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Aus der Provinzialhauptstadt.

Poesie der Warnungstafeln.

Auf den ersten Blick scheint es, als würde kein wesentlicher Unterschied sein, ob man etwasver­bietet" odernicht erlaubt". Und doch wissen wir, daß wir uns über die vielen Verbote, die ja jeder Wanderer und Naturliebhaber auf Dutzenden von Tafeln zu Gesicht bekommt, nicht nur ärgern, son­dern sie aus natürlichem Widerspruchsgeist heraus auch zum größten Teil nicht befolgen. Derartige Tafeln, aus denen dann immer steht, daß nach Paragraph soundso dieses oder jenes bei Strafe nicht unter soundsoviel verboten ist, verfehlen also ihren.Zweck, und deshalb sind findige Stadtver­waltungen, Gemeinderäte und auch Privatbesitzer in kluger Erkenntnis der menschlichen Eigenart auf die Idee verfallen, ansprechendere Verbotstafeln, zum Teil sogar in dichterischer Form, herzustellen. Diese verständige Abweichung vom Herkömmlichen hatte einen ausgezeichneten Erfolg. Man nahm sie mit Lachen zur Kenntnis, und sie wurden, was das Entscheidende ist befolgt!

Statt vieler Verbotstafeln, bei denen zuerst das Wörtchenverboten" durchnicht erlaubt" ersetzt wurde, hat eines Tages beispielsweise die Stadt K ü st r i n eine einzige Tafel mit folgendem netten Vers hingestellt:

Rauche nicht in diesem Haine, . führ die Hunde an der Leine!

Scherben und auch Brotpapier dienen nicht zur Waldeszier. Halte ein die Wegesbahn, zünde auch kein Feuer an! Laß das Fahren und das Reiten dort, wo müde Wandrer schreiten! Laß dem Wald den Schmuck der Blätter, laß die Blumen, wo die Götter zur Zierde hingestellt! lles dies ist durch Verbot auch mit Strafe noch bedroht!"

Oder in Oderberg am Hohenzollernkanal liest man:

Lieber Leser, merk dir das:

Geh auf dem Weg und nicht im Gras, damit man leicht und ohne Müh dich unterscheiden kann vom Vieh!"

Na, das läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Eine ebenso scharfe und humorvolle Sprache spricht eine Verbotstafel in der Uckermark, die ein dortiger Gutsbesitzer anbringen ließ:

Ich glaube nicht, daß grade Sie gehören woll'n zu meinem Vieh. Auf dieser Wiese aber frißt Rindvieh nur, das meines ist!"

Oder an einer Kanalböschung: ^Dieses Ufer, lieber Gast, leidet, wenn du's betreten hast. Drum bitte, bitte, sei so gut, leg deinen Mantel, deinen Hut, etwas mehr oben in das Gras dir schadet's nichts und uns macht's Spaß!"

An einer kahlgebrannten Waldstelle hatte eine Forstverwaltung eine Tafel anbringen lassen, auf der man liest:

Bürger, du bezahlst nicht Steuer, damit ein Wald verbrennt durch Feuer. Dieser Brand entstand, wir wetten, durch ungelöschte Zigaretten!"

Wir wollen über die Schönheit dieses Gedichtes nicht streiten, aber es ist sicher, daß der Leser dieser Tafel einen größeren Eindruck von dem niederträch­tigen und gefährlichen Fortwerfen von feuergefähr­lichen Dingen erhält, als wenn da gestanden hätte, daß das Rauchen in Wäldern verboten ist. Im Westfälischen konnte man eines Tages im Walde eines beliebten Ausflugsortes auf einer Steintafel lesen:

Fühle dich hier wie zu Hause! Und wenn du daheim Zeitungen, Eierschalen und Butterbrot­papier auch auf den Boden wirfst, so laß dich auch hier durch nichts in deinen ,Heben' Angewohn­heiten stören!"

Die Verwaltung erzählt, daß diese Tafel einen solchen Erfolg zeitigte, daß dieser Ausflugsort, der bis dahin nach jedem Wochenende von Papieren und allerlei anderem nur so wimmelte, jetzt sauber ist und sich der besonderen Sorgfalt der Besucher erfreut.

Nun zum Schluß noch etwas über eine Tafel, die in der Umgebung von Berlin stehen soll. Die Berliner, die ja gerne etwas Krakehl machen sollen, lasen eines schönen Tages:

Wem das Großstadtleben die Nerven zernagt, Wen Kummer und schlechte Laune plagt, Der sucht hier Ruhe, der haßt Gebrüll!

Drum haltet die Schnauze und wandert still!"

Offenkundig fühlte sich durch das etwas harte WortSchnauze" jemand beleidigt und kratzte es kurz entschlossen weg. Jetzt hat man eine kleine Tafel dazugestellt, auf der man als Antwort liest:

Wer hier das Wort .Schnauze' hat ausradiert, der hat ein töricht Stück vollführt.

Daß die Schnauze das größte im Berliner Gesicht, weiß alle Welt, nur der Radierer nicht!"

Gut gegeben, nicht wahr? Und nachdem nach einem berühmten Dichterworterlaubt ist, was gefällt", wollen wir in Zukunft verbieten, vielmehr nicht erlauben, daß man uns etwas verbietet, wie es uns nicht gefällt! Also: Dichter an die Front!

Fahnengruß an die alten Soldaten?

Die Leitung des Vierten 116er-Tages in Gießen hat vor einigen Tagen an die Gießener Einwohner­schaft die Bitte gerichtet, zur Begrüßung der alten Soldaten die Häuser mit Fahnen zu schmücken. Es sei heute an diese Bitte noch ein­mal erinnert in der Hoffnung, daß unsere Straßen zu ehren der alten Soldaten reichen Flaggenschmuck zeigen mögen.

Oie Prediger beim Festgottesdienst.

Anläßlich des F e st g o 11 e s d i e n st e s, der am heutigen Samstag, 21. Juli, um 18 Uhr am 116er» Denkmal ftattfinben und der mit der Weihe einer Gedenktafel für das Inf. - Rgt. 390 verbunden sein wird, sprechen Pfarrer Trapp und Kaplan D e u st e r.

Weckruf zum Bahnhof.

Der Empfangs- und Verkehrsausschuß des 116er- Tages teilt uns mit, daß die Empfangskapelle in der alten 116er-Uniform am morgigen Sonntag früh einen Weckruf zum Bahnhof ertönen läßt. Abmarsch 6.30 Uhr Ecke Moltkestraße und Kaiserallee, Marsch durch Kaiserallee, Ludwigsplatz, Ludwigstraße, Bleichstraße, Hindenburgwall, Frank­furter Straße, Liebigstrahe, Bahnhofstraße zum Bahnhof.

Oie Aufstellung des 416er-Feffruges.

Von dem Vorsitzenden des Zug- und Ordnungs­ausschusses wird uns mitgeteilt:

Die alten Soldaten schließen sich ihren ehern. Kompanien an, wenn der einzelne auch nicht Mit­glied eines Vereins oder Verbandes ist.

Jeder Festzuateilnehmer hat den Vorteil, daß er den ganzen Festzug zu sehen bekommt.

Die Marschzeit Des Festzuges dauert zirka eine Stunde und wird zum größten Teil durch schattige Straßen geleitet.

Schmücken und Flaggen der Häuser ist Ehren­pflicht der Gießener Einwohnerschaft!

Oie Tabakwarengeschäste morgen nachmittag geöffnet.

Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Auf Grund der §§ 41a und 105b der Gewerbeordnung in der Fassung der Verordnung vom 5. Februar 1919, so­wie auf Grund des § 9 der Verordnung über die Arbeitszeit der Angestellten vom 18. März 1919 wird den Tabakwarengeschäften in der Stadt Gießen gestattet, ihre Ladengeschäfte am Sonntag, 22. Juli, in der Zeit von 11 bis 18 Uhr offen zu halten. Die Beschäf­tigung von Gehilfen und Lehrlingen darf nur in der Zeit von 11 bis 13 Uhr stattfinden.

Äon der Reichsbahn.

Anläßlich des 116er-Tages verkehrt am morgigen Sonntagfrüh ein Zug ab Grünberg über Lon­dorf Lollar nach Gießen. Abfahrt in Grünberq 6.11 Uhr, Ankunft in Gießen 7.19 Uhr.

Zur Rückfahrt wird ein Zug ab Gießen 23 Uhr über Lollar Londorf nach Grün- berg geführt, dort Ankunft 0.01 Uhr.

20 bis 30, Zwiebeln 12, Rhabarber 8 bis 10, Kar­toffeln (alte), das Pfund 5% Pf., der Zentner 5,50 Mark, neue, das Pfund 8 bis 9 Pf., Frühäpfel 20 bis 30, Falläpfel 8, Himbeeren 20 bis 25, Birnen 20 bis 35, Aprikosen 20 bis 25, Kirschen 20 bis 25, Heidelbeeren 25 bis 35, Stachelbeeren 12 bis 15, Johannisbeeren 15 bis 18, Pflaumen 15 bis 25, Mirabellen 30 bis 35, Junge Hähne 70 bis 100, Suppenhühner 60 bis 80, Tauben, das Stück 50 bis 70, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 8, Salat­gurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 5, Ober- kahlrabi 8 bis 10, Suppengrünes 5, Rettich 5 bis 10, Radieschen, Bund 10 Pf.

Bornotizen.

Tageskalender für Samstag. Vier­ter 116er-Tag: 17.30 Uhr: Feierliche Einholung der alten Regimentsfahnen am Bahnhof durch die Traditionskompanie; 18 Uhr: Gottesdienst und Ge­fallenenehrung am 116er-Denkmal, Landgraf-Phi­lipp-Platz; 20.15 Uhr: Volkshalle, Deutscher Abend. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Leise flehen meine Lieder". Gießener Burschenschaft, 20.15 Uhr: Semester-Schlußfeier auf dem Germanenhaus. 390er, 17 Uhr, im Andres, Sonnenstraße 29: Weihe der Gedenktafel.

Tageskalender für Sonntag. Vier­ter 116er-Tag: ab 7 Uhr Eintreffen der Sonder­züge; Empfang und Begrüßung der auswärtigen Kameraden; 10 Uhr: vor der Volkshalle auf dem Trieb Generalappell; 13.30 Uhr: Festzug; 16 Uhr: Volkshalle, Militärkonzert; in den Festwirtschaften am Trieb: Wiedersehensfeier bei Konzert und Tanz. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Leise flehen meine Lieder". Bauerscher Gesangverein, 13 Uhr: Zusammenkunft im Vereinslokal.

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Amtsgericht Gießen.

Ein Ehepaar sammelte im Schiffenberger Wald verbotenerweise Holz. Die Angeklagten erhielten je 5 0 P f. G e l d st r a f e. Auf den Einspruch der An­geklagten erfolgte Einstellung des Verfah­rens wegen Geringfügigkeit.

Gießener Jugendgericht.

Ein Mädchen, das in Gießen in Beschäftigung stand, unterschlug im Laufe der Zeit mehrere Geld­beträge. Das Gericht sprach als Erziehungsmaß- regel eine Verwarnung aus.

Ein Jugendlicher verging sich gegen die Verord­nung des Reichspräsidenten zum Schutze des deut­schen Volkes vom 4. Februar 1933. Außerdem hatte er sich wegen Einbruchsdiebstahls zu verantworten. Das Gericht erkannte auf zwei Monate Ge­fängnis und gewährte dem Angeklagten Be­währungsfrist. Die Probezeit beträgt drei Jahre. Außerdem wurde die Fürsorgeerziehung veranlaßt.

Oberheffen.

Gtadtratssitzung in Buhbach.

pb. Butzbach, 29. Juli. In der heutigen Stadtratssitzung wurde folgendes beraten:

Das Baugesuch des Friedrich Leidig, der auf seinem Grundstück an der Gießener Straße ein Sägewerk errichten will, das außerhalb des Ortsbauplanes liegt, wird genehmigt. Weiter ge­nehmigte man ein Baugesuch des Joh. Jak. H e i n - ft a b t für sein Grundstück Flur I Nr. 896 Hinter der Burg. Jedoch muß der Bauherr einen Revers unterzeichnen, wonach er ausdrücklich auf Zufüh­rung von Licht-, Wasser- und Kanalanschluß sowie Straßenherstellung verzichtet, da das Wohnhaus außerhalb des Ortsbauplanes errichtet werden soll.

Der Ortsbauplan über das Gebiet der gro­ßen Wendel st raße entlang dem Lustgarten ist noch nicht festgestellt. Für die im Lustgarten ge­planten Bauten ist es jedoch nötig, daß die Linien­führung der Straße sowohl als auch die Breite und Vorgartentiefe jetzt schon festgelegt werden. Nach dem Entwurf des Hochbauamts Friedberg ist eine Breite von 10 Meter vorgesehen, bei der Einmün­dung in die Griedeler Straße eine solche von 12 Meter. Mit der Linienführung ist der Stadtrat einverstanden, jedoch soll durchweg eine Straßen­breite von 14 Meter vorgesehen werden, um später beim Ausbau als Ringstraße auch Bäume pflanzen zu können.

Für die S t a d t r a n d s i e d l u n g soll die Was­serversorgung vom Wasser-Hochbehälter der Prinzenbrunnen erfolgen. Die Zuleitung und die Hausanschlüsse werden von der Stadt ausgeführt. Der Kostenvoranschlag sieht hierfür 2000 Mark vor, die aus dem Voranschlag für Arbeitsbeschaffung für 1934 gedeckt werden.

Nach Abschluß der Verhandlungen mit dem Reichsfiskus und dem hessischen Staat über den Erwerb des Luftgartengeländes geneh­migte der Stadtrat die getroffene Vereinbarung, wonach das staatliche Gelände im Lustgarten vom hessischen Staat an den Neichsfiskus übereignet wird. Die Stadt Butzbach zahlt an den hessischen Staat für das abgetretene Gelände pro Quadrat­meter 1 Mark. Der Kaufpreis ist in 15 Jahres­raten zu tilgen. Verzinsung Reichsbankdiskontsatz, höchstens jedoch 4 v. H.

Weiter beschließt der Stadtrat, die Haupt- schneise im Stadtwald vom Waldeingang bis zur Höhenschneise auszubauen. Die Kosten im Betrage von 10 395 Mark gehen zu Lasten des Vor­anschlags für Arbeitsbeschaffung.

Schließlich beschließt der Stadtrat, zur besse­ren Einführung von elektrischen Koch- und Heizgeräten die Finanzierung dieser Ge­räte für die Stromabnehmer nach den beim lieber« landwerk gültigen Bestimmungen zu übernehmen mit der Maßgabe, daß der liefernde Installateur für die von ihm vermittelten Aufträge auf Ver­langen des Elektrizitätswerks selbstschuldnerische Bürgschaft übernimmt. Es wird zur Finanzierung ein Kredit von 25 000 Mark bewilligt, der aus Be­triebsmitteln, gegebenenfalls durch Kapitalaufnahme zu decken ist.

Äorirag über Wohnheime für Studentinnen.

Am Mittwochabend sprach in der Universität die Reichsreferentin für Gemeinschaftspflege und Wohn­heime Dr. Ruth S t r e h l zu den Gießenern Stu­dentinnen. Vertreter der Stadtverwaltung, der Füh­rer der Studentenschaft und die Marburger Haupt­amtsleiterin waren als Gäste anwesend.

Da im Wintersemester 1934/35 ein Wohnheim eröffnet werden soll, wurde der Vortrag der Reichs­referentin besonders interessiert ausgenommen. Sie führte u. a. aus: Die Frage, ob die Frau über­haupt zur Gemeinschaft, wie sie im Wohnheim ge­fordert wird, fähig ist, glaubt sie aus ihrer Erfah­rung heraus bejahen zu müssen. Die Wohnheime müßten allerdings unbedingt jede Voraussetzung für eine wirkliche Gemeinschaft erfüllen. Dazu sei nicht notwendig eine sehr elegante Inneneinrichtung, aber lebendigste Anteilnahme jeder einzelnen und die Möglichkeit für jede Kameradin, selbst mit gestalten zu helfen.

Bloßes Zusammenwohnen sei nicht der Zweck die­ser Wohnheime, das habe es auch schon lange ge­geben. Das Ende eines solchen Unternehmens seien dann überintellektualistische Frauen gewesen, die, nachdem man sie aus der kleinen Gemeinschaft mit den Wirtsleuten herausgenommen hätte, jede Füh­lung mit irgendeiner Gemeinschaft verloren hätten und für das Leben vollkommen unbrauchbar seien. Denn imWohnheim" alter Prägung habe man den Begriff der Gemeinschaft überhaupt nicht ge­kannt.

Die neue Wohnkameradschaft übernehme einen Teil des Tages der Studentin für sich zur Gestal­tung. Morgenkaffee und Abendbrot sollten gemein­sam eingenommen werden. Die Heimabende seien ein besonders wichtiges Band für die zu schaffende Gemeinschaft. Aus diesen Wohnheimen solle dann hervorgehen ein neuer Typ der Studentin, der in der Gemeinschaft des Wohnheimes erzogen sei zu der großen Gemeinschaft des Volkes, in der wir alle stehen müffen.

Gictzener WochenmarkIPreise

* Gießen, 21. Juli. Auf dem heuttgen Wochen­markt rosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier Klasse S IOK, Klasse A 10, Klasse B 9S, Klasse C 9, Klasse D 8, Wirsing, das Pfund 15, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 18, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 20 bis 30, Tomaten

** Promenadenkonzert des Stadt- theater-Orchesters am Samstag, 21. Juli, von 18 bis 19 Uhr. Programm: 1.Alte Kamera­den", Marsch von leite; 2. Ouvertüre zur Oper Zampa" von Herold; 3.In lauschiger Nacht", Walzer von Ziehrer; 4. Fantasie über die Oper Lohengrin" von Wagner; 5.An des Rheines grünem Ufer", Einlage z. Op.Undine", Solist: Rudolf Loh, Posaune; 6. Potp. aus der Operette Bettelstudent" von Millöcker.

** Das Museum irn Alten und Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet.

** Eine Freilichtaufführung des Gießener Stadttheaters in den Garten­anlagen vor dem Stadthaus, Bergstraße, betrifft eine Anzeige in unserem heutigen Blatte, auf die beson­ders hingewiesen sei. (Näheres in der Anzeige.)

** Ein Promenadenkonzert unserer Reichswehrkapelle unter Leitung von Ober- must kmeister Krautze fand gestern abend am Hitlerwall vor dem Liebigdenkmal statt. Bei diesem Konzert war besonders bemerkenswert, daß der Spielmannszug und der Männersängerchor der 2. Kompanie mitwirkten. Die ausgezeichneten in­strumentalen und gesanglichen Darbietungen ver­dienen vollste Anerkennung sie legten eindringlich Zeugnis dafür ab, wie stark das künstlerische Stre­ben unserer Militärkapelle unter der Leitung ihres Obermusikmeisters K r a u ß e ist und wie eifrig und gut auch der Männergesang bei unseren Soldaten gepflegt wird. Das Konzert fand erfreulicherweise das starke Interesse einer sehr großen Besucher­schaft, die für die genußreiche Feierstunde der Musik der Kapelle und ihrem Leiter in herzlicher Weise Dank und Anerkennung durch lebhaften Beifall zum Ausdruck brachte.

** B e r i ch t i g u n g. Zu dem gestern gemeldeten Verkehrsunfall in der Kaiserallee wird uns mit» geteilt, daß der 30jährige Elektrotechniker Willi Schlaudraff nicht als Beifahrer auf dem Mo­torrad saß, sondern mit einem anderen jungen Manne auf der rechten Straßenseite der Kaiserallee stand und hierbei von dem Motorradfahrer an­gefahren wurde.

** Diehmärkte in Gießen. Am Dienstag und Mittwoch nächster Woche finden in Gießen Vrehmärkte statt. Am Dienstag wird Rindvieh- (Nutzvieh°)Markt abgehalten, am Mittwoch folgt Schweinemarkt. (Siehe heutige Bekanntmachung.)

** Billige Alpenfahrten werden in un- jerem heutigen Anzeigenteil von dem hiesigen Ha- pag-Roifebüro angekündigt. Man beachte Sie An-

Schwerer Derkehrsunfatt.

* Angenrod, 20. Juli. Ein schwerer 23 er- kehrsunfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich in der Nacht zum Freitag zwischen 24 und 1 Uhr in der Nähe des Ortes Angenrod. Der vom Prämiierungsmarkt in Kirtorf kommende, sich mit feinem Motorrad auf dem Heimwege befindliche 27 Jahre alte Rolf S ch i e r h o l z aus Alsfeld stieß auf der Provinzial­straße KirtorfAlsfeld mit einem Personenwagen, der aus entgegengesetzter Richtung kam, zusammen. Bei dem Zusammenstoß wurde Schierholz auf die Straße geschleudert und erlitt so schwere Verletzun­gen, daß der Tod aus der Stelle eintrat. Der Personenwagen und das Motorrad wurden be­schädigt. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt.

Landkreis (tiicfien.

T Lich, 19. Juli. Heute nachmittag stürzte auf der Gießener Chaussee unweit des Albacher See eine Frau beim Radfahren vom Rad, wobei sie sich erhebliche Verletzun­gen am linken Arm zuzog. Dr. Clauß (Lich) leistete die erste Hilfe. Zur weiteren Behandlung wurde die Verletzte dem hiesigen städtischen Kran­kenhaus zugeführt.

Lich, 20. Juli. Die neue Eisenbeton- brücke über den Weidgraben ist jetzt fertiggestellt. Sie liegt bedeutend höher als die alte Holzbrücke. Ihr Bau war notwendig geworden, um öen Ausbau der Ringstraße in Angriff nehmen zu können. Die neue Ringstraße wird nach ihrer Fer­tigstellung die direkte Verbindung zwischen der Oberstadt und dem Bahnhofsviertel bilden. Zugleich ermöglicht sie den Landwirten in der Hintergasse und der Oberstadt die im Süden der Gemarkung Lich liegenden Aecker und Wiesen zu erreichen, ohne durch die Stadt fahren zu müffen. Unser Storchennest auf dem Dach der Marienstifts- kirche beherbergt gegenwärtig neben den alten noch nier junge Störche. Es ist eine Freude, zu sehen, wie sich die Tiere im Fliegen üben und von den alten mit Futter versorgt werden.

D Lich, 20. Juli. Unter großer Teilnahme der Bevölkerung unserer Stadt wurde am Mittwoch­nachmittag der weit über seine Heimatstadt hinaus bekannte Kaufmann Ferdinand Zimmer, der im 64. Lebensjahre an einem Herzschlag oer- jajieben war, zu Grabe getragen. Stiftspfarrer Drabt würdigte die Verdienste des Verstorbe­nen. Die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr spielte Trauerweisen, die SängervereinigungCäcilia" sang ihrem langjährigen Mitglied ein Grablied, -ßon der Wertschätzung, deren sich der Verstorbene erfreute, legten die vielen Ehrungen Zeugnis ab, Es legten Kränze nieder die Angestellten der Firma Zimmer, der Kriegerverein Lich durch feinen Vor«