Kr.M Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Donner5lag,2l.Zuni
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Schulwesens.
Erster Teil: Atlas
gelegentlich auch zeichnerische und malerische Darstel-
Den Beschluß bildet auf insgesamt über hundert
kam die Chirurgie wieder in Abhängigkeit von den
rungen im Stadtbild, die im vorliegenden Bande
rar, oie im wejamtoiiöe verschwindende Einzelheit liebevoll berücksichtigt: Erker und Kapitelle, Reliefs
.Möglichkeiten und
erinnerte Ort glei- also das
Rachschlagen.
Don Dans Reimann.
Aus der Provinzialhauptstadt.
«©anff Johann, die Sonne wend!"
der künstlerischen Fragmente, mit denen der Atlas beginnt, wird beispielsweise durch die farbige Wiedergabe einer repräsentativen Bilderseite aus der im Staatsarchiv aufbewahrten Handschrift „Specu= lum humanae salvationis (um 1350) eröffnet. An-
Solange das Christentum noch überall in Deutschland lebendig war, io lange waren auch Johannis- l^ner in allen deutschen Gebieten in jedem deutschen Dorfe das Zeichen, daß auch heute noch die -Verbindung mit uraltem Erbgut in christlichen Brauchen frei und kraftvoll pulste Erst das Jahrhundert der allgemeinen Auflösung brachte auch hier das große Vergessen, das große Verlieren der Verbindung mit den Mächten, die über dem Menschen stehen. Aber immer noch lebten die Reste deutschen Wesens, immer noch fand sich eine Jugend, die altes Erbgut des Volkes zu neuer Auferstehung weckte.
reizvollen Abschnitt ergab die Registrierung der Stadtbefestigungen; anschließend folgt die Bestandsaufnahme der Stadttore, der Brücken und Brunnen.
sich auf das gesamte Wissen von den Vorgängen in der belebten Natur gründet. Durch die Entdeckung von immer neuen Mitteln zur Schmerzbetäubung und zur Unempfindlichmachung des Körpers während der Operation sowie durch die Entdeckung der Erreger des gefürchteten Wundbrandes eröffneten sich der Chirurgie neue ungeahnte Möglichkeiten. Dafür erlag die Chirurgie jedoch zum Großteil einem sehr gefährlichen Irrtum: der einseitigen Auslegung des sogenannten „anatomischen Gedankens", wonach jede Krankheit einen „Sitz" haben müsse. Man brauche, so erklärte die herrschende Meinung, nur den Herd der Mißbildungen mit dem Messer herauszuschneiden und damit sei auch der Weg zur Gesundung eröffnet. Diese Auffassung der Krankheit als eines „körperlichen Lokalereignisses" zeitigte jedoch andauernde Mißerfolge. So kam es langsam zu einer Selbstbesinnung bei den Chirurgen; 'man erkennt, daß nicht lokale anatomische Umbildungen in jedem Fall die Ursachen des Uebels sind, sondern meist allgemeine Funktionsstörungen. „Leute mit
Die Kreisleitung derNSDAP. teilt mit, daß die Gießener Ortsgruppen- und sämtliche politische Leiter und Amtswalter geschlossen an der Sonnenwendfeier auf dem Schiffenberg teilzunehmen haben. Treffpunkt ist der Ludwigsplatz, der Zeitpunkt des Antretens 20 Uhr.
Fahnen werden zu der Sonnenwendfeier nicht mitgenommen.
Für diejenigen, die den weg nicht zu Fuß zurücklegen können oder wollen, ist ab 20 Uhr ein verstärkter Kraftomnibusverkehr auf den Schiffen- berg ab Ludwigsplatz eingerichtet.
Kreisleitung Gießen derNSDAP.
menfchlicher Hilfeleistung zur Heilung des Nächsten. Die Entfernung von Fremdkörpern, Knochensplittern und kranken Zähnen, sowie Wundreinigung und Naht lassen sich als die ersten chirurgischen Kunstleistungen bis in vorgeschichtliche Zeiten zurück- oerfolgen. Neben der rein handwerksmäßigen chirur-
Möglichfeiten und Grenzen der Chirurgie.
Ausfall des <^thulnn^rrichis ntn Tage des d^u^chen .^uaend5p^o<<
Die Ministerialabteilung für Bildung sw e s e n, Kultus, K u n st' u n d Volks- t u m teilt in einer Bekanntmachung an die Direktionen der höheren Schulen, an die gewerblichen Unterrichtsanstalten und an die Kreis- und Stadt- schulamter mit daß auf Anordnung des Herrn Reichsunterrichtsministers am kommenden Samstag, 23 Juni, dem Tag des deutschen Jugend festes, der s o n st i g e Schulunterricht a u s f ä l l t'
wir laden hiermit alle Volksgenossen zu der Sonnenwendfeier auf dem Schiffenberg ein. Beginn vm 22 Uhr pünktlich. Es spricht der Oberbürgermeister der Stadt Gießen Pg. Ritter. Abmarsch aller Teilnehmer um 20 Uhr vom Ludwigsplatz mit der SAR.-Kapelle. Rach der eigentlichen Feier findet noch ein Konzert der SAR.-Kapelle statt.
Da nach einer Vereinbarung mit der SA.-Füh- rung die SA. an diesem Abend dienstfrei hat, wird die SA. gebeten, sich recht zahlreich an dieser Son- nenwendfeier zu beteiligen, wir überlassen es den einzelnen Sturmführern, ihre Stürme um 20 Uhr am Ludwigsplatz antreten zu lasten, um mit der Kapelle auf den Schiffenberg zu marschieren.
Schulrat N e b e l i n g , ein gebürtiger Frankfurter, steht im 39. Lebensjahre. Er war Kriegsteilnehmer und befand sich von 1914 bis 1916 im Felde. Im Oktober 1916 geriet er in französische Gefangenschaft, aus der er erst im März 1920 in die Heimat zurückkehrte. Seit dieser Zeit steht er im hessischen Schuldienst. Im Mai 1933 wurde er Rektor der Goetheschule in Gießen, im Frühjahr d. I. wurde er zum Kreisschulrat in Büdingen ernannt. Schulrat Nebeling gehört seit Frühjahr 1931 der NSDAP, an. Seit geraumer Zeit ist Schulrat N e b e l i n g mit der Leitung des Natio-
ReftorNekelinaStadtschuiratinGießen
Wit sofortiger Wirkung wurde Rektor Rebe- ling zum Stadtschulrat in Gießen ernannt. Gleichzeitig versieht er die Geschäfte des kreisfchulrates für den kreis Gießen.
schließend eine Sammeltafel mit Beispielen Marburger Sandsteinplastik. Es folgen die Stadtwappen und eine reiche Uebersicht über die zum Teil sehr alten Marburger Siegel. Nach einem gründlich
* D i e Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Kassel. VIII: Kreis Marburg-Stadt. Im Auftrage des Bezirksverbandes des Regierungsbezirks Kastel bearbeitet von Friedrich Küch und Bernhard Niemeyer. Erster Teil: Atlas. Tafel 1 bis 226. Kastel, Selbstverlag der Landesverwaltung. Auslieferung von N. G. Elwert, Marburg, 1934. — (87) --
Ausfallende Sprechstunoen des Hessischen Eiaaisminrstefs.
Das Staatspresseamt teilt mit: In der Zeit vom 25. Juni bis 9. Juli 1934 fallen jegliche Sprechstunden des Herrn Staatsministers aus.
Hitler-Jugend, Bann 116 Gießen.
Betrifff alle Arbeitgeber des Kreises Gießen.
Wir bitten Sie, alle in Ihrem Betrieb beschäftigten Jugendliche vom 14. bis zum 21. Lebensjahr, die an den am Samstag, 23. Juni, stattfindenden Reichsjugendwettkämpfen teilnehmen wollen, von nachmittags 2 Uhr ab für die Kämpfe zu beurlauben.
Heil Hitler?
gez.: Otto Häuser, der Führer des Bannes 116.
Herrn. Wagner, Kreisbetriebzellenobmann.
Au^ru^!
An alle Politischen Leiter und Parteigenossen des Kreises Gießen?
^>ie^NNsttN^Krrn^^pnpttH^I^«*!^^^6estellten Ueberblick über die Marburger
Ulsv ^isil|n>cnnnoicriStabh und Festungspläne (schöne Blätter besonders der Stadt Marburg. """" ""s ' '
oon Dilich und Textor) und über die Stadtansichten, die vom 16. Jahrhundert bis in die neueste Zeit reichen, beginnt die Sammlung der Straßenbilder, die j nächst den Bildern vom Schloß den breitesten Raum Die staatkicherseits in die Wege geleitete systema- beanspruchen und in der Tat eine Art oon städte- tische Darstellung der Bau- und Kunstdenkmäler von baulicher und einzelbaugeschichtlicher Anatomie der Marburg ist in drei große Teile aufgegliedert: die Gesamtanlage darstellen; den Hauptteil bilden hier Stadt im Allgemeinen und das Schloß; die übrigen naturgemäß photographische Aufnahmen, doch sind öffentlichen und privaten Gebäude; und die Elisa-! gelegentlich auch zeichnerische und malerische Darstel- beth-Kirche. Vom ersten Teil ist der 226 Seiten lungen mit einbezogen. Einen kleinen, aber sehr umfassenden Atlas-Band* vor kurzem erschienen; ■ ------ —
der kunstgeschichtliche und erläuternde Text zu diesen Tafeln soll demnächst folgen. Die Bearbeiter konn-
Ee.n sich auf ein überaus reiches Quellenmaterial, , i.WF|W1m Uuei uunuen
stutzen, das vor allem vom Marburger Staatsarchiv, Tafeln die Darstellung des Schlosses deren Gründ- vom Zweigverein Marburg des Vereins für hessische lichkeit schlechterdings
2lm Dienstagabend fand im Gasthaus Hindenburg unter der Leitung des NS.-Hago-Ortsgruppen- amtsleiters Pg. Stühler eine Versammlung der NS.-Hago-Ortsgruppe Gießen-Süd statt, in deren Mittelpunkt die Bekanntgabe der Neugliederung der NS.-Hago-Organisation in Gießen stand.
Zu Beginn der Versammlung nahm Pg. Stühler Veranlassung, auf die Schwätzereien und Ge- rüchtemachereien hinzuweisen, die in den letzten Tagen gegen den Führer der Ortsgruppe der Ns.° Hago Gießen-Süd, Franz S o l d a n , in der Stadt gerichtet wurden. Pg. S t ü h l e r betonte mit Nachdruck, daß es sich bei diesen völlig unbegründeten und haltlosen Schwätzereien um einen raffinierten Feldzug des Miesmachertums handele, daß dieses Geschwätz nicht nur persönlich gehässig sei, sondern geradezu ein System darstelle, das in seinen Auswirkungen an Landesverrat grenze. Er (Redner) als Führer der NS.-Hago in Gießen trete öffentlich für den im Kampfe für die nationalsozialistische Bewegung bewährten und auch um die Aufgaben der NS.-Hago sehr verdienten Pg. S o l d a n ein, der in unerhörter Weise mit Schmutz beworfen worden sei. Der Versammlung gebe er als Versammlungsleiter Gelegenheit, 'sich durch Einsichtnahme in Urkunden und Dokumente selbst davon zu überzeugen, daß die gegen Franz S o l d a n gerichteten Behauptungen, die gegenwärtig in der Stadt 3U hören sind, durchaus unwahr seien und mit aller Schärfe zurückgewiesen werden müßten.
Anschließend richtete Pg. Franz S o l d a n einige kurze Worte an die Versammlung, wobei er hervorhob, daß die gegen ihn gerichtete Hetze auch als ein Anzeichen dafür anzusehen sei, daß'die Bewegung trotz der jetzigen großen Gefolgschaft leider immer noch sehr wenige wahrhafte Nationalsozialisten habe, sondern in dieser ganzen Gerüchtemache- . a „ , ire’ und in diesem Miesmachertum vielfach nur
zeugenden Dokumente, I großer Egoismus und der Versuch, Zwischenfälle zu
Gomiemvendfeier der RSOAp auf dem Gchiffenberg
am Samstag, 23. Juni.
Wie bereits in anderen Kreisen .schon durchge- führt, beabsichtigt der Kreispresseamtsleiter Pg. Michel ebenfalls die Aufstellung eines Kreisarchivs, mit dessen Durchführung und Organisation er mich beauftragt hat. Es ist Ehrensache eines jeden politischen Leiters und Parteigenossen, hierfür partetgeschichtlich wertvolles Material zu liefern. Alle für die Entwicklung der nationalsozialistischen Bewegung im Kreise Gießen zeugenden Dokumente,!
Johannistag und Weihnacht, — Sommersonnenwende und Wintersonnenwende, das sind die beiden ^ole, um die sich der Jahreskreislauf des deutschen Menschen spannt. Wie einst in der Sommersonnenwende Baldur, der Sonnengott gefeiert wurde, und in der Wintersonnenwende seine Wiederauferstehung herbeigerufen, so hat in christlicher Zeit an Lv\.. beiden Tagen Feier und Verheißung in neuer Form gestaltet, was einst eine versinkende Welt an Großem und Bleibendem den Herzen der Menschen gegeben hat. Ist es zu Weihnachten die Feier der Geburt des Heilandes, so ist der Tag des längsten Sonnenscheins im Jahre dem vertrauten Jünger des Herrn, Johannes geweiht. An diesem Tage hat der Bauer den ersten Heuschnitt eingebrach't, die Sommersaaten bedürfen der Pflege nicht mehr, und des Kornes steht bevor. Auch hier ist in deutschen Landen eine kurze Ruhepause eingetreten, unö Besinnung und Festesfreude treten in ihr Recht. '
Berlin zur Verfügung gestellt wurde; auch andere amtliche und private Stellen haben dankenswerter- i weise bei der Materialbeschaffung mitgewirkt. Die in den beiden letzten Jahren oorgenommenen Aende-!
wie z. B. photographische Aufnahmen aus der Kampfzeit, Berichte aus alten Zeitungen („Hessenhammer") usw., interessante Stimmungsberichte über stattgefundene Versammlungen und Aufmärsche sind umgehend an meine Adresse: Gießen, Asterweg 52 II, einzusenden. Auch Nichtparteigenossen werden aufgefordert, hier für ein wertvolles Nachschlagewerk der Kreisgeschichte aufbauend mit- tätig zu sein. Im Interesse der Sache ersuche ich alle Volksgenossen um größtmöglichste Unterstützung.
Heil Hitler!
Willi H a i n b a ch, Leiter des Meldedienstes und des Kreisarchios.
Versammlung
der NS.-Haao Gießen-Süd
Herdes." Daraus ergeben sich die Grenzen der Chirurgie. Der Chirurge, der Handwerksmann unter den Aerzten, muß sich streng an die Forschungsergebnisse auf anderen Gebieten halten, besonders an jene Lehren, welche die radikale Umstimmung des erkrankten Organismus als wichtigsten Heilgrundsatz empfehlen."
nicht mehr ausgenommen werden konnten, sollen : wiederzugeben, sondern auch das Beiwerk den Zier- nach Möglichkeit nn Textband berücksichtigt werden, rat, die im Gesamtbilde verschwindende' Einzelheit Das acht große Seiten umfassende Jnhaltsverzeich-! liebevoll berücksichtigt: Erker und Kapitelle Reliefs nis des geräumigen Atlas-Bandes legt Zeugnis ab und Denksteine, Wappen und Schlußsteine Male- oon der Gründlichkeit und wissenschaftlichen Ge- reien und Fliesenbelag, Profile und Arkaden Por- nauigfeit, mit der die Bearbeiter an ihren riesigen tale und Türme fügen sich zu einer organischen Ein- Stoff herangegangen sind, und gibt zugleich einen heit zusammen. Die photographische und reproduk- Einblick in den großanaelegten Plan des Gesamt-1 tionstechnische Behandlung der einzelnen Bildtafeln wertes, das eine umfassende, historisch begründete verdient alle Anerkennung. Wer diesen Bilderatlas Bau- und Kunstgeschichte der Stadt Marburg zu durchblättert, wird nicht nur dem bereits angekündig- werden verspricht. Die Darstellung des Bilderteils s ten, ergänzenden und erläuternden Textband, sondern geht systematisch und organisch von Außen nach auch der Vollendung des imposanten Ge'samtwerkes mit Innen, vom Gesamtbilde ins Detail. Die Sammlung hohen Erwartungen entgegensehen. —
schassen, zum Ausdruck komme, aber auch das abstoßende Gefühl der Schadenfreude eine wesentliche Rolle spiele. Derartige Schatten des menschlichen Lebens müßten mit allem Nachdruck ausgemerzt werden, alle Kräfte seien anzuspannen zum Dienste für unser deutsches Vaterland. Dieses Ziel könne jedoch nur erreicht werden, wenn jeder überall in seinem ganzen Handeln als echter Nationalsozialist sich betätige. Wenn er von sich persönlich spreche, so wolle er nicht darauf Hinweisen, was er und seine Familie in den Kampfjahren für die Erneuerung Deutschlands an Opfern gebracht hätten, er wolle aber doch betonen, daß er stets nur aus reiner und aufrichtiger Liebe zum deutschen Vaterlande als Gefolgsmann Adolf Hitlers gekämpft habe und auch in diesem Geiste weiterkämpfen werde. Was jetzt an Unwahrheiten und Verleumdungen gegen ihn oor- gebracht worden sei, könne ihn nicht berühren, diese Hetze sei aber ein Schandfleck für unsere Stadt Gießen. (Starker Beifall.)
Hierauf gab der Versammlungsleiter Pg. Stühler die Neugliederung der NS.-Hago-Organisation in Gießen bekannt, die nach dem Vorbild der politischen Organisation (Ortsgruppen, Zellen, Blocks) durchgeführt werden wird. In diesem Zusammenhänge erfolgte die Ernennung der Ortsgruppenamtsleiter.
Pg- H e y d sprach anschließend kurz über das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit und gab dabei wertvolle Hinweise und Aufschlüsse für 'die Praxis. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen.
Zürn Schluß ermahnte der Versammlungsleiter noch einmal zu festem Zusammenstehen, zur Achtung vor allen Mitkämpfern und zu unentwegt treuer Gefolgschaft im Kampfe für die Ziele der deutschen Erneuerung im Geiste Adolf Hitlers. Mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer fand die Versammlung ihren Abschluß.
Disziplinär verfahren vor demprovinzial« ausschuh der Provinz Oberheffen.
Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen verhandelte in den letzten Tagen unter dem Vorsitz des Kreisdirektors K l o st e r m a n n als Diszi- plinargericht gegen den früheren Direktor des städtischen Elektrizitätswerkes und der Straßenbahn in Gießen, Stolt e. Das Gericht kam nach eingehender Beweisaufnahme zu folgendem Urteil:
Der Angeklagte hat als Direktor des städtischen Elektrizitätswerkes, Ueberlandanlage und Straßenbahn Gießen die ihm obliegenden Amtspflichten schuldhaft verletzt. Es wird daher die Strafe des Verlustes der Amtsbezeichnung gegen ihn ausgesprochen. 30 Prozent des gesetzlichen Ruhegehaltes bleiben dem Angeklagten auf Lebenszeit belasten. Der Angeklagte hat die Kosten des Verfahrens zu tragen.
Ueber den Verlauf des Prozeßverfahrens werden wir morgen zufammenfastend noch berichten.
«Völkische Reform von Bildung und Schule".
Sitzung der Fachschaft „Höhere Schule" im RSLV.
In der Junisitzung der Fachschaft „Höhere Schule" wurden verschiedene Vorträge über die völkische Reform von Bildung und Schule nach Kriecks „Nationalpolitischer Erziehung" gehalten. Zunächst gab Herr Studienrat Hahn einen eindringendcn und oon leidenschaftlicher Bemühung um die Sache zeugenden Bericht. Er ging davon aus, daß nur der die Krieck'sche Gedankenwelt verstehen könne, der sich in ihren Strom hineinstelle und sich von ihm mitreißen lasse. Er legte dann die völkische Weltanschauung nach ihren verschiedenen Seiten hin dar, zeigte, daß bei ihr das Politische im Mittelpunkt steht und daß es ihr gegenüber keine schwächliche Neutralität geben kann. Auch der Vertreter der sogenannten reinen Wissenschaft wird zur Stellungnahme aufgerufen. Die nationalsozialistische Idee zwingt auch Schule und Unterricht zu entscheidenden Umschaltungen. Es kommt daraus an.
Und so brachen mitten im Dröhnen der Maschinen, mitten im rohen Gleichmaß der Technik die Erinnerungen wieder auf an die großen Feierstunden des Jahres Wo noch deutsche Bauern Sonnenwende oder Johannesfest feierten, da wurden sie in oen Jahren vor und nach dem Krieae unterstützt durch jene lebendige Jugend aus der Stadt, die es müde geworden war, zwischen Steinmauern und Fabrikbauten nur einen schmalen Ausschnitt des —------ .... w.u..a vc= vluuu-
P’fc großen, freien Ledens der Natur zu nalsozialistischen Lehrerbundes im Kreise Gießen
jedem so ist es kein Wunder, daß heute, mit dem betraut, in dessen Rahmen er stets eifrig tätig war.
o &er zur Herrschaft, überall in Mit Schulrat Nebeling steht ein außerordentlich
deutschen Landen wieder Sonnenwendseuer und Jo- befähigter Erzieher an der Spitze unseres Gießener
hanneszauder den längsten Tag des Jahres feiern. —r""" UeberaH ist der Bauer diesmal an den Sönnern roenöfeiern beteiligt denn gerade der Bauer weiß um den engen Zufammenhana christlicher Bräuche mit dem alten Kulturgut vorchristlicher Seit. Und genau wie es einst nur kleine Teile der städtischen Jugend taten, so wird sich diesmal die gesamte Landjugend am Johannistage in sportlichen Wettkämpfen messen auch hier werden d" Flammenstöße gen Himmel lodern und Baar um Paar wird über oen zusammenoefunkenen Feuerstößen springen das Sonnenrad wird wieder brenn-nd den Hügel binab- gerollt und der altgewohnte Wettkampf im Speerwerfen laß* den freien Mann mit der Waffe in der Hond im Sinnbild erstesten Zu den alten Volkstrachten gehören die alten Tänze und manch neuer ^o'kstanz wurd- in dielen Jahren der Wieder- beftnnung und Wiederauferstehung des Volkes neu geformt Im Gattesdienst aber vereinigen sich Besinnung und Bitte für die kommende Ernte die d"n Segen des Höchsten braucht
... da las ich das Wort „Janina" und mich dunkel, in Griechenland durch einen . chen Namens gefahren zu fein, nahm
Lexikon zur Hand und schaute nach. Was stand da? „Janina — siehe Joannina." Ich blätterte und luchte, aber „Joannina" war nicht zu finden. Joann war vertreten, und bei ihm war zu lesen „Joann — siehe Iwan", und so geriet ich ins I, und richtig war Joannina unter I verzeichnet statt unter Jott, und nun packte mich der Tatendrang und stachelte mich auf, allerhand Wörter nachzuschlagen, die ich seit Kindesbeinen nachzuschlagen gewillt war.
Wer hat das Cello erfunden? „Cello — siehe Violincello." Was ist Freia sonst noch außer einer vegetarischen Gaststätte? „Freia — siehe Freyja." Ich verweile beim F. Die Faltenmorchel hat mirs angetan. „Faltenmorchel — siehe Gyromitra." Ich denke nicht dran. Nehmen wir ein anderes botanisches Erzeugnis. Sagen wir die Herbstzeitlose. „Herbstzeitlose — siehe Colchicum."
Soll ich? Nein, wir beginnen beim A, indem wir systematisch (siehe was?) veranlagte Natursn sind. Auf der Alm, da gibts ka Sünd. Sünd weiß ich, folglich „Alm". Was ist „Alm", streng lexikonisch genommen? „Alm — siehe Alp." Ha, der Dichter Artzibaschew fällt mir ein, ehedem berühmt durch Ä ''®fan?n" „Artzibaschew — siehe Arzybaschew." Schade, schade, ich hätte brennend gern unter „Artzibaschew" nachgesehen.
Wechseln wir das Thema, erforschen wir die persische Wüste, auch Descht geheißen. „Descht — siehe Dascht." Ein feiner Unterschied fürwahr, nur für Kenner, aber das muß sein. Also was anderes. Er- weitert sei der Horizont, den ich unter H. nicht nachzuschlagen wage, da er auf ordentlich Deutsch ein „Gesichtskreis" ist. Was mag wohl „Gesichtskreis" im Lexikon fein? Einen Augenblick ... „Gesichtskreis — siehe Horizont." Pech gehabt.
Weiter im Text. Wie wär's mit' Glühstrumpf, einem deutschen Wort, das bestimmt nicht unter einer lateinischen Bezeichnung vermerkt zu werden die Dreistigkeit haben dürfte „Glühstrumpf — siehe Gasglühlicht." Dann nicht, liebe Tante.
Die Grundzahl reizt mich, schon immer wollte -ch Näheres über den Begriff der Grundzahl in Ersah- rung bringen! Also! „Grundzahl — siehe Kardinal- Zahl." Peinlich. Cardinalzahl wäre mir zur Not recht gewesen. Trotzdem wandere ich zum K und suche die Kalla auf, den sogenannten Drachenwurz eine keineswegs alltägliche Pflanze. Aber das Schicksal dreht,mir ein Schnippchen: „Kalla — siehe Calla . Aha siehe oho. Und nun mag ich nimmer.
streike sieste ich mache nicht mehr mit. Schluß mit Jubel siehe Ende mit Kummer.
lieber das Thema „M ö g l i ch k e i t e n u n d "—
Grenzen der Chirurgie" sprach der be-! ?b'tgestenden anatomischen Veränderungen sind rühmte Berliner Chirurge Prof. Sauerbruch k>"ndertprozentla gesund; andere sind und bleiben kürzlich in Zürich Interessant ist, was Sauerbruch Eronk trotz^sorgfaltiger ,Entfernung des^ Krankheits- aus der Geschichte der Chirurgie erzählt: „Der chirurgische Eingriff ist die erste und älteste Form
gischen Richtung in der Heilkunde begann sich mit der Zeit eine spekulative Richtung au'szubilden, die sich auf Grund religiöser, philosophischer oder auch verworren mystischer Vorstellungen mit dem Wesen der Krankheit befaßte, um auf theoretischem Weg Heilungsmöglichkeiten zu finden. Diese Doppelheit der medizinischen Richtung beherrschte das ganze Mittelalter; sie wurde schließlich bis zu einer fo scharfen Verfeindung gesteigert, daß der Chirurg, der „Bader", von der gelehrten Medizin als minderwertig behandelt, ja nahezu gesellschaftlich geächtet wurde. Das hatte neben ungünstigen auch die günstige Folge, daß die Chirurgie von abwegiger Spekulation unberührt blieb, eine starke handwerkliche Überlieferung ausbilden und zur Höchstleistung vordringen konnte. Den „Badern" fehlte aber die
Horburg des Vereins für hessische lichkeit schlechterdings nicht 'übertroffen werden Re nai sta iwe" an" werden an Mo mische Kennt niste all-
Geschichte (der den Zugang zu der reichhaltigen kann. Lageplan, Rekonstruktionsdarstellungen (vom gemeiner, auch die Ausbildung des Chirurgen auf
Photosammlung von Ludwig Bickell erschloß), 14. bis 18. Jahrhundert), Grundrisse und Ansichten den internistischen ©tbX vom kunstgeschichtlichen tzemmar der Universität in reicher Fülle machen den Beschauer zunächst aus- kam die mie£^ nnn bSi
Masburg und von der StaatUchen Bildstelle in ! führlich mit dem historisch gewordenen Gesamtbilde Forschungsergebnissen^
Berlin zur Verfuauna aeftellt wurde: aiirh ander- des markantesten Wahrzeichens von Marburg ver- der Naturwissenschaften. So entsteht im 1? Jahr-
^^rordentlich eingehend ist die daran an- hundert die „naturwissenschaftliche Chirurgie" die
schließende Inventarisierung des architektonischen > 1
Details angelegt, die sich nicht darauf beschränkt, die wichtigsten Hauptteile der Schloßanlage im Bilde


