei Schilling für Kinder, ferner einen Zentner Freikohle in der Woche, Freischuhe usw. für die Arbeitslosen zu er­reichen. Den Höhepunkt des Feldzuges soll eine Kundgebung vor dem Londoner Grafschaftsrat bil­den. Aehnliche Kundgebungen sollen in verschiedenen |

anderen großen Städten veranstaltet werden. Hungermärsche sind jedoch nicht geplant.

Oas Volk in Waffen.

Die militärische Vorbildung der Jugend in Italien.

Rom, 18. Sept. (DNB.) Der italienische Mi- nifterrat billigte folgende Gesetzentwürfe:

1. Einen Gesetzentwurf für die vormilitä­rische Ausbildung, die die männliche Ju­gendorganisationen geistig, körperlich und militärisch erziehen soll.

2. Einen Gesetzentwurf für nachmilitärische Ausbildung, die den Zweck hat, nach der Dienstzeit den militärischen Gei st und die Kameradschaft wachzuhalten und die ausgedienten Soldaten in ihren diesbezüglichen militärischen Funktionen sowie mit allen kriegstech­nischen Einrichtungen und Fortschritten auf der Höhe zu halten. Diese nachmilitärische Aus­bildung ist bis zum zehnten Jahre nach Ablauf der aktiven Dienstzeit Pflicht und kommt, je nach Waf­fengattung, nur für Festtage oder für eine kurze Zeitspanne in Frage.

Weiter ift vom Ministerrat ein Gesetzentwurf ge­billigt worben, der militärische Ausbil­dungskurse an den Mittel- und Hoch­schulen vorsieht.

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Die Nachrichten von der Militarisierung des ita­lienischen Volkes haben in Paris Aufsehen er­regt. DerMatin" schreibt, Italien suche sich seinen Weg, um sich ständig als Großmacht zu verankern. Infolgedessen bringe es die spartanische Auffassung zur Anwenduna:Männer und Frauen im Dienst des Lande s". Es fei zwecklos, sich die Rückwirkungen zu verhehlen, die dieser neue diplo­matische Faktor der Militarisierung im Auslande Hervorrufen könne. Denn Italien werde bei den europäischen Verhandlungen über eine Mil­lion Soldaten In b i e Waagschale wer« f e n können. Das italienische Beispiel werde not­wendigerweise entscheidende militärische Reformen bei den anderen Ländern zur Folge haben, die leider nicht alles über d i e gleiche Bevölkerungsstärke und nationale Disziplin verfügten wie Italien.

Abschluß der schweizerischen Herbst­manöver.

Bem, 20. Sept. (DNB.) Am Donnerstag wur­den die Manöver der dritten Division abgeschlossen. Der Hebung lag die Annahme eines Angriffes auf die Zentralschweiz und dessen Abwehr zugrunde. Dem Manöver, an dem insgesamt 30000 Mann teilnahmen, waren vor zwei Wochen Uebungen der ersten Division an der West grenze vorangegangen. Unter den Gästen bemerkte man zahlreiche ausländische Militär­attaches und Offiziere in Sondermifsion, weiter den Chef des eidgenössischen Militärdepartements, Bun­desrat Minger, der bei der Schlußbesprechung das gute Ergebnis der Uebungen besonders heraus- stellte und abschließend auf die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung eines gut durchgebildeten Volks­heeres zur Wahrung der Neutralität hinwies.

Aus aller Wett.

Hunderte von Todesopfern eines Taifuns in Japan.

Ein von schweren Regenfällen begleiteter Taifun raste am Freilagvormittag mit einer Stundenge- schwindigkell von 45 Meilen quer durch Zen­traljapan. Lr nahm feinen Anfang bei Osaka und ging über Kioto in das Japanische Meer. Ls entstand eine Springflut, durch die auf einer der vorgelagerten Inseln etwa 2 0 0 0 Häuser überschwemmt wurden. Man befürchtet große Verluste an Menschenleben.

Der Weg, den der Taifun genommen hatte, bie­tet den Anblick eines Trümmerfeldes. Ausgerisfene Bäume und Telegraphenmasten, sowie die Trümmer von zerstörten Häusern liegen wirr durcheinander. In Osaka sind zahlreiche Häuser, dar­unter mehr als 40 Schulen eingestürzk. Militär wurde sofort angefordert, um sich an dem Rettungswerk zu beteiligen. DieZahlderTolen beläuft sich bisher auf etwa 4 0 0. In Osaka ist fer­ner ein berühmter Tempel zerstört worden. Dabei sind 15 Personen verletzt worden.

Dynamitanschlag auf die Dockanlagen der Morgan-Linie in Texas vereitelt.

Beamte der Morgandampferlinie in Houston (Texas) haben durch einen Zufall über 3 0 0 Pfund Dynamit entdeckt. Die Dynamitladung war durch Leitungsdrähte mit einer Batterie und einer Weckeruhr verbunden. Die Dockwärter durch­schnitten sofort die Drahtverbindungen und verhü­teten dadurch ein namenloses Unglück. Man nimmt an, daß der Plan, die Anlagen der Morganlinie zu zerstören, mit den Versuchen zu­sammenhängt, Schiffe auf hoher See zu vernichten. Wie gemeldet, brach in den letzten zwei Wochen im Karybischen Meer auf vier Schiffen Feuer aus, dar­unter auf derMorro Castle".

Der Funker Alagna belastet die Offiziere derMorro Lastle".

Im Verlaufe der Untersuchung des Brandes auf derM orro Castle" wurde der Funker George Alagna vernommen, dessen Aussagen man be­reits mit Spannung erwartete. Alagna bekundete, daß der stellvertretende Kapitän Warms die Aus- fcnöung von SOS-Stufen erst angeordnet habe, nach­dem er, Alagna, sich fünfmal auf die Kommando» brücke begeben und dringend um Weisungen ge­beten hatte. Alle Offiziere auf der Kommandobrücke, fuhr Alagna fort, schienen verwirrt und un­schlüssig. Warms sei lediglich auf- und abge­gangen. Ein Offizier auf der Kommandobrücke habe händeringend gefragt: Was sollen wir tun? Was sollen wir tun? Schließlich habe jemand, offenbar Warms, gerufen: Dreht das Schiff herum, laßt es auf den Strand laufen. Der Sachverständige für Giftstoffe eines Neuyorker Krankenhauses hat be- fanntgegeben, daß die chemische Untersuchung der Leiche des vor dem Ausbruch des Brandes gestor­benen Kapitäns Willmott keinerlei Gift­spuren ergeben hat.

Elly Beinhorn in Mexiko.

Die deutsche Fliegerin Elly Beinhorn ist auf dem Flugplatz in Mexiko gelandet. Sie wurde von einer zahlreichen Menschenmenge überaus stür­misch begrüßt. Elly Beinhorn beabsichtigt, in der Stadt Mexiko etwa zehn Tage zu bleiben.