Wehr und Waffen
Die neuen Verteidigungswaffen der Schweiz
!a"b b‘c „Erlaubnis" erhalten soll, fur seine Sicher- derttärker/n^^h"^ sie und in Verbindung heit, die nicht weniger bedroht ist als hi» hJ, « 0 'ta5Ee/^ Dotierung der Bataillone mit fd-
b^ß" Staaten,, zu sorgen, dürfen diese ihre fiee™ eine gewa!
drons des 7. Ulanen-Regiments unter dem Befehl des Oberstleutnants v. Pestel, der es in glänzender Weise fertigbrachte, mit seinen geringen Kräften die Grenze zu decken und durch Behauptung Saarbrückens die Versammlung der deutschen Armeen zu verschleiern.
Das Gefecht bei Saarbrücken am 2. August 1870.
VonGeneralmajora.O.RudolsMohr,Gießen.
f.r ,, ' cm y'H.uiueiieojaffen: Minenwer- fe r u n d B e g l e i t k a n o n e. Die schweizerilcbe Infant-r,e erhalt durch sie und in Verbindung !?i »I hf rr-2..Bo^runfl der Bataillone mit schwe. Verstärkuna^-r^k eine gemtitige
f»r m 9 b f Feuerkraft. Der neue Minenwer.
Ü. außerordentlich leichte, bewegliche und
ZH.MMLL.ÄL7L Ä fd)oHen40mne'^ *f'blden?an3erpIatten 9Iatt durch, neuen Lat-1»Neuerung besteht in den für d i e der Maschinengewehre nu/ (=?n Ft^^sterabwehr. Die leichte für M-Stellungen verwendbare Lafette des leichten Maschinengewehres gibt diesem die Präzision der ^°'lleust besonderes Kreiskorn er. lauot die sichere Anvlsierunq des gegnerischen Mua. neuartia^hnrSt0616 Maschinengewehr erhält eine Don ^aröstte? « zweckmäßige Fliegerabwehrstutze.
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Maaten, zu sorgen, dürfen diese ihre Aeere ffpn0 X? ß?' T* £es 'bnen beliebt, selbst die kleinsten Staaten dur en das für ihre Sicherheit Notwendige ungehindert tun; sie dürfen ihr Ler vergrößern, Festungen bauen, für ihre Armee die mo- anschaffen, ohne daß ihnen jemand lo den Arm fiele. Ein besonders gutes Beispiel do- * *JS 3SÄ llÄ’Si mpnHHOrhUr3? in Thun aus Anlaß des Zusam- Sna^über^ht^?^^^0" beiber Räte zur Bera- Ausrüstuno bh! ^anzung der Bewaffnung und ben? schweizerischen Armee stattgefun-
anfAnH.fn?hh9Ur?9 unb Vorführung der zur Neu- Militär h^^immten Waffen hatte ein für den KS mstruktioe- Ergebnis. Von beson" Oerer Emxragsamkeit war bie Vorjührung bet
Und ebenso wie für den Ausbruch des Weltkrieges die bestochene und feile französische Presse einen großen Teil der Schuld trägt, so war es auch 1870 der Fall. Schrieb doch z. B. die Zeitung „le Gaulois": „Die Turkos lecken sich schon die Schnau- gen ab, da sie jeht auf das Wild losgelassen wer- den. Man wird ihnen keine Zügel anlegen, und es dürfen sich die Preußen auf das Stündchen freuen, das ihrer wartet, denn die Turkos werden die Männer niedermetzeln und Wagen voll Frauen nach Frankreich schleppen." — War es im Welt- krieg und im besetzten Gebiet viel anders?! — Und erst her französische Pöbel! In seinen Souvenirs schildert selbst ein französischer General du Baratt das tolle Gebaren der Pariser, die wie wahnsinnig auf den Straßen und in den Wirtshäusern die Marseillaise brüllten und ihr „ä Berlin“ heulten genau wie sie es 1914 getan haben.
Die Stimmung in Deutschland bei Ausbruch des Krieges 1870 war zunächst eine außerordentlich ruhige und besonnene. Die süddeutschen Staaten, auf deren Anschluß Napoleon III. fest hoffte, waren zunächst nicht in Mitleidenschaft gezogen, da der 9-aÄ fawiaöfW Haß sich nur 'gegen Preußen richtete Das änderte sich sehr bald, als alle Bünd- "'Aussichten mit Süddeutschland schwanden und auch Oesterreich nach den siegreichen Schlachten bei Worth und Spichern und hauptsächlich infolge der Haltung des Zaren jede Lust verlor, sich an dem „französischen Spaziergang nach Berlin" zu be- «Ä?EN. Aber dadurch waren auch sämtliche franzö- sische Plane über den Haufen geworfen Zwar waren bereits am 14. Juli, also fünf Tage vorder ^nnpf*ifHdrUn9); bie "Frischen schwarzen Truppen eingeschifft worden und hatte am 16. Juli der Ab- ber °Etiven Truppen in ihre Aufmarsch. 9efb,ek begonnen, aber dadurch war eine ganz hell- fofe Verwirrung entstanden. Ohne Ergänzunas- Mannschaften ohne Kolonnen und Trains? ohne ™ Unb Prüfungsstücke standen die Trup- am 20 SbU"sahig an ihren Plätzen und noch «Vl' e,nem Zeitpunkt, zu welchem die deutschen Armeen in vollem Kriegszustände ihren Aufmarsch fast vollendet hatten, war die französische Armee immer noch ohne Reserven und stand'rott los auf ihren Aufmarschplätzen, an allem Mangel leidend und unfähig, sich zu rühren. 9
am 11. Juli 1870 wurde der bisherige b"i Armeen aufzustellen, fallengelassen und ann«U 19?nur»e n rs ^eeres befohlen, das die ganze 125 Kilometer lange Grenze überall vor einem Einfall des Feindes schützen sollte Alle ruhmredigen Offensivpläne waren damit aufae* lEen sich sammeln: I. Armeekorps bei etrafcbufg, II Armeekorps unter General Frossard (drei Infanterie- und eine Kavallerie-Division) mit bcm ro,r es hauptsächlich zu tun haben, bei' St. Avold und Forbach, III. Armeekorps bei Metz IV. Armeekorps bei Diedenhofen, V. Armeekorvs ffh*rnnT^nÜn9br unb VI. Armeekorps bei "'VH. Armeekorps bei Belfort, die Garde zuerst bei Nancy, später bei Metz. Am weitesten vorgeschoben war das II. Armeekorps Frossard ^Vision bereits am 18. Juli Forbach besetzt hatte Ihre Truppen waren es, die dem schwa- chen preußischen Grenzdetachement in Saarbrücken n gellenubertraten. Dieses bestand aus dem II. Bataillon Infanterie-Regiment 40 und 3 Esta-
Die Lage der Stadt, die von den Franzosen nicht eingesehen werden konnte (denn Fesselballons ober Flugzeuge gab es damals noch nicht), war für diese Aufaabe sehr günstig. Ihre Hauptmasse lag damals im Tale des linken Saarufers, das sich zu einer zusammenhängenden Kette kleiner Berge bis zu 260 bis 298 Meter erhebt und etwa drei Kilometer lang sich mit dem linken Flügel bei St. Arnual wieder an die Saar lehnt. Das Gelände vor dieser Stellung nach Süden — also den Franzosen — zu bildet eine Talmulde, die von dem von den Franzosen besetzten Roten Berg und dem Stiftswald begrenzt wird und abgesehen vom linken Flügel bei St. Arnual -weite Uebersicht und gutes Schußfeld gestattet. Zur Besetzung dieser ausgedehnten Stellung standen nur 2 Kompanien zur Verfügung (7. unb 6./40). Die 8. Kompanie mußte in Bürbach bic Sicherung ber Straße nach Saargemünd gegen bas V. französische Armeekorps übernehmen, bie 5. Kompanie blieb als Reserve süblich bes Bahnhofes in der Stadt Verstärkungen 6er Stellung durch Schützengräben, Hindernisse usw. erfolgten nicht, ihre Anwendung war damals so gut wie unbekannt. Von Artillerie stand nur ein Zug, gleich 2 Geschütze der 6. Batterie 8. Feldartillerie-Regi- ments zur Verfügung, der auf ber gefährbeten Z'anke bei Brebach eingesetzt würbe. Als nächste Reserve stanben bei Raschphuhl, 2 Kilometer nörd- uch Saarbrückens, 1. unb 3./40 unb zwei Drittel ber 6 Batterie FAR. 8, bie übrigen beutschen Truppen waren noch weit zurück.
In dieser Stellung hat bas Detachement Pestel lb Tage lang gestanben, täglich auf einen Angriff des gewaltig überlegenen Gegners gefaßt. Daß dieser nicht kam, lag an den bereits geschilderten kläglichen Zuständen bes französischen Heeres unb feinen unentschlossenen Führern, bie nicht einmal imftanbe waren, bie geringe Zahl ber ihnen gegen- überstehenden preußischen Truppen festzustellen, ge- fchweige benn, sie aus ihrer Stellung zu vertreiben. Trotzbem General Frossarb eine ganze Reiter- Dwiswn hatte, ist in ber ganzen Zeit vom 18. Juli bis 2. August auch nicht eine französische Kavallerie- Patrouille über bie Saar vorgegangen. Das hatte seinen Grunb auch mit in ber Art unb Weise wie Oberftleutnant d. Pestel feine Gegner zu täuschen wußte. Aus seinen Ulanen machte er mit vor- hanbenen Uniformen Kürassiere, Dragoner unb ^ufaren, bie sich täglich zeigten, unb erweckte so ben Anschein, als seien starke Kräfte in Saar- brurfen versammelt. So kam es nur zu vereinzelten schwachen Vorstoßen der Franzosen am 26., 27. unb 28. Juli bie ohne jebe Energie geführt unb ficts abgewiesen würben. Immerhin blieb bie Lage für bie schwache Abteilung Pestel eine sehr ge- abrbe e unb nur feiner Besonnenheit unb Zuver- ''cht tft es zu danken, daß es nicht zu der mehrfach erwogenen Räumung Saarbrückens kam, die zwei- felsohne ben Franzosen bas Erkennen ber ganzen Lage bebeutenb erleichtert hätte. H ö
Am 28 Juli war Kaiser Napoleon III. in Metz eingetroffen und hatte bas Oberkommando übernommen. Der Zustand, in dem er die Truppen traf mar ein höchst ungünstiger. Es war kein Zweifel' die Armee roar zur Zeit nicht bewegungsfähig' Trotzdem entschloß sich der Kaiser, um enbl& wenigstens über die an der Saar gegenüberfteben- ben Grenztruppen etwas Sicheres zu erfahren au einer gewaltsamen Erkunbung gegen Saarbrücken unb beauftragte ben Marschall Bazaine mit be? v"^cÄ^"9' ?b^eich biefem sein eigenes III., bas V- Saargemünd unb bas II. Armeekorvs Rrnffarh ^ur Verfügung gestellt würben, gab er nur für fein °"n°n B°f°hl. ben beiben anberen übe" ließ er es, nach Gutbünken zu hanbeln. Sctzon
Seßtnn bes Angriffs auf 10 Uhr Letzte, jedem
Raschphuhl bas Feuer aufnahm unb bie Franzosen das Vorrücken bes III. Bataillons/40 von borther beobachtet hatten, befürchteten sie beim Herabfteigen in ben Talkessel in eine Falle gelockt zu werben. Man konnte unb wollte eben nicht baran glauben, daß lebiglich bie schwachen Kräfte, bie man aus Saarbrücken im französischen Artilleriefeuer zurück- ^ehen sah, einem ganzen Armeekorps allein gegen» übergeftanben hätten. Bis 14 Uhr waren auf ber AerZlerplatzhöhe nach unb nach 34 französische Ge- schütze, darunter eine der „berühmten" Mitrailleusen» Batterie, aufgefahren, die nach dem französischen Generalstabswerk 842 Granaten verschossen haben. Dort war auch der Kaiser Napoleon mit seinem Sohne erschienen und hier soll sich die Episode der Feuertaufe des Prinzen „Lulu" abgespielt Haden, der selbst em Geschütz abgefeuert hätte. Der Lulu- Stein auf dem Exerzierplatz bezeichnet die Stelle seines Debüts, das aber keineswegs erwiesen ist.
Im übrigen ordnete Kaiser Napoleon, der an dem Tage heftig an Steinschmerzen litt, nicht das Geringste nach Fortnehmen der Höhen an Der Dberbefe^aber Bazaine war nicht aufzufinden,
‘ Armeekorps mar von Saargemünd aus nur 7 Kilometer vorgerückt und General Frossard, der siegreiche Eroberer der Höhenlinie, wagte nicht aus etgener Verantwortung nachzustoßen und die Saar 3U uberfdjreiten. Nicht einmal Saarbrücken wurde b(W- ^s tehrte wieder in die alten Lager zurück.
-wahrend dieser Vorgänge war die 8. Kompanie unangegriffen am rechten Saarufer bei Brebach ge» dtteben. So lange es ihr möglich war, hatte sie sich flankierend am Kampf um St. Arnual und dem Wlnterberg beteiligt und eine auf ber Straße von Saargemunb vorfühlenbe französische Abteilung be- s r? en. 2lm Nachmittag war bie Kompanie eben- tabm^r'^'crt unb hatte unangefochten ben Anschluß an ihre Truppe erreicht.
o Lanze französische Unternehmung war ein crvl.1 • lm» wahren Sinne bes Wortes gewesen. Jcicnt einmal ben Erfolg hatte sie aufzuweifen, baß sie bern kleinen preußischen Detachement starke Der-
3"6efugt hatte. Im ganzen hatten bie 5., 6. und Kompanie verloren: 15 Mann tot, 2 Offiziere unb 38 Mann verwunbet, 44 Mann vermißt, d h gefangen. Gewiß schmerzliche Verluste, aber boch gering in Anbetracht ber unenblichen Ueberlegen- beit bes Fembes. Frohen Mutes waren bie braven 40er in bas Gefecht getreten unb mit bem erhobenen Bewußtsein, baß jeber seine Schulbigkeit getan unb er ben Rückzug nur auf Befehl anae» roten hab- hatte der 2° August, das -?st° U: fammentreffen mit bem Feinbe zum Schutze ber ?ra«5' u; ^rie!"beX So war es unb so wirb es bleiben! Deutsch bie Saar — immerbar! Heil Hitler!
Truppenteil, wie auf dem Exerzierplatz, ganz genau Ausbruch, Platz, Bewegung unb Stellung vorschrieb unb nur eines vergaß. Aufklärung gegen ben Feinb unb Nachrichten von biefem. In brei Treffen entwickelt sollte bas Armeekorps gegen bie Höhe von Saarbrücken vorrücken.
In ähnlicher Weise hanbelten auch bie beiden anderen Generale. Beide schickten lediglich ihre Divisionen nach vorwärts strahlenförmig auseinander und befahlen ihnen, an bestimmten Orten „Stellung zu nehmen". Von dem Befehl für einen geschlossenen Angriff der drei Armeekorps, wie ihn der Kaiser Napoleon beabsichtigt hatte, kann gar keine Rede sein. Immerhin sind es 12 Infanterie- Divisionen und 4 Kavallerie-Divisionen gewesen, die sich am 2. August gegen das eine preußische Bataillon bei Saarbrücken in Bewegung setzten unb ben „Sieg bei Saarbrücken" erfochten, ber ganz Frankreich mit größtem Jubel erfüllte (Französisches Gen.-St.-Werk Bb. IV. S. 208.)
Der Angriff bes II. französischen Armeekorps Frossarb, ber in gewaltigen Massen etwa 10 Uhr den preußischen Vorposten sichtbar würbe, schien bie schwachen Kräfte auf ben Saarbrücker Höhen erbrücfen zu wollen. Zwar gelang es auf ber ganzen bünn besetzten Linie zunächst rechtzeitig bas Feuer zu erroibern, bas bie Franzosen bereits auf 1000 Meter aufgenommen hatten, währenb bas preußische Zünbnabelgewehr nur etwa 400 Meter weit trug. Aber nun fehlte es sofort an Reserven. Die Unterstützungstrupps unb bie Reserve-Kompanie (5./40) lagen viel zu weit ab unb ihr Herankommen war burch bie Gärten unb Zäune bes steilen Abhanges gehemmt. So kam es sehr halb Sur Räumung ber Stellung zunächst bei St. Arnual durch seine schwache Besatzung (ein Zug bes 6./40). Daburch wurde aber ber Winterberg unhaltbar, wo ber schwer perrounbete Leutnant v. Konarski unb 29 Mann seines Zuges bem angreifenben französischen 67. Infanterie-Regiment in bie Hänbe fielen. Das Aufrollen ber preußischen Stellung setzte sich von rechts nach links über ben Reppertsberg bis ÄV^Ekerziervlatz fort. Die Franzosen machten zum Gluck von ihrer Ueberlegenheit keinen Gebrauch fte begnügten sich bamit, bie Höhen genommen zu haben, auf welchen sofort eine Batterie auffuhr unb ben Bahnhof beschoß. So konnten bie preußi- khen Schützen ohne größere Verluste bie Saar- inm in bßr Stabt erreichen, wo sie von bem UI. Bataillon Infanterie-Regiment 40, bas von Raschphuhl borthin vorgeschickt war, ausgenommen wurden.
Kurz nach 12 Uhr waren bie Franzosen im un- beftrittenen Besitz ber Höhen bes linken Saarufers bie sie überall mit Artillerie besetzten Da aber gegen biefe eine preußische Batterie süblich von
Am Tage ber Entscheibung über bas beutsche Saargebiet — 1935 — finb fast 75 Jahre verflossen, seit bie Franzosen im Jahre 1870 ben vergeblichen Versuch machten, sich mit Waffengewalt bes begehrten Lanbes zu bemächtigen. Ich glaube, es ist zeitgemäß unb befonbers für bie Jugenb wichtig, die Erinnerung an die damalige Zeit wachzurufen, die ja in vielen Punkten der heutigen Lage ähnelt, in einem aber völlig mit ihr übereinftimmt: der französischen Gier nach der Saar. Auch glaube ich, mit einer gewissen Berechtigung das bett. Thema behandeln zu dürfen. Ich habe im Jahre 1911/12 als Bataillons-Kommandeur im Infanterie-Regiment 174 in Forbach (ad)t Kilometer westlich von Saarbrücken) gestanden und nicht allein die eng zusammenhängenden Gefechtsfelder von Saarbrücken (2. August) und Spichern (6. August 1870) aus eigener Anschauung und Erforschung auf das genaueste kennengelernt, sondern auch über beide zwei „Führer über das Gesechtsfeld" geschrieben, die vor bem Weltkrieg eine weite Verbreitung ge- funben hatten, von ben Franzosen aber nach ihrem Einrücken in das Saarlanb sofort verboten wurden.
Denn ebenso, wie das „ritterliche, unschuldige Frankreich" bzw. seine Regierungen die Wahrheit über seine große Mitschuld am Ausbruch des Weltkrieges unterdrückt, so hat es von jeher bezüglich des Krieges von 1870/71 gehandelt. Noch vor kurzem hat ber französische Außenminister Barchou „von bem Volke gesprochen, bas zweimal das friedliche Frankreich überfallen habe". Daß er damit die Wahrheit auf den Kopf stellt, ist ihm gleichgültig. Die ungebildete französische Masse glaubt noch heute bedingungslos das Märchen vom lieber- fall und Deutschlands alleiniger Schuld an beiden Kriegen, ihr genüat bie Tatsache, baß beibemal deutsche Heere tief in bas heilige Frankreich eingedrungen finb. Die wenigen anberen Stimmen verhallen unyehört. Daran hat auch bie 1903 erfolgte Veröffentlichung bes französischen Generalstabswerkes über ben Krieg 1870/71 nichts geänbert, trotzbem es mit einem offenen Eingeständnis an- fängt: „In Preußen war trotz ber Siege in ben Jahren 1814/15 immer noch ber Wunsch nach Rache für Jena vorhanben (?), währenb in Frankreich Napoleon III. gegen Preußen persönlich eingenommen war, weil er burch bie Bismarcksche Politik im Jahre 1866 mit leeren Hoffnungen auf Erwerb des linksrheinischen Gebietes geködert worben war. Alles wies barauf hin, baß ber Krieg zwischen beiben Völkern früher ober später zum Ausbruch kommen würde, unb ber Kaiser mußte baran ben= fen, sich für biefen Kriea vorzubereiten." Damit finb klipp unb klar die Vorbereitungen zugestanden, bie bann auch zur Kriegserklärung Frankreichs am 19. Juli 1870 an Preußen wegen ber angeblichen „Beschimpfung" bes französischen Botschafters in Bob Ems burch König Wilhelm I. anläßlich ber spanischen Thron-Kanbibatur bes Prinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen führte. Gerade das Umgekehrte war der Fall gewesen, aber selbst in dem doch objektiv sein wollenden Werke wagt der französische (Beneralftab es nicht, der Volksmeinung gegenüber die Wahrheit zu vertreten. Sv war es damals, und so ist es noch heute.


